Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob572/87 4Ob537/87 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070455

Geschäftszahl

1Ob572/87; 4Ob537/87; 7Ob565/88 (7Ob566/88); 8Ob555/89 (8Ob556/89); 9Ob92/03z

Entscheidungsdatum

25.03.1987

Norm

MRG §30 Abs2 Z7 B

Rechtssatz

Die Umwidmung von nur zur geschäftlichen Nutzung vermieteten Räumen in Räume, die überwiegend Wohnzwecken dienen, stellt den Kündigungsgrund dar.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 572/87
    Entscheidungstext OGH 25.03.1987 1 Ob 572/87
  • 4 Ob 537/87
    Entscheidungstext OGH 29.09.1987 4 Ob 537/87
    Auch; Veröff: RdW 1988,87 = MietSlg XXXIX/40
  • 7 Ob 565/88
    Entscheidungstext OGH 28.04.1988 7 Ob 565/88
  • 8 Ob 555/89
    Entscheidungstext OGH 21.09.1989 8 Ob 555/89
  • 9 Ob 92/03z
    Entscheidungstext OGH 27.08.2003 9 Ob 92/03z
    Beisatz: Die Beurteilung, welcher Zweck überwiegt, ist von den konkreten Umständen des jeweiligen Einzelfalles abhängig. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0070455

Zuletzt aktualisiert am

25.09.2008

Dokumentnummer

JJR_19870325_OGH0002_0010OB00572_8700000_001

Rechtssatz für 6Ob599/87 6Ob661/87 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070282

Geschäftszahl

6Ob599/87; 6Ob661/87; 8Ob1503/88; 7Ob565/88 (7Ob566/88); 3Ob507/89; 3Ob148/89; 1Ob705/89; 3Ob548/90; 1Ob576/90; 2Ob541/90; 7Ob574/90; 9Ob702/91; 7Ob634/91; 8Ob586/93; 2Ob577/93; 6Ob634/94; 2Ob2371/96g; 4Ob26/98x; 7Ob374/97v; 4Ob307/98w; 3Ob331/98t; 10Ob22/00h; 3Ob40/00d; 6Ob239/00s; 6Ob347/04d; 8Ob103/07s; 5Ob4/08m; 1Ob208/08g; 8Ob36/09s; 8Ob138/09s; 4Ob231/10i; 3Ob62/13h; 3Ob43/14s; 3Ob153/14t; 6Ob50/15v; 1Ob156/15w; 10Ob10/16t; 8Ob115/15t; 3Ob160/16z; 3Ob12/17m; 5Ob98/18z; 6Ob129/18s; 4Ob63/19x

