Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 7Ob19/58 6Ob168/59 8Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0098986

Geschäftszahl

7Ob19/58; 6Ob168/59; 8Ob158/70; 1Ob61/71; 8Ob276/71; 7Ob69/72; 4Ob594/72; 5Ob128/73; 7Ob230/73; 6Ob37/74; 6Ob130/74; 4Ob60/74; 1Ob39/75; 4Ob557/77 (4Ob558/77); 4Ob537/78; 6Ob784/79; 7Ob67/80; 6Ob726/80; 6Ob843/81; 1Ob727/83; 8Ob506/89; 6Ob529/89; 3Ob513/94; 3Ob7/95; 1Ob122/18z

Entscheidungsdatum

29.01.1958

Norm

ABGB §871 F

Rechtssatz

Der Beklagte, der Irreführung geltend machen will, muß die Klage die Einwendung entgegensetzen, daß er den Vertrag wegen Irrtums anfechte. Mangels einer solchen Erklärung seitens des Irregeführten kann die Nichtigkeit des Geschäftes nicht wahrgenommen werden.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 19/58
    Entscheidungstext OGH 29.01.1958 7 Ob 19/58
    Veröff: EvBl 1958/160 S 271
  • 6 Ob 168/59
    Entscheidungstext OGH 09.07.1959 6 Ob 168/59
  • 8 Ob 158/70
    Entscheidungstext OGH 07.07.1970 8 Ob 158/70
    Veröff: SZ 43/123
  • 1 Ob 61/71
    Entscheidungstext OGH 25.03.1971 1 Ob 61/71
  • 8 Ob 276/71
    Entscheidungstext OGH 16.11.1971 8 Ob 276/71
    Beisatz: Das Wort "Irrtum" muß jedoch nicht ausdrücklich verwendet werden. (T1) Veröff: MietSlg 23071
  • 7 Ob 69/72
    Entscheidungstext OGH 15.03.1972 7 Ob 69/72
    Beisatz: Hier: Kläger. (T2)
  • 4 Ob 594/72
    Entscheidungstext OGH 07.11.1972 4 Ob 594/72
    Auch
  • 5 Ob 128/73
    Entscheidungstext OGH 05.09.1973 5 Ob 128/73
    Beisatz: Keine Berücksichtigung des Irrtums von Amts wegen. (T3) Veröff: SZ 46/84 = EvBl 1974/182 S 398
  • 7 Ob 230/73
    Entscheidungstext OGH 19.12.1973 7 Ob 230/73
  • 6 Ob 37/74
    Entscheidungstext OGH 14.03.1974 6 Ob 37/74
  • 6 Ob 130/74
    Entscheidungstext OGH 26.08.1974 6 Ob 130/74
    Veröff: MietSlg 26061
  • 4 Ob 60/74
    Entscheidungstext OGH 15.10.1974 4 Ob 60/74
    Beisatz: Zeitwidrige Kündigung. (T4)
  • 1 Ob 39/75
    Entscheidungstext OGH 19.03.1975 1 Ob 39/75
  • 4 Ob 557/77
    Entscheidungstext OGH 06.12.1977 4 Ob 557/77
    Beis wie T1; Beis wie T3; Beisatz: Es genügt, daß die sie begründenden Tatsachen vorgetragen werden. (T5)
  • 4 Ob 537/78
    Entscheidungstext OGH 13.06.1978 4 Ob 537/78
    Beis wie T1; Beis wie T5
  • 6 Ob 784/79
    Entscheidungstext OGH 06.02.1980 6 Ob 784/79
    Beis wie T3
  • 7 Ob 67/80
    Entscheidungstext OGH 15.01.1981 7 Ob 67/80
    Auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 54/7
  • 6 Ob 726/80
    Entscheidungstext OGH 25.02.1981 6 Ob 726/80
    Vgl auch
  • 6 Ob 843/81
    Entscheidungstext OGH 19.05.1982 6 Ob 843/81
    Beis wie T3
  • 1 Ob 727/83
    Entscheidungstext OGH 09.11.1983 1 Ob 727/83
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Die bloße Behauptung, die gelieferte Sache habe sich in der Folge als unbrauchbar erwiesen, reicht für eine Anfechtung des Vertrages gemäß § 871 ABGB nicht aus. (T6) Veröff: HS XIV/XV/20
  • 8 Ob 506/89
    Entscheidungstext OGH 23.02.1989 8 Ob 506/89
    Beisatz: Ein in erster Instanz nicht erhobener Irrtumseinwand kann im Rechtsmittelverfahren nicht nachgeholt werden. (T7)
  • 6 Ob 529/89
    Entscheidungstext OGH 27.04.1989 6 Ob 529/89
    Vgl auch; Beisatz: Für das Vorliegen der Voraussetzungen der von ihm in Anspruch genommenen Tatbestände nach den §§ 870, 871 ABGB ist aber der Anfechtende behauptungspflichtig und beweispflichtig. (T8)
  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
    Beis wie T3
  • 3 Ob 7/95
    Entscheidungstext OGH 08.11.1995 3 Ob 7/95
    Beisatz: Hier: Einrede im Oppositionsprozeß. (T9)
  • 1 Ob 122/18z
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 122/18z
    Vgl auch; Beis wie T8

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1958:RS0098986

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.11.2018

Dokumentnummer

JJR_19580129_OGH0002_0070OB00019_5800000_001

Rechtssatz für 8Ob60/70 6Ob92/71 1Ob19...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017593

Geschäftszahl

8Ob60/70; 6Ob92/71; 1Ob193/71; 8Ob307/71; 7Ob201/73; 5Ob64/74; 5Ob243/75; 4Ob102/76 (4Ob103/76 -4Ob105/76); 2Ob507/77; 1Ob764/77; 3Ob505/78 (3Ob506/78 -3Ob514/78); 7Ob544/79; 1Ob770/79; 1Ob725/80; 1Ob687/82; 5Ob39/81; 1Ob517/83 (1Ob518/83); 8Ob615/84; 5Ob576/83; 3Ob609/85; 5Ob537/86; 7Ob656/86; 2Ob613/86; 4Ob542/87; 8Ob585/88; 8Ob684/89; 8Ob46/89; 3Ob513/94; 4Ob255/97x; 1Ob2342/96k; 5Ob285/98t; 1Ob340/98a; 2Ob47/99x; 7Ob355/98a; 4Ob270/99f; 1Ob234/99i; 8ObA30/00w; 6Ob154/02v; 1Ob47/05a; 6Ob148/07v; 5Ob121/07s; 6Ob68/15s

