Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob56/62 2Ob97/66 (2Ob98...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0058278

Geschäftszahl

2Ob56/62; 2Ob97/66 (2Ob98/66); 2Ob303/66; 2Ob95/70; 2Ob400/70; 2Ob274/70; 2Ob16/72; 4Ob43/72; 1Ob246/72; 8Ob142/74 (8Ob143/74); 2Ob357/74; 2Ob102/75; 8Ob153/75; 8Ob204/75; 8Ob244/75 (8Ob245/75); 8Ob132/76; 2Ob136/76 (2Ob137/76); 8Ob161/76; 8Ob227/76 (8Ob228/76); 8Ob48/77; 2Ob80/77; 8Ob95/77; 8Ob93/77; 8Ob38/79 (8Ob39/79); 8Ob266/79; 2Ob99/80; 2Ob150/80; 8Ob225/80; 8Ob21/81; 2Ob140/81; 2Ob125/82; 8Ob206/82; 2Ob46/83; 8Ob51/83; 8Ob12/83; 2Ob132/83; 2Ob130/83 (2Ob131/83); 2Ob167/83; 2Ob173/83; 8Ob75/83; 8Ob131/83; 8Ob188/83; 8Ob28/84; 8Ob26/85; 8Ob58/85; 8Ob74/85; 2Ob4/86; 8Ob48/86; 8Ob32/87; 2Ob50/87; 8Ob74/87; 8Ob67/87; 2Ob44/88; 2Ob45/88; 2Ob53/88; 2Ob133/88; 2Ob108/89; 2Ob151/89; 2Ob31/91; 2Ob25/93; 2Ob53/93; 2Ob53/95; 2Ob2186/96a; 2Ob2178/96z; 2Ob363/99t; 2Ob262/03y; 2Ob182/04k; 2Ob44/06v; 2Ob262/06b; 2Ob26/08z; 2Ob14/08k; 2Ob210/09k; 2Ob112/10z; 2Ob68/13h

Entscheidungsdatum

23.02.1962

Norm

EKHG §9 C

Rechtssatz

1. Die Sorgfalt, deren Außerachtlassung den Halter der Rechtswohltat der Befreiung von der Gefährdungshaftung verlustig gehen lässt, ist nicht die normale Verkehrssorgfalt, sondern umfasst eine besonders weitgehende Sorgfalt, deren Beobachtung den Unfall als unvermeidbar erscheinen lässt.

2. Dabei kommt es darauf an, dass auch für einen besonders sorgfältigen Kraftfahrer bei der gegebenen Sachlage der geschehene Unfall unvermeidbar gewesen wäre.

3. Diese erhöhte Sorgfaltspflicht, deren Beobachtung den Unfall als ein unabwendbares Ereignis erscheinen lässt, setzt auch nicht erst in der Gefahrenlage ein, sondern verlangt, dass von vornherein alles vermieden wird, in eine Lage zu kommen, aus der eine Gefahr entstehen kann.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 56/62
    Entscheidungstext OGH 23.02.1962 2 Ob 56/62
    Veröff: ZVR 1962/276 S 300
  • 2 Ob 97/66
    Entscheidungstext OGH 14.04.1966 2 Ob 97/66
  • 2 Ob 303/66
    Entscheidungstext OGH 17.11.1966 2 Ob 303/66
    Beisatz: Hier: Mit Vereisungen in der Straße war zu rechnen. (T1) Veröff: ZVR 1967/170 S 189
  • 2 Ob 95/70
    Entscheidungstext OGH 16.04.1970 2 Ob 95/70
    nur: Die Sorgfalt, deren Außerachtlassung den Halter der Rechtswohltat der Befreiung von der Gefährdungshaftung verlustig gehen lässt, ist nicht die normale Verkehrssorgfalt, sondern umfasst eine besonders weitgehende Sorgfalt, deren Beobachtung den Unfall als unvermeidbar erscheinen lässt. (T2)
    nur: Dabei kommt es darauf an, dass auch für einen besonders sorgfältigen Kraftfahrer bei der gegebenen Sachlage der geschehene Unfall unvermeidbar gewesen wäre. (T3)
  • 2 Ob 400/70
    Entscheidungstext OGH 26.11.1970 2 Ob 400/70
    Veröff: ZVR 1971/161 S 214
  • 2 Ob 274/70
    Entscheidungstext OGH 27.05.1971 2 Ob 274/70
    nur T3; Veröff: JBl 1972,150
  • 2 Ob 16/72
    Entscheidungstext OGH 10.02.1972 2 Ob 16/72
    nur T2; nur T3; Veröff: ZVR 1973/12 S 14
  • 4 Ob 43/72
    Entscheidungstext OGH 27.06.1972 4 Ob 43/72
    nur T2; Veröff: SozM IA/e,978
  • 1 Ob 246/72
    Entscheidungstext OGH 22.11.1972 1 Ob 246/72
    Beisatz: Diese erhöhte Sorgfaltspflicht geht über die bloße Verpflichtung zur Beachtung der jeweiligen Gesetzesbestimmungen hinaus (ZVR 1966/246) und setzt nicht erst in der Gefahrenanlage ein, sondern verlangt, dass von vornherein vermieden wird, in eine Lage zu kommen, aus der eine Gefahr entstehen kann. (T4)
  • 8 Ob 142/74
    Entscheidungstext OGH 09.07.1974 8 Ob 142/74
    nur T2
  • 2 Ob 357/74
    Entscheidungstext OGH 06.02.1975 2 Ob 357/74
    Auch; Beisatz: Diese Sorgfaltspflicht darf indes nicht überspannt werden, soll eine vom Gesetzgeber nicht gewollte Erfolgshaftung vermieden werden. (T5)
  • 2 Ob 102/75
    Entscheidungstext OGH 13.06.1975 2 Ob 102/75
    nur T2
  • 8 Ob 153/75
    Entscheidungstext OGH 27.08.1975 8 Ob 153/75
    Beis wie T4
  • 8 Ob 204/75
    Entscheidungstext OGH 08.01.1975 8 Ob 204/75
    nur T2; nur T3
  • 8 Ob 244/75
    Entscheidungstext OGH 26.11.1975 8 Ob 244/75
  • 8 Ob 132/76
    Entscheidungstext OGH 22.09.1976 8 Ob 132/76
    Beisatz: Dabei ist nicht rückblickend zu beurteilen, ob der Unfall bei anderem Verhalten vermieden worden wäre, sondern von der Sachlage vor dem Unfall auszugehen und, zu prüfen, ob der Kraftfahrer in dieser Lage die äußerste, nach den Umständen zumutbare Verkehrssorgfalt beobachtet hat. (T6) Veröff: ZVR 1977/306 S 373
  • 2 Ob 136/76
    Entscheidungstext OGH 23.09.1976 2 Ob 136/76
    Veröff: ZVR 1977/175 S 213
  • 8 Ob 161/76
    Entscheidungstext OGH 13.10.1976 8 Ob 161/76
    Veröff: ZVR 1977/136
  • 8 Ob 227/76
    Entscheidungstext OGH 22.12.1976 8 Ob 227/76
  • 8 Ob 48/77
    Entscheidungstext OGH 20.04.1977 8 Ob 48/77
    Beis wie T6; Veröff: ZVR 1978/26 S 23
  • 2 Ob 80/77
    Entscheidungstext OGH 28.04.1977 2 Ob 80/77
    nur T2; nur T3
  • 8 Ob 95/77
    Entscheidungstext OGH 29.06.1977 8 Ob 95/77
  • 8 Ob 93/77
    Entscheidungstext OGH 29.06.1977 8 Ob 93/77
  • 8 Ob 38/79
    Entscheidungstext OGH 29.03.1979 8 Ob 38/79
    nur T3; Veröff: ZVR 1980/105 S 116
  • 8 Ob 266/79
    Entscheidungstext OGH 06.12.1979 8 Ob 266/79
    nur T2
  • 2 Ob 99/80
    Entscheidungstext OGH 16.09.1980 2 Ob 99/80
    nur T2; nur: Diese erhöhte Sorgfaltspflicht, deren Beobachtung den Unfall als ein unabwendbares Ereignis erscheinen lässt, setzt auch nicht erst in der Gefahrenlage ein, sondern verlangt, dass von vornherein alles vermieden wird, in eine Lage zu kommen, aus der eine Gefahr entstehen kann. (T7); Beis wie T4
  • 2 Ob 150/80
    Entscheidungstext OGH 11.11.1980 2 Ob 150/80
    nur T2; nur T3
  • 8 Ob 225/80
    Entscheidungstext OGH 18.12.1980 8 Ob 225/80
    Beis wie T6; Veröff: ZVR 1981/248 S 337
  • 8 Ob 21/81
    Entscheidungstext OGH 23.04.1981 8 Ob 21/81
    Veröff: ZVR 1982/258 S 230
  • 2 Ob 140/81
    Entscheidungstext OGH 06.10.1981 2 Ob 140/81
    nur T7
  • 2 Ob 125/82
    Entscheidungstext OGH 13.07.1982 2 Ob 125/82
    Veröff: ZVR 1983/74 S 115
  • 8 Ob 206/82
    Entscheidungstext OGH 30.09.1982 8 Ob 206/82
    nur T7; Veröff: ZVR 1983/128 S 152
  • 2 Ob 46/83
    Entscheidungstext OGH 22.03.1983 2 Ob 46/83
    nur T7; Veröff: ZVR 1984/125 S 122
  • 8 Ob 51/83
    Entscheidungstext OGH 24.03.1983 8 Ob 51/83
  • 8 Ob 12/83
    Entscheidungstext OGH 19.05.1983 8 Ob 12/83
    Beis wie T5; Veröff: ZVR 1984/150 S 171
  • 2 Ob 132/83
    Entscheidungstext OGH 31.05.1983 2 Ob 132/83
    Veröff: ZVR 1984/174 S 182
  • 2 Ob 130/83
    Entscheidungstext OGH 13.09.1983 2 Ob 130/83
  • 2 Ob 167/83
    Entscheidungstext OGH 20.09.1983 2 Ob 167/83
    Beis wie T6; Veröff: ZVR 1984/327 S 349
  • 2 Ob 173/83
    Entscheidungstext OGH 20.09.1983 2 Ob 173/83
    Beis wie T1; Veröff: ZVR 1984/323 S 345
  • 8 Ob 75/83
    Entscheidungstext OGH 24.11.1983 8 Ob 75/83
    nur T2; nur T3
  • 8 Ob 131/83
    Entscheidungstext OGH 15.12.1983 8 Ob 131/83
    Auch; Veröff: ZVR 1985/25 S 44
  • 8 Ob 188/83
    Entscheidungstext OGH 19.01.1984 8 Ob 188/83
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T5; Veröff: ZVR 1984/332 S 365
  • 8 Ob 28/84
    Entscheidungstext OGH 20.06.1984 8 Ob 28/84
    nur T7; Beis wie T5; Veröff: ZVR 1985/51 S 92
  • 8 Ob 26/85
    Entscheidungstext OGH 19.06.1985 8 Ob 26/85
    nur T7; Veröff: ZVR 1986/19 S 79
  • 8 Ob 58/85
    Entscheidungstext OGH 18.09.1985 8 Ob 58/85
    Beis wie T5; Beisatz: An diese Sorgfaltspflicht sind nicht billige, sondern strengste Anforderungen zu stellen (Hier: mangelnde Ankündigung der Zugsabfahrt, Verletzung des aufspringenden Fahrgastes). (T8)
  • 8 Ob 74/85
    Entscheidungstext OGH 18.12.1985 8 Ob 74/85
    Beis wie T5; Veröff: ZVR 1987/22 S 75
  • 2 Ob 4/86
    Entscheidungstext OGH 18.02.1986 2 Ob 4/86
    nur T3; Veröff: ZVR 1987/25 S 86
  • 8 Ob 48/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 48/86
    Auch; nur T2; Beis wie T5
  • 8 Ob 32/87
    Entscheidungstext OGH 09.04.1987 8 Ob 32/87
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T4; Veröff: ZVR 1988/110 S 236
  • 2 Ob 50/87
    Entscheidungstext OGH 10.11.1987 2 Ob 50/87
    nur T7; Beis wie T5; Veröff: ZVR 1988/99 S 222
  • 8 Ob 74/87
    Entscheidungstext OGH 25.11.1987 8 Ob 74/87
    Veröff: ZVR 1988/114 S 241
  • 8 Ob 67/87
    Entscheidungstext OGH 16.02.1988 8 Ob 67/87
    nur T3; Beisatz: Von einem besonders umsichtigen und sachkundigen Kraftfahrer kann ohne jede Überspannung seiner Sorgfaltspflicht vorausgesetzt werden, dass er, mag dazu auch keine gesetzliche Verpflichtung bestehen, an einem im Stillstand befindlichen Fahrzeug des Straßendienstes, in dessen Umgebung für ihn erkennbar Straßenarbeiten durchgeführt werden, nicht mit einer Geschwindigkeit von siebzig km/h vorbeifährt, weil für ihn die Überlegung naheliegt, dass sich im Bereich dieses Fahrzeuges weitere Arbeiter befinden könnten, die, durch ihre Arbeit abgelenkt, dem Straßenverkehr nicht die erforderliche Aufmerksamkeit zuwenden. (T9) Veröff: ZVR 1988/123 S 270
  • 2 Ob 44/88
    Entscheidungstext OGH 10.05.1988 2 Ob 44/88
    nur T7; Beis wie T5; Veröff: ZVR 1989/102 S 172
  • 2 Ob 45/88
    Entscheidungstext OGH 30.08.1988 2 Ob 45/88
    Beis wie T6; Veröff: ZVR 1989/65 S 104
  • 2 Ob 53/88
    Entscheidungstext OGH 08.11.1988 2 Ob 53/88
    nur T7; Beis wie T5
  • 2 Ob 133/88
    Entscheidungstext OGH 25.04.1989 2 Ob 133/88
    nur T2; nur T7; Beis wie T5; Veröff: SZ 62/70 = ZVR 1990/92 S 244
  • 2 Ob 108/89
    Entscheidungstext OGH 28.11.1989 2 Ob 108/89
    Veröff: ZVR 1990/159 S 378
  • 2 Ob 151/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 2 Ob 151/89
    Beis wie T5; Veröff: ZVR 1990/157 S 374
  • 2 Ob 31/91
    Entscheidungstext OGH 12.06.1991 2 Ob 31/91
    nur T2; nur T7; Veröff: ZVR 1991/12 S 28
  • 2 Ob 25/93
    Entscheidungstext OGH 26.08.1993 2 Ob 25/93
  • 2 Ob 53/93
    Entscheidungstext OGH 16.09.1993 2 Ob 53/93
    nur T2; nur T3
  • 2 Ob 53/95
    Entscheidungstext OGH 24.08.1995 2 Ob 53/95
    Auch
  • 2 Ob 2186/96a
    Entscheidungstext OGH 28.11.1996 2 Ob 2186/96a
    Auch; nur T7; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Liftbedienstete eines Sessellifts - es ist nicht erforderlich, dass Liftbedienstete ohne das Hinzutreten weiterer Umstände (Ängstlichkeit, besondere Hilfsbedürftigkeit udgl) eine Schigruppe von älteren Damen ankündigten, sodass bei der Bergstation entsprechende Maßnahmen wie zB Verlangsamung des Liftes eingeleitet werden können. (T10)
  • 2 Ob 2178/96z
    Entscheidungstext OGH 24.09.1998 2 Ob 2178/96z
    Auch
  • 2 Ob 363/99t
    Entscheidungstext OGH 23.12.1999 2 Ob 363/99t
    Auch
  • 2 Ob 262/03y
    Entscheidungstext OGH 13.11.2003 2 Ob 262/03y
    Vgl auch; Beisatz: Die Haftungsbefreiung kommt dem Halter nur dann zugute, wenn er die äußerste nach den Umständen des Falles mögliche und zumutbare Sorgfalt eingehalten hat; es muss alles vermieden werden, was zur Entstehung einer gefahrenträchtigen Situation führen könnte. (T11)
  • 2 Ob 182/04k
    Entscheidungstext OGH 23.09.2004 2 Ob 182/04k
    Auch; Beis wie T5
  • 2 Ob 44/06v
    Entscheidungstext OGH 16.03.2006 2 Ob 44/06v
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T6
  • 2 Ob 262/06b
    Entscheidungstext OGH 30.11.2006 2 Ob 262/06b
    Auch; Beisatz: Hier: U6-Wien. (T12)
  • 2 Ob 26/08z
    Entscheidungstext OGH 14.02.2008 2 Ob 26/08z
    nur T7
  • 2 Ob 14/08k
    Entscheidungstext OGH 14.02.2008 2 Ob 14/08k
    Auch; nur T2; Beis wie T8; Beis wie T11
  • 2 Ob 210/09k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 2 Ob 210/09k
    Auch; nur T2; nur T7; Beis wie T4; Beis wie T11
  • 2 Ob 112/10z
    Entscheidungstext OGH 22.06.2011 2 Ob 112/10z
    Auch; nur T7; Beis wie T5
  • 2 Ob 68/13h
    Entscheidungstext OGH 25.04.2013 2 Ob 68/13h
    nur T7