Entscheidungsdatum

21.05.1987

Norm

MRG §33 Abs1

Rechtssatz

Die Zulässigkeit einer Aufkündigung ist nur nach dem Zeitpunkt ihrer Zustellung zu beurteilen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 599/87
    Entscheidungstext OGH 21.05.1987 6 Ob 599/87
  • 6 Ob 661/87
    Entscheidungstext OGH 22.10.1987 6 Ob 661/87
    Beisatz: Doch ist zur Beurteilung des Mangels eines schutzwürdigen Interesses auch die Sachlage heranzuziehen, wie sie sich bis zum Schluss der mündlichen Verhandlung erster Instanz ergeben hat, soferne diese Entwicklung Rückschlüsse darauf zulässt, dass der Kündigungsgrund schon im Zeitpunkt der Aufkündigung gegeben war. (T1) Veröff: MietSlg XXXIX/49
  • 8 Ob 1503/88
    Entscheidungstext OGH 11.02.1988 8 Ob 1503/88
    Beisatz: Die Weitergabe des Bestandobjekts muss daher in diesem Zeitpunkt gegeben sein. (T2)
  • 7 Ob 565/88
    Entscheidungstext OGH 28.04.1988 7 Ob 565/88
    Beis wie T1; Beisatz: Hier: Verwendet ein Mieter die Bestandräumlichkeiten zu einem anderen als dem vereinbarten geschäftlichen Zweck, so ist hiefür der Zeitpunkt der Aufkündigung maßgebend. (T3) Veröff: WoBl 1989,117
  • 3 Ob 507/89
    Entscheidungstext OGH 24.05.1989 3 Ob 507/89
    Beis wie T1
  • 3 Ob 148/89
    Entscheidungstext OGH 13.12.1989 3 Ob 148/89
    Vgl; Veröff: EvBl 1990/95 S 468
  • 1 Ob 705/89
    Entscheidungstext OGH 21.02.1990 1 Ob 705/89
    Beis wie T2; Beisatz: Eine verfrühte Aufkündigung kann selbst durch spätere Entwicklungen nachträglich nicht gerechtfertigt werden. (T4) Veröff: RZ 1990/82 S 201
  • 3 Ob 548/90
    Entscheidungstext OGH 18.04.1990 3 Ob 548/90
  • 1 Ob 576/90
    Entscheidungstext OGH 02.05.1990 1 Ob 576/90
  • 2 Ob 541/90
    Entscheidungstext OGH 11.07.1990 2 Ob 541/90
  • 7 Ob 574/90
    Entscheidungstext OGH 20.09.1990 7 Ob 574/90
  • 9 Ob 702/91
    Entscheidungstext OGH 24.04.1991 9 Ob 702/91
    Beisatz: Daraus ist aber nicht zu folgern, dass der vereinbarte Kündigungsgrund zu diesem Zeitpunkt bereits eingetreten sein musste. So muss der Kündigende nicht seine Obdachlosigkeit abwarten, bevor er den vereinbarten Eigenbedarf geltend machen kann. (T5)
  • 7 Ob 634/91
    Entscheidungstext OGH 20.02.1992 7 Ob 634/91
    Beis wie T1; Beis wie T3; Beisatz: Nur ausnahmsweise kann, etwa beim Wegfall des Kündigungsgrundes des Eigenbedarfes, von diesem Grundsatz abgegangen werden. (T6) Veröff: WoBl 1993,32
  • 8 Ob 586/93
    Entscheidungstext OGH 30.09.1993 8 Ob 586/93
    Beis wie T6; Veröff: WoBl 1994,29
  • 2 Ob 577/93
    Entscheidungstext OGH 30.09.1993 2 Ob 577/93
  • 6 Ob 634/94
    Entscheidungstext OGH 27.10.1994 6 Ob 634/94
  • 2 Ob 2371/96g
    Entscheidungstext OGH 04.09.1997 2 Ob 2371/96g
    Auch
  • 4 Ob 26/98x
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 4 Ob 26/98x
    Auch
  • 7 Ob 374/97v
    Entscheidungstext OGH 10.03.1998 7 Ob 374/97v
    Auch; Beis wie T6; Beisatz: Nach den Verhältnissen zur Zeit ihres Zuganges an den Erklärungsgegner. (T7)
  • 4 Ob 307/98w
    Entscheidungstext OGH 15.12.1998 4 Ob 307/98w
    Auch; Beis wie T6; Veröff: SZ 71/211
  • 3 Ob 331/98t
    Entscheidungstext OGH 15.09.1999 3 Ob 331/98t
  • 10 Ob 22/00h
    Entscheidungstext OGH 23.03.2000 10 Ob 22/00h
    Beisatz: Ein sich erst nach dem Zugang der Kündigung an den Kündigungsgegner erfüllender Sachverhalt, mag er auch denselben Kündigungstatbestand erfüllen, der in der Kündigung ausgeführt wurde, kann eine voreilige Aufkündigung im Nachhinein nicht rechtfertigen. (T8)
