Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 4Ob581/76 5Ob661/77 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0019529

Geschäftszahl

4Ob581/76; 5Ob661/77; 6Ob609/78; 5Ob571/79; 5Ob706/79; 4Ob122/80; 5Ob28/82; 1Ob581/86; 4Ob597/87; 1Ob509/94; 1Ob10/98x; 8Ob278/99m; 8Ob167/00t; 7Ob186/01f; 3Ob237/01a; 3Ob134/04h; 7Ob110/04h; 1Ob153/04p; 3Ob176/06p; 7Ob52/07h; 7Ob84/07i; 17Ob21/09a; 3Ob12/11b; 9ObA7/11m; 9ObA62/12a; 7Ob48/12b; 10Ob61/12m; 4Ob163/12t; 4Ob36/13t; 2Ob261/12i; 9ObA20/13a; 5Ob94/13d; 4Ob105/13i; 9ObA57/13t; 9ObA86/14h; 9ObA125/14v; 9ObA3/16f; 9ObA54/16f; 1Ob139/16x; 4Ob120/17a; 1Ob27/18d; 1Ob33/18m; 7Ob124/19i; 4Ob72/20x; 2Ob142/19z

Entscheidungsdatum

16.11.1976

Norm

ABGB §1012
EGZPO ArtXLII IA
EGZPO ArtXLII Da
HGB §384
HGB §400

Rechtssatz

Zweck der Rechnungslegungspflicht ist es, den Auftraggeber (oder sonst Berechtigten) in die Lage zu versetzen, Herausgabeansprüche oder Schadenersatzansprüche gegen den Beauftragten (oder sonst Rechnungslegungspflichtigen) aus der Geschäftsbesorgung und allenfalls auch Ansprüche aus dem Ausführungsgeschäft gegen den Dritten feststellen und geltend machen zu können. Um diesen Zweck der Rechnungslegung zu erreichen, darf der Umfang der Rechnungslegungspflicht nicht allzusehr eingeschränkt werden; er muss nach der Natur des Geschäftes und den Umständen des Falles auf das Verkehrsübliche abgestellt werden.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 581/76
    Entscheidungstext OGH 16.11.1976 4 Ob 581/76
    Veröff: EvBl 1977/151 S 322
  • 5 Ob 661/77
    Entscheidungstext OGH 25.10.1977 5 Ob 661/77
  • 6 Ob 609/78
    Entscheidungstext OGH 18.05.1978 6 Ob 609/78
    Auch
  • 5 Ob 571/79
    Entscheidungstext OGH 06.11.1979 5 Ob 571/79
    nur: Der Umfang der Rechnungslegungspflicht muss nach der Natur des Geschäftes und den Umständen des Falles auf das Verkehrsübliche abgestellt werden. (T1)
  • 5 Ob 706/79
    Entscheidungstext OGH 15.01.1980 5 Ob 706/79
    Auch; Beisatz: Factoringvertrag - Rechnungslegungspflicht verneint. (T2)
  • 4 Ob 122/80
    Entscheidungstext OGH 07.07.1981 4 Ob 122/80
    Ähnlich; nur: Zweck der Rechnungslegungspflicht ist es, den Auftraggeber (oder sonst Berechtigten) in die Lage zu versetzen, Herausgabeansprüche oder Schadenersatzansprüche gegen den Beauftragten (oder sonst Rechnungslegungspflichtigen) aus der Geschäftsbesorgung und allenfalls auch Ansprüche aus dem Ausführungsgeschäft gegen den Dritten feststellen und geltend machen zu können. (T3)
    Veröff: Arb 9996
  • 5 Ob 28/82
    Entscheidungstext OGH 15.06.1982 5 Ob 28/82
    nur T1; Veröff: SZ 55/87 = NZ 1983,170 = MietSlg 34729 = MietSlg 34954(21)
  • 1 Ob 581/86
    Entscheidungstext OGH 28.05.1986 1 Ob 581/86
    nur T1
  • 4 Ob 597/87
    Entscheidungstext OGH 09.02.1988 4 Ob 597/87
    nur T1; nur T3
    Veröff: RdW 1988,386
  • 1 Ob 509/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 509/94
    nur T1
  • 1 Ob 10/98x
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 1 Ob 10/98x
    Auch; nur T1
  • 8 Ob 278/99m
    Entscheidungstext OGH 24.02.2000 8 Ob 278/99m
    nur T1
  • 8 Ob 167/00t
    Entscheidungstext OGH 13.09.2001 8 Ob 167/00t
  • 7 Ob 186/01f
    Entscheidungstext OGH 29.10.2001 7 Ob 186/01f
    Vgl auch; Beisatz: Die Rechnungslegung soll den Machtgeber in die Lage versetzen, seine Rechte und Verpflichtungen gegenüber dem Gewalthaber beurteilen zu können, insbesondere ob die Geschäftsbesorgung vereinbarungsgemäß beziehungsweise pflichtgemäß durchgeführt wurde. (T4)
    Beisatz: Bei einer Verkaufskommission von Wertpapieren, bei denen ein Börsenpreis oder Marktpreis amtlich festgestellt wird, ist im Falle des Selbsteintritts des Kommissionärs die Rechenschaftspflicht des Kommissionärs wesentlich beschränkt; die selbsteintretende Bank muss - abweichend von § 384 Abs 2 HGB - in diesem Fall nur nachweisen, den zur Zeit der Ausführung bestehenden Börsenpreis oder Marktpreis eingehalten zu haben. (T5)
    Veröff: SZ 74/182
  • 3 Ob 237/01a
    Entscheidungstext OGH 19.12.2001 3 Ob 237/01a
    nur: Zweck der Rechnungslegungspflicht ist es, den Berechtigten in die Lage zu versetzen, Herausgabeansprüche oder Schadenersatzansprüche gegen den Rechnungslegungspflichtigen feststellen und geltend machen zu können. Um diesen Zweck der Rechnungslegung zu erreichen, darf der Umfang der Rechnungslegungspflicht nicht allzusehr eingeschränkt werden. (T6)
  • 3 Ob 134/04h
    Entscheidungstext OGH 26.08.2004 3 Ob 134/04h
    Auch; nur T6
  • 7 Ob 110/04h
    Entscheidungstext OGH 20.10.2004 7 Ob 110/04h
    Vgl auch
