Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 8Ob19/62 5Ob536/90

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0067346

Geschäftszahl

8Ob19/62; 5Ob536/90

Entscheidungsdatum

16.01.1962

Norm

MG §17 B4b

Rechtssatz

Dem Mieter für eine erhebliche Ablöse gemachte Zugeständnisse, an denen er kein konkretes Interesse hat und die nur der Tarnung der unzulässigen Ablöse, die der Mieter unter dem Zwang der Wohnungsnot bezahlt, dienen, werden von der Ungültigkeit des Vertrages miterfaßt. Daß der Mieter eine Ausdehnung dieser Zugeständnisse verlangt hat, ebenfalls ohne konkretes Interesse daran, ändert hieran nichts.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 19/62
    Entscheidungstext OGH 16.01.1962 8 Ob 19/62
  • 5 Ob 536/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1990 5 Ob 536/90
    Beisatz: Gilt auch für den Anwendungsbereich des § 27 MRG. (T1) Veröff: SZ 63/23 = JBl 1990,659 = WoBl 1990,76

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1962:RS0067346

Dokumentnummer

JJR_19620116_OGH0002_0080OB00019_6200000_001

Rechtssatz für 1Ob282/71 4Ob602/73 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0016431

Geschäftszahl

1Ob282/71; 4Ob602/73; 1Ob175/74; 5Ob590/77; 7Ob543/79; 1Ob746/78; 1Ob623/79; 5Ob610/80 (5Ob611/80 -5Ob614/80); 3Ob540/81; 3Ob580/81; 6Ob765/81; 5Ob729/82; 4Ob162/82; 3Ob604/82; 6Ob614/89; 3Ob525/89; 5Ob536/90; 2Ob549/90; 4Ob1504/95; 9ObA2264/96y; 5Ob348/97f; 8ObA167/98m; 8Ob253/99k; 10Ob80/00p; 8Ob15/01s; 8ObA156/01a; 3Ob300/01s; 9Ob160/02y; 3Ob66/06m; 8ObA76/06v; 7Ob142/07v; 5Ob192/10m; 6Ob224/12b; 1Ob222/15a; 6Ob95/16p; 8ObA59/18m; 8Ob73/19x; 1Ob47/21z; 8Ob104/20g

