Rechtssatz für 8Ob79/75 2Ob129/75 8Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0030251

Geschäftszahl

8Ob79/75; 2Ob129/75; 8Ob238/76; 8Ob97/77; 1Ob760/77; 8Ob142/78; 8Ob167/80; 7Ob658/81; 7Ob582/83 (7Ob583/83); 7Ob49/87; 7Ob38/88; 2Ob53/90; 7Ob3/03x; 1Ob60/09v; 2Ob148/12x; 9Ob59/12k; 10Ob36/13m; 2Ob234/13w; 4Ob198/15v; 6Ob3/19p

Entscheidungsdatum

24.01.2019

Rechtssatz

Der Schädiger kann seinen ihm gemäß Art römisch XII Ziffer 3, EGUStG 1972 zustehenden Rückersatzanspruch in einem gegen ihn geführten Schadenersatzprozess nicht geltend machen, sondern ist auf die Führung eines getrennten Rechtsstreites verwiesen.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 79/75
    Entscheidungstext OGH 14.05.1975 8 Ob 79/75
    Veröff: EvBl 1976/22 S 44 = RZ 1976/2 S 15
  • 2 Ob 129/75
    Entscheidungstext OGH 18.09.1975 2 Ob 129/75
    Auch
  • 8 Ob 238/76
    Entscheidungstext OGH 19.01.1977 8 Ob 238/76
    Beisatz: Da Rückersatz begrifflich Ersatz zur Voraussetzung hat, kann der Anspruch auf Rückersatz nicht vor der Ersatzleistung mit Erfolg geltend gemacht werden. (T1)
  • 8 Ob 97/77
    Entscheidungstext OGH 29.06.1977 8 Ob 97/77
    Beis wie T1; Veröff: EvBl 1978/28 S 99
  • 1 Ob 760/77
    Entscheidungstext OGH 07.06.1978 1 Ob 760/77
    Veröff: SZ 51/78 = EvBl 1979/56 S 159
  • 8 Ob 142/78
    Entscheidungstext OGH 20.09.1978 8 Ob 142/78
    Auch; Veröff: ZVR 1979/75 S 85
  • 8 Ob 167/80
    Entscheidungstext OGH 20.11.1980 8 Ob 167/80
    Veröff: SZ 53/154 = EvBl 1981/56 S 349
  • 7 Ob 658/81
    Entscheidungstext OGH 26.11.1981 7 Ob 658/81
    Veröff: SZ 54/176
  • 7 Ob 582/83
    Entscheidungstext OGH 14.04.1983 7 Ob 582/83
  • 7 Ob 49/87
    Entscheidungstext OGH 12.11.1987 7 Ob 49/87
    Veröff: SZ 60/243
  • 7 Ob 38/88
    Entscheidungstext OGH 10.11.1988 7 Ob 38/88
    Auch; Veröff: ZVR 1990/61 S 180
  • 2 Ob 53/90
    Entscheidungstext OGH 05.09.1990 2 Ob 53/90
  • 7 Ob 3/03x
    Entscheidungstext OGH 29.01.2003 7 Ob 3/03x
    Vgl auch
  • 1 Ob 60/09v
    Entscheidungstext OGH 26.05.2009 1 Ob 60/09v
    Vgl auch; Beisatz: Frage, ob diese Judikatur, die Überlegungen zur Vorsteuerabzugsberechtigung aus dem Schadenersatzprozess ausscheidet, auch bei Geltendmachung nur der Umsatzsteuer anzuwenden ist, wurde offen gelassen. (T2)
  • 2 Ob 148/12x
    Entscheidungstext OGH 24.01.2013 2 Ob 148/12x
    Auch; Beisatz: Der Schadenersatzprozess soll nicht mit steuerrechtlichen Fragen belastet werden, dafür steht dem Schädiger ein besonderer Bereicherungsanspruch zu. (T3)
  • 9 Ob 59/12k
    Entscheidungstext OGH 31.07.2013 9 Ob 59/12k
    Beisatz: Der Ersatz von Prozesskosten stellt echten, nicht steuerbaren Schadenersatz an die obsiegende Partei dar. (T4)
    Veröff: SZ 2013/73
  • 10 Ob 36/13m
    Entscheidungstext OGH 12.09.2013 10 Ob 36/13m
  • 2 Ob 234/13w
    Entscheidungstext OGH 22.01.2014 2 Ob 234/13w
    Auch
  • 4 Ob 198/15v
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 4 Ob 198/15v
    Auch
  • 6 Ob 3/19p
    Entscheidungstext OGH 24.01.2019 6 Ob 3/19p
    Beis wie T3

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0030251

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.03.2019

Dokumentnummer

JJR_19750514_OGH0002_0080OB00079_7500000_001

Rechtssatz für 2Ob137/70 2Ob236/70 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0030285

Geschäftszahl

2Ob137/70; 2Ob236/70; 2Ob146/70; 2Ob69/72; 8Ob213/72; 8Ob228/72; 2Ob235/72; 8Ob69/73; 7Ob151/73; 2Ob146/74; 8Ob124/74; 8Ob256/74; 8Ob20/75; 2Ob93/76; 8Ob187/76; 1Ob1/78 (1Ob2/78); 1Ob760/77; 8Ob93/78; 8Ob167/78; 8Ob42/80; 8Ob138/80; 2Ob226/82; 8Ob535/82; 2Ob153/83; 8Ob220/83; 2Ob13/84; 8Ob8/84; 2Ob65/84; 8Ob82/85; 2Ob35/86; 2Ob40/87; 1Ob40/87; 2Ob19/89; 4Ob525/90; 2Ob128/89; 2Ob53/90; 6Ob565/92; 4Ob1554/95; 1Ob620/94; 4Ob2088/96d; 1Ob331/98b; 8Ob318/98t; 1Ob358/98y; 6Ob246/02y; 6Ob139/04s; 6Ob70/05w; 2Ob158/07k; 6Ob134/08m; 1Ob103/08s; 2Ob116/08k; 1Ob16/09y; 2Ob249/08v; 4Ob80/12m; 2Ob18/13f; 4Ob157/13m; 1Ob62/19b

