Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 8Ob100/65 5Ob320/68 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047589

Geschäftszahl

8Ob100/65; 5Ob320/68; 1Ob97/69; 1Ob207/74; 1Ob630/78; 1Ob712/81; 1Ob793/83; 3Ob30/84; 1Ob567/84; 4Ob510/85; 6Ob590/85; 3Ob551/85; 1Ob604/85; 1Ob703/87; 5Ob507/89; 3Ob93/90; 6Ob1552/91; 1Ob595/91; 1Ob506/93; 1Ob524/93; 4Ob540/94; 6Ob2220/96f; 8Ob178/97b; 2Ob97/97x; 6Ob87/99h; 1Ob158/07b; 10Ob51/08k

Entscheidungsdatum

30.03.1965

Norm

ABGB §140 Abs3 Cb
ABGB §141 IB
ABGB §148 C

Rechtssatz

Ist ein Minderjähriger bereits selbsterhaltungsfähig, so kann gegen den Willen des Vaters eine Berufswahl, die diesen zu weiteren Unterhaltsleistungen für die Ausbildung zwingt, nur bei besonderer Eignung für den gewählten Beruf gestattet werden.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 100/65
    Entscheidungstext OGH 30.03.1965 8 Ob 100/65
    Veröff: JBl 1966,85
  • 5 Ob 320/68
    Entscheidungstext OGH 22.01.1969 5 Ob 320/68
    Veröff: SZ 42/9
  • 1 Ob 97/69
    Entscheidungstext OGH 29.05.1969 1 Ob 97/69
  • 1 Ob 207/74
    Entscheidungstext OGH 04.12.1974 1 Ob 207/74
    Veröff: EvBl 1975/143 S 294 = ÖA 1986,33
  • 1 Ob 630/78
    Entscheidungstext OGH 14.06.1978 1 Ob 630/78
    Veröff: SZ 51/90 = JBl 1979,482 = RZ 1978/138 S 271
  • 1 Ob 712/81
    Entscheidungstext OGH 16.09.1981 1 Ob 712/81
  • 1 Ob 793/83
    Entscheidungstext OGH 14.12.1983 1 Ob 793/83
    Beisatz: Und sicherer Erwartung eines besseren Fortkommens. (T1) Veröff: ÖA 1984,68
  • 3 Ob 30/84
    Entscheidungstext OGH 04.04.1984 3 Ob 30/84
    Beis wie T1; Beisatz: Studium in den Fächern Pädagogik und Psychologie, weil dies "zur Vertiefung ihres Wissens und Verbesserung ihrer Chancen, als Volksschullehrerin eingestellt zu werden" geraten worden war. (T2)
  • 1 Ob 567/84
    Entscheidungstext OGH 02.05.1984 1 Ob 567/84
    Vgl; Beisatz: Dies gilt in den Fällen, in denen das Kind eine bereits erreichte, seine Selbsterhaltunsgfähigkeit sichernde Position wieder aufgibt, nicht aber für ein unmittelbares Weiterstudium nach der Reifeprüfung. (T3) Veröff: ÖA 1985,22
  • 6 Ob 590/85
    Entscheidungstext OGH 09.05.1985 6 Ob 590/85
    Beis wie T1; Beisatz: Bei der Frage, ob die in Aussicht genommene Übernahme des mütterlichen Betriebes der Minderjährigen mit Sicherheit ein besseres Fortkommen ermöglichen wird, ist zu prüfen, ob die Übernahme des Betriebes durch die Minderjährige in absehbarer Zeit bevorsteht, welche Sicherheit für die Übernahme besteht, welche Stellung sie in diesem Betrieb bis zur Übernahme desselben bekleiden soll, welche Größe der Betrieb besitzt und wie seine wirtschaftliche Lage ist. (T4)
  • 4 Ob 510/85
    Entscheidungstext OGH 14.05.1985 4 Ob 510/85
    Veröff: SZ 58/83 = EvBl 1985/116 S 588 = ÖA 1988,83
  • 3 Ob 551/85
    Entscheidungstext OGH 12.06.1985 3 Ob 551/85
    Vgl auch; Beisatz: Wenn ein Kind schon eine abgeschlossene Berufsausbildung besitzt und es nur darum geht, dem Kind eine zusätzliche beziehungsweise andere Berufsausbildung zu ermöglichen, ist ein strengerer Maßstab gerechtfertigt, als wenn es um die Entscheidung über die erste Berufswahl geht. (T5)
  • 1 Ob 604/85
    Entscheidungstext OGH 28.08.1985 1 Ob 604/85
    Beis wie T1
  • 1 Ob 703/87
    Entscheidungstext OGH 21.12.1987 1 Ob 703/87
    Vgl; Beisatz: Abschluss der Handelsschule führt grundsätzlich zur Selbsterhaltungsfähigkeit; Besuch eines Aufbaulehrganges, der zum Bildungsziel der Handelsakademie führt, ist jedoch nicht als zweiter Bildungsgang anzusehen (kurzfristige Berufstätigkeit, die gleichzeitig mit dem Aufbaulehrgang begonnen und dann wieder aufgegeben wurde, schadet nicht). (T6) Veröff: ÖA 1989,166
  • 5 Ob 507/89
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 5 Ob 507/89
    Auch; Beisatz: Nur eine differenzierte Beurteilung, die auf Anlagen, Fähigkeiten, Neigungen und Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes Bedacht nimmt, wird dabei dem Gesetz gerecht. (T7)
  • 3 Ob 93/90
    Entscheidungstext OGH 07.11.1990 3 Ob 93/90
    Auch; Beis wie T5
  • 6 Ob 1552/91
    Entscheidungstext OGH 11.04.1991 6 Ob 1552/91
  • 1 Ob 595/91
    Entscheidungstext OGH 18.09.1991 1 Ob 595/91
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Das kann gar nicht erst geprüft werden, wenn der Minderjährige in seinem in dritter Instanz zu beachtenden Vorbringen nicht einmal das mit dem Besuch des Bundesgymnasium angestrebte neue Berufsziel genannt und selbst noch im Revisionsrekurs keine Gründe dafür angegeben hat, weshalb er nicht die Schulde neben der erlernten Berufstätigkeit besuchen will, obgleich dieser Schultyp gerade für Berufstätige eingerichtet wurde. (T8)
  • 1 Ob 506/93
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 1 Ob 506/93
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 524/93
    Entscheidungstext OGH 20.04.1993 1 Ob 524/93
    Beis wie T1; Beis wie T5; Beis wie T8
  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
    Beisatz: Gewiss kann ein Kind nicht - auf Kosten der unterhaltspflichtigen Eltern - ein Studium nach dem anderen absolvieren, nur um seine geistigen Interessen zu befriedigen. (T9)
  • 6 Ob 2220/96f
    Entscheidungstext OGH 12.03.1997 6 Ob 2220/96f
    Auch; Beis wie T5
  • 8 Ob 178/97b
    Entscheidungstext OGH 30.10.1997 8 Ob 178/97b
    Beis wie T1
  • 2 Ob 97/97x
    Entscheidungstext OGH 27.08.1998 2 Ob 97/97x
    Vgl; Beisatz: Hier: Nach Abschluss der HTL dreimonatige Tätigkeit bei der Post und nicht ganz einjähriger Tätigkeit im Gendarmeriedienst Studium an Fachhochschule. (T10)
  • 6 Ob 87/99h
    Entscheidungstext OGH 24.06.1999 6 Ob 87/99h
    Auch; Beisatz: Es ist ständige oberstgerichtliche Rechtsprechung, dass die Matura grundsätzlich zur Weiterbildung auf der Hochschule berechtigt und dass die Unterhaltspflicht der Eltern in diesem Fall weiterläuft. (T11)
  • 1 Ob 158/07b
    Entscheidungstext OGH 11.09.2007 1 Ob 158/07b
    Auch
  • 10 Ob 51/08k
    Entscheidungstext OGH 27.05.2008 10 Ob 51/08k
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Aufnahme eines Bachelorstudiums für Kommunikationswissenschaften nach Eintritt der Selbsterhaltungsfähigkeit durch positiven Abschluss der Handelsschule und fünfjähriger Berufstätigkeit. (T12)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1965:RS0047589

Zuletzt aktualisiert am

07.08.2008

Dokumentnummer

JJR_19650330_OGH0002_0080OB00100_6500000_001

Rechtssatz für 1Ob630/78 7Ob761/78 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047580

Geschäftszahl

1Ob630/78; 7Ob761/78; 5Ob581/79; 1Ob793/83; 1Ob567/84; 4Ob510/85; 1Ob604/85; 4Ob1509/87; 1Ob703/87; 2Ob509/88; 1Ob630/88; 5Ob507/89; 3Ob4/92 (3Ob5/92 -3Ob8/92); 5Ob1554/92; 7Ob640/92; 1Ob506/93; 4Ob540/94; 3Ob2083/96m; 9ObA2166/96m; 3Ob12/96; 3Ob7/97v; 9ObA240/97b; 2Ob97/97x; 1Ob49/02s; 3Ob116/02h; 3Ob202/05k; 3Ob139/07y; 9Ob87/06v; 1Ob158/07b; 3Ob210/07i; 10Ob51/08k; 6Ob92/08k; 9Ob63/08t; 2Ob179/10b; 8Ob43/11y; 2Ob197/11a; 4Ob40/12d; 2Ob141/11s; 6Ob145/13m; 1Ob149/13p; 3Ob51/14t; 2Ob7/15s; 3Ob128/16v; 9Ob34/16i; 3Ob8/18z; 10Ob95/18w

