Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob252/71 1Ob144/72 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0043168

Geschäftszahl

2Ob252/71; 1Ob144/72; 4Ob520/73; 2Ob161/73; 8Ob250/73; 2Ob113/74 (2Ob114/74); 5Ob123/74; 3Ob111/74; 8Ob116/75; 5Ob644/76; 8Ob28/78; 2Ob175/78; 8Ob177/78; 6Ob589/79; 1Ob706/79; 8Ob240/79; 4Ob529/80; 3Ob544/80; 1Ob743/80; 6Ob515/81; 8Ob176/81; 8Ob95/81; 2Ob170/81; 5Ob578/82; 5Ob512/83; 2Ob569/84; 8Ob564/84; 2Ob546/85; 2Ob3/85; 8Ob629/86; 7Ob659/86; 2Ob689/86; 1Ob704/86; 10ObS146/88; 10ObS197/88; 10ObS178/88; 2Ob545/89; 10ObS260/02m; 10ObS280/02b; 10ObS274/03x; 10Ob324/02y; 16Ok1/05; 16Ok46/05; 3Ob15/09s; 7Ob81/10b (7Ob97/10f); 5Ob206/10w; 8Ob75/11d; 5Ob65/11m; 16Ok8/10; 7Ob85/12v; 7Ob145/12t; 6Ob25/12p; 10ObS54/13h; 10ObS61/13p; 10ObS95/13p; 10ObS90/13b; 16Ok6/12; 10ObS164/13k; 7Ob215/13p; 10ObS65/14b; 10ObS81/14f; 10ObS138/14p; 1Ob135/14f; 10Ob46/15k; 10ObS65/15d; 4Ob125/15h; 3Ob141/16f

Entscheidungsdatum

28.03.1972

Norm

ZPO §503 Z2 C3c
ZPO §503 Z4 E4c5

Rechtssatz

Die Würdigung der tatsächlichen Feststellungen des Gutachtens und der zur Gewinnung der Tatsachenfeststellungen vom Sachverständigen angewandten Regeln der Wissenschaft und Sachkunde, die ihrerseits Erfahrungssätze zur Gewinnung des Sachverhaltes darstellen, ist nicht unter dem Gesichtspunkt eines Verfahrensmangels anzufechten, sondern allenfalls unter dem der unrichtigen rechtlichen Beurteilung. Das ist aber nur unter der Voraussetzung möglich, dass der Sachverständige bei seinen Schlussfolgerungen gegen zwingende Denkgesetze oder gegen die objektiv überprüfbaren zwingenden Gesetze des sprachlichen Ausdruckes verstoßen hat (EvBl 1959/160, EvBl 1956/258, SZ 22/126 und anderes mehr).

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 252/71
    Entscheidungstext OGH 28.03.1972 2 Ob 252/71
  • 1 Ob 144/72
    Entscheidungstext OGH 30.08.1972 1 Ob 144/72
    Ähnlich
  • 4 Ob 520/73
    Entscheidungstext OGH 10.04.1973 4 Ob 520/73
  • 2 Ob 161/73
    Entscheidungstext OGH 17.10.1973 2 Ob 161/73
  • 8 Ob 250/73
    Entscheidungstext OGH 18.12.1973 8 Ob 250/73
  • 2 Ob 113/74
    Entscheidungstext OGH 04.04.1974 2 Ob 113/74
    Beisatz: Hier: Berechnung und Feststellung des Verdienstentgangs eines Rechtsanwaltes durch Sachverständigen. (T1)
  • 5 Ob 123/74
    Entscheidungstext OGH 29.05.1974 5 Ob 123/74
    Vgl auch
  • 3 Ob 111/74
    Entscheidungstext OGH 28.05.1974 3 Ob 111/74
  • 8 Ob 116/75
    Entscheidungstext OGH 04.06.1975 8 Ob 116/75
  • 5 Ob 644/76
    Entscheidungstext OGH 21.09.1976 5 Ob 644/76
  • 8 Ob 28/78
    Entscheidungstext OGH 12.04.1978 8 Ob 28/78
  • 2 Ob 175/78
    Entscheidungstext OGH 09.11.1978 2 Ob 175/78
  • 8 Ob 177/78
    Entscheidungstext OGH 21.11.1978 8 Ob 177/78
    Vgl
  • 6 Ob 589/79
    Entscheidungstext OGH 23.05.1979 6 Ob 589/79
  • 1 Ob 706/79
    Entscheidungstext OGH 12.11.1979 1 Ob 706/79
    Ähnlich; nur: Das ist aber nur unter der Voraussetzung möglich, daß der Sachverständige bei seinen Schlußfolgerungen gegen zwingende Denkgesetze oder gegen die objektiv überprüfbaren zwingenden Gesetze des sprachlichen Ausdruckes verstoßen hat. (T2)
    Beisatz: Hier: Im Rekursverfahren. (T3)
  • 8 Ob 240/79
    Entscheidungstext OGH 22.11.1979 8 Ob 240/79
  • 4 Ob 529/80
    Entscheidungstext OGH 03.06.1980 4 Ob 529/80
    nur T2
  • 3 Ob 544/80
    Entscheidungstext OGH 04.06.1980 3 Ob 544/80
    Auch
  • 1 Ob 743/80
    Entscheidungstext OGH 18.03.1981 1 Ob 743/80
    nur T2; Veröff: JBl 1982,491
  • 6 Ob 515/81
    Entscheidungstext OGH 13.07.1981 6 Ob 515/81
  • 8 Ob 176/81
    Entscheidungstext OGH 03.09.1981 8 Ob 176/81
    nur T2
  • 8 Ob 95/81
    Entscheidungstext OGH 03.09.1981 8 Ob 95/81
  • 2 Ob 170/81
    Entscheidungstext OGH 17.11.1981 2 Ob 170/81
  • 5 Ob 578/82
    Entscheidungstext OGH 27.04.1982 5 Ob 578/82
    nur T2
  • 5 Ob 512/83
    Entscheidungstext OGH 08.03.1983 5 Ob 512/83
  • 2 Ob 569/84
    Entscheidungstext OGH 05.06.1984 2 Ob 569/84
    nur T2
  • 8 Ob 564/84
    Entscheidungstext OGH 13.12.1984 8 Ob 564/84
    nur T2
  • 2 Ob 546/85
    Entscheidungstext OGH 23.04.1985 2 Ob 546/85
    nur T2
  • 2 Ob 3/85
    Entscheidungstext OGH 02.07.1985 2 Ob 3/85
    Beis wie T1 nur: Berechnung und Feststellung des Verdienstentgangs durch Sachverständigen. (T4)
  • 8 Ob 629/86
    Entscheidungstext OGH 18.09.1986 8 Ob 629/86
    Auch
  • 7 Ob 659/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 7 Ob 659/86
    Beisatz: § 232 Abs 2 AußStrG (T5)
  • 2 Ob 689/86
    Entscheidungstext OGH 18.11.1986 2 Ob 689/86
  • 1 Ob 704/86
    Entscheidungstext OGH 14.01.1987 1 Ob 704/86
    nur T2
  • 10 ObS 146/88
    Entscheidungstext OGH 05.07.1988 10 ObS 146/88
  • 10 ObS 197/88
    Entscheidungstext OGH 20.09.1988 10 ObS 197/88
    nur T2
  • 10 ObS 178/88
    Entscheidungstext OGH 20.09.1988 10 ObS 178/88
    nur T2; Beisatz: Beschränkt sich der Sachverständige im Rahmen seiner Erkenntnisquelle und Schlußfolgerungen auf die Beurteilung der naturwissenschaftlichen, medizinischen Kausalität und legt das Gericht diese Schlußfolgerungen seinen tatsächlichen Feststellungen zugrunde, so stellt deren Bekämpfung den irrevisiblen Anfechtungsgrund der unrichtigen Tatsachenfeststellung und Beweiswürdigung dar. (T6)
  • 2 Ob 545/89
    Entscheidungstext OGH 28.02.1990 2 Ob 545/89
    Veröff: JBl 1990,786
  • 10 ObS 260/02m
    Entscheidungstext OGH 27.08.2002 10 ObS 260/02m
    Auch; Beisatz: Oder erkennbar ist, dass der Sachverständige erheblichen Verhandlungsstoff außer Acht gelassen hat und dies die Unrichtigkeit des Gutachtens zur Folge hat. (T7)
  • 10 ObS 280/02b
    Entscheidungstext OGH 26.11.2002 10 ObS 280/02b
    Auch; nur T2
  • 10 ObS 274/03x
    Entscheidungstext OGH 16.12.2003 10 ObS 274/03x
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T7
  • 10 Ob 324/02y
    Entscheidungstext OGH 18.05.2004 10 Ob 324/02y
  • 16 Ok 1/05
    Entscheidungstext OGH 14.02.2005 16 Ok 1/05
    Auch
  • 16 Ok 46/05
    Entscheidungstext OGH 27.02.2006 16 Ok 46/05
    Beisatz: Eine Anfechtung der Ergebnisse von Sachverständigengutachten, die Tatsacheninstanzen ihren Entscheidungen zu Grunde legten, wegen unrichtiger rechtlicher Beurteilung ist nach ständiger Rechtsprechung nur insoweit möglich, als dabei dem Sachverständigen bei seinen Schlussfolgerungen ein Verstoß gegen zwingende Denkgesetze oder gegen objektiv überprüfbare Gesetze sprachlichen Ausdrucks unterlaufen ist. (T8)
  • 3 Ob 15/09s
    Entscheidungstext OGH 25.02.2009 3 Ob 15/09s
    Beisatz: Dass das Berufungsgericht das mit der Berufung des Beklagten vorgelegte Privatgutachten nicht berücksichtigt hat, begründet keinen Mangel des Berufungsverfahrens. (T9)
    Beisatz: Ein Sachverständigengutachten kann im Revisionsverfahren nur bei einem Verstoß gegen zwingende Denkgesetze angefochten werden. (T10)
  • 7 Ob 81/10b
    Entscheidungstext OGH 26.05.2010 7 Ob 81/10b
    Auch; Beis wie T8
  • 5 Ob 206/10w
    Entscheidungstext OGH 08.03.2011 5 Ob 206/10w
    Auch; Beis wie T2
  • 8 Ob 75/11d
    Entscheidungstext OGH 29.09.2011 8 Ob 75/11d
    Auch
  • 5 Ob 65/11m
    Entscheidungstext OGH 14.09.2011 5 Ob 65/11m
    Vgl; Beis auch wie T10
  • 16 Ok 8/10
    Entscheidungstext OGH 12.12.2011 16 Ok 8/10
    Auch; Beis wie T8; Beisatz: Die Frage der Tauglichkeit einer bestimmten wissenschaftlichen Untersuchungsmethode kann vor dem Obersten Gerichtshof releviert werden, siehe RS0127336. (T11)
    Beisatz: Hier: Kartellverfahren. (T12)
    Veröff: SZ 2011/148
  • 7 Ob 85/12v
    Entscheidungstext OGH 30.05.2012 7 Ob 85/12v
    Auch
  • 7 Ob 145/12t
    Entscheidungstext OGH 19.12.2012 7 Ob 145/12t
    Auch
  • 6 Ob 25/12p
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 6 Ob 25/12p
    Vgl
  • 10 ObS 54/13h
    Entscheidungstext OGH 16.04.2013 10 ObS 54/13h
  • 10 ObS 61/13p
    Entscheidungstext OGH 28.05.2013 10 ObS 61/13p
    Beisatz: Eine Anfechtung der Ergebnisse von Sachverständigengutachten, welche die Tatsacheninstanzen ihren Entscheidungen zugrunde legten, kann unter dem Gesichtspunkt eines Verfahrensmangels somit gar nicht erfolgen. (T13)
  • 10 ObS 95/13p
    Entscheidungstext OGH 23.07.2013 10 ObS 95/13p
    Auch; Beis wie T8; Beis wie T13
  • 10 ObS 90/13b
    Entscheidungstext OGH 23.07.2013 10 ObS 90/13b
    Beis wie T8; Beis wie T13
  • 16 Ok 6/12
    Entscheidungstext OGH 02.12.2013 16 Ok 6/12
    Vgl auch; nur T2; Beis wie T12
  • 10 ObS 164/13k
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 10 ObS 164/13k
    Beis wie T8
  • 7 Ob 215/13p
    Entscheidungstext OGH 11.12.2013 7 Ob 215/13p
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Mit Rechtsrüge wären die Gutachtensergebnisse nur bekämpfbar, wenn dabei ein Verstoß gegen zwingende Denkgesetze, (sonstige) Erfahrungssätze oder zwingende Gesetze des sprachlichen Ausdrucks unterlaufen wäre. (T14)
  • 10 ObS 65/14b
    Entscheidungstext OGH 17.06.2014 10 ObS 65/14b
    Vgl; Beis wie T6
  • 10 ObS 81/14f
    Entscheidungstext OGH 26.08.2014 10 ObS 81/14f
    Auch; Beis wie T10
  • 10 ObS 138/14p
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 10 ObS 138/14p
    Auch; Beis wie T14
  • 1 Ob 135/14f
    Entscheidungstext OGH 22.10.2014 1 Ob 135/14f
    Auch
  • 10 Ob 46/15k
    Entscheidungstext OGH 30.06.2015 10 Ob 46/15k
    Auch; Beis wie T14
  • 10 ObS 65/15d
    Entscheidungstext OGH 30.07.2015 10 ObS 65/15d
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 4 Ob 125/15h
    Entscheidungstext OGH 17.11.2015 4 Ob 125/15h
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T14
  • 3 Ob 141/16f
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 141/16f
    Auch; Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0043168

