Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 3Ob416/54 1Ob308/56 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0018102

Geschäftszahl

3Ob416/54; 1Ob308/56; 3Ob87/57; 5Ob393/59; 5Ob97/61; 7Ob22/62; 5Ob184/63; 6Ob153/65; 1Ob250/66; 8Ob231/67 (8Ob232/67); 6Ob53/68; 5Ob200/69; 8Ob265/69; 1Ob204/71; 1Ob58/72; 5Ob84/73; 6Ob160/75; 4Ob520/76; 6Ob620/77; 1Ob707/77; 7Ob682/77; 7Ob548/78; 1Ob702/78; 7Ob747/79; 5Ob501/80; 7Ob789/79; 5Ob570/80; 6Ob567/81; 7Ob746/81; 5Ob625/82; 3Ob569/82; 5Ob575/82; 4Ob17/84; 7Ob535/85; 3Ob572/86; 2Ob698/86; 3Ob624/86; 7Ob505/88; 8Ob27/88; 3Ob540/92; 9ObA77/94 (9ObA78/94); 5Ob506/95; 6Ob515/96; 8Ob265/97x; 2Ob36/98b; 1Ob375/98y; 7Ob105/99p; 8Ob74/99m; 6Ob43/00t; 8Ob111/00g; 9Ob282/00m; 7Ob265/01y; 4Ob187/02g; 2Ob43/03t; 2Ob86/03s; 3Ob141/03m; 8Ob106/04b; 7Ob215/05a; 9Ob80/09v; 8Ob101/11b; 3Ob175/11y; 3Ob234/12a; 3Ob47/13b; 6Ob120/15p; 5Ob158/19z

Entscheidungsdatum

07.07.1954

Norm

ABGB §879 BIIm
ABGB §1295 Abs2 III
ABGB §1438 D
ABGB §1440 G
AÖSp §32
HGB §414 Abs3

Rechtssatz

Vertragsmäßiger Ausschluss der Aufrechnung ist nicht sittenwidrig.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 416/54
    Entscheidungstext OGH 07.07.1954 3 Ob 416/54
    Ähnlich bereits; Veröff: SZ 5/106 = SZ 27/197
  • 1 Ob 308/56
    Entscheidungstext OGH 06.06.1956 1 Ob 308/56
    Veröff: EvBl 1956/275 S 508
  • 3 Ob 87/57
    Entscheidungstext OGH 20.02.1957 3 Ob 87/57
    Beisatz: Kompensationsverzicht (T1)
  • 5 Ob 393/59
    Entscheidungstext OGH 21.10.1959 5 Ob 393/59
    Beis wie T1
  • 5 Ob 97/61
    Entscheidungstext OGH 19.04.1961 5 Ob 97/61
    Veröff: HS 599
  • 7 Ob 22/62
    Entscheidungstext OGH 10.01.1962 7 Ob 22/62
    Veröff: EvBl 1962/184 S 213
  • 5 Ob 184/63
    Entscheidungstext OGH 20.06.1963 5 Ob 184/63
  • 6 Ob 153/65
    Entscheidungstext OGH 11.06.1965 6 Ob 153/65
    Veröff: JBl 1966,203 = MietSlg 17217
  • 1 Ob 250/66
    Entscheidungstext OGH 10.11.1966 1 Ob 250/66
    Veröff: QuHGZ 1967,51
  • 8 Ob 231/67
    Entscheidungstext OGH 19.09.1967 8 Ob 231/67
    Vgl; Beisatz: Dieses Verbot gilt mangels einer entgegenstehenden Vereinbarung so lange, als eine von diesem Verbot begünstigte Forderung besteht. (T2)
  • 6 Ob 53/68
    Entscheidungstext OGH 05.06.1968 6 Ob 53/68
    Veröff: SZ 41/68 = EvBl 1969/17 S 42 = JBl 1970,251
  • 5 Ob 200/69
    Entscheidungstext OGH 22.10.1969 5 Ob 200/69
  • 8 Ob 265/69
    Entscheidungstext OGH 13.01.1970 8 Ob 265/69
    Veröff: SZ 43/7 = EvBl 1970/247 S 434 = QuHGZ 1970 3/74
  • 1 Ob 204/71
    Entscheidungstext OGH 14.10.1971 1 Ob 204/71
    Veröff: HS 8335
  • 1 Ob 58/72
    Entscheidungstext OGH 05.04.1972 1 Ob 58/72
  • 5 Ob 84/73
    Entscheidungstext OGH 13.06.1973 5 Ob 84/73
  • 6 Ob 160/75
    Entscheidungstext OGH 04.03.1976 6 Ob 160/75
  • 4 Ob 520/76
    Entscheidungstext OGH 06.04.1976 4 Ob 520/76
    Beisatz: Aufwertungsbetrag mit Zinsminderung gemäß § 1096 ABGB. (T3)
    Veröff: ImmZ 1976,187
  • 6 Ob 620/77
    Entscheidungstext OGH 30.06.1977 6 Ob 620/77
    Veröff: HS X/XI/9
  • 1 Ob 707/77
    Entscheidungstext OGH 09.11.1977 1 Ob 707/77
    Veröff: Anschluß der Kompensation. (T4)
    Veröff: JBl 1978,266
  • 7 Ob 682/77
    Entscheidungstext OGH 10.11.1977 7 Ob 682/77
    Auch
  • 7 Ob 548/78
    Entscheidungstext OGH 06.04.1978 7 Ob 548/78
  • 1 Ob 702/78
    Entscheidungstext OGH 13.09.1978 1 Ob 702/78
  • 7 Ob 747/79
    Entscheidungstext OGH 07.11.1979 7 Ob 747/79
    Ähnlich
  • 5 Ob 502/80
    Entscheidungstext OGH 11.03.1980 5 Ob 502/80
  • 7 Ob 789/79
    Entscheidungstext OGH 31.01.1980 7 Ob 789/79
  • 5 Ob 570/80
    Entscheidungstext OGH 08.07.1980 5 Ob 570/80
    Veröff: SZ 53/103 = ImmZ 1981,268
  • 6 Ob 567/81
    Entscheidungstext OGH 17.06.1981 6 Ob 567/81
    Beisatz: Einschränkungen bestehen nur gemäß § 6 Abs 1 Z 8 KschG. (T5)
  • 7 Ob 746/81
