Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 3Ob549/56 1Ob55/52 1Ob3...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0077686

Geschäftszahl

3Ob549/56; 1Ob55/52; 1Ob345/52; 3Ob503/57; 4Ob301/62; 4Ob325/62; 4Ob356/62; 4Ob324/65; 4Ob319/74; 4Ob355/75; 4Ob328/77; 4Ob320/77; 4Ob354/77; 4Ob311/84; 4Ob374/77; 4Ob312/80; 4Ob320/81; 4Ob314/82; 4Ob376/82; 4Ob404/81; 4Ob348/86; 4Ob338/87; 4Ob401/87; 4Ob114/88; 4Ob34/89; 4Ob38/89 (4Ob39/89); 4Ob128/89; 4Ob120/89; 4Ob61/89; 4Ob92/89; 4Ob126/89; 4Ob29/90; 4Ob173/89; 4Ob99/90; 4Ob519/90; 4Ob89/90; 4Ob112/90; 4Ob71/90; 4Ob83/90 (4Ob84/90); 4Ob80/90 (4Ob81/90); 4Ob100/90; 4Ob160/90; 4Ob135/90; 4Ob153/90; 4Ob175/90; 4Ob36/91; 4Ob92/91; 4Ob135/91; 4Ob58/92; 4Ob97/93; 4Ob116/93; 4Ob1/94; 4Ob1137/94; 4Ob71/95; 4Ob49/95; 4Ob2250/96b; 4Ob314/97y; 4Ob110/98z; 4Ob255/98y; 4Ob157/99p; 4Ob84/00g; 4Ob18/06k; 4Ob127/08t; 4Ob10/09p; 4Ob181/12i; 4Ob43/18d

Entscheidungsdatum

21.11.1956

Norm

UWG §1 C5a
UWG §1 E

Rechtssatz

Bei abfälligen Äußerungen eines im Wettbewerb stehenden Gewerbebetriebes spricht von vornherein die Vermutung zwingend dafür, dass sie in Wettbewerbsabsicht erfolgten.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 549/56
    Entscheidungstext OGH 21.11.1956 3 Ob 549/56
    Veröff: JBl 1957,417 = ÖBl 1957,25
  • 1 Ob 55/52
    Entscheidungstext OGH 23.01.1952 1 Ob 55/52
    Veröff: SZ 25/18 = JBl 1953,462 = ÖBl 1952,7
  • 1 Ob 345/52
    Entscheidungstext OGH 23.04.1952 1 Ob 345/52
    Veröff: SZ 25/100 = ÖBl 1953,5
  • 3 Ob 503/57
    Entscheidungstext OGH 23.10.1957 3 Ob 503/57
    Veröff: ÖBl 1958,46
  • 4 Ob 301/62
    Entscheidungstext OGH 20.03.1962 4 Ob 301/62
    Veröff: JBl 1963,43
  • 4 Ob 325/62
    Entscheidungstext OGH 15.06.1962 4 Ob 325/62
    Veröff: ÖBl 1963,9
  • 4 Ob 356/62
    Entscheidungstext OGH 29.01.1963 4 Ob 356/62
    Veröff: ÖBl 1963,50
  • 4 Ob 324/65
    Entscheidungstext OGH 11.03.1965 4 Ob 324/65
    Veröff: SZ 38/79 = ÖBl 1965,85
  • 4 Ob 319/74
    Entscheidungstext OGH 14.05.1974 4 Ob 319/74
    Beisatz: DZ-Leserdienst. (T1) Veröff: ÖBl 1974,137
  • 4 Ob 355/75
    Entscheidungstext OGH 16.12.1975 4 Ob 355/75
    Veröff: MietSlg 27101
  • 4 Ob 328/77
    Entscheidungstext OGH 19.04.1977 4 Ob 328/77
    Veröff: ÖBl 1977,117
  • 4 Ob 320/77
    Entscheidungstext OGH 14.06.1977 4 Ob 320/77
    Beisatz: Dass eine bestimmte Handlung in der Absicht vorgenommen wurde, den - eigenen oder fremden - Wettbewerb zu fördern, hat ansonsten jedoch grundsätzlich derjenige zu beweisen, der daraus irgendwelche Rechtsfolgen ableitet. (T2) SZ 50/86 = EvBl 1978/38 S 121 = ÖBl 1978,3 (mit Anmerkung von Schönherr)
  • 4 Ob 354/77
    Entscheidungstext OGH 28.06.1977 4 Ob 354/77
  • 4 Ob 311/84
    Entscheidungstext OGH 20.03.1984 4 Ob 311/84
    Beisatz: Konkurrenz bei Verkabelung. (T3) Veröff: ÖBl 1984,102
  • 4 Ob 374/77
    Entscheidungstext OGH 27.09.1977 4 Ob 374/77
  • 4 Ob 312/80
    Entscheidungstext OGH 25.03.1980 4 Ob 312/80
    Beis wie T2; Beisatz: Griechenland-Reisen. (T4) Veröff: ÖBl 1981,45
  • 4 Ob 320/81
    Entscheidungstext OGH 24.03.1981 4 Ob 320/81
    Beisatz: Polstermöbel (T5)
  • 4 Ob 314/82
    Entscheidungstext OGH 04.05.1982 4 Ob 314/82
    Auch; Beisatz: Thermoservice (T6) Veröff: ÖBl 1982,124
  • 4 Ob 376/82
    Entscheidungstext OGH 12.10.1982 4 Ob 376/82
    Veröff: ÖBl 1983,13
  • 4 Ob 404/81
    Entscheidungstext OGH 09.11.1982 4 Ob 404/81
    Beis wie T2; Beisatz: Ambulante Behandlung. (T7) Veröff: ÖBl 1983,9
  • 4 Ob 348/86
    Entscheidungstext OGH 01.07.1986 4 Ob 348/86
    Beisatz: Umweltschädliches Umweltschutzpapier. (T8) Veröff: ÖBl 1987,23 = MR 1986 H4,28
  • 4 Ob 338/87
    Entscheidungstext OGH 20.10.1987 4 Ob 338/87
    Veröff: WBl 1988,99 = MR 1988,84
  • 4 Ob 401/87
    Entscheidungstext OGH 12.01.1988 4 Ob 401/87
  • 4 Ob 114/88
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 4 Ob 114/88
    Veröff: SZ 62/60 = MR 1989,61
  • 4 Ob 34/89
    Entscheidungstext OGH 23.05.1989 4 Ob 34/89
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Handelt ein Gewerbetreibender im Wettbewerb, dann spricht schon nach der Lebenserfahrung eine tatsächliche Vermutung für eine Wettbewerbsabsicht. (T9)
  • 4 Ob 38/89
    Entscheidungstext OGH 18.04.1989 4 Ob 38/89
    Veröff: MR 1989,139
  • 4 Ob 128/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 128/89
    Veröff: MR 1989,219 (Korn)
  • 4 Ob 120/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 4 Ob 120/89
  • 4 Ob 61/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 61/89
  • 4 Ob 92/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 92/89
    Beis wie T9; Veröff: MR 1990,99 ff = ecolex 1990,159
  • 4 Ob 126/89
    Entscheidungstext OGH 05.12.1989 4 Ob 126/89
    Veröff: SZ 62/192
  • 4 Ob 29/90
    Entscheidungstext OGH 27.02.1990 4 Ob 29/90
  • 4 Ob 173/89
    Entscheidungstext OGH 03.04.1990 4 Ob 173/89
    Veröff: MR 1990,149
  • 4 Ob 99/90
    Entscheidungstext OGH 26.06.1990 4 Ob 99/90
    Auch
  • 4 Ob 519/90
    Entscheidungstext OGH 26.06.1990 4 Ob 519/90
    Veröff: SZ 63/110
  • 4 Ob 89/90
    Entscheidungstext OGH 12.06.1990 4 Ob 89/90
  • 4 Ob 112/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 112/90
    Auch; Veröff: MR 1991,34
  • 4 Ob 71/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 71/90
    Veröff: SZ 63/156 = JBl 1991,784
  • 4 Ob 83/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 83/90
  • 4 Ob 80/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 80/90
  • 4 Ob 100/90
    Entscheidungstext OGH 09.10.1990 4 Ob 100/90
  • 4 Ob 160/90
    Entscheidungstext OGH 20.11.1990 4 Ob 160/90
    Beisatz: Dass der Beklagte die "Erfüllung seiner Warnpflicht" vorgeschoben hat, nimmt seiner Äußerung weder den Charakter einer Behauptung, noch spricht sie gegen seine Wettbewerbsabsicht. (T10) Veröff: MR 1991,78
  • 4 Ob 135/90
    Entscheidungstext OGH 06.11.1990 4 Ob 135/90
    Veröff: MR 1991,115 = ÖBl 1991,58
  • 4 Ob 153/90
    Entscheidungstext OGH 04.12.1990 4 Ob 153/90
    Veröff: JBl 1991,390 (Pfersmann)
  • 4 Ob 175/90
    Entscheidungstext OGH 15.01.1991 4 Ob 175/90
    Beisatz: Hier: Gebietskrankenkasse (T11) Veröff: WBl 1991,202
  • 4 Ob 36/91
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 4 Ob 36/91
    Veröff: ÖBl 1991,87 = MR 1992,35
  • 4 Ob 92/91
    Entscheidungstext OGH 22.10.1991 4 Ob 92/91
    Veröff: MR 1991,245 (Korn)
  • 4 Ob 135/91
    Entscheidungstext OGH 17.12.1991 4 Ob 135/91
    Vgl auch; Beisatz: Die Wettbewerbsabsicht muss freilich (auch) bei abfälligen Äußerungen nicht das einzige oder auch nur das wesentliche Ziel der Handlung gewesen sein; sie darf nur gegenüber dem eigentlichen Beweggrund nicht völlig in den Hintergrund treten. (T12) Veröff: MR 1992,77 = ÖBl 1992,104 = WBl 1992,202
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    Beis wie T12; Beisatz: Wettbewerbsabsicht (auch) als gesetzlicher Interessenvertreter der Zahnärzte. (T13) Veröff: ÖBl 1992,210
  • 4 Ob 97/93
    Entscheidungstext OGH 13.07.1993 4 Ob 97/93
    Beisatz: Um die Förderung eigenen Wettbewerbs des Medieninhabers geht es, wenn seine Firma im Impressum unrichtig angegeben wird. (T14) Veröff: MR 1993,194 = ÖBl 1993,226
  • 4 Ob 116/93
    Entscheidungstext OGH 16.11.1993 4 Ob 116/93
    Auch; Beisatz: IMAS-Report. (T15)
  • 4 Ob 1/94
    Entscheidungstext OGH 15.02.1994 4 Ob 1/94
  • 4 Ob 1137/94
    Entscheidungstext OGH 22.11.1994 4 Ob 1137/94
    Auch
  • 4 Ob 71/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 71/95
    Auch; Beisatz: Bei abfälligen Äußerungen über einen Mitbewerber spricht auf Grund der Lebenserfahrung eine tatsächliche Vermutung von vornherein für die Wettbewerbsabsicht. (T16)
  • 4 Ob 49/95
    Entscheidungstext OGH 10.10.1995 4 Ob 49/95
    Auch; Beis wie T16; Beisatz: Sofern der Beklagte nicht das Gegenteil beweist. (T17) Veröff: SZ 68/177
  • 4 Ob 2250/96b
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2250/96b
    Auch; Beis wie T16; Beis wie T17; Beisatz: Ist eine Behauptung objektiv geeignet, den eigenen Wettbewerb zu Lasten eines Mitbewerbers zu fördern, dann spricht die Vermutung von vornherein für die Wettbewerbsabsicht. (T18)
  • 4 Ob 314/97y
    Entscheidungstext OGH 19.12.1997 4 Ob 314/97y
    Auch
  • 4 Ob 110/98z
    Entscheidungstext OGH 21.04.1998 4 Ob 110/98z
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T16
  • 4 Ob 255/98y
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 4 Ob 255/98y
    Auch; Beis wie T17
  • 4 Ob 157/99p
    Entscheidungstext OGH 22.06.1999 4 Ob 157/99p
    Vgl auch; Beis wie T9
  • 4 Ob 84/00g
    Entscheidungstext OGH 12.04.2000 4 Ob 84/00g
    Auch; Beisatz: Hier: Mediale Auseinandersetzung zwischen Rechtsanwälten. (T19)
    Beisatz: Ob dies der Fall ist, hängt so sehr von den Umständen des einzelnen Falles ab, dass regelmäßig keine erhebliche Rechtsfrage im Sinne des § 528 Abs 1 ZPO besteht. (T20)
  • 4 Ob 18/06k
    Entscheidungstext OGH 14.03.2006 4 Ob 18/06k
    Auch; Beis wie T17
  • 4 Ob 127/08t
    Entscheidungstext OGH 23.09.2008 4 Ob 127/08t
    Vgl aber für die Rechtslage nach der UWG-Novelle 2007; Beisatz: Auf das Vorliegen von Wettbewerbsabsicht kommt es nach der UWG-Novelle 2007 nicht an. (T21)
    Veröff: SZ 2008/132
  • 4 Ob 10/09p
    Entscheidungstext OGH 21.04.2009 4 Ob 10/09p
    Vgl; Beisatz: Zur Rechtslage nach der UWG-Novelle 2007. (T22)
    Beisatz: § 7 UWG erfasst weiterhin nur Handlungen zu Zwecken des Wettbewerbs. Die mit dieser Formulierung umschriebene Wettbewerbsabsicht ist bei abfälligen Äußerungen eines im Wettbewerb stehenden Unternehmens grundsätzlich zu vermuten. (T23)
  • 4 Ob 181/12i
    Entscheidungstext OGH 19.03.2013 4 Ob 181/12i
    Auch; Beis wie T23
  • 4 Ob 43/18d
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 43/18d

