Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob542/86 1Ob584/88 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0048997

Geschäftszahl

1Ob542/86; 1Ob584/88; 7Ob598/91; 8Ob503/93; 10Ob1519/96; 3Ob9/97p; 2Ob15/97p; 6Ob196/97k; 10Ob63/05w; 3Ob208/06v; 3Ob107/08v; 1Ob146/08i; 3Ob154/08f; 3Ob146/10g; 3Ob209/10x; 7Ob98/12f; 5Ob160/13k; 5Ob160/13k; 1Ob119/15d

Entscheidungsdatum

17.03.1986

Norm

ABGB §273 Abs2 Satz1
ABGB idF SWRÄG 2006 §268 Abs2

Rechtssatz

Die Bestellung eines Sachwalters ist dann unzulässig, wenn der Betroffene sich der Hilfe anderer in rechtlich einwandfreier Weise bedienen kann, zum Beispiel durch Vollmachtserteilung, Genehmigung einer Geschäftsführung und dergleichen, was nur dann möglich ist, wenn er zumindest zeitweise nicht psychisch oder geistig behindert ist.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 542/86
    Entscheidungstext OGH 17.03.1986 1 Ob 542/86
  • 1 Ob 584/88
    Entscheidungstext OGH 28.06.1988 1 Ob 584/88
    nur: Die Bestellung eines Sachwalters ist dann unzulässig, wenn der Betroffene sich der Hilfe anderer in rechtlich einwandfreier Weise bedienen kann. (T1)
  • 7 Ob 598/91
    Entscheidungstext OGH 26.09.1991 7 Ob 598/91
    nur T1; Veröff: EvBl 1992/12 S 55
  • 8 Ob 503/93
    Entscheidungstext OGH 04.02.1993 8 Ob 503/93
    nur: Die Bestellung eines Sachwalters ist dann unzulässig, wenn der Betroffene sich der Hilfe anderer in rechtlich einwandfreier Weise bedienen kann, zum Beispiel durch Vollmachtserteilung. (T2)
  • 10 Ob 1519/96
    Entscheidungstext OGH 30.07.1996 10 Ob 1519/96
    nur T2
  • 3 Ob 9/97p
    Entscheidungstext OGH 26.03.1997 3 Ob 9/97p
    nur T2
  • 2 Ob 15/97p
    Entscheidungstext OGH 30.01.1997 2 Ob 15/97p
    nur T1
  • 6 Ob 196/97k
    Entscheidungstext OGH 19.06.1997 6 Ob 196/97k
    nur T1
  • 10 Ob 63/05w
    Entscheidungstext OGH 28.06.2005 10 Ob 63/05w
    Auch
  • 3 Ob 208/06v
    Entscheidungstext OGH 19.10.2006 3 Ob 208/06v
    Beisatz: Im Lichte der mit dem noch nicht in Kraft getretenen Sachwalterrechts-Änderungsgesetz 2006 verfolgten Absicht des Gesetzgebers, dem Ansteigen der Sachwalterschaften entgegenzuwirken, das Subsidiaritätsprinzip stärker zu betonen und hiefür das Institut einer Vorsorgevollmacht an eine Person des Vertrauens als künftiger Vertreter des Betroffenen zu schaffen ist § 273 Abs 2 ABGB jedenfalls nicht restriktiv dahin auszulegen, dass schon jede fehlende Fähigkeit eines Betroffenen, die Eignung eines Bevollmächtigten in fachlicher und charakterlicher Hinsicht verlässlich feststellen zu können, zwingend die Zulässigkeit einer Sachwalterbestellung auslöst. (T3)
  • 3 Ob 107/08v
    Entscheidungstext OGH 11.06.2008 3 Ob 107/08v
    Auch
  • 1 Ob 146/08i
    Entscheidungstext OGH 16.09.2008 1 Ob 146/08i
    nur T1
  • 3 Ob 154/08f
    Entscheidungstext OGH 03.10.2008 3 Ob 154/08f
    Auch; nur T2; Beisatz: Für eine Anerkennung der Bevollmächtigung als „andere Hilfe" im Sinn des § 268 ABGB muss auch feststehen, dass der Bevollmächtigte die im Bevollmächtigungsvertrag genannten Aufgaben auch auftragsgemäß übernommen hat. (T4)
  • 3 Ob 146/10g
    Entscheidungstext OGH 13.10.2010 3 Ob 146/10g
    Beis wie T3
  • 3 Ob 209/10x
    Entscheidungstext OGH 11.11.2010 3 Ob 209/10x
    nur: Die Bestellung eines Sachwalters ist dann unzulässig, wenn der Betroffene sich der Hilfe anderer in rechtlich einwandfreier Weise bedienen kann, zum Beispiel durch Vollmachtserteilung, Genehmigung einer Geschäftsführung. (T5)
  • 7 Ob 98/12f
    Entscheidungstext OGH 28.06.2012 7 Ob 98/12f
    Beisatz: Hier: „schlichte“ Vollmacht. (T6)
  • 5 Ob 160/13k
    Entscheidungstext OGH 20.09.2013 5 Ob 160/13k
    nur T5
  • 1 Ob 119/15d
    Entscheidungstext OGH 08.07.2015 1 Ob 119/15d
    nur T5; Beisatz: Allein der Hinweis, dass sich eine betroffene Person einer anwaltlichen Vertretung bedienen kann, macht eine Sachwalterschaftsbestellung aber nicht entbehrlich. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0048997

