Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob580/84 1Ob565/84 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0066883

Geschäftszahl

2Ob580/84; 1Ob565/84; 5Ob19/84; 5Ob607/84; 8Ob640/88; 3Ob608/89; 7Ob619/93; 8Ob616/93; 9Ob512/95; 1Ob609/95; 2Ob2201/96g; 7Ob335/98k; 9Ob47/04h; 6Ob88/05t; 6Ob230/05z; 3Ob27/07b; 5Ob144/08z; 8Ob11/10s; 10Ob18/11m; 1Ob198/13v; 4Ob108/14g; 2Ob208/14y; 10Ob2/16s; 1Ob189/17a; 4Ob157/18v

Entscheidungsdatum

03.07.1984

Norm

MG §1 Abs1 A1
MRG §1 Abs1

Rechtssatz

Das MRG umfasst auf Grund des Wortlautes seines § 1 Abs 1 nur mehr "Raummiete". Ebenso wie die Rechtsprechung, die das MG dann nicht auf Mietverträge über Grundstücke zum Zweck der Beschaffung von Wohnraum anwendete, wenn dadurch nicht das Wohnbedürfnis dauernd befriedigt werden sollte, kommt eine Anwendung des MRG auf die Miete von Grundstücken zur Errichtung eines Geschäftsraumes jedenfalls dann nicht in Frage, wenn die Errichtung des Raumes nicht zum Zweck dauernder geschäftlicher Tätigkeit erfolgte.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 580/84
    Entscheidungstext OGH 03.07.1984 2 Ob 580/84
    Veröff: MietSlg 36237 = RdW 1984,338 = RZ 1985/49 S 135
  • 1 Ob 565/84
    Entscheidungstext OGH 31.08.1984 1 Ob 565/84
    Vgl; Veröff: EvBl 1984/161 S 664 = JBl 1985,105 = MietSlg XXXVI/28
  • 5 Ob 19/84
    Entscheidungstext OGH 18.09.1984 5 Ob 19/84
    nur: Das MRG umfasst auf Grund des Wortlautes seines § 1 Abs 1 nur mehr "Raummiete". (T1)
    Veröff: EvBl 1985/28 S 118 = JBl 1985,363 = MietSlg XXXVI/19
  • 5 Ob 607/84
    Entscheidungstext OGH 11.12.1984 5 Ob 607/84
    nur T1; Veröff: SZ 57/194 = RdW 1985,367 = MietSlg XXXVI/48
  • 8 Ob 640/88
    Entscheidungstext OGH 31.05.1989 8 Ob 640/88
    Auch; nur T1; Veröff: WoBl 1990,159 (Würth)
  • 3 Ob 608/89
    Entscheidungstext OGH 24.01.1990 3 Ob 608/89
  • 7 Ob 619/93
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 7 Ob 619/93
    nur T1
  • 8 Ob 616/93
    Entscheidungstext OGH 25.11.1994 8 Ob 616/93
    nur T1
  • 9 Ob 512/95
    Entscheidungstext OGH 28.06.1995 9 Ob 512/95
    Auch; Veröff: SZ 68/123
  • 1 Ob 609/95
    Entscheidungstext OGH 04.10.1995 1 Ob 609/95
    Auch; nur T1
  • 2 Ob 2201/96g
    Entscheidungstext OGH 31.03.1998 2 Ob 2201/96g
    Auch; Beisatz: Werden jedoch Grundflächen zur Errichtung von Superädifikaten für geschäftliche Zwecke vermietet, sind die Bestimmungen des Mietrechtsgesetzes über den Kündigungsschutz dann analog anzuwenden, wenn der Verwendung der vom Mieter auf den Grundflächen errichteten Geschäftsgebäude für den Gebrauch des gesamten Bestandobjekts selbständige Bedeutung zukommt und diese daher im Verhältnis zur Funktion der unbebauten Grundflächen nicht gänzlich in den Hintergrund tritt. (T2)
  • 7 Ob 335/98k
    Entscheidungstext OGH 28.04.1999 7 Ob 335/98k
    nur T1; Beis ähnlich wie T2; Beisatz: Hier: Blockhaus. (T3)
  • 9 Ob 47/04h
    Entscheidungstext OGH 17.11.2004 9 Ob 47/04h
    nur T1; Beis ähnlich T2; Beisatz: Hier: "Fernsehlokalsendeanlage, die im Wesentlichen aus einem ca 32 m hohen Antennenmast und einer ca 8 m² großen ebenerdigen Sendeunterkunft besteht. (T4)
    Veröff: SZ 2004/161
  • 6 Ob 88/05t
    Entscheidungstext OGH 23.06.2005 6 Ob 88/05t
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Umfassende Auseinandersetzung mit der gegenteiligen Meinung des jüngeren Schrifttums. (T5)
  • 6 Ob 230/05z
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 6 Ob 230/05z
    Beisatz: Geschäftsräumlichkeiten sind dreidimensional abgeschlossene, geschäftlichen Zwecken dienende Gebilde. Dass diese auch der Allgemeinheit zuhänglich sind, ist nicht erforderlich. (T6)
    Beisatz: Hier: Gasstation, die aus einem Messgebäude, einer Kontrollwarte und E-Gebäude besteht. (T7)
  • 3 Ob 27/07b
    Entscheidungstext OGH 13.07.2007 3 Ob 27/07b
    Auch; nur T1; Beis wie T6 nur: Geschäftsräumlichkeiten sind dreidimensional abgeschlossene, geschäftlichen Zwecken dienende Gebilde. (T8)
    Beisatz: Hier: Ein Vertrag über die Miete einer ganzen Messehalle unterfällt grundsätzlich § 1 Abs 1 MRG. (T9)
  • 5 Ob 144/08z
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 144/08z
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2; Beis wie T8
  • 8 Ob 11/10s
    Entscheidungstext OGH 04.11.2010 8 Ob 11/10s
    Auch; Beis wie T2
  • 10 Ob 18/11m
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 10 Ob 18/11m
    Auch
  • 1 Ob 198/13v
    Entscheidungstext OGH 21.11.2013 1 Ob 198/13v
    Vgl
  • 4 Ob 108/14g
    Entscheidungstext OGH 24.06.2014 4 Ob 108/14g
    Vgl auch; nur T1
  • 2 Ob 208/14y
    Entscheidungstext OGH 23.04.2015 2 Ob 208/14y
    Vgl; Beis wie T2
  • 10 Ob 2/16s
    Entscheidungstext OGH 10.05.2016 10 Ob 2/16s
    Vgl auch; Beis wie T2
  • 1 Ob 189/17a
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 189/17a
    Auch; Beis wie T2
  • 4 Ob 157/18v
    Entscheidungstext OGH 27.11.2018 4 Ob 157/18v
    Auch; Beis wie T2