Entscheidungsdatum

14.06.1978

Norm

ABGB §140 Cb

Rechtssatz

Der Vater hat nicht nur eine abgeschlossene Berufsausbildung entsprechend seinem Stand und Vermögen zu gewähren (EvBl 1977/31 ua), sondern auch zu einer höherwertigen weiteren Berufsausbildung seines Kindes beizutragen, wenn dieses die zum Studium erforderlichen Fähigkeiten besitzt, dieses Studium ernsthaft und zielstrebig betreibt und wenn dem Vater nach seinen Einkommensverhältnissen und Vermögensverhältnissen eine solche Beteiligung an den Kosten des Studiums seines Kindes möglich und zumutbar ist.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 630/78
    Entscheidungstext OGH 14.06.1978 1 Ob 630/78
    Veröff: SZ 51/90 = JBl 1979,482
  • 7 Ob 761/78
    Entscheidungstext OGH 11.01.1979 7 Ob 761/78
  • 5 Ob 581/79
    Entscheidungstext OGH 26.06.1979 5 Ob 581/79
    Veröff: EFSlg 33415
  • 1 Ob 793/83
    Entscheidungstext OGH 14.12.1983 1 Ob 793/83
    Veröff: ÖA 1984,68
  • 1 Ob 567/84
    Entscheidungstext OGH 02.05.1984 1 Ob 567/84
    Beisatz: Die Beurteilung, ob ein Studium ein besseres Fortkommen erwarten lässt, hat regelmäßig nur nach allgemeinen Erfahrungsgrundsätzen zu erfolgen. (T1)
    Veröff: ÖA 1985,22
  • 4 Ob 510/85
    Entscheidungstext OGH 14.05.1985 4 Ob 510/85
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Berücksichtigt man aber, dass die Wahl unter den verschiedenen, zum Universitätsstudium berechtigenden höheren Lehranstalten meist auf den Willen der Eltern beruht und zu einem Zeitpunkt erfolgt, in welchem das Kind in der Regel noch keine konkreten Vorstellungen von seinem künftigen Beruf hat, dann spricht nichts für eine unterschiedliche Behandlung der Absolventen der verschiedenen berufsbildenden oder allgemeinbildenden Lehranstalten. (T2)
    Veröff: SZ 58/83 = EvBl 1985/116 S 588 = ÖA 1987,83
  • 1 Ob 604/85
    Entscheidungstext OGH 28.09.1985 1 Ob 604/85
  • 4 Ob 1509/87
    Entscheidungstext OGH 19.05.1987 4 Ob 1509/87
    Auch; Beisatz: Die Beurteilung eines Ausbildungserfolges hängt von den Umständen des Einzelfalles ab, so dass einer Entscheidung des OGH keine Bedeutung zur Wahrung der Rechtseinheit, Rechtssicherheit oder Rechtsentwicklung zukommt. (T3)
  • 1 Ob 703/87
    Entscheidungstext OGH 21.12.1987 1 Ob 703/87
    Beisatz: Hier: Aufbaulehrgang nach Abschluss der Handelsschule, der zum Bildungsziel der Handelsakademie führt. (T4)
    Veröff: ÖA 1989,166
  • 2 Ob 509/88
    Entscheidungstext OGH 16.02.1988 2 Ob 509/88
  • 1 Ob 630/88
    Entscheidungstext OGH 28.09.1988 1 Ob 630/88
  • 5 Ob 507/89
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 5 Ob 507/89
    Vgl auch
  • 3 Ob 4/92
    Entscheidungstext OGH 11.03.1992 3 Ob 4/92
    Vgl auch; Veröff: ÖA 1992,87
  • 5 Ob 1554/92
    Entscheidungstext OGH 22.09.1992 5 Ob 1554/92
    Vgl auch; Beisatz: Überdies ist die Weiterbildung verwertbar, da sie eine Berufsqualifikation verspricht, die der Selbstverwirklichung des Kindes und der Schaffung einer soliden Existenzgrundlage dient. Alle diese Kriterien können auch auf ein Auslandsstudium zutreffen. (T5)
  • 7 Ob 640/92
    Entscheidungstext OGH 21.12.1992 7 Ob 640/92
    Auch
  • 1 Ob 506/93
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 1 Ob 506/93
    Auch
  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
    Auch
  • 3 Ob 2083/96m
    Entscheidungstext OGH 13.03.1996 3 Ob 2083/96m
  • 9 ObA 2166/96m
    Entscheidungstext OGH 25.09.1996 9 ObA 2166/96m
    Auch; Beis wie T3
  • 3 Ob 12/96
    Entscheidungstext OGH 10.09.1996 3 Ob 12/96
  • 3 Ob 7/97v
    Entscheidungstext OGH 26.02.1997 3 Ob 7/97v
    Beisatz: Und die sichere Erwartung eines besseren Fortkommens im angestrebten neuen Beruf besteht. (T6)
    Veröff: SZ 70/36
  • 9 ObA 240/97b
    Entscheidungstext OGH 11.02.1998 9 ObA 240/97b
    nur: Der Vater hat auch zu einer höherwertigen weiteren Berufsausbildung seines Kindes beizutragen, wenn dieses die zum Studium erforderlichen Fähigkeiten besitzt, dieses Studium ernsthaft und zielstrebig betreibt. (T7)
    Beisatz: Es muss aber nicht "mit Sicherheit" feststehen, dass durch das Doktorratsstudium die Berufs- und Einkommenschancen des Unterhaltsberechtigten verbessert würden. (T8)
  • 2 Ob 97/97x
    Entscheidungstext OGH 27.08.1998 2 Ob 97/97x
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Nach Abschluss der HTL dreimonatige Tätigkeit bei der Post und nicht ganz einjähriger Tätigkeit im Gendarmeriedienst Studium an Fachhochschule. (T9)
  • 1 Ob 49/02s
    Entscheidungstext OGH 22.03.2002 1 Ob 49/02s
    Beisatz: Bei einem mehrstufigen Ausbildungsgang müssen die einzelnen Stufen zumindest so weit zusammenhängen, dass der vom Unterhaltsberechtigten angestrebte Beruf eine fachliche Ergänzung, Weiterführung oder Vertiefung der schon auf der Vorstufe erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten ist. (T10)
    Beisatz: Kindergartenpädagogin bei der Ausbildung zur Volksschullehrerin. (T11)
    Beisatz: Für die Belastbarkeit eines Geldunterhaltspflichtigen ist zu beachten, dass Entscheidungen in Unterhaltssachen an den Verhältnissen in einer fiktiven "intakten Familie" zu orientieren sind. (T12)
    Veröff: SZ 2002/39
  • 3 Ob 116/02h
    Entscheidungstext OGH 23.10.2002 3 Ob 116/02h
    Vgl auch
  • 3 Ob 202/05k
    Entscheidungstext OGH 29.03.2006 3 Ob 202/05k
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 3 Ob 139/07y
    Entscheidungstext OGH 13.07.2007 3 Ob 139/07y
    Auch; nur T7
  • 9 Ob 87/06v
    Entscheidungstext OGH 28.09.2007 9 Ob 87/06v
    Auch; Beisatz: Selbst einem Absolventen einer berufsbildenden höheren Schule, der überdies schon einige Zeit einer Arbeit nachgegangen ist und nun die Ausbildung an einer Fachhochschule anstrebt, kann - entsprechende Eignung und nachhaltiges Studium sowie die Erwartung eines besseren Einkommens vorausgesetzt - ein Unterhaltsanspruch nicht verwehrt werden. (T13)
  • 1 Ob 158/07b
    Entscheidungstext OGH 11.09.2007 1 Ob 158/07b
    Vgl auch; Beis wie T1 aber: Ist die Frage, ob eine weitere Ausbildung ein besseres Fortkommen erwarten lässt nicht auf der Hand liegend, sind Erhebungen und Feststellungen zu den (verbesserten) Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten notwendig. (T14) Beis wie T12; Beisatz: Abwägung der Berufsaussichten zwischen einem Facharbeiter im Bereich der Fahrzeugfertigung und einem HTL-Absolventen im Bereich der Textilindustrie. (T15)
  • 3 Ob 210/07i
    Entscheidungstext OGH 27.11.2007 3 Ob 210/07i
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Wäre unter Berücksichtigung eines Studienwechsels die Mindeststudiendauer für ein Bakkalaureatsstudium, dessen durchschnittliche Studiendauer (noch) nicht bekannt ist, mit Ende des Sommersemesters 2006 abgelaufen, so ist davon auszugehen, dass maßstabsgerechte Durchschnittseltern zumindest noch bis Oktober 2006 einen durch ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit begrenzten finanziellen Beitrag zur Ausbildung ihres Kindes leisten würden. (T16)
  • 10 Ob 51/08k
    Entscheidungstext OGH 27.05.2008 10 Ob 51/08k
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Hat der Antragsteller nach Erreichen der Selbsterhaltungsfähigkeit durch den positiven Abschluss der Handelsschule und den anschließenden Besuch der Handelsakademie für Berufstätige nunmehr ein Bachelorstudium für Kommunikationswissenschaften aufgenommen und damit einen zweiten von seiner bisherigen Ausbildung doch gänzlich verschiedenen Bildungsgang ergriffen, kann von einem Weiterbestehen der elterlichen Unterhaltspflicht wegen eines mehrstufigen Ausbildungsgangs nicht ausgegangen werden, da dies voraussetzen würde, dass die einzelnen Stufen soweit zusammenhängen, dass der vom Unterhaltsberechtigten angestrebte Beruf eine fachliche Ergänzung, Weiterführung oder Vertiefung der schon auf der Vorstufe erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten wäre. Es stellt sich somit die Frage des Wiederauflebens der Unterhaltspflicht. (T17)
  • 6 Ob 92/08k
    Entscheidungstext OGH 08.05.2008 6 Ob 92/08k
    Vgl; Beis wie T1; Beis ähnlich wie T8; Beisatz: Hier: Unterhaltspflicht bejaht. An Bakkalaureatsstudium anschließendes zielstrebig betriebenes Masterstudium „Betriebswirtschaft" an der Universität Graz, als Voraussetzung für die Tätigkeit als Wirtschaftsprüfer. (T18)
  • 9 Ob 63/08t
    Entscheidungstext OGH 04.08.2009 9 Ob 63/08t
    nur T7; Beis wie T1; Beis ähnlich wie T8; Beis ähnlich wie T18; Beisatz: Hier: An Bakkalaureatsstudium anschließendes Magisterstudium der Publizistikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft; Unterhaltspflicht bejaht. (T19)
    Beisatz: Es kann nicht verlangt werden, dass mit Sicherheit feststeht, dass durch das Magisterstudium die Berufschancen und Einkommenschancen des Unterhaltsberechtigten verbessert werden. Bei einer über vier zusätzliche Semester gehenden, vertiefenden Berufsvorbildung spricht jedenfalls die allgemeine Lebenserfahrung für eine Erweiterung der beruflichen Möglichkeiten. Ob diese Erweiterung „erheblich" ist, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. (T20)
  • 2 Ob 179/10b
    Entscheidungstext OGH 27.01.2011 2 Ob 179/10b
    Auch; Beisatz: Das Weiterbestehen eines Unterhaltsanspruchs ist bei einer Zweitausbildung an strengere Voraussetzungen gebunden als jene, die für die Finanzierung der Erstausbildung maßgeblich sind. (T21)
    Beis wie T12; Beis wie T16 nur: Maßgeblich ist, ob maßstabsgerechte Durchschnittseltern einen durch ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit begrenzten finanziellen Beitrag zur Ausbildung ihres Kindes leisten würden. (T22)
    Vgl Beis wie T20 nur: Es kann nicht verlangt werden, dass mit Sicherheit feststeht, dass durch die Weiterausbildung die Berufschancen und Einkommenschancen des Unterhaltsberechtigten verbessert werden. (T23)
    Beisatz: Verbesserte Fortkommenschancen können nicht nur in einer „höherwertigen“ akademischen Ausbildung liegen, sondern auch darin, dass ‑ auch wenn damit keine bessere Entlohnung verbunden ist ‑ ein sicherer, krisenfesterer Ausbildungszweig angestrebt wird. (T24)
  • 8 Ob 43/11y
    Entscheidungstext OGH 25.05.2011 8 Ob 43/11y
    Beis wie T1; Beis ähnlich wie T8; Beis ähnlich wie T13; Beisatz: Hier: Aufnahme eines technischen Fachhochschulstudiums durch einen HTL-Absolventen nach anderthalbjähriger Berufstätigkeit. (T25)
    Beisatz: Der Unterhaltsberechtigte ist nicht gehalten, die Möglichkeit eines berufsbegleitenden Studiums wahrzunehmen. (T26)
  • 2 Ob 197/11a
    Entscheidungstext OGH 10.11.2011 2 Ob 197/11a
    Beis wie T21
  • 4 Ob 40/12d
    Entscheidungstext OGH 27.03.2012 4 Ob 40/12d
    Vgl auch; Beis wie T12; Beis wie T22; Beis wie T26; Beisatz: Die Frage, ob und inwieweit dem Unterhaltsberechtigten eine eigene Erwerbstätigkeit neben dem Studium zur Entlastung des Unterhaltspflichtigen zumutbar ist, hängt von den Umständen des jeweiligen Einzelfalls ab. (T27)
    Beisatz: Zweitlehre (Konditor als Ergänzung zu Koch/Kellner). (T28)
  • 2 Ob 141/11s
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 2 Ob 141/11s
    Auch; Beis wie T21
  • 6 Ob 145/13m
    Entscheidungstext OGH 28.08.2013 6 Ob 145/13m
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Für eine „fiktive“ Anrechnung der ‑ in Wahrheit nicht mehr zustehenden ‑ Familienbeihilfe besteht kein Raum, zumal das in § 2 FamLAG normierte Höchstalter in keinem Zusammenhang mit dem Unterhaltsrecht steht. Die Familienbeihilfe ist vielmehr nur so lange anzurechnen, als sie tatsächlich gewährt wird. (T29)
  • 1 Ob 149/13p
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 1 Ob 149/13p
    Auch; Beis wie T3
  • 3 Ob 51/14t
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 3 Ob 51/14t
    Auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 7/15s
    Entscheidungstext OGH 09.04.2015 2 Ob 7/15s
    Vgl; Beis wie T13
  • 3 Ob 128/16v
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 3 Ob 128/16v
    Beis ähnlich wie T2 nur: Spricht nichts für eine unterschiedliche Behandlung der Absolventen der verschiedenen berufsbildenden oder allgemeinbildenden Lehranstalten. (T30)
    Beis wie T13
  • 9 Ob 34/16i
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 9 Ob 34/16i
    Auch
  • 3 Ob 8/18z
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 3 Ob 8/18z
    Auch; Beis wie T3
  • 10 Ob 95/18w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 10 Ob 95/18w
    Beis wie T24; Beisatz: Hier: Besuch einer Berufsfachschule für Physiotherapie nach positivem Abschluss einer HTL und einer einjährigen Ausbildung zur Diplomierten Gesundheitstrainerin und staatlich geprüften FIT-Instruktorin. (T31)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0047580

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2019

Dokumentnummer

JJR_19780614_OGH0002_0010OB00630_7800000_001

Rechtssatz für 4Ob510/85 3Ob1527/90 4O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047625