Entscheidungsdatum

25.09.2019

Rechtssatz

Ersatz der Reparaturkosten, wenn Reparatur möglich und wirtschaftlich ("tunlich") ist, ohne Rücksicht, ob der Geschädigte die Reparatur vornehmen ließ oder das Fahrzeug im beschädigten Zustand veräußerte und welchen Erlös er dabei erzielte.

Anmerkung

Bem zu RS: Zur neuen gegenteiligen Rechtsprechung zur Begrenzung der fiktiven Reparaturkosten mit der objektiven Wertminderung siehe RS0022844.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 137/70
    Entscheidungstext OGH 22.10.1970 2 Ob 137/70
    Veröff: SZ 43/186 = JBl 1971,364 = ZVR 1971/155 S 210
  • 2 Ob 236/70
    Entscheidungstext OGH 05.11.1970 2 Ob 236/70
    Veröff: ZVR 1971/125 S 157
  • 2 Ob 146/70
    Entscheidungstext OGH 22.10.1970 2 Ob 146/70
    Veröff: ZVR 1971/100 S 129
  • 2 Ob 69/72
    Entscheidungstext OGH 02.11.1972 2 Ob 69/72
  • 8 Ob 213/72
    Entscheidungstext OGH 14.11.1972 8 Ob 213/72
  • 8 Ob 228/72
    Entscheidungstext OGH 28.11.1972 8 Ob 228/72
    Veröff: ZVR 1974/69 S 113
  • 2 Ob 235/72
    Entscheidungstext OGH 29.12.1972 2 Ob 235/72
  • 8 Ob 69/73
    Entscheidungstext OGH 15.05.1973 8 Ob 69/73
    Veröff: ZVR 1974/55 S 85
  • 7 Ob 151/73
    Entscheidungstext OGH 05.09.1973 7 Ob 151/73
    nur: Ohne Rücksicht welchen Erlös er dabei erzielte. (T1)
    Veröff: EvBl 1974/2 S 13 = VersR 1974,1041
  • 2 Ob 146/74
    Entscheidungstext OGH 30.05.1974 2 Ob 146/74
    Beisatz: Es kann für die Entscheidung nicht von Bedeutung sein, wenn der Kläger Ersatz der Reparaturkosten und der merkantilen Wertminderung mit der unrichtigen Prozessbehauptung verlangt, er habe das Fahrzeug reparieren lassen, wenn nur feststeht, dass die Reparatur den behaupteten Betrag gekostet hätte und dass das Fahrzeug auch im Falle der durchgeführten Reparatur noch eine merkantile Wertminderung aufgewiesen hätte. (T2)
  • 8 Ob 124/74
    Entscheidungstext OGH 09.07.1974 8 Ob 124/74
    Veröff: ZVR 1975/79 S 116
  • 8 Ob 256/74
    Entscheidungstext OGH 21.01.1975 8 Ob 256/74
    Vgl auch; Beisatz: Es ist Sache des Geschädigten, wie er den ihm als Schadensgutmachung zugekommenen Betrag verwendet. (T3)
  • 8 Ob 20/75
    Entscheidungstext OGH 12.03.1975 8 Ob 20/75
  • 2 Ob 93/76
    Entscheidungstext OGH 08.07.1976 2 Ob 93/76
  • 8 Ob 187/76
    Entscheidungstext OGH 24.11.1976 8 Ob 187/76
    Veröff: ZVR 1978/115 S 183
  • 1 Ob 1/78
    Entscheidungstext OGH 25.01.1978 1 Ob 1/78
    Beisatz: Hat er sie aber durchgeführt, sind nicht mehr die angemessenen Kosten fiktiv zu berechnen, sondern die tatsächlichen zu ersetzen. "Angemessene" Kosten sind daher nur dort zuzusprechen, wo die tatsächlichen noch nicht bekannt sind; soweit die Entscheidung JBl 1959,209 davon spricht, dass stets der Schätzungswert zu vergüten ist, kann ihr nicht gefolgt werden. (T4)
    Veröff: SZ 51/7
  • 1 Ob 760/77
    Entscheidungstext OGH 07.06.1978 1 Ob 760/77
    Veröff: SZ 51/78
  • 8 Ob 93/78
    Entscheidungstext OGH 28.06.1978 8 Ob 93/78
    Beisatz: Wird der zur Reparatur erforderliche Betrag nicht zur Instandsetzung, sondern für die Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges verwendet, dient der Anspruch auf Ersatz der Umsatzsteuer in diesem Umfange dem Ausgleich des Substanzverlustes durch die Beschädigung. (T5)
    Veröff: ZVR 1979/132 S 143
  • 8 Ob 167/78
    Entscheidungstext OGH 21.11.1978 8 Ob 167/78
    Veröff: SZ 51/163
  • 8 Ob 42/80