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0077686

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.06.2018

Dokumentnummer

JJR_19561121_OGH0002_0030OB00549_5600000_003

Rechtssatz für 3Ob99/57 4Ob301/70 4Ob3...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043607

Geschäftszahl

3Ob99/57; 4Ob301/70; 4Ob305/74; 4Ob328/77; 4Ob354/77; 4Ob411/77; 4Ob353/78; 4Ob409/78; 4Ob406/79; 4Ob320/81; 4Ob321/81; 4Ob376/82; 4Ob311/84; 4Ob348/86; 4Ob338/87; 4Ob2/88; 4Ob49/88; 4Ob56/88; 4Ob44/88; 4Ob48/88; 4Ob101/88; 4Ob114/88; 4Ob15/89; 4Ob40/89; 4Ob34/89; 4Ob38/89 (4Ob39/89); 4Ob128/89; 4Ob120/89; 4Ob92/89; 4Ob126/89; 4Ob29/90; 4Ob519/90; 9ObA231/90 (9ObA232/90); 4Ob71/90; 4Ob83/90 (4Ob84/90); 4Ob80/90 (4Ob81/90); 4Ob100/90; 4Ob135/90; 4Ob153/90; 4Ob175/90; 4Ob13/91; 4Ob32/91; 4Ob36/91; 4Ob135/91; 4Ob18/92; 4Ob1013/92; 4Ob134/91; 4Ob57/92; 4Ob58/92; 4Ob69/92 (4Ob70/92); 4Ob62/92; 4Ob75/92; 4Ob99/92; 4Ob50/93; 4Ob133/93; 4Ob67/95; 4Ob1105/95; 4Ob2205/96k; 4Ob144/97y; 4Ob20/98i; 4Ob54/00w; 4Ob38/02w; 4Ob18/06k; 4Ob161/06i; 4Ob253/02p; 4Ob228/07v