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.03.2017

Dokumentnummer

JJR_19720328_OGH0002_0020OB00252_7100000_001

Rechtssatz für 3Ob51/74 3Ob184/74 3Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0037972

Geschäftszahl

3Ob51/74; 3Ob184/74; 3Ob120/75; 5Ob217/75; 5Ob574/76 (5Ob575/76 -5Ob585/76); 8Ob147/77; 8Ob78/78; 6Ob703/78; 8Ob609/78; 8Ob515/79; 7Ob753/79; 8Ob132/79 (8Ob133/79); 5Ob701/79; 2Ob208/79 (2Ob209/79); 2Ob551/80; 2Ob160/80; 7Ob58/80; 8Ob200/80; 8Ob520/80; 7Ob696/80; 2Ob62/81; 3Ob531/81; 1Ob641/81 (1Ob642/81, 1Ob643/81); 7Ob36/81; 6Ob641/81; 1Ob742/81; 6Ob820/81; 3Ob618/81; 6Ob591/81; 7Ob695/81; 3Ob104/81; 2Ob78/82; 3Ob596/82; 3Ob583/82; 8Ob120/82; 5Ob747/82; 7Ob46/82; 2Ob22/83; 7Ob736/82; 5Ob736/82; 4Ob366/83; 4Ob367/83; 7Ob660/83; 8Ob539/82; 7Ob581/83; 8Ob299/82; 2Ob553/83 (2Ob554/83); 6Ob549/83; 7Ob1501/85; 7Ob645/85; 8Ob526/85; 2Ob679/85; 14Ob101/86 (14Ob102/86); 2Ob35/86; 6Ob551/85; 7Ob501/87; 5Ob523/87; 7Ob6/87; 7Ob541/87; 9ObA20/87; 3Ob1024/87; 3Ob154/87; 10Ob523/87; 7Ob734/87; 7Ob564/88; 4Ob23/88; 7Ob601/88; 4Ob595/88; 8Ob504/88; 4Ob77/89; 3Ob558/89; 7Ob679/89; 7Ob710/89; 7Ob685/89; 2Ob545/89; 7Ob25/90; 1Ob3/91; 9ObA250/91; 5Ob134/91; 6Ob627/91; 4Ob49/93; 3Ob531/93; 10Ob509/93; 9ObA69/94; 4Ob74/94; 4Ob555/94; 3Ob553/94; 7Ob8/95; 4Ob529/95; 4Ob1512/96; 10Ob2063/96x; 10Ob2299/96b; 7Ob2361/96y; 4Ob2338/96v; 10Ob2470/96z; 8ObA21/97i; 2Ob2077/96x; 4Ob355/97b; 4Ob13/98k; 8Ob56/98p; 1Ob163/98x; 9ObA257/98d; 7Ob135/99z; 1Ob340/99b; 4Ob190/00w; 7Ob185/00g; 6Ob72/00g; 8ObA182/00y; 3Ob73/01h; 10ObS121/01v; 4Ob102/02g; 1Ob316/01d; 2Ob163/02p; 7Ob164/02x; 7Ob256/01z; 6Ob244/02d; 3Ob130/04w; 5Ob81/04d; 7Ob51/05h; 8Ob104/06m; 2Ob179/06x; 8Ob48/06a; 8Ob79/07m; 6Ob294/07i; 1Ob113/08m; 7Ob199/08b; 6Ob252/08i; 5Ob223/08t; 4Ob55/09f; 17Ob12/09b; 5Ob154/09x; 4Ob148/09g; 4Ob130/09k; 6Ob123/10x; 3Ob77/10k; 4Ob113/10m; 4Ob205/10s; 7Ob9/11s; 17Ob1/11p; 5Ob95/11y; 3Ob126/11t; 7Ob193/11z; 3Ob53/12h; 9ObA15/12i; 1Ob151/12f; 1Ob168/12f; 3Ob124/13a; 8Ob116/13m; 4Ob190/13i; 9ObA30/14y; 1Ob229/14d; 4Ob39/15m; 7Ob226/14g; 7Ob139/15i; 8ObA59/15g; 3Ob116/16d; 3Ob204/16w; 7Ob44/17x; 3Ob165/17m; 2Ob147/17g; 7Ob174/17i; 4Ob20/18x; 5Ob91/18w; 1Ob166/18w