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.09.2015

Dokumentnummer

JJR_19860317_OGH0002_0010OB00542_8600000_002

Rechtssatz für 2Ob574/89 8Ob503/93 9Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0049003

Geschäftszahl

2Ob574/89; 8Ob503/93; 9Ob216/02h; 1Ob125/07z; 2Ob21/11v; 5Ob178/11d; 3Ob55/13d; 1Ob258/15w; 5Ob204/15h; 7Ob62/16t

Entscheidungsdatum

30.08.1989

Norm

ABGB §273 Abs1

Rechtssatz

Die im § 273 Abs 1 ABGB verwendeten Begriffe der psychischen Krankheit und der geistigen Behinderung sind Rechtsbegriffe, die nicht unbedingt mit medizinischen Definitionen übereinstimmen müssen. Sie umfassen jede geistige Störung, die die gehörige Besorgung der eigenen Angelegenheiten hindert und bewirken kein verschiedenes Maß der Schutzwürdigkeit des Betroffenen.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 574/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 2 Ob 574/89
  • 8 Ob 503/93
    Entscheidungstext OGH 04.02.1993 8 Ob 503/93
  • 9 Ob 216/02h
    Entscheidungstext OGH 02.10.2002 9 Ob 216/02h
    nur: Die im § 273 Abs 1 ABGB verwendeten Begriffe der psychischen Krankheit und der geistigen Behinderung sind Rechtsbegriffe, die nicht unbedingt mit medizinischen Definitionen übereinstimmen müssen. Sie umfassen jede geistige Störung, die die gehörige Besorgung der eigenen Angelegenheiten hindert. (T1)
  • 1 Ob 125/07z
    Entscheidungstext OGH 26.06.2007 1 Ob 125/07z
    Beisatz: Auch eine weit über das gewöhnliche Maß hinausgehende Uneinsichtigkeit in bestimmten Angelegenheiten - etwa in Rechtsstreitigkeiten gegen bestimmte Personen oder im Zusammenhang mit bestimmten Lebensumständen - kann die Bestellung eines Sachwalters notwendig machen, sofern sich die betroffene Person durch unzweckmäßiges Verhalten Vermögensschäden zufügt. (T2)
  • 2 Ob 21/11v
    Entscheidungstext OGH 17.02.2011 2 Ob 21/11v
  • 5 Ob 178/11d
    Entscheidungstext OGH 07.10.2011 5 Ob 178/11d
    nur T1; Beisatz: Sie sind aber auch nicht völlig losgelöst von medizinischen Regeln und Erfahrungssätzen zu interpretieren. (T3)
  • 3 Ob 55/13d
    Entscheidungstext OGH 16.04.2013 3 Ob 55/13d
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 258/15w
    Entscheidungstext OGH 28.01.2016 1 Ob 258/15w
    Auch
  • 5 Ob 204/15h
    Entscheidungstext OGH 20.04.2016 5 Ob 204/15h
    Auch
  • 7 Ob 62/16t
    Entscheidungstext OGH 27.04.2016 7 Ob 62/16t
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0049003