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1962:RS0058278

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.07.2013

Dokumentnummer

JJR_19620223_OGH0002_0020OB00056_6200000_001

Rechtssatz für 2Ob78/65 2Ob6/66 2Ob294...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0073997

Geschäftszahl

2Ob78/65; 2Ob6/66; 2Ob294/66; 2Ob220/67; 2Ob158/69; 2Ob206/69; 11Os151/68; 2Ob371/69 (2Ob372/69); 2Ob413/70; 8Ob87/71; 2Ob442/70; 2Ob72/72 (2Ob75/72); 8Ob71/73; 2Ob182/74; 2Ob145/74; 2Ob249/74; 8Ob203/74; 11Os112/75; 2Ob281/75; 2Ob179/76; 8Ob55/77; 2Ob105/77; 8Ob162/77; 2Ob27/78; 2Ob130/78; 2Ob152/78; 8Ob18/79; 8Ob16/79; 8Ob24/80; 8Ob159/80; 8Ob264/80; 2Ob251/81; 2Ob110/82; 8Ob99/82; 2Ob218/82; 8Ob240/82; 8Ob266/82; 8Ob2/83; 2OB191/83; 8Ob92/83; 8Ob296/82; 2Ob53/83; 13Os59/84; 8Ob58/84; 8Ob36/87; 2Ob45/88; 2Ob117/89; 2Ob638/90; 2Ob43/94; 2Ob2244/96f; 13Os75/99 (13Os76/99); 2Ob241/05p; 2Ob97/07i; 2Ob138/09x