Entscheidungsdatum

02.04.1974

Norm

ZPO §226 IIIA
ZPO §272 E
ZPO §503 C6
ZPO §503 Z4 E1

Rechtssatz

Sogenannte "überschießende Feststellungen" der ersten Instanz - tatsächliche Feststellungen, die an sich nicht durch ein entsprechendes Prozessvorbringen gedeckt sind, können bei der rechtlichen Beurteilung nicht unberücksichtigt bleiben.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 51/74
    Entscheidungstext OGH 02.04.1974 3 Ob 51/74
  • 3 Ob 184/74
    Entscheidungstext OGH 11.02.1975 3 Ob 184/74
    Veröff: ÖBl 1976,27
  • 3 Ob 120/75
    Entscheidungstext OGH 30.09.1975 3 Ob 120/75
    Auch
  • 5 Ob 217/75
    Entscheidungstext OGH 11.11.1975 5 Ob 217/75
    Vgl; Beisatz: Jedoch nur solche überschießende Beweisergebnisse, die in den Rahmen eines geltend gemachten Klagegrundes oder einer bestimmten Einwendung fallen. (T1)
  • 5 Ob 574/76
    Entscheidungstext OGH 13.07.1976 5 Ob 574/76
    Beis wie T1
  • 8 Ob 147/77
    Entscheidungstext OGH 09.11.1977 8 Ob 147/77
    Beis wie T1
  • 8 Ob 78/78
    Entscheidungstext OGH 31.05.1978 8 Ob 78/78
    Beis wie T1
  • 6 Ob 703/78
    Entscheidungstext OGH 07.09.1978 6 Ob 703/78
    Vgl; Beis wie T1
  • 8 Ob 609/78
    Entscheidungstext OGH 01.03.1979 8 Ob 609/78
    Beis wie T1
  • 8 Ob 515/79
    Entscheidungstext OGH 27.09.1979 8 Ob 515/79
  • 7 Ob 753/79
    Entscheidungstext OGH 07.11.1979 7 Ob 753/79
    Beisatz: Urteilsgrundlage bildet nämlich nicht nur das Vorbringen der Parteien, sondern auch die Ergebnisse der Beweisaufnahme also das gesamte vom Richter gesammelte Prozessmaterial. (T2)
  • 8 Ob 132/79
    Entscheidungstext OGH 06.12.1979 8 Ob 132/79
    Beis wie T1
  • 5 Ob 701/79
    Entscheidungstext OGH 12.02.1980 5 Ob 701/79
    Auch
  • 2 Ob 208/79
    Entscheidungstext OGH 20.05.1980 2 Ob 208/79
    Auch
  • 2 Ob 551/80
    Entscheidungstext OGH 16.09.1980 2 Ob 551/80
    Beis wie T1
  • 2 Ob 160/80
    Entscheidungstext OGH 14.10.1980 2 Ob 160/80
    Beis wie T1
  • 7 Ob 58/80
    Entscheidungstext OGH 13.11.1980 7 Ob 58/80
  • 8 Ob 200/80
    Entscheidungstext OGH 04.12.1980 8 Ob 200/80
    Vgl; Beis wie T1
  • 8 Ob 520/80
    Entscheidungstext OGH 04.12.1980 8 Ob 520/80
    Beis wie T1
  • 7 Ob 696/80
    Entscheidungstext OGH 19.03.1981 7 Ob 696/80
    Vgl; Beis wie T1
  • 2 Ob 62/81
    Entscheidungstext OGH 12.05.1981 2 Ob 62/81
    Veröff: SZ 54/70
  • 3 Ob 531/81
    Entscheidungstext OGH 10.06.1981 3 Ob 531/81
    Beis wie T1; Beis wie T2
  • 1 Ob 641/81
    Entscheidungstext OGH 26.08.1981 1 Ob 641/81
    Veröff: NZ 1982,154
  • 7 Ob 36/81
    Entscheidungstext OGH 17.09.1991 7 Ob 36/81
    Vgl; Beis wie T1
  • 6 Ob 641/81
    Entscheidungstext OGH 07.10.1981 6 Ob 641/81
  • 1 Ob 742/81
    Entscheidungstext OGH 16.12.1981 1 Ob 742/81
    Beisatz: Berufungsgericht darf daher überschießende Feststellungen des Erstgerichtes nicht außer Acht lassen. (T3)
  • 6 Ob 820/81
    Entscheidungstext OGH 23.12.1981 6 Ob 820/81
    Beis wie T1
  • 3 Ob 618/81
    Entscheidungstext OGH 20.01.1982 3 Ob 618/81
    Beis wie T1
  • 6 Ob 591/81
    Entscheidungstext OGH 24.03.1982 6 Ob 591/81
    Auch; Beisatz: Die Unterlassung einer Erörterung dieser Umstände mit den Parteien begründet keinen Verfahrensmangel. (T4)
  • 7 Ob 695/81
    Entscheidungstext OGH 02.04.1982 7 Ob 695/81
    Beisatz: Reichen aber die überschießenden Feststellungen zu der vom Rechtsmittelwerber angestrebten rechtlichen Beurteilung nicht aus, so kann das angefochtene Urteil nicht bloß zu dem Zweck aufgehoben werden, dass weitere über das Parteienvorbringen hinausgehende Feststellungen getroffen werden können (7 Ob 12/77, 7 Ob 47/78, 7 Ob 58/80). (T5)
  • 3 Ob 104/81
    Entscheidungstext OGH 14.04.1982 3 Ob 104/81
    Beis wie T2; Beis wie T1
  • 2 Ob 78/82
    Entscheidungstext OGH 20.04.1982 2 Ob 78/82
  • 3 Ob 596/82
    Entscheidungstext OGH 20.10.1982 3 Ob 596/82
  • 3 Ob 583/82
    Entscheidungstext OGH 20.10.1982 3 Ob 583/82
    Vgl; Beis wie T1
  • 8 Ob 120/82
    Entscheidungstext OGH 14.10.1982 8 Ob 120/82
    Beis wie T1
  • 5 Ob 747/82
    Entscheidungstext OGH 07.12.1982 5 Ob 747/82
    Beis wie T1
  • 7 Ob 46/82
    Entscheidungstext OGH 17.02.1983 7 Ob 46/82
    Vgl; Beis wie T1
  • 2 Ob 22/83
    Entscheidungstext OGH 22.02.1983 2 Ob 22/83
    Beis wie T1
  • 7 Ob 736/82
    Entscheidungstext OGH 24.03.1983 7 Ob 736/82
    Vgl; Beis wie T1
  • 5 Ob 736/82
    Entscheidungstext OGH 01.03.1983 5 Ob 736/82
    Vgl; Beis wie T1
  • 4 Ob 366/83
    Entscheidungstext OGH 12.07.1983 4 Ob 366/83
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Maßgebend ist allein das Klagebegehren; überschießende Feststellungen bedeutungslos. (T6)
  • 4 Ob 367/83
    Entscheidungstext OGH 12.07.1983 4 Ob 367/83
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T6
  • 7 Ob 660/83
    Entscheidungstext OGH 01.09.1983 7 Ob 660/83
  • 8 Ob 539/82
    Entscheidungstext OGH 08.09.1983 8 Ob 539/82
    Vgl; Beis wie T1
  • 7 Ob 581/83
    Entscheidungstext OGH 01.09.1983 7 Ob 581/83
    Auch; Beis wie T1
  • 8 Ob 299/82
    Entscheidungstext OGH 15.12.1983 8 Ob 299/82
    Auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 553/83
    Entscheidungstext OGH 17.01.1984 2 Ob 553/83
    Beis wie T1
  • 6 Ob 549/83
    Entscheidungstext OGH 07.06.1984 6 Ob 549/83
  • 7 Ob 1501/85
    Entscheidungstext OGH 21.02.1985 7 Ob 1501/85
    Veröff: JBl 1986,121
  • 7 Ob 645/85
    Entscheidungstext OGH 03.10.1985 7 Ob 645/85
    Vgl; Beis wie T1
  • 8 Ob 526/85
    Entscheidungstext OGH 27.11.1985 8 Ob 526/85
    Beis wie T1
  • 2 Ob 679/85
    Entscheidungstext OGH 21.01.1986 2 Ob 679/85
    Auch; Beis wie T1
  • 14 Ob 101/86
    Entscheidungstext OGH 01.07.1986 14 Ob 101/86
    Auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 35/86
    Entscheidungstext OGH 09.09.1986 2 Ob 35/86
    Auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 551/85
    Entscheidungstext OGH 06.11.1986 6 Ob 551/85
    Auch; Beis wie T5
  • 7 Ob 501/87
    Entscheidungstext OGH 29.01.1987 7 Ob 501/87
    Auch; Beis wie T1
  • 5 Ob 523/87
    Entscheidungstext OGH 24.02.1987 5 Ob 523/87
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Vom Berufungsgericht amtswegig getroffene überschießende Feststellungen ohne entsprechendes Sachvorbringen können nicht berücksichtigt werden. (T7)
  • 7 Ob 6/87
    Entscheidungstext OGH 12.02.1987 7 Ob 6/87
  • 7 Ob 541/87
    Entscheidungstext OGH 14.05.1987 7 Ob 541/87
    Beis wie T1; Veröff: ÖBA 1987,918 (Koziol)
  • 9 ObA 20/87
    Entscheidungstext OGH 01.07.1987 9 ObA 20/87
    Auch; Beisatz: Soweit sie sich im Rahmen der Prozessbehauptungen halten. (T8)
  • 3 Ob 1024/87
    Entscheidungstext OGH 07.10.1987 3 Ob 1024/87
    Beis wie T1
  • 3 Ob 154/87
    Entscheidungstext OGH 16.12.1987 3 Ob 154/87
    Vgl; Beis wie T1
  • 10 Ob 523/87
    Entscheidungstext OGH 23.02.1988 10 Ob 523/87
    Vgl; Beis wie T1
  • 7 Ob 734/87
    Entscheidungstext OGH 25.02.1988 7 Ob 734/87
  • 7 Ob 564/88
    Entscheidungstext OGH 19.05.1988 7 Ob 564/88
    Vgl; Beis wie T8
  • 4 Ob 23/88
    Entscheidungstext OGH 31.05.1988 4 Ob 23/88
    Beis wie T1; Veröff: SZ 61/135 = ÖBl 1989,118
  • 7 Ob 601/88
    Entscheidungstext OGH 16.06.1988 7 Ob 601/88
    Vgl; Beis wie T8
  • 4 Ob 595/88
    Entscheidungstext OGH 15.11.1988 4 Ob 595/88
    Beis wie T1
  • 8 Ob 504/88
    Entscheidungstext OGH 24.11.1988 8 Ob 504/88
    Vgl; Beis wie T1
  • 4 Ob 77/89
    Entscheidungstext OGH 11.07.1989 4 Ob 77/89
    Beis wie T1; Veröff: ÖBl 1990,24
  • 3 Ob 558/89
    Entscheidungstext OGH 15.11.1989 3 Ob 558/89
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T5; Veröff: RZ 1992/59 S 155
  • 7 Ob 679/89
    Entscheidungstext OGH 30.11.1989 7 Ob 679/89
  • 7 Ob 710/89
    Entscheidungstext OGH 09.11.1989 7 Ob 710/89
  • 7 Ob 685/89
    Entscheidungstext OGH 14.12.1989 7 Ob 685/89
    Vgl; Beisatz: Sogenannte "überschießende" Feststellungen sind nur insoweit zu berücksichtigen, als sie in den Rahmen des geltend gemachten Klagegrundes oder der erhobenen Einrede fallen. (T9)
  • 2 Ob 545/89
    Entscheidungstext OGH 28.02.1990 2 Ob 545/89
    Auch; Beis wie T1; Veröff: JBl 1990,786
  • 7 Ob 25/90
    Entscheidungstext OGH 27.09.1990 7 Ob 25/90
    Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: VersRdSch 1991,203
  • 1 Ob 3/91
    Entscheidungstext OGH 13.02.1991 1 Ob 3/91
    Auch; Beis wie T1; Veröff: ÖA 1992,90
  • 9 ObA 250/91
    Entscheidungstext OGH 04.12.1991 9 ObA 250/91
    Beis wie T1; Veröff: ZAS 1992/24 S 194 (Adamovich) = Arb 10981
  • 5 Ob 134/91
    Entscheidungstext OGH 10.03.1992 5 Ob 134/91
    Beis wie T1; Beis wie T9; Beisatz: Je weiter die Sachaufklärungspflicht des Gerichtes geht, desto weniger ist es gehindert, losgelöst vom Vorbringen der Parteien den wahren Sachverhalt zur Grundlage seiner Entscheidung zu machen (hier: Verfahren nach § 26 WEG). (T10)
    Veröff: WoBl 1992,208 (Call)
  • 6 Ob 627/91
    Entscheidungstext OGH 06.02.1992 6 Ob 627/91
    Veröff: JBl 1992,709
  • 4 Ob 49/93
    Entscheidungstext OGH 18.05.1993 4 Ob 49/93
    Beis wie T1
  • 3 Ob 531/93
    Entscheidungstext OGH 15.09.1993 3 Ob 531/93
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 10 Ob 509/93
    Entscheidungstext OGH 14.10.1993 10 Ob 509/93
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T9
  • 9 ObA 69/94
    Entscheidungstext OGH 20.04.1994 9 ObA 69/94
    Auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 74/94
    Entscheidungstext OGH 12.07.1994 4 Ob 74/94
    Auch; Beis wie T1
  • 4 Ob 555/94
    Entscheidungstext OGH 20.09.1994 4 Ob 555/94
    Beis wie T1
  • 3 Ob 553/94
    Entscheidungstext OGH 07.09.1994 3 Ob 553/94
    Beis wie T1
  • 7 Ob 8/95
    Entscheidungstext OGH 22.02.1995 7 Ob 8/95
    Vgl; Beis wie T1
  • 4 Ob 529/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 4 Ob 529/95
    Vgl aber; Beis wie T7
  • 4 Ob 1512/96
    Entscheidungstext OGH 30.01.1996 4 Ob 1512/96
    Auch; Beis wie T1
  • 10 Ob 2063/96x
    Entscheidungstext OGH 25.06.1996 10 Ob 2063/96x
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 10 Ob 2299/96b
    Entscheidungstext OGH 26.11.1996 10 Ob 2299/96b
    Vgl; Beis wie T1
  • 7 Ob 2361/96y
    Entscheidungstext OGH 29.01.1997 7 Ob 2361/96y
    Beis wie T1; Beis wie T9
  • 4 Ob 2338/96v
    Entscheidungstext OGH 17.12.1996 4 Ob 2338/96v
    Vgl; Beis wie T1; Beisatz: Werden der Entscheidung (unzulässige) überschießende Feststellungen zugrunde gelegt, so wird damit nicht gegen Verfahrensvorschriften verstoßen, sondern die Sache wird rechtlich unrichtig beurteilt. (T11)
  • 10 Ob 2470/96z
    Entscheidungstext OGH 15.04.1997 10 Ob 2470/96z
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T11
  • 8 ObA 21/97i
    Entscheidungstext OGH 23.05.1997 8 ObA 21/97i
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T8
  • 2 Ob 2077/96x
    Entscheidungstext OGH 20.11.1997 2 Ob 2077/96x
    Beis wie T1
  • 4 Ob 355/97b
    Entscheidungstext OGH 09.12.1997 4 Ob 355/97b
    Auch
  • 4 Ob 13/98k
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 4 Ob 13/98k
    Auch
  • 8 Ob 56/98p
    Entscheidungstext OGH 06.07.1998 8 Ob 56/98p
    Vgl; Beis wie T11
  • 1 Ob 163/98x
    Entscheidungstext OGH 27.10.1998 1 Ob 163/98x
    Auch; Beisatz: Aus der möglichen Berücksichtigung solcher überschießenden Feststellungen kann indes nicht der Schluss abgeleitet werden, der Erstrichter wäre verpflichtet gewesen, weitere, vom Klagevorbringen nicht gedeckten Feststellungen zu treffen. Es ist daher jedenfalls in einem nicht vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten Verfahren kein Feststellungsmangel, wenn Feststellungen nicht getroffen werden, denen eine Behauptungsgrundlage fehlt. (T12)
  • 9 ObA 257/98d
    Entscheidungstext OGH 23.12.1998 9 ObA 257/98d
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T9
  • 7 Ob 135/99z
    Entscheidungstext OGH 14.07.1999 7 Ob 135/99z
    Vgl; Beis wie T1
  • 1 Ob 340/99b
    Entscheidungstext OGH 14.01.2000 1 Ob 340/99b
    Auch; Beisatz: Soweit sie in den Rahmen einer bestimmten Einwendung fallen. (T13)
  • 4 Ob 190/00w
    Entscheidungstext OGH 17.08.2000 4 Ob 190/00w
    Auch
  • 7 Ob 185/00g
    Entscheidungstext OGH 18.10.2000 7 Ob 185/00g
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T9
  • 6 Ob 72/00g
    Entscheidungstext OGH 23.10.2000 6 Ob 72/00g
    Auch; Beis wie T8
  • 8 ObA 182/00y
    Entscheidungstext OGH 15.02.2001 8 ObA 182/00y
    Vgl aber; Beisatz: Feststellungen, die im Parteivorbringen keinerlei Grundlage finden sind als "überschießend" nicht zu berücksichtigen. (T14)
    Veröff: SZ 74/22
  • 3 Ob 73/01h
    Entscheidungstext OGH 25.04.2001 3 Ob 73/01h
    Vgl auch; Beisatz: Ob sogenannte "überschießende" Feststellungen in den Rahmen des geltend gemachten Rechtsgrundes oder der Einwendungen fallen und daher nach der stRsp zu berücksichtigen sind, ist eine Frage des Einzelfalles. (T15)
  • 10 ObS 121/01v
    Entscheidungstext OGH 12.06.2001 10 ObS 121/01v
    Vgl aber; Beis wie T1; Beis wie T9
  • 4 Ob 102/02g
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 4 Ob 102/02g
    Vgl; Beis wie T1; Veröff: SZ 2002/72
  • 1 Ob 316/01d
    Entscheidungstext OGH 11.06.2002 1 Ob 316/01d
    Auch; Beis wie T11
  • 2 Ob 163/02p
    Entscheidungstext OGH 08.08.2002 2 Ob 163/02p
    Auch; Beis wie T15
  • 7 Ob 164/02x
    Entscheidungstext OGH 07.08.2002 7 Ob 164/02x
    Vgl; Beis wie T15
  • 7 Ob 256/01z
    Entscheidungstext OGH 09.10.2002 7 Ob 256/01z
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T15
  • 6 Ob 244/02d
    Entscheidungstext OGH 18.12.2003 6 Ob 244/02d
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T11
  • 3 Ob 130/04w
    Entscheidungstext OGH 29.06.2004 3 Ob 130/04w
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T9; Beis wie T15
  • 5 Ob 81/04d
    Entscheidungstext OGH 28.09.2004 5 Ob 81/04d
    Vgl; Beis wie T9; Beis wie T11
  • 7 Ob 51/05h
    Entscheidungstext OGH 16.03.2005 7 Ob 51/05h
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T9; Beis wie T11; Beis wie T14; Beis wie T15
  • 8 Ob 104/06m
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 8 Ob 104/06m
    Vgl aber; Beis wie T1; Beis wie T15
  • 2 Ob 179/06x
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 2 Ob 179/06x
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T9; Beis wie T11
  • 8 Ob 48/06a
    Entscheidungstext OGH 15.03.2007 8 Ob 48/06a
    Vgl auch; Beis wie T15; Beisatz: Abgesehen von Fällen krasser Fehlbeurteilung durch die zweite Instanz. (T16)
  • 8 Ob 79/07m
    Entscheidungstext OGH 11.10.2007 8 Ob 79/07m
    Vgl; Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T9; Beis wie T14
  • 6 Ob 294/07i
    Entscheidungstext OGH 24.01.2008 6 Ob 294/07i
    Vgl auch; Beis wie T15; Beis wie T16
  • 1 Ob 113/08m
    Entscheidungstext OGH 11.08.2008 1 Ob 113/08m
    Vgl aber; Beis ähnlich wie T6; Beis ähnlich wie T7; Beis ähnlich wie T9; Beis ähnlich wie T14
  • 7 Ob 199/08b
    Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 199/08b
    Vgl; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T8; Beis ähnlich wie T9
  • 6 Ob 252/08i
    Entscheidungstext OGH 15.01.2009 6 Ob 252/08i
    Auch; Beis wie T9; Beis wie T15
  • 5 Ob 223/08t
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 5 Ob 223/08t
    Vgl; Beis ähnlich wie T1; Beis ähnlich wie T8; Beis ähnlich wie T9
  • 4 Ob 55/09f
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 4 Ob 55/09f
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T15
  • 17 Ob 12/09b
    Entscheidungstext OGH 14.07.2009 17 Ob 12/09b
    Vgl
  • 5 Ob 154/09x
    Entscheidungstext OGH 01.09.2009 5 Ob 154/09x
    Auch; Beis ähnlich wie T1; Bem: Hier: Außerstreitiges Verfahren nach §§ 8 Abs 2, 37 Abs 1 Z 5 MRG. (T17)
  • 4 Ob 148/09g
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 4 Ob 148/09g
    Auch
  • 4 Ob 130/09k
    Entscheidungstext OGH 29.09.2009 4 Ob 130/09k
    Vgl; Veröff: SZ 2009/127
  • 6 Ob 123/10x
    Entscheidungstext OGH 24.06.2010 6 Ob 123/10x
    Vgl; Beis wie T14; Beis wie T15
  • 3 Ob 77/10k
    Entscheidungstext OGH 30.06.2010 3 Ob 77/10k
    Auch; Beis wie T15
  • 4 Ob 113/10m
    Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 113/10m
    Vgl; Beis wie T1
  • 4 Ob 205/10s
    Entscheidungstext OGH 15.12.2010 4 Ob 205/10s
    Vgl auch; Beis wie T15
  • 7 Ob 9/11s
    Entscheidungstext OGH 09.03.2011 7 Ob 9/11s
    Gegenteilig; Beis wie T11
  • 17 Ob 1/11p
    Entscheidungstext OGH 23.03.2011 17 Ob 1/11p
    Vgl auch
  • 5 Ob 95/11y
    Entscheidungstext OGH 07.07.2011 5 Ob 95/11y
    Auch; Beis wie T11; Beis wie T15
  • 3 Ob 126/11t
    Entscheidungstext OGH 14.12.2011 3 Ob 126/11t
    Vgl aber; Auch Beis wie T6; Auch Beis wie T7; Auch Beis wie T9; Auch Beis wie T14
  • 7 Ob 193/11z
    Entscheidungstext OGH 21.12.2011 7 Ob 193/11z
    Vgl; Beis wie T11
  • 3 Ob 53/12h
    Entscheidungstext OGH 18.04.2012 3 Ob 53/12h
    Vgl aber; Auch Beis wie T6; Auch Beis wie T7; Auch Beis wie T9; Auch Beis wie T14
  • 9 ObA 15/12i
    Entscheidungstext OGH 20.06.2012 9 ObA 15/12i
    Vgl; Beis wie T1
  • 1 Ob 151/12f
    Entscheidungstext OGH 11.10.2012 1 Ob 151/12f
    Vgl; Beis wie T6
  • 1 Ob 168/12f
    Entscheidungstext OGH 13.12.2012 1 Ob 168/12f
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Auch Beis wie T8; Beis wie T9
  • 3 Ob 124/13a
    Entscheidungstext OGH 21.08.2013 3 Ob 124/13a
    Auch; Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T9; Beis wie T14
  • 8 Ob 116/13m
    Entscheidungstext OGH 29.11.2013 8 Ob 116/13m
    Beis ähnlich wie T6; Beis wie T9; Beis wie T11; Beis ähnlich wie T14; Beisatz: Unzulässige überschießende Feststellungen sind unbeachtlich. (T18)
    Bem: Änderung der versehentlich ein zweites Mal vergebenen Beisatznummer (T17) auf (T18) - März 2014 (T18a)
  • 4 Ob 190/13i
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 4 Ob 190/13i
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T11
  • 9 ObA 30/14y
    Entscheidungstext OGH 25.03.2014 9 ObA 30/14y
    Vgl aber; Beis wie T14
  • 1 Ob 229/14d
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 229/14d
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T11
  • 4 Ob 39/15m
    Entscheidungstext OGH 11.08.2015 4 Ob 39/15m
    Beis wie T15; Beis wie T16
  • 7 Ob 226/14g
    Entscheidungstext OGH 02.09.2015 7 Ob 226/14g
    Vgl aber; Beis wie T9; Beis wie T11; Beis wie T13; Beis wie T14
  • 7 Ob 139/15i
    Entscheidungstext OGH 16.12.2015 7 Ob 139/15i
    Auch
  • 8 ObA 59/15g
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 8 ObA 59/15g
    Auch
  • 3 Ob 116/16d
    Entscheidungstext OGH 13.07.2016 3 Ob 116/16d
    Auch; Beis wie T15; Beis wie T16
  • 3 Ob 204/16w
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 3 Ob 204/16w
    Auch; Beis wie T9; Beis wie T13; Beis wie T15
  • 7 Ob 44/17x
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 7 Ob 44/17x
    Vgl aber; Beis wie T8; Beis wie T9
  • 3 Ob 165/17m
    Entscheidungstext OGH 25.10.2017 3 Ob 165/17m
    Vgl auch; Beis wie T15
  • 2 Ob 147/17g
    Entscheidungstext OGH 14.12.2017 2 Ob 147/17g
    Auch
  • 7 Ob 174/17i
    Entscheidungstext OGH 20.12.2017 7 Ob 174/17i
    tw abweichend; Beis wie T11; Beis wie T9
  • 4 Ob 20/18x
    Entscheidungstext OGH 20.02.2018 4 Ob 20/18x
    Auch; Beis wie T12
  • 5 Ob 91/18w
    Entscheidungstext OGH 18.07.2018 5 Ob 91/18w
    Auch; Beis wie T15; Beis wie T16
  • 1 Ob 166/18w
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 166/18w
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T9; Beis wie T13; Beis wie T15