Entscheidungsdatum

06.03.1957

Norm

UWG §1 C5a
ZPO §503 Z4 E4c23

Rechtssatz

Die Feststellung der Wettbewerbsabsicht ist eine Tatfrage keine Rechtsfrage.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 99/57
    Entscheidungstext OGH 06.03.1957 3 Ob 99/57
  • 4 Ob 301/70
    Entscheidungstext OGH 03.02.1970 4 Ob 301/70
    Veröff: ÖBl 1970,97
  • 4 Ob 305/74
    Entscheidungstext OGH 05.03.1974 4 Ob 305/74
    Veröff: SZ 47/23 = ÖBl 1974,111
  • 4 Ob 328/77
    Entscheidungstext OGH 19.04.1977 4 Ob 328/77
    Veröff: ÖBl 1977,117
  • 4 Ob 354/77
    Entscheidungstext OGH 28.06.1977 4 Ob 354/77
  • 4 Ob 411/77
    Entscheidungstext OGH 07.03.1978 4 Ob 411/77
  • 4 Ob 353/78
    Entscheidungstext OGH 21.11.1978 4 Ob 353/78
  • 4 Ob 409/78
    Entscheidungstext OGH 16.01.1979 4 Ob 409/78
  • 4 Ob 406/79
    Entscheidungstext OGH 15.01.1980 4 Ob 406/79
    Beisatz: Annahme eines Umgehungsversuches. (T1) Veröff: ÖBl 1980,65
  • 4 Ob 320/81
    Entscheidungstext OGH 24.03.1981 4 Ob 320/81
    Beisatz: Polstermöbel (T2)
  • 4 Ob 321/81
    Entscheidungstext OGH 24.03.1981 4 Ob 321/81
    Beis wie T2
  • 4 Ob 376/82
    Entscheidungstext OGH 12.10.1982 4 Ob 376/82
    Veröff: ÖBl 1983,13
  • 4 Ob 311/84
    Entscheidungstext OGH 20.03.1984 4 Ob 311/84
    Beisatz: Konkurrenz bei Verkabelung. (T3) Veröff: ÖBl 1984,102
  • 4 Ob 348/86
    Entscheidungstext OGH 01.07.1986 4 Ob 348/86
    Beisatz: Umweltschädliches Umweltschutzpapier (T4) Veröff: MR 1986 H4,28 = ÖBl 1987,23
  • 4 Ob 338/87
    Entscheidungstext OGH 20.10.1987 4 Ob 338/87
    Veröff: MR 1988,84
  • 4 Ob 2/88
    Entscheidungstext OGH 09.02.1988 4 Ob 2/88
    Beisatz: Die Frage der Beweislast für das Vorliegen der Wettbewerbsabsicht ist aber revisibel. (T5) Veröff: ÖBl 1989,99
  • 4 Ob 44/88
    Entscheidungstext OGH 13.09.1988 4 Ob 44/88
    Veröff: MR 1988,158 (Korn)
  • 4 Ob 48/88
    Entscheidungstext OGH 13.09.1988 4 Ob 48/88
    Veröff: SZ 61/193 = MR 1988,194 = GRURInt 1989,326
  • 4 Ob 49/88
    Entscheidungstext OGH 13.09.1988 4 Ob 49/88
  • 4 Ob 56/88
    Entscheidungstext OGH 13.09.1988 4 Ob 56/88
    Beisatz: Notwehrgemeinschaft der Bauern. (T6) Veröff: SZ 61/194
  • 4 Ob 101/88
    Entscheidungstext OGH 15.11.1988 4 Ob 101/88
    Beisatz: Ob die (mitspielende) Wettbewerbsabsicht neben anderen Zielen der Handlung noch Gewicht hat, ist als Wertung einer Rechtsfrage, die auf Grund der zu den konkurrierenden Motiven und Zwecken des Handelnden getroffenen Tatsachenfeststellungen zu beurteilen ist. Wurde aber vom Erstgericht das Fehlen der Wettbewerbsabsicht ausdrücklich festgestellt, so darf die Beurteilung nicht mehr allein auf Grund von Erfahrungssätzen (und bloßen Schlußfolgerungen aus dem auch vom Erstgericht als erwiesen angenommenen Sachverhalt) erfolgen. (T7)
  • 4 Ob 114/88
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 4 Ob 114/88
    Beisatz: Ob ein Verhalten geeignet ist, eigenen oder fremden Wettbewerb zu fördern, ist eine Rechtsfrage. (T8); Beis wie T7 nur: Ob die (mitspielende) Wettbewerbsabsicht neben anderen Zielen der Handlung noch Gewicht hat, ist als Wertung einer Rechtsfrage, die auf Grund der zu den konkurrierenden Motiven und Zwecken des Handelnden getroffenen Tatsachenfeststellungen zu beurteilen ist. (T9) Veröff: SZ 62/20 = MR 1989,61
  • 4 Ob 15/89
    Entscheidungstext OGH 14.03.1989 4 Ob 15/89
  • 4 Ob 38/89
    Entscheidungstext OGH 18.04.1989 4 Ob 38/89
    Veröff: MR 1989,139
  • 4 Ob 34/89
    Entscheidungstext OGH 23.05.1989 4 Ob 34/89
  • 4 Ob 40/89
    Entscheidungstext OGH 13.06.1989 4 Ob 40/89
    Beisatz: Die Wettbewerbsabsicht hat grundsätzlich derjenige zu beweisen, der sie behauptet. Handelt ein Gewerbetreibender im Wettbewerb, dann spricht zwar schon nach der Lebenserfahrung eine tatsächliche Vermutung für Wettbewerbsabsicht; sie kann aber durch einen Gegenbeweis des belangten Verletzers widerlegt werden. (T10)
  • 4 Ob 120/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 4 Ob 120/89
  • 4 Ob 128/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 128/89
    Veröff: MR 1989,219 (Korn) = ÖBl 1990,18
  • 4 Ob 126/89
    Entscheidungstext OGH 05.12.1989 4 Ob 126/89
    Veröff: SZ 62/192 = MR 1990,69
  • 4 Ob 92/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 92/89
    Beis wie T9; Veröff: MR 1990,99 ff = ecolex 1990,159
  • 4 Ob 29/90
    Entscheidungstext OGH 27.02.1990 4 Ob 29/90
    Beis wie T9; Veröff: MR 1990,233
  • 4 Ob 519/90
    Entscheidungstext OGH 26.06.1990 4 Ob 519/90
    Veröff: SZ 63/110
  • 4 Ob 71/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 71/90
    Veröff: SZ 63/156 = JBl 1991,784
  • 4 Ob 80/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 80/90
  • 4 Ob 83/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 83/90
  • 9 ObA 231/90
    Entscheidungstext OGH 26.09.1990 9 ObA 231/90
  • 4 Ob 100/90
    Entscheidungstext OGH 09.10.1990 4 Ob 100/90
    Veröff: ÖBl 1990,250
  • 4 Ob 135/90
    Entscheidungstext OGH 06.11.1990 4 Ob 135/90
    Veröff: MR 1991,115 = ÖBl 1991,58
  • 4 Ob 153/90
    Entscheidungstext OGH 04.12.1990 4 Ob 153/90
    Veröff: JBl 1991,390 (Pfersmann)
  • 4 Ob 175/90
    Entscheidungstext OGH 15.01.1991 4 Ob 175/90
    Beisatz: Hier: Gebietskrankenkasse (T11) Veröff: WBl 1991,202
  • 4 Ob 13/91
    Entscheidungstext OGH 26.02.1991 4 Ob 13/91
    Veröff: MR 1991,166 = WBl 1991,265
  • 4 Ob 32/91
    Entscheidungstext OGH 07.05.1991 4 Ob 32/91
    Veröff: MR 1991,243
  • 4 Ob 36/91
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 4 Ob 36/91
    Beis wie T9; Veröff: ÖBl 1991,87
  • 4 Ob 135/91
    Entscheidungstext OGH 17.12.1991 4 Ob 135/91
    Veröff: ÖBl 1992,104
  • 4 Ob 18/92
    Entscheidungstext OGH 18.02.1992 4 Ob 18/92
    Veröff: ÖBl 1992,45
  • 4 Ob 134/91
    Entscheidungstext OGH 18.02.1992 4 Ob 134/91
  • 4 Ob 1013/92
    Entscheidungstext OGH 10.03.1992 4 Ob 1013/92
    Auch
  • 4 Ob 75/92
    Entscheidungstext OGH 07.07.1992 4 Ob 75/92
  • 4 Ob 57/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 57/92
    Auch
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    Veröff: ÖBl 1992,210 (Pfersmann)
  • 4 Ob 69/92
    Entscheidungstext OGH 29.09.1992 4 Ob 69/92
  • 4 Ob 62/92
    Entscheidungstext OGH 20.10.1992 4 Ob 62/92
    Veröff: SZ 65/133
  • 4 Ob 99/92
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 4 Ob 99/92
    Beis wie T9; Veröff: ÖBl 1993,195
  • 4 Ob 50/93
    Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 50/93
  • 4 Ob 133/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 4 Ob 133/93
  • 4 Ob 67/95
    Entscheidungstext OGH 18.09.1995 4 Ob 67/95
  • 4 Ob 1105/95
    Entscheidungstext OGH 05.12.1995 4 Ob 1105/95
    Beis wie T9
  • 4 Ob 2205/96k
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2205/96k
  • 4 Ob 144/97y
    Entscheidungstext OGH 10.06.1997 4 Ob 144/97y
    Beis wie T7
  • 4 Ob 20/98i
    Entscheidungstext OGH 17.03.1998 4 Ob 20/98i
    Auch
  • 4 Ob 54/00w
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 54/00w
    Auch; Beis wie T9
  • 4 Ob 38/02w
    Entscheidungstext OGH 13.03.2002 4 Ob 38/02w
    Auch; Beis wie T9
  • 4 Ob 253/02p
    Entscheidungstext OGH 19.11.2002 4 Ob 253/02p
  • 4 Ob 18/06k
    Entscheidungstext OGH 14.03.2006 4 Ob 18/06k
    Beis wie T7
  • 4 Ob 161/06i
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 161/06i
  • 4 Ob 228/07v
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 228/07v

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1957:RS0043607

Dokumentnummer

JJR_19570306_OGH0002_0030OB00099_5700000_001

Rechtssatz für 4Ob344/72 4Ob373/77 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079605

Geschäftszahl

4Ob344/72; 4Ob373/77; 4Ob89/90; 4Ob36/91; 4Ob58/92

Entscheidungsdatum

03.10.1972

Norm

UWG §7 D

Rechtssatz

Es genügt, daß die Äußerung auf die zukünftigen geschäftlichen Verhältnisse des herabgesetzten Unternehmens einen nachteiligen Einfluß haben kann.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 344/72
    Entscheidungstext OGH 03.10.1972 4 Ob 344/72
    Veröff: ÖBl 1973,105
  • 4 Ob 373/77
    Entscheidungstext OGH 13.09.1977 4 Ob 373/77
    Auch
  • 4 Ob 89/90
    Entscheidungstext OGH 12.06.1990 4 Ob 89/90
  • 4 Ob 36/91
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 4 Ob 36/91
    Beisatz: Sie muß nicht ehrenrührig sein. (T1) Veröff: ÖBl 1991,87 = MR 1992,35
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Es genügt eine abstrakte Geschäftsgefährdung und Betriebsgefährdung. (T2) Veröff: ÖBl 1992,210

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0079605

Dokumentnummer

JJR_19721003_OGH0002_0040OB00344_7200000_002

Rechtssatz für 4Ob114/88 4Ob162/89 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078308

Geschäftszahl

4Ob114/88; 4Ob162/89; 4Ob118/90; 4Ob154/90; 4Ob153/90; 4Ob36/91; 4Ob10/92; 4Ob58/92; 4Ob1/94; 4Ob30/94; 4Ob314/97y; 4Ob296/99d; 4Ob237/00g; 4Ob89/03x; 4Ob116/06x; 4Ob105/06d; 4Ob127/08t; 4Ob39/10d; 4Ob100/10z; 4Ob209/14k; 4Ob177/18k