Entscheidungsdatum

22.04.1965

Norm

StVO §7 Abs2 IIDc
StVO §7 Abs2 IIIB

Rechtssatz

Auch in den Fällen, in denen am rechten Fahrbahnrand zu fahren ist, muß dem Lenker das einhalten eines Sicherheitsabstandes zugebilligt werden. Ein Abstand von 1,20 Meter vom Gehsteigrand bei einer Fahrbahnbreite von 5,80 Meter ist zulässig.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 78/65
    Entscheidungstext OGH 22.04.1965 2 Ob 78/65
    Veröff: ZVR 1966/18 S 39
  • 2 Ob 6/66
    Entscheidungstext OGH 03.02.1966 2 Ob 6/66
    Veröff: ZVR 1966/270 S 269
  • 2 Ob 294/66
    Entscheidungstext OGH 04.11.1966 2 Ob 294/66
    nur: Auch in den Fällen, in denen am rechten Fahrbahnrand zu fahren ist, muß dem Lenker das Einhalten eines Sicherheitsabstandes zugebilligt werden. (T1)
  • 2 Ob 220/67
    Entscheidungstext OGH 07.09.1967 2 Ob 220/67
    nur T1; Beisatz: Maßgebend sind ausschließlich die Umstände, die der Lenker an Ort und Stelle vorfindet. Geringe Fahrerfahrung muß ebenso außer Betracht bleiben wie Erschwernisse auf Grund der Bauart des Fahrzeuges. (T2) Veröff: ZVR 1968/69 S 178
  • 2 Ob 158/69
    Entscheidungstext OGH 04.07.1969 2 Ob 158/69
    nur T1
  • 2 Ob 206/69
    Entscheidungstext OGH 04.09.1969 2 Ob 206/69
    nur T1
  • 11 Os 151/68
    Entscheidungstext OGH 15.10.1968 11 Os 151/68
    nur T1; Veröff: ZVR 1969/283 S 261
  • 2 Ob 371/69
    Entscheidungstext OGH 22.01.1970 2 Ob 371/69
    Beisatz: Zulässigkeit eines Seitenabstandes von 1,35 Meter, wenn das Fahrzeug von der Straßenmitte noch einen Abstand von 85 Zentimeter hat. (T3) Veröff: ZVR 1970/127 S 182
  • 2 Ob 413/70
    Entscheidungstext OGH 16.12.1970 2 Ob 413/70
    nur T1; Veröff: ZVR 1971/191 S 264
  • 8 Ob 87/71
    Entscheidungstext OGH 27.04.1971 8 Ob 87/71
    nur T1; Beisatz: Seitenabstand 1,30 Meter, Fahrbahnbreite 7,80 Meter. (T4) Veröff: ZVR 1972/59 S 107
  • 2 Ob 442/70
    Entscheidungstext OGH 15.04.1971 2 Ob 442/70
    Beisatz: Seitenabstand 1,30 Meter, Fahrbahnbreite 7,7 Meter, 80 Zentimeter zur Fahrbahnmitte. (T5)
  • 2 Ob 72/72
    Entscheidungstext OGH 28.12.1972 2 Ob 72/72
    nur T1; Veröff: ZVR 1973/101 S 134
  • 8 Ob 71/73
    Entscheidungstext OGH 25.04.1973 8 Ob 71/73
    Beisatz: Die Einhaltung eines sich nach den Verkehrsverhältnissen richtenden Sicherheitsabstandes muß dem Kraftfahrzeuglenker auch in den Fällen des § 7 Abs 2 StVO zugebilligt werden (Hier: Seitenabstand 70 Zentimeter). (T6)
  • 2 Ob 182/74
    Entscheidungstext OGH 04.07.1974 2 Ob 182/74
    nur T1; Veröff: ZVR 1975/67 S 107
  • 2 Ob 145/74
    Entscheidungstext OGH 10.10.1974 2 Ob 145/74
    nur T1; Veröff: ZVR 1975/134 S 202
  • 2 Ob 249/74
    Entscheidungstext OGH 31.10.1974 2 Ob 249/74
    nur T1; Beis wie T2 nur: Maßgebend sind ausschließlich die Umstände, die der Lenker an Ort und Stelle vorfindet. (T7) Beisatz: Hier: Abstand eines Radfahrers von 1,20 bis 1,50 Meter ist unzulässig. (T8) Veröff: ZVR 1975/153 S 231
  • 8 Ob 203/74
    Entscheidungstext OGH 12.11.1974 8 Ob 203/74
    Beisatz: Seitenabstand von 1,55 bis 1,65 Meter bei einem Abstand von 50 bis 60 Zentimeter zur Fahrbahnmitte zu groß. (T9) Veröff: ZVR 1975/1983/183 S 264
  • 11 Os 112/75
    Entscheidungstext OGH 19.11.1975 11 Os 112/75
    Beisatz: 1,30 und 1,20 Meter sind bei 5,50 Meter breiter Fahrbahn zuviel. (T10) Veröff: ZVR 1976/33 S 25 (mit Glosse von Melnizky)
  • 2 Ob 281/75
    Entscheidungstext OGH 15.01.1976 2 Ob 281/75
    Beisatz: Abstand von 1,20 Meter zum Fahrbahnrand und zur Fahrbahnmitte nicht zu beanstanden. (T11) Veröff: ZVR 1976/191 S 210
  • 2 Ob 179/76
    Entscheidungstext OGH 08.10.1976 2 Ob 179/76
    nur T1; Beisatz: Abstand 80 bis 90 Zentimeter bei 7,50 Meter breiter Fahrbahn zulässig. (T12) Veröff: ZVR 1977/92 S 138
  • 8 Ob 55/77
    Entscheidungstext OGH 20.04.1977 8 Ob 55/77
    Vgl auch; Beisatz: Seitenabstand 90 Zentimeter, zur Fahrbahnmitte 65 Zentimeter nicht zu beanstanden. (T13)
  • 2 Ob 105/77
    Entscheidungstext OGH 02.06.1977 2 Ob 105/77
    nur T1; Veröff: ZVR 1978/230 S 267
  • 8 Ob 162/77
    Entscheidungstext OGH 09.11.1977 8 Ob 162/77
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Das Ausmaß des rechtsseitigen Sicherheitsabstandes richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles, insbesonders nach der Breite und der Beschaffenheit der Fahrbahn und den gegebenen Verkehrsverhältnissen; hier 74 Zentimeter Abstand vom rechten Fahrbahnrand und 60 Zentimeter zur rechten Fahrbahnmitte. (T14) Beis ähnlich T11
  • 2 Ob 27/78
    Entscheidungstext OGH 16.03.1978 2 Ob 27/78
    Beis wie T14; Beis ähnlich T11; Veröff: ZVR 1978/255 S 297
  • 2 Ob 130/78
    Entscheidungstext OGH 21.09.1978 2 Ob 130/78
    nur T1; Beis wie T14 nur: Das Ausmaß des rechtsseitigen Sicherheitsabstandes richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles, insbesonders nach der Breite und der Beschaffenheit der Fahrbahn und den gegebenen Verkehrsverhältnissen. (T15) Veröff: ZVR 1979/207 S 270
  • 2 Ob 152/78
    Entscheidungstext OGH 12.10.1978 2 Ob 152/78
    nur T1; Beisatz: 1,30 bis 1,50 Meter Seitenabstand vom rechten Fahrbahnrand entspricht bei 7,20 Meter breiten Straße nicht dem Gebot des § 7 Abs 2 StVO. (T16) Veröff: ZVR 1979/57 S 70
  • 8 Ob 18/79
    Entscheidungstext OGH 15.03.1979 8 Ob 18/79
    Beis wie T15; Beisatz: Hier: 5,20 Meter, 1,67 Meter, bis 0,5 Meter Seitenabstand zulässig. (T17)
  • 8 Ob 16/79
    Entscheidungstext OGH 29.03.1979 8 Ob 16/79
    Beis wie T15
  • 8 Ob 24/80
    Entscheidungstext OGH 06.03.1980 8 Ob 24/80
    nur T1; Beis wie T15; Veröff: ZVR 1980/335 S 367
  • 8 Ob 159/80
    Entscheidungstext OGH 06.11.1980 8 Ob 159/80
    nur T1; Beis wie T15; Veröff: ZVR 1981/201 S 269
  • 8 Ob 264/80
    Entscheidungstext OGH 12.02.1981 8 Ob 264/80
    Beis wie T15; Veröff: ZVR 1981/260 S 364
  • 2 Ob 251/81
    Entscheidungstext OGH 12.01.1982 2 Ob 251/81
    Vgl; Beisatz: Fahrbahnbreite 6,1 Meter; Abstand zum rechten Fahrbahnrand 1,2 Meter und Fahrbahnmitte 0,31 Meter. (T18)
  • 2 Ob 110/82
    Entscheidungstext OGH 15.06.1982 2 Ob 110/82
    nur T1; Beis wie T14; Beis ähnlich T11; Beisatz: Hier: 1 Meter Abstand zum rechten Fahrbahnrand, 0,7 Meter Abstand zur Fahrbahnmitte für Motorrad nicht zu beanstanden. (T19) Veröff: ZVR 1983/171 S 237
  • 8 Ob 99/82
    Entscheidungstext OGH 17.06.1982 8 Ob 99/82
    Veröff: ZVR 1983/299 S 334
  • 2 Ob 218/82
    Entscheidungstext OGH 19.10.1982 2 Ob 218/82
    Veröff: ZVR 1983/322 S 361
  • 8 Ob 240/82
    Entscheidungstext OGH 16.12.1982 8 Ob 240/82
    nur T1; Beis wie T14; Beis ähnlich T11
  • 8 Ob 266/82
    Entscheidungstext OGH 20.01.1983 8 Ob 266/82
    Beis wie T14; Beis ähnlich T11; Beisatz: Hier: Fahrbahnbreite 5 Meter, Seitenabstand eines Mopeds vom rechten Rand von 1 Meter zulässig, weil Sicht auf einen von rechts einmündenden Weg erschwert war. (T20)
  • 8 Ob 2/83
    Entscheidungstext OGH 09.06.1983 8 Ob 2/83
    Beis wie T14; Beis ähnöich T11; Veröff: ZVR 1984/260 S 269
  • 2 Ob 191/83
    Entscheidungstext OGH 04.10.1983 2 Ob 191/83
    Beisatz: 1,3 Meter Seitenabstand vom rechten Fahrbahnrand: 10 Zentimeter - verstößt gegen § 7 Abs 2 StVO. (T21) Veröff: ZVR 1984/307 S 330
  • 8 Ob 92/83
    Entscheidungstext OGH 27.10.1983 8 Ob 92/83
    nur T1; Beis wie T15; Beis ähnlich T11; Beisatz: Hier: 0,85 Meter zum rechten Fahrbahnrand, 6,9 Meter Fahrbahnbreite. (T22)
  • 8 Ob 296/82
    Entscheidungstext OGH 03.11.1983 8 Ob 296/82
    nur T1; Beis wie T2; Veröff: ZVR 1984/303 S 326
  • 2 Ob 53/83
    Entscheidungstext OGH 29.02.1984 2 Ob 53/83
    Vgl; Beis wie T18; Veröff: ZVR 1984/306 S 329
  • 13 Os 59/84
    Entscheidungstext OGH 26.04.1984 13 Os 59/84
    Vgl auch; nur: Ein Abstand von 1,20 Meter vom Gehsteigrand bei einer Fahrbahnbreite von 5,80 Meter ist zulässig. (T23); Veröff: ZVR 1985/2 S 11
  • 8 Ob 58/84
    Entscheidungstext OGH 08.11.1984 8 Ob 58/84
    Auch; nur T1; Beis wie T14; Beis ähnlich T11; Veröff: ZVR 1985/153 S 296
  • 8 Ob 36/87
    Entscheidungstext OGH 19.11.1987 8 Ob 36/87
    Beisatz: Hier: Die Einhaltung eines Seitenabstandes von 80 Zentimeter zum rechten Fahrbahnrand kann bei einer verbleibenden Fahrbahnbreite von 2,8 Meter für den Gegenverkehr noch toleriert werden. (T24) Veröff: ZVR 1988/137 S 308
  • 2 Ob 45/88
    Entscheidungstext OGH 30.08.1988 2 Ob 45/88
    nur T1; Beis wie T15; Beisatz: Seitenabstand von 66 Zentimeter bei Fahrbahnbreite von 5,7 Meter nicht zu beanstanden. (T25) Veröff: ZVR 1989/65 S 104
  • 2 Ob 117/89
    Entscheidungstext OGH 28.11.1989 2 Ob 117/89
    nur T1
  • 2 Ob 638/90
    Entscheidungstext OGH 05.12.1990 2 Ob 638/90
    nur T1; Beisatz: Hier: 60 Zentimeter Abstand, Fahrbahnbreite 6 Meter. (T26) Veröff: ZVR 1991/146 S 374
  • 2 Ob 43/94
    Entscheidungstext OGH 26.05.1994 2 Ob 43/94
    Auch; Beisatz: Abstand zum rechten Fahrbahnrand 0,90 Meter und zur Fahrbahnmitte 0,30 Meter. (T27)
  • 2 Ob 2244/96f
    Entscheidungstext OGH 03.10.1996 2 Ob 2244/96f
    nur T1
  • 13 Os 75/99
    Entscheidungstext OGH 09.06.1999 13 Os 75/99
    Vgl auch; Beis wie T15
  • 2 Ob 241/05p
    Entscheidungstext OGH 01.12.2005 2 Ob 241/05p
    Auch; Beisatz: Ein Seitenabstand von einem halben Meter zum rechten Fahrbahnrand bei 6,2 m breiter Fahrbahn mit je 3,1 m breiten Fahrstreifen ist zulässig. (T28)
  • 2 Ob 97/07i
    Entscheidungstext OGH 29.11.2007 2 Ob 97/07i
    Vgl auch
  • 2 Ob 138/09x
    Entscheidungstext OGH 17.02.2010 2 Ob 138/09x
    Vgl; Beisatz: Auch größere Abstände zum rechten Fahrbahnrand können dann toleriert werden, wenn sich ein ausreichender Seitenabstand zur Fahrbahnmitte ergibt. (T29); Beisatz: Hier: Die von einem Radfahrer eingehaltene Fahrlinie von gut einem Meter Seitenabstand zum rechten Fahrbahnrand bei einer Breite seines Rades von rund 55 cm lässt bei einer Fahrbahnbreite von „gut 5,8 Meter“ - und somit einer Fahrstreifenbreite von zumindest 2,9 Meter - noch mehr als einen Meter bis zur Fahrbahnmitte übrig, womit der Radfahrer einen genügend großen Abstand zur Fahrbahnmitte eingehalten hat, um dem Gegenverkehr das Passieren ohne Gefährdung der Verkehrssicherheit zu ermöglichen. (T30)

