Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 3Ob417/56 2Ob146/72 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0044681

Geschäftszahl

3Ob417/56; 2Ob146/72; 1Ob148/74; 7Ob28/76; 6Ob621/84; 8Ob699/86; 10Ob89/97d; 9ObA351/98b; 9ObA349/98h; 5Ob11/04k; 1Ob251/04z; 7Ob99/05t; 2Ob8/06z; 7Ob62/09g; 6Ob120/11g; 4Ob139/17w

Entscheidungsdatum

05.09.1956

Norm

ZPO §543

Rechtssatz

Kommt das Berufungsgericht zu dem Ergebnis, dass die Wiederaufnahmsklage, über die das Erstgericht mit Urteil entschieden hat, auf keinen gesetzlichen Anfechtungsgrund gestützt ist, so hat es aus Anlass der Berufung das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage mit Beschluss zurückzuweisen.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 417/56
    Entscheidungstext OGH 05.09.1956 3 Ob 417/56
    Veröff: JBl 1957 H10,270
  • 2 Ob 146/72
    Entscheidungstext OGH 19.10.1972 2 Ob 146/72
    Veröff: SZ 45/109 = EvBl 1973/164 S 355
  • 1 Ob 148/74
    Entscheidungstext OGH 18.09.1974 1 Ob 148/74
    Veröff: SZ 47/99 = EvBl 1975/93 S 187
  • 7 Ob 28/76
    Entscheidungstext OGH 13.05.1976 7 Ob 28/76
    Veröff: SZ 49/67 = JBl 1976,599
  • 6 Ob 621/84
    Entscheidungstext OGH 24.10.1984 6 Ob 621/84
  • 8 Ob 699/86
    Entscheidungstext OGH 12.03.1987 8 Ob 699/86
    Vgl aber; Veröff: JBl 1989,186
  • 10 Ob 89/97d
    Entscheidungstext OGH 12.08.1997 10 Ob 89/97d
    Vgl auch
  • 9 ObA 351/98b
    Entscheidungstext OGH 20.01.1999 9 ObA 351/98b
    Vgl auch; Beisatz: Das Fehlen der Zulässigkeitsvoraussetzungen für die Wiederaufnahmsklage ist auch noch im Berufungsverfahren und im Revisionsverfahren von Amts wegen wahrzunehmen. (T1); Beisatz: Das Berufungsgericht oder Revisionsgericht hat nicht nur die Urteile der Vorinstanzen sondern auch das ihnen vorangegangene Verfahren als nichtig aufzuheben. (T2)
  • 9 ObA 349/98h
    Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 ObA 349/98h
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T2
  • 5 Ob 11/04k
    Entscheidungstext OGH 10.02.2004 5 Ob 11/04k
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T2
  • 1 Ob 251/04z
    Entscheidungstext OGH 22.02.2005 1 Ob 251/04z
    Beisatz: Die Zulässigkeit der Wiederaufnahmsklage (auch des Aufhebungsverfahrens) stellt eine vom Gesetzgeber an eng umgrenzte Voraussetzungen geknüpfte Ausnahme von der aus der Rechtskraft der Vorentscheidung abgeleiteten Einmaligkeitswirkung dar. Liegen die hiefür erforderlichen Voraussetzungen nicht vor, ist ein dessen ungeachtet durchgeführtes Verfahren (und zwar auch schon das Aufhebungsverfahren) wegen des darin liegenden Verstoßes gegen die Einmaligkeitswirkung des Vorprozesses nichtig. (T3)
  • 7 Ob 99/05t
    Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 99/05t
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 8/06z
    Entscheidungstext OGH 31.08.2006 2 Ob 8/06z
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T3
  • 7 Ob 62/09g
    Entscheidungstext OGH 01.07.2009 7 Ob 62/09g
  • 6 Ob 120/11g
    Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 120/11g
  • 4 Ob 139/17w
    Entscheidungstext OGH 21.11.2017 4 Ob 139/17w
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0044681

