Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 10Os71/75 10Os97/75 10O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0092138

Geschäftszahl

10Os71/75; 10Os97/75; 10Os115/75; 11Os154/75; 11Os108/76; 11Os128/77; 13Os135/76; 11Os34/78; 10Os110/79; 12Os152/80; 10Os10/82; 11Os33/83; 10Os74/83; 12Os59/83; 11Os29/84; 9Os192/83; 12Os52/84; 9Os96/84; 13Os115/84; 12Os164/84; 11Os4/85; 12Os7/85; 12Os37/85; 12Os83/85; 13Os128/86; 12Os122/86; 9Os23/87; 11Os157/87; 15Os21/89; 14Os16/89; 14Os75/89; 16Os32/89; 11Os125/90; 12Os72/91; 14Os89/91; 14Os95/92; 13Os76/92; 12Os43/93; 12Os108/93 (12Os143/93); 14Os114/95; 11Os177/96; 15Os72/97; 12Os101/97; 13Os140/98; 14Os111/99; 12Os72/04; 11Os22/05b; 15Os76/05y; 14Os86/05m; 14Os97/06f; 14Os61/07p; 14Os98/14i

Entscheidungsdatum

09.09.1975

Norm

StGB §76

Rechtssatz

"Allgemein begreiflich" bedeutet, dass die Ursache der Gemütsbewegung sittlich verständlich sein muss und nicht im Charakter des Täters oder in dessen verwerflichen Neigungen oder Leidenschaften, sondern lediglich in äußeren Umständen zu suchen ist.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 71/75
    Entscheidungstext OGH 09.09.1975 10 Os 71/75
    Veröff: EvBl 1976/119 S 218 = RZ 1975/97 S 206
  • 10 Os 97/75
    Entscheidungstext OGH 14.10.1975 10 Os 97/75
    Vgl auch; Beisatz: Das Kriterium der "allgemein begreiflichen (heftigen) Gemütsbewegung" im Sinne des § 76 StGB ist den früher (alte Fassung des § 136 StG) bedeutsamen Merkmal der "entschuldbaren (heftigen) Gemütsbewegung" nicht gleichzusetzen. (T1)
  • 10 Os 115/75
    Entscheidungstext OGH 28.10.1975 10 Os 115/75
    Vgl auch; Beisatz: Eine ohne adäquate äußere Ursache nur aus einer abnormen charakterlichen Beschaffenheit des Täters resultierende heftige Gemütsbewegung ist grundsätzlich nicht "allgemein" begreiflich. (T2)
  • 11 Os 154/75
    Entscheidungstext OGH 21.01.1976 11 Os 154/75
  • 11 Os 108/76
    Entscheidungstext OGH 01.10.1976 11 Os 108/76
  • 11 Os 128/77
    Entscheidungstext OGH 04.10.1977 11 Os 128/77
    Auch
  • 13 Os 135/76
    Entscheidungstext OGH 24.10.1977 13 Os 135/76
    Ähnlich
  • 11 Os 34/78
    Entscheidungstext OGH 11.04.1978 11 Os 34/78
    Ähnlich; Beisatz: Eine heftige Gemütsbewegung, die ihre Ursache in einem psychisch abnormen Persönlichkeitsbild hat, ist nicht "allgemein" begreiflich. (T3) Veröff: ÖJZ-LSK 1978/199
  • 10 Os 110/79
    Entscheidungstext OGH 10.10.1979 10 Os 110/79
  • 12 Os 152/80
    Entscheidungstext OGH 06.11.1980 12 Os 152/80
    Beisatz: Gemütsbewegung als Folge eines Suchtgiftmissbrauchs (Entzugserscheinungen) nicht allgemein begreiflich. (T4)
  • 10 Os 10/82
    Entscheidungstext OGH 16.03.1982 10 Os 10/82
    Ähnlich
  • 11 Os 33/83
    Entscheidungstext OGH 13.04.1983 11 Os 33/83
    Ähnlich; Beis wie T3
  • 10 Os 74/83
    Entscheidungstext OGH 31.05.1983 10 Os 74/83
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 12 Os 59/83
    Entscheidungstext OGH 06.10.1983 12 Os 59/83
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 11 Os 29/84
    Entscheidungstext OGH 21.03.1984 11 Os 29/84
    Vgl auch
  • 9 Os 192/83
    Entscheidungstext OGH 07.05.1984 9 Os 192/83
    Vgl auch; Veröff: SSt 55/21
  • 12 Os 52/84
    Entscheidungstext OGH 14.06.1984 12 Os 52/84
    Vgl auch
  • 9 Os 96/84
    Entscheidungstext OGH 21.08.1984 9 Os 96/84
    Vgl auch; Beisatz: Rachsucht = Charaktermangel. (T5)
  • 13 Os 115/84
    Entscheidungstext OGH 27.09.1984 13 Os 115/84
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 12 Os 164/84
    Entscheidungstext OGH 31.01.1985 12 Os 164/84
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 11 Os 4/85
    Entscheidungstext OGH 19.02.1985 11 Os 4/85
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 12 Os 7/85
    Entscheidungstext OGH 07.03.1985 12 Os 7/85
    Vgl auch
  • 12 Os 37/85
    Entscheidungstext OGH 09.05.1985 12 Os 37/85
    Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Aggressionsbereitschaft und individuelle Neigung zu Erregungszuständen bei Alkoholisierung. (T6)
  • 12 Os 83/85
    Entscheidungstext OGH 22.08.1985 12 Os 83/85
    Vgl auch; Beisatz: Verwerflichkeit der Motivation schließt die allgemeine Begreiflichkeit der Gemütsbewegung aus. (T7) Veröff: JBl 1986,261
  • 13 Os 128/86
    Entscheidungstext OGH 09.10.1986 13 Os 128/86
    Vgl auch
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
    Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Überreaktion ("Durchdrehen") aufgrund des Vorhalts des Opfers, "doch nicht kindisch zu sein". (T8)
  • 9 Os 23/87
    Entscheidungstext OGH 18.03.1987 9 Os 23/87
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 11 Os 157/87
    Entscheidungstext OGH 12.01.1988 11 Os 157/87
    Veröff: SSt 59/1
  • 15 Os 21/89
    Entscheidungstext OGH 07.03.1989 15 Os 21/89
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 14 Os 16/89
    Entscheidungstext OGH 05.04.1989 14 Os 16/89
  • 14 Os 75/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 14 Os 75/89
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 16 Os 32/89
    Entscheidungstext OGH 13.10.1989 16 Os 32/89
    Beis wie T3
  • 11 Os 125/90
    Entscheidungstext OGH 14.12.1990 11 Os 125/90
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 12 Os 72/91
    Entscheidungstext OGH 08.08.1991 12 Os 72/91
    Beis wie T3
  • 14 Os 89/91
    Entscheidungstext OGH 01.10.1991 14 Os 89/91
    Vgl auch
  • 14 Os 95/92
    Entscheidungstext OGH 01.09.1992 14 Os 95/92
    Vgl auch
  • 13 Os 76/92
    Entscheidungstext OGH 18.11.1992 13 Os 76/92
    Vgl auch
  • 12 Os 43/93
    Entscheidungstext OGH 27.05.1993 12 Os 43/93
    Vgl auch
  • 12 Os 108/93
    Entscheidungstext OGH 07.10.1993 12 Os 108/93
    Vgl auch; Beisatz: Ein verwerflicher Beweggrund für die tatauslösende heftige Gemütsbewegung schließt die Unterstellung unter § 76 StGB mangels allgemeiner Begreiflichkeit aus. (T9)
  • 14 Os 114/95
    Entscheidungstext OGH 03.10.1995 14 Os 114/95
    Vgl auch; Beisatz: Medikamentenmissbrauch. (T10)
  • 11 Os 177/96
    Entscheidungstext OGH 14.01.1997 11 Os 177/96
  • 15 Os 72/97
    Entscheidungstext OGH 03.07.1997 15 Os 72/97
    Auch; Beisatz: Hier: Enthemmung nach Alkohol-, Suchtgift- und Medikamentenkonsum in Verbindung mit der abnormen Persönlichkeit; § 76 StGB kann nur dann angenommen werden, wenn der Affekt unabhängig von diesem Alkohol- und Drogenkonsum allgemein begreiflich ist. (T11)
  • 12 Os 101/97
    Entscheidungstext OGH 16.10.1997 12 Os 101/97
    Auch; Beis wie T11
  • 13 Os 140/98
    Entscheidungstext OGH 11.11.1998 13 Os 140/98
    Vgl auch
  • 14 Os 111/99
    Entscheidungstext OGH 21.09.1999 14 Os 111/99
    Auch; Beisatz: Nicht jede psychische Abnormität per se schließt die allgemeine Begreiflichkeit aus. Eine sittlich-rechtsethisch verständliche Affekthandlung kommt bei einer Psychopathie des Täters nur dann in Frage, wenn in der zur Tat führenden Ausgangssituation auch ein mit den rechtlich geschützten Werten verbundender Mensch zwar von Art des Täters (Moos in WK § 76 Rz 34), jedoch ohne dessen psychopathischem Zustand in einen gleichgelagerten tiefgreifenden Affekt hätte geraten können (Moos in WK § 76 Rz 38). (T12)
  • 12 Os 72/04
    Entscheidungstext OGH 23.09.2004 12 Os 72/04
    Beis ähnlich wie T3
  • 11 Os 22/05b
    Entscheidungstext OGH 03.05.2005 11 Os 22/05b
    Auch; Beisatz: Allgemein begreiflich ist ein Affektzustand iSd § 76 StGB dann, wenn er dem Verhalten eines mit den rechtlich geschützten Werten verbundenen Menschen entspricht, dem Täter also kein sittlicher Vorwurf daraus gemacht werden kann, dass er in diesen Erregungszustand geriet. (T13)
  • 15 Os 76/05y
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 15 Os 76/05y
    Auch; Beis wie T13
  • 14 Os 86/05m
    Entscheidungstext OGH 20.09.2005 14 Os 86/05m
    Auch; Beisatz: Die allgemeine Begreiflichkeit der heftigen Gemütsbewegung ist immer dann auszuschließen, wenn der Affektsturm auf Charaktermängel, ausgeprägte Psychopathien oder Triebstörungen zurückzuführen ist. Ein aus seiner gestörten Persönlichkeit resultierender Irrtum des Angeklagten über den Ausgangspunkt seines Affektsturms vermag daher - mangels allgemeiner Begreiflichkeit - die Privilegierung des §76 StGB nicht zu rechtfertigen. (T14)
  • 14 Os 97/06f
    Entscheidungstext OGH 10.10.2006 14 Os 97/06f
    Vgl auch; Beis ähnlich T13
  • 14 Os 61/07p
    Entscheidungstext OGH 10.07.2007 14 Os 61/07p
    Auch; Beis wie T14 nur: Die allgemeine Begreiflichkeit der heftigen Gemütsbewegung ist immer dann auszuschließen, wenn der Affektsturm auf Charaktermängel, ausgeprägte Psychopathien oder Triebstörungen zurückzuführen ist. (T15); Beisatz: gerichtspsychiatrischen Sachverständigen konstatierten Tendenz zu heftigen emotionalen Reaktionen aus nichtigen Anlässen. (T16)
  • 14 Os 98/14i
    Entscheidungstext OGH 28.10.2014 14 Os 98/14i
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0092138