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1965:RS0073997

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

31.05.2010

Dokumentnummer

JJR_19650422_OGH0002_0020OB00078_6500000_001

Rechtssatz für 11Os50/71 2Ob289/75 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0073503

Geschäftszahl

11Os50/71; 2Ob289/75; 2Ob237/76 (2Ob238/76); 2Ob156/77; 2Ob22/78; 8Ob89/78; 2Ob145/78; 8Ob163/78; 2Ob196/78; 2Ob242/78; 8On156/79; 2Ob103/80; 8Ob225/80; 8Ob239/80; 2Ob238/81; 2Ob215/82; 8Ob25/83; 8Ob2/83; 8Ob68/84; 8Ob25/85 (8Ob1015/85); 8Ob19/87; 2Ob45/88; 2b117/89; 13Os75/99 (13Os76/99); 2Ob226/18a; 2Ob146/19p; 2Ob30/21g

Entscheidungsdatum

19.05.1971

Norm

StVO §3 B1a
StVO §7 IIIB
StVO §7 IIDa
StVO §10

Rechtssatz

Von einem entgegenkommenden Fahrzeug ist, selbst wenn es zunächst aus irgendeinem Grund nicht die ihm zukommende Fahrbahnhälfte benützt, die Rückkehr auf seine rechte Fahrbahnhälfte zu erwarten, es wäre denn, daß sich aus besonderen Gründen das Gegenteil ergibt.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 50/71
    Entscheidungstext OGH 19.05.1971 11 Os 50/71
    Veröff: ZVR 1972/15 S 22
  • 2 Ob 289/75
    Entscheidungstext OGH 05.02.1976 2 Ob 289/75
  • 2 Ob 237/76
    Entscheidungstext OGH 19.11.1976 2 Ob 237/76
  • 2 Ob 156/77
    Entscheidungstext OGH 08.09.1977 2 Ob 156/77
  • 2 Ob 22/78
    Entscheidungstext OGH 30.03.1978 2 Ob 22/78
  • 8 Ob 89/78
    Entscheidungstext OGH 28.06.1978 8 Ob 89/78
    Veröff: ZVR 1979/51 S 68
  • 2 Ob 145/78
    Entscheidungstext OGH 12.10.1978 2 Ob 145/78
    Beisatz: In Fällen, in denen einer von rechts kommenden Gefahr begegnet werden soll, läßt sich dieser Rechtssatz nicht anwenden. (T1) Veröff: ZVR 1979/296 S 359
  • 8 Ob 163/78
    Entscheidungstext OGH 25.10.1978 8 Ob 163/78
  • 2 Ob 196/78
    Entscheidungstext OGH 09.11.1978 2 Ob 196/78
  • 2 Ob 242/78
    Entscheidungstext OGH 03.04.1979 2 Ob 242/78
  • 8 On 156/79
    Entscheidungstext OGH 02.07.1979 8 On 156/79
    Veröff: ZVR 1980/114 S 136
  • 2 Ob 103/80
    Entscheidungstext OGH 16.09.1980 2 Ob 103/80
  • 8 Ob 225/80
    Entscheidungstext OGH 18.12.1980 8 Ob 225/80
    Veröff: ZVR 1981/248 S 337
  • 8 Ob 239/80
    Entscheidungstext OGH 12.02.1981 8 Ob 239/80
  • 2 Ob 238/81
    Entscheidungstext OGH 12.01.1982 2 Ob 238/81
    Auch
  • 2 Ob 215/82
    Entscheidungstext OGH 12.10.1982 2 Ob 215/82
  • 8 Ob 25/83
    Entscheidungstext OGH 05.05.1983 8 Ob 25/83
    Veröff: ZVR 1984/245 S 243
  • 8 Ob 2/83
    Entscheidungstext OGH 09.06.1983 8 Ob 2/83
    Beisatz: Es muß daher über die Reaktionszeit hinaus eine Gefahrenerkennungszeit zugebilligt werden, die benötigt wird, um überhaupt erst wahrzunehmen, daß der Entgegenkommende nicht auf seine rechte Fahrbahnhälfte zurückkehrt. (T2) Veröff: ZVR 1984/260 S 269
  • 8 Ob 68/84
    Entscheidungstext OGH 18.04.1985 8 Ob 68/84
    Veröff: ZVR 1986/9 S 55
  • 8 Ob 25/85
    Entscheidungstext OGH 19.06.1985 8 Ob 25/85
    Veröff: ZVR 1986/20 S 83
  • 8 Ob 19/87
    Entscheidungstext OGH 27.08.1987 8 Ob 19/87
  • 2 Ob 45/88
    Entscheidungstext OGH 30.08.1988 2 Ob 45/88
    Veröff: ZVR 1989/65 S 104
  • 2 B 117/89
    Entscheidungstext OGH 28.11.1989 2 B 117/89
  • 13 Os 75/99
    Entscheidungstext OGH 09.06.1999 13 Os 75/99
  • 2 Ob 226/18a
    Entscheidungstext OGH 28.05.2019 2 Ob 226/18a
  • 2 Ob 146/19p
    Entscheidungstext OGH 19.09.2019 2 Ob 146/19p
    Beisatz: Ob und insbesondere ab wann besondere Umstände vorliegen, die eine Reaktion erforderlich machen, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab und begründet daher regelmäßig keine Rechtsfrage erheblicher Bedeutung. (T3)
  • 2 Ob 30/21g
    Entscheidungstext OGH 29.04.2021 2 Ob 30/21g

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0073503

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.06.2021

Dokumentnummer

JJR_19710519_OGH0002_0110OS00050_7100000_001

Rechtssatz für 2Ob2/84 8Ob24/84 8Ob39/...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0058467

Geschäftszahl

2Ob2/84; 8Ob24/84; 8Ob39/86; 8Ob73/86; 2Ob45/88; 2Ob138/88; 2Ob4/89 (2Ob5/89); 2Ob151/89; 2Ob46/90; 2Ob54/92; 2Ob98/95; 2Ob2433/96z; 2Ob57/98s; 2Ob359/99d; 2Ob42/00s; 2Ob339/00t; 2Ob43/01i; 2Ob229/01t; 2Ob151/03z; 2Ob252/03b; 2Ob259/03g; 2Ob100/04a; 2Ob215/07t; 2Ob238/07z; 2Ob122/08t; 2Ob210/09k; 4Ob146/10i; 2Ob80/10v; 2Ob241/10w; 2Ob112/11a; 2Ob181/11y; 2Ob170/12g; 2Ob117/16v; 2Ob135/17t; 1Ob135/18m; 2Ob47/19d; 2Ob18/20s; 2Ob163/20i; 2Ob217/20f

