Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob428/30 6Ob566/78 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0071087

Geschäftszahl

1Ob428/30; 6Ob566/78; 4Ob529/79; 3Ob592/85; 7Ob540/87; 8Ob502/89; 1Ob585/89; 3Ob278/06p; 1Ob122/08k

Entscheidungsdatum

13.05.1930

Norm

NWG §2 Abs1

Rechtssatz

Die Sorglosigkeit des Besitzvorgängers schadet nicht.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 428/30
    Entscheidungstext OGH 13.05.1930 1 Ob 428/30
    Veröff: SZ 12/122
  • 6 Ob 566/78
    Entscheidungstext OGH 27.04.1978 6 Ob 566/78
  • 4 Ob 529/79
    Entscheidungstext OGH 12.06.1979 4 Ob 529/79
    Vgl aber
  • 3 Ob 592/85
    Entscheidungstext OGH 30.10.1985 3 Ob 592/85
    Auch; Veröff: SZ 58/162
  • 7 Ob 540/87
    Entscheidungstext OGH 05.03.1987 7 Ob 540/87
    Auch; Veröff: SZ 60/43 = RZ 1987/61 S 225
  • 8 Ob 502/89
    Entscheidungstext OGH 19.01.1989 8 Ob 502/89
    Auch
  • 1 Ob 585/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 1 Ob 585/89
    Vgl aber
  • 3 Ob 278/06p
    Entscheidungstext OGH 29.03.2007 3 Ob 278/06p
    Vgl aber; Beisatz: Kannte der Erwerber einer Liegenschaft einen seinen Rechtsvorgänger treffenden Ausschlussgrund nach § 2 Abs 1 NWG oder hätte ihn kennen müssen, würde es einen Rechtsmissbrauch darstellen, wenn er diesen Umstand für den billigen Erwerb einer Liegenschaft ausgenützt hätte, um dann unter Berufung auf das Fehlen eigener auffallender Sorglosigkeit die Einräumung eines Notwegs und damit eine wesentliche Werterhöhung der Liegenschaft zu erreichen. (T1); Beisatz: Hier: Erwerb durch Schenkung. (T2); Veröff: SZ 2007/52
  • 1 Ob 122/08k
    Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 122/08k
    Vgl aber; Beisatz: Es trifft nicht zu, dass die Sorglosigkeit eines Besitzvorgängers ganz allgemein nicht schadet. (T3); Beisatz: Eine auffallende Sorglosigkeit ist dem Eigentümer einer Liegenschaft dann anzulasten, wenn er selbst als sorglos anzusehen ist oder ihm die Sorglosigkeit seines Rechtsvorgängers aus besonderen Umständen zurechenbar ist, zB weil er sie kannte oder kennen musste. (T4)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1930:RS0071087

Zuletzt aktualisiert am

09.12.2009

Dokumentnummer

JJR_19300513_OGH0002_0010OB00428_3000000_001

Rechtssatz für 3Ob580/54 7Ob322/55 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0006928

Geschäftszahl

3Ob580/54; 7Ob322/55; 6Ob288/60; 5Ob262/61; 5Ob90/63 (5Ob91/63); 6Ob129/64; 5Ob117/66; 1Ob284/66; 6Ob87/67; 8Ob221/67; 6Ob146/68; 7Ob14/69; 1Ob248/70; 5Ob137/72; 6Ob175/72; 5Ob16/73; 6Ob23/74 (6Ob24/74); 3Ob131/74 (3Ob132/74, 3Ob133/74); 6Ob27/75; 7Ob55/75; 6Ob126/75; 6Ob170/75; 7Ob663/76; 7Ob671/76; 6Ob721/76; 7Ob673/77; 3Ob664/77; 3Ob581/78; 6Ob762/78; 6Ob785/78; 5Ob262/61; 1Ob701/80; 3Ob622/83; 7Ob594/84; 7Ob670/84; 6Ob652/85 (6Ob653/85); 5Ob523/86; 8Ob551/87; 1Ob617/87; 2Ob608/88; 6Ob1/89; 1Ob585/89; 4Ob556/89; 5Ob545/91; 7Ob504/92; 7Ob548/92; 5Ob1536/93; 1Ob610/94; 9Ob1582/95; 1Ob1531/96; 4Ob2262/96t; 4Ob2288/96s; 9Ob43/99k; 6Ob106/00g; 1Ob154/00d; 1Ob74/01s (1Ob75/01p); 7Ob216/01t; 1Ob16/02p; 2Ob103/02i; 6Ob175/02g; 3Ob6/03h; 3Ob89/05t; 6Ob148/05s; 3Ob201/11x; 1Ob169/18m; 1Ob107/19w