Entscheidungsdatum

28.10.1971

Norm

ABGB §878
ABGB §879

Rechtssatz

Teilnichtigkeit (Restgültigkeit) von Verträgen. Darüber, ob die Nichtigkeit des Teiles das Ganze ergreift oder nicht, entscheidet - anders als nach § 878, zweiter Satz ABGB - nicht Natur und Zweck des Vertrages bzw der Parteiwillen, sondern Natur und Zweck des Verbotes. Dabei ist nach Mayer - Maly, Gschnitzer - GedS 283 der von der Gesetzeslage gewährte Spielraum iS einer Entscheidung für grundsätzliche Restgültigkeit zu nutzen.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 282/71
    Entscheidungstext OGH 28.10.1971 1 Ob 282/71
    Veröff: SZ 44/166 = EvBl 1972/122 S 233 = JBl 1972,322 = NZ 1973,30
  • 4 Ob 602/73
    Entscheidungstext OGH 29.01.1974 4 Ob 602/73
    Veröff: SZ 47/8 = EvBl 1974/137 S 295 = RZ 1974/61 S 102 = JBl 1974,479 = ÖA 1977,16
  • 1 Ob 175/74
    Entscheidungstext OGH 06.11.1974 1 Ob 175/74
  • 5 Ob 590/77
    Entscheidungstext OGH 28.06.1977 5 Ob 590/77
  • 7 Ob 543/79
    Entscheidungstext OGH 15.02.1979 7 Ob 543/79
  • 1 Ob 746/78
    Entscheidungstext OGH 14.03.1979 1 Ob 746/78
  • 1 Ob 623/79
    Entscheidungstext OGH 13.06.1979 1 Ob 623/79
  • 5 Ob 610/80
    Entscheidungstext OGH 21.10.1980 5 Ob 610/80
    nur: Teilnichtigkeit (Restgültigkeit) von Verträgen. Darüber, ob die Nichtigkeit des Teiles das Ganze ergreift oder nicht, entscheidet - anders als nach § 878, zweiter Satz ABGB - nicht Natur und Zweck des Vertrages bzw der Parteiwillen, sondern Natur und Zweck des Verbotes. (T1)
  • 3 Ob 540/81
    Entscheidungstext OGH 07.10.1981 3 Ob 540/81
    Beisatz: Der Zweck des Verbotes, zu weitreichende Bindungen hintanzuhalten, erfordert im Fall eines sittenwidrigen Ausschlusses der Geltendmachung der vorzeitigen Auflösung eines Dauerschuldverhältnisses nur, daß dieser Verzicht unwirksam sei und der betroffenen Vertragspartei trotz der vereinbarten Klausel das Recht zusteht, die vorzeitige Auflösung des Vertrages zu bewirken. (T2)
  • 3 Ob 580/81
    Entscheidungstext OGH 18.11.1981 3 Ob 580/81
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zuwendungen an Ehebruchspartner. (T3)
    Veröff: NZ 1983,40
  • 6 Ob 765/81
    Entscheidungstext OGH 31.03.1982 6 Ob 765/81
    Auch; nur T1; Veröff: EvBl 1992,112 S 394
  • 5 Ob 729/82
    Entscheidungstext OGH 29.10.1982 5 Ob 729/82
    Auch; nur T1; Beis wie T2
  • 4 Ob 162/82
    Entscheidungstext OGH 23.11.1982 4 Ob 162/82
    nur T1; Beisatz: Teilnichtigkeit einer gegen § 37 Abs 2 AngG verstoßenden Konkurrenzklausel. (T4)
    Veröff: JBl 1984,448 = Arb 10132
  • 3 Ob 604/82
    Entscheidungstext OGH 01.12.1982 3 Ob 604/82
    Veröff: RdA 1984,228 (Mayer - Maly)
  • 6 Ob 614/89
    Entscheidungstext OGH 13.07.1989 6 Ob 614/89
  • 3 Ob 525/89
    Entscheidungstext OGH 04.10.1989 3 Ob 525/89
    nur T1; Veröff: JBl 1990,318
  • 5 Ob 536/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1990 5 Ob 536/90
    Beisatz: Hier: § 27 MRG - Ablöse. (T5)
    Veröff: SZ 63/23 = WoBl 1990,76 = JBl 1990,659 = MietSlg XLI/12
  • 2 Ob 549/90
    Entscheidungstext OGH 09.05.1990 2 Ob 549/90
    Veröff: ecolex 1991,29
  • 4 Ob 1504/95
    Entscheidungstext OGH 31.01.1995 4 Ob 1504/95
    Auch; nur T1
  • 9 ObA 2264/96y
    Entscheidungstext OGH 26.11.1997 9 ObA 2264/96y
    Auch; nur T1; Beisatz: Der Restgültigkeit ist der Vorzug zu geben; die Nichtigkeit von Nebenabreden hat dann nicht die Ungültigkeit des Gesamtvertrages zur Folge, wenn der Vertrag auch ohne diese Nebenabreden bestehen könnte. (T6)
    Beisatz: Hier: Einzelne Punkte des Dienstvertrages verstoßen gegen § 11 Abvs 1 ArbVG. (T7)
  • 5 Ob 348/97f
    Entscheidungstext OGH 10.02.1998 5 Ob 348/97f
  • 8 ObA 167/98m
    Entscheidungstext OGH 06.07.1998 8 ObA 167/98m
    Vgl; Beisatz: Hier: Bedingung in einer Betriebsvereinbarung. (T8)
