Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob692/53 1Ob588/89

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0066970

Geschäftszahl

1Ob692/53; 1Ob588/89

Entscheidungsdatum

24.03.1954

Norm

MG §1 Abs1 A1
MRG §1 Abs1

Rechtssatz

Das Atelier eines akademischen Malers ist als "Geschäftsräumlichkeit" im Sinne des § 1 Abs 1 MG zu qualifizieren.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 692/53
    Entscheidungstext OGH 24.03.1954 1 Ob 692/53
    Veröff: MietSlg 3761
  • 1 Ob 588/89
    Entscheidungstext OGH 06.09.1989 1 Ob 588/89
    Veröff: JBl 1990,48 = WoBl 1989,135

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1954:RS0066970

Dokumentnummer

JJR_19540324_OGH0002_0010OB00692_5300000_001

Rechtssatz für 7Ob223/65 7Ob94/68 1Ob7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0066884

Geschäftszahl

7Ob223/65; 7Ob94/68; 1Ob73/69; 5Ob266/70; 8Ob130/71; 1Ob1/72; 1Ob194/72; 8Ob243/73; 5Ob723/80; 7Ob701/83; 3Ob576/84 (3Ob577/84); 3Ob567/87 (3Ob568/87); 1Ob588/89; 5Ob14/92; 7Ob199/97h; 7Ob31/06v; 5Ob144/08z; 5Ob120/10y; 7Ob66/11y; 5Ob4/12t; 5Ob5/12i; 5Ob6/12m; 5Ob7/12h; 5Ob8/12f; 5Ob9/12b; 5Ob10/12z; 5Ob11/12x; 10Ob1/12p; 2Ob80/13y; 2Ob164/12z; 7Ob87/16v; 4Ob125/17m; 4Ob205/17a

Entscheidungsdatum

12.08.1965

Norm

MG §1 Abs1 A1
MRG §1 Abs1

Rechtssatz

Für die Frage, ob der Bestandgegenstand als Geschäftsraum zu werten sei, ist nicht entscheidend, in welcher Art der Bestandgegenstand nach Abschluss des Mietvertrages verwendet wird, sondern zu welchem Zweck er bei Abschluss des Bestandvertrages nach der Parteienabsicht in Bestand gegeben beziehungsweise genommen wurde (MietSlg 3748).