Entscheidungsdatum

07.02.1989

Norm

UWG §1 D1c
UWG §1 D2d
UWG §7 C

Rechtssatz

Eine objektiver Nachprüfung entzogene, mit Schlagworten operierende - und deshalb dem Wahrheitsbeweis entzogene - Pauschalabwertung eines Konkurrenten, die den Boden einer sachlichen Aufklärung des Publikums verlässt, verstößt deshalb gegen § 1 UWG.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 114/88
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 4 Ob 114/88
    Veröff: SZ 62/20 = MR 1989,61
  • 4 Ob 162/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 162/89
    Vgl auch; Veröff: SZ 62/208
  • 4 Ob 118/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 118/90
    Auch; Veröff: MR 1991,35 = ÖBl 1991,64
  • 4 Ob 154/90
    Entscheidungstext OGH 20.11.1990 4 Ob 154/90
    Vgl auch; Beisatz: Ähnlich wie bei Werbevergleichen - die Beklagten haben die Nachteile des Kaufes bei "fliegenden Händlern" mit den Vorzügen des Fachhandels verglichen -, wäre die wettbewerbswidrige Warnung nur dann sachlich und informativ gewesen, wenn die Werbenden dem Publikum alle wesentlichen Umstände mitgeteilt hätten, die für die ausgesprochene Warnung maßgebend waren. (T1)
  • 4 Ob 153/90
    Entscheidungstext OGH 04.12.1990 4 Ob 153/90
    Auch; Beisatz: Kein Verstoß gegen das verfassungsgesetzlich verankerte Recht der freien Meinungsäußerung. (T2) Veröff: JBl 1991,390 (Pfersmann) = MR 1991,159
  • 4 Ob 36/91
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 4 Ob 36/91
    Beis wie T2; Veröff: ÖBl 1991,87 = MR 1992,35
  • 4 Ob 10/92
    Entscheidungstext OGH 16.06.1992 4 Ob 10/92
    Vgl auch; Beisatz: Eine wahrheitsgemäße geschäftsschädigende Behauptung ist dann zulässig, wenn der Wettbewerber hinreichenden Anlass hat, den eigenen Wettbewerb mit der Herabsetzung des Mitbewerbers zu verbinden, und sich die Kritik nach Art und Maß im Rahmen des Erforderlichen hält. (T3) Veröff: WBl 1992,410
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    Auch; Veröff: ÖBl 1992,210
  • 4 Ob 1/94
    Entscheidungstext OGH 15.02.1994 4 Ob 1/94
    Auch; Beisatz: Hier: Götz-Zitat für Konkurrenten. (T4)
  • 4 Ob 30/94
    Entscheidungstext OGH 14.12.1993 4 Ob 30/94
    Beis wie T3; Beisatz: Die Behauptungen sind, weil sittenwidrig, ohne Rücksicht auf ihren Wahrheitsgehalt unzulässig. "Hauszustellung einer Zeitung". (T5)
  • 4 Ob 314/97y
    Entscheidungstext OGH 19.12.1997 4 Ob 314/97y
    Vgl auch
  • 4 Ob 296/99d
    Entscheidungstext OGH 14.12.1999 4 Ob 296/99d
    Auch
  • 4 Ob 237/00g
    Entscheidungstext OGH 24.10.2000 4 Ob 237/00g
    Vgl auch
  • 4 Ob 89/03x
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 4 Ob 89/03x
    Vgl auch; Beisatz: Die Aussagen, andere Optiker würden das Komplettbrillenkonzept der Beklagten schlecht machen, in Betrieben von herkömmlichen Optikern werde eine Handelsspanne von 717 % erzielt, sind als mit Schlagworten operierende Pauschalabwertung von Konkurrenten zu beurteilen, die nicht unter § 7 UWG, sondern unter § 1 UWG fallen. Die Abgrenzung erfolgt nicht nach der Zulässigkeit eines Wahrheitsbeweises, sondern danach, ob - etwa durch Pauschalabwertungen, unnötiges Bloßstellen oder aggressive Tendenzen - das Sachlichkeitsgebot verletzt wird, in welchem Fall ein Verstoß gegen § 1 UWG vorliegt. (T6)
  • 4 Ob 116/06x
    Entscheidungstext OGH 09.08.2006 4 Ob 116/06x
    Auch; Beisatz: Gegen § 1 UWG verstößt, wer Mitbewerber unnötig bloßstellt oder der Lächerlichkeit preisgibt oder durch ironische Formulierungen oder aggressive Tendenzen das Sachlichkeitsgebot verletzt. (T7)
  • 4 Ob 105/06d
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 105/06d
    Auch; Beisatz: Hier: Ein Verstoß gegen § 1 UWG durch die beanstandeten Tatsachenmitteilungen wäre erst dann in Betracht zu ziehen, wenn - etwa durch Pauschalabwertungen, unnötiges Bloßstellen oder aggressive Tendenzen - das Sachlichkeitsgebot verletzt wird. Das zur Illustration einer konkreten Tatsache (Aufbau von Abhängigkeiten) verwendete Bild von den Seilbahnen am Haken ist jedoch weder aggressiv noch bloßstellend, sondern illustriert pointiert den Vorwurf der behaupteten wirtschaftlichen Abhängigkeit. (T8)
  • 4 Ob 127/08t
    Entscheidungstext OGH 23.09.2008 4 Ob 127/08t
    Beis wie T2; Beisatz: Nach § 1 UWG idF der UWG-Novelle 2007 ist die pauschale Herabsetzung von Mitbewerbern im Regelfall als unlautere Geschäftspraktik im Sinn der Generalklausel des § 1 UWG zu werten. (T9); Veröff: SZ 2008/132
  • 4 Ob 39/10d
    Entscheidungstext OGH 13.07.2010 4 Ob 39/10d
  • 4 Ob 100/10z
    Entscheidungstext OGH 05.10.2010 4 Ob 100/10z
  • 4 Ob 209/14k
    Entscheidungstext OGH 16.12.2014 4 Ob 209/14k
    Vgl; Beisatz: Hier: Vergleichende Werbung. (T10); Veröff: SZ 2014/128
  • 4 Ob 177/18k
    Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 177/18k
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0078308

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.01.2019

Dokumentnummer

JJR_19890207_OGH0002_0040OB00114_8800000_003

Rechtssatz für 4Ob114/88 4Ob128/89 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079443

Geschäftszahl

4Ob114/88; 4Ob128/89; 4Ob120/89; 4Ob519/90; 4Ob112/90; 4Ob80/90 (4Ob81/90); 4Ob135/90; 4Ob58/92; 4Ob31/93; 4Ob95/93; 4Ob133/93; 4Ob139/94; 4Ob1022/95; 4Ob49/95; 4Ob2364/96t; 4Ob2205/96k; 4Ob197/97t; 4Ob189/03b; 4Ob184/06x; 4Ob249/06f; 17Ob18/09k

Entscheidungsdatum

07.02.1989

Norm

UWG §7 C

Rechtssatz

Der Begriff der Tatsachenbehauptung wird von Lehre und Rechtsprechung zum Schutze des Verletzten seit jeher weit ausgelegt und darin jede Äußerung über Vorgänge oder Zustände objektiv nachprüfbaren Inhalts erblickt.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 114/88
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 4 Ob 114/88
    Veröff: SZ 62/20 = MR 1989,61
  • 4 Ob 128/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 128/89
    nur: Der Begriff der Tatsachenbehauptung wird von Lehre und Rechtsprechung zum Schutze des Verletzten seit jeher weit ausgelegt. (T1) Veröff: MR 1989,219 (Korn) = ÖBl 1990,18
  • 4 Ob 120/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 4 Ob 120/89
    nur T1
  • 4 Ob 519/90
    Entscheidungstext OGH 26.06.1990 4 Ob 519/90
    Veröff: SZ 63/110
  • 4 Ob 112/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 112/90
    Auch
  • 4 Ob 80/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 80/90
    nur T1
  • 4 Ob 135/90
    Entscheidungstext OGH 06.11.1990 4 Ob 135/90
    nur T1; Beisatz: Auch Urteile, die nur auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, gelten als Tatsachenmitteilung "konkludente Tatsachenbehauptung". (T2) Veröff: MR 1991,115 = ÖBl 1991,58
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    nur T1; Beis wie T2; Veröff: ÖBl 1992,210
  • 4 Ob 31/93
    Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 31/93
    Beisatz: Hier: Klägerin habe "gut nachgefasst". (T3)
  • 4 Ob 95/93
    Entscheidungstext OGH 29.06.1993 4 Ob 95/93
    Veröff: MR 1993,182
  • 4 Ob 133/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 4 Ob 133/93
    Beis wie T2
  • 4 Ob 139/94
    Entscheidungstext OGH 06.12.1994 4 Ob 139/94
    nur T1; Beis wie T2
  • 4 Ob 1022/95
    Entscheidungstext OGH 28.03.1995 4 Ob 1022/95
    Auch; nur T1; Beis wie T2
  • 4 Ob 49/95
    Entscheidungstext OGH 10.10.1995 4 Ob 49/95
    nur T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 68/177
  • 4 Ob 2364/96t
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
    Auch
  • 4 Ob 2205/96k
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2205/96k
    Vgl auch; Beisatz: Auf die Form, in die sich die Behauptung kleidet, kommt es nicht an. So kann sich eine Behauptung bisweilen auch unter der bedingten Form - zB jemand solle betrogen haben (RG GRUR 1929, 359) - verstecken. Eine Behauptung kann auch in der Form einer Frage aufgestellt oder verbreitet werden (JBl 1938, 78). (T4)
  • 4 Ob 197/97t
    Entscheidungstext OGH 07.07.1997 4 Ob 197/97t
    Auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Wenn sie greifbare, einem Beweis zugängliche Vorgänge zum Gegenstand haben und von einem nicht unerheblichen Teil der angesprochenen Empfänger in diesem Sinn aufgefasst werden. Dass das Verhalten eines Dritten aufgrund eigener gedanklicher Tätigkeit interpretiert und einer wertenden Stellungnahme unterzogen wird, schließt daher das Vorliegen einer Tatsachenmitteilung noch nicht aus. (T5)
  • 4 Ob 189/03b
    Entscheidungstext OGH 07.10.2003 4 Ob 189/03b
    Vgl auch; Beisatz: Auch die Beantwortung einer Frage ist ein "aktives Tun" und kein bloß passives Verhalten. Schädigungsabsicht ist nicht erforderlich. Ob die Aussage ohne äußeren Anlass oder als Antwort auf eine Frage eines Dritten gemacht worden ist, macht für deren wettbewerbsrechtliche Beurteilung keinen Unterschied. (T6)
  • 4 Ob 184/06x
    Entscheidungstext OGH 21.11.2006 4 Ob 184/06x
    Beisatz: Das ist bei der Behauptung eines Schutzrechtseingriffs der Fall. (T7); Veröff: SZ 2006/170
  • 4 Ob 249/06f
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 249/06f
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T7
  • 17 Ob 18/09k
    Entscheidungstext OGH 23.03.2010 17 Ob 18/09k
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Entscheidend für die Qualifikation einer Äußerung als Tatsachenbehauptung ist, ob sich ihr Bedeutungsinhalt auf einen Tatsachenkern zurückführen lässt, der einem Beweis zugänglich ist. (T8); Beisatz: Hier: Schutzrechtsverwarnung. (T9)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0079443