Entscheidungsdatum

17.03.1970

Norm

ABGB §901 II3a
ABGB §901 II3c

Rechtssatz

Ein Vertragspartner kann sich auf eine Änderung der Sachlage, deren Fortdauer eine typische Voraussetzung des Geschäftes bildet, nicht berufen, wenn die Änderung keine unvorhersehbare ist, wenn also mit der Möglichkeit einer Änderung gerechnet werden musste; wer angesichts einer solchen Möglichkeit vorbehaltlos ein Geschäft schließt, trägt das Risiko des Wegfalles der Geschäftsgrundlage.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 60/70
    Entscheidungstext OGH 17.03.1970 8 Ob 60/70
    Veröff: NZ 1971,92 = SZ 43/63 = JBl 1970,420 = EvBl 1971/2 S 14 = MietSlg 22538(13) = MietSlg 22541 = MietSlg 22560 = MietSlg 22611
  • 6 Ob 92/71
    Entscheidungstext OGH 11.06.1971 6 Ob 92/71
    Veröff: MietSlg 23076 = MietSlg 23077
  • 1 Ob 193/71
    Entscheidungstext OGH 26.08.1971 1 Ob 193/71
    Veröff: MietSlg 23076 = MietSlg 23078
  • 8 Ob 307/71
    Entscheidungstext OGH 23.11.1971 8 Ob 307/71
    nur: Ein Vertragspartner kann sich auf eine Änderung der Sachlage, deren Fortdauer eine typische Voraussetzung des Geschäftes bildet, nicht berufen, wenn die Änderung keine unvorhersehbare ist, und wenn sich die Änderung auf Tatsachen in der eigenen persönlichen Sphäre bezieht. (T1)
  • 7 Ob 201/73
    Entscheidungstext OGH 17.10.1973 7 Ob 201/73
    Beisatz: Dies trifft aber nur dann zu, wenn die Möglichkeit der Änderung der Sachlage nur der Partei bekannt war, die sich wegen Wegfalles der typischen Geschäftsgrundlage an den abgeschlossenen Vertrag nicht mehr gebunden erachtet. Ist hingegen die Möglichkeit einer Änderung der Sachlage beiden Vertragsparteien bekannt, so bildet dieser Umstand ein von bei den Parteien ihrem Vertragsabschluss zugrunde gelegtes Risiko (MietSlg 23077). Es kann sich dann keine der Vertragsparteien darauf berufen, dass der Wegfall der Geschäftsgrundlage vorhersehbar gewesen sei. (T2) Veröff: RZ 1974/59 S 101 = MietSlg 25.078
  • 5 Ob 64/74
    Entscheidungstext OGH 03.04.1974 5 Ob 64/74
    Beisatz: Mit einer Änderung der Warenpreise und mit einer Minderung der Kaufkraft einer Valuta muss jeder rechnen. (T3)
  • 5 Ob 243/75
    Entscheidungstext OGH 03.02.1976 5 Ob 243/75
    nur T1; Veröff: SZ 49/13 = EvBl 1976/193 S 398
  • 4 Ob 102/76
    Entscheidungstext OGH 21.09.1976 4 Ob 102/76
    Beisatz: Bei den Erfahrungen mit der Entwicklung des Sozialrechtes und Arbeitsrechtes ist geradezu eine Änderung im Sinne einer Besserstellung der Dienstnehmer zu erwarten (hier EFZG). (T4) Veröff: Arb 9520
  • 2 Ob 507/77
    Entscheidungstext OGH 31.03.1977 2 Ob 507/77
    Vgl; Beis wie T3; Beisatz: Verkleinerung des Betriebes beim Wegfall der Geschäftsgrundlage. (T5)
  • 1 Ob 764/77
    Entscheidungstext OGH 11.01.1978 1 Ob 764/77
    Vgl; Veröff: EvBl 1978/137 S 435
  • 3 Ob 505/78
    Entscheidungstext OGH 21.02.1978 3 Ob 505/78
    Beis wie T2
  • 7 Ob 544/79
    Entscheidungstext OGH 15.03.1979 7 Ob 544/79
    Beisatz: Fortschreitender Geldwertverfall seit Ende des zweiten Weltkrieges ist bei unvalorisiertem Wiederkaufsrecht ein von den Vertragsparteien zugrunde gelegtes Risiko. (T6) Veröff: JBl 1979,651
  • 1 Ob 770/79
    Entscheidungstext OGH 14.12.1979 1 Ob 770/79
    Beisatz: Das gilt auch für die Annahme, zur Führung eines Betriebes berechtigt zu sein. (T7)
  • 1 Ob 725/80
    Entscheidungstext OGH 14.01.1981 1 Ob 725/80
    Auch; nur T1; Beis wie T6 nur: Fortschreitender Geldwertverfall ist bei unvalorisiertem Wiederkaufsrecht ein von den Vertragsparteien zugrunde gelegtes Risiko. (T8) Beisatz: Erhöhung von Baukosten. (T9) Veröff: SZ 54/4 = JBl 1982,431
  • 1 Ob 687/82
    Entscheidungstext OGH 03.11.1982 1 Ob 687/82
  • 5 Ob 39/81
    Entscheidungstext OGH 19.04.1983 5 Ob 39/81
    Auch; Beisatz: Die von einem Vertragspartner angestrebte Vertragsanpassung infolge wesentlicher Änderung der Geschäftsgrundlage kann keine Erfolg haben, wenn sich diese Änderung ausschließlich in seiner eigenen Sphäre ereignete, von ihm selbst herbeigeführt worden ist und vorsehbar war. (T10)
  • 1 Ob 517/83
    Entscheidungstext OGH 13.04.1983 1 Ob 517/83
    Auch; nur T1
  • 8 Ob 615/84
    Entscheidungstext OGH 25.01.1985 8 Ob 615/84
  • 5 Ob 576/83
    Entscheidungstext OGH 20.12.1984 5 Ob 576/83
    Beisatz: Bei Ehelosigkeit oder Eheschließung handelt sich nicht um Vorkommnisse, die von vornherein überhaupt nicht überschaubar sind. (T11) Veröff: SZ 57/208
  • 3 Ob 609/85
    Entscheidungstext OGH 22.01.1986 3 Ob 609/85
    Veröff: SZ 59/17
  • 5 Ob 537/86
    Entscheidungstext OGH 08.07.1986 5 Ob 537/86
    Auch; Beis wie T2
  • 7 Ob 656/86
    Entscheidungstext OGH 06.11.1986 7 Ob 656/86
  • 2 Ob 613/86
    Entscheidungstext OGH 07.07.1987 2 Ob 613/86
    Vgl auch; Beisatz: Auch bei begehrter Vertragsanpassung, wobei bei einem vereinbarten Pauschalpreis die Unzumutbarkeit der Vertragszuhaltung weitere Voraussetzung ist. (T12) Veröff: EvBl 1987/176 S 653
  • 4 Ob 542/87
    Entscheidungstext OGH 15.09.1987 4 Ob 542/87
    nur: Wer angesichts einer solchen Möglichkeit vorbehaltlos ein Geschäft schließt, trägt das Risiko des Wegfalles der Geschäftsgrundlage. (T13)
  • 8 Ob 585/88
    Entscheidungstext OGH 20.07.1989 8 Ob 585/88
    nur: Ein Vertragspartner kann sich auf eine Änderung der Sachlage, deren Fortdauer eine typische Voraussetzung des Geschäftes bildet, nicht berufen, wenn die Änderung keine unvorhersehbare ist, wenn also mit der Möglichkeit einer Änderung gerechnet werden musste. (T14)
  • 8 Ob 684/89
    Entscheidungstext OGH 27.10.1989 8 Ob 684/89
    Auch; Veröff: RdW 1990,249 = ecolex 1991,386 (Reich - Rohrwig)
  • 8 Ob 46/89
    Entscheidungstext OGH 11.04.1991 8 Ob 46/89
    Auch; Beis wie T2; Veröff: WBl 1991,243 = ÖBA 1991,759
  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
  • 4 Ob 255/97x
    Entscheidungstext OGH 07.10.1997 4 Ob 255/97x
  • 1 Ob 2342/96k
    Entscheidungstext OGH 15.12.1997 1 Ob 2342/96k
    Vgl; Beisatz: Ein Vertragspartner kann selbst dann, wenn es sich beim Wegfall der Geschäftsgrundlage um eine typische Voraussetzung handelte, sich nicht mit Erfolg darauf berufen, wenn diese Änderung auf Tatsachen der eigenen Sphäre zurückzuführen ist. (T15); Beisatz: Aufhebung der Wohngemeinschaft durch die Klägerin, bloß weil sie sich "in Gesellschaft der Beklagten nicht mehr wohl fühlte". (T16)
  • 5 Ob 285/98t
    Entscheidungstext OGH 22.12.1998 5 Ob 285/98t
    Vgl auch
  • 1 Ob 340/98a
    Entscheidungstext OGH 23.03.1999 1 Ob 340/98a
    Vgl; Beisatz: Hier: § 1117f ABGB. (T17)
  • 2 Ob 47/99x
    Entscheidungstext OGH 11.03.1999 2 Ob 47/99x
    Vgl auch; nur T1
  • 7 Ob 355/98a
    Entscheidungstext OGH 28.05.1999 7 Ob 355/98a
    nur T1; Beisatz: Oder wenn die Zweckverfehlung vorhersehbar war. (T18)
  • 4 Ob 270/99f
    Entscheidungstext OGH 19.10.1999 4 Ob 270/99f
    Auch; Beis wie T15 nur: Ein Vertragspartner kann selbst dann, wenn es sich beim Wegfall der Geschäftsgrundlage um eine typische Voraussetzung handelte, sich nicht mit Erfolg darauf berufen. (T19)
  • 1 Ob 234/99i
    Entscheidungstext OGH 22.10.1999 1 Ob 234/99i
    Vgl auch; nur T14; Beisatz: Bei Ehen ist die Möglichkeit einer Scheidung, also eine Änderung der Verhältnisse, jedenfalls vorhersehbar, weshalb sich die Ehepartner nicht auf einen Wegfall der Geschäftsgrundlage berufen könnten. (T20)
  • 8 ObA 30/00w
    Entscheidungstext OGH 09.11.2000 8 ObA 30/00w
    Auch; nur T14
  • 6 Ob 154/02v
    Entscheidungstext OGH 20.02.2003 6 Ob 154/02v
    Auch
  • 1 Ob 47/05a
    Entscheidungstext OGH 24.06.2005 1 Ob 47/05a
    Beisatz: Wenn abweichend von den subjektiven Vorstellungen der Verkäufer ein größerer Teil der verkauften Liegenschaft in Bauland umgewidmet oder mit mehr Gewinn als erwartet weiterverkauft wird, liegt darin keine unvorhersehbare Änderung. (T21)
  • 6 Ob 148/07v
    Entscheidungstext OGH 13.07.2007 6 Ob 148/07v
    Ähnlich; Beis wie T3; Beis wie T21; Beisatz: Der Umstand, dass der Wert der verkauften Sachen in der Folge steigt, ist im Regelfall vorhersehbar. (T22)
  • 5 Ob 121/07s
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 5 Ob 121/07s
    Beisatz: Hier: Ungültigkeit einer fideikommissarischen Substitution. (T23)
  • 6 Ob 68/15s
    Entscheidungstext OGH 29.06.2015 6 Ob 68/15s

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1970:RS0017593

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

20.08.2015

Dokumentnummer

JJR_19700317_OGH0002_0080OB00060_7000000_003

Rechtssatz für 4Ob10/74 1Ob169/74 5Ob5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017764

Geschäftszahl

4Ob10/74; 1Ob169/74; 5Ob550/76; 4Ob547/77; 1Ob558/79; 1Ob786/79; 1Ob739/80; 6Ob757/80; 3Ob552/82; 5Ob732/81; 5Ob755/82; 4Ob576/83; 1Ob6/84; 4Ob71/84; 8Ob565/83; 1Ob13/85; 1Ob633/85; 6Ob527/84; 7Ob557/86; 6Ob614/85; 8Ob609/86; 7Ob699/86; 6Ob579/87; 4Ob541/87; 7Ob726/87; 8Ob578/88; 8Ob504/88; 6Ob552/89; 8Ob627/89; 2Ob629/90; 3Ob502/94; 3Ob513/94; 3Ob567/95; 7Ob2366/96h; 1Ob14/97h; 4Ob190/97p; 7Ob23/00h; 7Ob113/05a; 7Ob42/16a