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0066883

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2019

Dokumentnummer

JJR_19840703_OGH0002_0020OB00580_8400000_001

Rechtssatz für 6Ob517/85 3Ob608/89 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0069242

Geschäftszahl

6Ob517/85; 3Ob608/89; 3Ob515/93; 8Ob615/93; 7Ob619/93; 1Ob2315/96i; 5Ob144/08z

Entscheidungsdatum

14.02.1985

Norm

MRG §1

Rechtssatz

Geschäftlich nur als solche genutzte Grundstücke sollen den Kündigungsbeschränkungen nicht mehr unterliegen, sodass die generelle Einbeziehung zu geschäftlicher Nutzung vereinbarter Mieten von Grundstücken im Wege der Analogie nicht mehr in Betracht kommt.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 517/85
    Entscheidungstext OGH 14.02.1985 6 Ob 517/85
    Veröff: SZ 58/25 = MietSlg 37222(13)
  • 3 Ob 608/89
    Entscheidungstext OGH 24.01.1990 3 Ob 608/89
  • 3 Ob 515/93
    Entscheidungstext OGH 24.02.1993 3 Ob 515/93
    Beisatz: Hier: Plakatwand (T1)
  • 8 Ob 615/93
    Entscheidungstext OGH 09.09.1993 8 Ob 615/93
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Mobiler Imbissstand. (T2)
  • 7 Ob 619/93
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 7 Ob 619/93
    Vgl auch
  • 1 Ob 2315/96i
    Entscheidungstext OGH 29.04.1997 1 Ob 2315/96i
    Auch
  • 5 Ob 144/08z
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 144/08z
    Beisatz: Werbemast. (T3)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0069242