Geschäftszahl

4Ob510/85; 3Ob1527/90; 4Ob540/94; 3Ob2382/96g; 4Ob377/97p; 3Ob116/02h; 3Ob139/07y; 2Ob126/10h; 2Ob141/11s; 10Ob95/18w

Entscheidungsdatum

14.05.1985

Norm

ABGB §140 Cb

Rechtssatz

Auch für ein Hochschulstudium nach Ablegung der Reifeprüfung an einer berufsbildenden mittleren Schule (hier: Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe) haben die Eltern nach den gleichen Grundsätzen wie nach Absolvierung einer AHS Unterhalt zu leisten.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 510/85
    Entscheidungstext OGH 14.05.1985 4 Ob 510/85
    Veröff: SZ 58/83 = EvBl 1985/116 S 588 = ÖA 1986,43 = ÖA 1987,83
  • 3 Ob 1527/90
    Entscheidungstext OGH 13.06.1990 3 Ob 1527/90
    Ähnlich
  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
  • 3 Ob 2382/96g
    Entscheidungstext OGH 14.01.1998 3 Ob 2382/96g
    Beisatz: Reifeprüfung und Befähigungsprüfung für Kindergärten und Horte. (T1)
  • 4 Ob 377/97p
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 4 Ob 377/97p
    Auch
  • 3 Ob 116/02h
    Entscheidungstext OGH 23.10.2002 3 Ob 116/02h
    Auch; Beisatz: Es kommt nicht darauf an, ob das Kind eine AHS oder eine BHS absolvierte. (T2)
  • 3 Ob 139/07y
    Entscheidungstext OGH 13.07.2007 3 Ob 139/07y
    Beisatz: Ein an den Abschluss an einer berufsbildenden höheren Schule (BHS) anschließendes Hochschulstudium ist keine Zweitausbildung. (T3)
  • 2 Ob 126/10h
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 2 Ob 126/10h
    Auch; Beis wie T2
  • 2 Ob 141/11s
    Entscheidungstext OGH 15.05.2012 2 Ob 141/11s
    Auch; Beis wie T2; Auch Beis wie T3
  • 10 Ob 95/18w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2018 10 Ob 95/18w

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0047625

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2019

Dokumentnummer

JJR_19850514_OGH0002_0040OB00510_8500000_001

Rechtssatz für 4Ob1512/90 3Ob1509/90 6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0007138

Geschäftszahl

4Ob1512/90; 3Ob1509/90; 6Ob606/90; 7Ob671/90; 7Ob652/90; 3Ob1501/91; 9Ob1751/91; 8Ob602/91; 3Ob573/91; 6Ob628/91; 8Ob552/92; 5Ob516/92; 4Ob1592/92; 8Ob1688/92; 1Ob509/93; 4Ob1511/94; 1Ob579/93 (1Ob1618/93); 1Ob512/94; 1Ob531/94; 4Ob540/94; 5Ob526/94; 1Ob504/95; 6Ob501/96; 2Ob2029/96p; 2Ob2261/96f; 8Ob2329/96z; 10Ob2416/96h; 4Ob139/97p; 9Ob399/97k; 3Ob351/97g; 1Ob8/98b; 7Ob224/98m; 2Ob76/99m; 9Ob265/00m; 2Ob139/01g; 1Ob233/01y; 4Ob52/02d; 1Ob79/02b; 7Ob193/02m; 1Ob182/02z; 3Ob193/02g; 2Ob5/03d; 2Ob83/03z; 5Ob64/03b; 5Ob67/03v; 6Ob4/05i; 9Ob47/06m; 3Ob82/07s; 2Ob58/08f; 10Ob31/08v; 3Ob95/08d; 7Ob45/07v; 9Ob19/08x; 6Ob15/09p; 1Ob209/08d; 2Ob67/09f; 6Ob127/10k; 1Ob109/10a; 4Ob229/10w; 7Ob135/11w; 8Ob82/13m; 1Ob149/13p; 9Ob44/14g; 1Ob180/15z; 1Ob158/15i; 4Ob25/17f; 8Ob3/18a; 9Ob26/18s

Entscheidungsdatum

03.04.1990

Norm

ABGB aF §140 Bb
ABGB idF KindNamRÄG 2013 §231
AußStrG §14 Abs1 C2d2
AußStrG §14 Abs1 D1d2
AußStrG 2005 §62 Abs1 B2d2

