Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 7Ob650/56 1Ob29/80 1Ob7...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0049554

Geschäftszahl

7Ob650/56; 1Ob29/80; 1Ob703/83; 8Ob626/84; 1Ob583/85; 1Ob6/89; 7Ob628/89; 7Ob686/89; 7Ob701/89; 1Ob38/92 (1Ob39/92); 1Ob512/96; 1Ob53/97v; 6Ob230/98m; 1Ob13/99i; 9Ob26/00i; 7Ob271/01f; 1Ob295/03v; 7Ob239/04d; 10Ob18/05b; 9Ob18/08z; 4Ob94/08i; 9Ob46/10w; 1Ob100/13g; 8Ob39/13p; 4Ob253/16h; 1Ob14/17s; 9Ob77/17i; 4Ob53/18z; 3Ob40/18f; 5Ob57/18w; 4Ob21/19w

Entscheidungsdatum

09.01.1957

Norm

ABGB §523 A
ABGB §851 Abs2
AllgGAG §3

Rechtssatz

Der Mappendarstellung kommt nicht die Bedeutung einer bücherlichen Eintragung zu. Sie ist nur dazu bestimmt, die Lage der Liegenschaften zu veranschaulichen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 650/56
    Entscheidungstext OGH 09.01.1957 7 Ob 650/56
  • 1 Ob 29/80
    Entscheidungstext OGH 12.11.1980 1 Ob 29/80
  • 1 Ob 703/83
    Entscheidungstext OGH 10.10.1983 1 Ob 703/83
    Veröff: SZ 56/141
  • 8 Ob 626/84
    Entscheidungstext OGH 21.03.1985 8 Ob 626/84
  • 1 Ob 583/85
    Entscheidungstext OGH 22.05.1985 1 Ob 583/85
  • 1 Ob 6/89
    Entscheidungstext OGH 05.04.1989 1 Ob 6/89
    Veröff: SZ 62/59
  • 7 Ob 628/89
    Entscheidungstext OGH 20.07.1989 7 Ob 628/89
  • 7 Ob 686/89
    Entscheidungstext OGH 09.11.1989 7 Ob 686/89
    Beisatz: Das Vertrauen auf die Darstellung der Grenze wird daher nicht geschützt. Maßgeblich ist der in der Natur festzustellende Verlauf. (T1)
  • 7 Ob 701/89
    Entscheidungstext OGH 25.01.1990 7 Ob 701/89
    Auch; Beisatz: Maßgeblich sind nicht die Papiergrenzen, sondern die Naturgrenzen. (T2)
    Veröff: RZ 1990/65 S 150
  • 1 Ob 38/92
    Entscheidungstext OGH 29.01.1993 1 Ob 38/92
    Auch; Beis wie T1
    Veröff: SZ 66/11 = EvBl 1993/193 S 810
  • 1 Ob 512/96
    Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 512/96
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2
    Veröff: SZ 69/187
  • 1 Ob 53/97v
    Entscheidungstext OGH 24.06.1997 1 Ob 53/97v
    Auch; Beis wie T1
  • 6 Ob 230/98m
    Entscheidungstext OGH 20.05.1999 6 Ob 230/98m
    Vgl auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Maßgeblich ist der in der Natur festzustellende Verlauf der Grenzen. Solche "natürlichen Grenzen" können in den Almregionen und im Gebirge beispielsweise ein Grat (Wasserscheide), ein Bach in der Talsohle oder, wie der Kläger im Verfahren erster Instanz selbst noch vorgebracht hat, sonstige auffällige Gegebenheiten in der Natur (Felsen, Bäume, Berggipfel, Bergrücken, unterschiedliche Kulturgattungen, Schlucht usw) bilden. Die Frage der rechtlichen Beurteilung der Mappengrenzen gehört zur rechtlichen Beurteilung. (T3)