  • 1 Ob 153/04p
    Entscheidungstext OGH 27.09.2005 1 Ob 153/04p
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Der Umfang der Rechnungslegungspflicht ist nach der Natur des Geschäftes und den Umständen des Einzelfalls nach der Verkehrsübung zu beurteilen. (T7)
  • 3 Ob 176/06p
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 3 Ob 176/06p
    Auch; nur T1; Beis ähnlich wie T7; Beisatz: Die Verwandtschaft der Beteiligten kann Einfluss auf diese Beurteilung haben. (T8)
    Beisatz: Hier: Von der Beklagten eine Detaillierung der (behaupteten) regelmäßigen Ausgaben für die Klägerin (Lebensmittel, Kleidung, Taschengeld) zu verlangen, hieße die Rechnungslegungspflicht unter Verwandten (hier: Mutter und Tochter) zu überspannen. (T9)
  • 7 Ob 52/07h
    Entscheidungstext OGH 18.04.2007 7 Ob 52/07h
    nur T1; nur T6
  • 7 Ob 84/07i
    Entscheidungstext OGH 09.05.2007 7 Ob 84/07i
    Auch; nur T1; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Aufgrund dieser Einzelfallbezogenheit lässt sich nicht generalisierend sagen, ob durch die Vorlage aller Kontoauszüge mit allen Bezug habenden Belegen in einem bestimmten Zeitraum der Rechnungslegungspflicht genügt wird. (T10)
  • 17 Ob 21/09a
    Entscheidungstext OGH 16.12.2009 17 Ob 21/09a
    Auch; Beisatz: Der Inhalt eines Rechnungslegungsbegehrens ist ausreichend bestimmt, wenn darin auf jene Handlungsweisen Bezug genommen wird, die zu unterlassen sind und über welche Rechnung zu legen ist. (T11)
  • 3 Ob 12/11b
    Entscheidungstext OGH 22.03.2011 3 Ob 12/11b
    Auch
  • 9 ObA 7/11m
    Entscheidungstext OGH 21.12.2011 9 ObA 7/11m
    Auch; nur T1; Beis wie T7
  • 9 ObA 62/12a
    Entscheidungstext OGH 22.08.2012 9 ObA 62/12a
    Beis ähnlich wie T7
  • 7 Ob 48/12b
    Entscheidungstext OGH 17.10.2012 7 Ob 48/12b
    nur T3
  • 10 Ob 61/12m
    Entscheidungstext OGH 26.02.2013 10 Ob 61/12m
    Beis ähnlich wie T7; Beisatz: Hier: Baubetreuungsvertrag - Verpflichtung zur Vorlage einer Lichtbilddokumentation. (T12)
  • 4 Ob 163/12t
    Entscheidungstext OGH 12.02.2013 4 Ob 163/12t
    Auch
  • 4 Ob 36/13t
    Entscheidungstext OGH 18.06.2013 4 Ob 36/13t
    Auch; nur T6 nur: Zweck der Rechnungslegungspflicht ist es, den Berechtigten in die Lage zu versetzen, Herausgabeansprüche oder Schadenersatzansprüche gegen den Rechnungslegungspflichtigen feststellen und geltend machen zu können. (T13)
  • 2 Ob 261/12i
    Entscheidungstext OGH 07.05.2013 2 Ob 261/12i
    nur T1; Beis wie T7; Beis wie T10; Beisatz: Hier: Rechnungslegungsbegehren, um die Unterhaltsbemessungsgrundlage als Basis für die Berechnung des Unterhaltsanspruchs der Klägerin offen zu legen. (T14)
  • 9 ObA 20/13a
    Entscheidungstext OGH 25.06.2013 9 ObA 20/13a
    nur T6
  • 5 Ob 94/13d
    Entscheidungstext OGH 28.08.2013 5 Ob 94/13d
    nur: Um den Zweck der Rechnungslegung zu erreichen, darf der Umfang der Rechnungslegungspflicht nicht allzu sehr eingeschränkt werden; es muss nach den Umständen des Falls auf das Verkehrsübliche abgestellt werden. (T15)
  • 4 Ob 105/13i
    Entscheidungstext OGH 23.09.2013 4 Ob 105/13i
    Vgl auch; Beis wie T7; Beisatz: Hier: Abrechnung eines Vermögensverwalters im Rahmen eines Ansparvertrags. (T16)
  • 9 ObA 57/13t
    Entscheidungstext OGH 27.09.2013 9 ObA 57/13t
    Beis wie T7
  • 9 ObA 86/14h
    Entscheidungstext OGH 25.09.2014 9 ObA 86/14h
    Auch
  • 9 ObA 125/14v
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 9 ObA 125/14v
    Auch; Beis wie T7
  • 9 ObA 3/16f
    Entscheidungstext OGH 25.02.2016 9 ObA 3/16f
  • 9 ObA 54/16f
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 9 ObA 54/16f
    Auch; Beis wie T7
  • 1 Ob 139/16x
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 1 Ob 139/16x
    nur T13; Beisatz: Aus diesem Zweck ergibt sich auch der Umfang der Verpflichtung des Beauftragten zur Auskunftserteilung bzw Rechnungslegung. (T17)
    Beisatz: Hier: Auskunftsanspruch nach Art XLII EGZPO. (T18)
  • 4 Ob 120/17a
    Entscheidungstext OGH 27.07.2017 4 Ob 120/17a
    Auch; Beis wie T4; nur T6
  • 1 Ob 27/18d
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 1 Ob 27/18d
    Auch; Beis wie T10
  • 1 Ob 33/18m
    Entscheidungstext OGH 19.06.2018 1 Ob 33/18m
    Auch
  • 7 Ob 124/19i
    Entscheidungstext OGH 28.08.2019 7 Ob 124/19i
    Vgl auch
  • 4 Ob 72/20x
    Entscheidungstext OGH 02.07.2020 4 Ob 72/20x
    Beis wie T4; nur T6; Beisatz: Ein allfälliger Zahlungsanspruch muss sich aus der begehrten Rechnungslegung ableiten lassen. (T19)
  • 2 Ob 142/19z
    Entscheidungstext OGH 29.06.2020 2 Ob 142/19z
    nur T15