Entscheidungsdatum

19.03.1974

Norm

ABGB §914 I

Rechtssatz

Die Grenze richterlicher Vertragsergänzung ist der Mangel der Einwilligung im Sinne des § 869 oder die Erkenntnis, dass die Parteien den Vertrag unter solchen Umständen nicht oder anders geschlossen hätten. Unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zweckes sowie unter Heranziehung der Verkehrssitte ist zu prüfen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 10/74
    Entscheidungstext OGH 19.03.1974 4 Ob 10/74
    Veröff: Arb 9203 = ZAS 1976,216
  • 1 Ob 169/74
    Entscheidungstext OGH 06.11.1974 1 Ob 169/74
  • 5 Ob 550/76
    Entscheidungstext OGH 29.06.1976 5 Ob 550/76
    Beisatz: Dabei sind die Interessen beider Vertragspartner zu berücksichtigen. (T1) Veröff: ImmZ 1976,318 = SZ 49/86
  • 4 Ob 547/77
    Entscheidungstext OGH 27.09.1977 4 Ob 547/77
    nur: Unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zweckes sowie unter Heranziehung der Verkehrssitte ist zu prüfen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten. (T2)
  • 1 Ob 558/79
    Entscheidungstext OGH 16.05.1979 1 Ob 558/79
    nur T2
  • 1 Ob 786/79
    Entscheidungstext OGH 05.03.1980 1 Ob 786/79
    nur T2
  • 1 Ob 739/80
    Entscheidungstext OGH 26.11.1980 1 Ob 739/80
    nur T2; Beis wie T1
  • 6 Ob 757/80
    Entscheidungstext OGH 17.12.1980 6 Ob 757/80
    nur T2
  • 3 Ob 552/82
    Entscheidungstext OGH 16.06.1982 3 Ob 552/82
    nur T2
  • 5 Ob 732/81
    Entscheidungstext OGH 18.01.1983 5 Ob 732/81
    nur T2; Beisatz: Hier: Schmiermittelbezugsvertrag (T3)
  • 5 Ob 755/82
    Entscheidungstext OGH 01.02.1983 5 Ob 755/82
    nur T2; Beisatz: Hier: Schiffsreise mit Segelschiff. (T4)
  • 4 Ob 576/83
    Entscheidungstext OGH 12.07.1983 4 Ob 576/83
  • 1 Ob 6/84
    Entscheidungstext OGH 04.04.1984 1 Ob 6/84
    nur T2
  • 4 Ob 71/84
    Entscheidungstext OGH 09.10.1984 4 Ob 71/84
    nur T2; Veröff: RdW 1985,254 = ZAS 1986,91 (Kerschner) = JBl 1986,197
  • 8 Ob 565/83
    Entscheidungstext OGH 08.11.1984 8 Ob 565/83
    Auch; nur T2
  • 1 Ob 13/85
    Entscheidungstext OGH 17.04.1985 1 Ob 13/85
    nur T2
  • 1 Ob 633/85
    Entscheidungstext OGH 16.09.1985 1 Ob 633/85
    Veröff: JBl 1986,38 = MietSlg XXXVII/36
  • 6 Ob 527/84
    Entscheidungstext OGH 30.10.1985 6 Ob 527/84
    nur T2; Beisatz: Es kommt wesentlich darauf an, wie die Parteien ihre beiderseitigen Interessen miteinander in Einklang zu bringen versucht haben. Die sich auf Grund aller Umstände ergebenden Wertungen der Parteien sind zu Ende zu denken und es ist das herauszufinden, was beide Parteien bei redlicher Denkweise als einen gerechten Interessenausgleich gewollt und akzeptiert hätten. (T5)
  • 7 Ob 557/86
    Entscheidungstext OGH 24.04.1986 7 Ob 557/86
  • 6 Ob 614/85
    Entscheidungstext OGH 04.09.1986 6 Ob 614/85
    nur T2; Veröff: MietSlg XXXVIII/32
  • 8 Ob 609/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 609/86
    Auch; nur T2
  • 7 Ob 699/86
    Entscheidungstext OGH 11.12.1986 7 Ob 699/86
  • 6 Ob 579/87
    Entscheidungstext OGH 23.07.1987 6 Ob 579/87
    Veröff: JBl 1988,38
  • 4 Ob 541/87
    Entscheidungstext OGH 20.10.1987 4 Ob 541/87
    nur T2
  • 7 Ob 726/87
    Entscheidungstext OGH 21.01.1988 7 Ob 726/87
    nur T2
  • 8 Ob 578/88
    Entscheidungstext OGH 16.06.1988 8 Ob 578/88
    Beisatz: Hier: "Ambulatoriumsvereinbarung" betrifft Zahnarzt - Behandlungsstühle. (T6)
  • 8 Ob 504/88
    Entscheidungstext OGH 24.11.1988 8 Ob 504/88
    nur T2; Beis wie T1
  • 6 Ob 552/89
    Entscheidungstext OGH 13.04.1989 6 Ob 552/89
    nur T2
  • 8 Ob 627/89
    Entscheidungstext OGH 30.10.1990 8 Ob 627/89
    Auch
  • 2 Ob 629/90
    Entscheidungstext OGH 19.12.1990 2 Ob 629/90
    Auch; Beisatz: Die ergänzende Vertragsauslegung findet dort ihre Grenze, wo der Inhalt einer Erklärung die daraus gezogene Schlussfolgerung nicht mehr in vertretbarer Weise deckt. (T7)
  • 3 Ob 502/94
    Entscheidungstext OGH 15.12.1993 3 Ob 502/94
    nur T2
  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
    nur T2; Veröff: ImmZ 1994,487
  • 3 Ob 567/95
    Entscheidungstext OGH 11.10.1995 3 Ob 567/95
  • 7 Ob 2366/96h
    Entscheidungstext OGH 12.02.1997 7 Ob 2366/96h
    nur T2
  • 1 Ob 14/97h
    Entscheidungstext OGH 18.03.1997 1 Ob 14/97h
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 190/97p
    Entscheidungstext OGH 26.06.1997 4 Ob 190/97p
    Vgl auch
  • 7 Ob 23/00h
    Entscheidungstext OGH 27.09.2000 7 Ob 23/00h
    Vgl auch; Veröff: SZ 73/147
  • 7 Ob 113/05a
    Entscheidungstext OGH 09.11.2005 7 Ob 113/05a
    Auch
  • 7 Ob 42/16a
    Entscheidungstext OGH 15.06.2016 7 Ob 42/16a
    Auch; Beisatz: Hier: Kein Konkurrenzschutz durch bloß ergänzende Vertragsauslegung, wenn der Vermieter im selben Haus ein benachbartes Bestandobjekt an einen Konkurrenten vermietet, wenn sich das Haus in einer belebten Geschäftsstraße befindet. (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0017764

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.08.2016

Dokumentnummer

JJR_19740319_OGH0002_0040OB00010_7400000_005

Rechtssatz für 6Ob594/78 4Ob523/78 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017758

Geschäftszahl

6Ob594/78; 4Ob523/78; 7Ob700/80; 4Ob569/81; 8Ob565/83; 6Ob643/85; 1Ob537/86; 14Ob105/86; 8Ob609/86; 4Ob362/85; 3Ob502/87; 1Ob572/88; 6Ob736/88; 1Ob573/90; 1Ob682/89 (1Ob683/89); 6Ob6/90; 8Ob627/89; 7Ob613/90; 7Ob1657/92; 1Ob573/93; 3Ob502/94; 3Ob513/94; 1Ob533/95; 8ObA269/94; 10Ob515/95; 4Ob2094/96m; 4Ob595/95; 7Ob2253/96s; 4Ob2195/96i; 3Ob534/95; 7Ob2044/96f; 2Ob2133/96g; 8ObA380/97h; 4Ob303/00p; 4Ob73/03v; 9ObA65/04f; 3Ob234/04i; 10Ob23/04m; 9Ob62/04i; 7Ob222/04h; 3Ob249/04w; 2Ob98/03f; 6Ob157/05i; 6Ob172/05w; 1Ob143/06w; 8Ob163/06p; 4Ob151/07w; 9ObA40/07h; 4Ob248/07k; 2Ob12/08s; 6Ob279/07h; 2Ob48/08k; 4Ob28/09k; 9ObA121/08x; 1Ob233/09k; 6Ob220/09k; 4Ob199/10h; 7Ob141/11b; 4Ob137/11t; 4Ob105/12p; 6Ob191/12z; 2Ob92/11k; 4Ob197/13v; 3Ob122/14h; 3Ob94/15t; 8Ob121/15z; 5Ob166/15w; 8ObA95/15a; 9ObA28/16g; 6Ob58/16x; 4Ob142/17m; 2Ob102/18s; 8ObA44/19g