Rechtssatz

Bei einem überdurchschnittlichen Einkommen des Unterhaltspflichtigen ist nach ständiger Rechtsprechung der Gerichte zweiter Instanz die Prozentkomponente nicht voll auszuschöpfen; es sind den Kindern Unterhaltsbeträge zuzusprechen, die zur Deckung ihrer - an den Lebensverhältnissen des Unterhaltspflichtigen orientierten - Lebensbedürfnisse erforderlich sind. Ob jedoch ein "Unterhaltsstop" im Einzelfall bei Kindern im Alter von 10 und 12 Jahren beim Zweieinhalbfachen des Regelbedarfes oder schon beim (rund) Zweifachen davon liegt, ist keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 14 Abs 1 AußStrG idF der WGN 1989.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 1512/90
    Entscheidungstext OGH 03.04.1990 4 Ob 1512/90
    Veröff: ÖA 1990/109
  • 3 Ob 1509/90
    Entscheidungstext OGH 14.03.1990 3 Ob 1509/90
  • 6 Ob 606/90
    Entscheidungstext OGH 28.06.1990 6 Ob 606/90
  • 7 Ob 671/90
    Entscheidungstext OGH 06.12.1990 7 Ob 671/90
  • 7 Ob 652/90
    Entscheidungstext OGH 06.12.1990 7 Ob 652/90
    Auch; Veröff: RZ 1991/26 S 99
  • 3 Ob 1501/91
    Entscheidungstext OGH 27.02.1991 3 Ob 1501/91
    Vgl auch
  • 9 Ob 1751/91
    Entscheidungstext OGH 10.07.1991 9 Ob 1751/91
  • 8 Ob 602/91
    Entscheidungstext OGH 26.09.1991 8 Ob 602/91
  • 3 Ob 573/91
    Entscheidungstext OGH 23.10.1991 3 Ob 573/91
    Vgl
  • 6 Ob 628/91
    Entscheidungstext OGH 28.11.1991 6 Ob 628/91
    Auch; nur: Ob jedoch ein "Unterhaltsstop" im Einzelfall bei Kindern im Alter von 10 und 12 Jahren beim Zweieinhalbfachen des Regelbedarfes oder schon beim (rund) Zweifachen davon liegt, ist keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 14 Abs 1 AußStrG idF der WGN 1989. (T1)
  • 8 Ob 552/92
    Entscheidungstext OGH 26.03.1992 8 Ob 552/92
    Beisatz: Hier: Bei einem monatlichen Nettoeinkommen des Vaters von S 33250,-- und einer Prozentkomponente von 20 Prozent steht dem Kind - selbst wenn dieser Satz nicht voll ausgeschöpft würde (das Eigeneinkommen der Mutter ist gemäß § 140 Abs 2 ABGB hier ohne Bedeutung) ein Unterhaltsbetrag von rund S 6000,-- monatlich zu. (T2)
  • 5 Ob 516/92
    Entscheidungstext OGH 16.06.1992 5 Ob 516/92
    Auch; nur: Bei einem überdurchschnittlichen Einkommen des Unterhaltspflichtigen ist nach ständiger Rechtsprechung der Gerichte zweiter Instanz die Prozentkomponente nicht voll auszuschöpfen; es sind den Kindern Unterhaltsbeträge zuzusprechen, die zur Deckung ihrer - an den Lebensverhältnissen des Unterhaltspflichtigen orientierten - Lebensbedürfnisse erforderlich sind. (T3)
  • 4 Ob 1592/92
    Entscheidungstext OGH 29.09.1992 4 Ob 1592/92
    Beisatz: In RZ 1991,86 hat der Oberste Gerichtshof ausgeführt, dass bei Einhaltung der Obergrenze in der Höhe des Zweieinhalbfachen des Regelbedarfes keine erhebliche Rechtsfrage vorliege; die Überschreitung dieser Grenze bedürfe einer besonderen Begründung. Dem ist nicht zu entnehmen, dass eine Unterschreitung der Luxusgrenze immer unzulässig wäre. (T4)
  • 8 Ob 1688/92
    Entscheidungstext OGH 22.12.1992 8 Ob 1688/92
    nur T1
  • 1 Ob 509/93
    Entscheidungstext OGH 29.01.1993 1 Ob 509/93
    Auch; nur T3
  • 4 Ob 1511/94
    Entscheidungstext OGH 15.02.1994 4 Ob 1511/94
    nur T1
  • 1 Ob 579/93
    Entscheidungstext OGH 21.12.1993 1 Ob 579/93
    Auch; Beisatz: Jedenfalls bei einem Kind bis zum sechsten Lebensjahr keine erhebliche Rechtsfrage. (T5)
  • 1 Ob 512/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 512/94
    Auch; nur T3; Beisatz: Hier: Bei Unterhaltsbeträgen, die nur das 1,8 - beziehungsweise das Zweifache der in Betracht kommenden Regelbedarfssätze erreichen (Kinder im Alter von rund 15 1/2 und nahezu 13 Jahren), wird die in § 140 ABGB vorgesehene Angemessenheitsgrenze keineswegs überschritten. (T6)
  • 1 Ob 531/94
    Entscheidungstext OGH 11.04.1994 1 Ob 531/94
    Auch; nur T3
  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
  • 5 Ob 526/94
    Entscheidungstext OGH 12.04.1994 5 Ob 526/94
    Vgl auch; nur T3; Beisatz: Liegt die Grenze für die Ausschöpfung der Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners deutlich unter dem Doppelten des Regelbedarfs, bedarf es einer besonderen, alle Lebensumstände des Kindes und seiner Eltern berücksichtigenden Begründung der Unterhaltsbemessung, um den vordergründigen Verdacht einer mit der Rechtssicherheit nicht mehr zu vereinbarenden Unausgewogenheit des Ergebnisses zu entkräften. (T7)
  • 1 Ob 504/95
    Entscheidungstext OGH 10.01.1995 1 Ob 504/95
    nur T1
  • 6 Ob 501/96
    Entscheidungstext OGH 14.03.1996 6 Ob 501/96
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 2029/96p
    Entscheidungstext OGH 28.03.1996 2 Ob 2029/96p
    Auch; nur: Ob jedoch ein "Unterhaltsstop" im Einzelfall beim Zweieinhalbfachen des Regelbedarfes oder schon beim (rund) Zweifachen davon liegt, ist keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 14 Abs 1 AußStrG. (T8)
    Beis wie T7; Beisatz: Der Hinweis des Rekursgerichts darauf, dass die Mutter lediglich Karenzgeld bezieht, ist jedenfalls für sich allein keine ausreichende Begründung für eine deutliche Unterschreitung des doppelten Regelbedarfes (im Rahmen des gestellten Erhöhungsantrages) bei gegebener Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners. (T9)
  • 2 Ob 2261/96f
    Entscheidungstext OGH 05.09.1996 2 Ob 2261/96f
    Zweiter Rechtsgang zu 2 Ob 2029/96p; Auch; Beis wie T7
  • 8 Ob 2329/96z
    Entscheidungstext OGH 12.12.1996 8 Ob 2329/96z
    nur T8
  • 10 Ob 2416/96h
    Entscheidungstext OGH 13.12.1996 10 Ob 2416/96h
    Auch; nur: Ob jedoch ein "Unterhaltsstop" im Einzelfall beim Zweieinhalbfachen des Regelbedarfes liegt, ist keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 14 Abs 1 AußStrG idF der WGN 1989. (T10)
  • 4 Ob 139/97p
    Entscheidungstext OGH 13.05.1997 4 Ob 139/97p
    Vgl
  • 9 Ob 399/97k
    Entscheidungstext OGH 17.12.1997 9 Ob 399/97k
    Auch; Beis wie T4
  • 3 Ob 351/97g
    Entscheidungstext OGH 17.12.1997 3 Ob 351/97g
    nur T3
  • 1 Ob 8/98b
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 1 Ob 8/98b
    Vgl auch
  • 7 Ob 224/98m
    Entscheidungstext OGH 25.08.1998 7 Ob 224/98m
    Auch
  • 2 Ob 76/99m
    Entscheidungstext OGH 25.03.1999 2 Ob 76/99m
    Auch; nur T8
  • 9 Ob 265/00m
    Entscheidungstext OGH 18.10.2000 9 Ob 265/00m
    nur: Bei einem überdurchschnittlichen Einkommen des Unterhaltspflichtigen ist nach ständiger Rechtsprechung der Gerichte zweiter Instanz die Prozentkomponente nicht voll auszuschöpfen. (T11)
    nur T10
  • 2 Ob 139/01g
    Entscheidungstext OGH 21.06.2001 2 Ob 139/01g
    Vgl auch
  • 1 Ob 233/01y
    Entscheidungstext OGH 22.10.2001 1 Ob 233/01y
    Auch
  • 4 Ob 52/02d
    Entscheidungstext OGH 19.11.2002 4 Ob 52/02d
    Auch; nur T3
  • 1 Ob 79/02b
    Entscheidungstext OGH 26.11.2002 1 Ob 79/02b
    Auch; Beisatz: Der Unterhaltsanspruch von Kindern wird bei überdurchschnittlichem Einkommen des Unterhaltspflichtigen mit dem Zwei- bis Zweieinhalbfachen des Regelbedarfs begrenzt. (T12)
    Beisatz: Nach den Erwägungen im verfassungsgerichtlichen Erkenntnis AZ B1285/00 ist der gesamte Unterhaltsbetrag höchstens mit 20% steuerlich zu entlasten. (T13)
    Beisatz: Die zu erbringende Unterhaltsleistung ist steuerlich auch dann zu entlasten, wenn die allein nach unterhaltsrechtlichen Kriterien zu ermittelnde Leistungsfähigkeit nicht zur Gänze ausgeschöpft wurde. (T14)
  • 7 Ob 193/02m
    Entscheidungstext OGH 11.12.2002 7 Ob 193/02m
    Auch; nur T11; Beisatz: Diese "Luxusgrenze" wird im Allgemeinen im Bereich des 2 bis 2,5fachen des Regelbedarfs liegend angenommen, wobei allerdings überwiegend die Meinung vertreten wird, dass dies keine absolute Obergrenze darstellt (mwN). (T15) Beis wie T14
  • 1 Ob 182/02z
    Entscheidungstext OGH 13.12.2002 1 Ob 182/02z
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T14
  • 3 Ob 193/02g
    Entscheidungstext OGH 26.02.2003 3 Ob 193/02g
    Auch; nur T11; Beis ähnlich wie T14; Beis wie T15
  • 2 Ob 5/03d
    Entscheidungstext OGH 27.02.2003 2 Ob 5/03d
    Vgl auch; Beis wie T15; Beisatz: Es gibt keinen allgemeinen, für jeden Fall geltenden Unterhaltsstopp etwa beim 2-, 2,5- oder 3-fachen des Regelbedarfs. Die konkrete Ausmittlung hängt vielmehr immer von den Umständen des Einzelfalles ab. (T16)
  • 2 Ob 83/03z
    Entscheidungstext OGH 08.05.2003 2 Ob 83/03z
    Beisatz: Der Frage, wann und zu welchen Voraussetzungen ein "Unterhaltsstopp" zur Vermeidung einer Überalimentierung anzunehmen ist, kommt keine Rechtsfrage von allgemeiner Bedeutung zu. (T17)
  • 5 Ob 64/03b
    Entscheidungstext OGH 31.03.2003 5 Ob 64/03b
    nur T8; Beis ähnlich wie T15 nur: Diese "Luxusgrenze" wird im Allgemeinen im Bereich des 2 bis 2,5fachen des Regelbedarfs liegend angenommen. (T18)
  • 5 Ob 67/03v
    Entscheidungstext OGH 08.04.2003 5 Ob 67/03v
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T15; Beis wie T16; Beisatz: Einer Begründung bedarf auch die Setzung des Unterhaltsstopps im jeweiligen Einzelfall; die bloße Angabe eines bestimmten Vielfachen des Regelbedarfs als starre Rechengröße genügt nicht. (T19) Beisatz: Maßgebend ist die Verhinderung einer pädagogisch schädlichen Überalimentierung. (T20)
  • 6 Ob 4/05i
    Entscheidungstext OGH 17.03.2005 6 Ob 4/05i
    nur T8
  • 9 Ob 47/06m
    Entscheidungstext OGH 27.09.2006 9 Ob 47/06m
    Auch; nur T10; Beis wie T16; Beis wie T17
  • 3 Ob 82/07s
    Entscheidungstext OGH 23.05.2007 3 Ob 82/07s
    Auch; Beis ähnlich wie T14; Beis wie T17
  • 2 Ob 58/08f
    Entscheidungstext OGH 27.03.2008 2 Ob 58/08f
    Auch; nur T10; Beisatz: Ob ein „Unterhaltsstopp" im Einzelfall niedriger anzusetzen wäre, begründet ebenfalls keine erhebliche Rechtsfrage. (T21)
  • 10 Ob 31/08v
    Entscheidungstext OGH 06.05.2008 10 Ob 31/08v
    Vgl auch; Beisatz: Bei überdurchschnittlich gut verdienenden, getrennt lebenden Unterhaltsverpflichteten wird allenfalls (neben dem ganzen Kinderabsetzbetrag) auch ein größerer Teil der Familienbeihilfe zur steuerlichen Entlastung dienen müssen, wobei der Unterhaltsstopp zufolge der Luxusgrenze bewirkt, dass eine volle Ausschöpfung der Familienbeihilfe zum Zwecke der steuerlichen Entlastung nicht in Betracht kommt. Dass die steuerliche Entlastung durch Anrechnung der Familienbeihilfe (und des Kinderabsetzbetrags) schon begrifflich nicht weitergehen könnte, als deren Höhe ausmacht, versteht sich von selbst. (T22)
  • 3 Ob 95/08d
    Entscheidungstext OGH 11.06.2008 3 Ob 95/08d
    Auch; Beis ähnlich wie T14
  • 7 Ob 45/07v
    Entscheidungstext OGH 20.08.2008 7 Ob 45/07v
    Auch; Beis wie T21
  • 9 Ob 19/08x
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 9 Ob 19/08x
    Auch; Beisatz: Die Rechtsprechung begrenzt bei überdurchschnittlichem Einkommen des Unterhaltspflichtigen den von diesem zu leistenden Unterhaltsbeitrag zur Vermeidung einer dem Kindeswohl nicht förderlichen Überalimentierung mit der sogenannten „Luxusgrenze", die im Allgemeinen mit etwa dem 2,5fachen des Regelbedarfs bemessen wird (RIS-Justiz RS0117017 3 Ob 95/08d; 6 Ob 117/06g). (T23)
    Beisatz: Angesichts des Umstands, dass die Lebenshaltungskosten in Österreich notorisch höher sind als in Russland, ist auch der nach russischem Recht auszumessende Unterhalt (Art 80 ff des Familiengesetzbuchs der Russischen Föderation [FBG]) mit der von der österreichischen Rechtsprechung bei überdurchschnittlichem Einkommen des Unterhaltspflichtigen entwickelten „Luxusgrenze" von etwa dem 2,5fachen des Regelbedarfs zu begrenzen. (T24)
    Bem: Siehe auch RS0124455. (T25)
  • 6 Ob 15/09p
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 6 Ob 15/09p
    Vgl; Beis wie T15; Beis wie T16
  • 1 Ob 209/08d
    Entscheidungstext OGH 31.03.2009 1 Ob 209/08d
    Vgl auch; Beis wie T17; Beis wie T20
  • 2 Ob 67/09f
    Entscheidungstext OGH 18.12.2009 2 Ob 67/09f
    Auch
  • 6 Ob 127/10k
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 6 Ob 127/10k
    Vgl auch; Beis wie T19
  • 1 Ob 109/10a
    Entscheidungstext OGH 14.09.2010 1 Ob 109/10a
    nur T3; Beis wie T15; Beis wie T16; Beis wie T17
  • 4 Ob 229/10w
    Entscheidungstext OGH 18.01.2011 4 Ob 229/10w
    Auch
  • 7 Ob 135/11w
    Entscheidungstext OGH 31.08.2011 7 Ob 135/11w
    Auch; Beis wie T16; Beis wie T17
  • 8 Ob 82/13m
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 8 Ob 82/13m
    Vgl; Beis wie T16
  • 1 Ob 149/13p
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 1 Ob 149/13p
    Vgl auch; Beis wie T16; Beis wie T20
  • 9 Ob 44/14g
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 9 Ob 44/14g
    Auch; nur T8; nur T11; Beis wie T12; Beis wie T20
  • 1 Ob 180/15z
    Entscheidungstext OGH 17.09.2015 1 Ob 180/15z
    Beis wie T15; Beis wie T16; Beis wie T17; Beis wie T20
  • 1 Ob 158/15i
    Entscheidungstext OGH 17.09.2015 1 Ob 158/15i
    Auch; Beis wie T15; Beis wie T23
  • 4 Ob 25/17f
    Entscheidungstext OGH 13.06.2017 4 Ob 25/17f
    Auch; Beis wie T15; Beis wie T16; Beis wie T17
  • 8 Ob 3/18a
    Entscheidungstext OGH 23.03.2018 8 Ob 3/18a
    Beis wie T15
  • 9 Ob 26/18s
    Entscheidungstext OGH 24.07.2018 9 Ob 26/18s
    Auch; Beis wie T15; Beis wie T16; Beis wie T17; Beis wie T20

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0007138

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

05.09.2018

Dokumentnummer

JJR_19900403_OGH0002_0040OB01512_9000000_001

Rechtssatz für 6Ob533/91 4Ob564/91 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047458

Geschäftszahl

6Ob533/91; 4Ob564/91; 1Ob622/93; 1Ob512/94; 1Ob531/94; 4Ob540/94; 1Ob177/98f; 2Ob193/00x; 6Ob57/03f; 6Ob5/08s; 6Ob230/08d; 6Ob15/09p; 5Ob106/10i; 1Ob109/10a; 7Ob135/11w; 4Ob109/14d; 6Ob89/17g; 4Ob22/18s; 3Ob51/18y

Entscheidungsdatum

21.03.1991

Norm

ABGB §140 Ba

Rechtssatz

Betragliche oder in einem Vielfachen des sogenannten Regelbedarfes ausgedrückte absolute Obergrenzen für die Festsetzung eines Kindesunterhaltes sind mit den in § 140 ABGB normierten Bemessungskriterien nicht vereinbar; diese gestatten daher auch keinen allgemeinen "Unterhaltsstopp" beim 2,5 - fachen oder einem sonstigen Vielfachen der sogenannten Regelbedarfsätze.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 533/91
    Entscheidungstext OGH 21.03.1991 6 Ob 533/91
    Veröff: RZ 1991/86 S 283
  • 4 Ob 564/91
    Entscheidungstext OGH 19.11.1991 4 Ob 564/91
    Veröff: ÖA 1992,88
  • 1 Ob 622/93
    Entscheidungstext OGH 17.11.1993 1 Ob 622/93
    Beisatz: Greift der Unterhaltspflichtige die Substanz seines Vermögens an, um damit die Kosten der von ihm gewählten Lebensführung zu decken, dann kann dieses Maß der Inanspruchnahme auch als Grundlage für die Bemessung des Unterhaltsanspruches der Kinder dienen. (T1)
  • 1 Ob 512/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 512/94
    Auch
  • 1 Ob 531/94
    Entscheidungstext OGH 11.04.1994 1 Ob 531/94
  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
    Vgl auch
  • 1 Ob 177/98f
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 1 Ob 177/98f
    Auch; nur: Absolute Obergrenzen für die Festsetzung eines Kindesunterhaltes sind mit den in § 140 ABGB normierten Bemessungskriterien nicht vereinbar. (T2); Beisatz: Das gilt umso mehr, wenn ein berechtigter Sonder- oder Individualbedarf vorliegt. (T3)
  • 2 Ob 193/00x
    Entscheidungstext OGH 02.08.2000 2 Ob 193/00x
    Auch; nur T2
  • 6 Ob 57/03f
    Entscheidungstext OGH 21.05.2003 6 Ob 57/03f
  • 6 Ob 5/08s
    Entscheidungstext OGH 13.03.2008 6 Ob 5/08s
    Auch; Veröff: SZ 2008/35
  • 6 Ob 230/08d
    Entscheidungstext OGH 06.11.2008 6 Ob 230/08d
    Vgl; Beisatz: Erhält jedoch der Unterhaltsberechtigte lediglich deshalb Unterhaltsbeiträge, die nicht der vollen Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen entsprechen, weil er schon die Luxusgrenze erreicht hat, muss der Sonderbedarf nach neuerer Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs (6 Ob 5/08s unter Hinweis auf 2 Ob 89/03g und 9 Ob 47/06m) zusätzlich zugesprochen werden. (T4); Beisatz: Leistungen aus dem Titel des Sonderbedarfs sind zweckbestimmt und stehen nicht zur freien Verfügung des Unterhaltsberechtigten. (T5); Beisatz: Der Zuspruch von Sonderbedarf zusätzlich zu einer die „Luxusgrenze" erreichenden Unterhaltsleistung setzt voraus, dass seine Deckung dem Unterhaltspflichtigen angesichts dessen Einkommens- und Vermögensverhältnissen zumutbar ist. (T6)
  • 6 Ob 15/09p
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 6 Ob 15/09p
  • 5 Ob 106/10i
    Entscheidungstext OGH 22.06.2010 5 Ob 106/10i
  • 1 Ob 109/10a
    Entscheidungstext OGH 14.09.2010 1 Ob 109/10a
    Auch
  • 7 Ob 135/11w
    Entscheidungstext OGH 31.08.2011 7 Ob 135/11w
    Auch
  • 4 Ob 109/14d
    Entscheidungstext OGH 17.07.2014 4 Ob 109/14d
    Auch
  • 6 Ob 89/17g
    Entscheidungstext OGH 07.07.2017 6 Ob 89/17g
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 22/18s
    Entscheidungstext OGH 19.04.2018 4 Ob 22/18s
    Auch
  • 3 Ob 51/18y
    Entscheidungstext OGH 14.08.2018 3 Ob 51/18y
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0047458