Anmerkung

Bem: Der Rechtssatz wird wegen der Häufigkeit seiner Zitierung ("überlanger RS") nicht bei jeder einzelnen Bezugnahme, sondern nur fallweise mit einer Gleichstellungsindizierung versehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0037972

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.11.2018

Dokumentnummer

JJR_19740402_OGH0002_0030OB00051_7400000_003

Rechtssatz für 1Ob307/75 (1Ob308/75) 2O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010618

Geschäftszahl

1Ob307/75 (1Ob308/75); 2Ob545/89; 1Ob117/05w; 6Ob180/05x; 3Ob252/06i; 7Ob101/07i

Entscheidungsdatum

03.12.1975

Norm

ABGB §364 B4
ABGB §364a

Rechtssatz

Elektrische Wellen, aber auch von in Betrieb stehenden elektrischen Anlagen und elektrischen Verbrauchseinrichtungen ausgehende elektrische und magnetische Felder sowie Strahlen sind Immissionen i. S.d. § 364 Abs 2 ABGB. (Vgl auch Hoyer, JBl 1976,31)

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 307/75
    Entscheidungstext OGH 03.12.1975 1 Ob 307/75
    SZ 48/131
  • 2 Ob 545/89
    Entscheidungstext OGH 28.02.1990 2 Ob 545/89
  • 1 Ob 117/05w
    Entscheidungstext OGH 02.08.2005 1 Ob 117/05w
    Auch; Beisatz: Hier: Durch eine Nullleiterunterbrechung hervorgerufene Überspannung. (T1); Veröff: SZ 2005/108
  • 6 Ob 180/05x
    Entscheidungstext OGH 03.11.2005 6 Ob 180/05x
    Beisatz: Hier: Beeinträchtigung durch Mobilfunksendeanlage. (T2); Veröff: SZ 2005/158
  • 3 Ob 252/06i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2006 3 Ob 252/06i
    Beisatz: Hier: Beeinträchtigung durch Funksendeanlage im Sinn des Amateurfunkgesetzes. (T3)
  • 7 Ob 101/07i
    Entscheidungstext OGH 20.06.2007 7 Ob 101/07i
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Es konnte kein Kausalzusammenhang zwischen den von der Basisstation der Beklagten ausgehenden Immissionen und dem Gesundheitszustand der Klägerin festgestellt werden. Weiters lag die maximale Leitungsflussdichte weit unter den Grenzwerten und in der Größenordnung der ortsüblichen Immissionswerte und thermische Effekte konnten ausgeschlossen werden. (T4)

Schlagworte

Handymast, Strahlenbelastung

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0010618

Dokumentnummer

JJR_19751203_OGH0002_0010OB00307_7500000_004

Rechtssatz für 4Ob1514/88 2Ob545/89 1O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010607

Geschäftszahl

4Ob1514/88; 2Ob545/89; 1Ob19/93; 1Ob6/99k; 7Ob286/03i; 2Ob11/05i; 1Ob73/05z; 7Ob101/07i; 9Ob62/09x; 4Ob9/10t; 8Ob128/09w; 10Ob20/11f; 10Ob25/11s; 6Ob105/11a; 4Ob96/11p; 9Ob13/12w; 4Ob24/13b; 6Ob166/13z; 7Ob71/14p; 7Ob80/14m; 3Ob53/14m; 6Ob33/15v; 5Ob173/15z; 4Ob43/16a; 2Ob1/16k; 9Ob53/16h; 3Ob52/18w

Entscheidungsdatum

28.06.1988

Norm

ABGB §364 Abs2 A

Rechtssatz

Der Maßstab der Wesentlichkeit der Einwirkung ist in erster Linie ein objektiver, der auf die Benützung der Nachbargrundstücke abgestellt und daher von der Natur und der Zweckbestimmung des beeinträchtigten Grundstücks (hier: für Wohnzwecke) abhängig ist. Maßgeblich ist demnach nicht das subjektive Empfinden des sich gestört fühlenden Nachbarn, sondern das eines Durchschnittsmenschen, der sich in der Lage des Gestörten befindet.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 1514/88
    Entscheidungstext OGH 28.06.1988 4 Ob 1514/88
  • 2 Ob 545/89
    Entscheidungstext OGH 28.02.1990 2 Ob 545/89
    JBl 1990,786
  • 1 Ob 19/93
    Entscheidungstext OGH 17.11.1993 1 Ob 19/93
    Auch; nur: Der Maßstab der Wesentlichkeit der Einwirkung ist in erster Linie ein objektiver, der auf die Benützung der Nachbargrundstücke abgestellt. (T1)
    Veröff: SZ 66/147
  • 1 Ob 6/99k
    Entscheidungstext OGH 21.12.1999 1 Ob 6/99k
    Auch; Veröff: SZ 72/205
  • 7 Ob 286/03i
    Entscheidungstext OGH 14.01.2004 7 Ob 286/03i
    Auch; Beisatz: Besondere Umstände (Krankheit, Aufenthalt von Kleinkindern) können allerdings eine besondere nachbarrechtliche Rücksichtnahme gebieten. (T2)
    Beisatz: Immissionen, die zulässig sind, sind möglichst unter Schonung des davon betroffenen Nachbarn zu erzeugen, weil andernfalls der angestrebte Interessenausgleich nur unvollkommen verwirklicht wäre. (T3)
  • 2 Ob 11/05i
    Entscheidungstext OGH 03.02.2005 2 Ob 11/05i
    Auch
  • 1 Ob 73/05z
    Entscheidungstext OGH 24.06.2005 1 Ob 73/05z
    nur: Maßgeblich ist demnach nicht das subjektive Empfinden des sich gestört fühlenden Nachbarn, sondern das eines Durchschnittsmenschen, der sich in der Lage des Gestörten befindet. (T4)
  • 7 Ob 101/07i
    Entscheidungstext OGH 20.06.2007 7 Ob 101/07i
    nur T1; nur T4; Beisatz: Die subjektive Besorgnis einer wissenschaftlich nicht erwiesenen Gefährdung stellt keine objektive Beeinträchtigung dar. Da nicht feststeht, dass der Betrieb der Basisstation eine Gesundheitsbeeinträchtigung verursacht, kann von einer (objektiven) wesentlichen Beeinträchtigung im Sinn des § 364 Abs 2 ABGB nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht gesprochen werden. (T5)
  • 9 Ob 62/09x
    Entscheidungstext OGH 29.10.2009 9 Ob 62/09x
    Auch; nur T4; Beis wie T2
  • 4 Ob 9/10t
    Entscheidungstext OGH 23.02.2010 4 Ob 9/10t
  • 8 Ob 128/09w
    Entscheidungstext OGH 22.09.2010 8 Ob 128/09w
    Auch; nur T4; Beisatz: Die Frage nach der Wesentlichkeit der Beeinträchtigung ist vom Standpunkt eines verständigen Durchschnittsmenschen aus zu beantworten, der auch auf die allgemeinen Interessen und gesellschaftlich bedeutsamen Gesichtspunkte wenigstens Bedacht nimmt. Der Interessenausgleich erfordert von beiden Seiten gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz, um einen akzeptablen Ausgleich der gegenläufigen Interessen zu finden. (T6)
    Veröff: SZ 2010/112
  • 10 Ob 20/11f
    Entscheidungstext OGH 03.05.2011 10 Ob 20/11f
    Auch
  • 10 Ob 25/11s
    Entscheidungstext OGH 03.05.2011 10 Ob 25/11s
    Auch
  • 6 Ob 105/11a
    Entscheidungstext OGH 16.06.2011 6 Ob 105/11a
    nur T4
  • 4 Ob 96/11p
    Entscheidungstext OGH 09.08.2011 4 Ob 96/11p
    Vgl auch; Beisatz: Herabfallendes Laub und Nadeln, die eine gelegentliche Reinigung der Dachrinne erforderlich machen, stellen ‑ gemessen an den örtlichen Verhältnissen ‑ idR keine wesentliche Beeinträchtigung dar. (T7)
  • 9 Ob 13/12w
    Entscheidungstext OGH 29.05.2012 9 Ob 13/12w
    Auch
  • 4 Ob 24/13b
    Entscheidungstext OGH 19.03.2013 4 Ob 24/13b
    Beisatz: Hier: Beeinträchtigung durch Lärmimmissionen, die von einem Kleinfeldhartplatz (Fußballplatz) ausgehen. (T8)
  • 6 Ob 166/13z
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 6 Ob 166/13z
    nur T4; Beisatz: Ist allerdings die Gesundheitsgefährdung bzw gesundheitliche Beeinträchtigung nur auf eine besondere Sensibilität des Nachbarn zurückzuführen, so kann dies für sich allein noch nicht zum Anlass genommen werden, die Einwirkung gänzlich zu untersagen. Vielmehr kommt es darauf an, dass die Immission überhaupt - und nicht nur für übersensible Menschen - gesundheitsgefährdend bzw gesundheitsbeeinträchtigend ist. Dafür trifft aber den betroffenen Nachbar die Beweislast. (T9)
  • 7 Ob 71/14p
    Entscheidungstext OGH 21.05.2014 7 Ob 71/14p
  • 7 Ob 80/14m
    Entscheidungstext OGH 21.05.2014 7 Ob 80/14m
    Vgl auch; nur T4
  • 3 Ob 53/14m
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 3 Ob 53/14m
    Beisatz: Hier: Lärmbelästigung ausgehend von einem Harttennisplatz. (T10)
  • 6 Ob 33/15v
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 6 Ob 33/15v
    Beisatz: Hier: Froschquaken. (T11)
  • 5 Ob 173/15z
    Entscheidungstext OGH 25.09.2015 5 Ob 173/15z
    Vgl; Veröff: SZ 2015/103
  • 4 Ob 43/16a
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 4 Ob 43/16a
  • 2 Ob 1/16k
    Entscheidungstext OGH 16.11.2016 2 Ob 1/16k
    Beis wie T6; Beisatz: Hier: Zigarrenrauch. (T12); Veröff: SZ 2016/118
  • 9 Ob 53/16h
    Entscheidungstext OGH 20.04.2017 9 Ob 53/16h
    Auch
  • 3 Ob 52/18w
    Entscheidungstext OGH 25.04.2018 3 Ob 52/18w
    Beis wie T9