    Entscheidungstext OGH 12.06.1980 8 Ob 42/80
    Veröff: ZVR 1981/95 S 114
  • 8 Ob 138/80
    Entscheidungstext OGH 02.10.1980 8 Ob 138/80
    nur: Ersatz der Reparaturkosten, wenn Reparatur möglich und wirtschaftlich ("tunlich") ist. (T6)
  • 2 Ob 226/82
    Entscheidungstext OGH 19.10.1982 2 Ob 226/82
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 8 Ob 535/82
    Entscheidungstext OGH 02.12.1982 8 Ob 535/82
    Auch
  • 2 Ob 153/83
    Entscheidungstext OGH 13.09.1983 2 Ob 153/83
    Beis wie T4 nur: Hat er sie aber durchgeführt, sind nicht mehr die angemessenen Kosten fiktiv zu berechnen, sondern die tatsächlichen zu ersetzen. (T7)
  • 8 Ob 220/83
    Entscheidungstext OGH 15.12.1983 8 Ob 220/83
    Auch; nur T1; Beis wie T4; Beisatz: Dies gilt auch bei nur leichter Fahrlässigkeit des Schädigers. (T8)
  • 2 Ob 13/84
    Entscheidungstext OGH 10.04.1984 2 Ob 13/84
    Vgl; Beis wie T7; Beisatz: Wenn sie geringer waren als die fiktiven Reparaturkosten. (T9)
    Veröff: JBl 1985,41 (zustimmend Apathy) = ZVR 1985/344 S 375 = RZ 1984/86 S 255
  • 8 Ob 8/84
    Entscheidungstext OGH 10.05.1984 8 Ob 8/84
    nur T1
  • 2 Ob 65/84
    Entscheidungstext OGH 21.05.1985 2 Ob 65/84
    nur T1; Veröff: ZVR 1986/38 S 124
  • 8 Ob 82/85
    Entscheidungstext OGH 09.01.1986 8 Ob 82/85
    nur T6
  • 2 Ob 35/86
    Entscheidungstext OGH 09.09.1986 2 Ob 35/86
    Auch; Beis wie T4
  • 2 Ob 40/87
    Entscheidungstext OGH 28.10.1987 2 Ob 40/87
    Anm: Beisatz T10 wurde wegen missverständlichem Inhalt gelöscht. - Juli 2019 (T10)
    Veröff: JBl 1988,249
  • 1 Ob 40/87
    Entscheidungstext OGH 20.01.1988 1 Ob 40/87
    nur: Ersatz der Reparaturkosten, wenn Reparatur möglich und wirtschaftlich ("tunlich") ist, ohne Rücksicht, ob der Geschädigte die Reparatur vornehmen ließ. (T11)
    Beis wie T7
    Veröff: ZVR 1988/129 S 281
  • 2 Ob 19/89
    Entscheidungstext OGH 29.03.1989 2 Ob 19/89
  • 4 Ob 525/90
    Entscheidungstext OGH 03.04.1990 4 Ob 525/90
    Vgl auch; Beis wie T9
  • 2 Ob 128/89
    Entscheidungstext OGH 28.03.1990 2 Ob 128/89
    Veröff: SZ 63/46 = VersR 1991,721 (Huber)
  • 2 Ob 53/90
    Entscheidungstext OGH 05.09.1990 2 Ob 53/90
    nur T11; Beis wie T5
  • 6 Ob 565/92
    Entscheidungstext OGH 04.02.1993 6 Ob 565/92
    nur T11; Veröff: SZ 66/17 = JBl 1993,786
  • 4 Ob 1554/95
    Entscheidungstext OGH 28.03.1995 4 Ob 1554/95
    Vgl auch; Beis wie T7
  • 1 Ob 620/94
    Entscheidungstext OGH 29.05.1995 1 Ob 620/94
    Vgl; nur T11; Beis wie T3; Beisatz: Der Geschädigte hat Anspruch auf Ersatz der bloß fiktiven Wiederherstellungskosten, das sind die zur Wiederherstellung notwendigen und angemessenen Kosten, gleichgültig, ob er die Schadensbehebung tatsächlich durchführen lässt oder sonst wie verwendet. (T12)
    Veröff: SZ 68/101
  • 4 Ob 2088/96d
    Entscheidungstext OGH 30.04.1996 4 Ob 2088/96d
    Auch; Beis wie T12; Beisatz: Daher kann nur maßgebend sein, wie hoch diese Kosten sein werden und nicht wie hoch sie im Schädigungszeitpunkt gewesen wären. (T13)
  • 1 Ob 331/98b
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 331/98b
    Vgl auch; Beis wie T12; Beisatz: Fiktive Schadensbehebungskosten sind nur bis zur Höhe der Minderung des gemeinen Werts der beschädigten Sache zu ersetzen, weil eine darüber hinausgehende Leistung gleichfalls eine den Aufgaben des Schadenersatzrechts widersprechende Bereicherung des Geschädigten auf Kosten des Schädigers bewirken würde. (T14)