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.12.2014

Dokumentnummer

JJR_19750909_OGH0002_0100OS00071_7500000_001

Rechtssatz für 13Os93/75 12Os120/76 10...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0089093

Geschäftszahl

13Os93/75; 12Os120/76; 10Os151/78; 9Os88/81; 13Os91/81; 13Os23/83; 9Os147/83; 11Os40/84; 13Os6/86; 9Os113/86; 12Os122/86; 12Os99/87; 11Os4/88; 13Os40/87; 11Os127/89; 12Os41/92; 12Os8/93; 11Os160/93; 15Os168/93; 14Os129/94; 12Os178/94; 13Os74/97 (13Os75/97); 13Os45/00 (13Os47/00); 12Os50/04; 14Os156/10p; 13Os141/11a (13Os160/11w); 14Os117/12f; 15Os106/13x; 11Os80/14w; 15Os141/15x

Entscheidungsdatum

19.09.1975

Norm

StGB §7 Abs1
StPO §312 Abs1

Rechtssatz

Ist die Schuldform der Vorsätzlichkeit im Gesetzestext (hier: § 75, § 76 StGB) nicht ausdrücklich angeführt, dann kann (im Hinblick auf § 7 Abs 1 StGB) eine Erwähnung derselben ohne Verletzung der Vorschrift des § 312 Abs 1 StPO auch bei der Formulierung der entsprechenden, an die Geschwornen zu richtenden Fragen im allgemeinen unterbleiben, da nach dem Gesetz subintelligierten Merkmalen des in Betracht kommenden Tatbestandes nicht zu fragen ist (es sei denn, dass das Unterbleiben der Anführung der subintelligierten Schuldform in der Schuldfrage in concret geeignet wäre, bei den Geschwornen zu Unklarheiten über die Schuldform zu führen).

Entscheidungstexte

  • 13 Os 93/75
    Entscheidungstext OGH 19.09.1975 13 Os 93/75
    Veröff: EvBl 1976/87 S 162 = SSt 46/49
  • 12 Os 120/76
    Entscheidungstext OGH 04.10.1976 12 Os 120/76
  • 10 Os 151/78
    Entscheidungstext OGH 18.10.1978 10 Os 151/78
    Ähnlich
  • 9 Os 88/81
    Entscheidungstext OGH 10.06.1981 9 Os 88/81
    Vgl auch
  • 13 Os 91/81
    Entscheidungstext OGH 10.06.1981 13 Os 91/81
    Vgl auch; Beisatz: Keine Anführung vorsätzlicher Begehung im Urteilstenor (hier: § 164 StGB). (T1)
  • 13 Os 23/83
    Entscheidungstext OGH 24.03.1983 13 Os 23/83
    Vgl auch; Beisatz: Die Schuldform des § 7 Abs 2 StGB wird den qualifizierenden Tatfolgen subintellegiert und bedarf daher, wofern sie in Gesetzeswortlaut (hier § 143 Ende StGB) fehlt, keiner Aufnahme in Frage und Wahrspruch. (T2) Veröff: SSt 54/31 = EvBl 1983/176 S 666 = JBl 1984,98 = RZ 1984/28 S 75
  • 9 Os 147/83
    Entscheidungstext OGH 25.10.1983 9 Os 147/83
  • 11 Os 40/84
    Entscheidungstext OGH 11.04.1984 11 Os 40/84
    Vgl auch; nur: Es sei denn, daß das Unterbleiben der Anführung der subintelligierten Schuldform in der Schuldfrage in concret geeignet wäre, bei den Geschwornen zu Unklarheiten über die Schuldform zu führen. (T3)
  • 13 Os 6/86
    Entscheidungstext OGH 15.05.1986 13 Os 6/86
    nur: Ist die Schuldform der Vorsätzlichkeit im Gesetzestext (hier: § 75, § 76 StGB) nicht ausdrücklich angeführt, dann kann (im Hinblick auf § 7 Abs 1 StGB) eine Erwähnung derselben ohne Verletzung der Vorschrift des § 312 Abs 1 StPO auch bei der Formulierung der entsprechenden, an die Geschwornen zu richtenden Fragen im allgemeinen unterbleiben, da nach dem Gesetz subintelligierten Merkmalen des in Betracht kommenden Tatbestandes nicht zu fragen ist. (T4) Beisatz: Anders nur, wenn der Tatbestand eine besondere (§ 5 Abs 2 oder 3 StGB) Vorsatzform verlangt. (T5)
  • 9 Os 113/86
    Entscheidungstext OGH 24.09.1986 9 Os 113/86
    Vgl auch
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
    Vgl auch; Beisatz: Die Aufnahme von vom Gesetz subintelligierten Tatbestandsmerkmalen in die betreffende Frage (Schuldfrage) ist grundsätzlich nicht geboten. (T6)
  • 12 Os 99/87
    Entscheidungstext OGH 03.09.1987 12 Os 99/87
    Vgl auch; Zweiter Rechtsgang zu 12 Os 122/86; Beis wie T6
  • 11 Os 4/88
    Entscheidungstext OGH 09.02.1988 11 Os 4/88
    Vgl auch; Beisatz: Auch der Vorsatz des Bestimmungstäters zu einem Delikt, für das schlichter Vorsatz (§ 5 Abs 1 StGB) genügt, wird vom Gesetz subintellegiert (§ 7 Abs 1 StGB). (T7)
  • 13 Os 40/87
    Entscheidungstext OGH 15.10.1987 13 Os 40/87
  • 11 Os 127/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 11 Os 127/89
    Vgl auch; Beis wie T2; Beisatz: Die Geschworenen sind im Rahmen der Rechtsbelehrung über die subintelligierte Schuldform zu unterrichten. (T8)
  • 12 Os 41/92
    Entscheidungstext OGH 11.06.1992 12 Os 41/92
    Vgl auch; Beis wie T8
  • 12 Os 8/93
    Entscheidungstext OGH 22.04.1993 12 Os 8/93
    Vgl auch
  • 11 Os 160/93
    Entscheidungstext OGH 23.11.1993 11 Os 160/93
    Vgl auch
  • 15 Os 168/93
    Entscheidungstext OGH 23.12.1993 15 Os 168/93
    Vgl auch
  • 14 Os 129/94
    Entscheidungstext OGH 29.11.1994 14 Os 129/94
  • 12 Os 178/94
    Entscheidungstext OGH 16.03.1995 12 Os 178/94
    Vgl auch
  • 13 Os 74/97
    Entscheidungstext OGH 09.07.1997 13 Os 74/97
    nur T4; Beis wie T8
  • 13 Os 45/00
    Entscheidungstext OGH 13.09.2000 13 Os 45/00
    nur: Ist die Schuldform der Vorsätzlichkeit im Gesetzestext (hier: § 75, § 76 StGB) nicht ausdrücklich angeführt, dann kann (im Hinblick auf § 7 Abs 1 StGB) eine Erwähnung derselben ohne Verletzung der Vorschrift des § 312 Abs 1 StPO auch bei der Formulierung der entsprechenden, an die Geschwornen zu richtenden Fragen im allgemeinen unterbleiben. (T9)
    Beisatz: Dies trifft auch auf im gerichtlichen Nebenstrafrecht enthaltene Verbrechenstatbestände wie § 3g VG zu. (T10)
  • 12 Os 50/04
    Entscheidungstext OGH 17.06.2004 12 Os 50/04
    Vgl auch
  • 14 Os 156/10p
    Entscheidungstext OGH 28.12.2010 14 Os 156/10p
    Vgl
  • 13 Os 141/11a
    Entscheidungstext OGH 10.05.2012 13 Os 141/11a
    Vgl auch; Beisatz: Hier: § 75 StGB. (T11)
  • 14 Os 117/12f
    Entscheidungstext OGH 18.12.2012 14 Os 117/12f
    Vgl; Beis ähnlich wie ÄT10
  • 15 Os 106/13x
    Entscheidungstext OGH 02.10.2013 15 Os 106/13x
    Beis wie T10
  • 11 Os 80/14w
    Entscheidungstext OGH 25.11.2014 11 Os 80/14w
    Auch; Beisatz: Hier: Vorsatz nach § 3g VerbotsG. (T12)
  • 15 Os 141/15x
    Entscheidungstext OGH 13.01.2016 15 Os 141/15x
    Auch

Schlagworte

R.I.P.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0089093

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.02.2016

Dokumentnummer

JJR_19750919_OGH0002_0130OS00093_7500000_001

Rechtssatz für 11Os154/75 11Os128/77 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0092173

Geschäftszahl

11Os154/75; 11Os128/77; 12Os134/79; 12Os106/80; 12Os166/80; 13Os149/81; 10Os6/82; 11Os163/81; 10Os10/82; 10Os74/83; 12Os59/83; 9Os192/83; 12Os74/84; 11Os72/84; 9Os75/84; 13Os96/85; 10Os19/86; 12Os122/86; 13Os46/87; 13Os183/87; 14Os16/89; 14Os53/89; 13Os65/89; 11Os140/89; 11Os9/90; 14Os76/92; 13Os7/93; 14Os197/95; 13Os35/97; 11Os72/07h