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.05.2016

Dokumentnummer

JJR_19890830_OGH0002_0020OB00574_8900000_001

Rechtssatz für 5Ob574/90 8Ob503/93 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0048979

Geschäftszahl

5Ob574/90; 8Ob503/93; 6Ob660/94; 5Ob559/94; 3Ob2126/96k; 6Ob282/02t

Entscheidungsdatum

29.05.1990

Norm

ABGB §273

Rechtssatz

Die Möglichkeit der Bevollmächtigung eines Anwaltes durch die Betroffene schließt die Sachwalterbestellung nicht aus, weil durch die Sachwalterbestellung nicht nur Vorsorge für die mangelnden Rechtskenntnisse der Betroffenen getroffen, sondern weil die Betroffene vor Rechtsnachteilen durch die Auftragserteilung an einen zur juristischen Vertretung berufenen Anwalt infolge unrichtiger vorausgehender wirtschaftlicher Dispositionen (wegen der Beeinträchtigung durch die festgestellte Krankheit) bewahrt werden soll.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 574/90
    Entscheidungstext OGH 29.05.1990 5 Ob 574/90
  • 8 Ob 503/93
    Entscheidungstext OGH 04.02.1993 8 Ob 503/93
  • 6 Ob 660/94
    Entscheidungstext OGH 09.03.1995 6 Ob 660/94
  • 5 Ob 559/94
    Entscheidungstext OGH 04.07.1995 5 Ob 559/94
    Vgl auch
  • 3 Ob 2126/96k
    Entscheidungstext OGH 29.05.1996 3 Ob 2126/96k
  • 6 Ob 282/02t
    Entscheidungstext OGH 12.12.2002 6 Ob 282/02t
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0048979

Dokumentnummer

JJR_19900529_OGH0002_0050OB00574_9000000_001

Rechtssatz für 7Ob623/90 8Ob503/93

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0008524

Geschäftszahl

7Ob623/90; 8Ob503/93

Entscheidungsdatum

11.10.1990

Norm

ABGB §273
AußStrG §236
AußStrG §248

Rechtssatz

Zur Vermögensverwaltung, hinsichtlich der der einstweilige Sachwalter den für den Vormund geltenden Regeln unterliegt, gehört auch die Einziehung von Forderungen. Diese obliegt ebensowenig wie der Abschluß von Rechtsgeschäften dem Gericht. Das Gericht kann dem Sachwalter zwar allfällige Aufträge erteilen, es kann jedoch einen Dritten nicht bindend die Erfüllung der Forderung auftragen. oder über einen formellen Berechtigungsausweis absprechen. Verweigert der Schuldner die Erfüllung, ist der Anspruch im Rechtsweg geltend zu machen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 623/90
    Entscheidungstext OGH 11.10.1990 7 Ob 623/90
    Bank Arch 1991,294 = RZ 1991/58,175
  • 8 Ob 503/93
    Entscheidungstext OGH 04.02.1993 8 Ob 503/93
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0008524

Dokumentnummer

JJR_19901011_OGH0002_0070OB00623_9000000_001

Rechtssatz für 8Ob503/93 9Ob216/02h 5O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0008862

Geschäftszahl

8Ob503/93; 9Ob216/02h; 5Ob178/11d

Entscheidungsdatum

04.02.1993

Norm

ABGB §273 Abs1
AußStrG idF des SachwalterG §241

Rechtssatz

Die Gerichte sind auch dann, wenn eine Geisteskrankheit oder Geistesschwäche medizinisch nicht einwandfrei feststellbar ist, berechtigt, aufgrund des durch Sachverständigengutachten und auf andere Weise ermittelten Zustandsbildes des Betroffenen eine Geistesstörung aufzunehmen, die den Kuranden unfähig macht, seine Angelegenheiten selbst zu besorgen.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 503/93
    Entscheidungstext OGH 04.02.1993 8 Ob 503/93
  • 9 Ob 216/02h
    Entscheidungstext OGH 02.10.2002 9 Ob 216/02h
  • 5 Ob 178/11d
    Entscheidungstext OGH 07.10.2011 5 Ob 178/11d