  • 3 Ob 40/00d
    Entscheidungstext OGH 20.09.2000 3 Ob 40/00d
    Beis wie T1; Beisatz: Die Rechtsansicht, der Kündigungsgrund sei gegeben, weil die vorübergehende Stilllegung eines Geschäftsbetriebes den Kündigungsgrund des § 30 Abs 2 Z 7 MRG nur dann ausschließe, wenn schon im maßgeblichen Zeitpunkt der Zustellung der Aufkündigung die Wiederaufnahme regelmäßiger geschäftlicher Tätigkeit feststeht, kann in dieser Allgemeinheit nicht geteilt werden; vor allem, wenn besondere Gründe dafür vorliegen, dass es erst später möglich oder zumindest sinnvoll ist, die Entscheidung über die Wiederaufnahme der geschäftlichen Tätigkeit zu treffen. (T9)
  • 6 Ob 239/00s
    Entscheidungstext OGH 14.12.2000 6 Ob 239/00s
    Auch
  • 6 Ob 347/04d
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 6 Ob 347/04d
    Beisatz: Hier: Kündigungsgrund des Fehlens einer regelmäßigen geschäftlichen Tätigkeit im Mietobjekt (§ 30 Abs 2 Z 7 MRG). (T10)
  • 8 Ob 103/07s
    Entscheidungstext OGH 11.10.2007 8 Ob 103/07s
    Vgl auch
  • 5 Ob 4/08m
    Entscheidungstext OGH 22.01.2008 5 Ob 4/08m
    Beisatz: Bei einer Eigenbedarfskündigung nach § 30 Abs 2 Z 9 MRG reicht es aus, dass mit Sicherheit oder höchster Wahrscheinlichkeit in nächster Zukunft - hier zwei Monate nach Zustellung der Aufkündigung - die Obdachlosigkeit des Vermieters bevorsteht. Es ist nicht Voraussetzung, dass der Vermieter im Zeitpunkt der Einbringung der Aufkündigung bereits obdachlos ist. (T11)
  • 1 Ob 208/08g
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 1 Ob 208/08g
    Auch; Beisatz: Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung des Vorliegens eines Kündigungsgrundes ist im Allgemeinen der Zeitpunkt der Zustellung der Aufkündigung an den Kündigungsgegner. (T12)
  • 8 Ob 36/09s
    Entscheidungstext OGH 18.06.2009 8 Ob 36/09s
    Auch; Beisatz: Die Beurteilung des Vorliegens der Kündigungsgründe hat bezogen auf den Zeitpunkt der Zustellung der Aufkündigung zu erfolgen. (T13)
  • 8 Ob 138/09s
    Entscheidungstext OGH 18.02.2010 8 Ob 138/09s
    Auch
  • 4 Ob 231/10i
    Entscheidungstext OGH 23.03.2011 4 Ob 231/10i
    Auch; Beis wie T2; Beis wie T12
  • 3 Ob 62/13h
    Entscheidungstext OGH 15.05.2013 3 Ob 62/13h
    Auch; Beis wie T12; Beis wie T13
  • 3 Ob 43/14s
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 3 Ob 43/14s
    Auch; Beis wie T12
  • 3 Ob 153/14t
    Entscheidungstext OGH 18.12.2014 3 Ob 153/14t
    Auch
  • 6 Ob 50/15v
    Entscheidungstext OGH 27.04.2015 6 Ob 50/15v
    Auch
  • 1 Ob 156/15w
    Entscheidungstext OGH 27.08.2015 1 Ob 156/15w
  • 10 Ob 10/16t
    Entscheidungstext OGH 15.03.2016 10 Ob 10/16t
    Beis wie T4
  • 8 Ob 115/15t
    Entscheidungstext OGH 19.02.2016 8 Ob 115/15t
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T8
  • 3 Ob 160/16z
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 3 Ob 160/16z
    Vgl auch
  • 3 Ob 12/17m
    Entscheidungstext OGH 04.07.2017 3 Ob 12/17m
    Beis wie T4; Beis wie T8
  • 5 Ob 98/18z
    Entscheidungstext OGH 03.10.2018 5 Ob 98/18z
    Auch; Beis wie T10
  • 6 Ob 129/18s
    Entscheidungstext OGH 25.10.2018 6 Ob 129/18s
    Beis wie T11
  • 4 Ob 63/19x
    Entscheidungstext OGH 25.04.2019 4 Ob 63/19x