Entscheidungsdatum

31.01.1984

Norm

EKHG §9 Abs2

Rechtssatz

Der Unterschied zwischen gewöhnlicher und außergewöhnlicher Betriebsgefahr ist funktionell darin zu erblicken, dass zur gewöhnlichen Betriebsgefahr besondere Gefahrenmomente hinzutreten, die nach dem normalen Ablauf der Dinge nicht schon dadurch gegeben waren, dass ein Fahrzeug überhaupt in Betrieb gesetzt wurde.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 2/84
    Entscheidungstext OGH 31.01.1984 2 Ob 2/84
    Veröff: ZVR 1984/297 S 308
  • 8 Ob 24/84
    Entscheidungstext OGH 17.01.1985 8 Ob 24/84
    Auch
  • 8 Ob 39/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 39/86
    Beisatz: Hier: Abrutschen auf glatter Fahrbahn. (T1)
  • 8 Ob 73/86
    Entscheidungstext OGH 23.04.1987 8 Ob 73/86
    Veröff: ZVR 1988/64 S 140
  • 2 Ob 45/88
    Entscheidungstext OGH 30.08.1988 2 Ob 45/88
    Veröff: ZVR 1989/65 S 104
  • 2 Ob 138/88
    Entscheidungstext OGH 28.02.1989 2 Ob 138/88
  • 2 Ob 4/89
    Entscheidungstext OGH 05.07.1989 2 Ob 4/89
  • 2 Ob 151/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 2 Ob 151/89
    Veröff: ZVR 1991/157 S 374
  • 2 Ob 46/90
    Entscheidungstext OGH 25.04.1990 2 Ob 46/90
    Veröff: ZVR 1991/40 S 117
  • 2 Ob 54/92
    Entscheidungstext OGH 25.11.1992 2 Ob 54/92
    Veröff: ZVR 1993/120 S 272
  • 2 Ob 98/95
    Entscheidungstext OGH 11.01.1996 2 Ob 98/95
    Veröff: SZ 69/1
  • 2 Ob 2433/96z
    Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 2433/96z
  • 2 Ob 57/98s
    Entscheidungstext OGH 20.01.1998 2 Ob 57/98s
    Vgl auch; Beisatz: Außergewöhnliche Betriebsgefahr bejaht. (T2); Beisatz: Hier: Zum Stehenkommen eines Fahrzeuges nach einem Vorunfall bei Dunkelheit auf einer zwei Fahrstreifen breiten Fahrbahn einer Autobahn in einem Winkel von 90 Grad zur Fahrbahnlängsachse, wobei es in beide Fahrstreifen ragte. (T3)
  • 2 Ob 359/99d
    Entscheidungstext OGH 20.01.2000 2 Ob 359/99d
    Beisatz: Ein auf einem Fahrstreifen einer Autobahn auch nur zum Teil zum Stillstand gebrachtes mehrspuriges Fahrzeug schafft ohne Zweifel eine äußerst gefährliche Situation, die weit über die vom gewöhnlichen Betrieb ausgehende Gefahr hinausgeht. (T4)
  • 2 Ob 42/00s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2000 2 Ob 42/00s
  • 2 Ob 339/00t
    Entscheidungstext OGH 21.12.2000 2 Ob 339/00t
    Auch
  • 2 Ob 43/01i
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 2 Ob 43/01i
    Auch; Beisatz: Wenn ein Auto durch einen Anprall unkontrolliert auf das davor stehende Fahrzeug geschoben wird, tritt zur gewöhnlichen Betriebsgefahr ein Moment hinzu, das nach dem normalen Lauf der Dinge nicht bereits dadurch gegeben ist, dass das Fahrzeug überhaupt in Betrieb ist. (T5)
  • 2 Ob 229/01t
    Entscheidungstext OGH 08.08.2002 2 Ob 229/01t
    Beisatz: Hier: Ein auf einem Fahrstreifen einer Autobahn zum Stillstand gekommener LKW-Zug. (T6)
  • 2 Ob 151/03z
    Entscheidungstext OGH 10.07.2003 2 Ob 151/03z
    Beisatz: Hier: Es macht für die Bejahung einer außergewöhnlichen Betriebsgefahr und für die Schadensteilung keinen entscheidenden Unterschied, ob sich ein mehrspuriges Fahrzeug zum Teil auf einem Fahrstreifen einer Autobahn im Stillstand befindet, oder ob es - wie hier - wegen eines Reifenplatzers mit einer Geschwindigkeit von unter 10 km/h und mit 2 Meter seiner Breite auf dem ersten Fahrstreifen einer Schnellstraße und mit 0,5 m seiner Breite auf dem Pannenstreifen fährt. Auch in einem solchen Fall ist ein Fahrstreifen im Wesentlichen blockiert und besteht eine fast genauso große Geschwindigkeitsdifferenz zu nachfolgenden Fahrzeugen wie bei Stillstand. (T7); Beis wie T4
  • 2 Ob 252/03b
    Entscheidungstext OGH 30.10.2003 2 Ob 252/03b
    Beisatz: Der Unfall ist auf eine haftungsbegründende, von einem Tier ausgelöste außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen, wenn ein mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit fahrender Motorradfahrer wegen eines die Straße plötzlich überquerenden Wildschweines zu Sturz kommt und Maschine samt Fahrer und Beifahrer eine längere Strecke ausschlittern (Haftpflichtansprüche des Beifahrers). (T8)
  • 2 Ob 259/03g
    Entscheidungstext OGH 13.11.2003 2 Ob 259/03g
    Beisatz: Die Unbeherrschbarkeit des Fahrzeuges ist kein notwendiges Merkmal für das Vorliegen einer außergewöhnlichen Betriebsgefahr. (T9)
  • 2 Ob 100/04a
    Entscheidungstext OGH 18.05.2006 2 Ob 100/04a
    Vgl auch; Beisatz: Ein bei Dunkelheit und sehr schlechten Sichtbedingungen auf dem Gleisbereich feststeckendes Fahrzeug löst eine außergewöhnliche Betriebsgefahr aus. (T10)
  • 2 Ob 215/07t
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 2 Ob 215/07t
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Starke Seilbahnschwingung mit Riss des Klemmapparates einer Seilbahngondel auf Grund eines von einem über die Seilbahn fliegenden Hubschrauber auf den Förderstrang herabfallenden Lastenkübels. (T11)
  • 2 Ob 238/07z
    Entscheidungstext OGH 14.02.2008 2 Ob 238/07z
    Auch; Beisatz: Hier: Loslösen eines LKW-Rads während der Fahrt und das anschließende Rollen auf die Gegenfahrbahn. (T12)
  • 2 Ob 122/08t
    Entscheidungstext OGH 14.08.2008 2 Ob 122/08t
    Auch; Beisatz: Eine außergewöhnliche Betriebsgefahr ist bei einer besonderen Gefahrensituation anzunehmen, die nicht bereits regelmäßig und notwendig mit dem Betrieb verbunden ist, sondern durch das Hinzutreten besonderer, nicht schon im normalen Bereich liegender Umstände vergrößert wurde. (T13)
  • 2 Ob 210/09k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 2 Ob 210/09k
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Gerät ein Kraftfahrzeug ins Schleudern, sodass es von seinem Lenker nicht mehr voll beherrscht werden kann, so wird die von ihm ausgehende Gefahr in der Regel als außergewöhnliche Betriebsgefahr qualifiziert. (T14)
  • 4 Ob 146/10i
    Entscheidungstext OGH 09.11.2010 4 Ob 146/10i
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Hier: Unfallbedingte Gefahr eines Brandes. (T15)
  • 2 Ob 80/10v
    Entscheidungstext OGH 07.02.2011 2 Ob 80/10v
    Vgl; Beis wie T14
  • 2 Ob 241/10w
    Entscheidungstext OGH 03.03.2011 2 Ob 241/10w
    Beisatz: Die Tatsache, dass eine bauartgemäße und zulässige Ausstattung eines KFZ (hier erhöhter Lenkersitz eines LKW) in einer konkreten Situation eine Beeinträchtigung (hier ungünstigerer Blickwinkel auf einen ‑ für PKW optimierten ‑ Verkehrsspiegel) nach sich zieht, führt per se zu keiner außergewöhnlichen Betriebsgefahr des LKW. (T16)
  • 2 Ob 112/11a
    Entscheidungstext OGH 16.09.2011 2 Ob 112/11a
    Vgl Beis wie T8; Vgl Beis wie T10; Beisatz: Kann ein Fahrzeug nach dem Kontakt mit einem Reh, wodurch dieses weggeschleudert wird und gegen ein anderes Fahrzeug prallt, ohne Verreißen, Ausbrechen oder Schleudern zum Stillstand gebracht werden, so ist eine diesem Fahrzeug zuzurechnende außergewöhnliche Betriebsgefahr nicht anzunehmen. (T17)
  • 2 Ob 181/11y
    Entscheidungstext OGH 07.08.2012 2 Ob 181/11y
    Auch; Vgl Beis wie T3; Vgl Beis wie T6; Vgl Beis wie T7; Beisatz: Eine - durch höhere Gewalt (Glatteis) ausgelöste - außergewöhnliche Betriebsgefahr eines Sattelkraftfahrzeugs liegt vor, wenn dieses auf einer Bundesstraße bei Dunkelheit und auf eisiger Fahrbahn auf einer Steigung „hängen bleibt“, sodass es sich mehrere Minuten lang nur mit einer Geschwindigkeit von weniger als 6,5 km/h fortbewegen kann. Trotz eingeschalteter Warnblinkanlage entsteht dadurch eine besonders gefährliche Situation, zumal im Freilandgebiet grundsätzlich auch mit höheren Geschwindigkeiten gefahren werden darf. (T18)
  • 2 Ob 170/12g
    Entscheidungstext OGH 20.12.2012 2 Ob 170/12g
    Auch; Beis wie T9; Beis wie T14
    Beisatz: Liegt Unbeherrschbarkeit des Fahrzeugs vor, so ist regelmäßig eine außergewöhnliche Betriebsgefahr anzunehmen. (T19)
    Vgl auch Beis wie T3; Vgl auch Beis wie T4; Vgl auch Beis wie T5; Vgl auch Beis wie T6; Vgl auch Beis wie T7; Vgl auch Beis wie T18
    Beisatz: Hier: Verkehrsbedingtes Anhalten eines Kraftfahrzeugs auf der Autobahn begründet ohne Hinzutreten besonderer Umstände keine außergewöhnliche Betriebsgefahr. (T20)
    Bem: Siehe RS0128726. (T21)
  • 2 Ob 117/16v
    Entscheidungstext OGH 20.06.2017 2 Ob 117/16v
    Auch; Veröff: SZ 2017/69
  • 2 Ob 135/17t
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 2 Ob 135/17t
    Vgl
  • 1 Ob 135/18m
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 135/18m
    Auch; Beis wie T13
  • 2 Ob 47/19d
    Entscheidungstext OGH 30.03.2020 2 Ob 47/19d
    Beis wie T13; Beisatz: Hier: Felsbrocken auf Schienentrasse der Eisenbahn. (T22)
  • 2 Ob 18/20s
    Entscheidungstext OGH 24.04.2020 2 Ob 18/20s
    Beis wie T13; Beisatz: Hier: Sessellift. (T23)
  • 2 Ob 163/20i
    Entscheidungstext OGH 18.12.2020 2 Ob 163/20i
    Beis wie T9; Beis wie T14; Beis wie T19; Beis wie T20; Beisatz: Hier: keine außergewöhnliche Betriebsgefahr bei leicht schlingernden und kontrollierten Weiterfahren, um am Pannenstreifen zum Stillstand zu kommen. (T24)
  • 2 Ob 217/20f
    Entscheidungstext OGH 29.04.2021 2 Ob 217/20f
    Beisatz: Hier: Außergewöhnliche Betriebsgefahr durch plötzlichen Stillstand des PKW unter gefahrerhöhenden Umständen. (T25)