  • 1 Ob 13/99i
    Entscheidungstext OGH 29.06.1999 1 Ob 13/99i
    nur: Die Mappendarstellung ist nur dazu bestimmt, die Lage der Liegenschaft zu veranschaulichen. (T4)
    Beisatz: Die Grundbuchsmappe macht daher keinen Beweis über die Größe und die Grenzen der Grundstücke. (T5)
  • 9 Ob 26/00i
    Entscheidungstext OGH 12.07.2000 9 Ob 26/00i
    Auch; Beis wie T1
  • 7 Ob 271/01f
    Entscheidungstext OGH 07.12.2001 7 Ob 271/01f
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 295/03v
    Entscheidungstext OGH 12.08.2004 1 Ob 295/03v
    Auch; Veröff: SZ 2004/120
  • 7 Ob 239/04d
    Entscheidungstext OGH 16.02.2005 7 Ob 239/04d
    Beis wie T1
  • 10 Ob 18/05b
    Entscheidungstext OGH 27.09.2005 10 Ob 18/05b
    Auch; Beis ähnlich wie T2
  • 9 Ob 18/08z
    Entscheidungstext OGH 10.04.2008 9 Ob 18/08z
  • 4 Ob 94/08i
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 4 Ob 94/08i
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T5
  • 9 Ob 46/10w
    Entscheidungstext OGH 27.04.2011 9 Ob 46/10w
    Beis wie T1
  • 1 Ob 100/13g
    Entscheidungstext OGH 19.09.2013 1 Ob 100/13g
    Auch
  • 8 Ob 39/13p
    Entscheidungstext OGH 28.10.2013 8 Ob 39/13p
    Auch; Beisatz: Für den Grenzverlauf ist nicht die Grundbuchsmappe, sondern der Wille der Parteien, der sich vor allem in sichtbaren „natürlichen Grenzen“ manifestieren kann, entscheidend. (T6)
  • 4 Ob 253/16h
    Entscheidungstext OGH 20.12.2016 4 Ob 253/16h
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Gilt nicht, wenn die betroffene Grenze im Grenzkataster eingetragen ist. (T7)
  • 1 Ob 14/17s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2017 1 Ob 14/17s
    Auch
  • 9 Ob 77/17i
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 9 Ob 77/17i
  • 4 Ob 53/18z
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 4 Ob 53/18z
  • 3 Ob 40/18f
    Entscheidungstext OGH 21.03.2018 3 Ob 40/18f
    Beis wie T1; Beis wie T2; Beis wie T7
  • 5 Ob 57/18w
    Entscheidungstext OGH 03.10.2018 5 Ob 57/18w
    Beis wie T1; nur T4
  • 4 Ob 21/19w
    Entscheidungstext OGH 25.04.2019 4 Ob 21/19w
    Beis wie T2; Beis wie T4; Beisatz: Für die Maßgeblichkeit der Naturgrenzen kommt es auf deren Akzeptanz durch die Parteien nicht an. (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1957:RS0049554