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.01.2018

Dokumentnummer

JJR_19560905_OGH0002_0030OB00417_5600000_001

Rechtssatz für 5Ob200/61 4Ob567/64 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0007194

Geschäftszahl

5Ob200/61; 4Ob567/64; 8Ob199/66; 5Ob359/66; 1Ob18/69; 4Ob598/70; 8Ob265/71; 7Ob45/72; 6Ob536/76; 1Ob683/80; 6N1/80; 6Ob19/81; 1Ob681/82; 4Ob584/82; 2Ob537/83; 7Ob527/84; 2Ob539/84; 6Ob680/84; 2Ob606/85; 8Ob699/86; 7Ob593/92; 1Ob16/93; 7Ob568/93; 7Ob641/94; 6Ob12/95 (6Ob13/95); 6Ob2028/96w; 1Ob2403/96f; 7Ob2398/96i; 6Ob242/01h; 6Ob159/02d; 6Ob86/03w; 2Ob22/04f; 7Ob147/04z; 6Ob118/05d; 1Ob80/05d; 6Ob82/07p; 2Ob109/08f; 10Ob12/09a; 3Ob128/09h; 1Ob155/10s; 10Ob79/11g; 6Ob253/11s; 9Ob65/11s

Entscheidungsdatum

05.07.1961

Norm

AußStrG §18 A
AußStrG 2005 §73 Abs1 Z6
ZPO §529 Abs1 A
ZPO §530 Abs1 A

Rechtssatz

Die Vorschriften über die Nichtigkeits- und Wiederaufnahmsklage können im Außerstreitverfahren nicht analog angewendet werden.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 200/61
    Entscheidungstext OGH 05.07.1961 5 Ob 200/61
    Veröff: NZ 1962,62
  • 4 Ob 567/64
    Entscheidungstext OGH 27.10.1964 4 Ob 567/64
    Beisatz: Keine nachträgliche Nichtigerklärung eines Entmündigungsverfahrens. (T1) Veröff: EvBl 1965/77 S 106
  • 8 Ob 199/66
    Entscheidungstext OGH 12.07.1966 8 Ob 199/66
    Beisatz: Pachtschutzsachen (T2) Veröff: SZ 39/130
  • 5 Ob 359/66
    Entscheidungstext OGH 15.12.1966 5 Ob 359/66
    Beisatz: Keine nachträgliche Nichtigerklärung des Verfahrens zur Bewilligung einer Adoption. (T3) Veröff: EvBl 1967/274 S 357
  • 1 Ob 18/69
    Entscheidungstext OGH 06.02.1969 1 Ob 18/69
    Beisatz: Hier: Wiederaufnahmsantrag (§ 530 Abs 1 Z 7 ZPO) zwecks Neufestsetzung des Übernahmspreises nach dem Anerbengesetz. (T4)
  • 4 Ob 598/70
    Entscheidungstext OGH 13.10.1970 4 Ob 598/70
  • 8 Ob 265/71
    Entscheidungstext OGH 05.10.1971 8 Ob 265/71
  • 7 Ob 45/72
    Entscheidungstext OGH 16.02.1972 7 Ob 45/72
    Beisatz: Hier: Verfahren nach dem 11. StVDg. (T5) Veröff: JBl 1972,579; hiezu kritisch Böhm JBl 1973,360
  • 6 Ob 536/76
    Entscheidungstext OGH 04.03.1976 6 Ob 536/76
  • 1 Ob 683/80
    Entscheidungstext OGH 27.08.1980 1 Ob 683/80
  • 6 N 1/80
    Entscheidungstext OGH 06.10.1980 6 N 1/80
  • 6 Ob 19/81
    Entscheidungstext OGH 13.01.1982 6 Ob 19/81