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0070282

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

17.06.2019

Dokumentnummer

JJR_19870521_OGH0002_0060OB00599_8700000_001

Rechtssatz für 7Ob615/87 7Ob565/88 (7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070320

Geschäftszahl

7Ob615/87; 7Ob565/88 (7Ob566/88); 1Ob538/89; 7Ob549/91; 6Ob583/91; 7Ob634/91; 1Ob123/97p; 7Ob319/00p; 4Ob138/01z; 1Ob278/03v; 6Ob347/04d; 2Ob178/06z; 6Ob156/11a; 3Ob244/12x; 6Ob134/14w; 8Ob131/14v; 10Ob105/15m; 5Ob180/16f; 5Ob98/18z

Entscheidungsdatum

09.07.1987

Norm

MRG §30 Abs2 Z6 D
MRG §30 Abs2 Z7 D

Rechtssatz

Insoweit ein schutzwürdiges Interesse zu beurteilen ist, sind auch nicht bloß die Umstände im Zeitpunkt der Aufkündigung maßgebend, es sind vielmehr auch die während des Verfahrens eingetretenen Entwicklungen zu berücksichtigen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 615/87
    Entscheidungstext OGH 09.07.1987 7 Ob 615/87
    Veröff: MietSlg 39458
  • 7 Ob 565/88
    Entscheidungstext OGH 28.04.1988 7 Ob 565/88
    Auch; Veröff: WoBl 1989,117
  • 1 Ob 538/89
    Entscheidungstext OGH 01.03.1989 1 Ob 538/89
    Auch
  • 7 Ob 549/91
    Entscheidungstext OGH 27.06.1991 7 Ob 549/91
    Auch; Beisatz: Bei Kündigungsgründen, die eine Zukunftsprognose erfordern bis zum Zeitpunkt des Schlusses der mündlichen Streitverhandlung. (T1)
  • 6 Ob 583/91
    Entscheidungstext OGH 12.09.1991 6 Ob 583/91
  • 7 Ob 634/91
    Entscheidungstext OGH 20.02.1992 7 Ob 634/91
    Beis wie T1; Veröff: WoBl 1993,32
  • 1 Ob 123/97p
    Entscheidungstext OGH 15.07.1997 1 Ob 123/97p
    Auch; Beis wie T1
  • 7 Ob 319/00p
    Entscheidungstext OGH 23.01.2001 7 Ob 319/00p
    Auch
  • 4 Ob 138/01z
    Entscheidungstext OGH 12.06.2001 4 Ob 138/01z
    Auch; Beisatz: Berücksichtigung der bis zum Schluss der mündlichen Streitverhandlung eingetretenen Entwicklung der Sachlage ist geboten. (T2)
  • 1 Ob 278/03v
    Entscheidungstext OGH 16.12.2003 1 Ob 278/03v
    Auch
  • 6 Ob 347/04d
    Entscheidungstext OGH 17.02.2005 6 Ob 347/04d
  • 2 Ob 178/06z
    Entscheidungstext OGH 21.09.2006 2 Ob 178/06z
    Auch
  • 6 Ob 156/11a
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 156/11a
    Vgl auch
  • 3 Ob 244/12x
    Entscheidungstext OGH 20.02.2013 3 Ob 244/12x
  • 6 Ob 134/14w
    Entscheidungstext OGH 17.09.2014 6 Ob 134/14w
  • 8 Ob 131/14v
    Entscheidungstext OGH 23.01.2015 8 Ob 131/14v
    Beisatz: Ein schutzwürdiges Interesse an der Aufrechterhaltung des Mietvertrags ist vom Mieter nachzuweisen. (T3)
  • 10 Ob 105/15m
    Entscheidungstext OGH 19.01.2016 10 Ob 105/15m
  • 5 Ob 180/16f
    Entscheidungstext OGH 25.10.2016 5 Ob 180/16f
  • 5 Ob 98/18z
    Entscheidungstext OGH 03.10.2018 5 Ob 98/18z

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0070320

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

30.11.2018

Dokumentnummer

JJR_19870709_OGH0002_0070OB00615_8700000_002

Rechtssatz für 4Ob537/87 7Ob565/88 (7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0070397

Geschäftszahl

4Ob537/87; 7Ob565/88 (7Ob566/88); 2Ob562/88; 2Ob553/89; 8Ob555/89 (8Ob556/89); 8Ob512/93; 8Ob1647/93 (8Ob1648/93); 3Ob534/94; 4Ob506/96; 4Ob2261/96w; 2Ob5/97t; 5Ob245/97h; 9Ob241/97z