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0019529

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.10.2020

Dokumentnummer

JJR_19761116_OGH0002_0040OB00581_7600000_001

Rechtssatz für 6Ob760/82 4Ob630/88 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021946

Geschäftszahl

6Ob760/82; 4Ob630/88; 8Ob508/89; 4Ob573/89 (4Ob1529/89); 1Ob509/94; 2Ob107/01a; 5Ob113/09t; 10Ob61/12m; 4Ob128/14y; 9Ob79/14d; 1Ob161/14d; 4Ob113/20a

Entscheidungsdatum

29.09.1983

Norm

ABGB §1170

Rechtssatz

Eine detaillierte Rechnung liegt vor, wenn unter Berücksichtigung der Art und des Umfanges des Werkes sowie des Einblickes des "Bestellers" dieser ausreichend über die Berechnungsunterlagen informiert wird, sodass er die Möglichkeit der Prüfung der Angemessenheit des Gesamtentgeltes besitzt. Ob diese Anforderungen erfüllt sind, ist nach den Umständen des Einzelfalles zu beurteilen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 760/82
    Entscheidungstext OGH 29.09.1983 6 Ob 760/82
  • 4 Ob 630/88
    Entscheidungstext OGH 13.12.1988 4 Ob 630/88
    Vgl auch
  • 8 Ob 508/89
    Entscheidungstext OGH 31.05.1989 8 Ob 508/89
    Beisatz: Diese allgemeinen Erwägungen haben insbesondere auch für die Honorarforderung eines Rechtsanwaltes zu gelten. (T1) Veröff: SZ 62/102 = AnwBl 1990,45 (Pritz)
  • 4 Ob 573/89
    Entscheidungstext OGH 12.09.1989 4 Ob 573/89
    Vgl auch
  • 1 Ob 509/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 509/94
    Auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 107/01a
    Entscheidungstext OGH 27.06.2002 2 Ob 107/01a
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 113/09t
    Entscheidungstext OGH 24.11.2009 5 Ob 113/09t
    Vgl
  • 10 Ob 61/12m
    Entscheidungstext OGH 26.02.2013 10 Ob 61/12m
  • 4 Ob 128/14y
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 4 Ob 128/14y
  • 9 Ob 79/14d
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 9 Ob 79/14d
  • 1 Ob 161/14d
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 1 Ob 161/14d
  • 4 Ob 113/20a
    Entscheidungstext OGH 11.08.2020 4 Ob 113/20a
    Beisatz: Betrifft die Rechnung Sanierungskosten, bei denen nicht nur die Angemessenheit, sondern vor allem die Schadensursache und die daraus resultierende Zuordnung der Schadensteile strittig sind, hat der Werkunternehmer mit seiner Rechnung nicht nur die Angemessenheit des Rechnungsbetrags darzulegen, sondern darüber hinaus den Nachweis zu erbringen, dass die abgerechneten Sanierungsmaßnahmen beauftragt und erforderlich waren und zur Gänze in den Verantwortungsbereich des beklagten Bestellers fallen, wenn diese Umstände bestritten werden. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0021946