Entscheidungsdatum

18.05.1978

Norm

ABGB §914 I

Rechtssatz

Treten nach Abschluss des Geschäftes Konfliktsfälle auf, die von den Parteien nicht bedacht und daher auch nicht ausdrücklich geregelt wurden, dann ist unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zwecks zu fragen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 594/78
    Entscheidungstext OGH 18.05.1978 6 Ob 594/78
  • 4 Ob 523/78
    Entscheidungstext OGH 13.06.1978 4 Ob 523/78
  • 7 Ob 700/80
    Entscheidungstext OGH 29.01.1981 7 Ob 700/80
    Auch
  • 4 Ob 569/81
    Entscheidungstext OGH 15.12.1981 4 Ob 569/81
    Auch
  • 8 Ob 565/83
    Entscheidungstext OGH 08.11.1984 8 Ob 565/83
  • 6 Ob 643/85
    Entscheidungstext OGH 17.10.1985 6 Ob 643/85
    Auch
  • 1 Ob 537/86
    Entscheidungstext OGH 28.05.1986 1 Ob 537/86
    Veröff: JBl 1986,721
  • 14 Ob 105/86
    Entscheidungstext OGH 01.07.1986 14 Ob 105/86
    Auch; Beisatz: Hier: Arbeitsvertrag - Entgelt (T1)
  • 8 Ob 609/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 609/86
    Auch
  • 4 Ob 362/85
    Entscheidungstext OGH 16.06.1987 4 Ob 362/85
    Beisatz: Hier: Ergänzung des Architektenhonorars. (T2)
    Veröff: WBl 1987,240 (Scolik)
  • 3 Ob 502/87
    Entscheidungstext OGH 07.10.1987 3 Ob 502/87
    Auch
  • 1 Ob 572/88
    Entscheidungstext OGH 15.06.1988 1 Ob 572/88
  • 6 Ob 736/88
    Entscheidungstext OGH 23.02.1989 6 Ob 736/88
    Veröff: MietSlg XLI/10
  • 1 Ob 682/89
    Entscheidungstext OGH 13.12.1989 1 Ob 682/89
    Auch; Veröff: WBl 1990,149
  • 1 Ob 573/90
    Entscheidungstext OGH 21.05.1990 1 Ob 573/90
  • 6 Ob 6/90
    Entscheidungstext OGH 26.04.1990 6 Ob 6/90
  • 8 Ob 627/89
    Entscheidungstext OGH 30.10.1990 8 Ob 627/89
    Auch
  • 7 Ob 613/90
    Entscheidungstext OGH 11.10.1990 7 Ob 613/90
  • 7 Ob 1657/92
    Entscheidungstext OGH 26.11.1992 7 Ob 1657/92
    Auch
  • 1 Ob 573/93
    Entscheidungstext OGH 22.06.1993 1 Ob 573/93
    Auch
  • 3 Ob 502/94
    Entscheidungstext OGH 15.12.1993 3 Ob 502/94
    Auch
  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
    Auch; Veröff: ImmZ 1994,487
  • 1 Ob 533/95
    Entscheidungstext OGH 27.02.1995 1 Ob 533/95
  • 8 ObA 269/94
    Entscheidungstext OGH 27.04.1995 8 ObA 269/94
    Auch
  • 10 Ob 515/95
    Entscheidungstext OGH 20.06.1995 10 Ob 515/95
    Auch
  • 4 Ob 2094/96m
    Entscheidungstext OGH 14.05.1996 4 Ob 2094/96m
    Auch; Beisatz: Haben die Vertragschließenden den eingetretenen Problemfall nicht geregelt, so ist der Vertrag ergänzend auszulegen. Dafür kommen vor allem der hypothetische Parteiwille, die Übung des redlichen Verkehrs sowie Treu und Glauben in Frage. (T3)
  • 4 Ob 595/95
    Entscheidungstext OGH 25.06.1996 4 Ob 595/95
    Auch; Beis wie T3
  • 7 Ob 2253/96s
    Entscheidungstext OGH 04.12.1996 7 Ob 2253/96s
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Die Frage, was die Parteien gewollt hätten, hätten sie für sie unvorhersehbare Entwicklungen bedacht, kann sich aus der Natur und dem Zweck des Vertrages, aus Vorverhandlungen oder anderen "Umständen des Geschäftes" beantworten. (T4)
  • 4 Ob 2195/96i
    Entscheidungstext OGH 12.08.1996 4 Ob 2195/96i
    Auch; Veröff: SZ 69/178
  • 3 Ob 534/95
    Entscheidungstext OGH 10.05.1995 3 Ob 534/95
  • 7 Ob 2044/96f
    Entscheidungstext OGH 12.02.1997 7 Ob 2044/96f
    Beis wie T3
  • 2 Ob 2133/96g
    Entscheidungstext OGH 10.07.1997 2 Ob 2133/96g
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Erbteilungsübereinkommen. (T5)
  • 8 ObA 380/97h
    Entscheidungstext OGH 22.12.1997 8 ObA 380/97h
    Auch; Beisatz: Unbefristete unentgeltliche Überlassung eines vom nunmehr entlassenen Arbeitnehmer entwickelten und ausschließlich von ihm bedienbaren wichtigen Computerprogramms ohne entsprechende Regelung der Auflösung des Vertragsverhältnisses. (T6)
  • 4 Ob 303/00p
    Entscheidungstext OGH 28.11.2000 4 Ob 303/00p
    Vgl auch; Beis wie T3 nur: Haben die Vertragschließenden den eingetretenen Problemfall nicht geregelt, so ist der Vertrag ergänzend auszulegen. (T7)
  • 4 Ob 73/03v
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 4 Ob 73/03v
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Suche nach einer angemessenen Regelung hat sich daran zu orientieren, was redliche und vernünftige Parteien bei angemessener Berücksichtigung der Interessen beider Teile vereinbart hätten, wenn sie sich bei Vertragsschluss der Ungültigkeit der von ihnen gewollten Zinsanpassungsklausel bewusst gewesen wären. (T8)
    Veröff: SZ 2003/73
  • 9 ObA 65/04f
    Entscheidungstext OGH 26.05.2004 9 ObA 65/04f
  • 3 Ob 234/04i
    Entscheidungstext OGH 26.01.2005 3 Ob 234/04i
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T8; Beisatz: Als Behelf ergänzender Auslegung kommt zunächst die Frage nach dem hypothetischen Parteiwillen in Betracht. (T9)
    Veröff: SZ 2005/10
  • 10 Ob 23/04m
    Entscheidungstext OGH 22.03.2005 10 Ob 23/04m
    Vgl auch; Beis wie T8; Veröff: SZ 2005/46
  • 9 Ob 62/04i
    Entscheidungstext OGH 06.04.2005 9 Ob 62/04i
    Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T9; Beisatz: Es muss die subjektive Äquivalenz zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gewahrt bleiben. (T10)
  • 7 Ob 222/04h
    Entscheidungstext OGH 20.04.2005 7 Ob 222/04h
    Auch; Beis wie T10
  • 3 Ob 249/04w
    Entscheidungstext OGH 27.07.2005 3 Ob 249/04w
    Auch; Beis wie T3
  • 2 Ob 98/03f
    Entscheidungstext OGH 11.08.2005 2 Ob 98/03f
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 6 Ob 157/05i
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 157/05i
    Vgl auch; Beisatz: Ungeachtet der Unredlichkeit aller Beteiligten bei der Steuerhinterziehung kommt es auf die fiktive Absicht redlicher Parteien an, was sie für den nicht vorbedachten Fall vereinbart hätten. (T11)
  • 6 Ob 172/05w
    Entscheidungstext OGH 16.02.2006 6 Ob 172/05w
    Beis ähnlich wie T8
  • 1 Ob 143/06w
    Entscheidungstext OGH 19.12.2006 1 Ob 143/06w
    Beisatz: Hier haben sich die Parteien - offensichtlich in der irrigen Annahme deren Weitergeltung - den AAB („Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhänder") unterworfen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Parteien auch in Kenntnis des „Außerkrafttretens" der AAB deren (jeweiligen) Inhalt zum Inhalt des Auftragsverhältnisses machen wollten. Die AAB sind daher „kraft Vereinbarung" auf das Vertragsverhältnis anwendbar. (T12)
  • 8 Ob 163/06p
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 8 Ob 163/06p
    Auch
  • 4 Ob 151/07w
    Entscheidungstext OGH 02.10.2007 4 Ob 151/07w
    Auch
  • 9 ObA 40/07h
    Entscheidungstext OGH 07.02.2008 9 ObA 40/07h
    Auch; Beis ähnlich wie T8; Beis wie T9
  • 4 Ob 248/07k
    Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 248/07k
    Auch
  • 2 Ob 12/08s
    Entscheidungstext OGH 26.06.2008 2 Ob 12/08s
  • 6 Ob 279/07h
    Entscheidungstext OGH 06.11.2008 6 Ob 279/07h
    Vgl
  • 2 Ob 48/08k
    Entscheidungstext OGH 19.02.2009 2 Ob 48/08k
  • 4 Ob 28/09k
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 28/09k
    Veröff: SZ 2009/48
  • 9 ObA 121/08x
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 9 ObA 121/08x
  • 1 Ob 233/09k
    Entscheidungstext OGH 29.01.2010 1 Ob 233/09k
    Auch
  • 6 Ob 220/09k
    Entscheidungstext OGH 19.05.2010 6 Ob 220/09k
    Auch; Beisatz: Hier: Der VIBOR (Vorgänger des Euribor) wird in ständiger Rechtsprechung zur Vertragsauslegung qua hypothetischem Parteiwillen herangezogen. (T13)
  • 4 Ob 199/10h
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 199/10h
    Auch; Beisatz: Zweck einer vertraglichen Dokumentationspflicht. (T14)
    Veröff: SZ 2010/157
  • 7 Ob 141/11b
    Entscheidungstext OGH 30.11.2011 7 Ob 141/11b
  • 4 Ob 137/11t
    Entscheidungstext OGH 20.12.2011 4 Ob 137/11t
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Schadenersatzforderung des Werkbestellers gegen den Werkunternehmer wegen einer Mietzinsminderung durch den Mieter aufgrund einer behaupteten Mangelhaftigkeit des Werks/Mietgegenstands. (T15)
  • 4 Ob 105/12p
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 105/12p
  • 6 Ob 191/12z
    Entscheidungstext OGH 15.10.2012 6 Ob 191/12z
    Vgl; Beis ähnlich wie T12
  • 2 Ob 92/11k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 92/11k
    Veröff: SZ 2012/81
  • 4 Ob 197/13v
    Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 197/13v
    Beisatz: Hier: Ergänzende Auslegung eines Schiedsrichtervertrags hinsichtlich des Vergütungsanspruchs bei vorzeitiger Vertragsbeendigung. (T16)
  • 3 Ob 122/14h
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 3 Ob 122/14h
    Auch; Beisatz: Darauf, ob den Parteien das Eintreten des Konflikts vorhersehbar war, kommt es für die Bejahung der ergänzenden Vertragsauslegung nicht an. (T17)
    Beis wie T10
  • 3 Ob 94/15t
    Entscheidungstext OGH 19.08.2015 3 Ob 94/15t
    Auch
  • 8 Ob 121/15z
    Entscheidungstext OGH 25.11.2015 8 Ob 121/15z
  • 5 Ob 166/15w
    Entscheidungstext OGH 23.02.2016 5 Ob 166/15w
    Beisatz: Hier: Auslegung der in einem Spaltungsvertrag übernommenen Verpflichtung zum Ersatz der Aktivbezüge der bei der übernehmenden Gesellschaft verwendeten Bundesbeamten. (T18)
  • 8 ObA 95/15a
    Entscheidungstext OGH 29.03.2016 8 ObA 95/15a
    Auch
  • 9 ObA 28/16g
    Entscheidungstext OGH 24.06.2016 9 ObA 28/16g
  • 6 Ob 58/16x
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 6 Ob 58/16x
    Auch; Beis ähnlich wie T8; Beisatz: Hier: Zur zeitlichen Befristung der Möglichkeit, Schilling‑Briefmarken bei der Österreichischen Post AG in Euro‑Briefmarken umzutauschen. (T19)
  • 4 Ob 142/17m
    Entscheidungstext OGH 21.11.2017 4 Ob 142/17m
    Beisatz: Ergänzende Vertragsauslegung kann in zwei Fällen Platz greifen: Einerseits ist der Vertrag zu ergänzen, wenn feststeht, dass der schriftliche Vertragsinhalt die Absicht der Parteien nicht richtig wiedergibt. Andererseits im Fall einer nachträglich hervorgekommenen, planwidrigen Unvollständigkeit des Vertrags (Vertragslücke, vgl RS0017758). (T20)
  • 2 Ob 102/18s
    Entscheidungstext OGH 29.11.2018 2 Ob 102/18s
  • 8 ObA 44/19g
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 8 ObA 44/19g