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 223/65
    Entscheidungstext OGH 12.08.1965 7 Ob 223/65
    Veröff: EvBl 1966/94 S 127 = ImmZ 1966,139 = MietSlg 17242
  • 7 Ob 94/68
    Entscheidungstext OGH 08.05.1968 7 Ob 94/68
    Veröff: MietSlg 20440
  • 1 Ob 73/69
    Entscheidungstext OGH 24.04.1969 1 Ob 73/69
    Ähnlich; Veröff: MietSlg 21266(27)
  • 5 Ob 266/70
    Entscheidungstext OGH 24.02.1971 5 Ob 266/70
    Veröff: SZ 44/18 = HS 8067
  • 8 Ob 130/71
    Entscheidungstext OGH 27.05.1971 8 Ob 130/71
    Veröff: ImmZ 1971,251 = MietSlg 23227
  • 1 Ob 1/72
    Entscheidungstext OGH 19.01.1972 1 Ob 1/72
  • 1 Ob 194/72
    Entscheidungstext OGH 20.09.1972 1 Ob 194/72
    Veröff: MietSlg 24211
  • 8 Ob 243/73
    Entscheidungstext OGH 20.11.1973 8 Ob 243/73
    Veröff: MietSlg 25191
  • 5 Ob 723/80
    Entscheidungstext OGH 11.11.1980 5 Ob 723/80
  • 7 Ob 701/83
    Entscheidungstext OGH 15.12.1983 7 Ob 701/83
    Beisatz: Ständige Rechtsprechung im Sinne des § 502 Abs 4 Z 1 ZPO. Durch eine ausdrückliche oder schlüssige Zustimmung des Vermieters kann aber ein Bestandvertrag über eine Wohnung in einen solchen über Geschäftsräume verwandelt werden (MietSlg 30404 = MietSlg 20440). (T1)
  • 3 Ob 576/84
    Entscheidungstext OGH 30.01.1985 3 Ob 576/84
    Auch; Beisatz: Ein Anlass, diese Rechtsansicht deshalb zu ändern, weil inzwischen das MRG in Kraft getreten ist und gewisse Mietverträge (nämlich zum Beispiel die sogenannte Raummiete) nicht mehr von den Bestimmungen des MRG erfasst sind, ist nicht zu erkennen. (T2)
  • 3 Ob 567/87
    Entscheidungstext OGH 02.12.1987 3 Ob 567/87
    Auch
  • 1 Ob 588/89
    Entscheidungstext OGH 06.09.1989 1 Ob 588/89
    Auch; Veröff: JBl 1990,48 = WoBl 1989,135
  • 5 Ob 14/92
    Entscheidungstext OGH 10.03.1992 5 Ob 14/92
    nur: Für die Frage, ob der Bestandgegenstand als Geschäftsraum zu werten sei, ist entscheidend, zu welchem Zweck er bei Abschluss des Bestandvertrages nach der Parteienabsicht in Bestand gegeben beziehungsweise genommen wurde. (T3)
  • 7 Ob 199/97h
    Entscheidungstext OGH 19.05.1998 7 Ob 199/97h
    Vgl auch; nur T3; Beis wie T1
  • 7 Ob 31/06v
    Entscheidungstext OGH 29.03.2006 7 Ob 31/06v
    Auch
  • 5 Ob 144/08z
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 144/08z
  • 5 Ob 120/10y
    Entscheidungstext OGH 15.07.2010 5 Ob 120/10y
    Beisatz: Der Begriff des Geschäftsraums wird durch den Vertragszweck bestimmt. (T4)
    Beisatz: Die geschäftliche Tätigkeit selbst muss nicht unmittelbar im betreffenden Objekt ausgeübt werden, es genügt, wenn das Objekt diesen geschäftlichen Zwecken dient. (T5)
  • 7 Ob 66/11y
    Entscheidungstext OGH 06.07.2011 7 Ob 66/11y
  • 5 Ob 4/12t
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 5 Ob 4/12t
    Auch; Beisatz: Vermietung einer Wohnung zur Untervermietung zu Wohnzwecken. (T6)
    Veröff: SZ 2012/43
  • 5 Ob 5/12i
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 5 Ob 5/12i
    Auch; Beis wie T6
  • 5 Ob 6/12m
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 5 Ob 6/12m
    Auch; Beis wie T6
  • 5 Ob 7/12h
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 5 Ob 7/12h
    Auch; Beis wie T6
  • 5 Ob 8/12f
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 5 Ob 8/12f
    Auch; Beis wie T6
  • 5 Ob 9/12b
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 5 Ob 9/12b
    Auch; Beis wie T6
  • 5 Ob 10/12z
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 5 Ob 10/12z
    Auch; Beis wie T6
  • 5 Ob 11/12x
    Entscheidungstext OGH 12.04.2012 5 Ob 11/12x
    Auch; Beis wie T6
  • 10 Ob 1/12p
    Entscheidungstext OGH 24.07.2012 10 Ob 1/12p
    Auch
  • 2 Ob 80/13y
    Entscheidungstext OGH 19.09.2013 2 Ob 80/13y
    Auch; Beis wie T4
  • 2 Ob 164/12z
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 2 Ob 164/12z
    Beisatz: Aber: Von Gärtnerei verwendeter Folientunnel ist keine „Räumlichkeit“. (T7)
  • 7 Ob 87/16v
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 7 Ob 87/16v
  • 4 Ob 125/17m
    Entscheidungstext OGH 24.08.2017 4 Ob 125/17m
    Auch
  • 4 Ob 205/17a
    Entscheidungstext OGH 23.01.2018 4 Ob 205/17a
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1965:RS0066884

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

26.02.2018

Dokumentnummer

JJR_19650812_OGH0002_0070OB00223_6500000_001

Rechtssatz für 8Ob130/71 1Ob194/72 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0066812