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2020

Dokumentnummer

JJR_19830929_OGH0002_0060OB00760_8200000_001

Rechtssatz für 3Ob632/85 4Ob630/88 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0022017

Geschäftszahl

3Ob632/85; 4Ob630/88; 8Ob508/89; 4Ob573/89 (4Ob1529/89); 1Ob608/92; 1Ob509/94; 6Ob286/99y; 8Ob149/02y; 13Bkd4/07; 5Ob113/09t

Entscheidungsdatum

19.03.1986

Norm

ABGB §1170

Rechtssatz

Eine ordentliche Rechnungslegung hat alle Angaben zu enthalten, die eine Überprüfung der Angemessenheit (§ 1152 ABGB) zulassen. Der Besteller, der Baukosten zu zahlen hat, kann deshalb auf einer ordnungsgemäß zusammengestellten, vollständigen Rechnung bestehen.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 632/85
    Entscheidungstext OGH 19.03.1986 3 Ob 632/85
    Veröff: JBl 1986,450
  • 4 Ob 630/88
    Entscheidungstext OGH 13.12.1988 4 Ob 630/88
    nur: Eine ordentliche Rechnungslegung hat alle Angabe zu enthalten, die eine Überprüfung der Angemessenheit (§ 1152 ABGB) zulassen. (T1)
  • 8 Ob 508/89
    Entscheidungstext OGH 31.05.1989 8 Ob 508/89
    nur T1; Veröff: SZ 62/102 = AnwBl 1990,45 (Pritz)
  • 4 Ob 573/89
    Entscheidungstext OGH 12.09.1989 4 Ob 573/89
    nur T1; Beisatz: Das gilt auch für andere (als Werklohnforderungen) Forderungen, deren Höhe der Schuldner nicht kennen kann (so etwa auch für Kaufpreisforderungen: EvBl 1983/148). (T2)
  • 1 Ob 608/92
    Entscheidungstext OGH 11.11.1992 1 Ob 608/92
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 509/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 509/94
    Auch; nur T1
  • 6 Ob 286/99y
    Entscheidungstext OGH 13.07.2000 6 Ob 286/99y
    nur T1; Beisatz: Eine ordnungsgemäße Honorarnote liegt vor, wenn unter Berücksichtigung der Art und des Umfanges der Tätigkeit sowie des Einblickes des Klienten dieser ausreichend über die Berechnungsunterlagen informiert wird. (T3)
  • 8 Ob 149/02y
    Entscheidungstext OGH 29.08.2002 8 Ob 149/02y
    Vgl auch
  • 13 Bkd 4/07
    Entscheidungstext OGH 25.02.2008 13 Bkd 4/07
    nur T1; Beis wie T3
  • 5 Ob 113/09t
    Entscheidungstext OGH 24.11.2009 5 Ob 113/09t
    Vgl; nur ähnlich T1; Bem: Zu den Anforderungen an die Rechnungslegung siehe RS0021908. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0022017

Zuletzt aktualisiert am

19.03.2010

Dokumentnummer

JJR_19860319_OGH0002_0030OB00632_8500000_001

Rechtssatz für 4Ob630/88 5Ob43/92 1Ob5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021918