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.09.2018

Dokumentnummer

JJR_19910321_OGH0002_0060OB00533_9100000_001

Rechtssatz für 1Ob612/91 3Ob573/91 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047427

Geschäftszahl

1Ob612/91; 3Ob573/91; 4Ob512/92; 1Ob566/92; 8Ob552/92; 8Ob1606/92; 5Ob1528/93; 6Ob556/93; 1Ob588/93; 1Ob622/93; 1Ob512/94; 1Ob511/94; 4Ob540/94; 2Ob548/94; 2Ob512/95; 3Ob569/94; 7Ob503/95; 7Ob544/95; 6Ob1641/95; 6Ob2098/96i; 6Ob501/96; 1Ob2092/96w; 6Ob591/95; 1Ob2233/96f; 4Ob2253/96v; 2Ob567/95; 4Ob2285/96z; 1Ob2391/96s; 1Ob122/97s; 9Ob407/97m; 8Ob142/98k; 1Ob180/98x; 1Ob109/99g; 6Ob114/99b; 1Ob16/00k; 1Ob117/02s; 6Ob51/04z; 6Ob52/06z; 6Ob184/06m; 2Ob187/05x; 3Ob250/07x; 1Ob160/09z; 4Ob49/13d

Entscheidungsdatum

30.10.1991

Norm

ABGB §140 Ba

Rechtssatz

Die Unterhaltsbemessung nach der Prozentsatzkomponente ist für durchschnittliche Verhältnisse eine brauchbare Handhabe, um den Unterhaltsberechtigten an den Lebensverhältnissen des Unterhaltspflichtigen angemessen teilhaben zu lassen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 612/91
    Entscheidungstext OGH 30.10.1991 1 Ob 612/91
    Veröff: RZ 1992/48 S 124 = RZ 1994/76 S 211
  • 3 Ob 573/91
    Entscheidungstext OGH 23.10.1991 3 Ob 573/91
  • 4 Ob 512/92
    Entscheidungstext OGH 28.01.1992 4 Ob 512/92
    Beisatz: Diese Methode trägt auch den Grundsätzen einer angemessenen Berücksichtigung konkurrierender Unterhaltspflichten Rechnung. (T1)
  • 1 Ob 566/92
    Entscheidungstext OGH 24.04.1992 1 Ob 566/92
    Auch; Veröff: RZ 1993/94 S 280
  • 8 Ob 552/92
    Entscheidungstext OGH 26.03.1992 8 Ob 552/92
  • 8 Ob 1606/92
    Entscheidungstext OGH 31.08.1992 8 Ob 1606/92
    Auch
  • 5 Ob 1528/93
    Entscheidungstext OGH 27.04.1993 5 Ob 1528/93
    Auch; Beisatz: Die Bemessung von Unterhaltsansprüchen nach der Prozentsatzmethode empfiehlt sich, wenn Sorgepflichten gegenüber weiteren Kindern zu berücksichtigen sind. (T2)
  • 6 Ob 556/93
    Entscheidungstext OGH 10.11.1993 6 Ob 556/93
  • 1 Ob 588/93
    Entscheidungstext OGH 25.08.1993 1 Ob 588/93
  • 1 Ob 622/93
    Entscheidungstext OGH 17.11.1993 1 Ob 622/93
    Beis wie T1; Beisatz: Auch bei Berechnung nach der Prozentsatzkomponente darf die im _ 140 ABGB verankerte Angemessenheitsgrenze nicht außer Acht gelassen werden. (T3)
  • 1 Ob 512/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 512/94
    Auch; Beisatz: Durch die Bemessung des Unterhalts nach bestimmten Altersgrenzen abgestuften Hundertsätzen des Einkommens des Unterhaltsschuldners soll die Gleichbehandlung gleichartiger Fälle gewährleistet werden. (T4)
  • 1 Ob 511/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 511/94
  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
  • 2 Ob 548/94
    Entscheidungstext OGH 25.08.1994 2 Ob 548/94
  • 2 Ob 512/95
    Entscheidungstext OGH 09.02.1995 2 Ob 512/95
  • 3 Ob 569/94
    Entscheidungstext OGH 30.11.1994 3 Ob 569/94
  • 7 Ob 503/95
    Entscheidungstext OGH 08.02.1995 7 Ob 503/95
  • 7 Ob 544/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 7 Ob 544/95
    Auch
  • 6 Ob 1641/95
    Entscheidungstext OGH 22.08.1995 6 Ob 1641/95
    Beisatz: Für Altersbereich ab fünfzehn Jahre rund 22 Prozent des Nettoeinkommens. (T5)
  • 6 Ob 2098/96i
    Entscheidungstext OGH 23.05.1996 6 Ob 2098/96i
  • 6 Ob 501/96
    Entscheidungstext OGH 14.03.1996 6 Ob 501/96
    Auch
  • 1 Ob 2092/96w
    Entscheidungstext OGH 04.06.1996 1 Ob 2092/96w
    Beis wie T1
  • 6 Ob 591/95
    Entscheidungstext OGH 08.05.1996 6 Ob 591/95
  • 1 Ob 2233/96f
    Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 2233/96f
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 2253/96v
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2253/96v
    Auch; Beisatz: Die Prozentsätze können daher bei überdurchschnittlichen Einkommen unterschritten, bei unterdurchschnittlichen aber überschritten werden. (T6)
  • 2 Ob 567/95
    Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 567/95
    Beis wie T4
  • 4 Ob 2285/96z
    Entscheidungstext OGH 29.10.1996 4 Ob 2285/96z
    Auch; Beisatz: Auch wenn den Unterhaltspflichtigen keine weiteren Sorgepflichten treffen, ist für die Ermittlung des Unterhaltsbetrages die Prozentsatzmethode anzuwenden. (T7)
  • 1 Ob 2391/96s
    Entscheidungstext OGH 29.04.1997 1 Ob 2391/96s
    Auch
  • 1 Ob 122/97s
    Entscheidungstext OGH 25.11.1997 1 Ob 122/97s
    Auch; Beisatz: Weitere Unterhaltspflichten des Unterhaltsschuldners werden durch Abzüge von Prozentpunkten berücksichtigt. (T8); Beisatz: Für die unterhaltsberechtigte Ehegattin je nach ihrem Eigeneinkommen 0 bis 3 %. (T9)
  • 9 Ob 407/97m
    Entscheidungstext OGH 11.02.1998 9 Ob 407/97m
    Beis wie T1; Beis wie T4; Veröff: SZ 71/20
  • 8 Ob 142/98k
    Entscheidungstext OGH 15.10.1998 8 Ob 142/98k
    Auch; Beis wie T8
  • 1 Ob 180/98x
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 1 Ob 180/98x
    Vgl auch; Beisatz: Das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils abzüglich gerechtfertigter Abzüge bildet die (Unterhalts-)Bemessungsgrundlage, aus der der dem Kind zu leistende Unterhalt im wesentlichen durch Anwendung eines nach Altersgruppen bemessenen weitere Sorgepflichten des unterhaltspflichtigen Elternteils durch Abzüge von Prozentpunkten berücksichtigenden Prozentsatzes zu ermitteln ist. (T10)
  • 1 Ob 109/99g
    Entscheidungstext OGH 27.04.1999 1 Ob 109/99g
    Auch
  • 6 Ob 114/99b
    Entscheidungstext OGH 24.06.1999 6 Ob 114/99b
    Beis ähnlich wie T6
  • 1 Ob 16/00k
    Entscheidungstext OGH 25.07.2000 1 Ob 16/00k
    Veröff: SZ 73/119
  • 1 Ob 117/02s
    Entscheidungstext OGH 13.08.2002 1 Ob 117/02s
    Auch; Beisatz: Wird ein Kind im Haushalt eines Elternteils betreut und ist der andere Elternteil außerstande, Geldunterhalt zu leisten, so ist der wegen dieser Sorgepflicht erforderliche Abzug bei der Ausmittlung des Geldunterhalts für andere Kinder zu verdoppeln. Dieser Abzug erfährt regelmäßig auch dann keine Kürzung, wenn einer der Kostenfaktoren der vom unterhaltsrechtlich doppelt belasteten Elternteil zu erfüllenden geldwerten Bedürfnisse des von ihm auch betreuten Kindes aus einem besonderen Grund von der Bemessungsgrundlage zur Bestimmung des Geldunterhalts anderer Kinder abgezogen wird. (T11)
  • 6 Ob 51/04z
    Entscheidungstext OGH 24.06.2004 6 Ob 51/04z
    Auch
  • 6 Ob 52/06z
    Entscheidungstext OGH 06.04.2006 6 Ob 52/06z
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Frage, ob sich die Anwendung der Differenzmethode auf jene Fälle reduziert, in denen der Unterhaltspflichtige entweder bereits bei Eröffnung des Konkursverfahrens (in der Form eines Schuldenregulierungsverfahrens) unselbstständig erwerbstätig war (8 Ob 50/04t = EFSlg 107.212) oder zwar zu diesem Zeitpunkt ein Unternehmen betrieb, dieses in weiterer Folge dann aber gemäß § 114 KO geschlossen wurde und ob in den letztgenannten Fällen der Differenzrechnung ein aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit (nunmehr) tatsächlich erzieltes (3 Ob 1/05a) oder ein - nach Anspannungsgrundsätzen - erzielbares Einkommen zu Grunde zu legen ist (6 Ob 284/02m = EFSlg 103.521; 6 Ob 51/04z), wird - nach ausführlicher Ableitung - ausdrücklich offen gelassen. (T12)
  • 6 Ob 184/06m
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 184/06m
    Beis wie T6; Beisatz: Hier: Herabsetzunmg des Existenzminimums nach § 291b EO. (T13)
  • 2 Ob 187/05x
    Entscheidungstext OGH 08.03.2007 2 Ob 187/05x
    Beis wie T6
  • 3 Ob 250/07x
    Entscheidungstext OGH 19.12.2007 3 Ob 250/07x
    Auch; Beis wie T8
  • 1 Ob 160/09z
    Entscheidungstext OGH 05.05.2010 1 Ob 160/09z
    Verstärkter Senat; Vgl auch; Beisatz: Hier: Insolvenz des Unterhaltspflichtigen. (T14); Veröff: SZ 2010/48
  • 4 Ob 49/13d
    Entscheidungstext OGH 23.05.2013 4 Ob 49/13d
    Vgl auch; Ähnlich Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0047427

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.06.2013

Dokumentnummer

JJR_19911030_OGH0002_0010OB00612_9100000_001

Rechtssatz für 5Ob556/93 4Ob540/94 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0011602