  • 8 Ob 318/98t
    Entscheidungstext OGH 18.03.1999 8 Ob 318/98t
    Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T9
  • 1 Ob 358/98y
    Entscheidungstext OGH 25.05.1999 1 Ob 358/98y
    Ähnlich; Beisatz: Wie der Beschädigte den nach der Differenzmethode ermittelten Ersatzbetrag verwendet, ist für die rechtliche Beurteilung ebenso unerheblich wie die Frage, welchen Erlös er in der Folge für die Sache erzielen konnte. (T15)
  • 6 Ob 246/02y
    Entscheidungstext OGH 11.09.2003 6 Ob 246/02y
    Vgl; Beis wie T7; Beis wie T4
  • 6 Ob 139/04s
    Entscheidungstext OGH 25.11.2004 6 Ob 139/04s
    Auch
  • 6 Ob 70/05w
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 70/05w
    Auch; Beisatz: Der tatsächliche Aufwand ist für die Höhe des Ersatzes maßgebend. Der Ersatz ist der Höhe nach mit jenem des notwendigen Aufwands begrenzt. (T16)
  • 2 Ob 158/07k
    Entscheidungstext OGH 26.06.2008 2 Ob 158/07k
    Auch; Beis wie T12; Beisatz: Voraussetzung für die Berechnung des Schadens nach den fiktiven Reparaturkosten ist, dass eine technisch einwandfreie Reparatur möglich und nicht untunlich ist. (T17)
    Veröff: SZ 2008/91
  • 6 Ob 134/08m
    Entscheidungstext OGH 07.07.2008 6 Ob 134/08m
    Vgl; Beis wie T14; Beisatz: Auf dem Boden schadenersatzrechtlicher Grundsätze wird die Ersatzfähigkeit rein fiktiver Aufwendungen zur Schadensbehebung, denen eine reale Vermögenseinbuße nicht gegenübersteht, verneint. Anders ist die Rechtslage dagegen bei Sachschäden, die jedenfalls eine reale Vermögenseinbuße verursachen. Nur bei derartigen Schäden kann der Geschädigte den Ersatz bloß fiktiver Wiederherstellungskosten beanspruchen, mag er die Schadensbehebung schließlich tatsächlich durchführen oder über den Ersatzbetrag sonstwie verfügen, ist doch dessen Verwendung allein Sache des Geschädigten (1 Ob 331/98b). (T18)
    Beisatz: Warum für § 933a ABGB anderes gelten soll, ist nicht ersichtlich. Wird - wie im vorliegenden Fall - der Mangel nicht behoben, so hat der Übernehmer nur Anspruch auf Ersatz der Wertminderung und des daraus resultierenden sonstigen Nichterfüllungsschadens. Hier ist etwa an den Fall zu denken, dass ein Schaden dadurch entsteht, dass sich die mangelhafte Sache nicht oder nur zu einem schlechteren Preis weiter veräußern ließ. (T19)
  • 1 Ob 103/08s
    Entscheidungstext OGH 21.10.2008 1 Ob 103/08s
    Vgl auch; Beis wie T12; Beisatz: Steht aber fest, dass die Reparatur nicht durchgeführt wird, ist ein über die objektive Wertminderung hinausgehendes Begehren grundsätzlich abzuweisen. (T20)
  • 2 Ob 116/08k
    Entscheidungstext OGH 17.12.2008 2 Ob 116/08k
    nur T6
  • 1 Ob 16/09y
    Entscheidungstext OGH 05.05.2009 1 Ob 16/09y
    Vgl auch; nur T11; Beis wie T20; Beisatz: Hier: Aus Vertrag abgeleiteter Schadenersatzanspruch auf Ersatz von Mängelbehebungskosten. (T21)
  • 2 Ob 249/08v
    Entscheidungstext OGH 28.09.2009 2 Ob 249/08v
  • 4 Ob 80/12m
    Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 80/12m
    Vgl auch; Beisatz: Der Schädiger hat auf Verlangen einen zweckgebundenen und verrechenbaren Vorschuss zu leisten. (T22)
  • 2 Ob 18/13f
    Entscheidungstext OGH 14.03.2013 2 Ob 18/13f
    Vgl; nur T6; Vgl Beis wie T20
  • 4 Ob 157/13m
    Entscheidungstext OGH 22.10.2013 4 Ob 157/13m
    Veröff: SZ 2013/97
  • 1 Ob 62/19b
    Entscheidungstext OGH 25.09.2019 1 Ob 62/19b
    Vgl; Beis wie T20