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0010607

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19880628_OGH0002_0040OB01514_8800000_003

Rechtssatz für 2Ob545/89

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010487

Geschäftszahl

2Ob545/89

Entscheidungsdatum

28.02.1990

Norm

ABGB §364 A
ABGB §364a

Rechtssatz

Der im § 364 a ABGB normierte Ausgleichsanspruch ist an die gleichen Voraussetzungen gebunden wie der im § 364 Abs. 2 ABGB eingeräumte Unterlassungsanspruch, setzt also das nach den örtlichen Verhältnissen gewöhliche Maß überstreitenden Immissionen und einer für die ortsübliche Benützung des Grundstückes wesentlichen Beeinträchtigung durch solche Immissionen voraus.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 545/89
    Entscheidungstext OGH 28.02.1990 2 Ob 545/89
    JBl 1990,786

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0010487

Dokumentnummer

JJR_19900228_OGH0002_0020OB00545_8900000_001

Rechtssatz für 2Ob545/89 3Ob146/13m

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0010646

Geschäftszahl

2Ob545/89; 3Ob146/13m

Entscheidungsdatum

28.02.1990

Norm

ABGB §364a

Rechtssatz

Die Haftung nach § 364a ABGB ist auf jene Nachteile beschränkt, die durch solche Immissionen verursacht werden, die über das nach § 364 Abs 2 ABGB zu duldende Maß hinausgehen.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 545/89
    Entscheidungstext OGH 28.02.1990 2 Ob 545/89
    Veröff: JBl 1990,786
  • 3 Ob 146/13m
    Entscheidungstext OGH 08.10.2013 3 Ob 146/13m

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0010646

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.12.2013

Dokumentnummer

JJR_19900228_OGH0002_0020OB00545_8900000_002

Entscheidungstext 2Ob545/89

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

2Ob545/89

Entscheidungsdatum

28.02.1990

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Kralik als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Vogel, Dr. Melber, Dr. Kropfitsch und Dr. Zehetner als Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Helmut L***, Kaufmann, 6405 Oberhofen 6, vertreten durch Dr. Helmuth Kasseroler, Rechtsanwalt in Innsbruck, wider die beklagte Partei T*** W*** AG, Landhausplatz 2, 6020 Innsbruck, vertreten durch Dr. Ivo Greiter, Dr. Franz Pegger und Dr. Stefan Kofler, Rechtsanwälte in Innsbruck, wegen S 600.000,- s.A.

(Revisionsstreitwert S 500.000,-), infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Innsbruck als Berufungsgerichtes vom 3.Februar 1989, GZ 4 R 316/88-36, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Landesgerichtes Innsbruck vom 27.Juli 1988, GZ 17 Cg 42/87-31, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit S 24.037,80 bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens (darin Barauslagen von S 6.720,- und Umsatzsteuer von S 2.886,30) binnen 14 Tagen bei Exekution zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Der Kläger ist Eigentümer der Liegenschaft EZ 972 II KG Oberhofen. In den Jahren 1964 und 1965 errichtete er auf diesem Grundstück ein Wohnhaus, das 1965 bezogen wurde; im Jahr 1967 errichtete er südseitig einen Anbau an das Wohnhaus, der als Lager- und Verkaufsraum dient. Das Grundstück liegt am südlichen Ortsrand von Oberhofen oberhalb des Ortes in Waldrandnähe und steigt in Richtung Süden an.

Mit Bescheid des Amtes der Tiroler Landesregierung vom 29.1.1979, III A 1-1202 56, war der beklagten Partei die Trasse der 220/380 kV-Leitung UW Westtirol-Silz-Oberhofen derart genehmigt worden, daß sie das Grundstück des Klägers berührte. Dabei war geplant, daß das Grundstück durch die Leitungsanlage so überspannt werde, daß vier Leiterbündel über die Liegenschaft des Klägers gezogen werden, wobei der kürzeste Abstand des untersten Leiterbündels vom Giebel des Wohnhauses 19,5 m betragen hätte. Der sich nach § 25 Punkt 4 ÖVE L 11/1979 errechnete "Schutzbereich" des Hauses hätte 6 m betragen und wäre demnach bei dieser Trassierung in bezug auf das Haus des Klägers eingehalten worden.

Nachdem am 25.3.1981 eine Enteignungsverhandlung betreffend die Liegenschaft des Klägers im Hinblick auf die Trassenführung dieser Leitung stattgefunden hatte, in der der Amtssachverständige Dipl.Ing. S*** bei einem geschätzten Verkehrswert der Liegenschaft von S 1,952.000,-- eine Wertminderung im Hinblick auf die geplante Überspannung mit 25 %, also mit S 488.000,--, geschätzt hatte, kam es in der Folge zu Verhandlungen zwischen den Streitteilen, die zu keiner Einigung über den Entschädigungsbetrag führten. Die Beklagte faßte daher in der Folge einen Beschluß auf Verlegung der Trasse im Bereich der Stütze (Nr.68), die der Liegenschaft des Klägers am nächsten gelegen und damals bereits teilweise errichtet war. Auf Grund der Umplanung wurde dann die Trasse so geführt, daß die Achse der Leitung am südlichsten Punkt der Liegenschaft des Klägers von diesem 32,19 m entfernt ist. Der Mast Nr.68 hat eine Höhe von insgesamt 55 m, wobei die beiden oberen Leiterbündelpaare für eine 380 kV-Leitung, das unterste Leiterbündelpaar für eine 220 kV-Leitung ausgerichtet sind. Das Erdseil befindet sich in einer Höhe von 55 m. Die Fluchtlinie der errichteten Starkstromleitung südlich des Hauses des Klägers (Oberhofen Nr.6) verläuft etwa in Richtung Ost-West. Die Firsthöhe des Hauses des Klägers liegt etwas unterhalb des untersten Bündelträgers. Je nach Blickwinkel und Perspektive kann der optische Eindruck entstehen, daß das Haus des Klägers von den Leitungsbündeln überspannt wird.

Im vorliegenden Rechtsstreit begehrte der Kläger von der Beklagten Ersatz für den Schaden, den er dadurch erlitten habe, daß sie die Leitung so nahe an seinem Grundstück vorbeiführe. Diese Trassierung der Leitung habe die Liegenschaft des Klägers vollkommen entwertet. Die nur 17 m vom Haus des Klägers entfernte Starkstromleitung habe extremste Auswirkungen auf den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden des Klägers, seiner Familie und sämtlicher anderer im Hause wohnhaften Personen. Auf Grund wissenschaftlicher Untersuchungen stehe fest, daß menschliches Leben etwa 100 m zu beiden Seiten einer solchen Leitung gefährdet sei, und zwar durch die wechselnden magnetischen Felder, die sich rund um die Leitung bildeten. Die Leitung stelle daher eine schwere Beeinträchtigung der Wohnqualität des Hauses des Klägers dar. Die Führung einer Leitung so nahe am Haus widerspreche jeglichen technischen, medizinischen und hygienischen Grundsätzen. Selbst wenn man aber eine Gesundheitsstörung oder Gesundheitsbeeinträchtigung durch die Leitung nicht annehmen wollte, sei doch jedenfalls eine äußerst gravierende Wertminderung der Liegenschaft des Klägers dadurch eingetreten, daß die Hochspannungsleitung in ihrer unmittelbaren Nähe vorbeigeführt worden sei. Diese Wertminderung betrage mindestens S 600.000,--. Die Verpflichtung der Beklagten zum Schadenersatz werde primär darauf gestützt, daß die aus technischer Sicht zur Verhinderung von Schädigungen von Menschen wie auch Grund und Boden unbedingt notwendigen Mindestabstände bei der Leitungsführung und die Vorschriften des Bewilligungsbescheides nicht eingehalten worden seien. Darüber hinaus werde die Klage aber auch auf jeden sonstigen aus dem Gesetz sich ergebenden Rechtsgrund, insbesondere auf den eines Ausgleichsanspruches im Sinne des § 364 ABGB, gestützt. Ein Schadenersatzanspruch ergebe sich auch aus § 17 des Bundesgesetzes für elektrische Leitungsanlagen und § 21 des Starkstromwegegesetzes 1968, welche Gesetzesbestimmungen eine reine Eingriffshaftung (ohne Verschulden) statuierten. Die Einhaltung des sogenannten Schutzbereiches nach den Vorschriften ÖVE-L 11/1979 änderten an dieser Haftung nichts, zumal es sich dabei um rein interne Richtlinien des Österreichischen Verbandes für Elektrotechnik handle. Der Kläger begehrte zuletzt die Verurteilung der Beklagten zur Zahlung von S 600.000,-- s.A.

Die Beklagte wendete, soweit das Klagebegehren auf behauptete Enteignung oder enteignungsähnliche Beschränkung der Rechte des Klägers gestützt werde, Unzulässigkeit des Rechtsweges ein. Im übrigen bestehe der Klagsanspruch nicht zu Recht. Die Hochspannungsleitung sei in einer Entfernung von 20 m zum Grundstück des Klägers geführt. In einer solchen Entfernung bestünden keine Einflüsse der elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Felder mehr auf den menschlichen Organismus. Die Ermittlung der elektrischen Feldstärke dieser Hochspannungsfreileitung (gemessen in Kilovolt pro Meter = kV/m) ergebe, daß diese direkt unter der Leitung bei 220 kV 1,2 bis 1,5 kV/m, bei 380 kV 2,1 bis 2,4 kV/m und beim Hause des Klägers, also ca. 30 m entfernt von der Mittelachse der Leitung, bei 220 kV 0,5 bis 0,7 kV/m und bei 380 kV 0,7 bis 1,0 kV/m betrügen. Die elektrische Feldstärke im Abstand von 30 cm von einer elektrischen Heizdecke betrage bereits 0,25 bis 0,5 kV/m. Untersuchungen der WHO hätten ergeben, daß elektrische Felder bis 20 kV/m keine Gefahren für die menschliche Gesundheit brächten. Die Ermittlung der magnetischen Feldstärke dieser Leitung (magnetische Induktion, gemessen in Milli-Tesla = mT) habe ergeben, daß diese direkt unter der Leitung 0,002 bis 0,004 mT, beim Haus des Klägers aber 0,0015 bis 0,0025 mT betrage. Die magnetische Feldstärke bei einem Elektroherd betrage bereits 0,5 bis 1,0 mT. Die Untersuchung der WHO habe ergeben, daß magnetische Felder bis 0,3 mT keine Gefahr für die menschliche Gesundheit brächten. Die Art der Führung der gegenständlichen Leitung sei aber auch nicht geeignet, Sachschäden herbeizuführen.

Es lägen daher überhaupt keine Immissionen für das Grundstück des Klägers vor. Im übrigen liege die Liegenschaft des Klägers auch außerhalb des Schutzbereiches der Leitung nach § 5 Punkt 11 der Sicherheitsvorschrift L 11/1979 der ÖVE. Im Hinblick auf das öffentliche Interesse an der Stromversorgung sei die in Wirklichkeit auf rein subjektive Momente gestützte Beeinträchtung der Liegenschaft des Klägers durch eine benachbarte Hochspannungsleitung zu dulden, zumal es sich hier um eine bloß ideelle Beeinträchtigung der ästhetischen Wirkung für das Grundstück des Klägers handle. Schließlich sei es auch ortsüblich, in solcher Nähe von Wohnhäusern, ja sogar direkt über Wohnhäuser, Leitungsanlagen zu führen (so etwa in den Gemeinden Götzens, Neu-Götzens, Mötz, Schönwies, Ranggen und Pfaffenhofen). Zumindest lägen somit keine Immissionen vor, die das nach den örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Ausmaß überschritten.

Das Erstgericht verurteilte die Beklagte zur Zahlung von S 500.000,-- s.A.; das Mehrbegehren auf Zahlung eines weiteren Betrages von S 100.000,-- und ein Zinsenmehrbegehren wies es ab. Das Erstgericht stellte über den bereits eingangs zusammengefaßt wiedergegebenen Sachverhalt hinaus im wesentlichen noch folgendes fest:

Vom Anwesen des Klägers aus hat man einen Blick auf die Ortsmitte von Oberhofen. Dabei ist sichtbar, daß sich östlich der Ortsmitte Masten einer Starkstromleitung im freien Feld befinden, wobei der nächste zu dieser Leitung gehörende Mast unmittelbar östlich eines Hauses errichtet ist; weiters sind Leitungen über Wohngebiet gespannt. Ob und inwieweit diese Leitungen über Häuser oder über zwischen den Häusern liegende Hausgärten und Obstanger führen, ist vom Haus des Klägers aus nicht erkennbar. Es ist auch nicht erkennbar, welche Stromstärke von diesen Leitungen transportiert wird.