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0017758

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19780518_OGH0002_0060OB00594_7800000_001

Rechtssatz für 1Ob778/81 7Ob542/86 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017454

Geschäftszahl

1Ob778/81; 7Ob542/86; 1Ob641/87; 8Ob585/88; 3Ob502/94; 3Ob513/94; 8Ob99/99p; 2Ob322/00t; 6Ob30/02h; 8ObA72/03a; 9Ob152/03y; 9Ob42/04y; 6Ob148/07v; 1Ob95/08i; 9ObA132/11v; 7Ob192/12d; 2Ob173/12y; 5Ob117/13m; 7Ob66/14b; 2Ob67/14p; 5Ob4/14w; 6Ob68/15s; 9ObA134/16w; 1Ob17/17g; 8Ob4/17x; 5Ob58/18t; 3Ob143/18b

Entscheidungsdatum

21.04.1982

Norm

ABGB §901 II1

Rechtssatz

Das Institut des Wegfalls der Geschäftsgrundlage ist (gegenüber anderen Möglichkeiten, rechtsgeschäftliche Bindungen zu beseitigen) nur als letztes Mittel heranzuziehen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 778/81
    Entscheidungstext OGH 21.04.1982 1 Ob 778/81
    Veröff: SZ 55/51
  • 7 Ob 542/86
    Entscheidungstext OGH 24.04.1986 7 Ob 542/86
  • 1 Ob 641/87
    Entscheidungstext OGH 21.10.1987 1 Ob 641/87
    Veröff: SZ 60/218 = EvBl 1988/31 S 207 = RdW 1988,88
  • 8 Ob 585/88
    Entscheidungstext OGH 20.07.1989 8 Ob 585/88
  • 3 Ob 502/94
    Entscheidungstext OGH 15.12.1993 3 Ob 502/94
  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
    Veröff: ImmZ 1994,487
  • 8 Ob 99/99p
    Entscheidungstext OGH 27.05.1999 8 Ob 99/99p
    Veröff: SZ 72/95
  • 2 Ob 322/00t
    Entscheidungstext OGH 25.01.2001 2 Ob 322/00t
    Veröff: SZ 74/11
  • 6 Ob 30/02h
    Entscheidungstext OGH 14.03.2002 6 Ob 30/02h
    Beisatz: Das ist der Fall, wenn die geltend gemachte Änderung der Verhältnisse in keiner Weise vorauszusehen war und die Änderung auch nicht dem Bereich jener Partei zuzuschreiben ist, die sich auf diese Änderung beruft. (T1)
    Veröff: SZ 2002/36
  • 8 ObA 72/03a
    Entscheidungstext OGH 18.09.2003 8 ObA 72/03a
    Beisatz: Die ergänzende Vertragsauslegung steht zwar in einem fließenden Übergang zu Geschäftsgrundlagefällen, setzt aber - zum Unterschied von den Geschäftsgrundlagefällen - voraus, dass eine Störung in der Vertragsabwicklung vorliegt, für die die Vertragsschließenden keine Regelung getroffen haben. (T2)
  • 9 Ob 152/03y
    Entscheidungstext OGH 05.05.2004 9 Ob 152/03y
    Beis wie T1
  • 9 Ob 42/04y
    Entscheidungstext OGH 15.09.2004 9 Ob 42/04y
    Beisatz: Storno wegen der Terroranschläge vom 11. 9. 2001 in den USA. (T3)
  • 6 Ob 148/07v
    Entscheidungstext OGH 13.07.2007 6 Ob 148/07v
  • 1 Ob 95/08i
    Entscheidungstext OGH 16.09.2008 1 Ob 95/08i
    Beis wie T1
  • 9 ObA 132/11v
    Entscheidungstext OGH 30.01.2012 9 ObA 132/11v
    Auch
  • 7 Ob 192/12d
    Entscheidungstext OGH 19.12.2012 7 Ob 192/12d
    Auch; Beis wie T1; Veröff: SZ 2012/144
  • 2 Ob 173/12y
    Entscheidungstext OGH 29.05.2013 2 Ob 173/12y
  • 5 Ob 117/13m
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 5 Ob 117/13m
    Beis wie T1
  • 7 Ob 66/14b
    Entscheidungstext OGH 21.05.2014 7 Ob 66/14b
    Auch
  • 2 Ob 67/14p
    Entscheidungstext OGH 09.07.2014 2 Ob 67/14p
  • 5 Ob 4/14w
    Entscheidungstext OGH 26.09.2014 5 Ob 4/14w
  • 6 Ob 68/15s
    Entscheidungstext OGH 29.06.2015 6 Ob 68/15s
    Beis wie T1
  • 9 ObA 134/16w
    Entscheidungstext OGH 29.11.2016 9 ObA 134/16w
    Auch
  • 1 Ob 17/17g
    Entscheidungstext OGH 27.02.2017 1 Ob 17/17g
    Beis wie T1
  • 8 Ob 4/17x
    Entscheidungstext OGH 27.01.2017 8 Ob 4/17x
    Beisatz: Mit der Ultima-Ratio-Funktion der Geschäftsgrundlage wird nur ausgedrückt, wann sich der auflösungswillige Vertragspartner überhaupt auf deren Wegfall berufen kann. Dies bedeutet aber nicht, dass diesem in jedem Fall eine Gelegenheit zur sofortigen Abstandnahme vom Vertrag zur Verfügung stehen müsste. (T4)
  • 5 Ob 58/18t
    Entscheidungstext OGH 15.05.2018 5 Ob 58/18t
  • 3 Ob 143/18b
    Entscheidungstext OGH 21.09.2018 3 Ob 143/18b

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0017454

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.10.2018

Dokumentnummer

JJR_19820421_OGH0002_0010OB00778_8100000_005

Rechtssatz für 1Ob675/83 7Ob522/87 (7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017453

Geschäftszahl

1Ob675/83; 7Ob522/87 (7Ob523/87); 3Ob513/94; 6Ob202/00z; 6Ob148/07v; 9Ob63/07s; 1Ob95/08i; 8Ob62/14x; 7Ob155/18x

Entscheidungsdatum

14.12.1983

Norm

ABGB §901 II1

Rechtssatz

Ein Rückgriff auf die Lehre von der Geschäftsgrundlage hat zu unterbleiben, wenn ein Vertrag nach seinem von den Parteien festgelegten immanenten Zweck nicht lückenhaft ist, sondern ein im Vertrag nicht ausdrücklich geregelter Fall im Auslegungswege geklärt werden kann.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 675/83
    Entscheidungstext OGH 14.12.1983 1 Ob 675/83
  • 7 Ob 522/87
    Entscheidungstext OGH 05.03.1987 7 Ob 522/87
    Beisatz: Ebenso die Vertragsergänzung oder Vertragsanpassung. (T1) Veröff: SZ 60/42
  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
    Beis wie T1
  • 6 Ob 202/00z
    Entscheidungstext OGH 30.08.2000 6 Ob 202/00z
    Vgl auch; Beisatz: Der ergänzender Vertragsauslegung ist immer dann vorzunehmen, wenn nicht feststeht, was die Parteien in vertraglich nicht vorgesehenen Fällen gewollt hätten und führt zu einer Ergänzung des Vertrages um dasjenige, was unter Berücksichtigung des von den Parteien verfolgten Vertragszweckes, sowie unter Heranziehung der Verkehrssitte einer unter redlichen und vernünftigen Personen geschlossenen Vereinbarung entsprechen würde. (T2)
  • 6 Ob 148/07v
    Entscheidungstext OGH 13.07.2007 6 Ob 148/07v
    Auch
  • 9 Ob 63/07s
    Entscheidungstext OGH 22.10.2007 9 Ob 63/07s
  • 1 Ob 95/08i
    Entscheidungstext OGH 16.09.2008 1 Ob 95/08i
  • 8 Ob 62/14x
    Entscheidungstext OGH 24.03.2015 8 Ob 62/14x
  • 7 Ob 155/18x
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 7 Ob 155/18x

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0017453

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.01.2019

Dokumentnummer

JJR_19831214_OGH0002_0010OB00675_8300000_001

Rechtssatz für 6Ob583/84 9ObA513/88 9O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017451

Geschäftszahl

6Ob583/84; 9ObA513/88; 9ObA520/88; 3Ob513/94; 3Ob116/04m; 1Ob47/05a

Entscheidungsdatum

11.07.1985

Norm

ABGB §901 II1

Rechtssatz

Wo eine vertragliche Regelung vorliegt, ist kein Raum für das Institut der Geschäftsgrundlage.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 583/84
    Entscheidungstext OGH 11.07.1985 6 Ob 583/84
  • 9 ObA 513/88
    Entscheidungstext OGH 11.01.1989 9 ObA 513/88
    Veröff: JBl 1989,264
  • 9 ObA 520/88
    Entscheidungstext OGH 18.10.1989 9 ObA 520/88
    Veröff: RdW 1990,164 = WBl 1990,110
  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
    Veröff: ImmZ 1994,487
  • 3 Ob 116/04m
    Entscheidungstext OGH 24.11.2004 3 Ob 116/04m
    Auch
  • 1 Ob 47/05a
    Entscheidungstext OGH 24.06.2005 1 Ob 47/05a
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0017451

Dokumentnummer

JJR_19850711_OGH0002_0060OB00583_8400000_002

Rechtssatz für 8Ob641/92 3Ob1566/93 3O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017829

Geschäftszahl

8Ob641/92; 3Ob1566/93; 3Ob513/94; 8Ob2208/96f; 3Ob146/01v; 3Ob125/05m; 9ObA160/07f; 9Ob54/07t; 9ObA40/07h; 3Ob166/08w; 2Ob95/08x; 4Ob220/08v; 4Ob28/09k; 2Ob203/08d; 7Ob214/10m; 4Ob218/11d; 3Ob202/11v; 4Ob105/12p; 2Ob92/11k; 7Ob29/13k; 7Ob91/13b; 4Ob197/13v; 7Ob11/14i; 3Ob122/14h; 10Ob75/15z; 8ObA67/15h; 3Ob76/16x; 5Ob58/18t; 5Ob30/19a; 8ObA44/19g