Geschäftszahl

5Ob556/93; 4Ob540/94; 2Ob595/94; 7Ob2165/96z; 4Ob2392/96k

Entscheidungsdatum

23.11.1993

Norm

ABGB §94
ABGB §140 Aa

Rechtssatz

Zur Unterhaltspflicht gehört auch die Übernahme der Kosten eines den Unterhaltsberechtigten treffenden Verfahrens.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 556/93
    Entscheidungstext OGH 23.11.1993 5 Ob 556/93
  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Prozeßkostenvorschuß für Unterhaltsverfahren. (T1)
  • 2 Ob 595/94
    Entscheidungstext OGH 24.11.1994 2 Ob 595/94
    Beis wie T1
  • 7 Ob 2165/96z
    Entscheidungstext OGH 11.06.1996 7 Ob 2165/96z
    Auch; Beisatz: Die mit einer (notwendigen) Verteidigung des mündigen Minderjährigen verbundenen Rechtsanwaltskosten stellen grundsätzlich einen Sonderbedarf des Minderjährigen dar, der vorerst von den Unterhaltspflichtigen nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit zu tragen ist, und zwar sowohl von dem geldunterhaltspflichtigen, als auch vom naturalunterhaltspflichtigen Elternteil. (T2)
  • 4 Ob 2392/96k
    Entscheidungstext OGH 11.02.1997 4 Ob 2392/96k
    Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 70/23

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0011602

Dokumentnummer

JJR_19931123_OGH0002_0050OB00556_9300000_001

Rechtssatz für 4Ob540/94 6Ob183/06i 3O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047386

Geschäftszahl

4Ob540/94; 6Ob183/06i; 3Ob152/16y; 3Ob201/19h

Entscheidungsdatum

31.05.1994

Norm

ABGB §140 Aa
ABGB §140 Ba

Rechtssatz

Die Deckung notwendiger Prozesskosten und Anwaltskosten zählt zum Unterhalt, wenn sich aus der Prozessgefahr oder Prozessführung ein besonderer Unterhaltsbedarf ergibt, den der Unterhaltsberechtigte aus den laufenden Unterhaltsbeiträgen nicht decken kann. Es ist ein Prozesskostenvorschuss zuzusprechen, sofern dies dem Unterhaltspflichtigen neben der laufenden Unterhaltsleistung zumutbar ist. Nichts anderes kann aber für ein gemäß § 140 ABGB unterhaltsberechtigtes Kind gelten.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
  • 6 Ob 183/06i
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 183/06i
    Vgl aber; nur: Die Deckung notwendiger Prozesskosten und Anwaltskosten zählt zum Unterhalt, wenn sich aus der Prozessgefahr oder Prozessführung ein besonderer Unterhaltsbedarf ergibt, den der Unterhaltsberechtigte aus den laufenden Unterhaltsbeiträgen nicht decken kann. (T1); Beisatz: Ein Kind kann die ihm in einem Verfahren außer Streitsachen, das es zur Durchsetzung seiner Unterhaltsansprüche nach §140 ABGB führt(e), erwachsenden Prozess- und Vertretungskosten grundsätzlich nicht aus dem Titel des Unterhaltssonderbedarfs gegenüber dem Geldunterhaltsschuldner geltend machen. Dies wäre nur dann der Fall, wenn in diesem Verfahren aus besonderen Gründen Anhaltspunkte für die Notwendigkeit der Beiziehung eines Rechtsanwalts bestanden hätten, eine anwaltliche Vertretung des Kindes also ausnahmsweise auf Grund der besonderen Schwierigkeit des Falls für notwendig angesehen werden müsste. (T2)
  • 3 Ob 152/16y
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 3 Ob 152/16y
    Vgl
  • 3 Ob 201/19h
    Entscheidungstext OGH 19.11.2019 3 Ob 201/19h
    nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0047386

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.01.2020

Dokumentnummer

JJR_19940531_OGH0002_0040OB00540_9400000_001

Rechtssatz für 4Ob540/94 4Ob109/14d

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047559

Geschäftszahl

4Ob540/94; 4Ob109/14d

Entscheidungsdatum

31.05.1994

Norm

ABGB §140 Ba
ABGB §140 Cb

Rechtssatz

Ein Vergleich mit Anfangsgehältern in einem für den Unterhaltsberechtigten in Frage kommenden Beruf, weicht von dem Grundsatz ab, daß sich der Unterhaltsanspruch eines Kindes, das noch nicht selbsterhaltungsfähig ist, an den Lebensverhältnissen des unterhaltspflichtigen Elternteils zu orientieren hat. Davon ist auch nicht deshalb abzuweichen, weil das Kind, wenn selbsterhaltungsfähig geworden ist, allenfalls (zumindest zunächst) weniger verdient, als der Unterhaltspflichtige ihm zu zahlen imstande war.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
  • 4 Ob 109/14d
    Entscheidungstext OGH 17.07.2014 4 Ob 109/14d
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0047559

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

07.10.2014

Dokumentnummer

JJR_19940531_OGH0002_0040OB00540_9400000_002

Rechtssatz für 4Ob540/94 2Ob97/97x

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047614

Geschäftszahl

4Ob540/94; 2Ob97/97x

Entscheidungsdatum

31.05.1994

Norm

ABGB §140 Cb

Rechtssatz

Will jemand, der eine Ausbildung auf bestimmter Stufe abgeschlossen hat, daran noch eine weitere Spezialausbildung schließen, von der er sich bessere berufliche Chancen oder auch nur größere Befriedigung erhofft, muß eine Abwägung zwischen den Interessen des Kindes und des Unterhaltspflichtigen vorgenommen werden. Verdient der Unterhaltspflichtige - wie hier - weit überdurchschnittlich, dann kann ihm sehr wohl die Verlängerung seiner Unterhaltspflicht (hier: um ein Jahr) dann zugemutet werden, wenn sein Kind damit in die Lage versetzt wird, den gewünschten Beruf zu erlernen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94
  • 2 Ob 97/97x
    Entscheidungstext OGH 27.08.1998 2 Ob 97/97x
    Vgl; Beisatz: Es ist immer auch am Kindeswohl zu messen, ob Veränderungen in der Ausbildung oder am Beginn des Berufslebens eines Kindes dessen Lebensverhältnisse entscheidend verbessern können, und erst danach ist zu prüfen, ob dem - diesem Vorhaben widersprechenden - Unterhaltspflichtigen die Verlängerung oder das Wiederaufleben seiner Unterhaltsverpflichtung nach seinen Lebensverhältnissen zumutbar ist. In jedem Fall aber sind unter solchen Umständen an die Verlängerung oder das Wiederaufleben der Unterhaltsverpflichtung besondere Anforderungen in der Richtung zu stellen, daß der neue Ausbildungs-/Studienweg den Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes besonders entspricht, von diesem mit sicherem Erfolg bewältigt wird und gegenüber dem aufgegebenen Ausbildungs-/Beschäftigungszweig womöglich bessere, jedenfalls aber gesicherte Berufsausübungs- und Einkommensmöglichkeiten eröffnet. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0047614

Dokumentnummer

JJR_19940531_OGH0002_0040OB00540_9400000_003

Rechtssatz für 4Ob540/94

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0047666

Geschäftszahl

4Ob540/94

Entscheidungsdatum

31.05.1994

Norm

ABGB §140 Cb

Rechtssatz

Auch wenn ein Kind durch den Abschluß einer Berufsausbildung in die Lage versetzt wäre, sich selbst zu erhalten, kann doch unter Umständen ein Anspruch auf eine weitere Ausbildung auf Kosten des Unterhaltspflichtigen bestehen. Das wird freilich dann zu verneinen sein, wenn die Finanzierung eines weiteren Studiums des Kindes den Eltern auf Grund ihrer bescheidenen finanziellen Verhältnisse nicht zugemutet werden kann.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 540/94
    Entscheidungstext OGH 31.05.1994 4 Ob 540/94

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0047666

Dokumentnummer

JJR_19940531_OGH0002_0040OB00540_9400000_004

Entscheidungstext 4Ob540/94

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

4Ob540/94

Entscheidungsdatum

31.05.1994

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Hon.Prof.Dr.Gamerith als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Kodek, Dr.Niederreiter, Dr.Redl und Dr.Griß als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Monika S*****, vertreten durch Dr.Manfred C.Müllauer, Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagte Partei Dkfm.Oskar S*****, vertreten durch Dr.Otto Kern und Dr.Wulf Kern, Rechtsanwälte in Wien, wegen (einstweiligen) Unterhalts, infolge außerordentlichen Revisionsrekurses der klagenden Partei gegen den Beschluß des Landesgerichtes für ZRS Wien als Rekursgericht vom 12.Jänner 1994, GZ 43 R 2112/93, 43 R 2004/94-31, womit der Beschluß des Bezirksgerichtes Donaustadt vom 13.September 1993, GZ 4 C 48/93f-23, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird Folge gegeben.

Der angefochtene Beschluß wird dahin abgeändert, daß die einstweilige Verfügung des Erstgerichtes wiederhergestellt wird.

Die klagende Partei hat die Kosten ihres Revisionsrekurses vorläufig selbst zu tragen.

Text

Begründung:

Die am 3.Oktober 1973 geborene Klägerin stammt aus der Ehe des Beklagten mit Brigitte F*****, geschiedene S*****. Anläßlich der Scheidung vereinbarten die Eltern zu 9 Sch 54/80 des Bezirksgerichtes Innere Stadt Wien, daß die elterlichen Rechte und Pflichten gemäß § 144 ABGB dem Vater ( = dem nunmehrigen Beklagten) zustehen sollten. Der Beklagte heiratete in zweiter Ehe Christine S*****; nach der Scheidung auch dieser Ehe blieb die Klägerin weiterhin im Haushalt ihrer Stiefmutter. Im Scheidungsvergleich vom 28.Jänner 1991, 1 C 16/90p des Bezirksgerichtes Döbling wurde ua folgendes vereinbart:

"Über Wunsch der Tochter, Monica S*****, Tochter des Ehemanns, Dkfm.Oskar S*****, aus dessen vorausgegangenen Ehe, wird dieses Kind weiterhin bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit im Haushalt der Ehefrau, Christine S*****, verbleiben.

Dkfm.Oskar S***** ist für den Unterhalt dieses Kindes weiterhin verpflichtet, erklärt zum Verbleib der Tochter, Monica S*****, im Haushalt der Ehefrau seine Zustimmung und verpflichtet sich als Kostgeld (Wohnung und Verpflegung) zu Handen der Ehefrau, Christine S*****, mit dem der Scheidung folgenden Monatsersten und in der Folge am Ersten eines jeden Monates im vorhinein einen Betrag von S 4.500,-- zu bezahlen, solange Monica S***** im Haushalt der Ehefrau verbleibt.

Dieser Betrag unterliegt der gleichen Wertsicherung, wie diese vorstehend für den Unterhalt der Ehefrau, Christine S*****, allein vereinbart wurde."

Nachdem die Klägerin nach Abschluß der Hauptschule erwogen hatte, eine Ausbildung im Bereich der Schneiderei zu absolvieren, entschloß sie sich dann doch dafür, eine dreijährige Fachschule für wirtschaftliche Frauenberufe zu besuchen. Nach zwei Jahren änderte sie ihre Meinung und wechselte in die vierjährige Fachschule für Mode- und Bekleidungstechnik in W*****. Diese Ausbildung schloß sie am 16.Juni 1993 mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Für Herbst 1993 inskribierte die Klägerin einen zweisemestrigen Lehrgang für Bühnenschneiderei an der H*****. Während dieses Lehrganges ist ein Materialkostenaufwand von rund S 10.000 zu erwarten; im eben abgeschlossenen Schuljahr betrug der Materialkostenaufwand im Monat rund S 1.500 bis S 2.000.

In der dritten und vierten Klasse der soeben abgeschlossenen Schule nähte die Klägerin als Schulwerkstücke vor allem elegante Kleidungsstücke. Aus Anlaß der Abschlußprüfung nähte sie auch gehobene Alltagskleidung (ein Kostüm, ein Gilett, einen Rock, eine Jacke und eine Hose). Die Klägerin hatte auch Nachmittagsunterricht; sie verköstigte sich zu Mittag von dem ihr vom Beklagten überwiesenen Unterhaltsbetrag.

Die Klägerin besitzt kein Vermögen und bezieht kein eigenes Einkommen. Sie lebt im Haushalt der Stiefmutter Christine S*****. Auf Grund des abgeschlossenen Scheidungsvergleiches mit Christine S***** zahlt der Beklagte seiner geschiedenen Gattin einen Pflege- und Wohnkostenbeitrag für die Klägerin von dzt. S 4.729 im Monat.

Die Stiefmutter der Klägerin hat für die Wohnung einen Kredit von monatlich rund S 25.000 zurückzuzahlen; die Beriebs- und Energiekosten liegen im Monat bei rund S 5.000.

Die Klägerin akzeptiert den vom Beklagten für sie bezahlten Wohn- und Pflegekostenbeitrag an die Stiefmutter als Unterhaltsbeitrag für sich.