Geschäftszahl

8Ob130/71; 1Ob194/72; 3Ob576/84 (3Ob577/84); 1Ob588/89; 2Ob2062/96s

Entscheidungsdatum

27.05.1971

Norm

MG §1 Abs1 A1
MRG §1 Abs1

Rechtssatz

Nicht als Geschäfte gelten nur Tätigkeiten, die ausschließlich eigenen privaten Zwecken dienen.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 130/71
    Entscheidungstext OGH 27.05.1971 8 Ob 130/71
    Veröff: ImmZ 1971,252 = MietSlg 23227
  • 1 Ob 194/72
    Entscheidungstext OGH 20.09.1972 1 Ob 194/72
    Veröff: MietSlg 24211
  • 3 Ob 576/84
    Entscheidungstext OGH 30.01.1985 3 Ob 576/84
  • 1 Ob 588/89
    Entscheidungstext OGH 06.09.1989 1 Ob 588/89
    Beisatz: Um von einer Geschäftsräumlichkeit sprechen zu können, muß vielmehr im Sinn des § 1 Abs 2 KSchG eine auf Dauer angelegte Organisation bestehen, selbst wenn sie nicht auf Gewinn gerichtet wäre. (T1) Veröff: WoBl 1989,135 = JBl 1990,48
  • 2 Ob 2062/96s
    Entscheidungstext OGH 09.07.1998 2 Ob 2062/96s
    Vgl aber; Beisatz: Soweit in der Entscheidung 1 Ob 588/89 darauf abgestellt wird, daß die ausgeübte Tätigkeit bloß eigenen privaten Zwecken dient, vermag ihr der erkennende Senat nicht zu folgen, weil dies mit der in § 16 Abs 1 Z 1 MRG zum Ausdruck kommenden Wertung des Gesetzgebers, die auch für § 1 Abs 1 MRG als maßgebend angesehen werden kann, nicht im Einklang steht. Wird der gemietete Raum zum Teil zu eigenen privaten Zwecken und zum Teil zu geschäftlichen Zwecken verwendet, so liegt eine Geschäftsräumlichkeit auch im Sinn des § 1 Abs 1 MRG nur dann vor, wenn die Verwendung zu Geschäftszwecken die Verwendung zu den privaten Zwecken bedeutend überwiegt. (T2)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0066812

Dokumentnummer

JJR_19710527_OGH0002_0080OB00130_7100000_001

Rechtssatz für 1Ob565/84 5Ob607/84 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0069261

Geschäftszahl

1Ob565/84; 5Ob607/84; 6Ob517/85; 1Ob704/85; 8Ob550/86 (8Ob551/86); 1Ob616/86; 7Ob677/86; 8Ob640/88; 1Ob588/89; 6Ob559/90; 4Ob533/91; 6Ob624/92; 6Ob639/93 (6Ob640/93); 3Ob560/94; 5Ob50/95; 9Ob508/95; 6Ob565/95; 6Ob59/98i; 7Ob335/98k; 5Ob142/99i; 2Ob101/00t; 3Ob148/00m; 5Ob4/02b; 8Ob250/02a; 5Ob115/03b; 9Ob47/04h; 6Ob88/05t; 6Ob203/05d; 6Ob230/05z; 7Ob31/06v; 6Ob123/05i; 7Ob137/06g; 6Ob306/05a; 3Ob185/07p; 5Ob144/08z; 7Ob174/08a; 6Ob151/10i; 10Ob18/11m; 8Ob83/10d; 9Ob13/11v; 10Ob62/11g; 10Ob1/12p; 1Ob221/12z; 2Ob164/12z; 4Ob218/13g; 4Ob108/14g; 2Ob208/14y; 10Ob2/16s; 1Ob189/17a; 7Ob108/17h; 4Ob157/18v; 8Ob22/19x