Entscheidungsdatum

29.09.1954

Norm

AußStrG §10 B
AußStrG 2005 §49 A
AußStrG 2005 §49 C

Rechtssatz

Neue Tatsachen, die erst nach der Entscheidung der ersten Instanz eingetreten sind, können bei Entscheidung über den (ordentlichen) Revisionsrekurs nicht berücksichtigt werden.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 580/54
    Entscheidungstext OGH 29.09.1954 3 Ob 580/54
  • 7 Ob 322/55
    Entscheidungstext OGH 13.07.1955 7 Ob 322/55
  • 6 Ob 288/60
    Entscheidungstext OGH 03.08.1960 6 Ob 288/60
    Veröff: JBl 1961,367
  • 5 Ob 262/61
    Entscheidungstext OGH 30.08.1961 5 Ob 262/61
    Beisatz: Die Rekursinstanzen können die Gesetzmäßigkeit der angefochtenen Entscheidung nur auf Grund der Sachlage und Rechtslage im Zeipunkt ihrer Erlassung überprüfen. (T1)
  • 5 Ob 90/63
    Entscheidungstext OGH 14.03.1963 5 Ob 90/63
  • 6 Ob 129/64
    Entscheidungstext OGH 11.05.1964 6 Ob 129/64
  • 5 Ob 117/66
    Entscheidungstext OGH 21.04.1966 5 Ob 117/66
  • 1 Ob 284/66
    Entscheidungstext OGH 24.11.1966 1 Ob 284/66
    Veröff: RZ 1967,109 = SZ 39/199
  • 6 Ob 87/67
    Entscheidungstext OGH 19.04.1967 6 Ob 87/67
  • 8 Ob 221/67
    Entscheidungstext OGH 23.08.1967 8 Ob 221/67
  • 6 Ob 146/68
    Entscheidungstext OGH 22.05.1968 6 Ob 146/68
  • 7 Ob 14/69
    Entscheidungstext OGH 19.02.1969 7 Ob 14/69
    Beisatz: Sofern nicht Interessen Pflegebefohlener auf dem Spiele stehen. (T2) Veröff: EFSlg 12667
  • 1 Ob 248/70
    Entscheidungstext OGH 29.10.1970 1 Ob 248/70
    Beisatz: § 26 JWG (T3)
  • 5 Ob 137/72
    Entscheidungstext OGH 11.07.1972 5 Ob 137/72
    Beis wie T2
  • 6 Ob 175/72
    Entscheidungstext OGH 19.10.1972 6 Ob 175/72
  • 5 Ob 16/73
    Entscheidungstext OGH 06.06.1973 5 Ob 16/73
    Beisatz: Aufhebung des Enteignungsbescheides durch Erkenntnis des VerfGH. (T4)
  • 6 Ob 23/74
    Entscheidungstext OGH 02.05.1974 6 Ob 23/74
  • 3 Ob 131/74
    Entscheidungstext OGH 28.01.1975 3 Ob 131/74
  • 6 Ob 27/75
    Entscheidungstext OGH 13.03.1975 6 Ob 27/75
    Veröff: NZ 1977,89
  • 7 Ob 55/75
    Entscheidungstext OGH 10.04.1975 7 Ob 55/75
  • 6 Ob 126/75
    Entscheidungstext OGH 30.10.1975 6 Ob 126/75
    Veröff: EvBl 1976/156 S 299 = NZ 1977,43
  • 6 Ob 170/75
    Entscheidungstext OGH 18.12.1975 6 Ob 170/75
    Beis wie T1; Beis wie T2
  • 7 Ob 663/76
    Entscheidungstext OGH 16.09.1976 7 Ob 663/76
    Veröff: EFSlg 28344
  • 7 Ob 671/76
    Entscheidungstext OGH 14.10.1976 7 Ob 671/76
    Beis wie T2
  • 6 Ob 721/76
    Entscheidungstext OGH 16.12.1976 6 Ob 721/76
    Beis wie T1
  • 7 Ob 673/77
    Entscheidungstext OGH 13.10.1977 7 Ob 673/77
  • 3 Ob 664/77
    Entscheidungstext OGH 10.01.1978 3 Ob 664/77
    Beis wie T2
  • 3 Ob 581/78
    Entscheidungstext OGH 09.05.1978 3 Ob 581/78
  • 6 Ob 762/78
    Entscheidungstext OGH 16.11.1978 6 Ob 762/78
    Beis wie T2
  • 6 Ob 785/78
    Entscheidungstext OGH 17.01.1979 6 Ob 785/78
    Vgl; Beis wie T2; Veröff: EFSlg 34969
  • 5 Ob 262/61
    Entscheidungstext OGH 14.10.1980 5 Ob 262/61
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 701/80
    Entscheidungstext OGH 12.11.1980 1 Ob 701/80
    Beis wie T2
  • 3 Ob 622/83
    Entscheidungstext OGH 21.12.1983 3 Ob 622/83
  • 7 Ob 594/84
    Entscheidungstext OGH 28.06.1984 7 Ob 594/84
    Beis wie T1
  • 7 Ob 670/84
    Entscheidungstext OGH 08.11.1984 7 Ob 670/84
  • 6 Ob 652/85
    Entscheidungstext OGH 26.09.1985 6 Ob 652/85
  • 5 Ob 523/86
    Entscheidungstext OGH 11.03.1986 5 Ob 523/86
  • 8 Ob 551/87
    Entscheidungstext OGH 21.05.1987 8 Ob 551/87
    Beis wie T1
  • 1 Ob 617/87
    Entscheidungstext OGH 15.07.1987 1 Ob 617/87
    Auch
  • 2 Ob 608/88
    Entscheidungstext OGH 20.12.1988 2 Ob 608/88
  • 6 Ob 1/89
    Entscheidungstext OGH 23.02.1989 6 Ob 1/89
  • 1 Ob 585/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 1 Ob 585/89
  • 4 Ob 556/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 4 Ob 556/89
  • 5 Ob 545/91
    Entscheidungstext OGH 22.10.1991 5 Ob 545/91
    Vgl auch; Veröff: EvBl 1992/54 S 236 = ÖA 1992,58
  • 7 Ob 504/92
    Entscheidungstext OGH 30.01.1992 7 Ob 504/92
    Veröff: EvBl 1992/115 S 508
  • 7 Ob 548/92
    Entscheidungstext OGH 21.05.1992 7 Ob 548/92
  • 5 Ob 1536/93
    Entscheidungstext OGH 27.04.1993 5 Ob 1536/93
  • 1 Ob 610/94
    Entscheidungstext OGH 11.10.1994 1 Ob 610/94
    Vgl; Beis wie T2; Beisatz: Das im Rekursverfahren grundsätzlich herrschende Neuerungsverbot gilt jedenfalls dann nicht, wenn Neuerungen wegen geänderter Verhältnisse im Interesse des Kindes zu beachten sind; im Interesse des Kindeswohles ist auf Änderungen selbst dann Rücksicht zu nehmen, wenn sich diese erst nach der Beschlußfassung ergeben haben. (T5)
  • 9 Ob 1582/95
    Entscheidungstext OGH 06.12.1995 9 Ob 1582/95
    Auch
  • 1 Ob 1531/96
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 1 Ob 1531/96
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 4 Ob 2262/96t
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2262/96t
  • 4 Ob 2288/96s
    Entscheidungstext OGH 15.10.1996 4 Ob 2288/96s
    Vgl; Beis wie T5
  • 9 Ob 43/99k
    Entscheidungstext OGH 05.05.1999 9 Ob 43/99k
    Vgl aber; Beis wie T5
  • 6 Ob 106/00g
    Entscheidungstext OGH 17.05.2000 6 Ob 106/00g
    Beisatz: Auf neue Sachanträge erstreckt sich somit die Neuerungserlaubnis nicht. (T6)
  • 1 Ob 154/00d
    Entscheidungstext OGH 21.06.2000 1 Ob 154/00d
    Beisatz: Die Neuerungserlaubnis im außerstreitigen Antragsverfahren bezieht sich nur auf Tatsachen, die bereits vor Beschlussfassung in erster Instanz entstanden sind. (T7)
  • 1 Ob 74/01s
    Entscheidungstext OGH 27.03.2001 1 Ob 74/01s
    Beis wie T2; Beis wie T5
  • 7 Ob 216/01t
    Entscheidungstext OGH 26.09.2001 7 Ob 216/01t
    Vgl; Beis wie T2; Beis wie T5
  • 1 Ob 16/02p
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 1 Ob 16/02p
    Beis wie T2; Beis wie T7; Beisatz: Außer das Verfahren tritt auf Grund der Aufhebung der erstinstanzlichen Entscheidung wieder in das Stadium vor Fassung des Beschlusses durch das Erstgericht zurück. (T8)
  • 2 Ob 103/02i
    Entscheidungstext OGH 06.05.2002 2 Ob 103/02i
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T5
  • 6 Ob 175/02g
    Entscheidungstext OGH 29.08.2002 6 Ob 175/02g
    Beis wie T7
  • 3 Ob 6/03h
    Entscheidungstext OGH 28.05.2003 3 Ob 6/03h
    Auch
  • 3 Ob 89/05t
    Entscheidungstext OGH 11.05.2005 3 Ob 89/05t
  • 6 Ob 148/05s
    Entscheidungstext OGH 03.11.2005 6 Ob 148/05s
    Vgl auch; Beisatz: Der Rechtsmittelwerber hat die Zulässigkeit der Neuerungen zu behaupten und schlüssig darzulegen, dass es sich bei der Verspätung (Unterlassung) des Vorbringens um eine entschuldbare Fehlleistung handelt. Hier: „Schlichtes Vergessen" und eine fehlende Anleitung durch das Erstgericht sind kein entschuldbaren Fehlleistungen. (T9)
  • 3 Ob 201/11x
    Entscheidungstext OGH 08.11.2011 3 Ob 201/11x
  • 1 Ob 169/18m
    Entscheidungstext OGH 20.12.2018 1 Ob 169/18m
    Vgl auch; Beisatz: Daher müssen auch allenfalls zulässige Neuerungen, die weder im Rekurs noch in dessen Beantwortung vorgetragen wurden, unbeachtlich bleiben (mwN). (T10)
    Beisatz: § 49 Abs 1 AußStrG verstößt nicht gegen das Bestimmtheitsgebot des Art 18 B-VG.
    Die vom Gesetzgeber in zeitlicher Hinsicht gezogene Grenze für die Zulässigkeit von Neuerungen ist auch nicht gleichheitswidrig oder willkürlich (im Sinn des Art 7 Abs 1 B‑VG; Art 2 StGG), sondern entspricht dem Beschleunigungsgedanken und dem Gedanken der Mitwirkungspflicht, der Wahrheits‑ und der Vollständigkeitspflicht der Parteien. Durch die grundsätzliche Beschränkung der zulässigerweise vorgebrachten Neuerungen auf den Rekurs und die Rekursbeantwortung kann das rechtliche Gehör der anderen Partei so gewahrt werden, dass damit eine Verfahrensverzögerung oder ‑verschleppung nicht einhergeht. (T11)
  • 1 Ob 107/19w
    Entscheidungstext OGH 25.09.2019 1 Ob 107/19w
    Beisatz: Fassung des erstinstanzlichen Beschlusses als für die Beurteilung der Voraussetzungen des (laufenden) Unterhaltsanspruchs in dritter Instanz relevanten Zeitpunkts. (T12)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1954:RS0006928