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

23.06.2010

Dokumentnummer

JJR_19890207_OGH0002_0040OB00114_8800000_005

Rechtssatz für 4Ob128/89 4Ob120/89 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079167

Geschäftszahl

4Ob128/89; 4Ob120/89; 4Ob162/89; 4Ob169/89; 4Ob11/90; 4Ob89/90; 4Ob118/90; 4Ob80/90 (4Ob81/90); 4Ob135/90; 4Ob10/92; 4Ob58/92; 4Ob84/92; 4Ob95/93; 4Ob30/94; 4Ob139/94; 4Ob49/95; 4Ob2115/96z; 4Ob2364/96t; 4Ob47/97h; 4Ob331/97y; 4Ob103/98w; 4Ob112/99w; 4Ob336/99m; 4Ob184/06x; 4Ob249/06f

Entscheidungsdatum

10.10.1989

Norm

UWG §7 C

Rechtssatz

"Tatsachen" im Sinne des § 7 Abs 1 UWG sind nach ständiger Rechtsprechung - unabhängig von der im Einzelfall gewählten Formulierung - Umstände, Ereignisse oder Eigenschaften eines greifbaren, für das Publikum erkennbaren und von ihm an Hand bekannter oder zu ermittelnder Umstände auf seine Richtigkeit nachprüfbaren Inhalts.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 120/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 4 Ob 120/89
  • 4 Ob 128/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 128/89
    Veröff: MR 1989,219 (Korn) = ÖBl 1990,18
  • 4 Ob 162/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 162/89
    Veröff: SZ 62/208 = MR 1990,66 = ÖBl 1990,253
  • 4 Ob 169/89
    Entscheidungstext OGH 09.01.1990 4 Ob 169/89
    Beisatz: Davon zu unterscheiden sind solche Werturteile, die eine rein subjektive Meinung des Erklärenden wiedergeben und daher objektiv nicht überprüft werden können. (T1) Veröff: SZ 63/2 = MR 1990,68 = ÖBl 1990,205
  • 4 Ob 11/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1990 4 Ob 11/90
    Beis wie T1; Veröff: MR 1990,183 (Korn)
  • 4 Ob 89/90
    Entscheidungstext OGH 12.06.1990 4 Ob 89/90
    Beis wie T1
  • 4 Ob 118/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 118/90
    Beis wie T1; Veröff: ÖBl 1991,64
  • 4 Ob 80/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 80/90
  • 4 Ob 135/90
    Entscheidungstext OGH 06.11.1990 4 Ob 135/90
    Beis wie T1; Veröff: MR 1991,115 = ÖBl 1991,58
  • 4 Ob 10/92
    Entscheidungstext OGH 16.06.1992 4 Ob 10/92
    Auch; Beisatz: Das trifft auch bei sogenannten "konkludenten Tatsachenbehauptungen" zu, die Urteile enthalten, welche nur auf entsprechende Tatsachen schließen lassen. (T2) Beis wie T1; Veröff: WBl 1992,410
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    Beis wie T1; Veröff: ÖBl 1992,210
  • 4 Ob 84/92
    Entscheidungstext OGH 20.10.1992 4 Ob 84/92
    Beisatz: Hier: § 1330 ABGB. (T3) Veröff: MR 1992,250 (Korn) = ÖBl 1992,278 = WBl 1993,97
  • 4 Ob 95/93
    Entscheidungstext OGH 29.06.1993 4 Ob 95/93
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: "Ganze Woche" - noch kein Geschäft. (T4) Veröff: MR 1993,182
  • 4 Ob 30/94
    Entscheidungstext OGH 14.12.1993 4 Ob 30/94
    Beisatz: Hauszustellung einer Zeitung. (T5)
  • 4 Ob 139/94
    Entscheidungstext OGH 06.12.1994 4 Ob 139/94
    Beis wie T2
  • 4 Ob 49/95
    Entscheidungstext OGH 10.10.1995 4 Ob 49/95
    Beis wie T1; Beis wie T2; Veröff: SZ 68/177
  • 4 Ob 2115/96z
    Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2115/96z
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Die Behauptung, jemand habe fachlich keine Ahnung oder er versuche wieder einmal, seine Kunden bewusst zu täuschen, ist eine Tatsachenbehauptung. (T6)
  • 4 Ob 2364/96t
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
    Auch
  • 4 Ob 47/97h
    Entscheidungstext OGH 18.03.1997 4 Ob 47/97h
  • 4 Ob 331/97y
    Entscheidungstext OGH 12.11.1997 4 Ob 331/97y
    Beis wie T1
  • 4 Ob 103/98w
    Entscheidungstext OGH 21.04.1998 4 Ob 103/98w
    Vgl; Beis wie T1
  • 4 Ob 112/99w
    Entscheidungstext OGH 01.06.1999 4 Ob 112/99w
    Beis wie T1
  • 4 Ob 336/99m
    Entscheidungstext OGH 18.01.2000 4 Ob 336/99m
    Beis wie T1
  • 4 Ob 184/06x
    Entscheidungstext OGH 21.11.2006 4 Ob 184/06x
    Beisatz: Das ist bei der Behauptung eines Schutzrechtseingriffs der Fall. (T7); Veröff: SZ 2006/170
  • 4 Ob 249/06f
    Entscheidungstext OGH 20.03.2007 4 Ob 249/06f
    Beis wie T2; Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0079167

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2009

Dokumentnummer

JJR_19891010_OGH0002_0040OB00128_8900000_004

Rechtssatz für 4Ob162/89 4Ob169/89 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078055

Geschäftszahl

4Ob162/89; 4Ob169/89; 4Ob118/90; 4Ob135/90; 4Ob36/91; 4Ob58/92; 4Ob21/94; 4Ob2115/96z; 4Ob2205/96k

Entscheidungsdatum

19.12.1989

Norm

UWG §1 D1c
UWG §7 C

Rechtssatz

Auch das wahrheitsgemäße Mitteilen von Tatsachen kann unzulässig sein, und zwar dann, wenn darin ein Verstoß gegen die guten Sitten im Wettbewerb (§ 1 UWG) liegt; § 1 UWG steht auch hier "drohend im Hintergrund".

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 162/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 162/89
    Veröff: SZ 62/208 = MR 1990,66 = ÖBl 1990,253
  • 4 Ob 169/89
    Entscheidungstext OGH 09.01.1990 4 Ob 169/89
    Veröff: SZ 63/2 = MR 1990,68 = ÖBl 1990,205
  • 4 Ob 118/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 118/90
    Vgl auch; Veröff: ÖBl 1991,64
  • 4 Ob 135/90
    Entscheidungstext OGH 06.11.1990 4 Ob 135/90
    Veröff: MR 1991,115 = ÖBl 1991,58
  • 4 Ob 36/91
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 4 Ob 36/91
    Veröff: ÖBl 1991,87 = MR 1992,35
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    Veröff: ÖBl 1992,210
  • 4 Ob 21/94
    Entscheidungstext OGH 08.03.1994 4 Ob 21/94
  • 4 Ob 2115/96z
    Entscheidungstext OGH 09.07.1996 4 Ob 2115/96z
    nur: Auch das wahrheitsgemäße Mitteilen von Tatsachen kann unzulässig sein, und zwar dann, wenn darin ein Verstoß gegen die guten Sitten im Wettbewerb (§ 1 UWG) liegt. (T1); Beisatz: Das ist (nur) dann nicht der Fall, wenn der Wettbewerber hinreichenden Anlaß hat, den eigenen Wettbewerb mit der Herabsetzung des Mitbewerbers zu verbinden, und sich die Kritik nach Art und Maß im Rahmen des Erforderlichen hält. (T2)
  • 4 Ob 2205/96k
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2205/96k