Entscheidungsdatum

31.08.1984

Norm

MRG §1

Rechtssatz

Den Bestimmungen des MRG unterliegt der Bestandvertrag über ein Grundstück, auf dem sich ein mit Zustimmung des Grundeigentümers vom Vormieter errichtetes Superädifikat befindet, das nach dem Willen der vertragsschließenden Parteien der dauernden Wohnraumversorgung oder der geschäftlichen Betätigung des Mieters dienen soll.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 565/84
    Entscheidungstext OGH 31.08.1984 1 Ob 565/84
    Veröff: EvBl 1984/161 S 664 = JBl 1985,107 = MietSlg XXXVI/28
  • 5 Ob 607/84
    Entscheidungstext OGH 11.12.1984 5 Ob 607/84
    Auch; Beisatz: Tankstelle samt Servicestation. (T1)
    Veröff: SZ 57/194 = RdW 1985,367
  • 6 Ob 517/85
    Entscheidungstext OGH 14.02.1985 6 Ob 517/85
    Auch; Beisatz: Es bestehen keine zureichenden Anhaltspunkte für die Annahme, dass der Fall der Grundstücksmiete mit Wohngebäude - Superädifikat und der weitgehend gleichartige Fall der Grundstücksmiete mit Geschäftsraum - Superädifikat nicht (mehr) in den Bereich der analogen Anwendung des § 1 MRG fallen sollen. (T2)
    Veröff: SZ 58/25
  • 1 Ob 704/85
    Entscheidungstext OGH 11.12.1985 1 Ob 704/85
    nur: Den Bestimmungen des MRG unterliegt der Bestandvertrag über ein Grundstück, auf dem sich ein mit Zustimmung des Grundeigentümers vom Mieter errichtetes Superädifikat befindet, das nach dem Willen der vertragsschließenden Parteien der dauernden Wohnraumversorgung oder der geschäftlichen Betätigung des Mieters dienen soll. (T3)
  • 8 Ob 550/86
    Entscheidungstext OGH 19.06.1986 8 Ob 550/86
    Auch; nur T3; Beis wie T1; Beisatz: Hier: Tankanlage samt Verkaufsräumlichkeiten. (T4)
  • 1 Ob 616/86
    Entscheidungstext OGH 17.11.1986 1 Ob 616/86
  • 7 Ob 677/86
    Entscheidungstext OGH 06.11.1986 7 Ob 677/86
  • 8 Ob 640/88
    Entscheidungstext OGH 31.05.1989 8 Ob 640/88
    Beisatz: Wenn der Bestandgegenstand - wie hier - teilweise Räume, teilweise bloße Grundflächen umfasst, so unterliegt der ganze Vertrag den Kündigungsbeschränkungen (hier: Schleppliftunternehmen). (T5)
    Veröff: WoBl 1990,159 (Würth)
  • 1 Ob 588/89
    Entscheidungstext OGH 06.09.1989 1 Ob 588/89
    nur T3; Veröff: JBl 1990,48 = WoBl 1989,135
  • 6 Ob 559/90
    Entscheidungstext OGH 10.05.1990 6 Ob 559/90
    Auch
  • 4 Ob 533/91
    Entscheidungstext OGH 09.07.1991 4 Ob 533/91
    Auch; Beisatz: Gerade deshalb, weil der Mieter eines Grundstücks, auf dem er mit Zustimmung des Vermieters ein Bauwerk zu Wohnzwecken oder Geschäftszwecken errichtet, bei Wegfall des Kündigungsschutzes nicht nur den Verlust der in Bestand genommenen Fläche, sondern auch noch zu befürchten hätte, dass er das von ihm errichtete Bauwerk abtragen muss, folgt, eines Geschäftsraums. (T6)
    Veröff: WoBl 1992,13 (Würth)
  • 6 Ob 624/92
    Entscheidungstext OGH 10.12.1992 6 Ob 624/92
    nur T3
  • 6 Ob 639/93
    Entscheidungstext OGH 22.12.1993 6 Ob 639/93
    nur T3
  • 3 Ob 560/94
    Entscheidungstext OGH 19.10.1994 3 Ob 560/94
    nur T3; Beisatz: Der Kündigungsschutz greift nicht ein, wenn der Mieter von vornherein nur mit einer sehr vorübergehenden Befriedigung seines Wohnbedarfes oder seiner geschäftlichen Nutzung rechnen kann, der Vermieter dagegen binnen absehbarer Zeit damit rechnen darf, über sein Eigentum neu und anders verfügen zu können (so schon 6 Ob 559/90). (T7)