    Entscheidungstext OGH 14.01.1982 7 Ob 746/81
    Auch
  • 5 Ob 625/82
    Entscheidungstext OGH 15.06.1982 5 Ob 625/82
    Beis wie T5
  • 3 Ob 569/82
    Entscheidungstext OGH 14.07.1982 3 Ob 569/82
  • 5 Ob 575/82
    Entscheidungstext OGH 26.04.1983 5 Ob 575/82
    Beisatz: Hier: Wurde der Vertrag vor Inkrafttreten des KSchG abgeschlossen. (T6)
  • 4 Ob 17/84
    Entscheidungstext OGH 03.04.1984 4 Ob 17/84
  • 7 Ob 535/85
    Entscheidungstext OGH 28.03.1985 7 Ob 535/85
    Veröff: JBl 1985,547
  • 3 Ob 572/86
    Entscheidungstext OGH 22.10.1986 3 Ob 572/86
    Veröff: RdW 1987,49 = WBl 1987,11 (Wilhelm) = ÖBA 1986,641
  • 2 Ob 698/86
    Entscheidungstext OGH 10.02.1987 2 Ob 698/86
    Veröff: WBl 1987,242 = ZfRV 1990,121 (Hoyer)
  • 3 Ob 624/86
    Entscheidungstext OGH 28.01.1987 3 Ob 624/86
    Beis wie T6; Veröff: SZ 60/15 = MietSlg XXXIX/9
  • 7 Ob 505/88
    Entscheidungstext OGH 24.03.1988 7 Ob 505/88
    Beisatz: Die Aufrechnungseinrede ist daher abzuweisen. (T7)
  • 8 Ob 27/88
    Entscheidungstext OGH 18.08.1988 8 Ob 27/88
    Auch
  • 3 Ob 540/92
    Entscheidungstext OGH 26.08.1992 3 Ob 540/92
  • 9 ObA 77/94
    Entscheidungstext OGH 13.07.1994 9 ObA 77/94
  • 5 Ob 506/95
    Entscheidungstext OGH 21.02.1995 5 Ob 506/95
    Vgl auch; Beisatz: Das in § 32 AÖSp normierte Aufrechnungsverbot ist unbedenklich. (T8)
  • 6 Ob 515/96
    Entscheidungstext OGH 26.04.1996 6 Ob 515/96
  • 8 Ob 265/97x
    Entscheidungstext OGH 13.11.1997 8 Ob 265/97x
    Vgl auch; Beis wie T7
  • 2 Ob 36/98b
    Entscheidungstext OGH 27.01.1998 2 Ob 36/98b
  • 1 Ob 375/98y
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 1 Ob 375/98y
    Vgl
  • 7 Ob 105/99p
    Entscheidungstext OGH 09.06.1999 7 Ob 105/99p
    Vgl
  • 8 Ob 74/99m
    Entscheidungstext OGH 26.08.1999 8 Ob 74/99m
  • 6 Ob 43/00t
    Entscheidungstext OGH 28.06.2000 6 Ob 43/00t
    Auch; Beisatz: Vertragliche Aufrechnungsverbote sind grundsätzlich zulässig. (T9)
  • 8 Ob 111/00g
    Entscheidungstext OGH 07.09.2000 8 Ob 111/00g
    Beis wie T5
  • 9 Ob 282/00m
    Entscheidungstext OGH 08.11.2000 9 Ob 282/00m
    Vgl auch; Beis wie T9
  • 7 Ob 265/01y
    Entscheidungstext OGH 07.12.2001 7 Ob 265/01y
    Beisatz: Der Ausschluss der Kompensation bildet auch keinen Verstoß gegen die guten Sitten, weil dem Beklagten die abgesonderte Geltendmachung der Gegenansprüche im Klagswege oder Widerklagswege offen bleibt. (T10)
  • 4 Ob 187/02g
    Entscheidungstext OGH 15.10.2002 4 Ob 187/02g
    Auch
  • 2 Ob 43/03t
    Entscheidungstext OGH 27.03.2003 2 Ob 43/03t
  • 2 Ob 86/03s
    Entscheidungstext OGH 08.05.2003 2 Ob 86/03s
  • 3 Ob 141/03m
    Entscheidungstext OGH 25.06.2003 3 Ob 141/03m
    Vgl auch; Beisatz: Dies gilt - außerhalb des Anwendungsbereichs des § 6 Abs 1 Z 8 KSchG - auch, wenn der Kompensationsausschluss in AGB oder Vertragsformblättern enthalten ist, solange der Unternehmer, der diese verwendet, keine marktbeherrschende Sellung einnimmt und der schwächere Vertragsteil unter mehreren möglichen Vertragspartnern wählen kann. (T11)
  • 8 Ob 106/04b
    Entscheidungstext OGH 20.10.2004 8 Ob 106/04b
    Beis ähnlich wie T10
  • 7 Ob 215/05a
    Entscheidungstext OGH 19.10.2005 7 Ob 215/05a
  • 9 Ob 80/09v
    Entscheidungstext OGH 28.07.2010 9 Ob 80/09v
    Vgl
  • 8 Ob 101/11b
    Entscheidungstext OGH 24.10.2011 8 Ob 101/11b
    Beis wie T5
  • 3 Ob 175/11y
    Entscheidungstext OGH 12.10.2011 3 Ob 175/11y
    Auch; Beis wie T10
  • 3 Ob 234/12a
    Entscheidungstext OGH 13.03.2013 3 Ob 234/12a
    Auch; Beisatz wie T6; Beis wie T10; Veröff: SZ 2013/28
  • 3 Ob 47/13b
    Entscheidungstext OGH 19.06.2013 3 Ob 47/13b
    Auch
  • 6 Ob 120/15p
    Entscheidungstext OGH 20.07.2016 6 Ob 120/15p
    Vgl auch; Beis wie T10
  • 5 Ob 158/19z
    Entscheidungstext OGH 22.10.2019 5 Ob 158/19z
    Vgl; Beis wie T10