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1970:RS0030285

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

08.06.2021

Dokumentnummer

JJR_19701022_OGH0002_0020OB00137_7000000_002

Rechtssatz für 2Ob193/78; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0019382

Geschäftszahl

2Ob193/78; 8Ob78/83; 2Ob105/83; 8Ob20/85; 7Ob5/86; 8Ob17/87; 2Ob140/88; 2Ob80/89; 2Ob53/90; 2Ob17/92; 4Ob49/19p; 2Ob29/20h

Entscheidungsdatum

27.11.2020

Rechtssatz

Der Leasingnehmer ist, anders als der Käufer der unter Eigentumsvorbehalt stehenden Sache, bei Beschädigung des Leasinggegenstandes nicht unmittelbar Geschädigter, sein Schaden ist nicht ersatzfähiger Drittschaden.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 193/78
    Entscheidungstext OGH 12.06.1979 2 Ob 193/78
    Veröff: SZ 52/93 = RZ 1980/20 S 111
  • 8 Ob 78/83
    Entscheidungstext OGH 21.12.1983 8 Ob 78/83
    Veröff: SZ 56/199 = JBl 1985,231 (kritisch Apathy)
  • 2 Ob 105/83
    Entscheidungstext OGH 17.01.1984 2 Ob 105/83
    Vgl; Beisatz: Der Leasingnehmer kann aber die Schadenersatzforderung des Leasingunternehmens im Sinne des § 1422 ABGB einlösen. (T1)
  • 8 Ob 20/85
    Entscheidungstext OGH 19.06.1985 8 Ob 20/85
    Auch
  • 7 Ob 5/86
    Entscheidungstext OGH 20.02.1986 7 Ob 5/86
    Auch; Beisatz: Dem Leasingnehmer steht kein "absolutes Anwartschaftsrecht" auf Eigentumserwerb zu. (T2) Veröff: SZ 59/40
  • 8 Ob 17/87
    Entscheidungstext OGH 27.08.1987 8 Ob 17/87
  • 2 Ob 140/88
    Entscheidungstext OGH 10.05.1989 2 Ob 140/88
    Beis wie T1; Beisatz: Dies gilt auch für Mietfahrzeugkosten. (T3) Beisatz: Ausdrückliche Ablehnung von Apathy. Die publizianische Klage 62 ff; derselbe in JBl 1985,233; Koziol, Haftpflichtrecht 2. Auflage II 29 ff; Reischauer in Rummel, ABGB, RdZ 22 zu § 1332. (T4) Veröff: WBl 1989,319 = RdW 1989,269
  • 2 Ob 80/89
    Entscheidungstext OGH 06.06.1989 2 Ob 80/89
    Beis wie T1; Beisatz: Unter Anführung der in SZ 23/191 dargelegten Begründung. (T5)
  • 2 Ob 53/90
    Entscheidungstext OGH 05.09.1990 2 Ob 53/90
    Beis wie T1
  • 2 Ob 17/92
    Entscheidungstext OGH 27.05.1992 2 Ob 17/92
    Vgl aber; Beisatz: Der Leasingnehmer hat Anspruch auf Ersatz der Mietwagenkosten. (T6) Veröff: ZVR 1992/154 S 339 = VersR 1993,732 = SZ 65/83
  • 4 Ob 49/19p
    Entscheidungstext OGH 05.07.2019 4 Ob 49/19p
  • 2 Ob 29/20h
    Entscheidungstext OGH 27.11.2020 2 Ob 29/20h
    nur Beisatz wie T6
    Anm: Veröff: SZ 2020/115

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0019382

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

05.06.2023

Dokumentnummer

JJR_19790612_OGH0002_0020OB00193_7800000_001

Entscheidungstext 2Ob53/90

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

2Ob53/90

Entscheidungsdatum

05.09.1990

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Kralik als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Vogel, Dr. Melber, Dr. Kropfitsch und Dr. Zehetner als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Margarete G*** Gesellschaft m.b.H., Hietzinger Hauptstraße 174, 1130 Wien, vertreten durch Dr. Edgar Kollmann, Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagten Parteien 1) Verlassenschaft nach der am 4. September 1988 verstorbenen Helga T***, zuletzt wohnhaft Herzmanskystraße 6, 1140 Wien, und 2) W*** A*** Versicherungs-AG, p.Adr. Untere Donaustraße 13-15, 1020 Wien, beide vertreten durch Dr. Werner Brandstetter, Rechtsanwalt in Wien, wegen S 173.322,- sA, infolge Revision der beklagten Parteien gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Wien als Berufungsgerichtes vom 1. Dezember 1989, GZ 13 R 184/89-30, womit infolge Berufung der klagenden Partei und der beklagten Parteien das Urteil des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen Wien vom 16. Mai 1989, GZ 12 Cg 772/88-22, teilweise bestätigt und teilweise abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Die Revision wird zurückgewiesen.

Ein Zuspruch von Kosten des Revisionsverfahrens findet nicht statt.

Text

Begründung:

Am 11. 3. 1987 verschuldete Helga T*** (sie verstarb während dieses Rechtsstreites am 4. 9. 1988) als Halterin und Lenkerin des bei der Zweitbeklagten haftpflichtversicherten PKW mit dem Kennzeichen W 450.186 in Wien einen Verkehrsunfall, bei dem der PKW der Klägerin mit dem Kennzeichen W 274.374 beschädigt wurde. Die zur Schadensbehebung an diesem Fahrzeug notwendigen Reparaturkosten betragen S 147.322,- (darin Umsatzsteuer von S 24.553,-); die merkantile Wertminderung beträgt S 26.000,-.

Die Klägerin begehrte aus dem Rechtsgrund des Schadenersatzes aus diesem Verkehrsunfall die Verurteilung der Beklagten zur ungeteilten Hand zur Zahlung von S 173.322,- sA (Reparaturkosten einschließlich Umsatzsteuer, Wertminderung) im wesentlichen mit der Begründung, es habe sich bei dem beschädigten PKW um ein Leasingfahrzeug gehandelt, das die Klägerin von der AVA-Bank in Form eines Kaufleasings angeschafft habe. Aus Anlaß des Unfalles habe die Klägerin durch Auszahlung der Leasingraten im Mai 1987 Eigentum an diesem PKW erworben, wodurch alle im Zusammenhang mit dem Fahrzeug stehenden Rechte an sie übergegangen seien. Der AVA-Bank sei es nicht möglich gewesen, von den Beklagten den Ersatz der Unfallschäden zu erlangen.