    Veröff: SZ 67/179
  • 5 Ob 50/95
    Entscheidungstext OGH 25.04.1995 5 Ob 50/95
    Beisatz: Es kann sich auch der Mieter eines Grundstücks, das vertraglich zur Errichtung und geschäftlichen Verwendung eines Superädifikats (hier: Grundstücksmieter ist Eigentümer der Verkaufshütte einer Tabaktrafik) genutzt werden soll, gerade auch in Fragen der Mietzinsbildung auf den Schutz des MRG berufen. (T8)
  • 9 Ob 508/95
    Entscheidungstext OGH 26.04.1995 9 Ob 508/95
    Vgl aber; nur T3
  • 6 Ob 565/95
    Entscheidungstext OGH 18.05.1995 6 Ob 565/95
    nur T3
  • 6 Ob 59/98i
    Entscheidungstext OGH 10.09.1998 6 Ob 59/98i
    nur T3; Beisatz: Die Rechtsfolgen des MRG können nur dann eintreten, wenn kein Ausnahmefall der Abs 2 bis 4 des § 1 MRG vorliegt. (T9)
  • 7 Ob 335/98k
    Entscheidungstext OGH 28.04.1999 7 Ob 335/98k
    Vgl auch; nur T3; Beisatz: Superädifikate, die auf vermieteten Grundstücken vertragsgemäß zu Wohn- oder Geschäftszwecken errichtet werden, sind als Räume anzusehen, die ohne die Miete des Grundstückes nicht Bestand haben können (MietSlg 41.165; MietSlg 41.166. (T10)
    Beisatz: Hier: Blockhaus. (T11)
  • 5 Ob 142/99i
    Entscheidungstext OGH 26.05.1999 5 Ob 142/99i
    Vgl auch; nur T3; Beisatz: Der Ausnahmetatbestand des § 1 Abs 4 Z 1 MRG greift, wenn sich das Mietobjekt in einem Superädifikat befindet, das vom Mieter des Grundstücks auf Grund einer nach dem 30. 6. 1953 erteilten Baubewilligung ohne Zuhilfenahme öffentlicher Mittel errichtet wurde (so schon 6 Ob 59/98i). (T12)
  • 2 Ob 101/00t
    Entscheidungstext OGH 28.04.2000 2 Ob 101/00t
    nur T3; Beisatz: Hier: Würstelbude. (T13)
  • 3 Ob 148/00m
    Entscheidungstext OGH 20.11.2001 3 Ob 148/00m
  • 5 Ob 4/02b
    Entscheidungstext OGH 26.02.2002 5 Ob 4/02b
    Auch; nur T3; Beisatz: Weil nicht eine unmittelbare Anwendbarkeit des § 1 Abs 4 Z 1 MRG für die Flächenmiete zur Errichtung eines Superädifikats durch den Mieter in Betracht kommt, sondern diese Bestimmung nur im Weg der Analogie Anwendung findet, bedarf es jeweils einer Prüfung, ob der gesamte Regelungsgehalt der Teilausnahmebestimmung des § 1 Abs 4 Z 1 MRG analogiefähig ist. (T14)
  • 8 Ob 250/02a
    Entscheidungstext OGH 12.06.2003 8 Ob 250/02a
    Auch; Beisatz: Die Vermutung für die Anwendbarkeit des Mietrechtsgesetzes wird daher durch den Nachweis eines konkreten Ausnahmetatbestands im Sinn des § 1 Abs 2 bis 4 MRG widerlegt. (T15)
  • 5 Ob 115/03b
    Entscheidungstext OGH 02.06.2003 5 Ob 115/03b
    Auch; nur T3; Beis ähnlich wie T12; Beisatz: Hier: Anmietung einer Liegenschaft mit der Berechtigung und Verpflichtung, das darauf befindliche Gebäude abzureißen und auf eigene Kosten ein neues Gebäude zu errichten. (T16)
  • 9 Ob 47/04h
    Entscheidungstext OGH 17.11.2004 9 Ob 47/04h
    Vgl auch; nur T3; Beis wie T10; Beisatz: Das MRG ist daher auf die Miete von Grundstücken zur Errichtung eines Wohn- oder eines Geschäftsraums analog anzuwenden, sofern die errichteten "Räume" nicht lediglich eine Nebensache darstellen. (T17)
    Beisatz: Hier: "Fernsehlokalsendeanlage, die im Wesentlichen aus einem ca 32 m hohen Antennenmast und einer ca 8 m² großen ebenerdigen Sendeunterkunft besteht. (T18)