Geschäftszahl

4Ob630/88; 5Ob43/92; 1Ob509/94; 1Ob39/99p; 8Ob114/11i

Entscheidungsdatum

13.12.1988

Norm

ABGB §1170

Rechtssatz

Hat zwar der Kläger, nach dessen Prozeßstandpunkt eine Regieabrechnung vereinbart worden war, keine ausdrückliche Erklärung abgegeben, ob er die Klarstellung durch das im Prozeß eingeholte Sachverständiger - Gutachten als Ergänzung seiner Rechnungslegung übernehme, aber die Richtigkeit der Aufstellung des Sachverständigen mit keinem Wort bestritten; dann hat damit der Beklagte eindeutige Klarheit über all das gewonnen, was er durch eine ordnungsgemäß gelegte Rechnung erfahren hätte; er kann daher nicht mehr daraus, daß die Rechnung zunächst vielleicht unüberprüfbar war, die mangelnde Fälligkeit der Werklohnforderung ableiten.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 630/88
    Entscheidungstext OGH 13.12.1988 4 Ob 630/88
    Veröff: WBl 1989,162
  • 5 Ob 43/92
    Entscheidungstext OGH 05.05.1992 5 Ob 43/92
  • 1 Ob 509/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 509/94
    Auch; Beisatz: Der Rechnungslegungspflichtige hat eindeutig zu erklären, ob er die erst durch das Sachverständigengutachten erfolgten Klarstellung als Ergänzung seiner Rechnungslegung übernimmt. Die Erklärung kann auch schlüssig erfolgen, sofern sie nur eindeutig ist. Es handelt sich dabei um keine Prozeßerklärung. (T1)
  • 1 Ob 39/99p
    Entscheidungstext OGH 27.04.1999 1 Ob 39/99p
    Vgl auch; Beisatz: Bedarf es zur Herstellung der Überprüfbarkeit der Rechnung gerade jener Ergänzungen, die erst dem Gutachten eines gerichtlichen Sachverständigen zu entnehmen sind, so kann die Fälligkeit der abgerechneten Forderung nur eintreten, wenn der Unternehmer sich dieses Gutachten entweder ausdrücklich oder eindeutig schlüssig zu eigen macht. (T2)
  • 8 Ob 114/11i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 8 Ob 114/11i
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0021918

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

23.12.2011

Dokumentnummer

JJR_19881213_OGH0002_0040OB00630_8800000_001

Rechtssatz für 5Ob43/92 1Ob509/94 8Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021928

Geschäftszahl

5Ob43/92; 1Ob509/94; 8Ob140/97i; 1Ob39/99p; 2Ob107/01a; 8Ob149/02y; 1Ob231/02f; 6Ob206/04v; 8Ob114/11i; 6Ob69/12h; 8Ob58/13g; 9Ob79/14d; 10Ob17/16x; 8Ob140/19z

Entscheidungsdatum

05.05.1992

Norm

ABGB §1170
ZPO §406

Rechtssatz

Der Einwand der mangelnden Fälligkeit ist unbeachtlich, wenn der Rechnungslegungspflichtige die Mängel der Abrechnung im Zuge des Rechtsstreits über seine Entgeltansprüche behebt.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 43/92
    Entscheidungstext OGH 05.05.1992 5 Ob 43/92
  • 1 Ob 509/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 509/94
  • 8 Ob 140/97i
    Entscheidungstext OGH 07.08.1997 8 Ob 140/97i
  • 1 Ob 39/99p
    Entscheidungstext OGH 27.04.1999 1 Ob 39/99p
  • 2 Ob 107/01a
    Entscheidungstext OGH 27.06.2002 2 Ob 107/01a
    Auch
  • 8 Ob 149/02y
    Entscheidungstext OGH 29.08.2002 8 Ob 149/02y
    Auch; Beisatz: Und sei es mit Hilfe eines Sachverständigengutachtens. (T1)
  • 1 Ob 231/02f
    Entscheidungstext OGH 03.06.2003 1 Ob 231/02f
  • 6 Ob 206/04v
    Entscheidungstext OGH 25.11.2004 6 Ob 206/04v
    Vgl
  • 8 Ob 114/11i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 8 Ob 114/11i
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Dies gilt bei fehlerhafter Abrechnung oder bei entsprechenden Behauptungen zu objektiv verständlichen Abrechnungsschwierigkeiten. (T2)
  • 6 Ob 69/12h
    Entscheidungstext OGH 24.05.2012 6 Ob 69/12h
  • 8 Ob 58/13g
    Entscheidungstext OGH 27.06.2013 8 Ob 58/13g
  • 9 Ob 79/14d
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 9 Ob 79/14d
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Ist bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung in erster Instanz eine hinlängliche Erläuterung und Klärung aller offenen Probleme der Abrechnung erfolgt, so ist von der Fälligkeit der abgerechneten Leistung auszugehen. (T3)
  • 10 Ob 17/16x
    Entscheidungstext OGH 21.03.2017 10 Ob 17/16x
  • 8 Ob 140/19z
    Entscheidungstext OGH 14.04.2020 8 Ob 140/19z

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0021928

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.05.2020

Dokumentnummer

JJR_19920505_OGH0002_0050OB00043_9200000_001

Rechtssatz für 1Ob509/94 4Ob252/98g 1O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017592