Die Beklagten wendeten im wesentlichen ein, der Klägerin fehle die Aktivlegitimation, weil sie als Leasingnehmerin nur mittelbar geschädigt sei und auch die Reparaturkosten nicht bezahlt habe. Das Fahrzeug sei zur Unfallszeit als Leasingfahrzeug im Eigentum der AVA-Bank gestanden und von dieser erst am 22. 5. 1987 an die Klägerin veräußert worden, wobei Schadenersatzansprüche, insbesondere Wertminderungsansprüche, nicht an die Klägerin zediert worden seien. Soweit die von der Klägerin geltend gemachte Schadenersatzforderung den Betrag von S 24.553,- an Umsatzsteuer aus den Reparaturkosten betreffe, stehe der Klägerin ein Ersatzanspruch auch deshalb nicht zu, weil bei einer Schadensliquidierung durch die AVA-Bank wegen deren Berechtigung zum Vorsteuerabzug diesbezüglich ein Ersatzanspruch nicht bestanden hätte. In diesem Umfang sei der AVA-Bank ein Schadenersatzanspruch nicht zugestanden, sodaß ein solcher auch nicht auf die Klägerin übergehen hätte können. Die Geltendmachung eines derartigen Schadens durch die nicht vorsteuerabzugsberechtigte Klägerin verstoße gegen die Schadensminderungspflicht.

Das Erstgericht verurteilte die Beklagten zur ungeteilten Hand zur Zahlung von S 147.322,- sA und wies das auf Zahlung eines weiteren Betrages von S 26.000 sA gerichtete Mehrbegehren der Klägerin ab.

Es stellte über den bereits eingangs wiedergegebenen Sachverhalt hinaus im wesentlichen folgendes fest:

Bei dem beschädigten PKW handelte es sich um ein Leasingfahrzeug, wobei der entsprechende Vertrag zwischen der Klägerin und der AVA-Bank im Dezember 1986 geschlossen wurde (full payout Leasing). Am 22. 5. 1987 verkaufte die AVA-Bank das Fahrzeug der Klägerin, wobei der Kaufpreis gleich war der noch offenen Forderung aus dem Leasingvertrag. Die AVA-Bank erfuhr erst durch die Korrespondenz mit dem Klagevertreter, also erst nach dem Verkauf des Fahrzeuges, von dem Verkehrsunfall vom 11. 3. 1987. Sie lehnte es, nachdem das Eigentum an dem PKW an die Klägerin übergegangen war, ab, irgenwelche zusätzliche Rechte der Klägerin zu übertragen, weil es (nach Auffassung der AVA-Bank) nach beiderseitiger Erfüllung des Kaufvertrages nichts mehr zu übertragen gab.

Rechtlich beurteilte das Erstgericht den festgestellten Sachverhalt im wesentlichen dahin, daß die Aktivlegitimation der Klägerin zum Zeitpunkt des Schlusses der Verhandlung jedenfalls gegeben gewesen sei, jedoch mit Ausnahme des Ersatzanspruches auf Wertminderung. Dieses Nebenrecht sei der Klägerin von der Verkäuferin nicht übertragen worden bzw. habe in Ermangelung der Kenntnis des Verkehrsunfalles nicht übertragen werden können. Die verlangte Umsatzsteuer sei der Klägerin im Sinne des Art römisch XII EGUStG zuzusprechen gewesen.

Diese Entscheidung des Erstgerichtes wurde von beiden Streitteilen mit Berufung bekämpft.

Das Berufungsgericht gab mit dem angefochtenen Urteil vom 1. 12. 1989 der Berufung der Beklagten keine Folge. Hingegen gab es der Berufung der Klägerin Folge und änderte die Entscheidung des Erstgerichtes dahin ab, daß es - abgesehen von der Abweisung eines geringfügigen Zinsenmehrbegehrens - dem Klagebegehren stattgab. Es sprach aus, daß die Revision gemäß Paragraph 502, Absatz 4, Ziffer eins, ZPO (aF) zulässig sei.

Das Berufungsgericht führte, ausgehend von den unbekämpft gebliebenen Feststellungen des Erstgerichtes, rechtlich im wesentlichen aus, daß es sich bei dem beschädigten PKW um ein Leasingfahrzeug gehandelt habe, das im Zeitpunkt der Beschädigung im Eigentum der AVA-Bank als Leasinggeberin gestanden sei. Der Reparatur- und Wertminderungsschaden durch den Unfall im März 1987 sei daher primär in deren Eigentum eingetreten. Die Beklagten hätten nicht behauptet, der AVA-Bank wegen dieses Unfalles bereits Schadenersatz geleistet zu haben.

Die aus diesem Verkehrsunfall resultierenden Schadenersatzansprüche seien von der AVA-Bank der Klägerin nicht ausdrücklich zediert worden. Das erst im Berufungsverfahren von der Klägerin vorgelegte eine Zession beinhaltende Schreiben der AVA-Bank vom 2. 10. 1989 sei als Neuerung gemäß Paragraph 482, ZPO unbeachtlich. Dennoch stünden diese Ersatzansprüche der Klägerin zu. Es gehöre zum Wesen des vorliegenden Leasingvertrages, daß die Sachgefahr nicht der Leasinggeber als Eigentümer, sondern der Leasingnehmer trage. Es liege daher bei Beschädigung des Leasinggegenstandes ein Fall der Schadensverlagerung vor, weil infolge der Tragung der Sachgefahr durch den Leasingnehmer der Schaden an dem Leasinggegenstand diesen treffe. Der Leasingnehmer sei daher auch berechtigt, den ihn treffenden Schaden gegenüber dem Schädiger geltend zu machen. Es handle sich hier nämlich um einen typischerweise beim Eigentümer (Leasinggeber) eintretenden Schaden, den aber wegen des Leasingvertrages der Leasingnehmer tragen müsse, nicht aber um einen zusätzlichen Folgeschaden des Leasingnehmers, sodaß es keineswegs zu einer zusätzlichen Belastung des Schädigers kommen könne.