Entscheidungsdatum

21.01.1976

Norm

StGB §76

Rechtssatz

"Allgemein begreiflich" muss das Verhältnis zwischen dem die "heftige Gemütsbewegung" herbeiführenden Anlass und dem eingetretenen psychischen Ausnahmezustand sein, nicht hingegen die Tat-Reaktion als solche.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 154/75
    Entscheidungstext OGH 21.01.1976 11 Os 154/75
  • 11 Os 128/77
    Entscheidungstext OGH 04.10.1977 11 Os 128/77
    Beisatz: Nicht die Tat, sondern die diese herbeiführende Gemütsbewegung muss allgemein verständlich sein. (T1) Veröff: ÖJZ-LSK 1977/379
  • 12 Os 134/79
    Entscheidungstext OGH 25.10.1979 12 Os 134/79
    Vgl
  • 12 Os 106/80
    Entscheidungstext OGH 25.09.1980 12 Os 106/80
    Vgl auch
  • 12 Os 166/80
    Entscheidungstext OGH 22.01.1981 12 Os 166/80
    Vgl auch
  • 13 Os 149/81
    Entscheidungstext OGH 05.11.1981 13 Os 149/81
    Vgl; Beisatz: Abgrenzung der Gemütsbewegung in zwei Richtungen. (T2)
  • 11 Os 163/81
    Entscheidungstext OGH 27.01.1982 11 Os 163/81
    Vgl; Beis wie T2
  • 10 Os 6/82
    Entscheidungstext OGH 02.03.1982 10 Os 6/82
    Vgl; Beisatz: Bei der Beantwortung der Frage nach der "allgemeinen Begreiflichkeit" der heftigen Gemütsbewegung unterliegt zwar nicht die Tat, wohl aber jedenfalls der konkrete Affekt des Täters in seiner gesamten Dimension, also einschließlich seiner tatkausalen Heftigkeit, in Relation zu dem sie herbeiführenden Anlass rechtsethischer Bewertung und muss (auch) sittlich verständlich sein (ähnlich bereits 13 Os 149/81). (T3) Veröff: EvBl 1982/167 S 523
  • 10 Os 10/82
    Entscheidungstext OGH 16.03.1982 10 Os 10/82
    Vgl; Beis wie T3
  • 10 Os 74/83
    Entscheidungstext OGH 31.05.1983 10 Os 74/83
    Vgl auch
  • 12 Os 59/83
    Entscheidungstext OGH 06.10.1983 12 Os 59/83
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 9 Os 192/83
    Entscheidungstext OGH 07.05.1984 9 Os 192/83
    Vgl auch; Beisatz: Geschweige denn eine im Einzelfall etwa besonders abstoßende oder grausame Tatausführung. (T4) Veröff: SSt 55/21
  • 12 Os 74/84
    Entscheidungstext OGH 14.06.1984 12 Os 74/84
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 11 Os 72/84
    Entscheidungstext OGH 26.06.1984 11 Os 72/84
    Vgl auch
  • 9 Os 75/84
    Entscheidungstext OGH 02.10.1984 9 Os 75/84
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 13 Os 96/85
    Entscheidungstext OGH 18.07.1985 13 Os 96/85
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 10 Os 19/86
    Entscheidungstext OGH 16.09.1986 10 Os 19/86
    Vgl auch; Beis wie T3
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 13 Os 46/87
    Entscheidungstext OGH 14.05.1987 13 Os 46/87
    Vgl auch
  • 13 Os 183/87
    Entscheidungstext OGH 28.01.1988 13 Os 183/87
    Vgl auch; Veröff: SSt 59/8
  • 14 Os 16/89
    Entscheidungstext OGH 05.04.1989 14 Os 16/89
    Vgl auch
  • 14 Os 53/89
    Entscheidungstext OGH 21.06.1989 14 Os 53/89
    Vgl auch
  • 13 Os 65/89
    Entscheidungstext OGH 17.08.1989 13 Os 65/89
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis wie T4
  • 11 Os 140/89
    Entscheidungstext OGH 07.02.1990 11 Os 140/89
    Vgl auch
  • 11 Os 9/90
    Entscheidungstext OGH 21.03.1990 11 Os 9/90
    Vgl auch
  • 14 Os 76/92
    Entscheidungstext OGH 30.06.1992 14 Os 76/92
  • 13 Os 7/93
    Entscheidungstext OGH 10.03.1993 13 Os 7/93
    Vgl auch
  • 14 Os 197/95
    Entscheidungstext OGH 19.03.1996 14 Os 197/95
  • 13 Os 35/97
    Entscheidungstext OGH 16.04.1997 13 Os 35/97
    Beis wie T1
  • 11 Os 72/07h
    Entscheidungstext OGH 25.09.2007 11 Os 72/07h
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0092173

Dokumentnummer

JJR_19760121_OGH0002_0110OS00154_7500000_001

Rechtssatz für 11Os158/75 11Os154/75 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0092127

Geschäftszahl

11Os158/75; 11Os154/75; 10Os67/76; 10Os162/76; 12Os166/80; 12Os123/81; 10Os31/82; 12Os74/84; 9Os75/84; 12Os110/84; 10Os19/86; 12Os122/86; 9Os23/87; 11Os157/87; 15Os21/89; 11Os50/89; 14Os75/89; 13Os133/89; 12Os6/93; 12Os101/97; 14Os98/14i

Entscheidungsdatum

02.02.1976

Norm

StGB §75 D
StGB §76

Rechtssatz

Eine heftige (auf sthenischen oder asthenischen Affekten beruhende) Gemütserregung ist aber nur dann im Sinne des § 76 StGB "allgemein begreiflich", wenn die Ursache der Gemütserregung - von einem objektiven Gesichtspunkt, nämlich dem eines Durchschnittsmenschen, betrachtet - in dem Sinn verständlich ist, daß sich dieser vorstellen kann, auch er geriete unter den gegebenen Umständen in eine solche Gemütsverfassung. Sie darf nicht - nur - im Charakter des Täters oder in dessen verwerflichen Neigung oder Leidenschaften begründet sein, sondern muß im äußeren Umständen ihre Ursache haben.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 158/75
    Entscheidungstext OGH 02.02.1976 11 Os 158/75
  • 11 Os 154/75
    Entscheidungstext OGH 21.01.1976 11 Os 154/75
  • 10 Os 67/76
    Entscheidungstext OGH 03.08.1976 10 Os 67/76
  • 10 Os 162/76
    Entscheidungstext OGH 12.01.1977 10 Os 162/76
  • 12 Os 166/80
    Entscheidungstext OGH 22.01.1981 12 Os 166/80
    Beisatz: Hier: Zu Zorn und Rachsucht. (T1)
  • 12 Os 123/81
    Entscheidungstext OGH 10.09.1981 12 Os 123/81
    Ähnlich
  • 10 Os 31/82
    Entscheidungstext OGH 25.05.1982 10 Os 31/82
    Vgl auch; nur: Heftige (auf sthenischen oder asthenischen Affekten beruhende) Gemütserregung. (T2) Beisatz: Eine heftige Gemütsbewegung kann durch aus in einem sthenischen Affekt wurzeln. (T3)
  • 12 Os 74/84
    Entscheidungstext OGH 14.06.1984 12 Os 74/84
    Vgl auch; Beisatz: Berücksichtigung der besonderen Umstände des Einzelfalles, jedoch unter Vernachlässigung solcher Faktoren, die bloß in einer psychisch abnormen Persönlichkeitsstruktur wurzeln. (T4)
  • 9 Os 75/84
    Entscheidungstext OGH 02.10.1984 9 Os 75/84
    Vgl auch
  • 12 Os 110/84
    Entscheidungstext OGH 13.09.1984 12 Os 110/84
    Vgl auch; Beisatz: Eine ohne adäquate Ursachen lediglich aus der psychischen Abnormität des Täters resultierende heftige Gemütsbewegung ist nicht allgemein begreiflich. (T5) Veröff: SSt 55/60
  • 10 Os 19/86
    Entscheidungstext OGH 16.09.1986 10 Os 19/86
    Vgl auch; Beisatz: Sittlich verwerfliche Charaktereigenschaften oder Beweggründe können jedenfalls keine Grundlage für eine allgemeine Begreiflichkeit der heftigen Gemütsbewegung des Täters abgeben. (T6)
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 9 Os 23/87
    Entscheidungstext OGH 18.03.1987 9 Os 23/87
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 11 Os 157/87
    Entscheidungstext OGH 12.01.1988 11 Os 157/87
    Beis wie T5; Veröff: SSt 59/1
  • 15 Os 21/89
    Entscheidungstext OGH 07.03.1989 15 Os 21/89
    Vgl auch; nur T2
  • 11 Os 50/89
    Entscheidungstext OGH 06.06.1989 11 Os 50/89
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T4; Beis wie T5
  • 14 Os 75/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 14 Os 75/89
    Vgl auch
  • 13 Os 133/89
    Entscheidungstext OGH 21.12.1989 13 Os 133/89
    nur T2
  • 12 Os 6/93
    Entscheidungstext OGH 18.03.1993 12 Os 6/93
    Vgl auch; Beisatz: Die in § 76 StGB vorausgesetzte allgemeine Begreiflichkeit der heftigen Gemütsbewegung scheidet - nach einem objektiv-normativen Maßstab beurteilt - immer dann aus, wenn sie aus einer abnormen charakterlichen Beschaffenheit (=psychischen Abnormität) resultiert. (T7)
  • 12 Os 101/97
    Entscheidungstext OGH 16.10.1997 12 Os 101/97
    Auch; Beis wie T7
  • 14 Os 98/14i
    Entscheidungstext OGH 28.10.2014 14 Os 98/14i
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0092127

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.12.2014

Dokumentnummer

JJR_19760202_OGH0002_0110OS00158_7500000_001

Rechtssatz für 13Os180/75 10Os97/17 10...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0088835

Geschäftszahl

13Os180/75; 10Os97/17; 10Os25/81; 10Os168/83; 12Os122/86; 11Os158/01; 13Os100/09v; 14Os50/11a; 11Os49/11g; 13Os7/13y; 17Os21/13m; 11Os121/13y; 14Os163/13x; 13Os43/14v; 11Os39/15t; 14Os62/15x; 17Os56/14k; 13Os124/15g; 17Os25/15b (17Os26/15z); 12Os8/16t; 14Os104/16z; 14Os21/17w; 15Os26/17p; 14Os79/17z; 13Os3/18t; 11Os158/17w; 12Os86/18s; 11Os108/18v; 14Os2/19d