Zuletzt aktualisiert am

17.11.2008

Dokumentnummer

JJR_19850214_OGH0002_0060OB00517_8500000_001

Rechtssatz für 5Ob67/87 5Ob593/87 3Ob5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0069496

Geschäftszahl

5Ob67/87; 5Ob593/87; 3Ob501/90; 8Ob662/89; 7Ob619/93; 8Ob616/93; 9Ob47/04h; 6Ob230/05z; 5Ob276/05g; 6Ob82/05k; 3Ob27/07b; 5Ob120/10y

Entscheidungsdatum

01.09.1987

Norm

MRG §1 Abs1
MRG §37 Abs1 Z8

Rechtssatz

Räumliche Teile eines Geschäftsraumes ohne bauliche Abgrenzung sind nicht Geschäftsräumlichkeit im Sinne des § 1 Abs 1 MRG, ihre entgeltliche Zurverfügungstellung fällt nicht in den Anwendungsbereich des MRG (hier: vier Quadratmeter große, nur durch einen Vorhang abgegrenzte Teilfläche eines fünfzig Quadratmeter großen Raumes).

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 67/87
    Entscheidungstext OGH 01.09.1987 5 Ob 67/87
    Veröff: JBl 1988,109 = WoBl 1988,17
  • 5 Ob 593/87
    Entscheidungstext OGH 22.12.1987 5 Ob 593/87
    Beisatz: Auch Grundflächen nicht, auf denen der Mieter nicht ein Superädifikat errichtet oder ein schon bestehendes erwirbt, sondern darauf nur irgendwelche Einrichtungen zu geschäftlicher Betätigung aufstellt (hier: transportabler Holzstand). (T1) Veröff: WoBl 1988,65 = RdW 1988,386 (Neumayer) = MietSlg XXXIX/57
  • 3 Ob 501/90
    Entscheidungstext OGH 14.03.1990 3 Ob 501/90
    Vgl; Beisatz: Als bauliche Abgrenzung kann jede den Raum abtrennende, wenn auch zum bedungenen Gebrauch des Feilbietens und Vertriebes von Waren offene Teilumwandlung angesehen werden. (T2)
  • 8 Ob 662/89
    Entscheidungstext OGH 29.11.1990 8 Ob 662/89
    Vgl; Beis wie T1 nur: Auch Grundflächen nicht, auf denen der Mieter nicht ein Superädifikat errichtet oder ein schon bestehendes erwirbt, sondern darauf nur irgendwelche Einrichtungen zu geschäftlicher Betätigung aufstellt. (T3) Beisatz: Betonmischanlage (T4)
  • 7 Ob 619/93
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 7 Ob 619/93
  • 8 Ob 616/93
    Entscheidungstext OGH 25.11.1994 8 Ob 616/93
    Vgl; Beisatz: Dies gilt auch für Wohnräume. (T5)
  • 9 Ob 47/04h
    Entscheidungstext OGH 17.11.2004 9 Ob 47/04h
    Vgl; Beis wie T3; Beisatz: "Fernsehlokalsendeanlage, die im Wesentlichen aus einem ca 32 m hohen Antennenmast und einer ca 8 m² großen ebenerdigen Sendeunterkunft besteht. (T6); Veröff: SZ 2004/161
  • 6 Ob 230/05z
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 6 Ob 230/05z
    Vgl; Beisatz: Geschäftsräumlichkeiten sind dreidimensional abgeschlossene, geschäftlichen Zwecken dienende Gebilde. Dass diese auch der Allgemeinheit zuhänglich sind, ist nicht erforderlich. (T7); Beisatz: Hier: Gasstation, die aus einem Messgebäude, einer Kontrollwarte und E-Gebäude besteht. (T8)
  • 5 Ob 276/05g
    Entscheidungstext OGH 10.01.2006 5 Ob 276/05g
    Beisatz: Hier: Überlassung von EDV-Arbeitsplätzen. (T9)
  • 6 Ob 82/05k
    Entscheidungstext OGH 12.10.2006 6 Ob 82/05k
    Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Brückenwaage und eine Schrottpresse (Schrottschere). (T10)
  • 3 Ob 27/07b
    Entscheidungstext OGH 13.07.2007 3 Ob 27/07b
    nur: Räumliche Teile eines Geschäftsraumes ohne bauliche Abgrenzung sind nicht Geschäftsräumlichkeit im Sinne des § 1 Abs 1 MRG, ihre entgeltliche Zurverfügungstellung fällt nicht in den Anwendungsbereich des MRG. (T11); Beis wie T7 nur: Geschäftsräumlichkeiten sind dreidimensional abgeschlossene, geschäftlichen Zwecken dienende Gebilde. (T12); Beisatz: Hier: Ein Vertrag über die Miete einer ganzen Messehalle unterfällt grundsätzlich § 1 Abs 1 MRG. (T13)
  • 5 Ob 120/10y
    Entscheidungstext OGH 15.07.2010 5 Ob 120/10y
    Vgl aber; Beisatz: Das MRG gilt auch für die Miete von baulich abgegrenzten Teilen eines Geschäftsraums. (T14)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0069496