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0058467

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.07.2021

Dokumentnummer

JJR_19840131_OGH0002_0020OB00002_8400000_003

Entscheidungstext 2Ob45/88

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

2Ob45/88

Entscheidungsdatum

30.08.1988

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Scheiderbauer als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Vogel, Dr. Melber, Dr. Kropfitsch und Dr. Niederreiter als Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Roman O***, Handelsreisender, Aubrunnerweg 1 a, 4040 Linz, vertreten durch Dr. Werner Leimer und Dr. Manfred Leimer, Rechtsanwälte in Linz, wider die beklagten Parteien 1) Peter B***, Hilfsarbeiter, Vorderer Sierner 5, 4082 Aschach, 2) E*** A***

V***-AG, p.Adr. Zollamtstraße 1, 4010 Linz, und

3) A*** U***, Blumauerstraße 1, 4020 Linz, die erst- und zweitbeklagte Partei vertreten durch Dr. Manfred Meyndt und Dr. Dominikus Schweiger, Rechtsanwälte in Linz, die drittbeklagte Partei vertreten durch Dr. Harry Zamponi, Rechtsanwalt in Linz, wegen S 443.684,64 s.A. und Feststellung (S 50.000,--), Revisionsstreitwert S 246.008,98, infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Linz als Berufungsgerichtes vom 16. Dezember 1987, GZ 3 R 59, 334/87-24, womit das Teilurteil des Landesgerichtes Linz vom 11. November 1986, GZ 5 Cg 399/85-9, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Die klagende Partei ist schuldig, der erst- und der zweitbeklagten Partei die mit S 9.969,80 bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens (darin Umsatzsteuer von S 906,35, keine Barauslagen) binnen 14 Tagen bei Exekution zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Am 25. April 1983 ereignete sich gegen 11.25 Uhr auf der Kasernenstraße in Hörsching ein Verkehrsunfall, an dem der Kläger als Lenker des PKW mit dem Kennzeichen O 866.240 und der Erstbeklagte als Halter und Lenker des PKW mit dem Kennzeichen O 301.664 beteiligt waren. Die Zweitbeklagte ist der Haftpflichtversicherer des letztgenannten Kraftfahrzeuges. Die beiden Fahrzeuge kollidierten im Begegnungsverkehr. Dabei wurden beide Lenker verletzt und beide Fahrzeuge beschädigt. Wegen dieses Verkehrsunfalles wurde gegen beide Lenker zu 3 U 1163/83 des Bezirksgerichtes Linz-Land ein Strafverfahren eingeleitet; beide wurden rechtskräftig gemäß § 259 Z 3 StPO freigesprochen. Der Kläger wurde wegen der bei diesem Unfall erlittenen Verletzungen in dem von der Drittbeklagten betriebenen Unfallkrankenhaus Linz stationär behandelt. Während dieses Krankenhausaufenthaltes kam er dort am 31. Mai 1983 zu Sturz, wodurch er weitere Köperschäden erlitt. Im vorliegenden Rechtsstreit begehrte der Kläger die Verurteilung aller drei Beklagten zur ungeteilten Hand zur Zahlung von S 214.342,32 s.A., die Verurteilung des Erst- und der Zweitbeklagten zur ungeteilten Hand zur Zahlung eines weiteren Betrages von S 15.000,-- s.A. und die Verurteilung der Drittbeklagten zur Zahlung eines weiteren Betrages von S 214.342,32 s.A., ferner die Feststellung der Haftung aller drei Beklagten zur ungeteilten Hand (der Zweitbeklagten im Rahmen des Haftpflichtversicherungsvertrages) für die Hälfte seiner künftigen Schäden aus dem Verkehrsunfall vom 24. Mai 1983 und seinem Sturz im Unfallkrankenhaus Linz vom 31. Mai 1983 und die Feststellung der Haftung der Drittbeklagten für die zweite Hälfte seiner künftigen Schäden aus seinem Sturz im Unfallkrankenhaus Linz vom 31. Mai 1983. Der Kläger brachte dazu im wesentlichen vor, er sei zur Unfallszeit mit dem PKW des Erich H*** auf der Kasernenstraße in Richtung Hörsching gefahren. Infolge einer plötzlich auftretenden Bewußtlosigkeit sei das von ihm gelenkte Fahrzeug auf die linke Fahrbahnhälfte geraten, kurz nach rechts zurückgefahren und danach wieder nach links über die Fahrbahnmitte abgekommen. Der entgegenkommende Erstbeklagte habe seinen PKW nicht am rechten Fahrbahnrand gelenkt und es unterlassen, bereits auf die erste Bewegung des vom Kläger gelenkten Fahrzeuges über die Fahrbahnmitte mit einer Bremsung zu reagieren. Den Erstbeklagten treffe daher ein Verschulden an diesem Verkehrsunfall; jedenfalls handle es sich aber bei diesem Verkehrsunfall für den Erstbeklagten um kein unabwendbares Ereignis im Sinne des EKHG, sodaß der Kläger "vorsichtshalber" von einer Schadensteilung im Verhältnis von 1 : 1 zwischen ihm und dem Erst- und der Zweitbeklagten ausgehe. An den vom Kläger gelenkten PKW des Erich H*** sei ein Totalschaden im Betrag von S 17.000,-- eingetreten. Der Kläger habe dem Erich H*** diesen Betrag bezahlt, sodaß diese Schadenersatzforderung auf den Kläger "als Anspruchsteller" übergegangen sei. Für die bei dem Unfall erlittenen Verletzungen und ihre Folgen bis zum Sturz des Klägers im Krankenhaus sei ein Schmerzengeld von S 13.000,-- angemessen. Unter Berücksichtigung der zugestandenen Schadensteilung hätten ihm der Erst- und die Zweitbeklagte die Hälfte dieser Schäden, also einen Betrag von S 15.000,--, zu ersetzen.

Im Krankenhaus der Drittbeklagten sei der Kläger ohne jedes Eigenverschulden zu Sturz gekommen, weil der Gang naß aufgewischt und rutschig gewesen sei. Da sich nicht klären lasse, ob die nach diesem Sturz aufgetretenen Komplikationen auf den Verkehrsunfall oder ausschließlich auf den Sturz zurückzuführen seien, hafteten alle drei Beklagten zur ungeteilten Hand für die nach diesem Sturz aufgetretenen Schäden, und zwar der Erst- und die Zweitbeklagte zur Hälfte, die Drittbeklagte hingegen mangels eines Eigenverschuldens des Klägers an seinem Sturz zur Gänze. Die nach diesem Sturz aufgetretenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Klägers rechtfertigten ein weiteres Schmerzengeld von S 387.000,--. Überdies habe der Kläger in der Zeit vom 13. Juli 1983 bis 5. September 1984 einen Verdienstentgang von S 41.684,65 erlitten.

Sein Feststellungsbegehren begründete der Kläger mit dem Eintritt von Dauerfolgen und der Möglichkeit von Spätkomplikationen. Der Erst- und die Zweitbeklagte wendeten dem Grunde nach im wesentlichen ein, der Kläger sei vor dem Unfall nicht bewußtlos geworden. Der Erstbeklagte habe auf das erste Überfahren der Fahrbahnmitte durch den Kläger seine Geschwindigkeit herabgesetzt und auf das zweite Überschreiten der Fahrbahnmitte durch den Kläger ohne Verzug reagiert. Er habe auch nicht gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen. Es treffe den Erstbeklagaten kein Verschulden an diesem Unfall; es handle sich vielmehr für ihn um ein unabwendbares Ereignis. Der Erstbeklagte (und mit ihm die Zweitbeklagte) könne daher nicht zum Schadensausgleich herangezogen werden. Auch die Drittbeklagte beantragte die Abweisung des gegen sie gerichteten Klagebegehrens.

Das Erstgericht wies mit Teilurteil das gegen den Erst- und die Zweitbeklagte gerichtete Klagebegehren ab.