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:RS0078055

Dokumentnummer

JJR_19891219_OGH0002_0040OB00162_8900000_003

Rechtssatz für 4Ob118/90 4Ob58/92 4Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079432

Geschäftszahl

4Ob118/90; 4Ob58/92; 4Ob21/94; 4Ob1009/95; 4Ob71/95; 4Ob2364/96t; 4Ob2205/96k; 4Ob138/97s; 4Ob103/98w; 4Ob225/04y; 4Ob233/07d; 4Ob12/18w

Entscheidungsdatum

11.09.1990

Norm

UWG §7 C

Rechtssatz

Nicht von § 7 UWG erfaßt sind das Behaupten und Verbreiten solcher Tatsachen, die erweislich wahr sind. Auch eine an sich der Wahrheit entsprechende geschäftsschädigende Behauptung ist jedoch nur dann zulässig, wenn der Wettbewerb hinreichenden Anlaß hat, den eigenen Wettbewerb mit der Herabsetzung des Mitbewerbers zu verbinden, und sich die Kritik nach Art und Maß im Rahmen des Erforderlichen hält; eine unsachliche oder unnötige Herabsetzung der Leistungen eines Mitbewerbers ist demnach sittenwidrig.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 118/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 4 Ob 118/90
    Veröff: MR 1991,35 = ÖBl 1991,64
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    Veröff: ÖBl 1992,210
  • 4 Ob 21/94
    Entscheidungstext OGH 08.03.1994 4 Ob 21/94
  • 4 Ob 1009/95
    Entscheidungstext OGH 31.01.1995 4 Ob 1009/95
    Vgl; Beisatz: Hier: Bekanntgabe, das mitbewerbende Medienunternehmen sei Dienstgeber eines Sittlichkeitstäters. (T1)
  • 4 Ob 71/95
    Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 71/95
    nur: Nicht von § 7 UWG erfaßt sind das Behaupten und Verbreiten solcher Tatsachen, die erweislich wahr sind. (T2)
  • 4 Ob 2364/96t
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2364/96t
    Auch
  • 4 Ob 2205/96k
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2205/96k
    Auch
  • 4 Ob 138/97s
    Entscheidungstext OGH 27.05.1997 4 Ob 138/97s
    Vgl auch
  • 4 Ob 103/98w
    Entscheidungstext OGH 21.04.1998 4 Ob 103/98w
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 225/04y
    Entscheidungstext OGH 09.11.2004 4 Ob 225/04y
  • 4 Ob 233/07d
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 233/07d
    Auch
  • 4 Ob 12/18w
    Entscheidungstext OGH 19.04.2018 4 Ob 12/18w
    Auch

Schlagworte

Arbeitgeber, Pauschalherabsetzung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0079432

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.06.2018

Dokumentnummer

JJR_19900911_OGH0002_0040OB00118_9000000_003

Rechtssatz für 4Ob18/92 4Ob58/92 4Ob17...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0031688

Geschäftszahl

4Ob18/92; 4Ob58/92; 4Ob171/93; 6Ob14/01d; 6Ob312/01b; 6Ob283/01p; 6Ob243/11w

Entscheidungsdatum

18.02.1992

Norm

ABGB §1330 A

Rechtssatz

Kein Anspruch auf Widerruf und dessen Veröffentlichung bei Verstößen gegen § 1330 Abs 1 ABGB.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 18/92
    Entscheidungstext OGH 18.02.1992 4 Ob 18/92
    Veröff: ÖBl 1992,45
  • 4 Ob 58/92
    Entscheidungstext OGH 14.07.1992 4 Ob 58/92
    Veröff: ÖBl 1992,210
  • 4 Ob 171/93
    Entscheidungstext OGH 14.12.1993 4 Ob 171/93
  • 6 Ob 14/01d
    Entscheidungstext OGH 15.03.2001 6 Ob 14/01d
    Auch; nur: Kein Anspruch auf Widerruf bei Verstößen gegen § 1330 Abs 1 ABGB. (T1)
  • 6 Ob 312/01b
    Entscheidungstext OGH 14.03.2002 6 Ob 312/01b
  • 6 Ob 283/01p
    Entscheidungstext OGH 29.08.2002 6 Ob 283/01p
    Veröff: SZ 2002/107
  • 6 Ob 243/11w
    Entscheidungstext OGH 22.06.2012 6 Ob 243/11w

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0031688

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.07.2012

Dokumentnummer

JJR_19920218_OGH0002_0040OB00018_9200000_002

Entscheidungstext 4Ob58/92

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

4Ob58/92

Entscheidungsdatum

14.07.1992

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Prof. Dr.Friedl als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Hon.Prof. Dr.Gamerith, Dr.Warta, Dr.Kodek und Dr.Redl als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Herbert St*****, vertreten durch Dr.Siegfried Dillersberger und Dr.Helmut Atzl, Rechtsanwälte in Kufstein, wider die beklagte Partei Dr.Klaus R*****, vertreten durch Dr.Walter Hofbauer, Rechtsanwalt in Innsbruck, wegen 38.982 S sA, Unterlassung und Widerruf (Gesamtstreitwert: 118.982 S; Revisionsinteresse: 40.000 S), infolge Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Innsbruck als Berufungsgericht vom 20.Februar 1992, GZ 2 R 15/92-27, womit infolge Berufung der klagenden Partei das Urteil des Landesgerichtes Innsbruck vom 7.November 1991, GZ 18 Cg 104/90-22, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben.

Die angefochtene Entscheidung wird dahin abgeändert, daß die Punkte 3 lit a und b des Ersturteils sowie dessen Kostenentscheidung (Punkte 4 und 5 des Ersturteils) wiederhergestellt werden.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit 15.111,84 S bestimmten Kosten des Rechtsmittelverfahrens (darin enthalten 3.000 S Barauslagen und 2.018,64 S Umsatzsteuer) binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Der Kläger ist Zahntechniker. Er war bis Oktober 1986 als Laborleiter der Innsbrucker Filiale des Dental-Labors P***** Gesellschaft mbH & Co KG beschäftigt und hat dann das Dental-Labor von seiner Dienstgeberin übernommen. Der Verkauf des Labors an den Kläger erfolgte (ua) auch deshalb, weil die Dienstgeberin des Klägers mit dessen zahntechnischen Leistungen nicht zufrieden war und wegen der mangelnden Qualität seiner Arbeiten auch zwei Zahnärzte als Kunden verloren hatte; dennoch wurde dem Kläger ein gutes Zeugnis ausgestellt. Da der Kläger bei der Zahntechniker-Meisterprüfung dreimal durchgefallen war, wurde ihm die Gewerbeberechtigung für das Handwerk eines Zahntechnikers gemäß § 94 Z 83 GewO nur befristet bis 31.12.1990 erteilt; mit Ablauf dieser Frist wurde sie im Register gelöscht. Am 14.5.1991 bestand der Kläger die Meisterprüfung, worauf ihm am 12.6.1991 die Gewerbeberechtigung (wieder) erteilt wurde.

Der Beklagte ist Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und auch als Standesvertreter in der Ärztekammer für Tirol tätig. In dieser Funktion hatten ihm bei den von ihm abgehaltenen Regionalveranstaltungen zahlreiche Zahnärzte laufend über die mangelhaften Arbeiten des Klägers geklagt; diese seien "furchtbar und katastrophal" sowie "nicht einsetzbar", die Zahnärzte verlören deshalb Patienten. Der Beklagte wurde aufgefordert, Maßnahmen gegen das ständige Auftreten des Klägers als Fachmann auf dem Gebiet der Zahntechnik zu ergreifen, zumal unter den Zahnärzten allgemein bekannt war, daß der Kläger die Meisterprüfung ursprünglich nicht bestanden hatte.

Der Kläger ist in führender Position im "Interessenverein der österreichischen Zahnprothetiker" engagiert. Zwischen diesem Verein und der Tiroler Ärztekammer herrscht Streit über die Befugnis zur Durchführung der Abdrucknahme für abnehmbaren Zahnersatz in der Mundhöhle von Patienten; darüber wurde auch in den Tiroler Medien berichtet (§ 267 ZPO). Am 31.1.1990 wurde das Thema der Herstellung abnehmbaren Zahnersatzes in der Sendung "Tirol-Journal" des Hörfunk-Programms "Radio Tirol" behandelt, wobei die Möglichkeit bestand, daß Anrufer Fragen an die Studiogäste stellen. Der Beklagte meldete sich in dieser Sendung telefonisch zu Wort und stellte sich mit "Dr.R*****, ich bin Zahnarzt" vor. Nach Begrüßung durch den Moderator sagte der Beklagte ua: ".....Der Herr St***** hat das Pferd mit seinem Labor von hinten aufgezäumt. Er hat sich ein Labor gekauft und hatte keine Meisterprüfung. Ein offenes Geheimnis unter den Zahnbehandlern ist es, daß seine Qualität der Arbeiten miesester Qualität sind....."

"........Ja, schauen Sie, generell gesagt ist, daß das Labor St***** eine solche Qualität in schlechter Hinsicht hergestellt hat, daß seine Dienstleistungen von den Zahnärzten nicht in Anspruch genommen wurden....."