Die hier in Frage stehende Leitung ist die einzige

380 kV-Leitung in Tirol, wird jedoch derzeit mit 220 kV betrieben. Eine Umstellung auf 380 kV ist im Falle der Notwendigkeit der Auslastung technisch möglich. Im Leitungszug dieser Starkstromleitung ist das Haus des Klägers dasjenige von den vor der Starkstromleitung errichteten, das der Schutzzone am nächsten liegt. Allerdings kommt es immer wieder vor, daß Erbauer von Neubauten sich an die Beklagte wenden, um die Zustimmung zur Errichtung ihrer Häuser im Bereich der Zone, die mit dem Recht der Überspannung belastet ist, zu erlangen. Der Grund dafür ist in der günstigen Grundpreissituation für Gründe im Nahbereich der Starkstromleitung zu suchen.

Von der Starkstromleitung geht ein ständig stark summendes Geräusch aus, das sowohl auf der Liegenschaft des Klägers, als auch auf den umliegenden Grundflächen, die als Weideflächen benützt werden, zu hören ist. Dieses eindringliche Geräusch ist derart stark, daß z.B. das Geläute von Kuhglocken der auf den Grünflächen weidenden Rinder davon übertönt wird. Die Intensität dieses summenden Geräusches nimmt mit steigender Luftfeuchtigkeit zu. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist es möglich, daß Metallgegenstände, die sich auf der Liegenschaft des Klägers befinden, Elektrizität leiten, wie dies einmal bei einem im Garten des Klägers aufgestellten Sonnenschirm, der, als er angegriffen wurde, elektrisierte, geschah. Bei Gewittern kommt es zu Blitzschlägen in die Leitung, was auf den Kläger und seine im Hause lebende Lebensgefährtin derart abschreckend wirkt, daß sie bei drohenden Gewittern das Haus zu verlassen pflegen.

Der Kläger und seine Lebensgefährtin klagen seit Inbetriebnahme der Hochspannungsleitung über Übelkeit, Herzflattern, Appetitlosigkeit, schlechten Schlaf, Gereiztheit und Schwindel. Während die Lebensgefährtin des Klägers wegen dieser Beschwerden noch keinen Arzt konsultierte, tat dies der Kläger wohl; es konnte jedoch keine organische Erkrankung festgestellt werden. Von der Hochspannungsleitung entladen sich sowohl elektrische als auch magnetische Felder. Diese wurden auf ihre Gesundheitsbeeinträchtigung hin untersucht. Die Lehre unterscheidet dabei vier verschiedene Stufen von Beeinträchtigungen, nämlich:

1.

Schädigung,

2.

Gefährdung,

3.

Belästigung und

4.

Wahrnehmung.

Im Falle einer Schädigung werden durch die Einwirkungen irreversible Veränderungen verursacht; bei einer Gefährdung kann das Auftreten einer Schädigung nicht ausgeschlossen werden; bei einer Belästigung tritt eine Beeinträchtigung des Wohlbefindens auf; eine Wahrnehmung ist das Bewußtwerden eines Einflusses.

Nach dem derzeitigen Stand in Österreich ergibt sich folgendes:

Durch das elektrische Feld, das sich aus der streitgegenständlichen Leitung ergibt, tritt keine Schädigung oder Gefährdung der Gesundheit für den Menschen auf. Eine Belästigung kann mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Die Wahrnehmung von Entladeströmen durch besonders sensible Personen bei der Berührung von Leitern durch Entladen der Kapazität der isolierten Person über den geerdeten Leiter oder durch Entladung der Kapazität eines großflächigen isolierten Leiters über die geerdete Person kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Diese Wahrnehmung könnte als Belästigung empfunden werden, stellt jedoch keine Schädigung oder Gefährdung dar. Durch Einwirken des magnetischen Feldes ist keine Schädigung oder Gefährdung zu erwarten. Eine Belästigung kann ebenso wie eine Wahrnehmung ausgeschlossen werden.

Die Problematik der Gefährdung der Gesundheit durch die Einwirkung von elekrischen und magnetischen Feldern wird weltweit von Kapazitäten untersucht. Dabei gibt es wissenschaftliche Arbeiten sowohl in der östlichen als auch in der westlichen Hemisphäre, die Zusammenhänge zwischen gewissen Krebserkrankungen und Leukämie und räumlicher Nahebeziehung zu Starkstromleitungen herstellen. Alle diese wissenschaftlichen Arbeiten gehen davon aus, daß Personen entweder längere Zeit im Bereiche von Starkstromleitungen lebten oder dort Arbeit verrichteten. Das Problem der Gesundheitsbeeinträchtigung durch elektrische und magnetische Felder wurde bereits in den 70er-Jahren und wird nun verstärkt in den 80er-Jahren dieses Jahrhunderts erforscht. Es findet nicht nur in hochwissenschaftlichen Arbeiten seinen Niederschlag; es wird auch in populärwissenschaftlichen Magazinen und in der Tagespresse behandelt. Gerade durch die wiederholte Erörterung der Problematik in Medien, die breiten Bevölkerungsschichten leicht zugänglich sind, wie Rundfunk, Fernsehen und Tagespresse, nahm die Beschäftigung der Bevölkerung mit der Frage der Gesundheitsbeeinträchtigung durch elektrischen Strom immer mehr zu.

Nachdem die hier in Frage stehende Leitung errichtet worden war, holte der Kläger zwei Privatgutachten über den Verkehrswert seiner Liegenschaft ein. Dabei bewertete Baumeister Heinz S*** am 16.3.1982 die Liegenschaft mit S 1,364.056,32 und brachte einen Abzug von 30 % für die Entwertung wegen schwerer Beeinträchtigung der Wohnqualität durch die Starkstromleitung in Anschlag, sodaß er den Zeitwert der bebauten Liegenschaft mit S 955.000,-- festsetzte. Architekt Dipl.Ing. Hubert F*** schätzte am 21.4.1982 die Liegenschaft des Klägers mit einem Verkehrswert von S 1,430.000,-- und nahm eine Wertminderung von einem Drittel des Verkehrswertes an, sodaß er den tatsächlichen Verkehrswert mit S 985.000,-- bewertete. Beide Schätzer berücksichtigten keine Kosten für Außenanlagen, verlorenen Aufwand, Wasseranschluß, Stromanschluß und Grundstücksbeschaffungs- und Vermessungskosten.

Rechtlich führte das Erstgericht im wesentlichen aus, der Rechtsweg sei jedenfalls zulässig, weil nicht Entschädigung für eine Enteignung begehrt werde. Ein Schadenersatzanspruch nach dem Tiroler Starkstromwegegesetz scheide aus, weil dieses Gesetz ebenso wie das Starkstromwegegrundsatzgesetz und das Starkstromwegegesetz 1968 nur Schädigungen betreffe, die Grundeigentümer oder andere dinglich Berechtigte durch den Betrieb einer solchen Anlage erlitten, wenn die Leitung über ihre Liegenschaft selbst verlaufe; nachbarrechtliche Kriterien fänden in diesen Gesetzen keine Beachtung.

Wohl aber liege eine Immission im Sinne des § 364 Abs 2 ABGB vor. Die von der Anlage ausgehende Immission überschreite schon deshalb das nach den örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Maß, weil das Haus des Klägers in der Gemeinde Oberhofen dasjenige sei, das der Starkstromleitung am nächsten gelegen sei, sodaß die Beeinträchtigung durch die Leitung dort am intensivsten auftrete. Zur Prüfung der Ortsüblichkeit könne nicht der gesamte Verlauf der Starkstromleitung in Betracht gezogen werden. Hiezu seien auch Wohnhäuser nicht zu berücksichtigen, die aus wirtschaftlichen Erwägungen der Erbauer im Nahbereich der Leitung errichtet worden seien, weil die Erbauer die damit verbundenen Nachteile gewollt in Kauf genommen hätten.

Auch eine wesentliche Beeinträchtigung der ortsüblichen Benützung der Liegenschaft des Klägers liege vor. Das ständige von der Leitung ausgehende summende Geräusch, das bei gewissen Witterungskonstellationen sich noch verstärken könne, müsse als solche Beeinträchtigung gewertet werden. Dazu komme, daß die Diskussionen über die Frage der Gesundheitsbeeinträchtigung durch Starkstrom Bedenken gegen Aussendungen der Stromleitung anwachsen ließen, was wiederum bei den Betroffenen die Beeinträchtigung durch die von der Starkstromleitung ausgehenden Geräusche verstärke. Dieses Bewußtsein werde auch durch die Beobachtung verstärkt, daß es vorkommen könne, daß im Garten aufgestellte Gegenstände Strom leiten, wie dies beim Sonnenschirm der Fall gewesen sei. Es liege somit nicht nur eine (zu duldende) ästhetische Beeinträchtigung, sondern eine akustische und physikalische vor, die nach den §§ 364 Abs 2, 364 a ABGB den Anspruch auf eine Ausgleichszahlung begründe. Der dem Kläger entstandene Schaden bestehe in der Wertminderung seiner Liegenschaft. Der Wert der Liegenschaft des Klägers sei einerseits durch die akustische Beeinträchtigung, andererseits aber auch dadurch gemindert, daß die Diskussionen um Zusammenhänge zwischen von Starkstromleitungen ausgehenden elektrischen und magnetischen Feldern einerseits und der Gesundheitsbeeinträchtigung andererseits immer mehr zunähmen, die Bevölkerung also sensibilisierter für solche Probleme sei und damit die Verwertbarkeit der Liegenschaft des Klägers sinke. Was die Höhe der Wertminderung angehe, könne nicht die Schätzung des Amtssachverständigen Dipl.Ing. S*** als Grundlage herangezogen werden, da sie Elemente beinhalte, die nicht zur Bewertung des Verkehrswertes dienen könnten. Hingegen seien die Bewertungen der Liegenschaft durch die Sachverständigen S*** und F*** durchaus wirklichkeitsbezogen und ließen eine Abgeltung der Wertminderung im Ausmaß von S 500.000,-- zu.

Diese Entscheidung des Erstgerichtes wurde nur in ihrem klagsstattgebenden Teil von der Beklagten mit Berufung bekämpft. Das Berufungsgericht verwarf mit Beschluß die Berufung der Beklagten, soweit sie Nichtigkeit geltend machte. Im übrigen gab es mit dem angefochtenen Urteil diesem Rechtsmittel Folge und änderte die Entscheidung des Erstgerichtes im Sinne der vollinhaltlichen Abweisung des Klagebegehrens ab.

Das Berufungsgericht verneinte das Vorliegen von beiden Streitteilen behaupteter Verfahrensmängel und übernahm die Feststellungen des Erstgerichtes.

Rechtlich führte es im wesentlichen aus, zur Prüfung der Ortsüblichkeit einer Immission im Sinne der §§ 364 Abs 2, 364 a ABGB sei im österreichischen Bereich, soweit ersichtlich, noch nie auf ein größeres Gebiet als das einer politischen Gemeinde abgestellt worden. Daß der Begriff "Ort" nicht mit einer politischen Gemeinde einfach gleichgesetzt werden dürfe, werde in Österreich allgemein nur insoweit vertreten, daß auch kleinere Gebietseinheiten in Betracht gezogen werden müßten, sofern sie sich wirtschaftlich und/oder bautechnisch unterschieden und dadurch besonders charakterisiert seien.

Ein Vergleich der Verhältnisse des vorliegenden Falles mit außerhalb der Gemeinde Oberhofen gelegenen Gegenden scheide daher wohl aus. Für den Standpunkt der Beklagten, die auf die Hochspannungsleitung zurückzuführenden Immissionen überstiegen nicht das ortsübliche Maß, wäre auch nichts gewonnen, wenn etwa auf die Verhältnisse des gesamten Verlaufes der Leitung (und anderer Freilandleitungen) abgestellt würde. Allgemein könne nämlich von Ortsüblichkeit einer Immission nur gesprochen werden, wenn die größere Anzahl von Grundstücken des betroffenen Gebietes von den fraglichen Immissionen betroffen sei, zumindest aber, wenn einer Gegend durch einen oder mehrere immittierende Betriebe ein entsprechendes Gepräge gegeben worden sei, wenngleich damit allenfalls nicht die größere Anzahl von Grundstücken des betreffenden Gebietes von den fraglichen Immissionen betroffen sei. Das erstgenannte Kriterium, also eine überwiegende Anzahl von Grundstücken im Verlauf der gesamten Hochspannungsleitung, bei denen das darauf befindliche Wohnobjekt in unmittelbarer Nähe der Hochspannungsleitung liege, könne ausgeschlossen werden. Selbst die Beklagte behaupte dies nicht. Die Vorbeiführung von Hochspannungsleitungen in der Nähe von Wohngebieten oder überhaupt das Führen von Leitungen über Wohngebiet stelle die Ausnahme dar und erfolge nur dann, wenn die örtlichen Gegebenheiten eine andere Möglichkeit nicht offenließen. Verbaute Grundstücke im unmittelbaren Nahbereich einer Hochspannungsleitung seien daher bezogen auf den Gesamtverlauf der Hochspannungsleitung stets die Ausnahme und nicht die Regel.