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.12.2019

Dokumentnummer

JJR_19540929_OGH0002_0030OB00580_5400000_001

Rechtssatz für 3Ob327/57 7Ob413/56 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0006901

Geschäftszahl

3Ob327/57; 7Ob413/56; 6Ob110/62; 6Ob218/64; 6Ob60/66; 1Ob246/68; 1Ob287/68 (1Ob288/68); 5Ob316/69; 4Ob550/70; 6Ob239/71; 2Ob90/73; 5Ob207/73; 3Ob203/73 (3Ob204/73); 7Ob55/75; 6Ob656/76; 7Ob671/76; 5Ob562/77; 7Ob731/77; 6Ob9/78; 6Ob762/78; 7Ob797/81; 3Ob571/82; 7Ob682/82; 8Ob612/84; 1Ob728/85; 4Ob624/88; 7Ob559/89; 1Ob585/89

Entscheidungsdatum

26.06.1957

Norm

AußStrG §10 B

Rechtssatz

In einem ordentlichen Revisionsrekurs können Neuerungen vorgebracht werden.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 413/56
    Entscheidungstext OGH 12.09.1956 7 Ob 413/56
  • 3 Ob 327/57
    Entscheidungstext OGH 26.06.1957 3 Ob 327/57
    JBl 1958,100
  • 6 Ob 110/62
    Entscheidungstext OGH 25.04.1962 6 Ob 110/62
  • 6 Ob 218/64
    Entscheidungstext OGH 21.07.1964 6 Ob 218/64
  • 6 Ob 60/66
    Entscheidungstext OGH 16.03.1966 6 Ob 60/66
  • 1 Ob 246/68
    Entscheidungstext OGH 03.10.1968 1 Ob 246/68
  • 1 Ob 287/68
    Entscheidungstext OGH 19.12.1968 1 Ob 287/68
  • 5 Ob 316/69
    Entscheidungstext OGH 17.12.1969 5 Ob 316/69
    NZ 1970,70
  • 4 Ob 550/70
    Entscheidungstext OGH 23.06.1970 4 Ob 550/70
  • 6 Ob 239/71
    Entscheidungstext OGH 17.11.1971 6 Ob 239/71
  • 2 Ob 90/73
    Entscheidungstext OGH 06.09.1973 2 Ob 90/73
  • 5 Ob 207/73
    Entscheidungstext OGH 24.10.1973 5 Ob 207/73
  • 3 Ob 203/73
    Entscheidungstext OGH 20.12.1973 3 Ob 203/73
  • 7 Ob 55/75
    Entscheidungstext OGH 10.04.1975 7 Ob 55/75
  • 6 Ob 656/76
    Entscheidungstext OGH 23.09.1976 6 Ob 656/76
  • 7 Ob 671/76
    Entscheidungstext OGH 14.10.1976 7 Ob 671/76
  • 5 Ob 562/77
    Entscheidungstext OGH 26.04.1977 5 Ob 562/77
    ZfRV 1980,71 (Glosse von Schwind)
  • 7 Ob 731/77
    Entscheidungstext OGH 12.01.1978 7 Ob 731/77
    Auch
  • 6 Ob 9/78
    Entscheidungstext OGH 07.09.1978 6 Ob 9/78
  • 6 Ob 762/78
    Entscheidungstext OGH 16.11.1978 6 Ob 762/78
  • 7 Ob 797/81
    Entscheidungstext OGH 10.12.1981 7 Ob 797/81
  • 3 Ob 571/82
    Entscheidungstext OGH 30.06.1982 3 Ob 571/82
  • 7 Ob 682/82
    Entscheidungstext OGH 28.07.1982 7 Ob 682/82
  • 8 Ob 612/84
    Entscheidungstext OGH 08.11.1984 8 Ob 612/84
  • 1 Ob 728/85
    Entscheidungstext OGH 15.01.1986 1 Ob 728/85
    Auch
  • 4 Ob 624/88
    Entscheidungstext OGH 13.12.1988 4 Ob 624/88
  • 7 Ob 559/89
    Entscheidungstext OGH 06.04.1989 7 Ob 559/89
    Vgl
  • 1 Ob 585/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 1 Ob 585/89