Entscheidungsdatum

29.09.1987

Norm

MRG §30 Abs2 Z7 B
MRG §30 Abs2 Z7 C

Rechtssatz

Die Gleichwertigkeit ist am Wesen des Kündigungsgrundes nach § 30 Abs 2 Z 7 MRG, nämlich des Wegfalles eines schutzwürdigen Interesses des Mieters an der Aufrechterhaltung des Mietverhältnisses, zu prüfen. Verlegt der Mieter seinen Geschäftsbetrieb anderswohin und benützt er den Mietgegenstand nur noch für minderwertige Zwecke, als Archiv, Lager oder Abstellraum, dann ist Gleichwertigkeit nicht gegeben; wurde der Mietgegenstand aber von Anfang an nur für periphere und nicht für zentrale Zwecke des Geschäftsbetriebes verwendet, dann kann die Verwendung zu anderen peripheren Zwecken nicht schaden. Fehlt aber eine regelmäßige geschäftliche Tätigkeit, so ist der Kündigungsgrund verwirklicht.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 537/87
    Entscheidungstext OGH 29.09.1987 4 Ob 537/87
    Veröff: MietSlg XXXIX/41
  • 7 Ob 565/88
    Entscheidungstext OGH 28.04.1988 7 Ob 565/88
    Auch; nur: Die Gleichwertigkeit ist am Wesen des Kündigungsgrundes nach § 30 Abs 2 Z 7 MRG, nämlich des Wegfalles eines schutzwürdigen Interesses des Mieters an der Aufrechterhaltung des Mietverhältnisses, zu prüfen. (T1) Beisatz: Die Umwidmung von nur zur geschäftlichen Nutzung vermieteten Räumen in Räume, die überwiegend Wohnzwecken dienen, stellt den Kündigungsgrund dar. (T2)
  • 2 Ob 562/88
    Entscheidungstext OGH 12.07.1988 2 Ob 562/88
    nur: Fehlt aber eine regelmäßige geschäftliche Tätigkeit, so ist der Kündigungsgrund verwirklicht. (T3)
  • 2 Ob 553/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 2 Ob 553/89
    nur T1
  • 8 Ob 555/89
    Entscheidungstext OGH 21.09.1989 8 Ob 555/89
    Auch
  • 8 Ob 512/93
    Entscheidungstext OGH 22.04.1993 8 Ob 512/93
    Auch
  • 8 Ob 1647/93
    Entscheidungstext OGH 14.10.1993 8 Ob 1647/93
    nur T3
  • 3 Ob 534/94
    Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 534/94
    nur: Die Gleichwertigkeit ist am Wesen des Kündigungsgrundes nach § 30 Abs 2 Z 7 MRG, nämlich des Wegfalles eines schutzwürdigen Interesses des Mieters an der Aufrechterhaltung des Mietverhältnisses, zu prüfen. Verlegt der Mieter seinen Geschäftsbetrieb anderswohin und benützt er den Mietgegenstand nur noch für minderwertige Zwecke, als Archiv, Lager oder Abstellraum, dann ist Gleichwertigkeit nicht gegeben. (T4)
  • 4 Ob 506/96
    Entscheidungstext OGH 16.01.1996 4 Ob 506/96
    Auch
  • 4 Ob 2261/96w
    Entscheidungstext OGH 01.10.1996 4 Ob 2261/96w
    Auch; nur T4; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Verwendung eines Teehauses als Pizzeria - gleichwertig. (T5)
  • 2 Ob 5/97t
    Entscheidungstext OGH 13.02.1997 2 Ob 5/97t
    nur: Verlegt der Mieter seinen Geschäftsbetrieb anderswohin und benützt er den Mietgegenstand nur noch für minderwertige Zwecke, als Archiv, Lager oder Abstellraum, dann ist Gleichwertigkeit nicht gegeben. (T6)
  • 5 Ob 245/97h
    Entscheidungstext OGH 08.07.1997 5 Ob 245/97h
    Ähnlich
  • 9 Ob 241/97z
    Entscheidungstext OGH 22.10.1997 9 Ob 241/97z
    nur T1; nur T3; Beisatz: Hier: Die Verwendung als "Spiel-Treff" mit 24-stündiger Öffnungszeit ist nicht gleichwertig mit Verwendung als Verkaufslokal für Damenmoden. (T7) Veröff: SZ 70/218

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0070397

Zuletzt aktualisiert am

25.09.2008

Dokumentnummer

JJR_19870929_OGH0002_0040OB00537_8700000_004

Entscheidungstext 7Ob565/88 (7Ob566/88)

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

7Ob565/88 (7Ob566/88)

Entscheidungsdatum

28.04.1988

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Flick als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Wurz, Dr. Warta, Dr. Egermann und Dr. Niederreiter als Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Dr. Robert B***, Rechtsanwalt, Wien 1., Dominikanerbastei 17, wider die beklagte Partei Christa N***, Hausfrau, Gansbach, Pinnenhöfen 8, vertreten durch Dr. Martin Riedl, Rechtsanwalt in Wien, sowie die auf Seite der Beklagten beigetretene Nebenintervenientin Y*** Gesellschaft m. b.H., Wien 6., Gumpendorferstraße 91/1 und IV, vertreten durch Dr. Heinz Wilhelm Stenzel, Rechtsanwalt in Wien, wegen Aufkündigung, infolge der Revisionen der beklagten Partei und der Nebenintervenientin gegen das Urteil des Landesgerichtes für Zivilrechtssachen Wien als Berufungsgerichtes vom 26. August 1987, GZ. 41 R 376/87-40, womit infolge der Berufungen der beklagten Partei und der Nebenintervenientin das Urteil des Bezirksgerichtes Innere Stadt Wien vom 2. April 1987, GZ. 42 C 65/85 (42 C 622/85)-31, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Den Revisionen wird nicht Folge gegeben.