Daß eine Hochspannungsleitung in ihrem Verlauf das Gebiet ihrer unmittelbaren Nähe für sich allein betrachtet präge, sei nicht zu bestreiten. Überhaupt könne schon ein einziger Großbetrieb allein den Charakter eines Raumes prägen. Daraus dürfe aber nicht geschlossen werden, daß die Immissionen eines Großbetriebes in dessen Nachbarschaft stets als ortsüblich zu gelten hätten. Werde etwa ein rußentwicklender Großbetrieb in einem Villenviertel gegründet, so würde es dem ganz offenkundigen Zweck des Nachbarrechtes widerstreiten, wollte man allein aus der Existenz des Großbetriebes die Ortsüblichkeit und damit das Fehlen eines Unterlassungs- bzw Schadenersatzanspruches ableiten. Das Nachbarrecht habe gerade den Zweck, durch den Unterlassungsanspruch nach § 364 ABGB zu gewährleisten, daß alle Grundstücke in einer Art und Weise genutzt würden, die in das Gesamtbild des Raumes passe. Das gleiche müsse bezüglich der Ortsüblichkeit auch für § 364a ABGB gelten. Außerdem würde die Meinung, daß Immissionen von Großbetrieben stets als ortsüblich zu gelten hätten, zu einer unberechtigten Bevorzugung der Großunternehmen gegenüber Kleinbetrieben führen und das abwegige Ergebnis mit sich bringen, daß die Immissionen gerade wegen ihrer besonderen Stärke zu dulden seien. Dem Zweck des Nachbarrechtes könne daher nur eine Prüfung der Ortsüblichkeit nachkommen, die von der Frage ausgehe, ob sich das Unternehmen, dessen Immissionen zur Diskussion stünden, in den nachbarschaftlichen Raum einfüge oder den dortigen Verhältnissen widerspreche.

Da einerseits zur Prüfung der Ortsüblichkeit auf die tatsächlichen Verhältnisse abzustellen sei und andererseits die Ansicht vertreten werde, daß diese Prüfung auf den Zeitpunkt des Schlusses der Verhandlung in erster Instanz abzustellen sei, scheine die Ansicht, daß trotzdem ein den Charakter einer Gegend allein bereits prägender Großbetrieb hinsichtlich der Immissionen, die auf ihn zurückzuführen seien, sich nicht auf Ortsüblichkeit berufen könne, widersprüchlich.

Daß zur Prüfung der Ortsüblichkeit von Immissionen auf den Zeitpunkt des Schlusses der Verhandlung in erster Instanz abzustellen sei, erscheine aber durchaus nicht selbstverständlich. Diese Ansicht werde anscheinend unterschiedslos für die Prüfung der Ortsüblichkeit einer Immission sowohl für den Anspruch auf Unterlassung nach § 364 Abs 2 ABGB wie auch bei einem Anspruch auf Entschädigung nach § 364a ABGB vertreten. In bezug auf den Unterlassungsanspruch treffe sie schon deshalb zu, weil eine Unterlassungsklage nur unter der Voraussetzung der Wiederholungsgefahr Erfolg haben könne und dann, wenn bei Schluß der Verhandlung in erster Instanz (wegen Änderung der örtlichen Verhältnisse) eine ortsunübliche Immission gar nicht mehr möglich sei, die Gefahr der Wiederholung einer unzulässigen Immission fehle.

§ 364a ABGB verweise zwar in bezug auf die Ortsunüblichkeit klar auf die vorhergehende Bestimmung des § 364 ABGB. Trotzdem erscheine es durchaus fraglich, ob für die Beurteilung, ob die Immission ortsunüblich sei, auch im Falle des § 364a ABGB auf den Zeitpunkt des Schlusses der Verhandlung in erster Instanz abzustellen sei. Zwischen den beiden Gesetzesbestimmungen bestehe ja der wesentliche Unterschied, daß im einen Fall die Immission als solche untersagt werden könne, während sie im anderen Fall nur zu einem Entschädigungsanspruch führe. Während daher mit Hilfe der Bestimmung des § 364 Abs 2 ABGB grundsätzlich überhaupt verhindert werden könne, daß eine Immission (durch Änderung der Verhältnisse) je ortsüblich werden könne, bestehe diese Möglichkeit bei einem genehmigten Betrieb im Sinne des § 364a ABGB gerade nicht. Wenn daher trotzdem die Entwicklung von immittierenden Betrieben im in Frage kommenden Gebiet in der nach dem ersten noch ortsunüblichen Eingriff liegenden Zeit für die Beurteilung der Frage der Ortsüblichkeit mitberücksichtigt werde und dies im Zeitpunkt des Schlusses der Verhandlung in erster Instanz zu dem Ergebnis führe, daß die ursprünglich ortsunübliche Immission nun ortsüblich sei und daher zu keiner Entschädigung mehr berechtige, widerspreche dies ganz offenkundig dem Zweck des Nachbarrechtes. Es sei daher naheliegend, die Frage der Ortsüblichkeit der Immission nach dem Zeitpunkt des Eingriffes zu beurteilen, durch den der Schaden (Wertminderung des Nachbargrundstückes) eingetreten sei. Dies sei der Zeitpunkt der Aufnahme des Betriebes, der die - zu diesem Zeitpunkt noch ortsunüblichen - Immissionen zu verantworten habe. Ab diesem Zeitpunkt liege die Beeinträchtigung vor, ab diesem Zeitpunkt trete die Wertminderung ein. Dadurch, daß sich in der Folge durch Immissionen weiterer neu angesiedelter Betriebe die erste Immission allenfalls in eine ortsübliche verwandle, werde in der Regel wohl kaum ein Ausgleich der einmal eingetretenen Wertminderung des beeinträchtigten Gebietes erfolgen. Selbst wenn etwa durch mehrere Hochspannungsleitungen eine gesamte Gemeinde so beeinträchtigt sei, daß die überwiegende Anzahl der dort befindlichen Wohnobjekte im unmittelbaren Einflußbereich der Hochspannungsleitungen liege (sodaß diese Beeinträchtigung dann als ortsüblich zu gelten hätte), werde doch der Wert der verbliebenen nicht beeinträchtigten Grundstücke gegenüber dem der nun örtsüblich beeinträchtigten als höher einzuschätzen sein. Werde daher bei der Beurteilung der Ortsüblichkeit in bezug auf den Ausgleichsanspruch nach § 364a ABGB auf den Zeitpunkt des Beginnes der Immission abgestellt und der Vergleich mit dem vorangegangenen Zustand vorgenommen, könne der Zweck des Nachbarrechtes ohne dogmatische Widersprüche verwirklicht werden. Im übrigen stimme dies mit dem im Schadenersatzrecht geltenden Grundsatz überein, daß die Rechtswidrigkeit einer Schädigung nach dem Zeitpunkt des schädigenden Eingriffes zu beurteilen sei.

Folge man dieser Ansicht, reichten die Feststellungen des Erstgerichtes aus, um den von ihm gezogenen Schluß zu stützen, daß die auf die Hochspannungsleitung zurückzuführenden Immissionen, denen die Liegenschaft des Klägers ausgesetzt sei das ortsübliche Maß überschritten. Bezogen auf das Gemeindegebiet von Oberhofen könne wohl weder davon ausgegangen werden, daß es von Hochspannungsleitungen geradezu geprägt wäre, noch davon, daß die größere Anzahl der dazugehörigen Wohngrundstücke im unmittelbaren Nahbereich der Hochspannungsleitungen gelegen sei. Daß gerade der Teil von Oberhofen, über den Hochspannungsleitungen führten, eine wirtschaftlich und/oder bautechnisch unterschiedliche und besonders charakterisierte kleinere Einheit im Ortsgebiet wäre, könne ebensowenig angenommen werden. Bezogen auf den Gesamtverlauf der in Frage stehenden Hochspannungsleitung müsse davon ausgegangen werden, daß jedenfalls die im unmittelbaren Nahbereich liegenden Wohnobjekte die Ausnahme darstellten. Das Gepräge, das die Hochspannungsleitung dem unmittelbaren Nahbereich in ihrem gesamten Verlauf zweifellos aufgezwungen habe, könne aber deshalb nicht als ortsüblich gelten, weil dieses Gepräge erst neu bewirkt worden und vorher noch nicht ortsüblich gewesen sei.

Folge man der Ansicht, daß hier zur Beurteilung der Frage der Ortsüblichkeit der Immission auf den Zeitpunkt des ersten Eingriffes abzustellen sei, sei dem Erstgericht auch darin Recht zu geben, daß auf die Wohnobjekte, die erst später im Nahbereich der Hochspannungsleitung errichtet worden seien, für die Beurteilung der Ortsüblichkeit nicht mehr Bedacht zu nehmen sei.

Aus dem festgestellten Umstand, daß das Haus des Klägers dasjenige im Bereich der Trasse der Hochspannungsleitung in Oberhofen sei, das der Leitung am nächsten liege (von später hinzugebauten abgesehen), ergebe sich zwangsläufig, daß die in ihrer Stärke vom Abstand von der Hochspannungsleitung abhängigen Immissionen bei keinem in Betracht kommenden Wohnobjekt so groß sein könnten wie beim Wohnobjekt des Klägers, sodaß sie dort ortsunüblich sein müßten. Dies führe zwar dazu, daß damit dem nächsten Nachbarn eines Emittenten stets ein Ausgleichsanspruch zukomme (wenn die weitere Voraussetzung der wesentlichen Beeinträchtigung der ortsüblichen Nutzung vorliege); weshalb dies aber falsch sein sollte, sei nicht einzusehen.

Letztlich könne die Frage, ob die in diesem Verfahren zu berücksichtigenden Immissionen das ortsübliche Ausmaß überschritten oder nicht, aber offen bleiben, weil der Anspruch nach § 364a ABGB nur dann gegeben sei, wenn zudem die ortsübliche Benutzung des Grundtstückes wesentlich beeinträchtigt werde.

Die überschießenden Feststellungen des Erstgerichtes in bezug auf die akustische Immission seien bei der rechtlichen Beurteilung nicht zu berücksichtigen. Solche überschießende Feststellungen könnten zwar bei der rechtlichen Beurteilung in der Regel nicht unberücksichtigt bleiben; Urteilsgrundlage bildeten nämlich nicht nur das Vorbringen der Parteien, sondern auch die Ergebnisse der Beweisaufnahme, also das gesamte vom Richter gesammelte Prozeßmaterial. Berücksichtigt werden dürften dabei aber nur solche überschießenden Beweisergebnisse, die in den Rahmen eines geltend gemachten Klagsgrundes oder einer bestimmten Einwendung fielen. Eine von der Starkstromleitung ausgehende Lärmimmission falle nicht unter die geltend gemachten Klagsgründe, weil in der Klage ausdrücklich die Art der Immission, aus der der Klagsanspruch abgeleitet worden sei, nicht als Lärmimmission, sondern als Einwirkung magnetischer Felder mit der Eignung der Gesundheitsgefährdung behauptet worden sei.

Im übrigen lägen, wenn man von den Feststellungen des Erstgerichtes ausgehe, keine Immissionen vor, die zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Benutzung des Grundstückes des Klägers führten.

Nach herrschender Ansicht finde kein Ersatz für sogenannte ideelle Beeinträchtigungen durch Immissionen statt, also etwa Beeinträchtigungen der ästhetischen Wirkung auf die Umgebung, Bewirkung von Angst, seelischen Schmerzen und ähnlichem. Nach den Feststellungen des Erstgerichtes sei sowohl Gesundheitsschädigung wie auch Gesundheitsgefährdung auf Grund der Immissionen (elektrische und magnetische Felder), die von der Leitung ausgingen, ausgeschlossen. Auch eine Belästigung durch das magnetische Feld wie auch dessen Wahrnehmung sei ausgeschlossen. Lediglich eine Belästigung durch das elektrische Feld könne nicht als völlig, wohl aber als mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen gelten, weil die Wahrnehmung von gewissen Entladeströmen durch besonders sensible Personen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden könne, wobei diese Wahrnehmung als Belästigung empfunden werden könne.

Die Rechtsprechung stehe auf dem Standpunkt, daß sich aus der Natur der Nachbarrechtsklage als Anwendungsfall der Negatorienklage ergebe, daß der Kläger lediglich sein Eigentum und den Eingriff, der Beklagte hingegen zu beweisen habe, daß der Eingriff die vom Gesetz gezogenen Grenzen (Ortsüblichkeit, Wesentlichkeit) nicht überschreite. Auch davon ausgehend ergebe sich in bezug auf die Belästigung, die durch die elektrischen Felder der hier in Frage stehenden Leitung ausgehen könnte, daß die Beklagte ihrer Beweislast usreichend entsprochen habe. Die Frage, ob durch die elektrischen Felder eine solche Belästigung bewirkt werden könne oder nicht, sei eine Kausalitätsfrage. Wie im Schadenersatzbereich habe auch hier zu gelten, daß an den Kausalitätsbeweis keine zu strengen Anforderungen gestellt werden dürften und daß der Beweis eines sehr hohen Wahrscheinlichkeitsgrades genüge. Für den Beweis mangelnder Kausalität müsse das gleiche gelten.