    Auch; Beisatz: Keine Änderung infolge der Neufassung des § 530 ZPO durch das KSchG. (T6) Veröff: RZ 1982/41,163 = JBl 1982,606 = SZ 53/127
  • 1 Ob 681/82
    Entscheidungstext OGH 03.11.1982 1 Ob 681/82
    Vgl; Beisatz: Scheidung im Einvernehmen. (T7) Veröff: NZ 1983,105
  • 4 Ob 584/82
    Entscheidungstext OGH 11.01.1983 4 Ob 584/82
  • 2 Ob 537/83
    Entscheidungstext OGH 04.10.1983 2 Ob 537/83
  • 7 Ob 527/84
    Entscheidungstext OGH 08.03.1984 7 Ob 527/84
    Beis wie T1
  • 2 Ob 539/84
    Entscheidungstext OGH 27.03.1984 2 Ob 539/84
  • 6 Ob 680/84
    Entscheidungstext OGH 08.11.1984 6 Ob 680/84
    Beisatz: Hier: Beantragte "Rechtsherstellung" im Sinne der "Null- und Nichtigerklärung der Entmündigung". (T8)
  • 2 Ob 606/85
    Entscheidungstext OGH 10.09.1985 2 Ob 606/85
  • 8 Ob 699/86
    Entscheidungstext OGH 12.03.1987 8 Ob 699/86
    Beis wie T7; Veröff: JBl 1989,186; hiezu Simotta JBl 1989,154
  • 7 Ob 593/92
    Entscheidungstext OGH 17.09.1992 7 Ob 593/92
  • 1 Ob 16/93
    Entscheidungstext OGH 25.08.1993 1 Ob 16/93
    Beisatz: Hier: Liegenschaftsteilungsverfahren. (T9)
  • 7 Ob 568/93
    Entscheidungstext OGH 23.02.1994 7 Ob 568/93
    Vgl
  • 7 Ob 641/94
    Entscheidungstext OGH 18.01.1995 7 Ob 641/94
  • 6 Ob 12/95
    Entscheidungstext OGH 04.05.1995 6 Ob 12/95
  • 6 Ob 2028/96w
    Entscheidungstext OGH 04.07.1996 6 Ob 2028/96w
  • 1 Ob 2403/96f
    Entscheidungstext OGH 28.01.1997 1 Ob 2403/96f
  • 7 Ob 2398/96i
    Entscheidungstext OGH 02.04.1997 7 Ob 2398/96i
    Beisatz: Auseinandersetzung mit der Kritik von Klicka in JBl 1997, 90 ff. (T10)
  • 6 Ob 242/01h
    Entscheidungstext OGH 18.10.2001 6 Ob 242/01h
  • 6 Ob 159/02d
    Entscheidungstext OGH 20.03.2003 6 Ob 159/02d
  • 6 Ob 86/03w
    Entscheidungstext OGH 21.05.2003 6 Ob 86/03w
  • 2 Ob 22/04f
    Entscheidungstext OGH 26.02.2004 2 Ob 22/04f
  • 7 Ob 147/04z
    Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 147/04z
    Beisatz: Nach § 107 Abs 1 Z 3 AußStrG 2005 ist ein Abänderungsantrag (§§ 72 ff AußStrG 2005 - der funktionell weitestgehend der Nichtigkeits- und Wiederaufnahmsklage des streitigen Verfahrens nachgebildet ist) im außerstreitigen Verfahren über die Obsorge und den persönlichen Verkehr ausdrücklich ausgeschlossen. (T11)
  • 6 Ob 118/05d
    Entscheidungstext OGH 23.06.2005 6 Ob 118/05d
    Beisatz: Hier: Die Bestimmungen der §§ 72 ff des neuen Außerstreitgesetzes, BGBl I 2003/111, über das Abänderungsverfahren sind noch nicht anwendbar. (T12)