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1954:RS0018102

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

21.11.2019

Dokumentnummer

JJR_19540707_OGH0002_0030OB00416_5400000_001

Rechtssatz für 8Ob265/69 5Ob84/73 6Ob1...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0016592

Geschäftszahl

8Ob265/69; 5Ob84/73; 6Ob160/75; 3Ob268/75; 7Ob585/77; 7Ob637/77; 4Ob531/81; 7Ob746/81; 5Ob696/81; 5Ob524/83; 6ob561/84; 7Ob535/85; 1Ob702/86 (1Ob703/86); 3Ob540/92; 1Ob277/98m; 1Ob101/00k; 8Ob37/04f; 7Ob215/05a; 6Ob107/08s; 9Ob80/09v

Entscheidungsdatum

13.01.1970

Norm

ABGB §879 BIId
ABGB §879 BIIm
ABGB §879 BIIn
ABGB §922
ABGB §932 IIIc
ABGB §1438 D

Rechtssatz

Zulässigkeit einer Vereinbarung, wonach der Käufer nicht Zahlungen wegen Gewährleistungsansprüche oder vom Verkäufer nicht anerkannten Gegenansprüchen zurückhalten darf.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 265/69
    Entscheidungstext OGH 13.01.1970 8 Ob 265/69
    Veröff: SZ 43/7 = EvBl 1970/247 S 434 = QuHGZ 1970 3/74
  • 5 Ob 84/73
    Entscheidungstext OGH 13.06.1973 5 Ob 84/73
    Beisatz: Hier: Gegenforderungen (T1) Veröff: HS 8225
  • 6 Ob 160/75
    Entscheidungstext OGH 04.03.1976 6 Ob 160/75
  • 3 Ob 268/75
    Entscheidungstext OGH 19.03.1976 3 Ob 268/75
  • 7 Ob 585/77
    Entscheidungstext OGH 23.06.1977 7 Ob 585/77
    Vgl
  • 7 Ob 637/77
    Entscheidungstext OGH 22.09.1977 7 Ob 637/77
  • 4 Ob 531/81
    Entscheidungstext OGH 19.05.1981 4 Ob 531/81
  • 7 Ob 746/81
    Entscheidungstext OGH 14.01.1982 7 Ob 746/81
  • 5 Ob 696/81
    Entscheidungstext OGH 02.03.1982 5 Ob 696/81
    nur: Zulässigkeit einer Vereinbarung, wonach der Käufer nicht Zahlungen wegen Gewährleistungsansprüche zurückhalten darf. (T2) Beisatz: Ebenso beim Werkvertrag. Sittenwidirg ist es aber, sich auf diese Vereinbarung zu berufen, wenn nach gerichtlichem Sachverständigenbefund bereits feststeht, dass die Ware beziehungsweise das Werk mangelhaft ist und die Gewährleistungsansprüche begründet sind. (T3) Veröff: SZ 55/27 = JBl 1984,147
  • 5 Ob 524/83
    Entscheidungstext OGH 14.02.1984 5 Ob 524/83
  • 6 Ob 561/84
    Entscheidungstext OGH 24.05.1984 6 Ob 561/84
    Vgl; nur T2; Beisatz: Klausel, dass Reklamationen nicht zur Zurückhaltung des Werklohnes berechtigten, ist dem Verbraucher gegenüber ungewöhnlich. (T4)
  • 7 Ob 535/85
    Entscheidungstext OGH 28.03.1985 7 Ob 535/85
    Veröff: JBl 1985,547
  • 1 Ob 702/86
    Entscheidungstext OGH 14.01.1987 1 Ob 702/86
  • 3 Ob 540/92
    Entscheidungstext OGH 26.08.1992 3 Ob 540/92
  • 1 Ob 277/98m
    Entscheidungstext OGH 24.11.1998 1 Ob 277/98m
    nur T2
  • 1 Ob 101/00k
    Entscheidungstext OGH 06.10.2000 1 Ob 101/00k
    Vgl; Beisatz: Steht fest, dass ein Werk dermaßen unverbesserbar mangelhaft ist, dass damit dessen Unbrauchbarkeit verbunden ist, ist die Berufung des gewährleistungspflichtigen Unternehmers auf die vertraglich festgelegte Vorleistungspflicht des Werkbestellers sittenwidrig und unbeachtlich. (T5)
  • 8 Ob 37/04f
    Entscheidungstext OGH 27.05.2004 8 Ob 37/04f
    Vgl aber; nur T2; Beis ähnlich wie T3 nur: Sittenwidirg ist es aber, sich auf diese Vereinbarung zu berufen, wenn nach gerichtlichem Sachverständigenbefund bereits feststeht, dass die Ware beziehungsweise das Werk mangelhaft ist und die Gewährleistungsansprüche begründet sind. (T6)
  • 7 Ob 215/05a
    Entscheidungstext OGH 19.10.2005 7 Ob 215/05a
    Auch; Beis wie T3; Beis wie T5; Beis wie T6
  • 6 Ob 107/08s
    Entscheidungstext OGH 14.05.2009 6 Ob 107/08s
    Vgl; Beis wie T3; Beis wie T5; Beis wie T6
  • 9 Ob 80/09v
    Entscheidungstext OGH 28.07.2010 9 Ob 80/09v
    Vgl; nur T2; Beis ähnlich wie T5; Beisatz: Hier kein an die Unbrauchbarkeit heranreichender gravierender Mangel. (T7)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1970:RS0016592

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

03.09.2010

Dokumentnummer

JJR_19700113_OGH0002_0080OB00265_6900000_001

Rechtssatz für 4Ob596/73 1Ob55/74 7Ob8...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017787

Geschäftszahl

4Ob596/73; 1Ob55/74; 7Ob833/76; 6Ob810/77; 7Ob751/82; 7Ob535/85; 1Ob633/85; 3Ob631/85; 3Ob573/85; 3Ob539/85; 8Ob542/87; 1Ob658/90; 4Ob296/97a; 6Ob231/05x; 4Ob101/08v; 2Ob138/08w; 4Ob119/09t; 6Ob202/10i; 2Ob209/10i; 8Ob19/14y; 3Ob73/14b; 8ObA12/19a

Entscheidungsdatum

05.02.1974

Norm

ABGB §914 I

Rechtssatz

Im Zweifel hat die Auslegung den Vorzug, die eine wirksame und sinnvolle Anwendung der strittigen Bestimmung ermöglicht.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 596/73
    Entscheidungstext OGH 05.02.1974 4 Ob 596/73
    Veröff: HS 9681/2
  • 1 Ob 55/74
    Entscheidungstext OGH 24.04.1974 1 Ob 55/74
  • 7 Ob 833/76
    Entscheidungstext OGH 20.01.1977 7 Ob 833/76
  • 6 Ob 810/77
    Entscheidungstext OGH 19.01.1978 6 Ob 810/77
    Veröff: MietSlg 30127
  • 7 Ob 751/82
    Entscheidungstext OGH 28.10.1982 7 Ob 751/82
  • 7 Ob 535/85
    Entscheidungstext OGH 28.03.1985 7 Ob 535/85
    Auch; Beisatz: Im Zweifel ist nicht anzunehmen, dass eine vertragliche Bestimmung nur deklarative und keine normative Wirkung hat. (T1) Veröff: JBl 1985,547
  • 1 Ob 633/85
    Entscheidungstext OGH 16.09.1985 1 Ob 633/85
    Veröff: JBl 1986,38
  • 3 Ob 631/85
    Entscheidungstext OGH 04.12.1985 3 Ob 631/85
  • 3 Ob 573/85
    Entscheidungstext OGH 04.12.1985 3 Ob 573/85
    Veröff: JBl 1987,378
  • 3 Ob 539/85
    Entscheidungstext OGH 04.12.1985 3 Ob 539/85
  • 8 Ob 542/87
    Entscheidungstext OGH 25.11.1987 8 Ob 542/87
  • 1 Ob 658/90
    Entscheidungstext OGH 19.12.1990 1 Ob 658/90
  • 4 Ob 296/97a
    Entscheidungstext OGH 28.10.1997 4 Ob 296/97a
    Auch
  • 6 Ob 231/05x
    Entscheidungstext OGH 03.11.2005 6 Ob 231/05x
  • 4 Ob 101/08v
    Entscheidungstext OGH 10.06.2008 4 Ob 101/08v
    Beisatz: Hier hatten die Parteien vereinbart: „Die Ausführung erfolgt gemäß den Richtlinien der ÖNORM", was in Widerspruch zur konkreten Leistungsbeschreibung stand. (T2)
  • 2 Ob 138/08w
    Entscheidungstext OGH 14.08.2008 2 Ob 138/08w
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Satzungsbestimmung des Gesellschaftsvertrages einer GmbH. (T3)
  • 4 Ob 119/09t
    Entscheidungstext OGH 20.10.2009 4 Ob 119/09t
  • 6 Ob 202/10i
    Entscheidungstext OGH 13.10.2011 6 Ob 202/10i
    Veröff: SZ 2011/125
  • 2 Ob 209/10i
    Entscheidungstext OGH 10.11.2011 2 Ob 209/10i
    Auch; Vgl Beis wie T3
  • 8 Ob 19/14y
    Entscheidungstext OGH 24.03.2014 8 Ob 19/14y
  • 3 Ob 73/14b
    Entscheidungstext OGH 21.05.2014 3 Ob 73/14b
    Auch
  • 8 ObA 12/19a
    Entscheidungstext OGH 29.04.2019 8 ObA 12/19a