Entscheidungsdatum

19.02.1976

Norm

StGB §5 A
StGB §5 B
StGB §5 C
StGB §5 D

Rechtssatz

Bedingter Vorsatz, Wissentlichkeit und Absichtlichkeit sind verschiedene Spielarten (und zugleich Stufen) des Vorsatzes, das ist das - in jeder von ihnen zum Ausdruck kommende - Verwirklichen-Wollen eines Sachverhaltes, der einem gesetzlichen Tatbild entspricht.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 180/75
    Entscheidungstext OGH 19.02.1976 13 Os 180/75
    Veröff: EvBl 1976/242 S 521
  • 10 Os 97/17
    Entscheidungstext OGH 31.08.1977 10 Os 97/17
  • 10 Os 25/81
    Entscheidungstext OGH 13.02.1981 10 Os 25/81
    Vgl auch
  • 10 Os 168/83
    Entscheidungstext OGH 16.12.1983 10 Os 168/83
    Vgl auch; Beisatz: Die Legaldefinition des § 5 Abs 1, erster Halbsatz, StGB, erfasst als Oberbegriff alle drei angeführten Vorsatzformen. (T1)
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
    Vgl auch; Beisatz: § 5 Abs 1, erster Halbsatz, StGB umschreibt lediglich den Gesamtbereich des Vorsatzes, innerhalb dessen die Vorsatzstufen der Absicht, der Wissentlichkeit und des bedingten Vorsatzes zu unterscheiden sind. (T2)
  • 11 Os 158/01
    Entscheidungstext OGH 05.03.2002 11 Os 158/01
    Vgl auch; Beisatz: Mit dem Wort "wollen" allein wird - angesichts der in jeder Vorsatzform enthaltenen Willenskomponente - noch nicht die Absicht (§ 5 Abs 2 StGB) des Täters umschrieben. (T3)
  • 13 Os 100/09v
    Entscheidungstext OGH 17.06.2010 13 Os 100/09v
    Vgl; Beisatz: Das festgestellte Wissen des Angeklagten inkludiert die Willenskomponente seines Vorsatzes. (T4)
  • 14 Os 50/11a
    Entscheidungstext OGH 24.05.2011 14 Os 50/11a
    Auch
  • 11 Os 49/11g
    Entscheidungstext OGH 30.06.2011 11 Os 49/11g
    Vgl; Beis wie T4
  • 13 Os 7/13y
    Entscheidungstext OGH 04.04.2013 13 Os 7/13y
    Vgl; Beis wie T4
  • 17 Os 21/13m
    Entscheidungstext OGH 30.09.2013 17 Os 21/13m
    Vgl; Beis wie T3
  • 11 Os 121/13y
    Entscheidungstext OGH 29.10.2013 11 Os 121/13y
    Vgl; Beis wie T4
  • 14 Os 163/13x
    Entscheidungstext OGH 17.12.2013 14 Os 163/13x
    Vgl auch; Beis wie T4
  • 13 Os 43/14v
    Entscheidungstext OGH 15.04.2015 13 Os 43/14v
    Auch; Beis wie T4
  • 11 Os 39/15t
    Entscheidungstext OGH 25.06.2015 11 Os 39/15t
    Auch; Beis wie T4
  • 14 Os 62/15x
    Entscheidungstext OGH 04.08.2015 14 Os 62/15x
    Vgl
  • 17 Os 56/14k
    Entscheidungstext OGH 08.06.2015 17 Os 56/14k
    Vgl; Beis wie T4
  • 13 Os 124/15g
    Entscheidungstext OGH 25.11.2015 13 Os 124/15g
    Auch; Beis wie T4
  • 17 Os 25/15b
    Entscheidungstext OGH 14.12.2015 17 Os 25/15b
    Auch; Beis wie T4
  • 12 Os 8/16t
    Entscheidungstext OGH 16.06.2016 12 Os 8/16t
    Auch; Beis wie T4
  • 14 Os 104/16z
    Entscheidungstext OGH 29.11.2016 14 Os 104/16z
    Auch; Beis wie T4
  • 14 Os 21/17w
    Entscheidungstext OGH 23.05.2017 14 Os 21/17w
    Auch; Beis wie T4
  • 15 Os 26/17p
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 15 Os 26/17p
    Auch; Beis wie T4
  • 14 Os 79/17z
    Entscheidungstext OGH 03.10.2017 14 Os 79/17z
    Auch; Beis wie T4
  • 13 Os 3/18t
    Entscheidungstext OGH 31.01.2018 13 Os 3/18t
    Auch; Beis wie T4
  • 11 Os 158/17w
    Entscheidungstext OGH 10.04.2018 11 Os 158/17w
    Auch; Beis wie T4
  • 12 Os 86/18s
    Entscheidungstext OGH 11.10.2018 12 Os 86/18s
    Auch; Beis wie T4
  • 11 Os 108/18v
    Entscheidungstext OGH 11.12.2018 11 Os 108/18v
    Auch
  • 14 Os 2/19d
    Entscheidungstext OGH 21.05.2019 14 Os 2/19d
    Vgl; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0088835

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.07.2019

Dokumentnummer

JJR_19760219_OGH0002_0130OS00180_7500000_001

Rechtssatz für 10Os87/77 10Os16/80 9Os...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0100579

Geschäftszahl

10Os87/77; 10Os16/80; 9Os4/82; 12Os122/86; 14Os132/87; 15Os111/89 (15Os112/89); 15Os61/91; 14Os95/92; 12Os138/93; 15Os156/95; 13Os74/97 (13Os75/97); 14Os122/11i

Entscheidungsdatum

10.08.1977

Norm

StPO §314

Rechtssatz

Die in der Hauptverhandlung verlesene Verantwortung des Angeklagten, von der er jedoch in der Hauptverhandlung abgerückt ist, stellt kein Vorbringen in der Hauptverhandlung dar.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 87/77
    Entscheidungstext OGH 10.08.1977 10 Os 87/77
  • 10 Os 16/80
    Entscheidungstext OGH 17.06.1980 10 Os 16/80
    Vgl aber; Beisatz: Anders jedoch, wenn sich die Anklage weiterhin auf jene vom Angeklagten aufgegebene Verantwortung stützt. (T1) Veröff: SSt 51/29 = EvBl 1980/222 S 668
  • 9 Os 4/82
    Entscheidungstext OGH 23.03.1982 9 Os 4/82
    Vgl aber
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
    Vgl auch
  • 14 Os 132/87
    Entscheidungstext OGH 28.10.1987 14 Os 132/87
    Vgl auch
  • 15 Os 111/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 15 Os 111/89
    Vgl aber; Beis wie T1
  • 15 Os 61/91
    Entscheidungstext OGH 06.06.1991 15 Os 61/91
    Vgl; Beisatz: Zur Frage der (verneinten) unmißverständlichen Abkehr von einer in der Hauptverhandlung deponierten Verantwortung. (T2)
  • 14 Os 95/92
    Entscheidungstext OGH 01.09.1992 14 Os 95/92
    Vgl aber; Beis wie T1
  • 12 Os 138/93
    Entscheidungstext OGH 02.12.1993 12 Os 138/93
    Vgl auch
  • 15 Os 156/95
    Entscheidungstext OGH 21.12.1995 15 Os 156/95
    Vgl
  • 13 Os 74/97
    Entscheidungstext OGH 09.07.1997 13 Os 74/97
    Vgl auch; Beisatz: Eine Fragestellung nach §§ 313, 314 und 316 StPO setzt ein Tatsachenvorbringen in der Hauptverhandlung voraus. (T3)
  • 14 Os 122/11i
    Entscheidungstext OGH 13.12.2011 14 Os 122/11i

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0100579

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.01.2012

Dokumentnummer

JJR_19770810_OGH0002_0100OS00087_7700000_001

Rechtssatz für 13Os4/78 12Os122/86 11O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0100602

Geschäftszahl

13Os4/78; 12Os122/86; 11Os91/88; 14Os75/89; 15Os131/91; 14Os197/95

Entscheidungsdatum

06.04.1978

Norm

StPO §314
StPO §345 Z6

Rechtssatz

Nichtigkeit nach § 345 Z 6 StPO, wenn durch eine nicht indizierte Eventualfrage (den Geschwornen) die Möglichkeit, auf ein mit geringerer Strafe bedrohte Delikt auszuweichen, eröffnet wird.

Entscheidungstexte

  • 13 Os 4/78
    Entscheidungstext OGH 06.04.1978 13 Os 4/78
    Veröff: EvBl 1979/6 S 33 = ÖJZ-LSK 1978/209 = RZ 1978/54 S 114
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
  • 11 Os 91/88
    Entscheidungstext OGH 09.08.1988 11 Os 91/88
  • 14 Os 75/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 14 Os 75/89
    Vgl auch
  • 15 Os 131/91
    Entscheidungstext OGH 15.05.1992 15 Os 131/91
    Vgl auch; Beisatz: Dem Schurgerichtshof ist nicht gestattet, anläßlich der Fragestellung eine dem feststellbaren Substrat nicht entsprechende Entscheidungsmöglichkeit zu schaffen. (T1)
  • 14 Os 197/95
    Entscheidungstext OGH 19.03.1996 14 Os 197/95

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0100602

Dokumentnummer

JJR_19780406_OGH0002_0130OS00004_7800000_006

Rechtssatz für 10Os16/80 12Os26/81 12O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0100930

Geschäftszahl

10Os16/80; 12Os26/81; 12Os127/81; 11Os11/82; 9Os4/82; 10Os18/84; 10Os38/84; 9Os192/83; 13Os177/84; 9Os7/85; 11Os160/85; 11Os95/86; 12Os122/86; 14Os75/89; 15Os111/89 (15Os112/89); 14Os105/89; 14Os180/93; 13Os3/94; 13Os88/95; 12Os101/97; 14Os13/02; 14Os108/02; 14Os149/02; 14Os63/03; 12Os109/04; 13Os83/05p; 14Os108/05x; 12Os54/06t; 13Os76/06k; 13Os137/06f; 13Os6/19k