  • 1 Ob 80/05d
    Entscheidungstext OGH 12.09.2006 1 Ob 80/05d
    Beis wie T12
  • 6 Ob 82/07p
    Entscheidungstext OGH 25.05.2007 6 Ob 82/07p
    Beis wie T7; Beis wie T12
  • 2 Ob 109/08f
    Entscheidungstext OGH 26.06.2008 2 Ob 109/08f
    Vgl; Beis wie T12
  • 10 Ob 12/09a
    Entscheidungstext OGH 12.05.2009 10 Ob 12/09a
    Vgl; Beisatz: Hier: Abänderungsantrag nach § 73 Abs 1 Z 6 AußStrG. (T13); Bem: Die in § 73 Abs 1 Z 6 AußStrG genannten Gründe eines Abänderungsantrags entsprechen dem Wiederaufnahmsklagegrund nach §530 Abs1 Z7 ZPO. Die neuen Tatsachen müssen im vorangegangenen Verfahren bereits entstanden oder vorhanden gewesen sein. Bei den neuen Beweismitteln kommt es nicht darauf an, wann diese entstanden sind; sie müssen sich nur auf Tatsachen beziehen, die schon vor Verfahrensabschluss erster Instanz vorhanden waren. Sinn und Zweck des Abänderungsantrags nach §73 Abs1 Z6 AußStrG ist es, eine unrichtige Tatsachengrundlage des mit dem Abänderungsantrag angefochtenen Beschlusses zu beseitigen, nicht aber von den Parteien begangene Fehler ihrer Verfahrensführung zu beheben. Dafür, dass er ohne sein Verschulden die neuen Beweismittel nicht schon im Hauptverfahren geltend machen konnte, ist - wie im Verfahren nach den §§530ff ZPO, dem das Abänderungsverfahren nach dem AußStrG in vielfacher Hinsicht nachgebildet ist - der Abänderungswerber behauptungs- und beweispflichtig. Kommt er dieser Pflicht in seinem Antrag nicht nach oder ergibt sich das Verschulden des Abänderungswerbers schon aus seinen Angaben, ist der Antrag zurückzuweisen. (T14); Veröff: SZ 2009/65
  • 3 Ob 128/09h
    Entscheidungstext OGH 30.09.2009 3 Ob 128/09h
    Auch
  • 1 Ob 155/10s
    Entscheidungstext OGH 20.10.2010 1 Ob 155/10s
    Vgl; Beisatz: Diese Situation hat sich durch die Regeln des AußStrG 2005 über den Abänderungsantrag (§§ 72 ff), die den §§ 529 ff ZPO nachgebildet sind, grundlegend geändert. Nach § 73 Abs 1 AußStrG setzt ein Abänderungsantrag eine rechtskräftige Entscheidung über die Sache voraus. (T15); Veröff: SZ 2010/132
  • 10 Ob 79/11g
    Entscheidungstext OGH 04.10.2011 10 Ob 79/11g
    Auch
  • 6 Ob 253/11s
    Entscheidungstext OGH 21.12.2011 6 Ob 253/11s
    Auch
  • 9 Ob 65/11s
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 9 Ob 65/11s
    Vgl; Bem: Zum Obsorgeverfahren siehe RS0127634. (T16)
    Veröff: SZ 2012/23