Der Beklagte zahlt weiters jeden Monat S 4.000 unmittelbar an die Klägerin sowie eine Krankenzusatzversicherung von monatlich S 178,30.

Den Auftrag zur Zahlung des Unterhaltes für Mai 1993 erteilte der Beklagte am 10.Mai 1993, jenen zur Zahlung des Unterhaltsbeitrages für Juni 1993 am 27.Mai 1993 und jenen für die Zahlung des Unterhaltsbeitrages für Juli 1993 am 30.Juni 1993.

Seit Juli 1993 bezieht die Klägerin selbst die Familienbeihilfe für sich; bis dahin bezog sie der Beklagte.

Die von der Klägerin absolvierte Schule ersetzt die Ausbildung für Damenkleidermacher sowie die Gesellenprüfung in diesem Fach.

Die leibliche Mutter der Klägerin leistet - entsprechend einer Vereinbarung mit dem Beklagten anläßlich der Scheidung - keinerlei Unterhalt für ihre Tochter.

Der Beklagte zahlt an Christine S***** einen wertgesicherten Unterhaltsbeitrag von S 8.500 monatlich, d.s. dzt. S 8.933. Darüber hinaus hat der Beklagte nur für die Klägerin zu sorgen.

Auf Grund einer Äußerung der Mutter der Klägerin stellte der Beklagte am 30.Dezember 1991 bei der Staatsanwaltschaft Wien den Antrag, gemäß § 158 ABGB die Ehelichkeit der Klägerin zu bestreiten. Ein Gerichtsverfahren wurde bisher jedoch nicht eingeleitet.

Der Beklagte ist bei I***** beschäftigt; sein Einkommen ist provisionsabhängig. 1992 bezog er ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von rund S 60.915 einschließlich anteiliger Sonderzahlungen. Von Jänner bis einschließlich Juni 1993 erhielt der Beklagte S 470.028. Darin sind die Familienbeihilfe von S 11.700 und eine Sonderzahlung von S 44.700 brutto sowie eine besonders hohe Provisionszahlung von S 227.487 (Jänner 1993) enthalten. In den übrigen Monaten betrugen die Nettoauszahlungsbeträge einschließlich Familienbeihilfe zwischen S 45.500 und S 47.500, im Mai 1993 wurden dem Beklagten unter Einschluß der Sonderzahlung und der Provision sowie der Familienbeihilfe netto S 104.551 ausgezahlt.

Der Beklagte besitzt Aktienvermögen und bezieht daraus eine Dividende von rund S 4.000 pro Jahr.

Er zahlt monatlich S 1.019 für einen Kredit, den er zur Anschaffung eines Autos und Teilen der Wohnungseinrichtung aufgenommen hat.

Zur Sicherung ihres mit Klage geltend gemachten Unterhaltsanspruches begehrt die Klägerin, dem Beklagten mit einstweiliger Verfügung aufzutragen, ab 18.Mai 1993 für die Dauer des Verfahrens ihr zusätzlich zu dem Unterhaltsbeitrag, den er zu Handen seiner früheren Ehefrau Christine S***** im Ausmaß von S 4.729 monatlich zahlt, einen Ergänzungsunterhaltsbetrag von monatlich S 5.271 zu zahlen, und zwar die bis zur Zustellung des Beschlusses fälligen Beträge binnen 14 Tagen, die weiteren Beträge jeweils am Ersten des Monats. Ferner begehrt sie im Hinblick auf die drohenden Prozeßkosten, die sie aus ihrem Unterhalt nicht tragen könne, dem Beklagten einen Prozeßkostenvorschuß in der Höhe von S 35.000 aufzuerlegen.

Der Beklagte beantragt die Abweisung dieser Sicherungsbegehren. Die Klägerin sei im Hinblick auf den Abschluß ihrer schulischen Ausbildung seit 30.Juli 1993 selbsterhaltungsfähig. Da sie nicht seine Tochter sei, habe sie freilich von vornherein keinen Unterhaltsanspruch. Der von ihm geleistete Unterhaltsbetrag von monatlich insgesamt S 8.877 überschreite die "Playboygrenze". Da die Klägerin einen Verfahrenshilfeantrag gestellt habe, könne sie nicht auch noch einen Prozeßkostenvorschuß verlangen. Dieser sei im übrigen auch deshalb nicht zu zahlen, weil die Klage aussichtslos sei, da die Klägerin ja gar nicht seine Tochter sei.

Das Erstgericht gab dem Sicherungsantrag zur Gänze statt und fügte noch an, daß die geleisteten Zahlungen von S 8.729 pro Monat auf die Zahlungsverpflichtung anzurechnen seien. Es nahm noch als bescheinigt an, daß die Klägerin nach Abschluß des zweisemestrigen Lehrganges mit besseren Berufschancen, sowohl was die Aufstiegschancen und das Einkommen als auch was die Sicherheit einer Anstellung betrifft, rechnen könne. Rechtlich bejahte es den geltend gemachten Anspruch auf einstweiligen Unterhalt gemäß § 382 Z 8 lit a EO. Solange kein Urteil im Sinn des § 138 Abs 1 ABGB vorliegt, gelte die Klägerin als leibliche Tochter des Beklagten, so daß dieser grundsätzlich zur Unterhaltsleistung verpflichtet sei. Die Klägerin sei trotz Abschlusses der Modeschule nicht selbsterhaltungsfähig, weil sie ab Herbst 1993 einen zweisemestrigen Kurs zur Weiterbildung absolviere, der für sie jedenfalls empfehlenswert sei, weil sie dann bessere Chancen habe. Der Unterhaltsanspruch wegen weiterer Berufsausbildung bestehe dann, wenn das Kind entsprechende Fähigkeiten besitzt, die Ausbildung zielstrebig betreibt und dem Unterhaltspflichtigen die weitere Unterhaltsleistung zumutbar ist. Unter Berücksichtigung des festgestellten Einkommens des Beklagten und seiner weiteren Sorgepflicht wäre der Unterhaltsbeitrag mit rund 20 % des Nettoeinkommens des Beklagten auszumessen. Die "Playboygrenze" liege derzeit bei mehr als S 10.000. Der begehrte Unterhaltsbetrag sei daher angemessen und dem Beklagten zumutbar. Darauf seien die vom Beklagten erbrachten Leistungen von S 4.729 (an die Stiefmutter der Klägerin) sowie von S 4.000 (an die Klägerin persönlich) anzurechnen. Da die Beträge grundsätzlich am Ersten eines jeden Monats im vorhinein zu zahlen sind und die Klägerin einen Anspruch auf einen gerichtlichen Titel in der ihr zustehenden Höhe hat, sei das Begehren gerechtfertigt.

Die Klägerin dürfe nicht auf die Möglichkeit, im Rahmen der Verfahrenshilfe die Beigebung eines vorläufig kostenlosen Rechtsanwaltes zu verlangen, verwiesen werden, wenn der Kostenvorschuß im Unterhaltsanspruch Deckung finde. Als mutwillig oder aussichtslos sei die Prozeßführung der Klägerin nicht anzusehen. Da mit dem Unterhaltsbetrag von monatlich S 10.000 der nach der Prozentkomponente zustehende Betrag nicht ausgeschöpft und der Beklagte im Vergleich zur Klägerin in einer wirtschaftlich wesentlich besseren Lage sei, erweise sich auch der Antrag auf Zuspruch eines Prozeßkostenvorschusses als berechtigt.

Das Rekursgericht wies den gesamten Sicherungsantrag ab und sprach aus, daß der Wert des Entscheidungsgegenstandes S 50.000 übersteige und der ordentliche Revisionsrekurs nicht zulässig sei. Die Frage, ob die Klägerin Tochter des Beklagten sei, könne hier nicht als Vorfrage geprüft werden. Dem Rekurswerber sei jedoch darin zuzustimmen, daß eine Unterhaltsverletzung nicht vorliege. Er erbringe Unterhaltsleistungen teils in der Form direkter Geldzuwendung, teils durch Zuwendung an die Stiefmutter der Klägerin, in deren Haushalt die Unterhaltsberechtigte versorgt wird. Diese Zahlungen auf Grund des Scheidungsvergleiches vom 28.Jänner 1991 würden von der volljährigen Klägerin als Unterhaltsleistung anerkannt. Die Klägerin verfüge demnach über einen Unterhaltsbetrag von monatlich insgesamt S

8.729. Sie habe zweifellos Anspruch darauf, an den gehobenen Lebensverhältnissen des Beklagten angemessen teilzuhaben, doch dürfe das überdurchschnittliche Einkommen des Vaters nicht dazu verleiten, die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsverpflichteten voll auszuschöpfen und dabei den Bedarfsaspekt in seiner Bedeutung außer acht zu lassen. Das österreichische Unterhaltsrecht kenne zwar keine starre Grenze nach oben (Unterhaltsstop); dennoch sei der Unterhaltsbetrag in einem vernünftigen Rahmen zu halten, um eine Überalimentierung zu verhindern. Auch bei hohem Einkommen des Unterhaltspflichtigen seien die monatlichen Unterhaltsleistungen mit jenen Beträgen zu beschränken, die den Anfangsgehältern von Jugendlichen im Alter des Berechtigten gleichkommen. Setze man die in der Stellungnahme des Sachverständigen Ing.Pap genannten Bruttogehälter für Berufsanfänger mit der abgeschlossenen Ausbildung der Klägerin von rund S 11.000 bis S 12.000, von denen nach Abzug der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge der Berufsanfänger auch sämtliche Lebenserhaltungskosten zu tragen hätte, in Relation zu dem der Klägerin zur Verfügung stehenden Nettobetrag, dann komme man zu dem Ergebnis, daß kein gravierender Unterschied zu erkennen ist. Auch unter Berücksichtigung des hohen Nettoeinkommens des Beklagten sei der der Klägerin durch Zuwendungen zur Verfügung stehende Betrag ausreichend, sämtliche Bedürfnisse einer in der ausbildung stehenden Schülerin bzw Studentin in angemessener Weise zu decken. Die erforderlichen Materialkosten im Zusammenhang mit den von der Klägerin besuchten Lehrgängen, die im übrigen im gewissen Ausmaß bei jeder Ausbildung anfallen, könnten ebenfalls aus dem der Klägerin zur Verfügung stehenden Betrag gedeckt werden. Da somit eine Unterhaltsverletzung nicht vorliege, sei der Antrag der Klägerin auf Festsetzung eines einstweiligen Unterhaltes abzuweisen, ohne daß näher auf die Frage der Erfolgsaussichten der von der Klägerin angestrebten Ausbildung einzugehen sei.

Prozeßkosten, die mit der Durchsetzung eines Unterhaltsanspruches verbunden sind, seien aus dem Unterhaltsanspruch zu decken. Nur wenn sich aus der Prozeßgefahr ein besonderer Unterhaltsbedarf ergibt, den der Unterhaltsberechtigte aus den laufenden Unterhaltsbeiträgen nicht decken kann, sei ein Prozeßkostenvorschuß zuzusprechen, sofern er dem unterhaltspflichtigen zumutbar ist. So weit die Klägerin die Notwendigkeit des Prozeßkostenvorschusses mit dem hohen Streitwert begründet, sei ihr entgegenzuhalten, daß sie selbst bei Bewertung des Streitwertes mit S 10.000 monatlich die nach ihrem eigenen Vorbringen erbrachten Leistungen des Beklagten von über S 8.000 monatlich völlig außer acht gelassen habe. Eine Notwendigkeit, dem Beklagten einen Kostenvorschuß aufzutragen, sei daher nicht zu erkennen.

Rechtliche Beurteilung

Der gegen diesen Beschluß erhobene außerordentliche Revisionsrekurs der Klägerin ist zulässig, weil die angefochtene Entscheidung über den einstweiligen Unterhalt nicht mit den Grundsätzen der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes im Einklang steht und zur Frage des Prozeßkostenvorschusses zugunsten eines auf Unterhalt klagenden Kindes - welche nicht den "Kostenpunkt" (§ 528 Abs 2 Z 3 ZPO) betrifft (RZ 1968, 137) - Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes fehlt; er ist auch berechtigt.