Die Beklagte ist schuldig, dem Kläger die mit 2.719,20 S bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens (darin 247,20 S Umsatzsteuer) binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

 

Der Kläger ist Eigentümer des Hauses Wien 6., Gumpendorferstraße 91. In diesem Haus hat die Beklagte mit zwei getrennten Verträgen zwei verschiedene Objekte gemietet, und zwar die Wohnung Nr.1 als Büroräumlichkeit und das Lokal Nr.IV. Bezüglich des Lokales IV war vereinbart, daß die Mieterin das Recht hat, in diesem Bestandobjekt eine Tierhandlung zu eröffnen (Kleintiere). In der Folge verwendete die Beklagte das Bestandobjekt Tür Nr.1 als Schuranstalt und Nr.IV als Zoohandlung. Als sich die Zoohandlung als unrentabel erwies, beschloß die Beklagte, das Lokal Nr.IV in eine Imbißstube umzuwandeln. Gegen diese Umwandlung hatte der Kläger nichts einzuwenden. Es wurde von keinem der Teile damals daran gedacht, die Imbißstube auf eine Bar auszudehnen. Vielmehr war zwischen den Streitteilen klar, daß es sich um eine übliche Imbißstube handeln würde, die keinen Nachtbetrieb beinhaltet. An einen Animierbetrieb war nicht gedacht. Das Objekt Nr.1 wurde zunächst weiter als Schuranstalt und in der Folge als Lager benützt. Dazu hat der Kläger keine Zustimmung erteilt. Die Beklagte hat mit ihm diesbezüglich auch keine Rücksprache genommen.

Nach einer Beschädigung des Objektes IV faßte die Beklagte den Entschluß, es nach Durchführung der Renovierungsarbeiten in eine Bar bzw. in ein Pub umzuwandeln. An die Führung eines Bordells war nicht gedacht. Das Objekt Nr.1 wurde weiter als Lager belassen, in der Folge jedoch, ohne Rücksprache mit dem Kläger, in eine Wohnung mit Bad, WC und Zimmern umgebaut. Die Beklagte versuchte, den Kläger zur Zustimmung zur Umwandlung in eine Bar zu bewegen, doch kam es diesbezüglich zu keiner Einigung.

Mit Vertrag vom 10.1.1985 verkaufte die Beklagte, als Inhaberin des gastgewerblichen Unternehmens mit Standort Wien 6., Gumpendorferstraße 91 und Eigentümerin aller Einrichtungen, Maschinen, Betriebsmittel und des Inventars, das sich in den gewidmeten Räumlichkeiten top.Nr.1 und IV befindliche Unternehmen samt Inventar der Nebenintervenientin. Der Kaufpreis sollte in Raten bezahlt werden, wurde bisher jedoch nur zum Teil entrichtet. Nach Punkt V dieses Kaufvertrages verpflichtete sich die Beklagte "aus Anlaß dieser Unternehmensübertragung, die dem Unternehmen gewidmeten Mietrechte an diesem Mietgegenstand an den Nebenintervenienten nach endgültiger und vollständiger Bezahlung des Kaufpreises unverzüglich abzutreten und alle hiefür notwendigen Erklärungen gegenüber dem Hauseigentümer abzugeben".

Seit Anfang 1985 betrieb der Nebenintervenient im Bestandobjekt Nr.IV eine Bar mit Animierbetrieb, wobei er das Objekt Nr.1 als Bordell verwendete. Von außen war das Lokal Nr.IV durch eine rote Aufschrift "Bar" gekennzeichnet, die durch rote Leuchtschrift umrandet war. Das Objekt Nr.1 war durch eine goldene Türe gekennzeichnet und innen mit Plüsch ausgeschlagen sowie mit einer Bar und zwei Doppelbetten ausgestattet. Als die Beklagte vom Kläger unter Androhung der Kündigung aufgefordert wurde, den Bordellbetrieb abzustellen, verlangte sie dies von der Nebenintervenientin und zog ihr Ansuchen auf Änderung der Betriebsart des Gastgewerbes in eine Bar zurück. Die Nebenintervenientin reagierte auf dieses Verlangen nicht und beantragte beim Magistratischen Bezirksamt für den 6. und 7. Bezirk die Umwidmung des Gastgewerbes in einen Barbetrieb. Trotz ablehnender Stellungnahme des Klägers wurde diese Umwidmung behördlich genehmigt. Erst im Zuge des vorliegenden Kündigungsverfahrens wurde der Animier- und Bordellbetrieb in eine Grillimbißstube umgestellt. Die Wohnung Nr.1 wird nunmehr für Wohnzwecke verwendet.