Geschäftszahl

1Ob509/94; 4Ob252/98g; 1Ob39/99p; 6Ob286/99y; 8Ob8/01m; 2Ob107/01a; 8Ob149/02y; 13Bkd4/07; 5Ob113/09t; 8Ob114/11i; 9Ob4/12x; 10Ob12/14h; 4Ob128/14y; 9Ob79/14d; 1Ob161/14d; 1Ob139/16x; 1Ob60/17f; 10Ob81/18m; 7Ob124/19i; 1Ob40/20v; 4Ob113/20a

Entscheidungsdatum

25.01.1994

Norm

ABGB §904 I
ABGB §1413
ABGB §1170
EGZPO ArtXLII Da

Rechtssatz

Wo die Ermittlung des Entgeltanspruches nach der Natur des Geschäftes und den Umständen des Falles eine genaue Abrechnung der erbrachten Leistungen und aufgewendeten Kosten voraussetzt, ist die Fälligkeit des Entgeltes mit der ordnungsgemäßen Rechnungslegung verknüpft.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 509/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 509/94
  • 4 Ob 252/98g
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 4 Ob 252/98g
    Auch
  • 1 Ob 39/99p
    Entscheidungstext OGH 27.04.1999 1 Ob 39/99p
  • 6 Ob 286/99y
    Entscheidungstext OGH 13.07.2000 6 Ob 286/99y
    Vgl auch; Beisatz: Erbringt der Rechtsanwalt eine größere Zahl von Einzelleistungen und steht das Entgelt nicht von vorneherein fest, wird das Honorar erst mit Übermittlung der Honorarnote fällig, außer der Klient hat die Honorarforderung anerkannt oder auf deren Detaillierung verzichtet. (T1); Beisatz: Eine ordnungsgemäße Honorarnote liegt vor, wenn unter Berücksichtigung der Art und des Umfanges der Tätigkeit sowie des Einblickes des Klienten dieser ausreichend über die Berechnungsunterlagen informiert wird. Sie hat nach den Grundsätzen der ordentlichen Rechnungslegung alle Angaben zu enthalten, die eine Überprüfung der Angemessenheit des Entgelts zulassen. (T2)
  • 8 Ob 8/01m
    Entscheidungstext OGH 25.01.2001 8 Ob 8/01m
  • 2 Ob 107/01a
    Entscheidungstext OGH 27.06.2002 2 Ob 107/01a
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 8 Ob 149/02y
    Entscheidungstext OGH 29.08.2002 8 Ob 149/02y
    Auch
  • 13 Bkd 4/07
    Entscheidungstext OGH 25.02.2008 13 Bkd 4/07
    Auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 113/09t
    Entscheidungstext OGH 24.11.2009 5 Ob 113/09t
    Bem: Zu den Anforderungen an die Rechnungslegung siehe RS0021908. (T3)
  • 8 Ob 114/11i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 8 Ob 114/11i
    Auch
  • 9 Ob 4/12x
    Entscheidungstext OGH 22.08.2012 9 Ob 4/12x
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
  • 10 Ob 12/14h
    Entscheidungstext OGH 25.03.2014 10 Ob 12/14h
  • 4 Ob 128/14y
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 4 Ob 128/14y
  • 9 Ob 79/14d
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 9 Ob 79/14d
    Vgl auch
  • 1 Ob 161/14d
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 1 Ob 161/14d
  • 1 Ob 139/16x
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 1 Ob 139/16x
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Auskunftsanspruch nach Art XLII EGZPO. (T4)
  • 1 Ob 60/17f
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 1 Ob 60/17f
  • 10 Ob 81/18m
    Entscheidungstext OGH 26.03.2019 10 Ob 81/18m
  • 7 Ob 124/19i
    Entscheidungstext OGH 28.08.2019 7 Ob 124/19i
  • 1 Ob 40/20v
    Entscheidungstext OGH 26.03.2020 1 Ob 40/20v
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Betriebskostenrückforderung. (T5)
  • 4 Ob 113/20a
    Entscheidungstext OGH 11.08.2020 4 Ob 113/20a

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0017592

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2020

Dokumentnummer

JJR_19940125_OGH0002_0010OB00509_9400000_001

Entscheidungstext 1Ob509/94

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Fundstelle

ecolex 1994,317 = RdW 1994,311 = ARD 4603/24/94

Geschäftszahl

1Ob509/94

Entscheidungsdatum

25.01.1994

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Vizepräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Schubert als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Schlosser, Dr. Schiemer, Dr. Gerstenecker und Dr. Rohrer als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Dr. Harald H*****, wider die beklagte Partei P***** Handelsgesellschaft mbH, *****, vertreten durch Dr.Gerald Kleinschuster, Dr. Hans Günther Medwed und Dr. Gert Kleinschuster, Rechtsanwälte in Graz, wegen 80.389,20 S sA, infolge außerordentlicher Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Graz als Berufungsgerichtes vom 15. April 1993, GZ 3 R 172/92-20, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen Graz vom 31. März 1992, GZ 13 Cg 7/92-11, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Der außerordentlichen Revision wird Folge gegeben. Das Urteil des Berufungsgerichtes, das in Ansehung der Verwerfung der Nichtigkeitsberufung als unangefochten unberührt bleibt, wird aufgehoben und dem Gericht zweiter Instanz eine neuerliche Entscheidung über die Berufung der beklagten Partei aufgetragen.