Das Erstgericht hat unbekämpft festgestellt, daß der Beklagte 1992 im Monatsdurchschnitt knapp S 61.000 verdient hat. Selbst wenn man annehmen wollte, daß sein Einkommen in der ersten Hälfte des Jahres 1993 für seine Verhältnisse außergewöhnlich hoch und daher untypisch war, so müßte doch für 1993 ein monatliches Durchschnittseinkommen von sogar mehr als S 61.000 angenommen werden. Wie schon das Erstgericht zutreffend ausgeführt hat, steht einem Kind im Alter der Klägerin (20 Jahre) bei Berücksichtigung einer weiteren Sorgepflicht, wie sie hier den Vater trifft, im allgemeinen ein Unterhalt in der Höhe von rund 20 % des Nettoeinkommens des Vaters zu (Purtscheller-Salzmann, Unterhaltsbemessung Rz 14). Auch nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes (und nicht nur der Rekursgerichte) ist es für die Berücksichtigung der Teilnahme des Kindes an den Lebensverhältnissen der Eltern im Interesse der Gleichbehandlung gleichartiger Fälle gerechtfertigt, Hundertsätze der Bemessungsgrundlage heranzuziehen (SZ 63/88; RZ 1991/50; RZ 1992/24; 4 Ob 512/92 uva; Purtscheller-Salzmann aaO Rz 3 E 9 a mwN). Richtig ist freilich, daß bei einem überdurchschnittlichen Einkommen des Unterhaltspflichtigen nach ständiger Rechtsprechung der Gerichte zweiter Instanz die Prozentkomponente nicht voll auszuschöpfen ist; vielmehr sind den Kindern Unterhaltsbeträge zuzusprechen, die zur Deckung ihrer - an den Lebensverhältnissen des Unterhaltspflichtigen orientierten - Lebensbedürfnisse erforderlich sind. Nach einer größeren Zahl von zweitinstanzlichen Entscheidungen soll der Unterhaltsbeitrag eine absolute Grenze von höchstens dem Zweieinhalbfachen des Regelbedarfs nicht überschreiten (EFSlg 42.682;

53.142 uva; Purtscheller-Salzmann aaO Rz 16); bei jüngeren Kindern muß die Obergrenze nicht in allen Fällen ausgeschöpft werden (Purtscheller-Salzmann aaO Rz 17). Der Oberste Gerichtshof hat in manchen Entscheidungen die zweitinstanzliche Rechtsprechung zur sogenannten "Luxusgrenze" gebilligt (RZ 1991/26; JUS 954 ua), in anderen Fällen aber als mit § 140 ABGB nicht vereinbart abgelehnt (RZ 1991/86; ÖA 1992, 88 ua). Diese Frage bedarf hier keiner näheren Prüfung. Selbst wenn man nämlich den Gedanken des "Unterhaltsstops" bejaht, könnte hier doch nicht dem Rekursgericht gefolgt werden. Der Regelbedarf betrug nämlich in der Zeit vom 1.7.1992 bis 30.6.1993 für Personen im Alter der Klägerin monatlich S 4.850 (Anw 1992, 650). Die Zahlungen des Beklagten machten also nicht einmal das Zweifache des Regelbedarfes aus; von einem Überschreiten einer Luxusobergrenze mit dem Begehren von S 10.000 kann gleichfalls keine Rede sein. Soweit das Rekursgericht einen Vergleich mit Anfangsgehältern in einem für die Klägerin in Frage kommenden Beruf anstellt, weicht es von dem Grundsatz ab, daß sich der Unterhaltsanspruch eines Kindes, das noch nicht selbsterhaltungsfähig ist, an den Lebensverhältnissen des unterhaltspflichtigen Elternteils zu orientieren hat (§ 140 ABGB; Pichler in Rummel ABGB2 Rz 5 zu § 140; Purtscheller-Salzmann aaO Rz 13). Davon ist auch nicht deshalb abzuweichen, weil das Kind, wenn es selbsterhaltungsfähig geworden ist, allenfalls (zumindest zunächst) weniger verdient, als der Unterhaltspflichtige ihm zu zahlen imstande war. Der vom Rekursgericht zur Abweisung des Sicherungsantrages herangezogene Grund hält somit einer kritischen Überprüfung nicht stand.

Bejaht man den Unterhaltsanspruch der Klägerin dem Grunde nach, dann muß ihr der beanspruchte einstweilige Unterhalt von (zusätzlich) S

5.271 monatlich zugebilligt werden. Nur der Vollständigkeit halber ist ihrem Rechtsmittelvorbringen, der Betrag von S 4.729 fließe allein ihrer Stiefmutter als Beitrag zu den Wohnkosten zu, entgegenzutreten. Nach dem Inhalt des vom Beklagten geschlossenen Scheidungsvergleiches zahlt er der geschiedenen Gattin für die Klägerin "Kostgeld (Wohnung und Verpflegung)". Die Klägerin hat - insbesondere auch mit ihrem Sicherungsbegehren - diese Zahlung als Unterhaltsleistung an sich ausdrücklich akzeptiert. Die erst im Revisionsrekurs aufgestellte Behauptung, dieser Betrag fließe "allein in die reine Wohnung" (S 87), ist somit eine unzulässige Neuerung.

Soweit sich der Beklagte in seinem Rekurs gegen die Unterhaltspflicht dem Grunde nach gewandt hat, kann ihm nicht gefolgt werden. Auch wenn ein Kind durch den Abschluß einer Berufsausbildung - wie hier durch die Absolvierung der Fachschule für Mode- und Bekleidungstechnik - in die Lage versetzt wäre, sich selbst zu erhalten, kann doch unter Umständen ein Anspruch auf eine weitere Ausbildung auf Kosten des Unterhaltspflichtigen bestehen. Das wird freilich dann zu verneinen sein, wenn die Finanzierung eines weiteren Studiums des Kindes den Eltern auf Grund ihrer bescheidenen finanziellen Verhältnisse nicht zugemutet werden kann (EvBl 1992/73 = ÖA 1992, 56). Gewiß kann ein Kind nicht - auf Kosten der unterhaltspflichtigen Eltern - ein Studium nach dem anderen absolvieren, nur um seine geistigen Interessen zu befriedigen. Verfügt ein Unterhaltsberechtigter bereits über eine abgeschlossene Berufsausbildung, dann kann ihm gegen den Willen des Unterhaltsberechtigten eine zusätzliche Ausbildung, die zu weiteren Unterhaltsleistungen zwingt, nur bei besonderer Eignung für diesen Beruf und sicherer Erwartung eines besseren Fortkommens zugebilligt werden (SZ 51/90 mwN; Purtscheller-Salzmann aaO Rz 54 E 3 mwN aus dem Schrifttum). Anders liegt der Fall aber, wenn jemand, der eine Ausbildug auf bestimmter Stufe abgeschlossen hat, daran noch eine weitere Spezialausbildung schließen will, von der er sich bessere berufliche Chancen oder auch nur größere Befriedigung erhofft. In einem solchen Fall muß eine Abwägung zwischen den Interessen des Kindes und des Unterhaltspflichtigen vorgenommen werden. Verdient der Unterhaltspflichtige - wie hier - weit überdurchschnittlich, dann kann ihm sehr wohl die Verlängerung seiner Unterhaltspflicht um ein Jahr dann zugemutet werden, wenn sein Kind damit in die Lage versetzt wird, den gewünschten Beruf zu erlernen. Aus dieser Erwägung wurde schon wiederholt ausgesprochen, daß der Vater zum Hochschulstudium seines Kindes beizutragen hat, wenn das Kind die zum Studium erforderlichen Fähigkeiten besitzt, das Studium ernsthaft und zielstrebig betreibt und dem Vater nach seinen Einkommens- und Vermögensverhältnissen eine Beteiligung an den Kosten des Studiums möglich und zumutbar ist (SZ 43/237 mwN; SZ 58/83); das gilt nicht nur, wenn das Kind die Matura an einer AHS abgelegt, sondern auch dann, wenn es an einer BHS maturiert hat, was die Lehrabschlußprüfung für bestimmte Berufe ersetzt (SZ 58/83). Daß sich die Klägerin - wie der Beklagte meint - durch diese zusätzliche Ausbildung ihre wirtschaftlichen Chancen verschlechterte, trifft keinesfalls zu. Im schlimmsten Fall könnte die Klägerin die von ihr im Lehrgang über Bühnenschneiderei erlangten Kenntnisse nicht oder nicht sofort praktisch anwenden. Ihre Chancen sind aber durch die Erweiterung ihrer Kenntnisse allemal erhöht worden. Ob die Klägerin tatsächlich eine Anstellung als Bühnenschneiderin erlangen wird, kann im vorhinein niemals beantwortet werden; darin liegt auch keine Tatfrage, deren Lösung den Vorinstanzen vorbehalten wäre.

Der mit dem Sicherungsantrag geltend gemachte Anspruch auf einstweiligen Unterhalt in der Höhe von zusätzlich S 5.271 ist daher zu bejahen.

Der Klägerin steht aber auch der geltend gemachte Anspruch auf einen Prozeßkostenvorschuß zu. Die Deckung notwendiger Prozeß- und Anwaltskosten zählt zum Unterhalt. Nach Lehre und Rechtsprechung sind solche Kosten eines Ehegatten daher aus seinem Unterhaltsanspruch nach § 94 ABGB zu decken (EvBl 1968/338; EvBl 1969/24; SZ 44/50 ua); (nur) wenn sich aus der Prozeßgefahr oder -führung ein besonderer Unterhaltsbedarf ergibt, den der Unterhaltsberechtigte aus den laufenden Unterhaltsbeiträgen nicht decken kann, ist ein Prozeßkostenvorschuß zuzusprechen, sofern dies dem Unterhaltspflichtigen neben der laufenden Unterhaltsleistung zumutbar ist (Purtscheller-Salzmann aaO Rz 333 mwN). Nichts anderes kann aber für ein gemäß § 140 ABGB unterhaltspflichtiges Kind gelten.

Wie schon das Erstgericht zutreffend ausgeführt hat, kann die Klägerin nicht auf die Beigabe eines Verfahrenshilfeanwaltes verwiesen werden, ist es doch nicht Aufgabe der Verfahrenshilfe, einen Unterhaltspflichtigen in seiner Unterhaltspflicht zu entlasten (LGZ Wien und OLG Wien in EFSlg 44.228; LGZ Wien EFSlg 64.316).

Die Klägerin war trotz der freiwilligen Zahlungen des Vaters berechtigt, einen Exekutionstitel über monatlich S 5.271 zu begehren. Zu künftigen Unterhaltsleistungen kann (nur) verurteilt werden, wer bei Einbringung der Klage (oder des Sicherungsantrages) mit mindestens einer Fälligkeit ganz oder teilweise in Verzug war (ZBl 1931/335; EvBl 1965/306 ua). Da der Kläger seine Unterhaltspflicht nur teilweise erfüllt hat und außerdem bisweilen mit seiner Zahlung in Verzug geraten ist, stand der Klägerin das Recht zu, den gesamten Betrag einzuklagen und einstweiligen Unterhalt in der entsprechenden Höhe zu verlangen. Dazu kommt, daß der Beklagte im Sicherungsverfahren letztlich noch geltend gemacht hat, daß seine Tochter selbsterhaltungsfähig sei, daß er also den Unterhaltsanspruch dem Grunde nach bestritten hat. Bei dieser Sachlage kann es überhaupt keinem Zweifel unterliegen, daß nicht nur der gesamte Unterhaltsanspruch zuzuerkennen ist, sondern daß auch die damit verbundenen Kosten zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendig waren. Bemessungsgrundlage für die Prozeßkosten ist im Hauptverfahren das Dreifache der begehrten Jahresleistung oder der Gesamtbetrag der künftigen Bezüge (§ 58 Abs 1 JN) und im Sicherungsverfahren das Einfache der Jahresleistung (§ 9 Abs 3 RATG). Daß aber bei solchen Streitwerten Anwaltskosten in einer Höhe auflaufen, die weder aus den bisher vom Beklagten geleisteten Zahlungen noch aus dem ihm nun auferlegten einstweiligen Unterhalt ohne weiteres geleistet werden können, liegt auf der Hand. Dabei handelt es sich um einen außergewöhnlichen Sonderbedarf. Der Betrag von S 35.000 ist nicht überhöht.

Aus diesen Erwägungen war in Stattgebung des Revisionsrekurses die einstweilige Verfügung des Erstgerichtes wiederherzustellen.

Der Ausspruch über die Kosten der Klägerin - der Beklagte hat sich am Revisionsrekursverfahren nicht beteiligt - gründet sich auf § 393 Abs 1 EO.

Anmerkung

E35817

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:0040OB00540.94.0531.000

Dokumentnummer

JJT_19940531_OGH0002_0040OB00540_9400000_000