Die Vorinstanzen haben die beiden auf § 30 Abs.2 Z 7 MRG gestützten Aufkündigungen bezüglich beider Objekte mit der Begründung für rechtswirksam erklärt, die nunmehrige Verwendung dieser Objekte könne nicht als eine der im Mietvertrag vereinbarten Verwendungsart gleichwertige angesehen werden. Maßgebend sei der Zeitpunkt der Einbringung der Kündigung. Die Passivlegitimation der Beklagten sei zu bejahen, weil die Mietrechtsübertragung von der vollständigen Bezahlung des Kaufpreises abhängig gemacht worden sei und die Nebenintervenientin den Kaufpreis noch nicht vollständig bezahlt habe.

Das Berufungsgericht hat ausgesprochen, daß der Wert des Streitgegenstandes bezüglich beider Bestandobjekte je 300.000 S übersteigt.

Rechtliche Beurteilung

Die von der Beklagten und von der Nebenintervenientin wegen unrichtiger rechtlicher Beurteilung, von der Beklagten auch wegen Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens, erhobenen Revisionen sind nicht gerechtfertigt.

Richtig ist, daß die Veräußerung eines Unternehmens gemäß § 12 Abs.3 MRG den Eintritt des Unternehmenserwerbers in das Mietverhältnis über die Geschäftsräume, in denen das Unternehmen betrieben wird, selbst gegen den Willen des bisherigen und des neuen Mieters bewirkt (Würth in Rummel Rz 7 zu § 12 MRG). Voraussetzung ist allerdings die Veräußerung eines lebenden Unternehmens und vor allem die Identität des veräußerten Unternehmens mit demjenigen, das der Erwerber betreibt.

Im vorliegenden Fall kann jedoch eine Prüfung der Frage, inwieweit tatsächlich die Veräußerung eines lebenden Unternehmens stattgefunden hat, auf sich beruhen. § 12 Abs.3 MRG hat nämlich den endgültigen Übergang des Unternehmens auf den Erwerber im Auge. Durch diese Bestimmung soll verhindert werden, daß sogenannte gespaltene Schuldverhältnisse entstehen. Steht fest, daß sich der bisherige Mieter seines Unternehmens endgültig und unwiderruflich begeben hat, so soll er auch nicht die Mietrechte weiterhin behalten. Solange er dagegen noch die Möglichkeit hätte, die Übertragung des Unternehmens rückgängig zu machen, sind nach dem Sinn der zitierten Gesetzesstelle die Voraussetzungen für einen Mietrechtsübergang nicht gegeben. Für die Anwendbarkeit des § 12 Abs.3 MRG ist der Eigentümerwechsel entscheidend (MietSlg. 37.279). Bezüglich des behaupteten Eintrittes in die Mietrechte der Beklagten beruft sich die Nebenintervenientin ausschließlich auf den Kaufvertrag vom 3.1.1985 (Beilage ./B). Auch in ihrer Revision wird nur auf diesen Vertrag Bezug genommen. Hiebei identifiziert sich die Nebenintervenientin mit dem Inhalt dieses Vertrages. Nun ergibt sich aber aus dessen Punkt VII, daß der Verkäuferin das Eigentum am Kaufgegenstand bis zur Bezahlung des gesamten Kaufpreises einschließlich der Wertsicherungsbeträge vorbehalten bleibt. Das heißt, daß das Eigentum an dem Unternehmen vor endgültiger Bezahlung des Kaufpreises nicht an die Nebenintervenientin übergegangen sein kann. Nach den getroffenen Feststellungen hat aber die Nebenintervenientin bisher den vollen Kaufpreis nicht bezahlt. Sie ist daher nicht Eigentümerin des Unternehmens geworden, sodaß, wie bereits oben dargelegt wurde, die Voraussetzungen des § 12 Abs.3 MRG für einen Übergang der Mietrechte an sie nicht vorliegen. Mit Recht haben daher die Vorinstanzen die Passivlegitimation der Beklagten bejaht.