Es stellte im wesentlichen folgenden Sachverhalt fest:

Die Kasernenstraße (Vogler-Straße) verläuft von Hörsching in Richtung Kaserne etwa 200 m in einer leichten Linkskurve und geht dann nach einer Geraden von ca. 80 m in eine starke Rechtskrümmung über. 180 m vor dieser befindet sich die im Ortsgebiet liegende Unfallstelle. Die Fahrbahn ist dort 5,7 m breit. Rechts der Fahrbahn befindet sich ein Gehsteig. Die gegenseitige Sicht zweier einander begegnender Fahrzeuglenker beträgt im Bereich der Unfallstelle 144 m. Der Kläger fuhr von der Kaserne in Richtung Hörsching, der Erstbeklagte in entgegengesetzter Richtung. Die Geschwindigkeit des Erstbeklagten bei der Annäherung an die Unfallstelle betrug 45 bis 50 km/h. Die Geschwindigkeit des Klägers ist nicht feststellbar. Infolge einer plötzlich auftretenden Bewußtlosigkeit, deren Ursachen nicht feststellbar sind, verlor der Kläger die Herrschaft über den von ihm gelenkten PKW. Das Fahrzeug geriet über die Fahrbahnmitte nach links und fuhr dann in einem Zuge wieder zurück auf den rechten Fahrstreifen. Über welche Fahrstrecke es dort weiterfuhr, ist nicht feststellbar. Der Erstbeklagte reagierte auf diese Verkehrssituation durch Gaswegnehmen; er leitete weder eine Bremsung ein noch lenkte er seinen PKW weiter nach rechts.

In der Folge geriet der Kläger neuerlich über die Fahrbahnmitte, worauf der Erstbeklagte sofort eine Vollbremsung einleitete. Es gelang ihm noch, seine Geschwindigkeit auf 35 bis 40 km/h zu verringern; dann kam es zu einem Frontalzusammenstoß der beiden Fahrzeuge, bei dem die Geschwindigkeit des vom Kläger gelenkten Fahrzeuges 50 bis 55 km/h betrug.

Im Bereich der Unfallstelle hielt der Erstbeklagte einen Abstand von 66 cm zum rechten Fahrbahnrand und von 61 cm zur Fahrbahnmitte ein. Das vom Kläger gelenkte Fahrzeug befand sich beim Zusammenstoß etwa 1 m über der Fahrbahnmitte. Der Erstbeklagte reagierte auf das zweite Überfahren der Fahrbahnmitte durch den Kläger ca. 1,6 Sekunden bzw. 20 m vor dem Zusammenstoß. Ein Reaktionsverzug liegt nicht vor. Hätte der Erstbeklagte bereits auf das erste Überfahren der Fahrbahnmitte durch den Kläger reagiert, hätte er sowohl durch eine Vollbremsung als auch durch Verlenken seines Fahrzeuges nach rechts den Zusammenstoß verhindern können. Als der Kläger zum zweiten Mal nach links fuhr, hätte ein Ausweichen des Erstbeklagten nach rechts den Zusammenstoß nicht verhindert, sondern lediglich die Überdeckung der beiden Fahrzeuge vermindert. Der Kläger hat keine Abwehrhandlung gesetzt.

Rechtlich beurteilte das Erstgericht den festgestellten Sachverhalt im wesentlichen dahin, daß der Erstbeklagte weder verspätet oder unsachgemäß reagiert noch das Rechtsfahrgebot des § 7 Abs 2 StVO mißachtet habe. Es treffe ihn daher an dem Unfall kein Verschulden. Er sei auch nicht zum Schadensausgleich heranzuziehen, weil für ihn die Bewußtlosigkeit des Klägers ein unabwendbares Ereignis gewesen sei.

Der gegen dieses Urteil des Erstgerichtes gerichteten Berufung des Klägers gab das Berufungsgericht mit dem angefochtenen Urteil keine Folge. Es sprach aus, daß der Wert des Streitgegenstandes, über den es entschieden hat, S 300.000,-- übersteigt. Das Berufungsgericht übernahm die Feststellungen des Erstgerichtes als unbedenklich und führte rechtlich im wesentlichen aus, gemäß § 7 Abs 2 StVO habe der Lenker eines Fahrzeuges unter anderem bei Gegenverkehr am rechten Fahrbahnrand zu fahren; er dürfe hiebei aber nicht Personen gefährden oder Sachen beschädigen. Auch bei Geltung des unbedingten Rechtsfahrgebotes sei einem Kraftfahrzeuglenker die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zum rechten Fahrbahnrand zuzubilligen, der sich nach den konkreten Verhältnissen, insbesondere nach der Fahrbahnbreite, richte. Angesichts der Fahrbahnbreite von 5,7 m und der Tatsache, daß der Erstbeklagte zur Fahrbahnmitte einen Abstand von 61 cm eingehalten habe, könne sein Seitenabstand zum Gehsteig von 66 cm auch im Hinblick auf die Vorschrift des § 7 Abs 2 StVO nicht als unangemessen betrachtet werden. Ein Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot könne dem Erstbeklagten daher nicht vorgeworfen werden. Er sei auch nicht verpflichtet gewesen, auf das erste Überfahren der Fahrbahnmitte durch den Kläger bereits mit Notmaßnahmen zu reagieren. Der Erstbeklagte habe nämlich mangels gegenteiliger Anhaltspunkte zunächst darauf vertrauen dürfen, daß der Kläger wieder auf seine rechte Fahrbahnhälfte zurückkehren werde. Auf das zweite Überschreiten der Fahrbahnmitte durch den Kläger habe der Erstbeklagte aber ohne Verzug reagiert. Daß es - rückschauend betrachtet - möglicherweise zweckmäßiger gewesen wäre, anstatt zu bremsen nach rechts auszuweichen, könne dem Erstbeklagten nicht als Verschulden angerechnet werden, weil er ohne sein Verschulden durch die vom Kläger herbeigeführte Gefahrenlage zu sofortigem Handeln gezwungen gewesen sei. Zusammenfassend könne dem Erstbeklagten ein Verschulden an dem Unfall nicht angelastet werden.

Aus den Bestimmungen des EKHG lasse sich für den Kläger gleichfalls nichts gewinnen. Gemäß § 9 Abs 1 EKHG sei die Ersatzpflicht ausgeschlossen, wenn der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht wurde, das weder auf einem Fehler in der Beschaffenheit noch auf einem Versagen der Vorrichtungen des Kraftfahrzeuges beruhte. Als unabwendbar gelte gemäß § 9 Abs 2 EKHG ein Ereignis unter anderem dann, wenn es auf das Verhalten des Geschädigten zurückzuführen sei, sowohl der Halter als auch die mit Willen des Halters beim Betrieb tätigen Personen jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt beachtet hätten und der Unfall nicht unmittelbar auf die durch das Verhalten eines nicht beim Betrieb tätigen Dritten oder eines Tieres ausgelöste außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen sei. Die hier normierte Sorgfaltspflicht umfasse nicht die gewöhnliche Verkehrssorgfalt, sondern die äußerste nach den Umständen des Falles mögliche Sorgfalt. Als Maßstab sei die Sorgfalt eines besonders umsichtigen und sachkundigen Kraftfahrers heranzuziehen. Diese gebotene äußerste Sorgfalt sei dann beachtet, wenn der Fahrzeuglenker eine über die gewöhnliche Sorgfaltspflicht hinausgehende besondere Aufmerksamkeit, Geistesgegenwart und Umsicht gezeigt habe, die auch auf eine durch die Umstände nahegelegte Möglichkeit eines unrichtigen oder ungeschickten Verhaltens anderer Rücksicht nehme. Diese Sorgfaltspflicht dürfe aber nicht überspannt werden, solle eine vom Gesetzgeber nicht gewollte Erfolgshaftung vermieden werden.

Im vorliegenden Fall hänge der Entlastungsbeweis davon ab, ob von einem überdurchschnittlich sorgfältigen Kraftfahrer verlangt werden könne, daß er in der Situation des Erstbeklagten bereits auf das erste Überfahren der Fahrbahnmitte durch den Kläger mit einer Notmaßnahme, wie etwa einer Vollbremsung oder einem Verlenken des Fahrzeuges nach rechts, reagiert hätte. Dies sei zu verneinen. Es würde zu einer Überspannung der Sorgfaltspflicht führen, würde man von einem Kraftfahrzeuglenker verlangen, daß er auf jedes nur erdenkliche Fehlverhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers sofort mit Notmaßnahmen reagiere, auch wenn noch keine unmittelbar drohende Gefahrenlage geschaffen werde. Hier komme noch dazu, daß sich das vom Kläger gelenkte Fahrzeug nach dem ersten Überfahren der Fahrbahnmitte wieder nach rechts zurückbewegt habe. Damit habe für den Erstbeklagten nicht der geringste Grund zur Annahme bestanden, daß das entgegenkommende Fahrzeug nochmals über die Fahrbahnmitte fahren werde. Dem Erst- und der Zweitbeklagten sei daher der Entlastungsbeweis gemäß § 9 EKHG gelungen, womit ihre Haftung auch nach den Bestimmungen des EKHG ausgeschlossen sei.

Daran würde sich auch nichts ändern, sähe man den Entlastungsbeweis als mißlungen an. In diesem Fall träte die vom Fahrzeug des Erstbeklagten ausgehende gewöhnliche Betriebsgefahr gegenüber der außergewöhnlichen Betriebsgefahr des vom Kläger gelenkten PKW völlig in den Hintergrund, womit kein Anlaß bestünde, den Erstbeklagten und die Zweitbeklagte gemäß § 11 EKHG zum Schadensausgleich heranzuziehen.

Gegen diese Entscheidung des Berufungsgerichtes richtet sich die Revision des Klägers. Er bekämpft sie aus dem Revisionsgrund der unrichtigen rechtlichen Beurteilung mit dem Antrag, das angefochtene Urteil im Sinne der Stattgebung des gegen den Erstbeklagten und die Zweitbeklagte gerichteten Klagebegehrens abzuändern; hilfsweise stellt er einen Aufhebungsantrag.