  • 8 Ob 253/99k
    Entscheidungstext OGH 11.05.2000 8 Ob 253/99k
    Auch; nur T1; Beisatz: Im Bereich der Sittenwidrigkeitskontrolle von Bürgschaftserklärungen naher Angehöriger ist bloße Teilnichtigkeit möglich. (T9)
    Veröff: SZ 73/79
  • 10 Ob 80/00p
    Entscheidungstext OGH 11.07.2000 10 Ob 80/00p
    Vgl auch; Beis wie T9
  • 8 Ob 15/01s
    Entscheidungstext OGH 12.04.2001 8 Ob 15/01s
    Vgl; Beisatz: Gesamtnichtigkeit einer Vertragskonstruktion aus mehreren Klauseln mit dem Zweck, die Ausübung des Vorkaufsrechts durch Einräumung von weitreichenden Rechten an Bestandnehmer zu verleiden. (T10)
    Veröff: SZ 74/67
  • 8 ObA 156/01a
    Entscheidungstext OGH 05.07.2001 8 ObA 156/01a
    Vgl
  • 3 Ob 300/01s
    Entscheidungstext OGH 24.04.2002 3 Ob 300/01s
    Auch; nur T1; Beisatz: Der Schutz land-und forstwirtschaftlich genutzter Grundstücke verlangt es keineswegs, in einem gemeinsamen Vertrag vermietete Grundstücksflächen, die keine derartige Nutzung aufweisen, von einer allfälligen Nichtigkeitssanktion mitumfasst anzusehen. (T11)
    Beisatz: Hier: § 33 K-GVG. (T12)
  • 9 Ob 160/02y
    Entscheidungstext OGH 22.01.2003 9 Ob 160/02y
    Auch; Beis wie T5
  • 3 Ob 66/06m
    Entscheidungstext OGH 27.06.2006 3 Ob 66/06m
    Vgl auch; Beisatz: Der Grundsatz der „geltungserhaltenden Reduktion", dass also nur eine Teilnichtigkeit anzunehmen ist, hat zur Voraussetzung, dass die Teilnichtigkeit aus dem Verbotszweck der verletzten Norm oder aber aus dem Parteiwillen nach der Natur und dem Zweck des Vertrags abzuleiten ist. (T13)
  • 8 ObA 76/06v
    Entscheidungstext OGH 23.11.2006 8 ObA 76/06v
    Auch; Beisatz: Hier im Zusammenhang mit schriftlicher einvernehmlicher Auflösung gemäß § 10 Abs 7 MuttSchG in Unkenntnis der Schwangerschaft. (T14)
    Veröff: SZ 2006/174
  • 7 Ob 142/07v
    Entscheidungstext OGH 04.07.2007 7 Ob 142/07v
    Vgl; Beisatz: Bei zweiseitig verbindlichen Verträgen kann nicht nur der eine Teil für nichtig erklärt werden. Sind wesentliche Vertragsbestimmungen gesetzwidrig, ist der gesamte Vertrag nichtig. Soweit allerdings der Verbotszweck weder für noch gegen Restgültigkeit bzw gänzliche Unwirksamkeit spricht, hängt es entsprechend § 878 S 2 ABGB doch vom hypothetischen Parteiwillen ab, ob der Vertrag teilweise aufrecht bleibt oder nicht; dies gilt auch bei teilweise unerlaubter Hauptleistung. (T15)
    Beisatz: Hier: § 82 GmbHG. (T16)
  • 5 Ob 192/10m
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 5 Ob 192/10m
    Vgl; Beisatz: Hier: Benützungsregelung einer Liegenschaft. (T17)
  • 6 Ob 224/12b
    Entscheidungstext OGH 27.02.2013 6 Ob 224/12b
    Beisatz: § 879 Abs 2 Z 2 ABGB dient nach herrschender Auffassung dem Mandantenschutz und der Standesehre, nicht aber dem Schutz des Prozessgegners. (T18)
    Beisatz: Hier: Selbst wenn man die Anwendbarkeit des § 879 Abs 2 Z 2 auf eine Prozessfinanzierungs‑Rahmenvereinbarung unterstellt, wäre lediglich die Vereinbarung des Erfolghonorars, nicht aber auch die Abtretung von Ansprüchen zum Zweck der Klagsführung nichtig. Die bloße Abtretung des Anspruchs führt nicht zur Schlechterstellung der Anlegerin, sondern ‑ wegen der erfolgten Geltendmachung im Prozess ‑ zu deren Besserstellung. (T19)
  • 1 Ob 222/15a
    Entscheidungstext OGH 22.12.2015 1 Ob 222/15a
    Auch; Beis wie T6
  • 6 Ob 95/16p
    Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 95/16p
    Beis wie T2
  • 8 ObA 59/18m
    Entscheidungstext OGH 24.10.2018 8 ObA 59/18m
    Beis wie T6; Beisatz: Hier: Teilnichtigkeit wegen Kollusion. (T20)
  • 8 Ob 73/19x
    Entscheidungstext OGH 27.02.2020 8 Ob 73/19x
    Vgl; nur T1
  • 1 Ob 47/21z
    Entscheidungstext OGH 21.04.2021 1 Ob 47/21z
    Auch; Beis wie T6
  • 8 Ob 104/20g
    Entscheidungstext OGH 23.02.2021 8 Ob 104/20g
    Vgl; Beis wie T15