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1957:RS0006901

Dokumentnummer

JJR_19570626_OGH0002_0030OB00327_5700000_001

Rechtssatz für 5Ob618/59 1Ob585/89 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0071097

Geschäftszahl

5Ob618/59; 1Ob585/89; 5Ob221/16k

Entscheidungsdatum

13.01.1960

Norm

NWG §2 Abs1

Rechtssatz

Es liegt nicht in der Absicht des Gesetzes, dem Eigentümer des Grundes einen Notweg nicht zuzugestehen, wenn er den Bedarf nach einem solchen durch einen freien Willensentschluß, nämlich durch die Intensivierung der Nutzung, selbst geschaffen hat.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 618/59
    Entscheidungstext OGH 13.01.1960 5 Ob 618/59
    Veröff: SZ 33/4 = RZ 1960,103
  • 1 Ob 585/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 1 Ob 585/89
    Vgl aber; Beisatz: Grundsätzlich kann dem Eigentümer aber nicht gestattet sein, durch eine Änderung der Betriebsweise den Bedarf nach einem Notweg zu schaffen. (T1)
  • 5 Ob 221/16k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2016 5 Ob 221/16k
    Vgl aber; Beis ähnlich wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1960:RS0071097

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.02.2017

Dokumentnummer

JJR_19600113_OGH0002_0050OB00618_5900000_002

Rechtssatz für 4Ob529/79 6Ob734/82 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0071136

Geschäftszahl

4Ob529/79; 6Ob734/82; 1Ob802/82; 6Ob684/83; 1Ob649/84; 7Ob540/87; 7Ob602/88; 4Ob633/88; 8Ob584/88; 8Ob502/89; 1Ob585/89; 8Ob603/92; 6Ob585/94; 1Ob559/94; 1Ob593/94; 3Ob2045/96y; 5Ob200/98t; 6Ob294/98y; 8Ob195/99f; 2Ob229/00s; 1Ob250/00x; 2Ob64/00a; 1Ob123/01x; 9Ob112/02i; 7Ob208/02t; 3Ob183/03p; 5Ob1/04i; 7Ob175/04t; 6Ob96/06w; 8Ob15/08a; 8Ob97/13t; 6Ob36/16m; 5Ob221/16k; 1Ob216/17x; 5Ob93/18i