Entscheidungsdatum

17.06.1980

Norm

StPO §313
StPO §314 Abs1
StPO §345 Abs1 Z6

Rechtssatz

"Vorgebracht" im Sinn des § 314 Abs 1 StPO ist eine für die Unterstellung der Tat unter ein weniger strenges Strafgesetz maßgebende Tatsache nicht nur, wenn sie in der Hauptverhandlung geradezu (konkret) "behauptet" wird, sondern auch dann, wenn sie sich aus den darin vorgeführten Beweismitteln immerhin mittelbar ergibt, sohin erschlossen werden kann. Bei solchen Beweismitteln, die neben der ihnen von der Anklagebehörde beigemessenen auch noch eine für den Angeklagten günstigere, zur Unterstellung seiner Tat unter ein milderes Strafgesetz führende, logisch und empirisch nicht ganz von der Hand zu weisende andere Deutung zulassen, ist demnach die Stellung einer entsprechenden (Eventualfrage) Frage jedenfalls indiziert.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 16/80
    Entscheidungstext OGH 17.06.1980 10 Os 16/80
    Veröff: SSt 51/29 = EvBl 1980/222 S 668
  • 12 Os 26/81
    Entscheidungstext OGH 25.06.1981 12 Os 26/81
    Ähnlich
  • 12 Os 127/81
    Entscheidungstext OGH 10.09.1981 12 Os 127/81
    Vgl auch; nur: "Vorgebracht" im Sinn des § 314 Abs 1 StPO ist eine für die Unterstellung der Tat unter ein weniger strenges Strafgesetz maßgebende Tatsache nicht nur, wenn sie in der Hauptverhandlung geradezu (konkret) "behauptet" wird, sondern auch dann, wenn sie sich aus den darin vorgeführten Beweismitteln immerhin mittelbar ergibt, sohin erschlossen werden kann. (T1)
  • 11 Os 11/82
    Entscheidungstext OGH 15.03.1982 11 Os 11/82
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Hier: Zu § 313 StPO. (T2)
  • 9 Os 4/82
    Entscheidungstext OGH 23.03.1982 9 Os 4/82
    Vgl auch; nur T1
  • 10 Os 18/84
    Entscheidungstext OGH 03.02.1984 10 Os 18/84
    nur T1
  • 10 Os 38/84
    Entscheidungstext OGH 11.04.1984 10 Os 38/84
    Vgl auch
  • 9 Os 192/83
    Entscheidungstext OGH 07.05.1984 9 Os 192/83
    Vgl auch; Veröff: SSt 55/21
  • 13 Os 177/84
    Entscheidungstext OGH 20.12.1984 13 Os 177/84
    Vgl; Beisatz: Das Vorbringen muss aber so konkret sein, dass bei Beachtung der objektivierten Tatelemente die gewünschte Deutung des Geschehens logisch und empirisch naheliegend ist. (T3)
  • 9 Os 7/85
    Entscheidungstext OGH 23.01.1985 9 Os 7/85
    Auch; nur T1
  • 11 Os 160/85
    Entscheidungstext OGH 22.10.1985 11 Os 160/85
    nur T1
  • 11 Os 95/86
    Entscheidungstext OGH 27.06.1986 11 Os 95/86
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Ein den Gerichtshof zur Stellung einer Zusatzfrage beziehungsweise einer Eventualfrage verpflichtendes Tatsachenvorbringen kann sich sowohl aus der Verantwortung des Angeklagten als auch aus sonstigen in der Hauptverhandlung im Rahmen des Beweisverfahrens hervorgekommenen Umständen ergeben. (T4)
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
    Vgl auch; nur T1
  • 14 Os 75/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 14 Os 75/89
    nur T1
  • 15 Os 111/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 15 Os 111/89
    Vgl auch
  • 14 Os 105/89
    Entscheidungstext OGH 08.11.1989 14 Os 105/89
    nur T1; Veröff: SSt 60/71 = JBl 1990,262
  • 14 Os 180/93
    Entscheidungstext OGH 21.12.1993 14 Os 180/93
    nur T1
  • 13 Os 3/94
    Entscheidungstext OGH 02.03.1994 13 Os 3/94
    nur T1
  • 13 Os 88/95
    Entscheidungstext OGH 20.09.1995 13 Os 88/95
    Vgl auch
  • 12 Os 101/97
    Entscheidungstext OGH 16.10.1997 12 Os 101/97
    Vgl auch; nur T1
  • 14 Os 13/02
    Entscheidungstext OGH 28.05.2002 14 Os 13/02
    nur T1
  • 14 Os 108/02
    Entscheidungstext OGH 29.10.2002 14 Os 108/02
    nur T1; Beisatz: Es geht dabei um das Vorkommen einer erheblichen Tatsache in der Hauptverhandlung, einer Tatsache also, die, wäre sie im schöffengerichtlichen Verfahren vorgekommen, bei sonstiger Nichtigkeit aus § 281 Abs 1 Z 5 zweiter Fall erörterungsbedürftig gewesen wäre (WK-StPO § 345 Rz 42). (T5); Beisatz: Hier: Die - von einer Zeugin zum Teil bestätigte - Verantwortung des Angeklagten in der Hauptverhandlung in Richtung seines Bemühens unmittelbar nach Eintritt der (letztlich tödlichen) Schussverletzung des Opfers, dieses am Leben zu erhalten, rückt neben dem von der Anklage umfassten Tötungsvorsatz auch einen bloßen Verletzungsvorsatz in den näheren Bereich des Möglichen. Damit wäre aber den Geschworenen ein Fragenschema zu unterbreiten gewesen, das zusätzlich zu der gestellten Hauptfrage nach Mord und der Eventualfrage in Richtung fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen auch die Eventualfragen in Richtung Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (§ 86 StGB) sowie nach absichtlicher schwerer Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (§ 87 Abs 1 und Abs 2 zweiter Fall StGB) enthalten hätte. (T6)
  • 14 Os 149/02
    Entscheidungstext OGH 28.01.2003 14 Os 149/02
    Vgl auch; nur T1; Beis ähnlich T4; Beis wie T5
  • 14 Os 63/03
    Entscheidungstext OGH 24.06.2003 14 Os 63/03
    Vgl auch; Beis wie T2; Beis ähnlich T5
  • 12 Os 109/04
    Entscheidungstext OGH 08.09.2005 12 Os 109/04
    nur: "Vorgebracht" ist eine Tatsache nicht nur, wenn sie in der Hauptverhandlung geradezu (konkret) "behauptet" wird, sondern auch dann, wenn sie aus den darin vorgeführten Beweismitteln erschlossen werden kann. (T7)
  • 13 Os 83/05p
    Entscheidungstext OGH 28.09.2005 13 Os 83/05p
    Vgl
  • 14 Os 108/05x
    Entscheidungstext OGH 20.12.2005 14 Os 108/05x
    nur T1
  • 12 Os 54/06t
    Entscheidungstext OGH 27.07.2006 12 Os 54/06t
    Vgl auch; Beisatz: Die in der Hauptverhandlung verlesenen Aussagen vor der Sicherheitsbehörde und dem Untersuchungsrichter sind in die Betrachtung einzubeziehen. (T8)
  • 13 Os 76/06k
    Entscheidungstext OGH 23.08.2006 13 Os 76/06k
    Vgl auch; Beis wie T5; Beisatz: Die Erörterungsbedürftigkeit bestimmt sich unter dem Gesichtspunkt einer für den Prozessstandpunkt des Beschwerdeführers günstigeren Fallgestaltung. (T9)
  • 13 Os 137/06f
    Entscheidungstext OGH 24.01.2007 13 Os 137/06f
    Vgl auch; Beis wie T5
  • 13 Os 6/19k
    Entscheidungstext OGH 24.04.2019 13 Os 6/19k
    Vgl auch; Beisatz: Zu den Kriterien der prozessordnungskonformen Darstellung der Fragenrüge (§ 345 Abs 1 Z 6 StPO) zählt auch das Erfordernis, dass der Schluss vom angesprochenen Verfahrensergebnis (§ 258 Abs 1 StPO iVm § 302 Abs 1 StPO) auf die begehrte Fragestellung den Gesetzen logischen Denkens und grundlegenden Erfahrungssätzen entsprechen muss. (T10)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0100930

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

15.07.2019

Dokumentnummer

JJR_19800617_OGH0002_0100OS00016_8000000_001

Rechtssatz für 11Os119/80 10Os184/80 1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0100657

Geschäftszahl

11Os119/80; 10Os184/80; 11Os26/81; 10Os74/83; 12Os122/86; 11Os66/88; 15Os45/89; 13Os65/89; 14Os61/90; 15Os131/91; 14Os41/93; 12Os108/93 (12Os143/93); 12Os104/94; 11Os177/96

Entscheidungsdatum

24.09.1980

Norm

StPO §314

Rechtssatz

Die Beurteilung der rechtlichen Erheblichkeit der vorgebrachten Tatsachen steht ausschließlich dem Schwurgerichtshof zu. Hält er dafür, daß sie die Unterstellung der Tat unter ein anderes Strafgesetz nicht gestatten, so darf er eine entsprechende Eventualfrage nicht stellen.

Entscheidungstexte

  • 11 Os 119/80
    Entscheidungstext OGH 24.09.1980 11 Os 119/80
  • 10 Os 184/80
    Entscheidungstext OGH 10.02.1981 10 Os 184/80
    Vgl auch
  • 11 Os 26/81
    Entscheidungstext OGH 09.04.1981 11 Os 26/81
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Zu § 313 StPO. (T1) Veröff: EvBl 1981/206 S 581
  • 10 Os 74/83
    Entscheidungstext OGH 31.05.1983 10 Os 74/83
    Vgl auch
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
    Vgl auch
  • 11 Os 66/88
    Entscheidungstext OGH 01.07.1988 11 Os 66/88
    Vgl auch
  • 15 Os 45/89
    Entscheidungstext OGH 06.06.1989 15 Os 45/89
  • 13 Os 65/89
    Entscheidungstext OGH 17.08.1989 13 Os 65/89
    Vgl auch
  • 14 Os 61/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 14 Os 61/90
    Vgl auch
  • 15 Os 131/91
    Entscheidungstext OGH 15.05.1992 15 Os 131/91
    Beisatz: Dem Schwurgerichtshof ist nicht gestattet, anläßlich der Fragestellung eine dem feststellbaren Substrat nicht entsprechende Entscheidungsmöglichkeit zu schaffen. (T2)
  • 14 Os 41/93
    Entscheidungstext OGH 27.04.1993 14 Os 41/93
    Vgl auch
  • 12 Os 108/93
    Entscheidungstext OGH 07.10.1993 12 Os 108/93
    Vgl auch
  • 12 Os 104/94
    Entscheidungstext OGH 22.09.1994 12 Os 104/94
    Vgl auch
  • 11 Os 177/96
    Entscheidungstext OGH 14.01.1997 11 Os 177/96

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0100657

Dokumentnummer

JJR_19800924_OGH0002_0110OS00119_8000000_003

Rechtssatz für 3Os149/81 10Os6/82 11Os...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0092242

Geschäftszahl

3Os149/81; 10Os6/82; 11Os163/81; 10Os10/82; 9Os137/83; 12Os74/84; 13Os115/84; 13Os96/85; 12Os83/85; 10Os19/86; 12Os122/86; 9Os23/87; 13Os46/87; 13Os183/87; 11Os91/88; 13Os18/89; 15Os21/89; 14Os16/89; 13Os65/89; 11Os9/90

Entscheidungsdatum

05.11.1981

Norm

StGB §76

Rechtssatz

Abgrenzung der Gemütsbewegung in zwei Richtungen.