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0017787

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.06.2019

Dokumentnummer

JJR_19740205_OGH0002_0040OB00596_7300000_001

Rechtssatz für 4Ob596/73 4Ob330/76 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017902

Geschäftszahl

4Ob596/73; 4Ob330/76; 4Ob571/78; 8Ob588/78; 7Ob688/81; 8Ob505/82; 1Ob1/82; 7Ob610/82; 5Ob768/82; 7Ob817/82; 7Ob547/83; 8Ob64/83; 6Ob675/83; 7Ob535/85; 6Ob527/84; 8Ob609/86; 6Ob579/87; 7Ob692/86; 8Ob578/88; 2Ob628/87; 2Ob557/89; 1Ob537/91; 6Ob571/91; 4Ob296/97a; 9ObA319/98x; 4Ob293/01v; 7Ob113/05a; 17Ob5/08x; 4Ob113/13s; 3Ob26/17w

Entscheidungsdatum

05.02.1974

Norm

ABGB §914 I

Rechtssatz

Bei der Beurteilung, was der Übung des redlichen Verkehrs entspricht, kommt es entscheidend auf den Geschäftszweck des Vertrages an, wobei die einzelnen Bestimmungen des Vertrages im Zusammenhang mit dem übrigen Vertragsinhalt unter Berücksichtigung aller Umstände, aus denen Schlüsse auf die Absicht der Parteien gezogen werden können, zu beurteilen sind.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 596/73
    Entscheidungstext OGH 05.02.1974 4 Ob 596/73
    Veröff: HS 9681/2
  • 4 Ob 330/76
    Entscheidungstext OGH 25.05.1976 4 Ob 330/76
  • 4 Ob 571/78
    Entscheidungstext OGH 19.12.1978 4 Ob 571/78
  • 8 Ob 588/78
    Entscheidungstext OGH 26.01.1979 8 Ob 588/78
    Vgl
  • 7 Ob 688/81
    Entscheidungstext OGH 26.11.1981 7 Ob 688/81
    Vgl; nur: Bei der Beurteilung, was der Übung des redlichen Verkehrs entspricht, kommt es entscheidend auf den Geschäftszweck des Vertrages an. (T1)
  • 8 Ob 505/82
    Entscheidungstext OGH 15.04.1982 8 Ob 505/82
    nur T1
  • 1 Ob 1/82
    Entscheidungstext OGH 21.04.1982 1 Ob 1/82
    Beisatz: Insbesondere ist auch auf den Inhalt der Vorverhandlungen Bedacht zu nehmen. (T2)
  • 7 Ob 610/82
    Entscheidungstext OGH 27.05.1982 7 Ob 610/82
    nur T1
  • 5 Ob 768/82
    Entscheidungstext OGH 18.01.1983 5 Ob 768/82
  • 7 Ob 817/82
    Entscheidungstext OGH 27.01.1983 7 Ob 817/82
    nur T1
  • 7 Ob 547/83
    Entscheidungstext OGH 16.06.1983 7 Ob 547/83
    nur T1
  • 8 Ob 64/83
    Entscheidungstext OGH 06.10.1983 8 Ob 64/83
    nur T1
  • 6 Ob 675/83
    Entscheidungstext OGH 12.07.1984 6 Ob 675/83
    Auch
  • 7 Ob 535/85
    Entscheidungstext OGH 28.03.1985 7 Ob 535/85
    nur T1; Veröff: JBl 1985,547
  • 6 Ob 527/84
    Entscheidungstext OGH 30.10.1985 6 Ob 527/84
    Auch; nur: Berücksichtigung aller Umstände, aus denen Schlüsse auf die Absicht der Parteien gezogen werden können. (T3)
  • 8 Ob 609/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 609/86
    Auch
  • 6 Ob 579/87
    Entscheidungstext OGH 23.07.1987 6 Ob 579/87
    nur T1; Veröff: JBl 1988,38
  • 7 Ob 692/86
    Entscheidungstext OGH 09.07.1987 7 Ob 692/86
    nur T3
  • 8 Ob 578/88
    Entscheidungstext OGH 16.06.1988 8 Ob 578/88
    nur T1; Beisatz: Hier: "Ambulatoriumsvereinbarung" betreffend Zahnarzt - Behandlungsstühle (T4)
  • 2 Ob 628/87
    Entscheidungstext OGH 25.10.1988 2 Ob 628/87
    nur T1
  • 2 Ob 557/89
    Entscheidungstext OGH 17.10.1989 2 Ob 557/89
    Auch; nur T1
  • 1 Ob 537/91
    Entscheidungstext OGH 10.04.1991 1 Ob 537/91
    nur T1
  • 6 Ob 571/91
    Entscheidungstext OGH 06.06.1991 6 Ob 571/91
  • 4 Ob 296/97a
    Entscheidungstext OGH 28.10.1997 4 Ob 296/97a
    Auch; Beisatz: Für die Beurteilung der Übung des redlichen Verkehrs sind die Umstände der Erklärung und die im Verkehr geltenden Gewohnheiten und Gebräuche heranzuziehen. (T5)
  • 9 ObA 319/98x
    Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 ObA 319/98x
  • 4 Ob 293/01v
    Entscheidungstext OGH 29.01.2002 4 Ob 293/01v
    nur T1; Veröff: SZ 2002/10
  • 7 Ob 113/05a
    Entscheidungstext OGH 09.11.2005 7 Ob 113/05a
  • 17 Ob 5/08x
    Entscheidungstext OGH 08.04.2008 17 Ob 5/08x
    nur T3
  • 4 Ob 113/13s
    Entscheidungstext OGH 19.11.2013 4 Ob 113/13s
    Vgl auch; nur T1
  • 3 Ob 26/17w
    Entscheidungstext OGH 07.06.2017 3 Ob 26/17w
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0017902

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

14.08.2017

Dokumentnummer

JJR_19740205_OGH0002_0040OB00596_7300000_002

Rechtssatz für 1Ob158/74 1Ob558/78 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0017859

Geschäftszahl

1Ob158/74; 1Ob558/78; 1Ob658/78 (1Ob660/78); 1Ob736/78; 1Ob614/79; 7Ob535/85; 14ObA26/87; 6Ob579/87; 8Ob578/88; 3Ob556/90; 1Ob234/97m; 6Ob146/08a; 3Ob186/14w

Entscheidungsdatum

07.10.1974

Norm

ABGB §914 I
ABGB §914 II

Rechtssatz

Der Begriff "Treu und Glauben", der der im § 914 ABGB erwähnten Übung des redlichen Verkehrs entspricht, beherrscht ganz allgemein das bürgerliche Recht; der rechtsgeschäftliche Verkehr darf nicht dazu mißbraucht werden, einen anderen hineinzulegen, sondern soll sich ehrlich abspielen (HS 2398/69).