    Veröff: SZ 2004/161
  • 6 Ob 88/05t
    Entscheidungstext OGH 23.06.2005 6 Ob 88/05t
    Vgl; Beisatz: Umfassende Auseinandersetzung mit der gegenteiligen Meinung des jüngeren Schrifttums. (T19)
  • 6 Ob 203/05d
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 203/05d
    Auch
  • 6 Ob 230/05z
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 6 Ob 230/05z
    Beisatz: Geschäftsräumlichkeiten sind dreidimensional abgeschlossene, geschäftlichen Zwecken dienende Gebilde. Dass diese auch der Allgemeinheit zuhänglich sind, ist nicht erforderlich. (T20)
    Beisatz: Hier: Gasstation, die aus einem Messgebäude, einer Kontrollwarte und E-Gebäude besteht. (T21)
  • 7 Ob 31/06v
    Entscheidungstext OGH 29.03.2006 7 Ob 31/06v
    Vgl; Beisatz: Hier: Schirmbar. (T22)
  • 6 Ob 123/05i
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 6 Ob 123/05i
    Vgl auch; Beisatz: Spielhalle im Wiener Prater. (T23)
  • 7 Ob 137/06g
    Entscheidungstext OGH 30.08.2006 7 Ob 137/06g
    Vgl auch; Beisatz: Restaurantbetrieb im Prater - siehe auch 9 Ob 53/04s (Vorentscheidung dasselbe Objekt betreffend). (T24)
  • 6 Ob 306/05a
    Entscheidungstext OGH 15.02.2007 6 Ob 306/05a
    Auch
  • 3 Ob 185/07p
    Entscheidungstext OGH 27.11.2007 3 Ob 185/07p
    Auch; nur T3
  • 5 Ob 144/08z
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 144/08z
    Beis ähnlich wie T20; Beisatz: Wenn der Verwendung der vom Mieter auf den Grundflächen errichteten Geschäftsgebäude für den Gebrauch des gesamten Bestandobjekts selbständige Bedeutung zukommt und diese daher im Verhältnis zur Funktion der unbebauten Grundfläche nicht gänzlich in den Hintergrund tritt. (T25)
    Beisatz: Hier: Tankstellenanlage. (T26)
  • 7 Ob 174/08a
    Entscheidungstext OGH 22.10.2008 7 Ob 174/08a
  • 6 Ob 151/10i
    Entscheidungstext OGH 01.09.2010 6 Ob 151/10i
    Vgl auch
  • 10 Ob 18/11m
    Entscheidungstext OGH 29.03.2011 10 Ob 18/11m
    Auch
  • 8 Ob 83/10d
    Entscheidungstext OGH 25.05.2011 8 Ob 83/10d
    Vgl auch; Beis wie T9
  • 9 Ob 13/11v
    Entscheidungstext OGH 25.11.2011 9 Ob 13/11v
    Vgl auch
  • 10 Ob 62/11g
    Entscheidungstext OGH 05.06.2012 10 Ob 62/11g
    Auch
  • 10 Ob 1/12p
    Entscheidungstext OGH 24.07.2012 10 Ob 1/12p
    Auch
  • 1 Ob 221/12z
    Entscheidungstext OGH 31.01.2013 1 Ob 221/12z
    Auch; nur T3; Beis ähnlich wie T10
  • 2 Ob 164/12z
    Entscheidungstext OGH 29.08.2013 2 Ob 164/12z
    Auch
  • 4 Ob 218/13g
    Entscheidungstext OGH 25.03.2014 4 Ob 218/13g
    Beisatz: Hier: Zur Verjährung einer Forderung auf Zahlung eines Investitionskostenbeitrags und Amortisationszahlung aus einem Bestandvertrag über ein Superädifikat. (T27)
  • 4 Ob 108/14g
    Entscheidungstext OGH 24.06.2014 4 Ob 108/14g
    Vgl auch
  • 2 Ob 208/14y
    Entscheidungstext OGH 23.04.2015 2 Ob 208/14y
    Beis wie T25
  • 10 Ob 2/16s
    Entscheidungstext OGH 10.05.2016 10 Ob 2/16s
  • 1 Ob 189/17a
    Entscheidungstext OGH 15.11.2017 1 Ob 189/17a
    Beis wie T1
  • 7 Ob 108/17h
    Entscheidungstext OGH 24.01.2018 7 Ob 108/17h
    Vgl
  • 4 Ob 157/18v
    Entscheidungstext OGH 27.11.2018 4 Ob 157/18v
    Auch; Beis wie T9
  • 8 Ob 22/19x
    Entscheidungstext OGH 25.03.2019 8 Ob 22/19x
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0069261