Entscheidungstexte

  • 3 Os 149/81
    Entscheidungstext OGH 05.11.1981 3 Os 149/81
    Veröff: EvBl 1982/80 S 269
  • 11 Os 163/81
    Entscheidungstext OGH 27.01.1982 11 Os 163/81
  • 10 Os 6/82
    Entscheidungstext OGH 02.03.1982 10 Os 6/82
    Vgl auch; Beisatz: Bei der Beantwortung der Frage nach der "allgemeinen Begreiflichkeit" der heftigen Gemütsbewegung unterliegt zwar nicht die Tat, wohl aber jedenfalls der konkrete Affekt des Täters in seiner gesamten Dimension, also einschließlich seiner tatkausalen Heftigkeit, in Relation zu dem sie herbeiführenden Anlaß rechtsethischer Bewertung und muß (auch) sittlich verständlich sein (ähnlich bereits 13 Os 149/81). (T1) Veröff: EvBl 1982/167 S 523
  • 10 Os 10/82
    Entscheidungstext OGH 16.03.1982 10 Os 10/82
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 9 Os 137/83
    Entscheidungstext OGH 08.11.1983 9 Os 137/83
    Vgl auch
  • 12 Os 74/84
    Entscheidungstext OGH 14.06.1984 12 Os 74/84
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 13 Os 115/84
    Entscheidungstext OGH 27.09.1984 13 Os 115/84
  • 13 Os 96/85
    Entscheidungstext OGH 18.07.1985 13 Os 96/85
  • 12 Os 83/85
    Entscheidungstext OGH 22.08.1985 12 Os 83/85
    Vgl auch; Beis wie T1; Veröff: JBl 1986,261
  • 10 Os 19/86
    Entscheidungstext OGH 16.09.1986 10 Os 19/86
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 9 Os 23/87
    Entscheidungstext OGH 18.03.1987 9 Os 23/87
    Vgl auch
  • 13 Os 46/87
    Entscheidungstext OGH 14.05.1987 13 Os 46/87
  • 13 Os 183/87
    Entscheidungstext OGH 28.01.1988 13 Os 183/87
    Vgl auch; Veröff: SSt 59/8
  • 11 Os 91/88
    Entscheidungstext OGH 09.08.1988 11 Os 91/88
    Vgl auch
  • 15 Os 21/89
    Entscheidungstext OGH 07.03.1989 15 Os 21/89
    Vgl auch
  • 13 Os 18/89
    Entscheidungstext OGH 16.03.1989 13 Os 18/89
  • 14 Os 16/89
    Entscheidungstext OGH 05.04.1989 14 Os 16/89
    Vgl auch; Beis wie T1
  • 13 Os 65/89
    Entscheidungstext OGH 17.08.1989 13 Os 65/89
  • 11 Os 9/90
    Entscheidungstext OGH 21.03.1990 11 Os 9/90
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1981:RS0092242

Dokumentnummer

JJR_19811105_OGH0002_0030OS00149_8100000_001

Rechtssatz für 10Os6/82 10Os10/82 10Os...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0092130

Geschäftszahl

10Os6/82; 10Os10/82; 10Os74/83; 12Os59/83; 10Os168/83; 9Os192/83; 12Os74/84; 10Os116/84; 9Os75/84; 11Os4/85; 12Os37/85; 12Os83/85; 9Os182/85; 9Os84/86; 12Os122/86; 10Os3/87; 9Os23/87; 13Os46/87; 11Os66/88; 11Os91/88; 15Os82/88; 14Os75/89; 11Os9/90; 15Os58/90; 14Os61/90; 12Os108/93 (12Os143/93); 14Os114/95; 14Os197/95; 13Os35/97; 11Os72/07h

Entscheidungsdatum

02.03.1982

Norm

StGB §76

Rechtssatz

Bei der Beantwortung der Frage nach der "allgemeinen Begreiflichkeit" der heftigen Gemütsbewegung unterliegt zwar nicht die Tat, wohl aber jedenfalls der konkrete Affekt des Täters in seiner gesamten Dimension, also einschließlich seiner tatkausalen Heftigkeit, in Relation zu dem sie herbeiführenden Anlass rechtsethischer Bewertung und muss (auch) sittlich verständlich sein (ähnlich bereits 13 Os 149/81).

Entscheidungstexte

  • 10 Os 6/82
    Entscheidungstext OGH 02.03.1982 10 Os 6/82
    Veröff: EvBl 1982/167 S 523 = ÖJZ-LSK 1982/86
  • 10 Os 10/82
    Entscheidungstext OGH 16.03.1982 10 Os 10/82
  • 10 Os 74/83
    Entscheidungstext OGH 31.05.1983 10 Os 74/83
  • 12 Os 59/83
    Entscheidungstext OGH 06.10.1983 12 Os 59/83
    Ähnlich
  • 10 Os 168/83
    Entscheidungstext OGH 16.12.1983 10 Os 168/83
    Vgl auch
  • 9 Os 192/83
    Entscheidungstext OGH 07.05.1984 9 Os 192/83
    Vgl auch; Veröff: SSt 55/21
  • 12 Os 74/84
    Entscheidungstext OGH 14.06.1984 12 Os 74/84
  • 10 Os 116/84
    Entscheidungstext OGH 18.09.1984 10 Os 116/84
    Vgl auch
  • 9 Os 75/84
    Entscheidungstext OGH 02.10.1984 9 Os 75/84
  • 11 Os 4/85
    Entscheidungstext OGH 19.02.1985 11 Os 4/85
    Vgl auch
  • 12 Os 37/85
    Entscheidungstext OGH 09.05.1985 12 Os 37/85
    Vgl auch
  • 12 Os 83/85
    Entscheidungstext OGH 22.08.1985 12 Os 83/85
    Veröff: JBl 1986,261
  • 9 Os 182/85
    Entscheidungstext OGH 15.01.1986 9 Os 182/85
  • 9 Os 84/86
    Entscheidungstext OGH 17.09.1986 9 Os 84/86
    Vgl auch
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
  • 10 Os 3/87
    Entscheidungstext OGH 24.02.1987 10 Os 3/87
    Vgl auch
  • 9 Os 23/87
    Entscheidungstext OGH 18.03.1987 9 Os 23/87
  • 13 Os 46/87
    Entscheidungstext OGH 14.05.1987 13 Os 46/87
    Vgl auch
  • 11 Os 66/88
    Entscheidungstext OGH 01.07.1988 11 Os 66/88
    Vgl auch
  • 11 Os 91/88
    Entscheidungstext OGH 09.08.1988 11 Os 91/88
  • 15 Os 82/88
    Entscheidungstext OGH 30.08.1988 15 Os 82/88
    Vgl auch
  • 14 Os 75/89
    Entscheidungstext OGH 30.08.1989 14 Os 75/89
  • 11 Os 9/90
    Entscheidungstext OGH 21.03.1990 11 Os 9/90
  • 15 Os 58/90
    Entscheidungstext OGH 03.07.1990 15 Os 58/90
    Vgl auch
  • 14 Os 61/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 14 Os 61/90
    Vgl auch
  • 12 Os 108/93
    Entscheidungstext OGH 07.10.1993 12 Os 108/93
    Vgl auch; Beisatz: Ein verwerflicher Beweggrund für die tatauslösende heftige Gemütsbewegung schließt die Unterstellung unter § 76 StGB mangels allgemeiner Begreiflichkeit aus. (T1)
  • 14 Os 114/95
    Entscheidungstext OGH 03.10.1995 14 Os 114/95
    Vgl auch
  • 14 Os 197/95
    Entscheidungstext OGH 19.03.1996 14 Os 197/95
    Ähnlich
  • 13 Os 35/97
    Entscheidungstext OGH 16.04.1997 13 Os 35/97
    Vgl auch
  • 11 Os 72/07h
    Entscheidungstext OGH 25.09.2007 11 Os 72/07h
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0092130

Dokumentnummer

JJR_19820302_OGH0002_0100OS00006_8200000_001

Rechtssatz für 10Os6/82 10Os74/83 12Os...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0100604

Geschäftszahl

10Os6/82; 10Os74/83; 12Os59/83; 12Os74/84; 9Os182/85; 12Os122/86; 13Os187/86; 11Os157/87; 11Os66/88; 11Os91/88; 15Os82/88; 14Os123/88; 14Os16/89; 15Os45/89; 13Os65/89; 16Os32/89; 14Os61/90; 15Os141/91; 14Os95/92; 12Os104/94; 14Os197/95; 15Os101/99; 11Os151/11g; 15Os10/17k; 15Os39/17z; 15Os142/17x

Entscheidungsdatum

02.03.1982

Norm

StPO §314

Rechtssatz

Keine Eventualfrage nach § 76 StGB bei Fehlen einer allgemeinen Begreiflichkeit der behaupteten heftigen Gemütsbewegung.

Entscheidungstexte

  • 10 Os 6/82
    Entscheidungstext OGH 02.03.1982 10 Os 6/82
    Veröff: EvBl 1982/167 S 523
  • 10 Os 74/83
    Entscheidungstext OGH 31.05.1983 10 Os 74/83
    Vgl auch
  • 12 Os 59/83
    Entscheidungstext OGH 06.10.1983 12 Os 59/83
    Vgl auch
  • 12 Os 74/84
    Entscheidungstext OGH 14.06.1984 12 Os 74/84
    Vgl auch
  • 9 Os 182/85
    Entscheidungstext OGH 15.01.1986 9 Os 182/85
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
  • 13 Os 187/86
    Entscheidungstext OGH 19.02.1987 13 Os 187/86
    Vgl auch
  • 11 Os 157/87
    Entscheidungstext OGH 12.01.1988 11 Os 157/87
    Veröff: SSt 59/1
  • 11 Os 66/88
    Entscheidungstext OGH 01.07.1988 11 Os 66/88
  • 11 Os 91/88
    Entscheidungstext OGH 09.08.1988 11 Os 91/88
  • 15 Os 82/88
    Entscheidungstext OGH 30.08.1988 15 Os 82/88
  • 14 Os 123/88
    Entscheidungstext OGH 12.10.1988 14 Os 123/88
  • 14 Os 16/89
    Entscheidungstext OGH 05.04.1989 14 Os 16/89
  • 15 Os 45/89
    Entscheidungstext OGH 06.06.1989 15 Os 45/89
  • 13 Os 65/89
    Entscheidungstext OGH 17.08.1989 13 Os 65/89
  • 16 Os 32/89
    Entscheidungstext OGH 13.10.1989 16 Os 32/89
  • 14 Os 61/90
    Entscheidungstext OGH 11.09.1990 14 Os 61/90
  • 15 Os 141/91
    Entscheidungstext OGH 12.12.1991 15 Os 141/91
  • 14 Os 95/92
    Entscheidungstext OGH 01.09.1992 14 Os 95/92
  • 12 Os 104/94
    Entscheidungstext OGH 22.09.1994 12 Os 104/94
  • 14 Os 197/95
    Entscheidungstext OGH 19.03.1996 14 Os 197/95
  • 15 Os 101/99
    Entscheidungstext OGH 04.11.1999 15 Os 101/99
  • 11 Os 151/11g
    Entscheidungstext OGH 19.01.2012 11 Os 151/11g
    Auch
  • 15 Os 10/17k
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 15 Os 10/17k
    Auch
  • 15 Os 39/17z
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 15 Os 39/17z
    Beisatz: Die Rechtsfrage ist schon vom Schwurgerichtshof bei der Feststellung der an die Geschworenen zu richtenden Frage zu beantworten. (T1)
  • 15 Os 142/17x
    Entscheidungstext OGH 23.03.2018 15 Os 142/17x
    Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0100604