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1961:RS0007194

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

07.05.2014

Dokumentnummer

JJR_19610705_OGH0002_0050OB00200_6100000_001

Rechtssatz für 1Ob681/82 2Ob502/85 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0086956

Geschäftszahl

1Ob681/82; 2Ob502/85; 1Ob706/85; 8Ob699/86

Entscheidungsdatum

03.11.1982

Norm

AußStrG §16 BIII2b
AußStrG §18 A
AußStrG §220
AußStrG §222

Rechtssatz

Die Annahme der Unzulässigkeit der Wiederaufnahme des Verfahrens nach rechtskräftiger Scheidung einer Ehe im Einvernehmen ist jedenfalls nicht offenbar gesetzwidrig.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 681/82
    Entscheidungstext OGH 03.11.1982 1 Ob 681/82
    Veröff: NZ 1983,105
  • 2 Ob 502/85
    Entscheidungstext OGH 15.01.1985 2 Ob 502/85
  • 1 Ob 706/85
    Entscheidungstext OGH 11.12.1985 1 Ob 706/85
  • 8 Ob 699/86
    Entscheidungstext OGH 12.03.1987 8 Ob 699/86
    Vgl; Beisatz: Hier: In der Auffassung der Unzulässigkeit der Nichtigkeitsklage gegen einen Beschluß über die Scheidung der Ehe nach § 55 a EheG kann keine Fehlbeurteilung erblickt werden. (T1) Veröff: JBl 1989,186 (Simotta, 154)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0086956

Dokumentnummer

JJR_19821103_OGH0002_0010OB00681_8200000_001

Rechtssatz für 8Ob699/86

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0008468

Geschäftszahl

8Ob699/86

Entscheidungsdatum

12.03.1987

Norm

AußStrG §220

Rechtssatz

Die Erwägung, das Fehlen einer die Frage der Wiederaufnahme des Verfahrens lösenden Bestimmung könne nur dahin verstanden werden, daß den Ehegatten, die sich einvernehmlich scheiden lassen, nach Rechtskraft des Beschlusses darüber keine Möglichkeiten mehr geboten werden sollten, die ausgesprochene Scheidung der Ehe wieder beseitigen zu können, ist auch bezüglich einer Nichtigkeitsklage anzuwenden.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 699/86
    Entscheidungstext OGH 12.03.1987 8 Ob 699/86
    JBl 1989/186 (dazu Simotta, JBl 1989,154)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0008468

Dokumentnummer

JJR_19870312_OGH0002_0080OB00699_8600000_001

Rechtssatz für 8Ob699/86 9ObA351/98b 5...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0044670

Geschäftszahl

8Ob699/86; 9ObA351/98b; 5Ob11/04k

Entscheidungsdatum

12.03.1987

Norm

ZPO §543

Rechtssatz

Beim Fehlen der Zulässigkeitsvoraussetzungen einer Nichtigkeitsklage oder Wiederaufnahmsklage hat zwar eine Zurückweisung der Klage, jedoch keine Nichtigerklärung der angefochtenen Entscheidung und des vorangegangenen Verfahrens zu erfolgen.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 699/86
    Entscheidungstext OGH 12.03.1987 8 Ob 699/86
    Veröff: JBl 1989,186
  • 9 ObA 351/98b
    Entscheidungstext OGH 20.01.1999 9 ObA 351/98b
    Gegenteilig; Beisatz: Das Fehlen der Zulässigkeitsvoraussetzung für das Wiederaufnahmeverfahren führt zur Nichtigkeit des Verfahrens und der Entscheidung. (T1)
  • 5 Ob 11/04k
    Entscheidungstext OGH 10.02.2004 5 Ob 11/04k
    Gegenteilig

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0044670

Dokumentnummer

JJR_19870312_OGH0002_0080OB00699_8600000_002

Entscheidungstext 8Ob699/86

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

8Ob699/86

Entscheidungsdatum

12.03.1987

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Stix als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Kralik, Dr.Vogel, Dr.Kropfitsch und Dr.Zehetner als Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Vinzenz S***, Angestellter, 6322 Kirchbichl, Oberndorf 235, vertreten durch Dr.Albert Heiss, Rechtsanwalt in Innsbruck, wider die beklagte Partei Elisabeth T***, geschiedene Senoner, kaufmännische Angestellte, D-6053 Obertshausen, Hanauer Straße 6, vertreten durch Dr.Harald Meder und Dr.Max Ellinger, Rechtsanwälte in Kufstein, wegen Nichtigerklärung eines Beschlusses infolge Rekurses der klagenden Partei gegen den Beschluß des Landesgerichtes Innsbruck als Berufungsgerichtes vom 6. November 1986, GZ 1 a R 415/86-35, womit das Urteil des Bezirksgerichtes Kufstein vom 20.Mai 1986, GZ 1 C 29/84-29, und das diesen vorangegangene Verfahren teilweise als nichtig aufgehoben und die Klage zurückgeweisen wurde, folgenden