Aber auch dann, wenn man den Schadenersatzanspruch der Klägerin auf Grund einer Schadensverlagerung ablehne, seien nach den Umständen dieses Falles die Ersatzansprüche der AVA-Bank als Eigentümerin des PKW im Zeitpunkt der Unfallsbeschädigung nachträglich auf die Klägerin übergegangen. Beim Verkauf des beim Unfall im März 1987 beschädigten Fahrzeuges im Mai 1987 von der AVA-Bank an die Klägerin sei nämlich über die Ersatzansprüche wegen der Unfallschäden nichts vereinbart worden, zumal die AVA-Bank damals von diesen Unfallschäden gar nichts gewußt habe. Die gebotene ergänzende Vertragsauslegung nach Paragraph 914, ABGB ergebe, daß die Vertragspartner im Sinne der sonstigen Gestaltung dieser Veräußerung die Übertragung der Schadenersatzansprüche an die Klägerin vereinbart hätten, wenn sie diesen Sachverhalt besprochen hätten, weil die Klägerin als Kaufpreis die volle offene Forderung aus dem Leasingvertrag bezahlt habe, also auf eine Beschädigung des Fahrzeuges bei der Gestaltung des Kaufpreises nicht Bedacht genommen worden sei. Die ergänzende Vertragsauslegung führe daher zu dem Ergebnis, daß durch die Veräußerung des Fahrzeuges an die Klägerin um den durch die Schäden nicht beeinflußten Preis die Schadenersatzansprüche aus dem Unfall zusammen mit dem Fahrzeug übertragen worden seien. Für diese Auslegung spreche auch die Aussage des Angestellten der AVA-Bank, des Zeugen Dr. Wolfgang W***, daß für die AVA-Bank mit dem Verkauf an die Klägerin um das restliche Leasingentgelt der Fall völlig erledigt gewesen sei und das Fahrzeug mit allen Rechten und Pflichten an die Klägerin als Eigentümerin übertragen worden sei. Nach seiner Darstellung habe die AVA-Bank danach eine Zession von Schadenersatzansprüchen deshalb abgelehnt, weil sie nach ihrer Auffassung nichts mehr zedieren konnte; selbstverständlich hätte aber die Bereitschaft bestanden, eine doch noch bestehende Forderung zu zedieren.

Die Schadenersatzforderungen wegen der Unfallschäden am Fahrzeug seien aber selbst dann auf die Klägerin übergegangen, wenn man den Verkauf des PKW an die Klägerin nicht dahin ergänzend auslege, daß er auch eine Übertragung dieser Schadenersatzforderungen beinhaltet habe. Durch die Zahlung des vollen ausständigen Leasingentgeltes als Kaufpreis an die AVA-Bank hätte nämlich die Klägerin gemäß Paragraph 1358, bzw Paragraph 1422, ABGB die Schadenersatzforderungen auf Grund der Unfallsbeschädigungen eingelöst, für welche sie durch Tragung der Sachgefahr gegenüber dem Leasinggeber einstehen habe müssen. Durch Zahlung des unverminderten Preises habe sie diese Schadenersatzforderungen zumindest konkludent eingelöst. Durch die Übertragung der Schadenersatzforderungen von der AVA-BAnk an die Klägerin hätten die Beklagten als Ersatzpflichtige im Hinblick auf die Bestimmungen der Paragraphen 1394 und 1395 ABGB keineswegs schlechter gestellt werden können, weil eine bereits erfolgte Zahlung oder vergleichweise Bereinigung des Schadens mit dem Zedenten auch dem Zessionar gegenüber eingewendet werden könne. Im vorliegenden Fall sei aber eine Schadensregelung mit der AVA-Bank nicht erfolgt und es sei diesbezüglich von den Beklagten auch nichts eingewendet worden.

Nach Art römisch XII EGUStG berühre die Möglichkeit des Vorsteuerabzuges die Bemessung des Ersatzanspruches nicht, sodaß bei Schadenersatzansprüchen auch die hierauf entfallende Umsatzsteuer zuzusprechen sei und der Ersatzpflichtige nur einen allfälligen - gesondert geltend zu machenden - Rückersatzanspruch habe, weil der Schadenersatzprozeß nicht durch Umsatzsteuerfragen belastet werden solle. Es sei auch der AVA-Bank grundsätzlich ein Schadenersatzanspruch auf Reparaturkosten einschließlich der Umsatzsteuer zugestanden, sodaß die Klägerin jedenfalls diesen Anspruch einschließlich Umsatzsteuer geltend machen könne und über die Frage eines allfälligen Rückersatzes der Umsatzsteuer nicht in diesem Schadenersatzprozeß zu entscheiden sei.

Seinen Ausspruch über die Zulässigkeit der Revision begründete das Berufungsgericht damit, daß Fragen im Zusammenhang mit Schadenersatzansprüchen des Leasingnehmers wegen Beschädigung des Leasinggegenstandes im Hinblick auf die zunehmende Wichtigkeit dieses Rechtsinstitutes von erheblicher Bedeutung auch für die weitere Rechtsentwicklung seien und das Berufungsgericht bei seiner Rechtsansicht, daß die Klägerin die Schadenersatzansprüche geltend machen könne, nur teilweise von der Leasingnehmer betreffenden Rechtsprechung ausgehen habe können.

Gegen diese Entscheidung des Berufungsgerichtes richtet sich das als "außerordentliche Revision" bezeichnete Rechtsmittel der Beklagten. Sie bekämpfen sie aus dem Revisionsgrund der unrichtigen rechtlichen Beurteilung mit dem Antrag, das angefochtene Urteil im Sinne der Abweisung des Klagebegehrens abzuändern.