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.01.2018

Dokumentnummer

JJR_19820302_OGH0002_0100OS00006_8200000_002

Rechtssatz für 12Os83/85 12Os122/86 11...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0092277

Geschäftszahl

12Os83/85; 12Os122/86; 11Os27/04; 15Os76/05y; 15Os10/17k; 15Os39/17z; 15Os142/17x

Entscheidungsdatum

22.08.1985

Norm

StGB §76

Rechtssatz

Bei der allgemeinen Begreiflichkeit des Affekts handelt es sich um keine Beweis (Tatbeweis), sondern um eine Rechtsfrage.

Entscheidungstexte

  • 12 Os 83/85
    Entscheidungstext OGH 22.08.1985 12 Os 83/85
  • 12 Os 122/86
    Entscheidungstext OGH 27.11.1986 12 Os 122/86
  • 11 Os 27/04
    Entscheidungstext OGH 25.05.2004 11 Os 27/04
    Auch; Beisatz: Bei der allgemeinen Begreiflichkeit eines Affekts handelt es sich um eine von den Geschworenen zu lösende Rechtsfrage. (T1)
  • 15 Os 76/05y
    Entscheidungstext OGH 25.08.2005 15 Os 76/05y
  • 15 Os 10/17k
    Entscheidungstext OGH 05.04.2017 15 Os 10/17k
    Auch
  • 15 Os 39/17z
    Entscheidungstext OGH 24.05.2017 15 Os 39/17z
    Beisatz: Die Rechtsfrage ist schon vom Schwurgerichtshof bei der Feststellung der an die Geschworenen zu richtenden Frage zu beantworten. (T2)
  • 15 Os 142/17x
    Entscheidungstext OGH 13.12.2017 15 Os 142/17x

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0092277

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.01.2018

Dokumentnummer

JJR_19850822_OGH0002_0120OS00083_8500000_001

Entscheidungstext 12Os122/86

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

12Os122/86

Entscheidungsdatum

27.11.1986

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat am 27.November 1986 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Keller als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Kral, Hon.Prof. Dr. Steininger, Dr. Hörburger und Dr. Kuch als weitere Richter in Gegenwart des Richteramtsanwärters Dr. Kiss als Schriftführerin, in der Strafsache gegen Hubert Michael M*** wegen des Verbrechens des Totschlags nach § 76 StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung des Angeklagten und die Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Geschwornengerichtes beim Landesgericht für Strafsachen Wien vom 17. März 1986, GZ 20 i Vr 7447/85-87, nach öffentlicher Verhandlung in Anwesenheit des Vertreters des Generalprokurators, des Generalanwalts Dr. Gehart und des Verteidigers Dr. Erhart, jedoch in Abwesenheit des Angeklagten zu Recht erkannt:

Spruch

Die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten wird verworfen. Der Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft wird dahin Folge gegeben, daß der Wahrspruch der Geschwornen und das darauf beruhende Urteil aufgehoben und die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht zurückverwiesen wird. Mit seiner Berufung wird der Angeklagte auf diese Entscheidung verwiesen.

Text

Gründe:

 

Mit dem angefochtenen Urteil wurde der am 20.November 1963 geborene Hubert Michael M*** des Verbrechens des Totschlags nach § 76 StGB schuldig erkannt.

Der Schuldspruch beruht auf dem Wahrspruch der Geschwornen, welche die anklagekonform auf das Verbrechen des Mordes nach § 75 StGB gerichtete Hauptfrage (Zl. 1) stimmeneinhellig verneint, hingegen die auf Totschlag lautende Eventualfrage (Zl. 2), ob sich Hubert (Michael) M*** am 25. oder 26.Juni 1985 in Wien in einer allgemein begreiflichen heftigen Gemütsbewegung, nämlich weil Hans Joachim S*** von ihm homosexuelle Handlungen begehrte und ihn verhöhnte, dazu habe hinreißen lassen, den Genannten durch fünf Stiche in den Hals mit einem Messer mit etwa 20 mm Klingenbreite und 12 cm Klingenlänge zu töten, mehrheitlich bejaht und die Zusatzfrage (Zl. 5) nach allfälliger Zurechnungsunfähigkeit stimmeneinhellig verneint hatten; weitere Eventualfragen nach absichtlicher schwerer Körperverletzung (mit Todesfolge: Zl. 3), Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (Zl. 4) oder Begehung einer mit Strafe bedrohten Handlung im Zustand voller Berauschung (Zl. 6) waren folglich nicht aktuell geworden.

Rechtliche Beurteilung

Gegen dieses Urteil richten sich Nichtigkeitsbeschwerden des Angeklagten Hubert Michael M***, der die Z 6, 8 und 12 des § 345 Abs 1 StPO geltend macht, und der Staatsanwaltschaft, welche ebenfalls die Z 6 und 12 der zitierten Gesetzesstelle releviert. Der Angeklagte bemängelt in seiner Nichtigkeitsbeschwerde zunächst (Z 6) die Nichtanführung des Tatbestandsmerkmals der Vorsätzlichkeit in der (von den Geschwornen bejahten) Eventualfrage nach Totschlag, aber auch in der (unbeantwortet gebliebenen) Eventualfrage nach Körperverletzung mit tödlichem Ausgang; dies indes zu Unrecht. Denn die Aufnahme von Merkmalen des in Betracht kommenden Tatbestands, die vom Gesetz (§ 7 Abs 1 StGB) subintelligiert werden, in die darauf gerichtete (Schuld-)Frage ist grundsätzlich nicht geboten (SSt. 46/49; 9 Os 147/83). Im vorliegenden Fall war das Unterbleiben der Erwähnung des Vorsatz-Merkmals in den Eventualfragen Zl. 2 und Zl. 4 - den Beschwerdeausführungen zuwider - auch in concreto nicht geeignet, bei den Geschwornen zu Unklarheiten über die jeweiligen (subjektiven) Tatbestandserfordernisse zu führen. In der Rechtsbelehrung (Beilage B zu ON 86) wird nämlich in auch für Laien verständlicher Form nach dem allgemeinen Hinweis auf das (zuvor in seiner Bedeutung klargestellte) Strafbarkeitserfordernis vorsätzlichen Handelns (unter anderem) bei Mord, Totschlag und Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (S 1) zur Eventualfrage Zl. 2 noch besonders darauf hingewiesen, daß der Totschlag einen privilegierten Fall vorsätzlicher Tötung darstellt (S 4 oben), und zur Eventualfrage Zl. 4 wird unmißverständlich gesagt, daß bei Körperverletzung mit tödlichem Ausgang Verletzungs- oder Mißhandlungsvorsatz erforderlich ist, wogegen bei Tötungsvorsatz Mord oder Totschlag anzunehmen wäre (S 8). Den Vorschriften über die Fragestellung war Genüge getan, wenn sich der Schwurgerichtshof bei der Formulierung der Eventualfragen Zl. 2 und Zl. 4 - obwohl im Hinblick auf den Wortlaut der Hauptfrage Zl. 1 inkonsequent - an den Gesetzeswortlaut (§§ 76; 83, 86 StGB) anschloß.

Dem auf § 345 Abs 1 Z 8 StPO gestützten Beschwerdevorbringen des Angeklagten zuwider kann darin, daß im allgemeinen Teil der Rechtsbelehrung (S 2) eine Abgrenzung der - in der Eventualfrage Zl. 3 (§ 87 StGB) vorkommenden - Absicht (§ 5 Abs 2 StGB) von (bloß) bedingtem Vorsatz (§ 5 Abs 1 zweiter Halbsatz StGB) ohne Bezugnahme auf die Vorsatzdefinition des § 5 Abs 1 erster Halbsatz StGB gegeben wurde, keine einer Unrichtigkeit gleichkommende Unvollständigkeit der Rechtsbelehrung erblickt werden. Denn der in der Rechtsbelehrung ohnehin (S 1) wiedergegebene erste Halbsatz des § 5 Abs 1 StGB umschreibt lediglich den Gesamtbereich des Vorsatzes, innerhalb dessen die Vorsatzstufen der Absicht, der Wissentlichkeit und eben des bedingten Vorsatzes zu unterscheiden sind (vgl. Nowakowski im WK § 5 Rz. 1 und 5). Unrichtige Vorstellungen der Geschwornen über die in concreto wesentliche Rechtslage konnten durch die bemängelte Passage der Rechtsbelehrung keinesfalls hervorgerufen werden.