Entscheidungsdatum

12.06.1979

Norm

AußStrG 2005 §62 Abs1 B1b
NWG §2 Abs1

Rechtssatz

Das Vorliegen einer auffallenden Sorglosigkeit ist nach den Umständen des Einzelfalles zu beurteilen (SZ 40/78). Sie kann insbesondere darin bestehen, dass der Besitzvorgänger oder der Antragsteller eine derartige Widmungsänderung hinsichtlich der Liegenschaft vornahmen oder durchzuführen beabsichtigten, dass ein Bedarf nach einer Verbindung mit dem öffentlichen Wegenetz, allenfalls auch in einer neuen, erweiterten Form, hervorgerufen wurde oder wird. Hiefür käme vor allem die Absicht in Betracht, eine Bauplatzbewilligung zum Bau eines Hauses zu erhalten, falls dadurch ein Bedarf im vorerwähnten Sinn bedingt wäre.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 529/79
    Entscheidungstext OGH 12.06.1979 4 Ob 529/79
  • 6 Ob 734/82
    Entscheidungstext OGH 13.10.1982 6 Ob 734/82
    Vgl; Beisatz: Die von Gemeindefunktionären wiederholt geäußerte Absicht der Gemeinde, einen Privatweg für öffentlich zu erklären, verhindert eine auffallende Sorglosigkeit. (T1)
  • 1 Ob 802/82
    Entscheidungstext OGH 12.01.1983 1 Ob 802/82
    nur: Das Vorliegen einer auffallenden Sorglosigkeit ist nach den Umständen des Einzelfalles zu beurteilen. (T2)
  • 6 Ob 684/83
    Entscheidungstext OGH 12.01.1984 6 Ob 684/83
    nur T2; Beisatz: Hier: Ankauf einer Liegenschaft. (T3)
  • 1 Ob 649/84
    Entscheidungstext OGH 08.10.1984 1 Ob 649/84
    Auch
  • 7 Ob 540/87
    Entscheidungstext OGH 05.03.1987 7 Ob 540/87
    Auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 60/43 = RZ 1988/61 S 225
  • 7 Ob 602/88
    Entscheidungstext OGH 16.06.1988 7 Ob 602/88
    nur T2
  • 4 Ob 633/88
    Entscheidungstext OGH 24.01.1989 4 Ob 633/88
  • 8 Ob 584/88
    Entscheidungstext OGH 23.02.1989 8 Ob 584/88
    nur T2; Veröff: RZ 1989/45 S 120
  • 8 Ob 502/89
    Entscheidungstext OGH 19.01.1989 8 Ob 502/89
    nur T2
  • 1 Ob 585/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 1 Ob 585/89
  • 8 Ob 603/92
    Entscheidungstext OGH 24.09.1992 8 Ob 603/92
    nur T2; Beisatz: Sie kann insbesondere auch dann gegeben sein, wenn der Antragsteller eine Widmungsänderung hinsichtlich seiner Liegenschaft durchzuführen beabsichtigt, wodurch ein Bedarf nach einer Verbindung mit dem öffentlichen Wegenetz, allenfalls auch in einer neuen, erweiterten Form, hervorgerufen wird. (T4)
  • 6 Ob 585/94
    Entscheidungstext OGH 13.07.1994 6 Ob 585/94
    nur T2
  • 1 Ob 559/94
    Entscheidungstext OGH 30.05.1994 1 Ob 559/94
    nur T2
  • 1 Ob 593/94
    Entscheidungstext OGH 25.10.1994 1 Ob 593/94
    nur T2
  • 3 Ob 2045/96y
    Entscheidungstext OGH 18.06.1997 3 Ob 2045/96y
    nur T2
  • 5 Ob 200/98t
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 5 Ob 200/98t
    nur T1
  • 6 Ob 294/98y
    Entscheidungstext OGH 22.04.1999 6 Ob 294/98y
    nur T2
  • 8 Ob 195/99f
    Entscheidungstext OGH 22.12.1999 8 Ob 195/99f
    nur T2
  • 2 Ob 229/00s
    Entscheidungstext OGH 08.09.2000 2 Ob 229/00s
    nur T2
  • 1 Ob 250/00x
    Entscheidungstext OGH 28.11.2000 1 Ob 250/00x
    nur T2
  • 2 Ob 64/00a
    Entscheidungstext OGH 21.12.2000 2 Ob 64/00a
    nur T2; Beisatz: Ob der Antrag auf Einräumung eines Notweges wegen Vorliegens einer auffallenden Sorglosigkeit unzulässig ist, ist stets nach den Umständen des Einzelfalles zu beurteilen und kann daher eine erhebliche Rechtsfrage nicht darstellen. (T5)
  • 1 Ob 123/01x
    Entscheidungstext OGH 29.05.2001 1 Ob 123/01x
  • 9 Ob 112/02i
    Entscheidungstext OGH 22.05.2002 9 Ob 112/02i
    nur T2; Beis wie T5
  • 7 Ob 208/02t
    Entscheidungstext OGH 11.12.2002 7 Ob 208/02t
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Vor Jahren nicht angenommenes Anbot eines anderen Grundnachbarn, einen Weg zum öffentlichen Gut einzuräumen. (T6)
  • 3 Ob 183/03p
    Entscheidungstext OGH 26.09.2003 3 Ob 183/03p
    Auch; nur T2; Veröff: SZ 2003/113
  • 5 Ob 1/04i
    Entscheidungstext OGH 24.02.2004 5 Ob 1/04i
    Vgl auch; nur T2; Beisatz: Die Frage, ob der Mangel der Wegverbindung auf eine auffallende Sorglosigkeit zurückgeht, ist stets nach den Umständen des Einzelfalles zu beurteilen. (T7)
  • 7 Ob 175/04t
    Entscheidungstext OGH 28.07.2004 7 Ob 175/04t
    nur T2; Beis wie T5; Beis wie T7
  • 6 Ob 96/06w
    Entscheidungstext OGH 24.05.2006 6 Ob 96/06w
    nur T2
  • 8 Ob 15/08a
    Entscheidungstext OGH 03.04.2008 8 Ob 15/08a
    Auch; nur T2; Beis ähnlich wie T7
  • 8 Ob 97/13t
    Entscheidungstext OGH 28.10.2013 8 Ob 97/13t
    nur T2
  • 6 Ob 36/16m
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 6 Ob 36/16m
    Auch; Beis wie T5
  • 5 Ob 221/16k
    Entscheidungstext OGH 19.12.2016 5 Ob 221/16k
    Auch; nur T2
  • 1 Ob 216/17x
    Entscheidungstext OGH 15.12.2017 1 Ob 216/17x
    nur T2; Beis wie T5; Beis wie T7; Beisatz: Dabei kommt es überdies ausschließlich auf das Verhalten vor Einleitung des Notwegeverfahrens an. (T8)
    Beisatz: Hier: Versorgung eines in einem Skigebiet im alpinen Gelände gelegenen Selbstbedienungsrestaurants. (T9)
  • 5 Ob 93/18i
    Entscheidungstext OGH 12.06.2018 5 Ob 93/18i
    nur T2; Beis wie T5; Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0071136

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

07.08.2018

Dokumentnummer

JJR_19790612_OGH0002_0040OB00529_7900000_002

Entscheidungstext 1Ob585/89

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

1Ob585/89

Entscheidungsdatum

24.05.1989

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Schragel als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Schubert, Dr. Hofmann, Dr. Schlosser und Dr. Graf als weitere Richter in der Rechtssache der Antragstellerin S*** DER S*** G*** S***, Dr. Rudolf Kraus Platz 5, vertreten durch Dr. Peter Fichtenbauer und Dr. Klaus Krebs, Rechtsanwälte in Wien, wider die Antragsgegnerin Martha M***, Ebenwald 11, Kleinzell, vertreten durch Dr. Ferdinand Fasching, Dr. Werner Pennerstorfer und Dr. Hans-Jörg Haftner, Rechtsanwälte in St. Pölten, wegen Einräumung eines Notweges infolge Revisionsrekurses der Antragsgegnerin gegen den Beschluß des Landesgerichtes St. Pölten als Rekursgerichtes vom 22. Februar 1989, R 81/89-19, womit der Beschluß des Bezirksgerichtes Hainfeld vom 21. Dezember 1988, 2 Nc 14/87-15, aufgehoben wurde, folgenden

Beschluß

gefaßt:

Spruch

Dem Revisionsrekurs wird Folge gegeben. Der angefochtene Beschluß wird dahin abgeändert, daß die Entscheidung des Erstgerichtes wiederhergestellt wird.