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 158/74
    Entscheidungstext OGH 07.10.1974 1 Ob 158/74
    Veröff: SZ 47/104 = VersR 1976,202
  • 1 Ob 558/78
    Entscheidungstext OGH 17.03.1978 1 Ob 558/78
    nur: Der Begriff "Treu und Glauben", der der im § 914 ABGB erwähnten Übung des redlichen Verkehrs entspricht, beherrscht ganz allgemein das bürgerliche Recht. (T1)
  • 1 Ob 658/78
    Entscheidungstext OGH 28.06.1978 1 Ob 658/78
    Veröff: SZ 51/103
  • 1 Ob 736/78
    Entscheidungstext OGH 25.10.1978 1 Ob 736/78
    nur: Der rechtsgeschäftliche Verkehr darf nicht dazu mißbraucht werden, einen anderen hineinzulegen, sondern soll sich ehrlich abspielen. (T2)
  • 1 Ob 614/79
    Entscheidungstext OGH 16.05.1979 1 Ob 614/79
    nur T2
  • 7 Ob 535/85
    Entscheidungstext OGH 28.03.1985 7 Ob 535/85
    nur T2; Veröff: JBl 1985,547
  • 14 ObA 26/87
    Entscheidungstext OGH 20.05.1987 14 ObA 26/87
    Vgl auch
  • 6 Ob 579/87
    Entscheidungstext OGH 23.07.1987 6 Ob 579/87
    Veröff: JBl 1988,38
  • 8 Ob 578/88
    Entscheidungstext OGH 16.06.1988 8 Ob 578/88
    Beisatz: Hier: "Ambulatoriumsvereinbarung" betreffend Zahnarzt - Behandlungsstühle. (T3)
  • 3 Ob 556/90
    Entscheidungstext OGH 29.08.1990 3 Ob 556/90
    Vgl aber; Veröff: JBl 1991,250
  • 1 Ob 234/97m
    Entscheidungstext OGH 14.10.1997 1 Ob 234/97m
    Auch
  • 6 Ob 146/08a
    Entscheidungstext OGH 07.08.2008 6 Ob 146/08a
    Auch; nur T2
  • 3 Ob 186/14w
    Entscheidungstext OGH 21.01.2015 3 Ob 186/14w
    Auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0017859

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

25.03.2015

Dokumentnummer

JJR_19741007_OGH0002_0010OB00158_7400000_003

Rechtssatz für 6Ob203/74 (6Ob213/74) 5O...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0026540

Geschäftszahl

6Ob203/74 (6Ob213/74); 5Ob184/75; 5Ob305/56; 1Ob502/77; 1Ob759/77; 1Ob522/79; 4Ob564/79; 7Ob702/80; 1Ob730/82; 7Ob582/83 (7Ob583/83); 7Ob535/85; 8Ob13/85 (8Ob14/85); 4Ob521/87; 6Ob549/86; 7Ob632/90; 7Ob6/91; 3Ob2295/96p; 2Ob300/97z; 8Ob70/07p; 2Ob262/07d; 5Ob120/10y; 4Ob18/15y; 1Ob79/19b

Entscheidungsdatum

17.10.1974

Norm

ABGB §1298

Rechtssatz

Wer behauptet, an der Erfüllung seiner vertragsmäßigen Verbindlichkeit ohne sein Verschulden verhindert worden zu sein, ist dafür beweispflichtig, weil das Gesetz verhindern will, dass der Gläubiger, für den die Lebensverhältnisse in der Sphäre des Schuldners nicht durchschaubar sind, in Beweisnotstand gerät.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 203/74
    Entscheidungstext OGH 17.10.1974 6 Ob 203/74
  • 5 Ob 184/75
    Entscheidungstext OGH 07.10.1975 5 Ob 184/75
    Veröff: SZ 48/100 = EvBl 1976/63 S 126
  • 5 Ob 305/56
    Entscheidungstext OGH 19.10.1976 5 Ob 305/56
  • 1 Ob 502/77
    Entscheidungstext OGH 02.03.1977 1 Ob 502/77
    Veröff: NZ 1980,73
  • 1 Ob 759/77
    Entscheidungstext OGH 28.06.1978 1 Ob 759/77
    Veröff: SZ 51/99
  • 1 Ob 522/79
    Entscheidungstext OGH 31.01.1979 1 Ob 522/79
  • 4 Ob 564/79
    Entscheidungstext OGH 12.11.1979 4 Ob 564/79
  • 7 Ob 702/80
    Entscheidungstext OGH 12.02.1981 7 Ob 702/80
  • 1 Ob 730/82
    Entscheidungstext OGH 01.12.1982 1 Ob 730/82
    Veröff: SZ 55/185
  • 7 Ob 582/83
    Entscheidungstext OGH 14.04.1983 7 Ob 582/83
    nur: Wer behauptet, an der Erfüllung seiner vertragsmäßigen Verbindlichkeit ohne sein Verschulden verhindert worden zu sein, ist dafür beweispflichtig. (T1)
  • 7 Ob 535/85
    Entscheidungstext OGH 28.03.1985 7 Ob 535/85
    Auch; Veröff: JBl 1985,547
  • 8 Ob 13/85
    Entscheidungstext OGH 24.10.1985 8 Ob 13/85
    Auch; nur T1; Beisatz: Nachweis zu erbringen, dass die Nichteinhaltung der objektiv gebotenen Sorgfalt auf nicht zu vertretende subjektive Gründe zurückzuführen ist. (T2)
  • 4 Ob 521/87
    Entscheidungstext OGH 16.06.1987 4 Ob 521/87
    nur T1
  • 6 Ob 549/86
    Entscheidungstext OGH 30.11.1987 6 Ob 549/86
    nur T1; Beis wie T2
  • 7 Ob 632/90
    Entscheidungstext OGH 22.11.1990 7 Ob 632/90
    Auch; Beisatz: Hier: Schuldlosigkeit am Unterbleiben der Verbesserung. (T3)
  • 7 Ob 6/91
    Entscheidungstext OGH 23.05.1991 7 Ob 6/91
    Auch; Beis wie T2; Veröff: VersR 1992,520 = VR 1992,124
  • 3 Ob 2295/96p
    Entscheidungstext OGH 18.12.1996 3 Ob 2295/96p
    nur T1; Veröff: SZ 69/287
  • 2 Ob 300/97z
    Entscheidungstext OGH 02.09.1999 2 Ob 300/97z
    nur T1; Beisatz: Die Beweislastumkehr des § 1298 ABGB gilt sowohl bei Verletzung einer vertraglichen Nebenverpflichtung als auch bei Verletzung einer vertraglichen Schutz- und Sorgfaltspflicht. (T4)
  • 8 Ob 70/07p
    Entscheidungstext OGH 30.07.2007 8 Ob 70/07p
  • 2 Ob 262/07d
    Entscheidungstext OGH 24.01.2008 2 Ob 262/07d
    Auch; nur T1; Beis wie T4
  • 5 Ob 120/10y
    Entscheidungstext OGH 15.07.2010 5 Ob 120/10y
    nur T1
  • 4 Ob 18/15y
    Entscheidungstext OGH 22.04.2015 4 Ob 18/15y
    Auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 79/19b
    Entscheidungstext OGH 29.08.2019 1 Ob 79/19b
    nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0026540

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

01.10.2019

Dokumentnummer

JJR_19741017_OGH0002_0060OB00203_7400000_001

Rechtssatz für 5Ob683/79 5Ob610/80 (5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0016560

Geschäftszahl

5Ob683/79; 5Ob610/80 (5Ob611/80 - 5Ob614/80); 7Ob786/81; 7Ob541/81; 5Ob796/81; 8Ob506/82; 5Ob677/82; 7Ob817/82; 7Ob518/83; 5Ob736/82; 7Ob515/85; 7Ob535/85; 1Ob566/88; 6Ob614/89; 6Ob223/99h; 1Ob188/04k; 3Ob121/06z; 5Ob149/08k