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19570109_OGH0002_0070OB00650_5600000_002

Rechtssatz für 3Ob394/61 7Ob305/62 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0049559

Geschäftszahl

3Ob394/61; 7Ob305/62; 5Ob333/64; 8Ob504/78; 1Ob29/80; 8Ob626/84; 6Ob656/87; 7Ob628/89; 1Ob38/92 (1Ob39/92); 1Ob512/96; 1Ob53/97v; 4Ob266/97i; 6Ob12/98b; 6Ob230/98m; 7Ob239/04d; 10Ob18/05b; 9Ob18/08z; 4Ob94/08i; 6Ob102/08f; 6Ob256/10f; 1Ob181/14w; 1Ob77/16d; 2Ob22/17z; 1Ob14/17s; 9Ob34/17s; 9Ob77/17i

Entscheidungsdatum

18.10.1961

Norm

ABGB §523 A
ZPO §272 A
AllgGAG §3

Rechtssatz

Die Grundbuchmappe beurkundet nicht die Grenze; sie ist nur ein Beweismittel wie jedes anderes.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 394/61
    Entscheidungstext OGH 18.10.1961 3 Ob 394/61
  • 7 Ob 305/62
    Entscheidungstext OGH 24.10.1962 7 Ob 305/62
  • 5 Ob 333/64
    Entscheidungstext OGH 21.01.1965 5 Ob 333/64
  • 8 Ob 504/78
    Entscheidungstext OGH 17.05.1978 8 Ob 504/78
    nur: Die Grundbuchmappe beurkundet nicht die Grenze. (T1)
    Veröff: SZ 51/64
  • 1 Ob 29/80
    Entscheidungstext OGH 12.11.1980 1 Ob 29/80
    Auch
  • 8 Ob 626/84
    Entscheidungstext OGH 21.03.1985 8 Ob 626/84
    Auch
  • 6 Ob 656/87
    Entscheidungstext OGH 12.11.1987 6 Ob 656/87
    Beisatz: Erst durch die Eintragung der Grundstücke im Grenzkataster wird die "Papiergrenze" verbindlich. (T2)
  • 7 Ob 628/89
    Entscheidungstext OGH 20.07.1989 7 Ob 628/89
    nur T1
  • 1 Ob 38/92
    Entscheidungstext OGH 29.01.1993 1 Ob 38/92
    Auch; nur T1; Beisatz: Die Behauptung eines bestimmten Grenzverlaufs kann weder durch Grundbuchsauszüge noch durch Mappenkopien bewiesen werden. (T3)
    Veröff: SZ 66/11 = EvBl 1993/193 S 810
  • 1 Ob 512/96
    Entscheidungstext OGH 22.08.1996 1 Ob 512/96
    Auch; Beis wie T3; Veröff: SZ 69/187
  • 1 Ob 53/97v
    Entscheidungstext OGH 24.06.1997 1 Ob 53/97v
    Auch; Beis wie T3
  • 4 Ob 266/97i
    Entscheidungstext OGH 23.09.1997 4 Ob 266/97i
    Vgl auch; Veröff: SZ 70/185
  • 6 Ob 12/98b
    Entscheidungstext OGH 29.01.1998 6 Ob 12/98b
    Beis wie T3
  • 6 Ob 230/98m
    Entscheidungstext OGH 20.05.1999 6 Ob 230/98m
    Vgl auch; Beisatz: Die Frage, wo die natürliche Grenze verläuft, ist eine Frage der Würdigung aller Beweise einschließlich der Katastermappe und Grundbuchsmappe sowie eine Frage der Feststellung von Tatsachen. Dazu gehört auch die Frage der Kulturgattungen. (T4)
  • 7 Ob 239/04d
    Entscheidungstext OGH 16.02.2005 7 Ob 239/04d
    Auch
  • 10 Ob 18/05b
    Entscheidungstext OGH 27.09.2005 10 Ob 18/05b
    Auch
  • 9 Ob 18/08z
    Entscheidungstext OGH 10.04.2008 9 Ob 18/08z
    Auch; Beis wie T4
  • 4 Ob 94/08i
    Entscheidungstext OGH 08.07.2008 4 Ob 94/08i
    Beis wie T3
  • 6 Ob 102/08f
    Entscheidungstext OGH 05.06.2008 6 Ob 102/08f
    Beis wie T2; Beis wie T4
  • 6 Ob 256/10f
    Entscheidungstext OGH 28.01.2011 6 Ob 256/10f
    Vgl; nur T2
  • 1 Ob 181/14w
    Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 181/14w
    Vgl auch; Beisatz: Nach § 8 Z 1 VermG erbringt der Grenzkataster den verbindlichen Nachweis für die darin enthaltenen Grundstücksgrenzen. (T5)
  • 1 Ob 77/16d
    Entscheidungstext OGH 24.05.2016 1 Ob 77/16d
    Auch; Beis wie T4
  • 2 Ob 22/17z
    Entscheidungstext OGH 23.02.2017 2 Ob 22/17z
    Vgl
  • 1 Ob 14/17s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2017 1 Ob 14/17s
  • 9 Ob 34/17s
    Entscheidungstext OGH 28.06.2017 9 Ob 34/17s
    Vgl auch; Beis wie T4 nur: Die Frage, wo die natürliche Grenze verläuft, ist eine Frage der Würdigung aller Beweise sowie eine Frage der Feststellung von Tatsachen. (T6)
  • 9 Ob 77/17i
    Entscheidungstext OGH 30.01.2018 9 Ob 77/17i
    Vgl auch; Beis wie T4

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1961:RS0049559

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

10.04.2018

Dokumentnummer

JJR_19611018_OGH0002_0030OB00394_6100000_001

Entscheidungstext 8Ob626/84

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

8Ob626/84

Entscheidungsdatum

21.03.1985

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Stix als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Vogel, Dr.Krofpitsch, Dr.Zehetner und Dr.Egermann als Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Maria A, Besitzerin, Schloß Trabuschgen, 9821 Obervellach, vertreten durch Dr.Werner Mosing, Rechtsanwalt in Feldkirchen, wider die beklagten Parteien 1) Ing.Polykarp B, Beamter, St.Leonharderstraße 34, 9523 Landskron, und