Die Kosten des Revisionsverfahrens sind weitere Kosten des Berufungsverfahrens.

Text

Begründung:

Der klagende Rechtsanwalt erbrachte für die beklagte Partei außergerichtliche anwaltliche Beratungstätigkeit und schrieb am 6. Mai 1991 an die beklagte Partei: „...... die Angelegenheit ist erledigt, ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg. Ich darf dies zum Anlaß nehmen, die Kosten für die Bemühungen meiner Kanzlei in der Zeit vom 27.2.91 bis dato in der tariflichen Höhe von S 68.670,- zuzüglich mwst.pflichtiger Barauslagen S 485,-, zusammen S 69.155,- zuzüglich 20 % MWSt S 13.821,-, insgesamt daher S 82.986,- zu verzeichnen und ersuche um freundlichen Begleich.“ Der Beklagtenvertreter ersuchte mit Brief vom 3. September 1991 namens der beklagten Partei um Aufschlüsselung der Honorarnote vom 6. Mai 1991 und um Bekanntgabe, von welcher Bemessungsgrundlage der Kläger bei der Berechnung des Honorars ausgegangen sei. Der Kläger reagierte mit Brief vom 11. September 1991:

„1) Ich bin bei meiner Honorarabrechnung von einem Streitwert von S 1 Mio. ausgegangen, was ich Ihrer Mandantschaft mit Schreiben vom 12.Juni d.J. bekanntgegeben habe. In einem Telefonat erklärte mir Herr ........ (Geschäftsführer der beklagten Partei), daß er zahlen werde, jedoch derzeit auf Grund verschiedener Umstände - auch betreffend die Sache ...... - nicht zahlungsfähig sei. Zahlung wurde mir von Herrn ...... (Geschäftsführer der beklagten Partei) jedoch ausdrücklich zusagt. 2) Bei der Beratung ergaben sich 19/2 Konferenzen, 4 Telefonate und 1 Brief. .......“.

Der Kläger begehrt von der beklagten Partei für seine Beratungstätigkeit ein Honorar von 82.986 S sA. Die beklagte Partei räumt ein, daß dem Kläger dem Grunde nach ein Honoraranspruch zustehe, bestreitet aber die Höhe und wendet mangelnde Fälligkeit ein, weil der Kläger seinen Honoraranspruch nicht aufgeschlüsselt habe. Der Kläger repliziert, daß „in einer Honorarnote bzw in einem ergänzenden Schreiben dazu entsprechende ausführliche und genügende Angaben gemacht“ worden seien.

Das Erstgericht gab dem Klagebegehren - entsprechend dem Ergebnis des Gutachtens des Sachverständigen Rechtsanwalt Dr.Reiner G***** mit einem Teilbetrag von 80.389,20 S sA statt und wies das Mehrbegehren von 2.586,80 S sA (rechtskräftig) ab. Die Fälligkeit des klägerischen Honorars ergebe sich aus der Rechnungslegung mit der Honorarnote vom 6. Mai 1991 und dem Schreiben des Klägers vom 12. Juni 1991.

Die zweite Instanz verwarf den Nichtigkeitseinwand in der Berufung der beklagten Partei und änderte im übrigen das Ersturteil iS einer gänzlichen Klagsabweisung mangels Fälligkeit ab, weil der Kläger keine ordnungsgemäße Honorarnote gelegt und nicht ausdrücklich erklärt habe, das Ergebnis des Sachverständigengutachtens als Ergänzung seiner Rechnungslegung zu übernehmen.

Die außerordentliche Revision des Klägers ist zulässig und berechtigt.