Die Antragstellerin ist schuldig, der Antragsgegnerin die mit S 13.487,-- bestimmten Kosten des Rechtsmittelverfahrens (hievon S 1.414,50 Umsatzsteuer und S 5.000,-- Barauslagen) binnen 14 Tagen zu bezahlen.

Text

Begründung:

Die Antragstellerin ist Eigentümerin der Liegenschaft EZ 40 KG Ebenwald. Auf der Liegenschaft befindet sich ein Schutzhaus mit einer Nutzfläche von ca. 500 m2. Das Schutzhaus wurde im Jahre 1952 erbaut und war für die Unterbringung von 30 Personen bestimmt. Im Jahre 1979 wurde es erweitert; es ist derzeit zur Beherbergung von 80 Personen geeignet. Die Liegenschaft der Antragstellerin ist über einen ca. 3 m breiten Weg, der über die Grundstücke 628/1, 630/1, 633, 635/4 und 635/5 KG Ebenwald, die im Eigentum der Antragsgegnerin stehen, erreichbar. Mit Vertrag vom 18. April 1961 wurde den Rechtsvorgängern der Antragstellerin, der "Kultur- und Sportvereinigung der Wiener Elektrizitätswerke" und deren Rechtsnachfolgern die Dienstbarkeit des Gehweges über die angeführten Grundstücke der Antragsgegnerin sowohl für die Bewohner als auch für die Besucher des Schutzhauses eingeräumt. Die Antragstellerin räumte den Voreigentümern der EZ 40 KG Ebenwald Franz W*** und Gerda Rita W*** einen Kredit ein, der auf der Liegenschaft mit einem Höchstbetragspfandrecht von 2,000.000 S gesichert wurde. Die Antragstellerin erwarb die Liegenschaft im Zwangsversteigerungsverfahren E 1/85 des Erstgerichtes um das geringste Gebot von 1,000.010 S. Sie hat die Liegenschaft Hans Joachim D*** verkauft, der jedoch im Zeitpunkt des Schlusses der mündlichen Verhandlung erster Instanz noch nicht als Eigentümer verbüchert war. Hans Joachim D*** beabsichtigt, die Ebenwald-Hütte ganzjährig zu bewirtschaften und zu einem Freizeitzentrum auszubauen. Die Antragsgegnerin war und ist bereit, notwendige Transporte von Gütern zu den vom R***-L*** geforderten Preisen durchzuführen; eine schriftliche Vereinbarung hierüber lehnt sie ab. Die Antragstellerin begehrt die Einverleibung der Dienstbarkeit des Fahrweges auf dem 3 m breiten Grundstreifen der Liegenschaft der Antragsgegnerin über die Grundstücke 628/1, 630/1, 635/4 und 635/5 der EZ 11 KG Ebenwald zu Gunsten der jeweiligen Eigentümer der EZ 40 KG Ebenwald. Sie brachte vor, es bestehe keine Zufahrtsmöglichkeit von der Ebenwaldstraße zu dem auf der Liegenschaft errichteten Schutzhaus. Den Rechtsvorgängern der Antragstellerin sei zwar mit Vertrag vom 18. April 1961 die Dienstbarkeit des Gehweges über einen in der Natur vorhandenen ca. 3 m breiten Weg eingeräumt worden, doch sei zur ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Schutzhauses das zur Beherbergung und Versorgung von ca. 80 Personen eingerichtet sei, eine Zufahrtsmöglichkeit für Kraftfahrzeuge unerläßlich. Die Rechtsvorgänger der Antragstellerin seien auf die Bereitschaft der Antragsgegnerin angewiesen gewesen, die erforderlichen Transporte durchzuführen; dabei habe es immer wieder Schwierigkeiten gegeben. Mit Vertrag vom 6. Juli 1988 habe sie die Liegenschaft an Hans Joachim D*** veräußert, doch bedürfe der Vertrag zu seiner Gültigkeit der Zustimmung der Grundverkehrsbezirkskommission und der Ausländer-Grundverkehrskommission. Der Käufer beabsichtige, das Schutzhaus zu bewirtschaften, was auch im Interesse der Gemeinde Kleinzell, die sich dadurch einen Aufschwung des Fremdenverkehrs erwarte, gelegen sei. Der Erwerber lehne eine Beteiligung am Verfahren ab.

Die Antragsgegnerin sprach sich gegen den Antrag aus. Die Antragstellerin habe auffallend sorglos im Sinne des § 2 NWG gehandelt, weil ihr beim Erwerb der Liegenschaft bekannt gewesen sei, daß nur eine Dienstbarkeit des Gehweges bestehe. Der Antragstellerin gehe es auch ausschließlich darum, eine bessere Verwertungsmöglichkeit der Liegenschaft zu erreichen. Sie sei immer bereit gewesen, Transporte zu den vom Lagerhaus verrechneten Preisen durchzuführen.

Das Erstgericht wies den Antrag ab. Schon der seinerzeitige Eigentümer der Liegenschaft, die Kultur-Sport-Vereinigung der Wiener Elektrizitätswerke, habe einen Antrag auf Einräumung eines Notweges gestellt. Dieser Antrag sei abgewiesen worden. Der Oberste Gerichtshof habe in seiner Entscheidung (NZ 1956, 107) ausgeführt, daß die Antragstellerin bei Errichtung der Hütte gewußt habe, daß sie bei der Bewirtschaftung auf die freiwilligen Fuhrleistungen der Antragsgegnerin, deren freiwillige Duldung von Transporten über ihr Grundstück oder aber jene Transportleistungen angewiesen sein werde, die sie selbst über den eingeräumten Fußweg durchführen könne. Wenn sie dennoch eine Hütte errichtet habe, deren Bewirtschaftung einen Fahrweg erfordere, dann habe sie grob fahrlässig gehandelt. An dieser Situation habe sich grundsätzlich bis heute nichts geändert. Die Antragstellerin habe genau gewußt, daß keine Zufahrtsmöglichkeit zur Liegenschaft bestehe. Dies hätte sie schon bei der Kreditgewährung in Erwägung ziehen müssen. Sie versuche nunmehr durch Schaffung einer Zufahrtsmöglichkeit die bessere Verwertbarkeit der Liegenschaft zu erreichen. Das Zubringen von Gütern für den Betrieb des Schutzhauses sei auch bisher möglich gewesen. Wenn nunmehr vom Erwerber der Liegenschaft eine Erweiterung des Betriebes ins Auge gefaßt werde, der in seinen Dimensionen weit über den bisherigen Betrieb der Ebenwald-Hütte als Schutzhütte hinausgehe, so hätte er für eine Zufahrtsmöglichkeit sorgen müssen. Da der Antragstellerin grobe Fahrlässigkeit (§ 2 NWG) zur Last falle, sei der Antrag nicht gerechtfertigt.