Für die Beurteilung der Wesentlichkeit der Einwirkung einer Immission komme es auf das Empfinden eines Durchschnittsmenschen und nicht auf das einer besonders sensiblen Person an. Darüber hinaus handle es sich beim Auftreten von Entladeströmen mit Wahrnehmbarkeit durch besonders sensible Personen um ein seltenes Ereignis, weil es von denkbar ungünstigen Voraussetzungen atmosphärischer Art abhängig sei. Aus den getroffenen Feststellungen ergebe sich, daß bisher lediglich ein einziges Mal diese Wahrnehmung gemacht worden sei. Von einer Wesentlichkeit der Beeinträchtigung könne daher nicht gesprochen werden. Wesentlichkeit der Beeinträchtigung liege vor, wenn die örtsübliche Benutzung teilweise oder gänzlich unmöglich gemacht oder in nicht unbedeutender Weise erschwert werde. Bei einem so selten auftretenden und auch in seiner Auswirkung geringfügigen Ereignis wie der hier in Frage kommenden Wahrnehmbarkeit eines Entladestromes könne nur von einer unbedeutenden Erschwerung ausgegangen werden.

Damit ergebe sich, daß keine einen Ausgleichsanspruch nach § 364a ABGB begründende Immission geltend gemacht werde, sodaß der Klagsanspruch jedenfalls nicht auf den Rechtstitel des § 364 a ABGB gestützt werden könne.

Es sei aber auch kein anderer Rechtstitel für den geltend gemachten Anspruch zu sehen. Ein Anspruch nach § 1a RHG komme schon deshalb nicht in Frage, weil er nicht aus einem Unfall im Sinne dieses Gesetzes abgeleitet werde. Auch nach dem Starkstromwegegesetz BGBl 1968/71, das im § 17 eine Schadenersatzbestimmung enthalte, könne der hier begehrte Schadenersatz nicht zugesprochen werden. Der diesbezüglich vom Erstgericht geäußerten Ansicht, daß damit Schadenersatz nur demjenigen zuerkannt werden solle, über dessen Liegenschaft die Leitung verlaufe, sei zuzustimmen. Dies ergebe sich zwar nicht audrücklich aus der Bestimmung des § 17, wohl aber aus der gleichlautenden Formulierung des § 17 und des § 14. Die letzgenannte Bestimmung sehe Entschädigungsansprüche eindeutig für die Grundstückseigentümer (und dinglich Berechtigten) vor, über deren Grundstück die Leitung selbst verlaufe.

Die Entscheidung des Erstgerichtes sei daher im Sinne der gänzlichen Klagsabweisung abzuändern.

Gegen das Urteil des Berufungsgerichtes richtet sich die Revision des Klägers. Er bekämpft es aus den Revisionsgründen der Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens, der Aktenwidrigkeit und der unrichtigen rechtlichen Beurteilung mit dem Antrag, das angefochtene Urteil im Sinne der Wiederherstellung der Entscheidung des Erstgerichtes abzuändern; hilfsweise stellt er einen Aufhebungsantrag.

Die Beklagte hat eine Revisionsbeantwortung mit dem Antrag erstattet, der Revision des Klägers keine Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist zulässig, sachlich aber nicht berechtigt. Die Revisionsgründe der Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens und der Aktenwidrigkeit liegen nicht vor, was nicht näher zu begründen ist (§ 510 Abs 3 ZPO).

Aber auch der Rechtsrüge des Klägers kommt keine Berechtigung zu. Der im § 364a ABGB normierte Ausgleichsanspruch ist an die gleichen Voraussetzungen gebunden wie der im § 364 Abs 2 ABGB eingeräumte Unterlassungsanspruch (Klang in Klang2 II 176; Jabornegg in Privatrecht und Umweltschutz 111 ua), setzt also das Vorliegen von das nach den örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Maß überschreitenden Immissionen und einer für die ortsübliche Benützung des Grundstückes wesentlichen Beeinträchtigung durch solche Immissionen voraus.

Bei der Beurteilung der Wesentlichkeit einer solchen Nutzungsbeeinträchtigung kommt es in besonderem Maße auf die Umstände des Einzelfalles an; es darf sich jedenfalls nicht um eine nur unbedeutende Erschwerung handeln (vgl Jabornegg aaO 100). Der Maßstab der Wesentlichkeit ist in erster Linie ein objektiver, auf die Benutzung des Nachbargrundstückes abgestellter (SZ 56/50 mwN). Maßgeblich ist demnach nicht das subjektive Empfinden des sich gestört fühlenden Nachbarn, sondern das eines Durchschnittsmenschen, der sich in der Lage des Gestörten befindet (Koziol, Haftpflichtrecht2 II 323 f; Schwimann/Pimmer, ABGB II § 364 Rz 41; 4 Ob 1514/88).

Mit Recht haben die Vorinstanzen die von der Starkstromleitung der Beklagten ausgehenden elektrischen und magnetischen Felder als Immissionen im Sinne des § 364 Abs 2 ABGB qualifiziert (SZ 48/131). Bei der Beurteilung der Frage, ob durch die von der Starkstromleitung der Beklagten ausgehenden Immissionen die ortsübliche Benutzung des Grundstückes des Klägers wesentlich beeinträchtigt wird, ist den Rechtsausführungen des Berufungsgerichtes zunächst dahin zu folgen, daß die vom Erstgericht getroffenen überschießenden Feststellungen über das von dieser Starkstromleitung ausgehende summende Geräusch nicht zu berücksichtigen sind. Denn es entspricht ständiger Rechtsprechung, daß derartige überschießende Feststellungen nur dann zu berücksichtitgen sind, wenn sie in den Rahmen eines geltend gemachten Klagegrundes oder einer bestimmten Einwendung fallen (JBl 1986, 121 uva; zuletzt etwa 4 Ob 595/88; 8 Ob 504/88). Der Kläger hat aber im Verfahren erster Instanz seinen behaupteten Ersatzanspruch nicht auf von der Anlage der Beklagten ausgehende akustische Immissionen gestützt, sondern ausschließlich darauf, daß im Hinblick auf die von dieser Anlage ausgehenden elektrischen und magnetischen Felder die Wohnqualität in dem von ihm und seiner Familie bewohnten Haus schwer beeinträchtigt werde. Soweit der Kläger mit seinen Revisionsausführungen versucht, die Richtigkeit der vom Berufungsgericht seiner Entscheidung zugrundegelegten Tatsachenfeststellungen in Zweifel zu ziehen, ist darauf nicht weiter einzugehen. Der Kläger hat bereits in seiner Berufungsbeantwortung die Richtigkeit vom Erstgericht getroffener Feststellungen bekämpft. Das Berufungsgericht hat sich mit dieser Beweisrüge des Klägers auseinandergesetzt und die von ihm bekämpften Feststellungen des Erstgerichtes als unbedenklich übernommen. Im Revisionsverfahren ist die Beweiswürdigung des Berufungsgerichtes nicht mehr überprüfbar. Folgt das Berufungsgericht als letzte Tatsacheninstanz dem Gutachten eines Sachverständigen, so ist dies der Ausdruck seiner Beweiswürdigung, und die darauf gegründete Entscheidung kann im Revisionsverfahren mit dem Revisionsgrund der unrichtigen rechtlichen Beurteilung nur dann erfolgreich bekämpft werden, wenn dargetan wird, daß bei Übernahme des Gutachtens Denkgesetze verletzt wurden oder wesentlicher Verhandlungsstoff unberücksichtigt blieb (SZ 22/126; ZVR 1969/124; 8 Ob 38/81; 8 Ob 564/84 uva). Derartiges zeigt der Kläger aber mit seinen Revisionsausführungen nicht auf. Die sachliche Richtigkeit des vom Berufungsgericht den getroffenen Feststellungen zugrundegelegten Gutachtens des Sachverständigen Prof. DiplIng. Dr. S*** ist der Eröterung im Revisionsverfahren entzogen.

Geht man von den unter Berücksichtigung dieser Gesichtspunkte der rechtlichen Beurteilung zugrundezulegenden Feststellungen der Vorinstanzen aus, dann ergibt sich, daß das Berufungsgericht durchaus zu Recht eine wesentliche Beeinträchtigung der ortsüblichen Nutzung der Liegenschaft des Klägers verneinte.

Denn nach diesen Feststellungen besteht die einzige Beeinträchtigung durch das von der Anlage der Beklagten ausgehende elektrische Feld auf der Liegenschaft des Klägers darin, daß die Wahrnehmung von (unter gewissen Witterungsbedingungen auftretenden) Entladeströmen durch besonders sensible Personen nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Tatsächlich machte nach den getroffenen Feststellungen die Lebensgefährtin des Klägers einmal eine derartige Wahrnehmung, als sie einen im Garten aufgestellten Sonnenschirm angriff. Darüber hinaus tritt durch das von der Anlage der Beklagten ausgehende elektrische Feld keine Schädigung oder Gefährdung der Gesundheit von Menschen auf; das von der Anlage der Beklagten ausgehende magnetische Feld ist für Menschen weder schädlich noch gefährlich noch überhaupt wahrnehmbar. Unter diesen Umständen kann von einer wesentlichen Beeinträchtigung der ortsüblichen Nutzung der Liegenschaft des Klägers durch von der Anlage der Beklagten ausgehende Immissionen nicht die Rede sein. Wenn der Kläger in seinen Revisionsausführungen unter Hinweis auf die in SZ 51/23 veröffentlichte Entscheidung des OGH darauf verweist, daß von der Anlage der Beklagten eine abstrakte Gefährdung ausgehe, verläßt er ebenso den Boden der Feststellungen der Vorinstanzen wie bei seinen Ausführungen in der Richtung, daß die von der Anlage der Beklagten ausgehenden Immissionen doch die Möglichkeit einer gesundheitlichen Gefährdung von Menschen bedingten oder in anderer Weise die Gebrauchsmöglichkeit seiner Liegenschaft beeinträchtigten. Derartiges ist den Feststellungen der Vorinstanzen nicht zu entnehmen.

Auch wenn man im Sinne der ständigen Rechtsprechung (SZ 50/99 mwN ua) der Beklagten die Beweislast dafür auferlegt, daß die von ihrer Anlage ausgehenden Immissionen die vom Gesetz gezogenen Grenzen nicht überschritten haben, ist daraus für den Standpunkt des Klägers nicht zu gewinnen. Die einzige oben dargestellte Beeinträchtigung der Liegenschaft des Klägers durch das von der Anlage der Beklagten ausgehende elektrische Feld ist nämlich so geartet, daß sie keinesfalls als wesentlich qualifiziert werden kann. Völlig zu Recht verweist die Beklagte in ihrer Revisionsbeantwortung darauf, daß einerseits nach den getroffenen Feststellungen das Auftreten eines Entladestromes bisher nur einmal von der Lebensgefährtin des Klägers wahrgenommen wurde und daß andererseits derartige Entaldeströme beim Berühren gewisser Gegenstände (Kunststoff, Autotür u dgl) im täglichen Leben auch vorkommen, wenn keine Starkstromleitung in der Nähe ist. Unter diesen Umständen ist die festgestellte einzige Beeinträchtigung der Liegenschaft des Klägers durch die von der Anlage der Beklagten ausgehenden Immissionen so geringfügig, daß sie keinesfalls als wesentliche Beeinträchtigung der ortsüblichen Benutzung des Grundstückes des Klägers im Sinne des § 364 Abs 2 ABGB qualifiziert werden kann.

Es erübrigt sich daher ein weiteres Eingehen auf die Frage, nach welchen Kriterien zu beurteilen wäre, ob die von der Anlage der Beklagten ausgehenden Immissionen das nach den örtlichen Verhältnissen gewöhnliche Maß überschreiten.

Die Haftung nach § 364a ABGB ist auf jene Nachteile beschränkt, die durch solche Immissionen verursacht werden, die über das nach § 364 Abs 2 ABGB zu duldende Maß hinausgehen (Jabornegg aaO 113). Da im hier zu beurteilenden Fall derartige Immissionen nicht vorliegen, kommt ein Ausgleichsanspruch des Klägers gegen die Beklagte nach § 364a ABGB auch dann nicht in Betracht, wenn der Wert seiner Liegenschaft infolge der von der Beklagten in der Nähe dieser Liegenschaft errichteten Hochspannungsleitung tatsächlich gesunken wäre, was im übrigen vom Erstgericht nicht eindeutig festgestellt wurde.

Den Rechtsausführungen des Berufungsgerichtes, daß sich aus den gleichlautenden Formulierungen des § 17 und des § 14 des Starkstromwegegesetzes BGBl 1968/71 ergibt, daß sich die Schadenersatzbestimmung des § 17 dieses Gesetzes eindeutig auf den Eigentümer (und dinglich Berechtigten) bezieht, über deren Grundstück die Leitung verläuft, ist zuzustimmen. Aus dieser Gesetzesbestimmung ist entgegen den Revisionsausführungen ein über nachbarrechtliche Ausgleichsansprüche hinausgehender Ersatzanspruch des Eigentümers eines benachbarten (von der Leitung nicht überspannten) Grundstückes gegen den Leitungsberechtigten nicht abzuleiten.

Damit erweist sich auch die Rechtsrüge des Klägers als unberechtigt. Seiner Revision muß daher ein Erfolg versagt bleiben. Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens beruht auf den §§ 41, 50 ZPO.

Anmerkung

E20883

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:0020OB00545.89.0228.000

Dokumentnummer

JJT_19900228_OGH0002_0020OB00545_8900000_000