Der Erst- und die Zweitbeklagte haben eine Revisionsbeantwortung mit dem Antrag erstattet, der Revision des Klägers keine Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist im Hinblick auf die Höhe des Streitgegenstandes, über den das Berufungsgericht entschieden hat, ohne die im § 503 Abs 2 ZPO normierte Einschränkung der Rechtsmittelgründe zulässig, sachlich aber nicht berechtigt. Der Kläger versucht in seiner Rechtsrüge darzutun, daß den Erstbeklagten ein Verschulden an dem hier zu beurteilenden Verkehrsunfall treffe, weil er beim ersten Überfahren der Fahrbahnmitte durch das Fahrzeug des Klägers nicht mit einer normalen Betriebsbremsung reagiert, sein Fahrzeug nicht etwas nach rechts gelenkt und nicht gehupt habe. Eine Haftungsbefreiung des Erstbeklagten nach § 9 Abs 2 EKHG komme nicht in Betracht, weil der Schaden unmittelbar auf eine von seinem Fahrzeug ausgehende außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen sei. Jedenfalls sei aber dem Erstbeklagten auf Grund des festgestellten Sachverhaltes der Entlastungsbeweis im Sinne des § 9 EKHG nicht gelungen. Dem kann nicht gefolgt werden.

Nach ständiger Rechtsprechung ist ein Kraftfahrer auch bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 7 Abs 2 StVO nicht verpflichtet, am äußersten rechten Fahrbahnrand zu fahren. Es ist ihm vielmehr auch in diesen Fällen die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zum rechten Fahrbahnrand zuzubilligen, der allerdings nicht jenes Maß überschreiten darf, das zur Vermeidung einer Personen- und Sachgefährdung erforderlich ist. Das Ausmaß dieses zulässigen rechtsseitigen Sicherheitsabstandes richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles, insbesondere der Breite, der Beschaffenheit und dem Verlauf der Fahrbahn udgl. (ZVR 1983/171; ZVR 1984/260 mwN uva). Nach diesen Gesichtspunkten ist der vom Erstbeklagten zum rechten Fahrbahnrand eingehaltene Seitenabstand von 66 cm nicht zu beanstanden, weil damit bei einer Fahrbahnbreite von 5,7 m für den Gegenverkehr eine Durchfahrtslücke von fast 3,5 m frei blieb, die für eine gefahrlose Begegnung mit einem PKW durchaus ausreichte.

Ebenso entspricht es ständiger Rechtsprechung, daß von einem entgegenkommenden Fahrzeug, selbst wenn es zunächst aus irgendeinem Grund nicht die ihm zukommende Fahrbahnhälfte benützt, die Rückkehr auf seine rechte Fahrbahnhälfte zu erwarten ist, es wäre denn, daß sich aus besonderen Gründen das Gegenteil ergibt (ZVR 1984/260; ZVR 1986/20 mwN uva). Wenn daher nach den Feststellungen der Vorinstanzen der PKW des Klägers erstmals auf die vom Erstbeklagten befahrene Fahrbahnhälfte abkam, und zwar der Sachlage nach in einer solchen Distanz, daß noch keine Kollisionsgefahr mit dem entgegenkommenden Fahrzeug bestand, durfte der Erstbeklagte zunächst mangels eines gegenteiligen Anhaltspunktes annehmen, daß der Lenker dieses Fahrzeuges wieder auf die ihm zukommende Fahrbahnhälfte zurückkehren werde, was er dann ja auch tatsächlich getan hat. Daraus folgt, daß das erste Überfahren der Fahrbahnmitte durch den vom Kläger gelenkten PKW keine Verpflichtung des Erstbeklagten begründete, auf dieses Verhalten sofort durch Einleitung eines Bremsmanövers zu reagieren. Auch die Abgabe eines Warnzeichens nach § 22 StVO war für den Erstbeklagten unter diesen Umständen nicht erforderlich, weil die Verkehrssicherheit dies nicht erforderte. Der Erstbeklagte, der wahrnahm, daß der vom Kläger gelenkte PKW nach dem ersten Überfahren der Fahrbahnmitte in ungefährlicher Distanz wieder auf die ihm zukommende Fahrbahnhälfte zurückkehrte, durfte vielmehr nach Wahrnehmung dieses Umstandes im Sinne des § 3 StVO darauf vertrauen, daß sich der Lenker dieses Kraftfahrzeuges auch weiterhin verkehrsgerecht verhalten werde. Als aber der vom Kläger gelenkte PKW sodann zum zweiten Mal die Fahrbahnmitte überfuhr und in die vom Erstbeklagten befahrene Fahrbahnhälfte eindrang, bestand für den Erstbeklagten, der darauf sofort mit einem Bremsmanöver reagierte, nach den Feststellungen der Vorinstanzen keine Möglichkeit mehr, den Unfall zu vermeiden.

Unter diesen Umständen haben die Vorinstanzen entgegen der in der Revision vertretenen Meinung ohne Rechtsirrtum ein Verschulden des Erstbeklagten an dem hier zu beurteilenden Verkehrsunfall verneint.

Aber auch die Beurteilung, daß der Erstbeklagte den ihm obliegenden Entlastungsbeweis im Sinne des § 9 EKHG erbracht hat, ist frei von Rechtsirrtum.

Wohl ist ein derartiger Entlastungsbeweis im Sinne des letzten Halbsatzes des § 9 Abs 2 EKHG ausgeschlossen, wenn der Unfall unmittelbar auf die durch das Verhalten eines nicht beim Betrieb tätigen Dritten ausgelöste außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen ist. Allein eine derartige außergewöhnliche Betriebsgefahr ging vom Fahrzeug des Erstbeklagten nicht aus. Sie ist nach ständiger Rechtsprechung dann anzunehmen, wenn die Gefahren, die regelmäßig und notwendig mit dem Betrieb eines Kraftfahrzeuges verbunden sind, durch das Hinzutreten besonderer, nicht schon im normalen Betrieb gelegener Umstände vergrößert werden. Der Unterschied zwischen gewöhnlicher und außergewöhnlicher Betriebsgefahr ist funktionell darin zu erblicken, daß zur gewöhnlichen Betriebsgefahr besondere Gefahrenmomente hinzutreten, die nach dem normalen Ablauf der Dinge nicht schon durch den gewöhnlichen Betrieb gegeben waren (ZVR 1984/129;

ZVR 1984/179 mwN uva). Wenn im vorliegenden Fall der Erstbeklagte nach den Feststellungen der Vorinstanzen als Reaktion auf das zweite Überfahren der Fahrbahnmitte durch den Kläger eine Vollbremsung seines PKW einleitete, wurde damit die von seinem PKW ausgehende Betriebsgefahr noch nicht zu einer außergewöhnlichen. Denn es steht nicht fest, daß der PKW des Erstbeklagten als Folge dieser Vollbremsung etwa unlenkbar wurde, ins Schleudern geriet oder auf die Gegenfahrbahn verrissen wurde. In derartigen Fällen wurde das Vorliegen einer außergewöhnlichen Betriebsgefahr angenommen (siehe dazu ZVR 1983/202 mwN ua). Im vorliegenden Fall handelte es sich jedoch um eine spurhaltende Vollbremsung des Erstbeklagten. Eine solche geht über den normalen Betrieb des Fahrzeuges nicht hinaus und begründet gegenüber einem entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer keine außergewöhnliche Betriebsgefahr im Sinne obiger Rechtsausführungen.

Die Vorschrift des § 9 Abs 2 letzter Halbsatz EKHG steht daher der Erbringung des Entlastungsbeweises durch den Erstbeklagten nicht entgegen.

Das Berufungsgericht hat den im § 9 Abs 2 EKHG normierten Sorgfaltsmaßstab im Sinne der ständigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes zutreffend definiert; seinen diesbezüglichen Ausführungen ist nichts hinzuzufügen. Es ist auch zutreffend davon ausgegangen, daß bei der Prüfung, ob im Sinne dieser Gesetzesstelle jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt beobachtet wurde, nicht rückblickend zu beurteilen ist, ob der Unfall bei anderem Verhalten vermieden worden wäre, sondern von der Sachlage vor dem Unfall auszugehen und auf dieser Grundlage zu beurteilen ist, ob der Kraftfahrer in dieser Lage die äußerst nach den Umständen zumutbare Verkehrssorgfalt beobachtet hat (ZVR 1985/25 mwN ua).

Zieht man unter diesen Gesichtspunkten in Betracht, daß einerseits das vom Kläger gelenkte Fahrzeug nach dem ersten Überschreiten der Fahrbahnmitte (in noch ungefährlicher Distanz) auf die ihm zukommende Fahrbahnhälfte zurückkehrte und damit für den Erstbeklagten überhaupt keine erkennbare Gefahrenlage mehr bestand und daß andererseits der Erstbeklagte auf das zweite Überfahren der Fahrbahnmitte durch den vom Kläger gelenkten PKW sofort mit der Einleitung einer Vollbremsung reagierte, dann aber keine Möglichkeit mehr hatte, den Unfall zu vermeiden, dann kann in der Rechtsansicht der Vorinstanzen, daß der Erstbeklagte im Sinne des § 9 Abs 2 EKHG jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt beachtete und daß die Beklagten im Sinne des § 9 EKHG von ihrer Haftung nach den Bestimmungen dieses Gesetzes frei sind, eine unrichtige rechtliche Beurteilung nicht erblickt werden.

Das gegen den Erstbeklagten und die Zweitbeklagte gerichtete Klagebegehren wurde daher mit Recht abgewiesen. Auf die Frage, ob und inwieweit sich der Kläger, der nicht der Halter des von ihm gelenkten Fahrzeuges war, die von diesem Fahrzeug ausgehende außergewöhnliche Betriebsgefahr anrechnen lassen muß, braucht nicht eingegangen zu werden.

Der Revision des Klägers muß unter diesen Umständen ein Erfolg versagt bleiben.

Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens beruht auf den §§ 41, 50 ZPO.

Anmerkung

E14994

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:0020OB00045.88.0830.000

Dokumentnummer

JJT_19880830_OGH0002_0020OB00045_8800000_000