Entscheidungsdatum

03.12.1992

Norm

ABGB §914 I

Rechtssatz

Eine ergänzende Vertragsauslegung hat nur dann Platz zu greifen, wenn eine "Vertragslücke" vorliegt.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 641/92
    Entscheidungstext OGH 03.12.1992 8 Ob 641/92
  • 3 Ob 1566/93
    Entscheidungstext OGH 29.09.1993 3 Ob 1566/93
    Auch
  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
    Veröff: ImmZ 1994,487
  • 8 Ob 2208/96f
    Entscheidungstext OGH 17.10.1996 8 Ob 2208/96f
  • 3 Ob 146/01v
    Entscheidungstext OGH 20.11.2001 3 Ob 146/01v
    Beisatz: Selbst wenn man von der Notwendigkeit einer Regelung ausgeht, greift in einem solchen Fall primär das dispositive Recht ein, dessen Zweck es gerade ist, für im Vertrag nicht geregelte Fragen Regeln zur Verfügung zu stellen. (T1)
  • 3 Ob 125/05m
    Entscheidungstext OGH 21.12.2005 3 Ob 125/05m
    Beisatz: Eine Vertragslücke würde voraussetzen, dass der Vertrag planwidrig unvollständig geblieben wäre. (T2)
    Beis wie T1
    Veröff: SZ 2005/190
  • 9 ObA 160/07f
    Entscheidungstext OGH 28.11.2007 9 ObA 160/07f
  • 9 Ob 54/07t
    Entscheidungstext OGH 08.02.2008 9 Ob 54/07t
    Vgl auch
  • 9 ObA 40/07h
    Entscheidungstext OGH 07.02.2008 9 ObA 40/07h
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 3 Ob 166/08w
    Entscheidungstext OGH 03.09.2008 3 Ob 166/08w
    Beis wie T2; Beisatz: Hier: Zur (Un)Widerruflichkeit eines einer Bank erteilten Überweisungsauftrags. (T3)
  • 2 Ob 95/08x
    Entscheidungstext OGH 27.11.2008 2 Ob 95/08x
    Auch; Beis auch wie T1
  • 4 Ob 220/08v
    Entscheidungstext OGH 20.01.2009 4 Ob 220/08v
    Auch; Beis wie T2
    Veröff: SZ 2009/8
  • 4 Ob 28/09k
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 28/09k
    Vgl; Veröff: SZ 2009/48
  • 2 Ob 203/08d
    Entscheidungstext OGH 29.04.2009 2 Ob 203/08d
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 7 Ob 214/10m
    Entscheidungstext OGH 11.05.2011 7 Ob 214/10m
  • 4 Ob 218/11d
    Entscheidungstext OGH 17.01.2012 4 Ob 218/11d
    Beis wie T2
  • 3 Ob 202/11v
    Entscheidungstext OGH 18.01.2012 3 Ob 202/11v
    Vgl auch; Auch Beis wie T1
  • 4 Ob 105/12p
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 105/12p
    Auch
  • 2 Ob 92/11k
    Entscheidungstext OGH 30.08.2012 2 Ob 92/11k
    Beis wie T2; Beisatz: Eine Vertragslücke besteht darin, dass im Vertrag für bestimmte Problemfälle keine Regelung getroffen wurde. (T4)
    Veröff: SZ 2012/81
  • 7 Ob 29/13k
    Entscheidungstext OGH 03.07.2013 7 Ob 29/13k
    Vgl auch; Auch Beis wie T1
  • 7 Ob 91/13b
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 7 Ob 91/13b
    Auch
  • 4 Ob 197/13v
    Entscheidungstext OGH 17.02.2014 4 Ob 197/13v
    Auch; Beisatz: Hier: Ergänzende Auslegung eines Schiedsrichtervertrags hinsichtlich des Vergütungsanspruchs bei vorzeitiger Vertragsbeendigung. (T5)
  • 7 Ob 11/14i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2014 7 Ob 11/14i
  • 3 Ob 122/14h
    Entscheidungstext OGH 18.02.2015 3 Ob 122/14h
    Auch; Beisatz: Darauf, ob den Parteien das Eintreten des Konflikts vorhersehbar war, kommt es für die Bejahung der ergänzenden Vertragsauslegung nicht an. (T6)
  • 10 Ob 75/15z
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 10 Ob 75/15z
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
  • 8 ObA 67/15h
    Entscheidungstext OGH 26.02.2016 8 ObA 67/15h
    Beis ähnlich wie T2
  • 3 Ob 76/16x
    Entscheidungstext OGH 22.09.2016 3 Ob 76/16x
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 5 Ob 58/18t
    Entscheidungstext OGH 15.05.2018 5 Ob 58/18t
    Beis wie T2
  • 5 Ob 30/19a
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 5 Ob 30/19a
  • 8 ObA 44/19g
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 8 ObA 44/19g
    Beis wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0017829

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

04.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19921203_OGH0002_0080OB00641_9200000_001

Rechtssatz für 3Ob513/94

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0060940

Geschäftszahl

3Ob513/94

Entscheidungsdatum

25.05.1994

Norm

GrEStG 1987 §4 Abs1
GrEStG 1987 §5 Abs1 Z1
GrEStG 1987 §5 Abs2 Z1
GrEStG 1955 §10 Abs1
GrEStG 1955 §11 Abs1 Z1
GrEStG 1955 §11 Abs2 Z1

Rechtssatz

Als Bauherr - dieser Begriff ist für die Grunderwerbssteuer und die Umsatzsteuer einheitlich auszulegen - ist der Käufer nur dann anzusehen, wenn er a) auf die bauliche Gestaltung des Hauses Einfluß nehmen kann, b) das Baurisiko zu tragen hat, dh den bauausführenden Unternehmungen gegenüber unmittelbar berechtigt und verpflichtet ist, und c) das finanzielle Risiko tragen muß, dh daß er nicht bloß einen Fixpreis zu zahlen hat, sondern alle Kostensteigerungen übernehmen muß, aber auch berechtigt ist, von den Bauausführenden Rechnungslegung zu verlangen. (VwGH vom 19.02.1991, 90/16/0103 bis 80/16/0128 ua).

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 513/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
    Veröff: ImmZ 1994,487

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0060940

Dokumentnummer

JJR_19940525_OGH0002_0030OB00513_9400000_001

Entscheidungstext 3Ob513/94

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

3Ob513/94

Entscheidungsdatum

25.05.1994

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Hofman als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Angst, Dr.Graf, Dr.Gerstenecker und Dr.Pimmer als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Romana B*****, vertreten durch Dr.Alfred Boran, Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagte Partei M***** GmbH, ***** vertreten durch Dr.Rudolf Tobler ua, Rechtsanwälte in Neusiedl am See, wegen S 227.666,67,-- sA, infolge Rekurses der beklagten Partei gegen den Beschluß des Oberlandesgerichtes Wien als Berufungsgerichtes vom 1. September 1993, GZ 13 R 115/93-18, womit infolge Berufung der klagenden Partei das Urteil des Landesgerichtes Eisenstadt vom 23. April 1993, GZ 3 Cg 205/92-13, aufgehoben wurde, den

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Dem Rekurs wird Folge gegeben.

Der angefochtene Beschluß wird aufgehoben und in der Sache selbst zu Recht erkannt, daß das Urteil des Erstgerichtes wiederhergestellt wird.

Die Klägerin ist schuldig, der beklagten Partei die mit S 42.037,20 (darin S 5.006,20 Umsatzsteuer und S 12.000,-- Barauslagen) bestimmten Kosten der Rechtsmittelverfahren binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Die beklagte Partei, ein Bauunternehmen, beantragte am 30.8.1989 bei der zuständigen Baubehörde die Bewilligung zur Errichtung von 34 Einfamilienhäusern bestimmter Typen auf im Eigentum eines Dritten stehenden Grundstücken. In der Niederschrift über die Bauverhandlung vom 4.9.1989 ist festgehalten, daß die beklagte Partei beabsichtige, auf den Grundstücken Einfamilienhäuser in gekoppelter Bauweise zu errichten. In der Folge wurde dieses Bauvorhaben in Zeitschriften angekündigt, wobei Interessenten erklärt wurde, daß durch die beabsichtigte Vertragskonstruktion möglicherweise die Grunderwerbssteuer umgangen werden könne. Wesentlich für die Interessenten und damit auch für die Klägerin war aber, daß für die Errichtung der Einfamilienhäuser ein Fixpreis angegeben wurde.

Die Klägerin schloß in der Folge einen Kaufvertrag über den Kauf eines der Grundstücke, auf denen die Errichtung eines Einfamilienhauses geplant war. Sie erteilte der beklagten Partei noch am selben Tag den Auftrag zur Errichtung des Einfamilienhauses, wobei als Entgelt S 1,366.000,-- einschließlich der - in einer der Klägerin ausgestellten Rechnung gesondert ausgewiesenen - Umsatzsteuer von S 227.666,67 vereinbart wurde. Der - von der beklagten Partei angenommene - Auftrag enthielt hiezu im Punkt IV folgende Regelung:

"Dieses Werkentgelt wird als Fixpreis vereinbart. Die derzeit gesetzlich vorgeschriebene Mehrwertsteuer ist in diesem Betrag enthalten, sollte infolge einer Änderung der gesetzlichen Vorschriften zum Zeitpunkt der Fälligkeit der zu entrichtenden Mehrwertsteuer ein höherer oder niedriger Mehrwertsteuersatz zur Anwendung kommen, so verändert sich der vereinbarte Preis in dem gleichen Ausmaß, in dem sich der zu entrichtende Mehrwertsteuerbetrag verändert. Das vereinbarte Nettowerkentgelt bleibt jedenfalls unverändert."