Rechtliche Beurteilung

Wo die Ermittlung des Entgeltsanspruches nach der Natur des Geschäftes und den Umständen des Falles eine genaue Abrechnung der erbrachten Leistungen und aufgewendeten Kosten voraussetzt, ist die Fälligkeit des Entgeltes mit der ordnungsgemäßen Rechnungslegung verknüpft (5 Ob 43/92 = RdW 1992, 400 ua). Auch die Fälligkeit des Honoraranspruches eines Rechtsanwaltes gegenüber seinem Mandanten ist mangels anderslautender Vereinbarung von der Legung einer Honorarnote abhängig. Dabei hat auch ein Rechtsanwalt seine Honorarnote nach den Grundsätzen ordentlicher Rechnungslegung zu erstellen (SZ 62/102 = AnwBl 1990, 45 mit Anm von Pritz; 4 Ob 573, 1529/89 ua). Eine solche Rechnung hat alle Angaben zu enthalten, die dem Mandanten eine Überprüfung der Angemessenheit (§ 1152 ABGB) ermöglicht (SZ 62/102; JBl 1986, 450; 1 Ob 608/92; Krejci in Rummel2, Rz 12 zu § 1170 ABGB mwN). Der Umfang der Rechnungslegungspflicht ist nach der Natur des Geschäftes und den Umständen des Falles auf das Verkehrsübliche abzustellen (Krejci aaO Rz 12). Im vorliegenden Fall entspricht die im Brief vom 6. Mai 1991 vorgenommene Aufschlüsselung der Kosten für die Bemühungen, Barauslagen und Umsatzsteuer diesen Anforderungen zweifellos nicht. Im Brief an den Beklagtenvertreter vom 11. September 1991 beziffert zwar der Kläger - entsprechend dem Ersuchen des Beklagtenvertreters vom 3. September 1991 - den „Streitwert“ mit 1,000.000 S und nimmt eine Aufschlüsselung seiner Leistungen (Beratung der beklagten Partei 19/2 (Stunden) Konferenzen, vier Telefonate und ein Brief) vor. Angesichts der Tätigkeit des Klägers, wie sie sich aus dem Gutachten des Sachverständigen ON 5 AS 29 ff, basierend auf dem Handakt des Klägers ergibt, kann diese Aufschlüsselung in Ansehung der Telefonate und dem verfaßten Brief nicht als ausreichend erkannt werden. Insoweit ist der Auffassung des Berufungsgerichtes beizutreten.

Der Einwand mangelnder Fälligkeit ist aber unbeachtlich, wenn der Rechnungslegungspflichtige die Mängel der Abrechnung im Zuge des Rechtsstreites über seine Entgeltsansprüche behebt (5 Ob 43/92 = RdW 1992, 400). Hier sind die zuerst nicht ausreichend deutlich spezifizierten Leistungen des Klägers dann im Gutachten des Sachverständigen ON 5 und dessen Beilage A im einzelnen aufgeschlüsselt worden. Hat der Kläger die Richtigkeit der vom Sachverständigen im Prozeß gemachten Aufstellung - wie hier - nicht bestritten, dann hat der Beklagte damit eindeutige Klarheit über all das gewonnen, was er durch eine ordnungsgemäß gelegte Rechnung erfahren hätte; er kann daher nicht mehr daraus, daß die Rechnung zunächst (teilweise) unüberprüfbar war, die mangelnde Fälligkeit der Honorarforderung ableiten (vgl WoBl 1989, 162; 5 Ob 43/92). Die auf die Entscheidung MietSlg 31.236 gestützte Auffassung der zweiten Instanz, der Kläger müsse im Verfahren das Ergebnis des Sachverständigengutachtens ausdrücklich zur Grundlage seines Entgeltsanspruches machen und damit seine Rechnungslegungspflicht erfüllen, weil ein Sachverständigengutachten (als Beweismittel) ein erforderliches Vorbringen nicht ersetze, ist durch die Entscheidung nicht gedeckt, wird doch dort bloß verlangt, daß der Rechnungslegungspflichtige eindeutig zu erklären hat, ob er die erst durch das Sachverständigengutachten erfolgten Klarstellungen als Ergänzung seiner Rechnungslegung übernimmt. Die Erklärung kann somit auch schlüssig erfolgen, sofern sie nur eindeutig ist. Es handelt sich dabei um keine Prozeßerklärung. Hier hat der Kläger das auf seinen Unterlagen beruhende Sachverständigengutachten nicht bestritten und vorgebracht (ON 10 AS 67), der Sachverständige habe von ihm den gesamten Handakt zur Erstattung des Gutachtens über Aufforderung erhalten und sämtliche Urkunden seien dem Sachverständigen zur Gutachtenserstellung übermittelt worden. Damit wird nach Auffassung des erkennenden Senates vom klagenden Rechtsanwalt ausreichend deutlich iS des § 863 ABGB erklärt, daß er nicht nur die Ergebnisse des Gutachtens des Sachverständigen billigt, sondern diese Ergebnisse auch zur Ergänzung seiner bis dahin unvollständigen Rechnungslegung gegenüber seinem hier beklagten Mandanten macht. Damit ist die Fälligkeit des klägerischen Honoraranspruches in der Tagsatzung vom 18.März 1992 eingetreten.

Der außerordentlichen Revision ist Folge zu geben und das Urteil zweiter Instanz aufzuheben. Das Berufungsgericht wird sich mit dem übrigen Berufungsvorbringen der beklagten Partei auseinanderzusetzen haben.

Der Kostenvorbehalt gründet sich auf § 52 ZPO.

Textnummer

E35229

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1994:0010OB00509.94.0125.000

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.11.2012

Dokumentnummer

JJT_19940125_OGH0002_0010OB00509_9400000_000