Mit ihrer Mängelrüge macht die Beklagte in Wahrheit nur Feststellungsmängel geltend, weshalb diese Rüge ebenfalls der Rechtsrüge zuzuordnen ist.

Der Kündigungsgrund des § 30 Abs.2 Z 7 MRG setzt das Fehlen einer regelmäßig geschäftlichen Tätigkeit entweder in der vereinbarten Form und Intensität oder wenigstens in einer gleichwertigen Form voraus (Würth in Rummel, Rz 34 zu § 30 MRG, MietSlg. 35.369 u.a.). Die Umwidmung von nur zur geschäftlichen Nutzung vermieteten Räumen in Räume, die überwiegend Wohnzwecken dienen, stellt den Kündigungsgrund dar (1 Ob 572/87, 4 Ob 537/87 u.a.). Dies zeigt aber, daß bezüglich des Objektes Nr.1 der Kündigungsgrund des § 30 Abs.2 Z 7 MRG auf jeden Fall gegeben ist, weil dieses Objekt für geschäftliche Zwecke vermietet wurde und derzeit als Wohnung verwendet wird. Die Argumentation der Nebenintervenientin, ihr Geschäftsführer benötige unbedingt Aufenthaltsräume, um seinen Betrieb im Objekt IV führen zu können, übersieht, daß ein Mieter, der Räume für geschäftliche Zwecke mietet, nicht berechtigt ist, diese Räume widmungswidrig zu verwenden, weshalb er auch nicht das Recht hat, sie als Wohnräume in einen anderen geschäftlichen Betrieb miteinzubeziehen. Da das Objekt Nr.1 nach wie vor als Wohnung verwendet wird, erübrigt sich diesbezüglich ein Eingehen auf die Frage, auf welchen Zeitpunkt bei der Prüfung des Vorliegens des Kündigungsgrundes abzustellen ist. Bezüglich dieses Objektes hat sich nämlich die Situation zwischen der Einbringung der Kündigung und dem Schluß der Verhandlung erster Instanz nicht entscheidend verändert. Das Objekt IV wurde zum Zeitpunkt der Einbringung der Kündigung und auch noch erhebliche Zeit danach auf eine Art verwendet, die mit der im Mietvertrag vereinbarten Verwendung nichts gemein hat. Die Revisionswerber können daher nicht ernsthaft bestreiten, daß zum Zeitpunkt der Aufkündigung der herangezogene Kündigungstatbetand erfüllt war. In Kündigungsstreitigkeiten ist jedoch die Zulässigkeit einer Aufkündigung grundsätzlich nach dem Zeitpunkt ihrer Zustellung zu beurteilen. Nur ausnahmsweise kann etwa beim Wegfall des Kündigungsgrundes des Eigenbedarfes, von diesem Grundsatz abgegangen werden (Würth in Rummel Rz 5 zu § 33 MRG, MietSlg. 35.388, 28.395 u. .e. Insbesondere dort, wo nach dem Gesetz Entwicklungsprognosen zu stellen sind, wird der Entwicklung bis zum Schluß der Verhandlung erster Instanz Rechnung getragen werden müssen. Verwendet jedoch ein Mieter die Bestandräumlichkeiten zu einem anderen als dem vereinbarten geschäftlichen Zweck, so ist hiefür der Zeitpunkt der Aufkündigung maßgebend. Nur zur Beurteilung des Mangels eines schutzwürdigen Interesses ist auch die Sachlage heranzuziehen, wie sie sich bis zum Schluß der mündlichen Verhandlung erster Instanz ergeben hat, soferne die Entwicklung Rückschlüsse darauf zuläßt, daß der Kündigungsgrund schon im Zeitpunkt der Aufkündigung gegeben war (6 Ob 661/87). Die Tatsache, daß die Nebenintervenientin unter dem Druck der Aufkündigung im Objekt IV nunmehr eine Tätigkeit entwickelt, die angeblich der im Mietvertrag vereinbarten geschäftlichen Tätigkeit entsprechen soll, läßt keinesfalls Rückschlüsse auf das Bestehen eines schutzwürdigen Interesses zum Zeitpunkt der Aufkündigung zu. Mit Recht haben daher die Vorinstanzen auf die Entwicklung seit der Aufkündigung nicht Bedacht genommen.

Die Kostenentscheidung gründet sich auf die §§ 41 und 50 ZPO.

Anmerkung

E14224

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1988:0070OB00565.88.0428.000

Dokumentnummer

JJT_19880428_OGH0002_0070OB00565_8800000_000