Im Punkt III des Auftrages wird darauf hingewiesen, daß Grundlage für Art und Umfang der zu erbringenden Leistungen des Auftragnehmers, insbesondere betreffend Grundriß, Ausstattung und Ausführung des zu errichtenden Einfamilienhauses, unter anderem die Bau- bzw Einreichpläne des Auftragnehmers sind. Gemäß Punkt IX. des Auftrages ist der Bauherr berechtigt, in Abweichung von den unter Punkt III bezeichneten Unterlagen Änderungswünsche zu begehren, soweit diese den behördlichen (insbesondere baupolizeilichen) Vorschriften nicht widersprechen, das vereinbarte Bauvolumen nicht überschreiten und das Einvernehmen mit dem Auftragnehmer hergestellt wird. Solche Änderungswünsche seien im Planungsstadium vorzubringen. Nachträgliche Änderungswünsche seien durch gesonderten Werkvertrag schriftlich zu beauftragen und, da sie mit dem gegenständlichen Werkvertrag in keinem Zusammenhang stehen, gesondert zu entlohnen.

Die Parteien beabsichtigten bei der Auftragserteilung für die Umsatzsteuer keine über den Wortlaut der Vertragsurkunde hinausgehende Regelung.

Das zuständige Finanzamt für Gebühren und Verkehrssteuern berechnete die von der Klägerin zu zahlende Grunderwerbssteuer nicht bloß auf der Grundlage des Kaufpreises, sondern - entgegen der Annahme der Klägerin - unter Berücksichtigung auch des mit der beklagten Partei vereinbarten Entgeltes. Der Berufung, die die Klägerin gegen den Bescheid des Finanzamtes erhob, wurde mit einer rechtskräftig gewordenen Berufungsvorentscheidung mit der Begründung nicht Folge gegeben, daß die Klägerin nicht Bauherrin sei, weil sie an ein bestimmtes Gebäude das durch die Planung eines mit dem Verkäufer zusammenarbeitenden Organisators vorgesehen wurde, gebunden gewesen und deshalb der Kauf eines Grundstückes mit einem herzustellenden Gebäude anzunehmen sei, selbst wenn über dessen Herstellung ein gesonderter Werkvertrag abgeschlossen worden sei.

Die Klägerin begehrte von der beklagten Partei die Bezahlung von S 227.666,67 sA. Sie habe die Umsatzsteuer an die beklagte Partei im Vertrauen auf die Versicherung von deren Vertreter, daß sie Bauherrin sei, übernommen und bezahlt. Im Verfahren über die Festsetzung der Grunderwerbssteuer habe sich jedoch herausgestellt, daß die beklagte Partei Bauherrin gewesen sei. Sie habe deshalb mit der beklagten Partei ein umsatzsteuerfreies Geschäft abgeschlossen, weshalb ihr die Umsatzsteuer zu Unrecht in Rechnung gestellt worden sei. Die Klage werde auch darauf gestützt, daß der "käufliche Erwerb eines Hauses" umsatzsteuerbefreit wäre.

Die beklagte Partei wendete ein, daß die Klägerin Bauherrin gewesen sei, weil sie insbesondere im Inneren des Hauses auf die bauliche Gestaltung Einfluß nehmen habe können. Der Fixpreis für das Einfamilienhaus sei ohne Zusammenhang damit vereinbart worden, in welcher Höhe die Klägerin Grunderwerbssteuer zu zahlen habe. Nach Legung der Rechnung sei sie (beklagte Partei) verpflichtet gewesen, die Umsatzsteuer für die von ihr und - zu einem geringeren Teil - von Subunternehmern erbrachten Leistungen zu bezahlen, und habe dies auch getan. Selbst wenn die Klagsforderung zu Recht bestünde, wäre sie noch nicht fällig, weil das Finanzamt die Umsatzsteuer noch nicht zurückbezahlt habe.

Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab. Es stellte fest, die Vermittlung des Grundverkaufes sei durch die Firma P***** GmbH erfolgt. Den Interessenten gegenüber, mit denen es zum Vertragsabschluß gekommen sei, sei erklärt worden, mit der gewählten Vertragskonstruktion könne möglicherweise die Grunderwerbsteuer umgangen werden, wenn der Interessent als Bauherr angesehen werden sollte. Wesentlich für die Interessenten und somit auch für die Klägerin sei allerdings gewesen, daß für die Errichtung der geplanten Einfamilienhäuser ein Fixpreis angegeben worden sei. Es war rechtlich der Meinung, daß für den von der Klägerin dem Wesen nach geltend gemachten bereicherungsrechtlichen Anspruch entscheidend sei, ob die beklagte Partei Anspruch auf Rückzahlung von Umsatzsteuer habe. Durch die Berufungsvorentscheidung des Finanzamtes für Gebühren und Verkehrssteuern sei bindend festgestellt worden, daß die Klägerin nicht Bauherrin gewesen sei. Dies entspreche auch der Sachlage. Als Bauherrin sei daher die beklagte Partei anzusehen. Diese sei gemäß § 6 Z 9 lit a UStG nicht verpflichtet gewesen, für die erbrachte Leistung Umsatzsteuer zu bezahlen. Der Bauherr sei als Lieferer des Werkes gemäß § 12 Abs 14 UStG nur verpflichtet, dem Erwerber eine entsprechend aufgeschlüsselte Rechnung auszustellen, damit eine doppelte Belastung mit Grunderwerbssteuer und Umsatzsteuer vermieden werde. Da das Klagebegehren nicht auf Ausstellung einer solchen Rechnung gerichtet sei, sei es schon aus diesem Grund abzuweisen. Der Klägerin stehe auch kein Schadenersatzanspruch zu, weil sie nicht Unternehmer und daher zum Vorsteuerabzug nicht berechtigt sei. Sie habe deshalb keinen Schaden dadurch erlitten, daß die beklagte Partei noch keine Rechnung im Sinn des § 12 Abs 14 UStG gelegt habe.

Das Berufungsgericht hob dieses Urteil des Erstgerichtes infolge Berufung der Klägerin, die die Feststellungen des Erstgerichtes nicht bekämpfte, auf und sprach aus, daß der Rekurs gegen seine Entscheidung zulässig sei. Dem Erstgericht sei zwar darin beizupflichten, daß die Klägerin gegen die beklagte Partei keinen bereicherungs- oder schadenersatzrechtlichen Anspruch habe. Es habe jedoch eine Prüfung der Geschäftsgrundlage der zwischen den Streitteilen geschlossenen Vereinbarung unterlassen. Hiezu sei es notwendig, Feststellungen über die Einbeziehung der beklagten Partei in das "Vertragsgeflecht" zu treffen. Nur wenn der Auftrag zur Errichtung des Einfamilienhauses völlig unabhängig vom Kauf des Grundstückes erteilt worden wäre, könnte man davon ausgehen, daß das Problem der Versteuerung allein die Sphäre der Klägerin, betreffe. Wäre die beklagte Partei hingegen in das Projekt sozusagen als "Teilhaber" eingebunden gewesen, so wäre davon auszugehen, daß die Frage der steuerrechtlichen Bauherrneigenschaft gemeinsame Geschäftsgrundlage der zwischen den Streitteilen geschlossenen Vereinbarung gewesen sei, basiere doch das gesamte Vertragsgeflecht darauf, daß die Klägerin lediglich die Liegenschaft umsatzsteuerfrei erwerbe, jedoch als Bauherrin für die Errichtung des Einfamilienhauses Umsatzsteuer zu entrichten habe. Für den hier eingetretenen Fall, daß die Steuerbehörde die Bauherrneigenschaft der Klägerin verneint und deshalb auch der entrichtete Umsatzsteuerbetrag (grunderwerbs-)versteuert wird, hätten die Parteien keine Vereinbarung getroffen, sodaß hier von einer planwidrigen Unvollständigkeit des Vertrages gesprochen werden könne. Die Vereinbarung über die Bauherrschaft der Klägerin sei durch die Entscheidung der Steuerbehörden, an welche die Gerichte gebunden seien, ihres Sinnes beraubt worden. Bei Wegfall der Geschäftsgrundlage, wenn also eine Voraussetzung nicht zutreffe, die stets einem Geschäft von der Art des geschlossenen zugrundegelegt wird, oder von der man gemeinsam ausging, könnten aber die Parteien - analog § 872 ABGB - die Vertragsanpassung begehren. Es sei dann zu fragen, was redlich denkende Parteien für den nun eingetretenen Fall vereinbart hätten. Hier sei diese Frage dahin zu beantworten, daß ein Kaufpreis ohne Mehrwertsteuer, allerdings unter Berücksichtigung der von der beklagten Partei für Fremdleistungen und Materialkosten entrichteten Umsatzsteuer, vereinbart worden wäre. Die beklagte Partei könne noch erreichen, daß ihr die zu Unrecht bezahlte Umsatzsteuer von der Steuerbehörde gutgeschrieben werde. Wenn sich eine Handlungspflicht der beklagten Partei herausstellen sollte, seien noch Feststellungen darüber notwendig, in welchem Umfang eine Antragstellung bei der Finanzbehörde zugunsten der beklagten Partei zu einer Ersparnis oder Refundierung der Umsatzsteuer geführt hätte. Redlich denkende Parteien hätten in diesem Fall nur die Überwälzung der für Fremdleistungen und Materialkosten von der beklagten Partei entrichteten Steuer vereinbart.

Rechtliche Beurteilung

Der von der beklagten Partei gegen diesen Beschluß des Berufungsgerichtes erhobene Rekurs ist berechtigt.