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19840831_OGH0002_0010OB00565_8400000_001

Entscheidungstext 1Ob588/89

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

1Ob588/89

Entscheidungsdatum

06.09.1989

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Schragel als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Schubert, Dr. Hofmann, Dr. Schlosser und Dr. Graf als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Lola P***, Kauffrau, Wien 1., Krugerstraße 2, vertreten durch Mag. Dr. Susanne K***-P***, Wien 2., Prater 99, diese vertreten durch Dr. Karl Zingher, Rechtsanwalt in Wien, wider die beklagte Partei Edwin L***, Künstler, Wien 14., Fünkhgasse 22/2/2, vertreten durch Dr. Bertram Broesigke, Rechtsanwalt in Wien, wegen Aufkündigung infolge Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Landesgerichtes für ZRS Wien als Berufungsgerichtes vom 14. Februar 1989, GZ. 41 R 701/88-26, womit infolge Berufung der klagenden Partei das Urteil des Bezirksgerichtes Donaustadt vom 5. Juli 1988, GZ. 7 C 17/88m-20, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den

 

Beschluß

 

gefaßt:

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben. Die Urteile der Vorinstanzen werden aufgehoben. Die Rechtssache wird an das Prozeßgericht erster Instanz zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung zurückverwiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens sind weitere Prozeßkosten.

Text

Begründung:

 

Die Stadt Wien ist Eigentümerin des Grundstückes 1460/19 (EZ 5723) KG Leopoldstadt. Die Klägerin ist Bestandnehmerin dieses Grundstückes. Am 14. Juli 1982 gab sie dem Beklagten mit Zustimmung der Stadt Wien eine Teilfläche dieses Grundstückes im Ausmaß von 64 m2 zur Errichtung eines Superädifikates in Miete. Der Klägerin war bekannt, daß der Beklagte auf diesem Grundstücksteil sein nach der Idee "Kugelmugel" in Katzelsdorf errichtetes Bauwerk, das er abtragen mußte, auf diesem Grundstücksteil aufstellen werde. Mit Unterstützung der Stadt Wien wurde dieses Bauwerk nach Wien transferiert und auf der in Bestand genommenen Fläche erneut aufgestellt. Dieses Superädifikat dient dem Beklagten als Maler und Architekten zu kulturellen und künstlerischen Zwecken. Die Klägerin kündigte dem Beklagten diese Grundfläche zum 31. Dezember 1988 auf. Sie brachte vor, der Bestandgegenstand unterliege nicht dem Mietrechtsgesetz.

Der in erster Instanz rechtsanwaltlich nicht vertretene Beklagte brachte u.a. vor, mit diesem Vertrag sollten zwingende Bestimmungen des Mietrechtsgesetzes umgangen werden.

Das Erstgericht hob die Aufkündigung auf. Da durch das Mietrechtsgesetz grundsätzlich die Raummiete geregelt werde, sei fraglich, ob das vorliegende Rechtsverhältnis überhaupt den Bestimmungen des Mietrechtsgesetzes unterliege. Dies werde aber von Lehre und Rechtsprechung übereinstimmend bejaht. Gemäß § 30 Abs 1 MRG könne der Mietgegenstand dann aber nur aus wichtigen Gründen gekündigt werden.

Das Berufungsgericht gab der Berufung der Klägerin Folge. Es änderte das Urteil des Erstgerichtes dahin ab, daß es die Aufkündigung für wirksam erklärte und dem Räumungsbegehren stattgab. Es sprach aus, daß der von der Abänderung betroffene Wert des Streitgegenstandes S 15.000, nicht aber S 300.000 übersteige und die Revision zulässig sei. Die Grundstücksmiete zur Errichtung eines Geschäftsraumsuperädifikates falle durch analoge Anwendung in den Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes. Im vorliegenden Fall seien für den dem beklagten Künstler, dem nach eigenen Angaben Sponsoren für die Übersiedlung von "Kugelmugel" fehlten, über spontane Initiative des damaligen Wiener Kulturstadtrates nicht nur die sehr günstige Vermietung einer Grünfläche im Wiener Volksprater, sondern auch Sponsoren für die Übersiedlung gefunden worden. Damit habe der Beklagte seine Schöpfung, das bereits allgemein bekannte, nicht nur architektonische Kuriosum Kugelmugel, sondern damit auch seine Originalität und Philosophie in Wien darbieten können. Nach der Entstehungsgeschichte sei daher nicht die geschäftliche Nutzung der über der Grünfläche zu errichtenden Räume, sondern die Aufstellung, besser gesagt die Darbietung des Kunstwerkes Zweck des Vertrages gewesen. Die Vermietung von Freiflächen zur Ermöglichung der Aufstellung eines Kunstwerkes oder eines Denkmals, mögen diese auch zufällig zur Benutzung geeignete Hohlräume enthalten, falle wie jede andere Vermietung von Freiflächen nicht in den Anwendungsbereich des Mietrechtsgesetzes.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision des Beklagten ist berechtigt.