 

Beschluß

 

gefaßt:

Spruch

Dem Rekurs wird nicht Folge gegeben und die angefochtene Entscheidung mit der Maßgabe bestätigt, daß der Ausspruch über die Nichtigerklärung des Verfahrens zu entfallen hat.

Der Kläger ist schuldig, der Beklagten die mit S 3.397,35 (darin keine Barauslagen und S 308,85 Umsatzsteuer) bestimmten Kosten des Rekursverfahrens binnen 14 Tagen bei Exekution zu ersetzen.

Text

Begründung:

 

Die Ehe der Streitteile wurde mit Beschluß des Bezirksgerichtes Kufstein vom 18.März 1981, Sch 10/81, geschieden. Bei der Tagsatzung zur mündlichen Verhandlung wurde am 18.März 1981 auch eine Vereinbarung gemäß § 55 a Abs 2 EheG vorgelegt und unterfertigt. Sowohl den Scheidungsbeschluß als auch die Vereinbarung gemäß § 55 a Abs 2 EheG bekämpft der Kläger mit Nichtigkeitsklage. Er macht geltend, daß sich erst nach der Scheidung durch die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens, welches seinem Vertreter am 10.Juli 1984 zugestellt worden sei, herausgestellt habe, daß er am 18.März 1981 aufgrund einer tiefgreifenden Schizophrenie weder geschäfts- noch handlungsfähig gewesen sei, und überdies unter Medikamenteneinfluß gestanden sei. Er fechte daher den Scheidungsbeschluß sowie die abgeschlossene Vereinbarung gemäß § 55 a Abs 2 EheG aus dem Nichtigkeitsgrund des § 529 Abs 1 Zahl 2 ZPO an. Es wird das Begehren gestellt, den Beschluß sowie die Vereinbarung für nichtig zu erklären.

Die Beklagte beantragte Klagsabweisung und wendete ein, daß der Kläger zum Zeitpunkt der Ehescheidung voll geschäfts- und prozeßfähig gewesen sei.

Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab, da der Kläger im Scheidungsverfahren prozeßfähig gewesen sei und keines Vertreters bedurft habe.

Aus Anlaß der Berufung des Klägers hob das Gericht zweiter Instanz mit Beschluß das Urteil des Erstgerichtes insoweit, als das Klagebegehren, der Beschluß des Bezirksgerichtes Kufstein vom 18. März 1981, Sch 10/81-3, sei nichtig, abgewiesen wurde, sowie das vorangegangene Verfahren über dieses Klagebegehren als nichtig auf und wies in diesem Umfang die Klage zurück.

Gegen den Beschluß des Berufungsgerichtes wendet sich der Rekurs des Klägers aus dem Anfechtungsgrund der unrichtigen rechtlichen Beurteilung mit dem Antrag auf Aufhebung der Entscheidung und Rückverweisung an das Berufungsgericht oder an das Erstgericht zur neuerlichen Verhandlung und Entscheidung; hilfsweise wird Abänderung im Sinne der Klagsstattgebung beantragt.

Die Beklagte beantragt in ihrer Rekursbeantwortung, dem Rekurs des Klägers nicht Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Der Rekurs ist nicht berechtigt.