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.08.2010

Dokumentnummer

JJR_19870901_OGH0002_0050OB00067_8700000_001

Rechtssatz für 1Ob663/90 7Ob619/93 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0069446

Geschäftszahl

1Ob663/90; 7Ob619/93; 3Ob11/05x; 3Ob27/07b; 2Ob164/12z; 5Ob144/17p

Entscheidungsdatum

13.02.1991

Norm

MRG §1 Abs1

Rechtssatz

Ein "Raum" ist ein dreidimensional abgegrenztes Gebilde. Eine fünfflächige Begrenzung ist ausreichend.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 663/90
    Entscheidungstext OGH 13.02.1991 1 Ob 663/90
    Veröff: EvBl 1991/82 S 378 = WoBl 1991,190 (Würth)
  • 7 Ob 619/93
    Entscheidungstext OGH 13.04.1994 7 Ob 619/93
    Vgl
  • 3 Ob 11/05x
    Entscheidungstext OGH 20.10.2005 3 Ob 11/05x
    Beisatz: Bei zwei übereinander angeordneten Stapelparkplätzen, die mit einer Hebevorrichtung derart bewegt werden, dass die untere Abstellfläche in den Boden versenkt wird, um die Zu- und Abfahrt auf die obere Abstellfläche zu ermöglichen, handelt es sich nicht um eine Räumlichkeit iSd § 1 Abs 1 MRG; das MRG ist auf die Vermietung derartiger Stellplätze nicht anzuwenden, weil die 5-flächige Begrenzung nicht immer vorhanden ist. (T1)
  • 3 Ob 27/07b
    Entscheidungstext OGH 13.07.2007 3 Ob 27/07b
    Beisatz: Hier: Ein Vertrag über die Miete einer ganzen Messehalle unterfällt grundsätzlich §1 Abs1 MRG. (T2)
  • 2 Ob 164/12z
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 2 Ob 164/12z
    Beisatz: Hier: Nicht: von Gärtnerei verwendeter Folientunnel. (T3)
  • 5 Ob 144/17p
    Entscheidungstext OGH 23.10.2017 5 Ob 144/17p

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0069446

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.12.2017

Dokumentnummer

JJR_19910213_OGH0002_0010OB00663_9000000_001

Entscheidungstext 7Ob619/93

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

7Ob619/93

Entscheidungsdatum

13.04.1994

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Warta als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Niederreiter, Dr.Schalich, Dr.Tittel und Dr.I.Huber als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei H*****, vertreten durch Dr.Hans Rant und Dr.Kurt Freyler, Rechtsanwälte in Wien, wider die beklagte Partei M*****, vertreten durch Dr.Helmut Neudorfer ua Rechtsanwälte in Wien, wegen Räumung, infolge Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Landesgerichtes Korneuburg als Berufungsgericht vom 20.April 1993, GZ 5 R 92/93-30, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Bezirksgerichtes Stockerau vom 23.Dezember 1992, GZ 1 C 303/92d-25, bestätigt wurde, folgenden