Entscheidungsdatum

23.10.1979

Norm

ABGB §879 BIIb
ABGB §1336 B
ABGB §1336 C
HGB §348

Rechtssatz

Eine Konventionalstrafvereinbarung verstößt nur dann gegen die guten Sitten, wenn ihre Zahlung das wirtschaftliche Verderben des Schuldners herbeiführen oder seine wirtschaftliche Bewegungsfreiheit übermäßig beeinträchtigen könnte oder wenn, schon bei einer nur geringfügigen Fristüberschreitung eine hohe Strafe verwirkt sein sollte. Es muss ein offensichtlich unbegründeter Vermögensvorteil für den Gläubiger vorliegen, der dem Rechtsgefühl aller billig und gerecht Denkenden widerspricht oder gegen oberste Rechtsgrundsätze verstößt.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 683/79
    Entscheidungstext OGH 23.10.1979 5 Ob 683/79
  • 5 Ob 610/80
    Entscheidungstext OGH 21.10.1980 5 Ob 610/80
  • 7 Ob 786/81
    Entscheidungstext OGH 10.12.1981 7 Ob 786/81
    Auch; Beisatz: Hier: Kaufmann (T1) Veröff: SZ 54/186
  • 7 Ob 541/81
    Entscheidungstext OGH 18.02.1982 7 Ob 541/81
    nur: Eine Konventionalstrafvereinbarung verstößt nur dann gegen die gute Sitten, wenn ihre Zahlung das wirtschaftliche Verderben des Schuldners herbeiführen oder seine wirtschaftliche Bewegungsfreiheit übermäßig beeinträchtigen könnte. (T2)
  • 5 Ob 796/81
    Entscheidungstext OGH 20.04.1982 5 Ob 796/81
  • 8 Ob 506/82
    Entscheidungstext OGH 02.09.1982 8 Ob 506/82
    nur: Es muss ein offensichtlich unbegründeter Vermögensvorteil für den Gläubiger vorliegen, der dem Rechtsgefühl aller billig und gerecht Denkenden widerspricht oder gegen oberste Rechtsgrundsätze verstößt. (T3)
  • 5 Ob 677/82
    Entscheidungstext OGH 14.09.1982 5 Ob 677/82
    Auch; Beisatz: Hier: Vollkaufmann - Kfz Leasing (T4)
  • 7 Ob 817/82
    Entscheidungstext OGH 27.01.1983 7 Ob 817/82
    Auch
  • 7 Ob 518/83
    Entscheidungstext OGH 17.02.1983 7 Ob 518/83
  • 5 Ob 736/82
    Entscheidungstext OGH 01.03.1983 5 Ob 736/82
    nur: Eine Konventionalstrafvereinbarung verstößt nur dann gegen die gute Sitten, wenn ihre Zahlung das wirtschaftliche Verderben des Schuldners herbeiführen oder seine wirtschaftliche Bewegungsfreiheit übermäßig beeinträchtigen könnte oder wenn schon bei einer nur geringfügigen Fristüberschreitung eine hohe Strafe verwirkt sein sollte. (T5)
  • 7 Ob 515/85
    Entscheidungstext OGH 28.03.1985 7 Ob 515/85
    nur T2
  • 7 Ob 535/85
    Entscheidungstext OGH 28.03.1985 7 Ob 535/85
    Veröff: JBl 1985,547
  • 1 Ob 566/88
    Entscheidungstext OGH 15.06.1988 1 Ob 566/88
  • 6 Ob 614/89
    Entscheidungstext OGH 13.07.1989 6 Ob 614/89
  • 6 Ob 223/99h
    Entscheidungstext OGH 21.10.1999 6 Ob 223/99h
    Vgl auch; Beisatz: Im Zusammenhang mit Mietverträgen über Fernsprechanlagen (Fernsprechnebenstellenanlagen) ist ein Kündigungsverzicht auf zehn Jahre verbunden mit einer Vertragsstrafenvereinbarung in Höhe der Hälfte der bis zum Ende des Kündigungstermins fälligen Restmieten nicht sittenwidrig. (T6); Beisatz: Das Auftreten technischer Neuerungen gerade im Bereich der Telekommunikation musste beiden Streitteilen als Kaufleuten ohne Zweifel bewusst sein. (T7)
  • 1 Ob 188/04k
    Entscheidungstext OGH 23.11.2004 1 Ob 188/04k
  • 3 Ob 121/06z
    Entscheidungstext OGH 30.05.2006 3 Ob 121/06z
    Vgl auch; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Mietvertrag zwischen Unternehmer und Verbraucher. (T8); Veröff: SZ 2006/82
  • 5 Ob 149/08k
    Entscheidungstext OGH 26.08.2008 5 Ob 149/08k

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0016560

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2009

Dokumentnummer

JJR_19791023_OGH0002_0050OB00683_7900000_001

Entscheidungstext 7Ob535/85

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

7Ob535/85

Entscheidungsdatum

28.03.1985

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Flick als Vorsitzenden und durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Hon.Prof. Dr.Petrasch und die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Wurz, Dr.Warta und Dr.Egermann als Richter in der Rechtssache der klagenden Partei A Gesellschaft mbH & Co., Spannplattenwerk, Nittenau, Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch Dr.Josef Riedmann, Rechtsanwalt in Feldkirch, wider die beklagte Partei B & CO, Maschinenfabrik und Eisengießerei, Schwarzach, vertreten durch Dr.Walter Derganz, Rechtsanwalt in Bregenz, wegen 271.925,60 DM (=

öS 1'957.864,32), infolge der Revisionen beider Parteien gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Innsbruck als Berufungsgerichtes vom 19. September 1984, GZ.5 R 192/84-26, womit infolge der Berufungen beider Parteien das Urteil des Landesgerichtes Feldkirch vom 30. April 1984, GZ.6 Cg 3579/83-19, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Keiner der Revisionen wird Folge gegeben.

Die Klägerin ist schuldig, der Beklagten an Kosten des Revisionsverfahrens S 5.826,90 (darin S 507,90 Umsatzsteuer und S 240 Barauslagen) binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Auf Grund eines zwischen den Streitteilen im Oktober 1979 zustandegekommenen Vertrages sollte die Beklagte der Klägerin eine komplette Plattenaufteilungsanlage Type SA um DM 1'417.136 liefern. Auf den Vertrag waren die Allgemeinen Bedingungen für Lieferungen von Maschinen für Inlandsgeschäfte (= C) anzuwenden, denenzufolge der Vertrag nach österreichischem Recht zu beurteilen ist. Die Lieferung ab Werk sollte am 31.3.1980 beginnen. Am 30.4.1980 sollte die Montage beendet sein. Am 16.5.1980

sollte die Anlage zwei Drittel der vollständigen Leistung und am 9.6.1980 die volle Leistung erbringen. Die Einhaltung dieser Termine wurde unter der Voraussetzung zugesagt, daß die Klägerin ihre Vertragspflichten einhält.