Der Kläger hatte für zahlreiche Zahnärzte in Innsbruck und Umgebung - nicht aber für den Beklagten - technische Arbeiten durchgeführt; nahezu alle diese Zahnärzte hatten aber diese Geschäftsbeziehung schon nach kurzer Zeit wieder abgebrochen, weil die Arbeiten des Klägers teilweise überhaupt nicht oder doch erst nach Überarbeitung durch die Zahnärzte selbst brauchbar waren. Das gilt insbesondere für die Zahnärzte Dr.Markus St***** (Reutte), Dr.Markus A*****, Dr.Volkmar Sch*****, Dr.Alexander B*****, Dr.Helmut D*****, Dr.Elisabeth K*****, Dr.Manfred M***** und Dr.Peter K***** (alle in Innsbruck und Umgebung). Auch abnehmbare Zahnersätze, die im Labor des Klägers ohne Zwischenschaltung eines Zahnarztes angefertigt worden waren, hatten den Patienten des öfteren nicht gepaßt und mußten deshalb ausgetauscht werden.

Mit der Behauptung, daß die vom Beklagten in der Sendung "Tirol-Journal" aufgestellten Tatsachenbehauptungen unrichtig und kreditschädigend, darüberhinaus aber auch wegen ihrer Allgemeinheit und Unüberprüfbarkeit sittenwidrig und irreführend seien, begehrt der Kläger - soweit für das vorliegende Revisionsverfahren noch von Interesse -, den Beklagten schuldig zu erkennen,

1. abfällige Äußerungen über die Qualität der Arbeiten des Klägers, insbesondere (die Äußerungen), daß diese "mieseste Qualität" seien und die "Qualität der Arbeiten des Klägers so schlecht sei, daß seine Dienstleistungen von den Zahnärzten nicht in Anspruch genommen würden", zu unterlassen;

2. seine Äußerungen, es sei ein offenes Geheimnis unter den Zahnbehandlern, daß die Arbeiten des Klägers mieseste Qualität und die Arbeiten des Labors des Klägers von solch schlechter Qualität seien, daß seine Dienstleistungen von Zahnärzten nicht in Anspruch genommen würden, zu widerrufen und diesen Widerruf auf eigene Kosten im Hörfunk-Programm "Radio Tirol" des Österreichischen Rundfunks durch Verlesen zu veröffentlichen.

Der Beklagte habe seine Äußerungen in Wettbewerbsabsicht abgegeben, bestehe doch zwischen Zahntechnikern und Zahnärzten ein Wettbewerbsverhältnis. Das noch in Rede stehende Begehren werde insbesondere auf §§ 1, 2 und 7 UWG (sowie § 1330 Abs 2 ABGB) gestützt (ON 1 S 4; ON 18 S 127).

Der Beklagte beantragt die Abweisung auch dieses Klagebegehrens. Als Facharzt stehe er mit dem klagenden Handwerker in keinem Wettbewerbsverhältnis; eine Wettbewerbshandlung liege auch deshalb nicht vor, weil der Beklagte die Äußerungen in Ausübung seiner Pflichten als Funktionär der Ärztekammer gemacht habe (ON 18 S 129). Die von ihm erhobenen Vorwürfe über die besonders schlechte Qualität der Arbeiten des Klägers seien wahr.

Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab. Die beanstandeten Äußerungen seien abfällige Tatsachenbehauptungen, so daß eine Wettbewerbsabsicht von vornherein zu vermuten sei; zwischen gewerblichen Zahntechnikern und Zahnärzten bestehe auch tatsächlich ein Wettbewerbsverhältnis. Dem Beklagten sei jedoch der ihm obliegende Wahrheitsbeweis gelungen, so daß der Unterlassungs- und der Widerrufsanspruch nicht mehr mit Erfolg auf § 7 Abs 1 UWG gestützt werden könnten. Bei dieser Sachlage sei nicht mehr zu prüfen, ob die Vorgangsweise des Beklagten allenfalls auch gegen § 1 UWG verstoße. § 2 UWG komme schon wegen Fehlens einer Irreführung nicht in Betracht.

Das Berufungsgericht gab dem restlichen Unterlassungs- und Widerrufsbegehren des Klägers statt und sprach aus, daß der Wert des Entscheidungsgegenstandes 50.000 S übersteige und die ordentliche Revision zulässig sei. Die beanstandeten Äußerungen des Beklagten seien abstrakt geeignet gewesen, den Betrieb des Klägers und dessen Kredit zu gefährden; auch liege eine Wettbewerbshandlung des Beklagten vor, welchem es offenbar darum gegangen sei, der Tätigkeit des Klägers als Zahntechniker zu begegnen bzw diese Tätigkeit einzuschränken. Die abfällige Äußerung über die Qualität der Arbeiten des Klägers begründe die Vermutung einer Wettbewerbsabsicht des Beklagten. Nach dem offenkundigen Zweck der beanstandeten Äußerung trete diese Absicht gegenüber sonstigen Beweggründen seines Verhaltens auch keineswegs ganz in den Hintergrund. Das Erstgericht habe übersehen, daß auch das Verbreiten wahrer Tatsachenbehauptungen rechtswidrig sein und in den Schutzbereich des Betroffenen eingreifen könne. Das treffe insbesondere auf eine schlagwortartige Pauschalherabsetzung zu, wie sie der Beklagte vorgenommen habe. Er habe damit den Boden einer sachlichen Aufklärung verlassen und die Leistungen des Klägers pauschal und undifferenziert herabgesetzt; der von ihm angebotene Wahrheitsbeweis wäre daher gar nicht zulässig gewesen. Mit den beanstandeten Äußerungen habe der Beklagte den "Tatbestand der §§ 1 und 7 UWG" verwirklicht. Bei der Hörfunk-Sendung vom 31.1.1990 habe er sich nicht als Funktionär der Ärztekammer für Tirol zu Wort gemeldet; selbst wenn er aber in dieser Eigenschaft gesprochen haben sollte, habe er für seine Äußerungen "nach § 1330 ABGB einzustehen".

Gegen den abändernden Teil der Entscheidung des Berufungsgerichtes wendet sich die Revision des Beklagten wegen Aktenwidrigkeit und unrichtiger rechtlicher Beurteilung mit dem Antrag auf Wiederherstellung des Ersturteils.

Der Kläger stellt den Antrag, die Revision als unzulässig zurückzuweisen, hilfsweise ihr nicht Folge zu geben.

Die Revision ist entgegen der Meinung des Klägers schon deshalb zulässig, weil das Berufungsgericht jedenfalls in Ansehung der Stattgebung des Begehrens auf Widerruf und dessen Veröffentlichung von der klaren Gesetzeslage und der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes abgewichen ist; sie ist auch berechtigt.

Die geltend gemachte Aktenwidrigkeit liegt nicht vor (§ 510 Abs 3 Satz 3 ZPO).

Rechtliche Beurteilung

Der Kläger und das Erstgericht haben übersehen, daß als wettbewerbsrechtlicher Anspruchsgrund für das Unterlassungsbegehren nur § 1 und/oder § 7 UWG in Frage kommen, nicht aber § 2 UWG, hat doch dieser Tatbestand - abgesehen davon, daß die beanstandete Behauptung des Beklagten richtig war -, irreführende Angaben über eigene geschäftliche Verhältnisse zum Gegenstand (Koppensteiner, Wettbewerbsrecht2, 111); der Unterlassungsanspruch könnte aber auch aus § 1330 Abs 1 und 2 ABGB abgeleitet werden. Entgegen der Meinung des Berufungsgerichtes besteht aber ein Anspruch auf Widerruf und dessen Veröffentlichung (ÖBl 1981, 45) nur nach § 7 Abs 1 UWG und nach § 1330 Abs 2 ABGB, nicht aber nach § 1 UWG (ÖBl 1991, 58) und auch nicht für Ansprüche nach § 1330 Abs 1 ABGB (Reischauer in Rummel, ABGB, Rz 3 zu § 1330 mwN; Korn-Neumayer, Persönlichkeitsschutz im Zivil- und Wettbewerbsrecht 75; 4 Ob 18/92).

Die Tatbestände sowohl des § 7 UWG als auch des § 1 UWG setzen ein "Handeln zu Zwecken des Wettbewerbs" voraus. Ob der Beklagte in Wettbewerbsabsicht gehandelt hat, ist nach ständiger Rechtsprechung eine Tat- und keine Rechtsfrage (JBl 1991, 390; ÖBl 1991, 87 mwN). Im vorliegenden Fall liegt eine den OGH bindende Tatsachenfeststellung zur Wettbewerbsabsicht des Beklagten weder im positiven noch im negativen Sinn vor. Gerade bei abfälligen Äußerungen über Mitbewerber spricht jedoch nach ständiger Rechtsprechung (JBl 1991, 390; ÖBl 1991, 87 mwN) schon nach der Lebenserfahrung eine tatsächliche Vermutung für die Wettbewerbsabsicht. Diese Absicht muß freilich auch bei abfälligen Äußerungen nicht das einzige oder das wesentliche Ziel der Handlung gewesen sein; sie darf nur gegenüber dem eigentlichen Beweggrund nicht völlig in den Hintergrund treten (ÖBl 1991, 87 mwN). Wenn auch der Beklagte in der Sendung "Tirol-Journal" vom 31.1.1990 nach den Feststellungen der Vorinstanzen nur als Zahnarzt gesprochen hat, mag doch als Beweggrund für seine Wortmeldung auch seine Eigenschaft als Funktionär der Ärztekammer für Tirol in Betracht gekommen sein; auch dieser Umstand läßt aber seine Wettbewerbsabsicht keineswegs in den Hintergrund treten, hätte er doch dann (auch) als gesetzlicher Interessenvertreter der Zahnärzte gemäß § 38 ÄrzteG 1984 BGBl 373 (zuletzt novelliert durch BGBl 1989/138) gehandelt (so schon 4 Ob 34/89 zu einem Vorgehen der Ingenieurkammer für Steiermark und Kärnten). Nach dieser Gesetzesstelle sind ja die Ärztekammern (ua) auch berufen, die gemeinsamen wirtschaftlichen Belange der Ärzte (hier: Zahnärzte) wahrzunehmen und zu fördern, welche aber gerade in bezug auf das in der Radiosendung behandelte Thema in einem Wettbewerbsverhältnis zu den Zahntechnikern stehen (JBl 1991, 390).