2) Ernst B, Fleischhauer, Schulstraße 2, 5700 Zell am See, beide vertreten durch Dr.Oskar Stefula, Rechtsanwalt in Villach, wegen S 103.146,48 s.A., infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Graz als Berufungsgerichtes vom 12. April 1983, GZ 6 R 41/83-53, womit infolge Berufung der klagenden Partei das Urteil des Landesgerichtes Klagenfurt vom 28.Dezember 1982, GZ 25 Cg 8/81-48, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Die klagende Partei ist schuldig, den beklagten Parteien die mit S 6.272,14 bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens (darin Barauslagen von S 960 und Umsatzsteuer von S 393,49) binnen 14 Tagen bei Exkeution zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Die Klägerin ist Eigentümerin der Liegenschaft EZ 107 KG Obervellach, zu deren Gutsbestand unter anderem die am Berghang nördlich von Obervellach gelegenen Waldgrundstücke 527 und 529 gehören. Im Nordwesten grenzt an diese Grundstücke das Waldgrundstück 526/1 aus dem Gutsbestand der EZ 166 KG Obervellach an; diese steht zu 3/4-Anteilen im Eigentum des Erstbeklagten und zu 1/4-Anteil im Eigentum des Zweitbeklagten. Die Beklagten führten im Jahr 1977 auf ihrem Waldgrundstück 526/1 im oberen Teil eine Kahlschlägerung und im unteren Teil Plenterungen durch. Mit der Behauptung, die Beklagten hätten dabei ungeachtet der in der Natur klar ersichtlichen Grenze auf ihrem Waldgrundstück 527 mindestens 103 fm Rundholz und 8 fm Brennholz geschlägert und verbracht, begehrte die Klägerin im vorliegenden Rechtsstreit aus dem Titel des Schadenersatzes und aus jedem anderen erdenklichen Rechtsgrund die Verurteilung der Beklagten zur ungeteilten Hand zur Zahlung von S 103.146,48 s.A.; dieser Betrag entspreche dem Wert des von den Beklagten widerrechtlich geschlagenen und verbrachten Holzes. Die von den Beklagten im strittigen Bereich behauptete Grenze sei willkürlich und stimme mit dem in der Grundbuchsmappe aufscheinenden Grenzverlauf nicht überein. Die Klägerin habe im Jahr 1969 auf ihrem Waldgrundstück einen Kahlschlag nicht bis an die Grundstücksgrenze heran vornehmen lassen, im übrigen aber den fraglichen Grundstücksteil genutzt. Die Grenze zum Grundstück der Beklagten verlaufe in gerader Linie zwischen den Punkten E und G des Lageplanes Beilage 2. Als der Erstbeklagte wegen der Bringung des geschlägerten Holzes bei der Klägerin vorgesprochen habe, habe ihm diese oder ihr Ehegatte erklärt, daß die fragliche Grenze durch eine gerade Linie zwischen den genannten Punkten gegeben erscheine. Der Erstbeklagte habe dies zur Kenntnis genommen und dagegen keine Einwendungen erhoben; er habe daher diesen Grenzverlauf zumindest stillschweigend anerkannt und dieser Grenzverlauf habe als vereinbart zu gelten. Der Erstbeklagte habe anläßlich einer Vorsprache beim Ehegatten der Klägerin ausdrücklich die Bezahlung eines Betrages von S 26.000 im Zusammenhang mit der überschlägerung angeboten.

Die Beklagten wendeten ein, sie hätten auf ihrem Grundstück nur bis zu der durch Naturgrenzsteine vermarkten Grenze geschlägert (Punkte E, F und G des Lageplanes Beilage 2), in welchem Bereich das Grundstück schon von ihrem Rechtsvorgänger seit mehr als 30 Jahren durch Plenterung, Schlägerung von Brennholz und Aufarbeitung von Wind- und Schneebrüchen genutzt worden sei. Die Grenze sei dort beim Erwerb der Waldgrundstücke durch den Rechtsvorgänger der Klägerin vermarkt worden. Die Klägerin habe diese Grenze auch bei der Kahlschlägerung ihres Waldgrundstückes 527 respektiert. Schließlich habe die Klägerin bei Plenterungen auf ihrem Waldgrundstück 529 ungefähr 77 Bäume aus dem angrenzenden Wald der Beklagten geschlägert, denen aus diesem Grund eine Schadenersatzforderung in der Höhe des Klagsbetrages zustehe, die aufrechnungsweise eingewendet werde. Dem Gatten der Klägerin sei keine Entschädigung angeboten worden und die Beklagten hätten auch sonst kein Anerkentnnis abgegeben, weshalb die Klagsforderung unberechtigt sei. Das Erstgericht wies das Klagebegehren ab. Es stellte im wesentlichen folgenden Sachverhalt fest:

An der gemeinsamen Grenze zwischen den Waldgrundstücken 527 und 529 der Klägerin einerseits und 526/1 der Beklagten andererseits sind an der südöstlichen Ecke des Grundstückes 529 ein mit einem Kreuz versehener Naturstein (Punkt A laut Lageplan Beilage 2), ein nördlich davon befindlicher Naturstein mit eingemeißeltem Kreuz an der Oberseite, mit roter und weißer Farbe bestrichen (Punkt B laut Lageplan), ungefähr 25 m nordöstlich davon ein mit roter Farbe markierten plattenförmiger ungefähr 25 cm aus dem Boden herausragender Stein mit einer deutlich ausgeprägten unregelmäßigen Kerbe an der Oberseite und dem eingemeißelten Buchstaben M an der Ostseite (Punkt C laut Lageplan), ein mit roter Farbe angestrichener an der Talseite ein eingemeißeltes Kreuz aufweisender Naturstein (Punkt D laut Lageplan), 20 m nördlich davon unterhalb eines imt roter Farbe angestrichenen Lärchenpflockes ein mit weißer und roter Farbe markierter Naturstein mit eingemeißeltem Kreuz auf der Talseite (Punkt E laut Lageplan) und schließlich der Felsblock nördlich des Kogels und südwestlich des nach Pfaffenberg führenden Weges, in dem auch ein Kreuz eingemeißelt ist (Punkt G laut Lageplan), als Grenzpunkte unbestritten.

Die Steine C, D und E hat Roland A, der Ehegatte der Klägerin, im Herbst 1979 im Beisein des Erstbeklagten mit roter Farbe markiert. Der Stein B wurde vom Erstbeklagten ebenfalls im Herbst 1979 mit roter Farbe gekennzeichnet.

In der Mappe wird die gemeinsame Grundstücksgrenze durch eine gerade Linie vom Punkt A zum Punkt B und von diesem mit einem Knick nach Osten in gerader Linie zum Punkt G dargestellt. In der Natur befinden sich in gerader Linie zwischen dem Grenzstein B und dem Felsblock G keine Grenzzeichen.

30,3 m nordwestlich des Felsblockes (Punkt G) befindet sich ein Naturstein (Punkt H laut Lageplan), an dessen Ostseite der Buchstabe P eingemeißelt ist.

Dieser Stein zeigt die Grenze zwischen dem Grundstück der Beklagten 526/1 und dem westlich davon gelegenen Grundstück 525/1 der Nachbarschaft Obervellach an. Dieser Grenzstein H ist das einzige Grenzzeichen zwischen den vorgenannten Grundstücken. Vom Felsbock G verläuft ein Geländerücken zu dem südlich befindlichen Kogel, dessen höchste Erhebung sich 50 bis 60 m südlich des Felsblockes G befindet. Der Höhenunterschied zwischen dem Felsblock G und der höchsten Erhebung des Kogels beträgt ungefähr 15

m.

Ungefähr 110 m südlich des Felsblockes G und ungefähr 120 m nördlich des Natursteines E befindet sich ein im Hang stehender etwas bemooster Naturstein mit einem eingemeißelten Kreuz (im Lageplan Punkt F). Im näheren Bereich dieses Steines befinden sich im Steilhang vereinzelt tief im Erdreich festsitzende Steine, die mit keinem Kreuz versehen sind.

Die im Lageplan mit C, D und E bezeichneten Natursteine liegen in der Natur ungefähr in einer Geraden. Die Gerade zwischen den Steinen B und C weicht von der Geraden zwischen den Steinen C um ungefähr 20 Grad in Richtung Westen ab. Östlich der Linie, die die Steine D miteinander verbindet, befindet sich ein ungefähr 10 Jahre alter Jungwald, westlich davon ein ungefähr 5 Jahre alter (im September 1980 2 bis 3 Jahre alter) Kahlschlag.