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0016431

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

28.07.2021

Dokumentnummer

JJR_19711028_OGH0002_0010OB00282_7100000_001

Rechtssatz für 5Ob536/90 6Ob2119/96b 5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0069787

Geschäftszahl

5Ob536/90; 6Ob2119/96b; 5Ob124/97i

Entscheidungsdatum

20.02.1990

Norm

MRG §27

Rechtssatz

Der Schutzzweck des § 27 MRG reicht nicht so weit, daß der Mieter eine ihm gegen eine verbotene Ablöse eingeräumte Gegenleitung trotz Rückforderung dieser Ablöse auch dann behalten können soll, wenn diese Gegenleistung über die dem Vermieter vom Gesetz auferlegten Leistungen hinausgeht. In diesem Falle macht die Ungültigkeit der Ablösezahlungsverpflichtung auch die dagegen eingeräumte Gegenleistung - hier das Untervermietungsbenennungsrecht und Nachmieterbenennungsrecht - ungültig.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 536/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1990 5 Ob 536/90
    Veröff: SZ 63/23 = JBl 1990,659 = WoBl 1990,76 = MietSlg XLII/12
  • 6 Ob 2119/96b
    Entscheidungstext OGH 14.08.1996 6 Ob 2119/96b
    Auch
  • 5 Ob 124/97i
    Entscheidungstext OGH 22.04.1997 5 Ob 124/97i
    Vgl; Beisatz: Es würde jedoch dem klaren Wortlaut des § 27 Abs 1 Z 1 MRG und der dazu ergangenen, die Teilnichtigkeit einer solchen Vereinbarung betreffenden Rechtsprechung widersprechen, wollte man die Rückforderung einer an den weitergabeberechtigten Vormieter gezahlten Ablöse dann ausschließen, wenn der Vormieter (oder auch der neue Mieter) ein - jeweils vom Liegenschaftseigentümer eingeräumtes - Weitergaberecht ausübte. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0069787

Dokumentnummer

JJR_19900220_OGH0002_0050OB00536_9000000_001

Rechtssatz für 5Ob536/90 5Ob124/97i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0069793

Geschäftszahl

5Ob536/90; 5Ob124/97i

Entscheidungsdatum

20.02.1990

Norm

MRG §27

Rechtssatz

Die Ablösevereinbarung kann, wenn in Umgehung des Verbotes des § 17 MG für nicht gleichwertige Zugeständnisse des Vermieters vom Mieter eine unverhältnismäßig hohe Ablöse bezahlt wird, wegen des untrennbaren Zusammenhanges dieser Zugeständnisse mit der unerlaubten Ablösevereinbarung, deren Bemäntelung und Tarnung diese Zugeständnisse dienen, auch nicht etwa in dem diese Zugeständnisse betreffenden Teil aufrecht werden. Dies gilt auch im Anwendungsbereich des § 27 MRG, der im wesentlichen § 17 MG entspricht.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 536/90
    Entscheidungstext OGH 20.02.1990 5 Ob 536/90
    Veröff: SZ 63/23 = JBl 1990,659 = WoBl 1990,76 = MietSlg XLII/12
  • 5 Ob 124/97i
    Entscheidungstext OGH 22.04.1997 5 Ob 124/97i
    Vgl; Beisatz: Es würde jedoch dem klaren Wortlaut des § 27 Abs 1 Z 1 MRG und der dazu ergangenen, die Teilnichtigkeit einer solchen Vereinbarung betreffenden Rechtsprechung widersprechen, wollte man die Rückforderung einer an den weitergabeberechtigten Vormieter gezahlten Ablöse dann ausschließen, wenn der Vormieter (oder auch der neue Mieter) ein - jeweils vom Liegenschaftseigentümer eingeräumtes - Weitergaberecht ausübte. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1990:RS0069793

Dokumentnummer

JJR_19900220_OGH0002_0050OB00536_9000000_002