Tatsachen im Sinne des § 7 UWG (und ebenso des § 1330 Abs 2 ABGB) sind - im Gegensatz zu objektiv nicht überprüfbaren Werturteilen, welche erst auf Grund einer Denktätigkeit gewonnen werden und eine rein subjektive Meinung des Erklärenden wiedergeben -, Umstände, die ihrer allgemeinen Natur nach objektiv überprüfbar sind (Korn-Neumayer aaO 26 ff; SZ 60/255; ÖBl 1990, 256 ua). Der Begriff der Tatsachenbehauptung ist nach Lehre und ständiger Rechtsprechung weit auszulegen; selbst Urteile, die nur auf entsprechende Tatsachen schließen lassen, gelten als Tatsachenmitteilung ("konkludente Tatsachenbehauptung": SZ 62/208; SZ 63/2; ÖBl 1991, 58 uva). Es kann daher keinem Zweifel unterliegen, daß die hier beanstandeten Äußerungen des Beklagten über die Qualität der Leistungen des Klägers als Zahntechniker Tatsachenbehauptungen waren. Sie vermittelten den Hörern der Radiosendung eine nachteilige Meinung über die Leistungen des Klägers; das genügte aber schon zur Erfüllung des Tatbestandes des § 7 UWG, wenn die Tatsachenbehauptungen nicht erweislich wahr waren. Die Behauptungen müssen keineswegs ehrenrührig sein; vielmehr genügt eine abstrakte Geschäfts- und Betriebsgefährdung (Hohenecker-Friedl, Wettbewerbsrecht, 40 f; ÖBl 1991, 87 mwN). Nach den Feststellungen hat aber der Beklagte den ihm obliegenden Wahrheitsbeweis erbracht, konnte er doch den Inhalt der Mitteilungen im wesentlichen bestätigen (Koppensteiner aaO 115; ÖBl 1991, 87 mwN). Umgekehrt ist dem mit dem Unwahrheitsbeweis belasteten Kläger der Nachweis einer unwahren, kreditschädigenden, aber nicht ehrenrührigen Tatsachenbehauptung im Sinne des § 1330 Abs 2 ABGB (Korn-Neumayer aaO 66) nicht gelungen, so daß sowohl § 7 Abs 1 UWG als auch § 1330 Abs 2 ABGB als Anspruchsgrundlage ausscheiden.

Wie aber das Berufungsgericht an sich zutreffend erkannt hat, kann auch das wahrheitsgemäße Mitteilen von Tatsachen unzulässig sein, wenn darin ein Verstoß gegen die guten Sitten im Wettbewerb (§ 1 UWG) liegt; auch hier steht § 1 UWG "drohend im Hintergrund" (Baumbach-Hefermehl, Wettbewerbsrecht16, 1161 Rz 1 zu § 14 dUWG und 485 f Rz 320 zu § 1 dUWG; SZ 62/208; SZ 63/2; ÖBl 1991, 58 und 87 ua). Da jedoch § 7 UWG die Herabsetzung eines Unternehmens durch wahre Behauptungen nicht erfaßt, kann sie nach § 1 UWG nicht grundsätzlich verboten sein; es bedarf hier vielmehr einer Interessenabwägung: Eine wahrheitsgemäße geschäftsschädigende Behauptung ist demnach (nur) dann zulässig, wenn der Wettbewerber hinreichenden Anlaß hatte, den eigenen Wettbewerb mit der Herabsetzung des Mitbewerbers zu verbinden, und wenn sich die Kritik nach Art und Maß im Rahmen des Erforderlichen hält (Baumbach-Hefermehl aaO 485 Rz 320 zu § 1 dUWG). Eine unsachliche oder unnötige Herabsetzung der Leistung eines Mitbewerbers ist sittenwidrig (Baumbach-Hefermehl aaO 486); ebenso verstößt es gegen die guten Sitten, wenn wettbewerbsfremde

Tatsachen - insbesondere solche, die zum Gegenstand des Wettbewerbs in keiner Beziehung stehen - über einen Mitbewerber verbreitet oder nicht konkretisierte Pauschalverdächtigungen sowie grobe Beschimpfungen geäußert werden (SZ 62/208; ÖBl 1990, 205; SZ 63/2; ÖBl 1991, 87). Solche Voraussetzungen liegen aber entgegen der Meinung des Berufungsgerichtes hier nicht vor:

Der Beklagte hat - wenn auch mit drastischen Worten - gegen den Kläger konkrete Vorwürfe über die mangelnde Qualität der zahntechnischen Leistungen seines Labors erhoben und nicht bloß pauschale, unsubstantiierte Beschimpfungen und Verdächtigungen geäußert. Aus der vom Kläger selbst vorgelegten Tondbandkassette der Radiosendung "Tirol-Journal" vom 31.1.1990 (Beilage O) - deren Echtheit und Richtigkeit vom Beklagten nicht bestritten worden ist (ON 15 S 61), so daß ihr Inhalt vom Obersten Gerichtshof auch unmittelbar verwertet werden kann - ergibt sich aber, daß der Beklagte auch hinreichenden Anlaß hatte, die schlechte Qualität der zahntechnischen Leistungen des Labors des Klägers aufzuzeigen und anzuprangern, hatte doch der Moderator schon am Beginn der Sendung als deren "aktuellen Anlaß" die vor rund einem Jahr erfolgte Eröffnung des "Zahnprothesenreparaturstudios" (des Klägers) in Innsbruck bezeichnet, welches den Kunden auch an den Wochenenden und an Feiertagen zur Verfügung stehe. Der Kläger selbst war noch vor der Wortmeldung des Beklagten insgesamt dreimal namentlich genannt und dabei von einem Diskussionteilnehmer (dem Präsidenten der Dentistenkammer Tirol) als Propagierer seines "Reparaturstudios" in der Öffentlichkeit bezeichnet worden, welcher die Medien mit gewissen Meldungen strapaziert habe. Dabei war es (ua) um den von einem anderen Diskussionsteilnehmer - dem Pressereferenten des Interessenvereins der österreichischen Zahnprothetiker, einem Dienstnehmer des Klägers - gegen die Zahnärzte erhobenen Vorwurf gegangen, daß diese hinsichtlich des Zahnersatzes schlecht ausgebildet seien; die Patienten seien unzufrieden und hätten die (zu hohen) Kosten zu tragen. Hiezu wurde auch die telefonische Wortmeldung einer Dame eingespielt, welche darüber berichtete, daß ein Zahnarzt für ihre Prothese zwar viel verlangt habe, diese aber gebrochen und immer wieder repariert worden sei - jedesmal "eine Kathastrohphe"; dann sei sie aber zum Kläger gegangen, und dieser habe die Prothese sofort gerichtet - "bestens"!

Bei dieser Sachlage kann aber das Interesse des Beklagten als Zahnarzt und Interessenvertreter, den massiven Vorwürfen gegen seinen Berufsstand und der damit verbundenen Propagierung des Zahnlabors des Klägers mit dem - zutreffenden - Hinweis auf die schlechte Qualität der dort erbrachten Leistungen entgegenzutreten, nicht in Zweifel gezogen werden. Von einer unnötigen Herabsetzung des Klägers oder einer besonderen Aggresssivität der Vorwürfe des Beklagten kann unter diesen Umständen nicht gesprochen werden, war doch die Sendung schon bis dahin durch das harte Aufeinanderprallen der Meinungen sowie durch emotionsgeladene telefonische Wortmeldungen von Hörern zum Thema gekennzeichnet gewesen.

Aus diesen Erwägungen ist auch ein Verstoß des Beklagten gegen § 1 UWG zu verneinen, weshalb in Stattgebung der Revision der noch in Rede stehende abweisende Teil des Ersturteils wiederherzustellen war. Da sich die Berufung des Klägers im Kostenpunkt als unberechtigt erweist, war auch die Kostenentscheidung des Erstgerichtes wiederherzustellen.

Der Kläger ist somit im Berufungs- und im Revisionsverfahren zur Gänze unterlegen; er hat daher dem Beklagten gemäß §§ 41, 50 ZPO die auf der Basis der jeweiligen Streitwerte von 78.982 S und 40.000 S mit 9

8.488,80 S (darin enthalten 1.414,80 S Umsatzsteuer) und mit 6.623,04 S (darin enthalten 3.000 S Barauslagen und 603,84 S Umsatzsteuer) bestimmten Kosten der Rechtsmittelverfahren zu ersetzen.

Anmerkung

E29272

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1992:0040OB00058.92.0714.000

Dokumentnummer

JJT_19920714_OGH0002_0040OB00058_9200000_000