Das Rekursgericht gab dem Rekurs der Antragstellerin Folge, hob den angefochtenen Beschluß auf und verwies die Rechtssache zur neuen Entscheidung nach Verfahrensergänzung an das Erstgericht zurück. Der Oberste Gerichtshof habe den seinerzeitigen Antrag der Kultur- und Sportvereinigung der Wiener Elektrizitätswerke auf Einräumung der Dienstbarkeit des Fahrweges als Notweg mit der Begründung abgelehnt, der Antragstellerin sei beim Bau der Schutzhütte bekannt gewesen, daß sie nur das Recht des Fußsteiges habe. Wenn sie eine Schutzhütte errichtet habe, zu deren Bewirtschaftung der eingeräumte Fußweg nicht hinreichen konnte, sei der Mangel der ausreichenden Wegverbindung auf die auffallende Sorglosigkeit der Antragstellerin zurückzuführen, so daß der Antrag auf Einräumung des Notweges nicht gerechtfertigt sei. Der zu beurteilende Sachverhalt habe sich aber seither insofern entscheidend geändert, als in den immerhin mehr als 30 Jahren, die seit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofes verstrichen seien, ein Wechsel der Eigentümer erfolgt und das Schutzhaus in der Folge vergrößert worden sei. Der Vorwurf, die seinerzeitigen Eigentümer hätten auffallend sorglos gehandelt, könne nur diese, nicht aber die Antragstellerin treffen. Der Oberste Gerichtshof habe in der Entscheidung SZ 58/162 zum Ausdruck gebracht, daß auffallende Sorglosigkeit nicht schon dann vorliege, wenn ein Grundstück erworben werde, das bekanntermaßen der für die Zwecke einer ordentlichen Bewirtschaftung oder Benützung nötigen Wegeverbindung mit dem öffentlichen Wegenetz entbehre. Es sei nicht Absicht des Gesetzgebers gewesen, den Ansprecher des Notweges die auffallende Sorglosigkeit des Rechtsvorgängers büßen zu lassen. Grobe Fahrlässigkeit bzw. auffallende Sorglosigkeit des Vorgängers im Eigentum der Liegenschaft schade späteren Käufern nicht. Auch die Antragstellerin habe demnach nicht auffallend sorglos gehandelt, wenn sie die Liegenschaft erworben habe, obwohl ihr die mangelnde Zufahrtsmöglichkeit bekannt gewesen sei. Die unzureichende Wegeverbindung sei auch nicht auf ihr Verhalten, sondern auf Unterlassungen eines Rechtsvorgängers zurückzuführen. Die Gewährung der Dienstbarkeit des Fahrtweges würde zweifellos eine bedeutende Verbesserung der Nutzungsmöglichkeit des Schutzhauses gegenüber dem derzeitigen Zustand darstellen. Der Vorteil, jederzeit Wirtschaftsfuhren durchführen zu können und nicht auf den guten Willen der Antragsgegnerin angewiesen zu sein, sei offenkundig. Darüber hinaus stelle die Benützung von Kraftfahrzeugen zur Personen- und Güterbeförderung heute eine Selbstverständlichkeit dar, so daß ein Hüttenwirt, der ein Schutzhaus in Restaurantgröße betreiben wolle, zu dem schon ein befahrbarer Weg führe und das nur ein paar hundert Meter vom öffentlichen Straßennetz entfernt liege, nicht darauf verwiesen werden könne, daß zahlreiche andere Schutzhäuser nicht auf einem Fahrweg erreichbar seien. Das Erstgericht werde demnach die weiteren im § 2 Abs. 1 erster Satz und im § 4 NWG genannten Voraussetzungen für die Einräumung des Notweges zu prüfen und über die Frage einer Entschädigung (§§ 5 f. NWG) zu entscheiden haben.

Rechtliche Beurteilung

Dem gegen den Beschluß des Rekursgerichtes erhobenen Revisionsrekurs der Antragsgegnerin kommt Berechtigung zu.

Die Rechtsmittelwerberin bringt vor, die Antragstellerin sei nicht mehr antragslegitimiert, weil inzwischen der mit Hans Joachim D*** abgeschlossene Kaufvertrag über den Erwerb der Liegenschaft verbüchert worden sei. Auf diese Neuerung kann jedoch nicht Bedacht genommen werden. In einem ordentlichen Revisionsrekurs sind zwar gemäß § 10 AußStrG Neuerungen zulässig, doch sind neue Tatsachen, die erst nach der Entscheidung der ersten Instanz eingetreten sind, nach ständiger Rechtsprechung nicht zu berücksichtigen (1 Ob 617/87; 5 Ob 523/86; NZ 1970, 70; JBl. 1961, 367 ua.). Im Zeitpunkt des Schlusses der mündlichen Verhandlung erster Instanz war Hans Joachim D*** noch nicht Eigentümer der wegebedürftigen Liegenschaft. Die übrigen Ausführungen des Rechtsmittels lassen sich dahin zusammenfassen, daß der Einräumung des Notweges die Bestimmung des § 2 Abs. 1 NWG entgegenstehe; die Antragstellerin habe nicht nur auffallend sorglos gehandelt, sondern beim Erwerb der Liegenschaft bewußt in Kauf genommen, daß nur eine unzureichende Wegeverbindung bestehe.