Wie der Oberste Gerichtshof bereits in seinem in diesem Verfahren ergangenen Beschluß vom 14. 3. 1990, 2 Ob 22/90, ausgeführt hat, handelt es sich bei diesem Rechtsmittel der Beklagten trotz seiner unzutreffenden Bezeichnung als "außerordentliche Revision" um eine ordentliche Revision. Die Klägerin hat sich am Revisionsverfahren nicht beteiligt.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision der Beklagten ist unzulässig.

Gemäß Paragraph 508, a Absatz eins, ZPO (aF) ist das Revisionsgericht bei der Prüfung der Zulässigkeit der Revision an einen Ausspruch des Berufungsgerichtes nach Paragraph 500, Absatz 3, ZPO (aF) nicht gebunden. Gemäß Paragraph 502, Absatz 4, Ziffer eins, ZPO (aF) ist die Revision nur zulässig, wenn die Entscheidung von der Lösung einer Rechtsfrage des materiellen Rechtes oder des Verfahrensrechtes abhängt, der zur Wahrung der Rechtseinheit, Rechtssicherheit oder Rechtsentwicklung erhebliche Bedeutung zukommt, etwa weil das Berufungsgericht von der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes abweicht oder eine solche Rechtsprechung fehlt oder uneinheitlich ist.

Diese Voraussetzungen liegen hier nicht vor.

Der Oberste Gerichtshof vertritt seit der in SZ 52/93 veröffentlichten Entscheidung, auf deren Begründung zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen werden kann, in ständiger Rechtsprechung die Rechtsansicht, daß es sich bei dem Schaden eines Leasingnehmers, den dieser infolge einer Beschädigung des Leasinggegenstandes durch einen Dritten erleidet, um einen nicht ersatzfähigen Drittschaden handelt (SZ 56/199 = JBl 1985, 231;

2 Ob 105/83; 8 Ob 20/85; SZ 59/40; 8 Ob 17/87; 2 Ob 140/88;

2 Ob 80/89) und daß daher in derartigen Fällen Schadenersatzansprüche des Leasingnehmers gegen den Schädiger nur dann in Betracht kommen, wenn sie ihm vom Leasinggeber abgetreten wurden oder der Leasingnehmer Schadenersatzansprüche des Leasinggebers im Sinne des Paragraph 1422, ABGB einlöste.

Dem widerspricht allerdings die vom Berufungsgericht vertretene Rechtsmeinung, daß es sich hier um einen Fall der Schadensverlegung handle, sodaß die Klägerin aus diesem Grund Schadenersatz von den Beklagten verlangen könnte. Diese Rechtsmeinung ist aber in Wahrheit für die vom Berufungsgericht getroffene Entscheidung nicht von tragender Bedeutung. Denn mit Recht kam das Berufungsgericht nach den im vorliegenden Einzelfall festgestellten Umständen im Wege der ergänzenden Auslegung des zwischen der Klägerin und der AVA-Bank geschlossenen Vertrages vom 22. 5. 1987 im Sinne des Paragraph 914, ABGB zu dem Ergebnis, daß damit die Schadenersatzansprüche der AVA-Bank gegen die Beklagten aus dem Verkehrsunfall vom 11. 3. 1987 an die Klägerin übertragen wurden, sodaß aus diesem Grund die Legitimation der Klägerin zur Geltendmachung der hier in Frage stehenden Schadenersatzansprüche zu bejahen ist. Diese in Wahrheit tragende rechtliche Beurteilung des Berufungsgerichtes steht im Einklang mit der oben wiedergegebenen ständigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes. Ein in der Beurteilung der im vorliegenden Einzelfall festgestellten Umstände in diesem Sinne dem Berufungsgericht unterlaufener wesentlicher Rechtsirrtum ist nicht zu erkennen. Es entspricht auch ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes, daß der Geschädigte im Rahmen der ihm zu ersetzenden Reparaturkosten auch dann Anspruch auf Ersatz der von ihm zu tragenden Umsatzsteuer hat, wenn er die Reparatur des beschädigten Fahrzeuges nicht durchführen läßt (JBl 1976, 44; ZVR 1979/132 ua) und daß nach Art römisch XII Ziffer 3, EGUStG 1972 die Berechtigung zum Vorsteuerabzug die Bemessung des Schadenersatzes nicht berührt, der Ersatzpflichtige vielmehr auf einen in einem gesonderten Rechtsstreit geltend zu machenden Rückersatzanspruch verwiesen wird (EvBl 1976/22; SZ 50/8; SZ 54/176; SZ 60/243 ua).

Unter diesen Gesichtspunkten ist auch darin, daß das Berufungsgericht der Klägerin im Rahmen der Reparaturkosten auch die darin enthaltene Umsatzsteuer zugesprochen hat, nicht die unrichtige Lösung einer Rechtsfrage der im Paragraph 502, Absatz 4, Ziffer eins, ZPO (aF) beschriebenen Art durch das Berufungsgericht zu erkennen. Mangels Vorliegens der in dieser Gesetzesstelle normierten Voraussetzungen war daher die Revision der Beklagten als unzulässig zurückzuweisen.

Die Beklagten haben keinen Anspruch auf Ersatz der Kosten ihres unzulässigen Rechtsmittels; die Klägerin hat sich am Revisionsverfahren nicht beteiligt.

Anmerkung

E21643

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:0020OB00053.9.0905.000

Dokumentnummer

JJT_19900905_OGH0002_0020OB00053_9000000_000