Verzögerungen, die durch die Klägerin oder durch die von ihr beauftragte Fa.D verursacht werden, sollten die angeführten Termine entsprechend verschieben. Für den Fall, daß die Anlage bis zum 11.6.1980 nicht die zugesagte Leistung erbringen sollte, wurde ein Pönale von 1 % pro Woche von DM 2'800.000, das sind DM 28.000 vereinbart. Das Pönale war mit 20 % des Lieferpreises der reinen Aufteilanlage begrenzt. Die Pönale-Vereinbarung setzte die Erfüllung der Vertragspflichten durch die Klägerin voraus.

Nach dem Vertrag sollten bei seinem Abschluß am 1.10.1979 20 % des Preises angezahlt und die restlichen 80 % in Form eines Exportförderungskredites für eine Laufzeit von 5 Jahren mit 10 halbjährlichen Zahlungen, beginnend ab 1.7.1980, mit einer Kontokorrentverzinsung von 5 1/2 % p.a. geleistet werden.

Rechtliche Beurteilung

Die Zurückbehaltung von Zahlungen oder die Aufrechnung wegen etwaiger vom Lieferer bestrittener Gegenansprüche des Bestellers war nicht statthaft.

Mit Fernschreiben vom 13.3.1980 teilte die Beklagte der Klägerin mit, daß mit Terminverzögerungen zu rechnen sei. Am 25.3.1980 schlug sie der Klägerin einen neuen Terminplan vor, demzufolge die Anlage am 23.5.1980 mechanisch fertig montiert sein und am 9.6.1980 die Sägeanlage angefahren werden solle.

Am 15.6.1980 sollte die Sägeanlage produzieren und die Stapelanlage angefahren werden. Diesen neuen Terminplan akzeptierte die Klägerin anstelle des ursprünglich im Vertrag vorgesehenen.

Am 30.6.1980 funktionierte nur ein Teil der Anlage einwandfrei. Die gesamte Anlage konnte erst Anfang September 1980 in Betrieb genommen werden, jedoch war auch im Oktober 1980 eine befriedigende Abnahme und Inbetriebnahme noch nicht möglich. Es mußten noch einige Verbesserungen vorgenommen werden.

Die endgültige Abnahme erfolgte am 12., 13.11.1980. Die Klägerin hielt die am 1.7.1980 in der Höhe von DM 113.371 fällige erste Rate vorerst im Hinblick auf die Verzögerung in der Fertigstellung zurück. Am 5.1.1981 zahlte sie auf diese Forderung DM 84.008,18 und am 23.4.1981 DM 2.150,16. Auch die in der Folge fällig werdenden Raten hat die Klägerin nicht zur Gänze bezahlt, sodaß derzeit noch eine Forderung der Beklagten von 217.560,32 DM offen ist. Der jeweilige Rückbehalt betrug 20 %

der fälligen Forderungen, wobei die Klägerin von der Vereinbarung über das Pönale ausging.

Die Klägerin begehrt den Zuspruch eines Pönales in der Höhe von 271.925,60 DM, zahlbar im Schillinggegenwert zum Fälligkeitstag. Die Beklagte wendete eine Gegenforderung von 274.538,32 DM ein und beantragte im übrigen Klagsabweisung mit der Begründung, eine Pönaleforderung sei schon deshalb nicht gegeben, weil die Klägerin ihre eigenen vertraglichen Verpflichtungen nicht eingehalten habe. Im übrigen sei das Beharren der Klägerin auf der Vereinbarung eines Pönales sittenwidrig.

Das Erstgericht hat die Klagsforderung mit 56.000 DM s.A. sowie die eingewendete Gegenforderung bis zur Höhe der Klagsforderung als zu Recht bestehend erkannt und das Klagebegehren abgewiesen. Diese Entscheidung wurde vom Berufungsgericht bestätigt.

Rechtlich vertraten die Vorinstanzen den Standpunkt, die Beklagte habe durch die Verzögerung der ordnungsgemäßen Montage der Anlage gegen ihre vertraglichen Verpflichtungen verstoßen. Sie habe ihre Schuldlosigkeit an der Verzögerung nicht bewiesen, weshalb die Pönaleforderung der Klägerin grundsätzlich zu Recht bestehe. Von einer Sittenwidrigkeit dieser Forderung könne keine Rede sein. Allerdings wäre die Klägerin im Hinblick auf die vertragliche Vereinbarung nicht berechtigt gewesen, ihr obliegende Geldleistungen teilweise zurückzubehalten. Durch einen derartigen Rückbehalt habe auch sie gegen den Vertrag verstoßen, und zwar erstmals ab Fälligkeit der ersten Rate am 1.7.1980. Da das Pönale von der Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen durch die Klägerin abhängig gemacht worden sei, könne die Klägerin ab 1.7.1980 kein Pönale mehr verlangen. Bis zu diesem Zeitpunkt sei allerdings ihr Begehren gerechtfertigt.

Die von der Beklagten wegen des Ausspruches über das Zurechtbestehen einer klägerischen Forderung von 56.000 DM s.A. wegen unrichtiger rechtlicher Beurteilung und Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens sowie von der Klägerin wegen der Abweisung des Klagebegehrens wegen unrichtiger rechtlicher Beurteilung erhobenen Revision sind nicht gerechtfertigt.

A) Zu der Revision der Klägerin:

Richtig haben die Vorinstanzen erkannt, daß auch nach der Judikatur (SZ 43/7, HS 8225 ua., vgl. auch SZ 55/27) der vertragsmäßige Ausschluß der Aufrechnung und der Zurückbehaltung an sich nicht sittenwidrig ist. Es wurde zwar die Möglichkeit einer Sittenwidrigkeit in bestimmten Fällen aufgezeigt, doch hat die Klägerin derartiges nicht behauptet. Sie hat im gesamten erstinstanzlichen Verfahren die Sittenwidrigkeit des Ausschlusses der Aufrechnung nicht eingewendet. Vor allem im Revisionsverfahren stützt sie sich nicht auf eine angebliche Unwirksamkeit dieser Vereinbarung, sondern lediglich darauf, daß das Berufungsgericht die Vereinbarung über ein Pönale unrichtig ausgelegt hätte. Nach dieser Vereinbarung sei das Pönale nur unter der Voraussetzung der Erfüllung der Vertragspflichten durch die Klägerin zu zahlen. Entgegen der Rechtsansicht der Vorinstanzen will die Klägerin die Vereinbarung nur dahin auslegen, daß diese sich ausschließlich auf die technische Erfüllung durch die Klägerin, nicht aber auch auf die Erfüllung ihrer finanziellen Verpflichtungen beziehe. Dem kann jedoch nicht gefolgt werden.

Nach den getroffenen Feststellungen wurde der strittige Vertragspunkt zwischen den Parteien nicht besprochen. Es konnte auch keine Feststellung über eine Auslegungsabsicht einer der Parteien zu diesem Punkt getroffen werden.

Als Richtschnur für die Auslegung hatte nach § 914 ABGB die übung des redlichen Verkehrs zu gelten. Bei der Beurteilung, was der übung des redlichen Verkehrs entspricht, kommt es entscheidend auf den Vertragszweck an. Der rechtsgeschäftliche Verkehr darf nicht dazu mißbraucht werden, einen anderen hineinzulegen, sondern soll sich ehrlich abspielen (SZ 47/104; EvBl.1979/112

u. a.). Der Vertrag ist so auszulegen, wie er im Verkehr zwischen redlich denkenden Menschen verstanden werden darf (Rummel I Anm.17 zu § 914).