Der Kläger führt in seinem Rechtsmittel aus, gemäß § 220 AußStrG seien im Verfahren über die Scheidung einer Ehe nach § 55 a EheG die für das streitige Eheverfahren geltenden Bestimmungen über die Prozeßfähigkeit und über die Notwendigkeit der Vertretung von Parteien, denen die Prozeßfähigkeit mangelt, sinngemäß anzuwenden. Aus dieser Bestimmung sowie aus allgemeinen Rechtsschutzerwägungen und Verfahrensgrundsätzen ergebe sich aber die Zulässigkeit einer Nichtigkeitsklage gegen einen Beschluß auf Scheidung der Ehe nach § 55 a EheG.

Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden.

Nach ständiger Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes können die Vorschriften über die Nichtigkeits- und Wiederaufnahmsklage im Außerstreitverfahren nicht analog angewendet werden (NotZ 1962, 62, EvBl 1965/77, EvBl 1967/274, SZ 39/130, 2 Ob 606/85 uva.). In der Entscheidung SZ 53/127 hat der Oberste Gerichtshof mit eingehender Begründung, auf die verwiesen wird, und der sich der erkennende Senat anschließt, die gegenteilige Auffassung von Böhm in JBl 1973, 360 und von Fasching im Kommentar IV 481 f. (derselbe nunmehr auch in ZPR Rz 2042 unter Berufung auf Böhm a.a.O. und Konecny in JBl 1983, 20) abgelehnt und an der bisherigen Rechtsprechung festgehalten. Der erkennende Senat sieht sich nicht veranlaßt, von dieser Rechtsprechung abzugehen.

Was die Erhebung von Rechtsmittelklagen gegen einen Beschluß auf Scheidung der Ehe nach § 55 a EheG anlangt, hat der Oberste Gerichtshof bezüglich einer Wiederaufnahmsklage - allerdings im Rahmen der Entscheidung über einen Revisionsrekurs nach § 16 AußStrG - in der E.NotZ 1983, 105 die Auffassung vertreten, daß das Gesetz hinsichtlich der Scheidung der Ehe im Einvernehmen zusätzliche, teilweise vom Außerstreitgesetz abweichende Verfahrensregelungen (§§ 220 bis 228 AußStrG) getroffen habe. Es könne wohl ausgeschlossen werden, daß bei der Gesetzwerdung nicht auch die Frage der Ermöglichung einer Wiederaufnahme des Verfahrens erwogen wurde. Das Fehlen einer diese Frage lösenden Bestimmung könne nur dahin verstanden werden, daß den Ehegatten, die sich einvernehmlich scheiden lassen, nach Rechtskraft des Beschlusses darüber keine Möglichkeiten mehr geboten werden sollten, die ausgesprochene Scheidung der Ehe wieder beseitigen zu können. Diese Erwägungen sind auch bezüglich einer Nichtigkeitsklage anzuwenden. In der Auffassung des Berufungsgerichtes, daß die Erhebung einer Nichtigkeitsklage gegen einen Beschluß über die Scheidung der Ehe nach § 55 a EheG unzulässig und daher in diesem Umfang das Urteil des Erstgerichtes aufzuheben und die Klage zurückzuweisen war, kann daher keine Fehlbeurteilung erblickt werden; allerdings hat beim Fehlen der Zulässigkeitsvoraussetzungen einer Nichtigkeits- oder Wiederaufnahmsklage zwar eine Zurückweisung der Klage, jedoch keine Nichtigerklärung der angefochtenen Entscheidung und des vorangegangenen Verfahrens zu erfolgen (vgl. JBl 1954,98, Fasching, Kommentar IV, 558, Anm.1 zu § 543 ZPO und derselbe in ZPR Rz 2091). Dem Rekurs war daher im Ergebnis ein Erfolg zu versagen und wie im Spruch zu entscheiden.

Die Entscheidung über die Kosten des Rekursverfahrens beruht auf den §§ 41 und 50 ZPO (Streitwert S 60.000,--).

Anmerkung

E11013

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1987:0080OB00699.86.0312.000

Dokumentnummer

JJT_19870312_OGH0002_0080OB00699_8600000_000