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0008862

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.12.2011

Dokumentnummer

JJR_19930204_OGH0002_0080OB00503_9300000_001

Rechtssatz für 8Ob503/93 1Ob252/97h 9O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0048982

Geschäftszahl

8Ob503/93; 1Ob252/97h; 9Ob97/98z; 10Ob60/00x; 9Ob225/00d; 10Ob317/00s; 6Ob4/06s; 3Ob154/08f; 3Ob39/09w; 8Ob83/09b; 3Ob184/09v; 3Ob20/12f; 6Ob226/15a; 9Ob70/15g; 2Ob164/16f; 5Ob59/19s

Entscheidungsdatum

04.02.1993

Norm

ABGB §273
ABGB §279 idF SWRÄG 2006

Rechtssatz

Beherrschender Grundsatz für die Auswahl des Sachwalters ist das Wohl der behinderten Person. Allerdings ist bei Beurteilung der Eignung einer dem Behinderten nahestehenden Person zum Sachwalter auf mögliche Interessenkollisionen Bedacht zu nehmen.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 503/93
    Entscheidungstext OGH 04.02.1993 8 Ob 503/93
  • 1 Ob 252/97h
    Entscheidungstext OGH 27.08.1997 1 Ob 252/97h
  • 9 Ob 97/98z
    Entscheidungstext OGH 15.04.1998 9 Ob 97/98z
    Auch; Beisatz: Zur Annahme einer Interessenskollision reicht bereits ein objektiver Tatbestand und die Wahrscheinlichkeit einer Interessensverletzung des Betroffenen aus. (T1)
  • 10 Ob 60/00x
    Entscheidungstext OGH 04.04.2000 10 Ob 60/00x
    Beis wie T1
  • 9 Ob 225/00d
    Entscheidungstext OGH 20.09.2000 9 Ob 225/00d
  • 10 Ob 317/00s
    Entscheidungstext OGH 14.11.2000 10 Ob 317/00s
    Auch; Beis ähnlich wie T1
  • 6 Ob 4/06s
    Entscheidungstext OGH 26.01.2006 6 Ob 4/06s
    Beisatz: Hier: Materielle Kollisionssituation zwischen den Interessen des Betroffenen und denen seines Lebensgefährten. (T2)
  • 3 Ob 154/08f
    Entscheidungstext OGH 03.10.2008 3 Ob 154/08f
    Auch; Beis ähnlich wie T1
  • 3 Ob 39/09w
    Entscheidungstext OGH 25.03.2009 3 Ob 39/09w
    Auch
  • 8 Ob 83/09b
    Entscheidungstext OGH 27.08.2009 8 Ob 83/09b
    Vgl auch; Beisatz: Zweck und oberste Maxime des Sachwalterbestellungsverfahrens ist das Wohl der betroffenen Person. (T3)
    Veröff: SZ 2009/112
  • 3 Ob 184/09v
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 3 Ob 184/09v
  • 3 Ob 20/12f
    Entscheidungstext OGH 14.03.2012 3 Ob 20/12f
  • 6 Ob 226/15a
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 6 Ob 226/15a
    Vgl; Beisatz: Im Fall einer Kollisionssituation zwischen den Interessen des Betroffenen und jenen eines Angehörigen kann weder dessen Bestellung zum Sachwalter noch eine Beendigung des Sachwalterschaftsverfahrens infolge des (behaupteten) Vorliegens einer umfassenden rechtsgeschäftlichen Bevollmächtigung in Betracht kommen. (T4)
  • 9 Ob 70/15g
    Entscheidungstext OGH 26.11.2015 9 Ob 70/15g
  • 2 Ob 164/16f
    Entscheidungstext OGH 19.12.2016 2 Ob 164/16f
  • 5 Ob 59/19s
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 5 Ob 59/19s
    Beisatz: Nunmehr Erwachsenenvertreter. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1993:RS0048982

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.07.2019

Dokumentnummer

JJR_19930204_OGH0002_0080OB00503_9300000_002