Gemäß § 2 Abs. 1 NWG ist das Begehren um Einräumung eines Notweges nicht zulässig, wenn der Mangel der Wegeverbindung auf eine auffallende Sorglosigkeit des Grundeigentümers zurückzuführen ist. Nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes ist das Vorliegen einer auffallenden Sorglosigkeit im Sinne dieser Gesetzesbestimmung stets auf Grund der besonderen Umstände des konkreten Falles zu beurteilen (RZ 1989/45; 8 Ob 502/89; RZ 1987/61; NZ 1962, 13 ua.). In den Entscheidungen EvBl. 1985/127, SZ 58/162 und RZ 1987/61 wurde ausführlich dargelegt, welche Umstände jeweils für oder gegen die Annahme einer auffallenden Sorglosigkeit sprechen. Dabei wurde auf die Materialien zum Notwegegesetz verwiesen, in welchen als Beispiel einer auffallenden Sorglosigkeit für den Wegemangel eine Grundabteilung ohne Sicherung einer Kommunikation genannt worden war (1292 Blg Abgeordnetenhaus XI. Session 1895, 15); im Sinne eines Abänderungsantrages des Justizausschusses (1431 Blg Abgeordnetenhaus XI. Session 1896, 5) wurde vom Gesetz sodann die auffallende Sorglosigkeit des Grundstückseigentümers selbst, nicht aber, wie in der Regierungsvorlage vorgesehen, auch jene seines Besitzvorgängers für erheblich gehalten. Dies wurde vom Ausschuß damit begründet, daß es unbillig wäre, "die gerechten und gutgläubigen Erwerber ein für allemal im Zustande der Not für ihre notwegebedürftigen Grundstücke zu belassen". In der Entscheidung RZ 1987/61 wurde aber mit Recht hervorgehoben, daß dies nicht zum Ergebnis führe, daß grundsätzlich eine auffallende Sorglosigkeit des Rechtsvorgängers gänzlich außer Betracht zu bleiben habe. Aus den Umständen des Erwerbes der Liegenschaft durch den Antragsteller könne sich ergeben, daß ihm selbst eine auffallende Sorglosigkeit anzulasten sei. Von ausschlaggebender Bedeutung könne dabei sein, welche Kenntnisse der Erwerber der Liegenschaft schon vor dem Ankauf hatte, insbesondere ob und auf welche Weise er hierüber Erkundigungen eingezogen habe. Nicht unbeachtet könne bleiben, wenn der Antragsteller Kenntnis von einer Entscheidung gehabt haben sollte, mit der der Antrag eines Rechtsvorgängers auf Einräumung eines Notweges abgewiesen wurde. Es wäre geradezu ein Rechtsmißbrauch, wenn jemand in Kenntnis der Nichtberechtigung eines Anspruches auf Einräumung eines Notweges wegen auffallender Sorglosigkeit des Rechtsvorgängers die Liegenschaft in Ausnützung dieser Kenntnis um einen besonders billigen Preis erwirbt, um dann seinerseits die Einräumung eines Notweges und damit eine wesentliche Aufwertung der Liegenschaft anzustreben. Nur dem gutgläubigen Erwerber schade die Nachlässigkeit des Rechtsvorgängers nicht. Mit der schon vom Rekursgericht zitierten Entscheidung des Obersten Gerichtshofes NZ 1956, 107 wurde der von einem Voreigentümer der wegebedürftigen Liegenschaft gestellte Antrag auf Einräumung der Dienstbarkeit des Fahrweges wegen auffallender Sorglosigkeit des Eigentümers abgewiesen; der Mangel der ausreichenden Wegeverbindung sei zwar nicht durch den Ankauf der Liegenschaft selbst, wohl aber durch die von der (damaligen) Antragstellerin errichtete, im Verhältnis zur rechtsgeschäftlich eingeräumten Wegeverbindung übermäßig großen Schutzhütte entstanden. Ob die Antragstellerin von diesem Sachverhalt beim Erwerb der Liegenschaft Kenntnis hatte, steht nicht fest.

Die Entscheidung SZ 33/4 vertrat die Auffassung, daß auch ein vom Liegenschaftseigentümer selbst durch Intensivierung der Nutzung (Errichtung eines der Schottergewinnung dienenden Unternehmens) geschaffenen Wegebedürftigkeit der Einräumung des Notweges nicht entgegenstehe. Der Oberste Gerichtshof nahm dabei auch auf die Vorentscheidung NZ 1956, 107 Bezug und vertrat die Auffassung, daß sie nicht im Widerspruch zu dieser Rechtsansicht stehe. Der Bedarf nach Einräumung der Servitut des Fahrweges sei im Falle der Entscheidung NZ 1956, 107 erst durch die Errichtung einer Schutzhütte ohne Bedachtnahme auf die nur beschränkte Wegeverbindung entstanden. Der Erwerber habe damit durch Einräumung eines Notweges die Gewährung der Dienstbarkeit des Fahrtrechtes erreichen wollen, die er vertraglich nicht habe erreichen können. Diese Ausführungen können nur dahin verstanden werden, daß die Einräumung eines Notweges im Falle der Entscheidung SZ 33/4 nur die normale, sich aus seiner Natur (Eignung zur Schottergewinnung) ergebende wirtschaftliche Nutzung des Grundstückes, wenn auch erst nach Errichtung entsprechender Anlagen ermöglichen sollte, wogegen im Falle der Entscheidung NZ 1956, 107 die normale Nutzung des Grundstücks der Antragsteller die Einräumung der Dienstbarkeit des Fahrtweges als Notweg nicht erforderte. Die Bewirtschaftung der Schutzhütte war aber dennoch bisher möglich, weil die Antragsgegnerin die zur Bewirtschaftung erforderlichen Transportleistungen erbrachte; sie ist nach den getroffenen Feststellungen hiezu auch weiterhin bereit. Der Erwerber der Liegenschaft Hans Joachim D*** beabsichtigt nunmehr aber die Erweiterung des Betriebs, der im Sommer und Winter dem Publikum zur Verfügung stehen soll. Nach dem Vorbringen der Antragstellerin (S 34 dA) soll die Einräumung des Notweges dieser beabsichtigten erweiterten Nutzung dienen. Grundsätzlich kann dem Eigentümer aber nicht gestattet sein, durch eine Änderung der Betriebsweise den Bedarf nach einem Notweg zu schaffen (vgl. SZ 10/232). Die beabsichtigte Betriebserweiterung stellt keine Notsituation dar, der durch Einräumung eines Notweges abgeholfen werden müßte. Demzufolge ist spruchgemäß zu entscheiden.

Die Kostenentscheidung gründet sich auf § 25 NWG.

Anmerkung

E17212

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1989:0010OB00585.89.0524.000

Dokumentnummer

JJT_19890524_OGH0002_0010OB00585_8900000_000