Es entspricht ständiger Rechtsprechung und herrschender Lehre, daß die Kündigungsschutzbestimmungen des MRG analog auf Bestandverträge über Grundstücke anzuwenden sind, wenn nach dem Willen der vertragschließenden Parteien auf der Bestandfläche ein Superädifikat errichtet wurde, das als Wohnung oder Geschäftsraum dienen soll (MietSlg 38.485, 38.256, 37.223; SZ 58/25; SZ 57/194 ua; Würth-Zingher, Miet- und Wohnrecht19 Rz 28 zu § 1 MRG; Schilcher in Korinek-Krejci, HBzMRG 53 ff). Die analoge Anwendung der Kündigungsschutzbestimmungen scheitert nicht daran, daß es sich im Gegensatz zur angeführten Vorjudikatur um einen Untermietvertrag handelt, fallen doch auch Untermietverhältnisse unter die Kündigungsbeschränkungen des § 30 MRG.

Der Begriff des Geschäftsraumes im § 1 MRG ist weit gefaßt. Nach der beispielsweisen Aufzählung des Gesetzes fallen u.a. Werkstätten und Arbeitsräume darunter. Das Atelier eines akademischen Malers ist ein Geschäftsraum (MietSlg 3.761). Würde die im Raum ausgeübte Tätigkeit bloß eigenen privaten Zwecken (zB Ausübung eines Hobbys) dienen, läge allerdings ein Geschäftsraum nicht vor (MietSlg 23.227; Swoboda, Kommentar zum MG2 85). Es muß vielmehr im Sinn des § 1 Abs 2 KSchG eine auf Dauer angelegte Organisation bestehen, selbst wenn sie nicht auf Gewinn gerichtet wäre (Bernat in Korinek-Krejci aaO 105; Würth-Zingher aaO Rz 30). Das Erstgericht stellte nun zwar fest, daß der Beklagte das Haus zu "künstlerischen und kulturellen Zwecken" benützte; es hat aber nicht erörtert und festgestellt, ob diese vom Beklagten verfolgten Zwecke über seine Privatsphäre hinausgingen, vor allem aber, ob diese Art der Benützung vom Vertragszweck her bestimmt war (MietSlg 35.369, 34.371, 32.260 ua; Würth-Zingher aaO). Eine einseitige spätere Änderung der vereinbarten Verwendungsart durch den Mieter könnte aus einem Ausstellungsobjekt keinen dem Mietrechtsgesetz unterliegenden Geschäftsraum schaffen (vgl. MietSlg 35.369 mwN). Nach dem Inhalt des schriftlichen Vertrages war Zweck die Aufstellung des Superädifikates. Ob über das Aufstellen des Superädifikates hinaus nach dem Parteiwillen der damit geschaffene Innenraum des Superädifikates zu über Privatzwecke des Beklagten hinausgehende künstlerische und kulturelle Geschäftszwecke im Sinn des § 1 MG bzw. § 1 MRG dienen sollte, wird zu prüfen und festzustellen sein. Nur in diesem Fall unterläge das Untermietverhältnis den Kündigungsschutzbestimmungen des Mietrechtsgesetzes. Da die Vorinstanzen von anderen Rechtsansichten ausgehend diese erheblich scheinenden Feststellungen nicht getroffen haben, sind in Stattgebung der Revision ihre Urteile aufzuheben. Die Rechtssache ist gemäß § 510 Abs 1 ZPO an das Prozeßgericht erster Instanz zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung zurückzuverweisen. Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens gründet sich auf § 52 ZPO.

Anmerkung

E18267

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:0010OB00588.89.0906.000

Dokumentnummer

JJT_19890906_OGH0002_0010OB00588_8900000_000