Ebenso wie die Pönalevereinbarung hatte die Vereinbarung, derzufolge die Klägerin nicht berechtigt sein sollte, Teile fälliger Forderungen zurückzubehalten, den Zweck, eine pünktliche Einhaltung vertraglicher Verpflichtungen zu gewährleisten. Daß einzelne vertragliche Verpflichtungen hier anders behandelt werden sollten als andere, kann weder dem Inhalt des Vertrages, noch seinem Zweck entnommen werden. Vielmehr müssen die einzelnen vertraglichen Verpflichtungen als gleichwertig angesehen werden. Eine Auslegung des gesamten Vertrages nach Treu und Glauben kann daher nur dazu führen, daß die einem Vertragspartner zwecks Erzwingung vertragstreuen Verhaltens durch den andern Vertragspartner in die Hand gegebenen Mittel dann nicht eingesetzt werden dürfen, wenn der andere Vertragspartner seinerseits gegen den Vertrag verstößt. Nur dies führt zu dem Treu und Glauben entsprechenden Ergebnis einer Gleichwertigkeit der beiderseitigen Druckmittel.

Die Auslegung der fraglichen Vertragsbestimmung durch die Vorinstanzen dahin, daß der Wegfall des Rechtes, ein Pönale zu begehren, nicht nur bei Verletzung der technischen Verpflichtungen der Klägerin, sondern auch bei Verletzung ihrer finanziellen Verpflichtungen eintreten solle, ist daher zu billigen. Würde man der Rechtsauffassung der Klägerin folgen, hätte die fragliche vertragliche Bestimmung nur deklarative und keine normative Wirkung, was im Zweifel nicht angenommen werden kann. Würde nämlich die Klägerin ihren vertraglichen Verpflichtungen auf technischem Gebiet nicht nachkommen, hätten sich sowieso die Fristen verlängert, weshalb in diesem Falle die Pönalevereinbarung überhaupt nicht zum Tragen gekommen wäre. Im übrigen hätte es die Klägerin bei einer derartigen Auslegung in der Hand, entgegen der vertraglichen Vereinbarung eine Kompensation zu Gunsten ihrer angeblichen Pönaleforderung vorzunehmen, weil sie diesfalls nur Teile des Preises zurückhalten müßte und dann einem Begehren der Beklagten auf Zahlung des vereinbarten Preises mit Erfolg ihre Pönaleforderung entgegenhalten könnte.

Dies würde im Ergebnis jedoch zu einer aufrechnungsweisen Zurückbehaltung von Teilen des vereinbarten Preises führen, was aber nach dem Vertrag ausgeschlossen sein sollte.

Geht man von der zu billigenden und von den Vorinstanzen vorgenommenen Auslegung der Pönalevereinbarung (eine Vertragsergänzung ist hier nicht vorzunehmen) aus, so erweist sich die Rechtsansicht der Unterinstanzen als richtig, daß die Klägerin über den 1.7.1980 hinaus kein Pönale verlangen kann.

B) Zu der Revision der Beklagten:

Nach Prüfung der diesbezüglichen Ausführungen der Revision ist der Oberste Gerichtshof zu dem Ergebnis gelangt, daß die behauptete Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens nicht vorliegt (§ 510 Abs 3 ZPO).

Wie im vorliegenden Fall der strittige Punkt bezüglich des Wegfalles der Berechtigung der Klägerin, ein Pönale zu verlangen, im Sinne des § 914 ABGB auszulegen ist, wurde bereits bei der Behandlung der Revision der Klägerin dargelegt. Die Beklagte geht hier in Verfolgung des Gedankenganges der Vorinstanzen jedoch insoferne zu weit, wenn sie den Standpunkt vertritt, die Klägerin hätte durch eine nachträgliche Vertragsverletzung auch bereits vorher entstandene Pönaleforderungen verwirkt. Eine derartige Auslegung der Vereinbarung würde nicht dem Prinzip entsprechen, daß Verträge nach Treu und Glauben auszulegen sind. Ein schuldhaftes vertragswidriges Verhalten der Beklagten sollte nach dem Vertrag der Klägerin das Recht verschaffen, ein Pönale zu verlangen. Nur ein vertragswidriges Verhalten der Klägerin sollte zur Verwirkung dieses Rechtes führen. Berücksichtigt man die beiderseitigen Interessen und den Zweck der getroffenen Vereinbarung, kann dieser Vertragspunkt nur dahin verstanden werden, daß die Verwirkung erst mit dem Zeitpunkt der Vertragsverletzung durch die Klägerin eintritt. Dieser Fall ist etwa jenem vergleichbar, in dem für einen Verzug ein Pönale vereinbart wird.

Endet der Verzug, so kann ab diesem Zeitpunkt ein Pönale nicht mehr verlangt werden. Dies führt jedoch nicht dazu, daß auch die bereits erworbene Pönaleforderung verwirkt ist.

Nach den getroffenen Feststellungen, an die der Oberste Gerichtshof gebunden ist, von denen sich jedoch die Revision der Beklagten teilweise entfernt, hatte bis zum 1.7.1980 ausschließlich die Beklagte gegen ihre vertraglichen Verpflichtungen zu einer temingerechten Lieferung der Anlage verstoßen. Aus diesem Grunde konnte für den Zeitraum zwischen dem vereinbarten Liefertermin und dem 1.7.1980 ein Pönale verlangt werden. Der Beklagten ist der ihr obliegende Gegenbeweis (SZ 51/99, SZ 48/100 u.a.) für ihr fehlendes Verschulden nicht gelungen. Die gegenteiligen Ausführungen der Revision gehen nicht vom festgestellten Sachverhalt aus. Es ist zwar richtig, daß grundsätzlich das Beharren auf einer Konventionalstrafe gegen die guten Sitten verstoßen kann, doch ist nach den getroffenen Feststellungen nicht ersichtlich, welche Umstände hier das Beharren der Klägerin als sittenwidrig erscheinen lassen könnten. Eine Konventionalstrafenvereinbarung verstößt nur dann gegen die guten Sitten, wenn die Zahlung des Pönales das wirtschaftliche Verderben des Schuldners herbeiführen oder seine wirtschaftliche Bewegungsfreiheit übermäßig beeinträchtigen könnte oder wenn schon bei einer nur geringfügigen Fristüberschreitung eine hohe Strafe verwirkt sein sollte. Es muß ein offensichtlich unbegründeter Vermögensvorteil für den Gläubiger vorliegen, der dem Rechtsgefühl aller billig und gerecht Denkenden widerspricht oder gegen oberste Rechtsgrundsätze verstößt (SZ 54/186 u.a.). Derartiges ist hier nach den getroffenen Feststellungen nicht gegeben. Auch hier entfernt sich die Revision mit ihren Ausführungen von den getroffenen Feststellungen.

Die Kostenentscheidung gründet sich auf die §§ 41 und 50 ZPO. Da keine der Streitteile mit ihrer Revision Erfolg hatte, mußten die jeweiligen Revisionsbeantwortungen ersetzt werden. Der zugesprochene Kostenbetrag stellt die Differenz zwischen den Kosten der beiderseitigen Revisionsbeantwortungen dar.

Anmerkung

E05506

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:0070OB00535.85.0328.000

Dokumentnummer

JJT_19850328_OGH0002_0070OB00535_8500000_000