Nach der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes ist der Käufer eines Grundstückes nur dann als "Bauherr" anzusehen, wenn er

a) auf die bauliche Gestaltung des Hauses Einfluß nehmen kann,

b) das Baurisiko zu tragen hat, dh den bauausführenden Unternehmungen gegenüber unmittelbar berechtigt und verpflichtet ist, und

c) das finanzielle Risiko tragen muß, dh daß er nicht bloß einen Fixpreis zu zahlen hat, sondern alle Kostensteigerungen übernehmen muß, aber auch berechtigt ist, von den Bauausführenden Rechnungslegung zu verlangen (AnwBl 1991, 730 = NZ 1992, 224 und AnwBl 1991, 568 je mwN vgl Kolacny/Mayer UStG (1992) Anm 22 zu § 6). Diese Voraussetzungen waren hier bei der Klägerin aber nicht erfüllt, weil sie auf die bauliche Gestaltung des Hauses keinen (wesentlichen) Einfluß nehmen konnte und auch nicht das finanzielle Risiko zu tragen hatte, weil ein Fixpreis vereinbart war. Grundlage des Auftrages zur Herstellung des Hauses bildeten in erster Linie die von der beklagten Partei erstellten Bau- und Einreichpläne, auf welche die Klägerin nicht Einfluß nehmen konnte. In der Revision geht die beklagte Partei im übrigen nunmehr selbst davon aus, daß die Klägerin nicht Bauherrin gewesen sei. Die Vorgangsweise des zuständigen Finanzamtes für Gebühren und Verkehrssteuern, das in die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbssteuer nicht nur den für den Erwerb des Grundstückes vereinbarten Kaufpreis, sondern auch das der beklagten Partei zu bezahlende Entgelt einbezogen hat, entspricht daher der bezogenen Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes.

Da der Begriff des Bauherrn für die Grunderwerbs- und Umsatzsteuer einheitlich auszulegen ist (VwGH AnwBl 1991, 730 = NZ 1992, 224 und AnwBl 1991, 568 je mwN), ist die beklagte Partei für den Bereich der Umsatzsteuer als Bauherr anzusehen. Sie hat dann ein Gebäude auf fremdem Grund geliefert, das gemäß § 2 Abs 2 Z 2 GrEStG einem Grundstück gleichsteht; ein solcher Umsatz ist jedoch gemäß § 6 Z 9 lit a UStG steuerfrei (vgl Kolacny/Mayer, UStG (1992) aaO). Daraus ist jedoch für die Klägerin nichts zu gewinnen.

Das Berufungsgericht hat die Notwendigkeit ergänzender Feststellungen mit dem möglichen Wegfall der Geschäftsgrundlage begründet, es hat seine Entscheidung dem Inhalt nach aber auf die Regeln über die ergänzende Vertragsauslegung gestützt. Diese gehen den Rechtsfolgen des Wegfalles der Geschäftsgrundlage vor, weil das Institut der Geschäftsgrundlage, wenn überhaupt (vgl Rummel in Rummel2, Rz 6 und 6 a zu § 901), nur als letztes Mittel zur Lösung von Konfliktsfällen zwischen Vertragsparteien herangezogen werden darf (SZ 55/51; 3 Ob 502/94; Koziol-Welser I9 136).

Voraussetzung für eine ergänzende Vertragsauslegung ist das Vorliegen einer Regelungslücke (Vertragslücke), der Vertrag muß planwidrig unvollständig geblieben sein (SZ 62/4 mwN; 8 Ob 641/92; Rummel in Rummel2, Rz 9 zu § 914 ABGB; Binder in Schwimann, ABGB, Rz 106 zu § 914; Heinrichs in Palandt53 150; Mayer-Maly in Münchener Komm3 Rz 29 zu § 157 BGB; Soergel-Wolf12 Rz 103 f zu § 157 BGB). Meist tritt bei der Vertragabwicklung ein Fall ein, den die Parteien bei Abschluß des Vertrages nicht vorhergesehen und daher auch nicht bedacht haben (JBl 1986, 721 mwN; Heinrichs aaO), mag diese Lücke auch erst durch die spätere Entwicklung entstanden sein (Heinrichs aaO; Mayer-Maly aaO Rz 32; Soergel-Wolf aaO Rz 123).

Der Vertrag ist dann, sofern nicht dessen Auflösung begehrt wird und gerechtfertigt ist, nach der nunmehr herrschenden Auffassung anzupassen (RdW 1986, 377; EF 48.578; 3 Ob 502/94; Apathy in Schwimann, Rz 4 zu § 901; Rummel in Rummel2, Rz 6 a zu § 901; aM noch Miet 29.103). Dabei ist unter Berücksichtigung sämtlicher Vertragsbestimmungen und des Vertragszweckes zu fragen, was redliche und vernünftige Parteien für den von ihnen nicht bedachten Fall vereinbarten hätten (SZ 62/4; SZ 60/42; JBl 1986, 721; JBl 1986, 197;

JBL 1983, 592; 3 Ob 502/94 ua; Binder in Schwimann, Rz 108 zu § 914;

Rummel in Rummel2, Rz 6 zu § 901; vgl auch aaO Rz 11 ff zu § 914;

Koziol/Welser I9 92 mwN in FN 33).

Eine Regelungslücke liegt aber nicht vor. Nach den Tatsachenfeststellungen des Erstgerichtes, die von der Klägerin nicht bekämpft wurden, sind die Parteien bei Abschluß der Verträge davon ausgegangen, daß die Grunderwerbssteuer (richtig: die Bezahlung einer nicht bloß vom Kaufpreis berechneten Grunderwerbssteuer) "möglicherweise" umgangen werden könne. Sie haben also auch mit der Möglichkeit gerechnet, daß dies nicht der Fall sein wird. Die Klägerin hat sich trotzdem verpflichtet, der beklagten Partei ein Entgelt zu bezahlen, das auf der Grundlage ermittelt wurde, daß die beklagte Partei eine steuerpflichtige Lieferung oder Leistung erbringt. Für sie war nach den Tatsachenfeststellungen aber nicht dies, sondern nur wesentlich, daß ein Fixpreis vereinbart wurde, daß sie also nicht mehr als den im Vertrag genannten Betrag zu zahlen hatte. Die Unsicherheit für sie bestand nur darin, ob es gelingen werde, die Bemessung der Grunderwerbssteuer bloß auf der Grundlage des für das Grundstück zu entrichtenden Kaufpreises zu erreichen. Da aber auch mit dem - in der Folge tatsächlich eingetretenen - Fall gerechnet wurde, daß eine höhere Grunderwerbssteuer festgesetzt wird, und da die Klägerin trotzdem die nunmehr bekämpfte Vereinbarung mit der beklagten Partei schloß, kann nicht gesagt werden, daß die Parteien den in der Folge eingetretenen Fall nicht bedacht haben und deshalb eine Vertragslücke vorliegt.

Damit fehlt es aber auch an der Möglichkeit einer Vertragsanpassung wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage. Ganz abgesehen davon, daß die Klägerin in erster Instanz ein in diese Richtung zu beurteilendes Sachvorbringen nicht erstattete, zeigt die beklagte Partei in ihrem Rekurs zutreffend auf, daß die Änderung der Verhältnisse gegenüber dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses für die Klägerin vorhersehbar war; in diesem Fall ist aber der Rückgriff auf den Wegfall der Geschäftsgrundlage ausgeschlossen (SZ 59/17 mwN; Rummel aaO Rz 4, 6 zu § 910; Koziol-Welser9 I 135; Apathy aaO Rz 5). Nach den getroffenen Feststellungen war sich die Klägerin entgegen den Behauptungen in der Klage durchaus bewußt, daß eine höhere Grunderwerbsteuer nur möglicherweise umgangen werden könne. Schloß sie ungeachtet der Möglichkeit der Vorschreibung der Grunderwerbsteuer auch nach dem Kaufpreis für das Gebäude vorbehaltlos den Vertrag mit der beklagten Partei auf der Grundlage eines Fixpreises ab, nahm sie das Fehlschlagen der steuerlichen Erwartungen in ihre Risikosphäre. Damit ist aber, weil eine vertragliche Regelung vorlag, die Berufung auf den Wegfall der Geschäftsgrundlage ausgeschlossen (SZ 62/4; SZ 60/218).

Die Voraussetzungen für eine Vertragsanpassung durch ergänzende Vertragsauslegung oder wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage sind daher nicht erfüllt und es bedarf deshalb nicht der dem Erstgericht vom Berufungsgericht hiezu aufgetragenen zusätzlichen Feststellungen. Die Streitsache ist vielmehr zur Entscheidung reif, weshalb der Oberste Gerichtshof gemäß § 519 Abs 2 letzter Satz ZPO in der Sache selbst erkennen kann.

Sind die Voraussetzungen für eine solche Vertragsanpassung nicht erfüllt, so ist das Klagebegehren abzuweisen, weil sich dafür auch kein anderer Rechtsgrund finden läßt. Ein Bereicherungsanspruch würde voraussetzen, daß die Klägerin die zurückgeforderte Leistung ohne Rechtsgrund erbracht hat (Koziol/Welser I9 421; Rummel in Rummel2, Rz 20 vor § 1431). Dieser Fall liegt hier aber nicht vor, weil die Zahlung aufgrund des zwischen den Parteien geschlossenen Vertrages erfolgte. Den Anspruch auf Schadenersatz leitet die Klägerin aus dem Verhalten des Vertreters der beklagten Partei ab, das sich diese zurechnen lassen müsse.

Da sich aber, wie schon erwähnt, aus den Tatsachenfeststellungen des Erstgerichtes ergibt, daß die Klägerin auch die Möglichkeit in Betracht zog, von den Finanzbehörden nicht als Bauherrin behandelt zu werden, wäre ein rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten des Vertreters der beklagten Partei für einen allfälligen Schaden der Klägerin nicht kausal gewesen. Ein solcher Schaden könnte überdies nur darin bestehen, daß sie eine höhere als die von ihr angenommene Grunderwerbssteuer bezahlen mußte. Dieser Betrag wurde jedoch nicht eingeklagt. Soweit sich schließlich die Klägerin in ihrer Berufung auf einen Irrtum berief, ist ihr entgegenzuhalten, daß sie diesen Rechtsgrund im Verfahren erster Instanz nicht geltend machte, weshalb hierauf nicht Bedacht genommen werden darf (vgl SZ 46/84; Miet 26.061; SZ 43/123 ua). Das Urteil des Erstgerichtes war somit wiederherzustellen.

Der Ausspruch über die Kosten des Rekursverfahrens beruht auf den §§ 41 und 50 ZPO.

Anmerkung

E36486

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:0030OB00513.94.0525.000

Dokumentnummer

JJT_19940525_OGH0002_0030OB00513_9400000_000