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei die mit S 5.433,-- (darin enthalten S 905,60 Umsatzsteuer) bestimmten Kosten der Revisionsbeantwortung binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Begründung:

Rechtliche Beurteilung

Die Entscheidung der zweiten Instanz entspricht der ständigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes, daß seit dem Inkrafttreten des Mietrechtsgesetzes (1.1.1982) die bloße Flächenmiete - die bis dahin gemäß § 1 Abs.1 MG dem Geltungsbereich dieses Gesetzes unterlag, wenn sie zu Geschäftszwecken erfolgte - grundsätzlich nicht mehr in den Bereich des Kündigungsschutzes des MRG fällt (MietSlg. 39.207/57 mwN). Auch räumliche Teile eines Geschäftsraumes ohne bauliche Abgrenzung sind nicht als Geschäftsräumlichkeit im Sinn des § 1 Abs.1 MRG aufzufassen (WoBl. 1988/2; WoBl. 1988/32 = MietSlg. 39.207/57; WoBl. 1991/4; WoBl. 1991/114).

Alle diese Entscheidungen lassen keinen Zweifel daran, daß unter "baulicher Abgrenzung" zu verstehen ist, daß zumindest auf drei Seiten des Raumteiles auch eine vertikale Abgrenzung von der übrigen Fläche (vgl. auch MietSlg. 38.374/12) vorhanden sein muß, damit die auf diese Weise umgrenzte Fläche als eigener Raum gewertet werden kann. Der Umstand, daß der Boden, also die Begrenzung nach unten, im angemieteten Teilbereich anders als in dem ihn umgebenden Gelände beschaffen ist, macht die Teilfläche noch nicht zum "Geschäftsraum". Es bedarf keiner weiteren Erörterung, daß ein Betonfundament samt einer Vertiefung für Leitungen und einem Kühlmitteltank nicht dem Begriff des Raumes, also der baulich umschlossenen Einheit (WoBl. 1988/2) im Sinn der zitierten Rechtsprechung entspricht, sodaß entgegen der Ansicht des Gerichtes zweiter Instanz keine erhebliche Rechtsfrage im Sinn des § 502 Abs.1 ZPO vorliegt.

Der Umstand, daß die beklagte Partei auch andere Teilflächen oder Räumlichkeiten von der klagenden Partei gemietet hat, macht die strittige Teilfläche noch nicht zur mitgemieteten Fläche im Sinn des § 1 Abs.1 MRG, weil hiefür der - hier nicht vorliegende - Parteiwille ausschlaggebend ist, daß die Mietverhältnisse ein einheitliches Schicksal haben (WoBl. 1992/22). Es ist auch nicht hervorgekommen, daß die Teilfläche in einem funktionellen Zusammenhang (WoBl. 1990/80) mit einem seitens der beklagten Partei von der klagenden Partei gemieteten Geschäftslokal steht.

§ 1 MRG ist zwar auf die Grundstücksmiete mit einem Wohngebäude-Superädifikat oder Geschäftsraum-Superpädfikat analog anzuwenden (EvBl. 1984/181 uva). Dessenungeachtet gibt es Grundstücksmieten zu Geschäftszwecken, die auch nicht im Weg der Analogie dem Kündigungsschutz des MRG unterstellt werden können, etwa weil vom Mieter darauf errichtete Superädifikate nicht als Geschäftsräumlichkeiten im sprachgebräuchlichen Sinn zu bezeichnen sind (F.Bydlinski in JBl 1984, 251; MietSlg 36.236/48; 3 Ob 515/93; vgl. auch WoBl. 1988/32). Eine Maschine ist kein Geschäftsraum im sprachgebräuchlichen Sinn.

Anmerkung

E35878

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:0070OB00619.93.0413.000

Dokumentnummer

JJT_19940413_OGH0002_0070OB00619_9300000_000