Die vom Beschwerdeführer gerügte Unstimmigkeit im als "Zusammenfassung" bezeichneten Anhang der Rechtsbelehrung über die jeweils dann eintretenden Folgen, wenn im Falle der Bejahung der Hauptfrage Zl. 1 oder einer der Eventualfragen Zl. 2 bis 4 "... die Zusatzfrage aber unbeantwortet bleibt oder verneint wird", war nicht geeignet, die Geschwornen über die für ihren Wahrspruch wesentlichen Umstände zu beirren. Denn die Zusatzfrage ist im Fragenschema ausdrücklich als solche (§ 317 Abs 3 StPO) "für den Fall der Bejahung der Hauptfrage 1 oder einer der Eventualfragen 2 - 4" bezeichnet und ist von den Geschwornen ohnedies beantwortet worden. Dies hätte im übrigen niemals zu einer Unrichtigkeit, sondern höchstens zu einer Unvollständigkeit des Wahrspruchs führen können, der gemäß § 332 Abs 4 StPO gegebenenfalls abzuhelfen gewesen wäre. Mit seinem Vorbringen zum Nichtigkeitsgrund des § 345 Abs 1 Z 12 StPO ist der Angeklagte schließlich darauf zu verweisen, daß die in der Rechtsbelehrung über den subjektiven Tatbestand des Verbrechens nach § 76 StGB - wie bereits dargelegt - hinreichend instruierten Geschwornen durch die Bejahung der auf diesen Tatbestand gerichteten Schuldfrage auch den nach dem Gesetz subintelligierten (§ 7 Abs 1 StGB) Tötungsvorsatz als erwiesen angenommen haben, wiewohl dieser in der betreffenden Schuldfrage nicht ausdrücklich erwähnt wird. Von einem Feststellungsmangel im Wahrspruch, demzufolge nicht beurteilt werden könnte, ob der Angeklagte statt des Verbrechens des Totschlags nach § 76 StGB etwa (nur) jenes der Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (§§ 83, 86 StGB) begangen hätte, kann demnach nicht die Rede sein, geschweige denn von einer den Freispruch des Angeklagten nach sich ziehenden Nichtigkeit des Urteils nach § 345 Abs 1 Z 11 lit a StPO wegen "Fehlens einer Schuld".

Die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten war daher zu verwerfen.

Die Staatsanwaltschaft rügt unter dem Gesichtspunkt des § 345 Abs 1 Z 6 StPO die Eventualfrage (Zl. 2) nach Totschlag, welche ihrer Ansicht nach nicht hätte gestellt werden dürfen. Den Antrag des Staatsanwalts auf Unterbleiben dieser (und noch einer) Eventualfrage hatte der Schwurgerichtshof abgewiesen; sofort nach der Verkündung dieser Entscheidung, deren Gründe der Vorschrift des § 238 Abs 2 (§ 302 Abs 1) StPO zuwider aus dem Verhandlungsprotokoll nicht ersichtlich sind, hatte sich der öffentliche Ankläger die Nichtigkeitsbeschwerde vorbehalten (S 329/II).

Darüber hinaus macht die Anklagebehörde den Nichtigkeitsgrund des § 345 Abs 1 Z 12 StPO mit der Begründung geltend, die der Entscheidung zugrunde liegende Tat sei rechtsirrig nicht als Mord (§ 75 StGB), sondern als Totschlag (§ 76 StGB) beurteilt worden.

Diesem Beschwerdevorbringen ist zum Teil beizupflichten:

Ob in der Hauptverhandlung vorgebrachte Tatsachen in rechtlicher Beziehung geeignet sind, die dem Angeklagten zur Last gelegte Tat einem (bestimmten) anderen (nicht strengeren) als dem in der Anklageschrift angeführten Strafgesetz zu unterziehen, und sonach eine entsprechende Eventualfrage an die Geschwornen zu stellen ist (§ 314 Abs 1 StPO), ist vom Schwurgerichtshof zu beurteilen. Geht es wie hier als Alternative zur Mordanklage um den mit vergleichweise geringerer Strafe bedrohten (privilegierten) Tatbestand des Totschlags, welcher dadurch charakterisiert ist, daß sich der Täter zur vorsätzlichen Tötung eines anderen in einer allgemein begreiflichen heftigen Gemütsbewegung hinreißen läßt, dann hat der Schwurgerichtshof die Rechtsfrage (12 Os 83/85) zu prüfen, ob die vorgebrachten Tatsachen, wenn sie (von den Geschwornen) als erwiesen angenommen werden, den (behaupteten) tiefgreifenden Affekt, in welchem sich der Angeklagte zur Tötung hinreißen ließ, auch allgemein begreiflich erscheinen lassen (vgl. Mayerhofer-Rieder StPO 2 § 314 ENr. 38; 12 Os 74/84). Wird durch eine darnach nicht indizierte Eventualfrage nach Totschlag den Geschwornen die nach dem Verfahrensergebnis nicht gerechtfertigte Möglichkeit eröffnet, auf dieses mit geringerer Strafe bedrohte Delikt auszuweichen, so liegt der Nichtigkeitsgrund nach § 345 Abs 1 Z 6 StPO vor, der zum Nachteil des Angeklagten geltend gemacht werden kann (§ 345 Abs 4 StPO), wenn erkennbar ist, daß der Verstoß einen die (Mord-)Anklage beeinträchtigenden Einfluß auf die Entscheidung üben konnte (vgl. ÖJZ-LSK 1978/209 = RZ 1978/54 = EvBl 1979/6).

Im Hinblick darauf, daß der Angeklagte in der Hauptverhandlung (wie schon bei seiner letzten Vernehmung durch den Untersuchungsrichter S 89 a/I) die Tötung überhaupt bestritt, kam als Tatsachenvorbringen (§ 314 Abs 1 StPO) in Richtung eines zur Tötungshandlung führenden Affekts (lediglich) jene in der Hauptverhandlung als Beweismittel vorgeführte (§§ 308 Abs 1, 252 Abs 1 Z 2 und Abs 2 StPO) Verantwortung in Betracht, die er am 1. Juli 1985 im Sicherheitsbüro der Bundespolizeidirektion Wien und anschließend vor dem Journalrichter des Landesgerichtes für Strafsachen Wien sowie am 3.Juli 1985 beim zuständigen Untersuchungsrichter vorgebracht hatte (SSt. 51/29): Darnach habe er sich in der Wohnung des mit ihm befreundet gewesenen (querschnittgelähmten) Hans Joachim S***, nur mit einer Unterhose bekleidet, in ein Bett gelegt, worauf sich S*** auf die Bettkante gesetzt, ihn am Oberkörper abgegriffen und zum Duschen oder Schaumbaden aufgefordert habe. Er habe dies abgelehnt, sei aber trotz seiner Abwehr von S*** wiederum am

Oberkörper abgegriffen worden, weshalb er ihm homosexuelle Neigung vorgeworfen, ihn geohrfeigt, vom Bett heruntergestoßen und schließlich mit einer (neben dem Bett gestandenen) teilweise geleerten Mineralwasserflasche, die dabei zersplitterte, auf den Kopf geschlagen und verletzt habe. Nach einiger Zeit habe sich S*** abermals genähert, worauf er aufgestanden sei, ein auf einem Tisch liegendes Messer ergriffen und S*** damit bedroht habe. Auf dessen sinngemäßen Vorhalt, er solle "nicht kindisch sein" ("sich nicht wie ein Kind benehmen"), habe er durchgedreht und S*** mehrere Messerstiche in den Hals versetzt. Sodann habe er sich angekleidet, in der Handtasche des S*** sowie in mehreren Laden erfolglos nach Geld gesucht

und schließlich die Wohnung verlassen (Bd. I S 61 bis 66 = S 139

bis 144; S 67 bis 70 = S 165 bis 168; S 85 bis 89).

Nach dieser Sachverhaltsdarstellung des Angeklagten mangelt es an der allgemeinen Begreiflichkeit des behaupteten tiefgreifenden Affekts. Bei der Prüfung dieser Voraussetzung des Totschlags nach § 76 StGB ist nämlich - unter Berücksichtigung aller Tatumstände und der psychologischen Zusammenhänge - von einem objektiven Standpunkt auszugehen: Um "allgemein begreiflich" zu sein, muß der für den spontanen Tatentschluß kausale Affekt des Täters derart entstanden sein, daß auch ein rechtstreuer Mensch von derselben geistigen und körperlichen Beschaffenheit sich vorstellen könnte, er geriete in der gegebenen Situation gleichfalls in eine solche Gemütsverfassung. Demnach unterliegt zwar nicht die in diesem Ausnahmezustand gesetzte vorsätzliche Tötung eines Menschen, wohl aber die konkrete Gemütsbewegung des Täters in ihrer gesamten, auch zum Zurückdrängen verstandesmäßiger Erwägungen und zur Überwindung starker sittlicher Hemmungen geeigneten Dimension, also einschließlich ihrer tatkausalen Heftigkeit, in Relation zu dem sie herbeiführenden Anlaß rechtsethischer Bewertung und muß allgemein verständlich sein (ÖJZ-LSK 1977/379; EvBl 1982/167; JBl 1986, 261 ua). Über die beschriebenen, sei es auch beharrlichen, homosexuellen Annäherungsversuche einer befreundeten Person in der gegebenen Situation und über die Reaktion des anderen auf die folgenden, den singulären Konflikt unangemessen eskalierenden ernsten Mißhandlungen (bloß) mit dem nach den Umständen noch keineswegs als schwerwiegende Beleidigung oder Verhöhnung zu wertenden Vorhalt, doch nicht kindisch zu sein (sich kindisch zu benehmen), in eine so heftige Erregung zu geraten, daß man in einem die Überwindung selbst stärkster sittlicher Hemmungen ermöglichenden Ausmaß "durchdreht", entzieht sich der allgemeinen Begreiflichkeit nach den dargelegten Kriterien (vgl. 10 Os 74/83; Moos im WrK § 76 Rz. 44, 48). Läßt sich die Überreaktion - wie unter den hier vorgebrachten Umständen - nur aus einer psychischen abnormen Persönlichkeitsstruktur des Täters erklären (vgl. in dieser Richtung das Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen Dr. Heinrich G***, S 543/I und S 317 f/II), so ist sie eben nicht allgemein begreiflich im Sinne des § 76 StGB (Moos aaO Rz. 38; Kienapfel BT I 2 § 76 RN 30 und 31 jeweils mit Judikaturnachweisen).

Die von der Staatsanwaltschaft gerügte Eventualfragestellung nach dem Verbrechen des Totschlags war aus diesem Grund verfehlt (§ 345 Abs 1 Z 6 StPO) sowie geeignet, die Geschwornen bei ihrem Wahrspruch zu beirren und einen die Anklage beeinträchtigenden Einfluß auf die Entscheidung üben (§ 345 Abs 4 StPO). Es war daher der Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft schon aus diesem Grunde Folge zu geben, der Wahrspruch der Geschwornen und das darauf beruhende Urteil aufzuheben und die Sache zu neuerlicher Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht zurückzuverweisen (§§ 344, 285 c StPO). Auf die Ausführungen der Beschwerde zum Grund der Z 12 des § 345 Abs 1 StPO war - zumal auch der Wahrspruch in tatsachenmäßiger Hinsicht auf eine allgemein begreifliche heftige Gemütsbewegung iS des § 76 StGB deutet - nicht mehr einzugehen.

Anmerkung

E09731

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1986:0120OS00122.86.1127.000

Dokumentnummer

JJT_19861127_OGH0002_0120OS00122_8600000_000