Der Geländerücken südlich des Felsblockes Punkt G stellt eine topographische Liefergrenze dar. Das Holz, das westlich dieser Linie steht, muß normalerweise über das Grundstück der Beklagten abtransporteirt werden.

Ungefähr 25 m nördlich des Steines F, auf Höhe dieses Steines und untehalb desselben ist eine topographische Liefergrenze nicht mehr gegeben. Die Geländeausformung ist dergestalt, daß das Holz das westlich des Steines F geschlägert wurde, nutzungstechnisch in Richtung der nunmehr bestehenden Jungkultur (Waldgrundstück 527 der Klägerin) abgeführt hätte werden müssen.

Vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen in Wien wurden in den Jahren 1952 und 1975 Luftbildaufnahmen von den Waldbeständen der Marktgemeinde Obervellach angefertigt. Aus den Luftbildern des Jahres 1952 ist zwischen den Waldbeständen westlich der Linie D und östlich dieser Linie mit Ausnahme des Bereiches ca. 30 m nördlich des Grenzsteines E eine deutliche Nutzungsgrenze erkennbar, die mit der von den Beklagten behaupteten Nutzungsgrenze ident ist. Diese Nutzungsgrenze ist auf Bestandunterschiede zurückzuführen, die durch verschiedene Waldnutzungen vor dem Jahr 1952

entstanden sind.

Am Rücken des Kogels sind deutliche nicht auf die Bonität zurückzuführende Bestandunterschiede vorhanden. Die noch stehenden Bäume östlich der Linie G-F sind schwächer als die Baumstrünke westlich dieser Linie. Die Standortgüte ist jedoch auf beiden Seiten gleich.

Aus den Luftmeßbildern sind im Bereich der Linien E bzw. F keine auf eine Nutzungsgrenze hindeutenden Bestandunterschiede erkennbar. Der Rechtsvorgänger der Beklagten, ihr im Jahr 1964 verstorbener Vater Polykarp B, erwarb das Grundstück 526/1 im Jahr 1911. Zu seinen Lebzeiten hat er alljährlich bis zur Linie D Brennholz, insbesondere Dürrlinge, geschlägert und das angefallene Windwurf- und Schneebruchholz aufgearbeitet. Bis kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges hat er auch die am Hang stehenden Bäume bis zur Linie G geschneitelt. Er hatte die Beklagten bereits als Kinder in sein einziges Waldgrundstück 526/1 zu Holzarbeiten mitgenommen und ihnen immer wieder auch in späteren Jahren die Grundstücksgrenzen und die Grenzzeichen gezeigt, so auch den Stein F.

Die Klägerin hat im Jahr 1969 auf ihrem Grundstück 527 dem Holzhändler H Holz am Stamm verkauft, der bis zur Linie I einen Kahlschlag durchführte.

Als der Gatte der Klägerin vom Erstbeklagten für die behauptete überschlägerung einen Betrag von S 103.000 verlangte, erklärte dieser, daß die Forderung überhöht sei und daß das Holz, das von der angegebenen überschlägerungsfläche gewonnen worden sei, nicht mehr als S 26.000 bis S 27.000 wert gewesen sei.

Rechtlich beurteilte das Erstgericht den festgestellten Sachverhalt im wesentlichen dahin, die Klägerin sei dafür beweispflichtig, daß die gefällten Bäume tatsächlich auf ihrem Grund gestanden seien. Dieser Beweis sei ihr nicht gelungen. Vielmehr hätten die Beklagten nachweisen können, daß ihr Rechtsvorgänger schon seit dem Jahr 1911 das Waldgrundstück 526/1 bis zur Grenzlinie D ständig gentutzt habe. Das Klagebegehren sei daher abzuweisen.

Der gegen diese Entscheidung gerichteten Berufung der Klägerin gab das Berufungsgericht mit dem angefochtenen Urteil keine Folge. Es übernahm die Feststellungen des Erstgerichtes als unbedenklich und führte rechtlich im wesentlichen aus, die Klägerin stütze ihren Anspruch insbesondere darauf daß die Beklagten Bäume auf ihrem Grundstück geschlägert hätten. Sie sei daher dafür beweispflichtig, daß jener Grund, auf dem die Schlägerung vorgenommen worden sei, in ihrem Eigentum stehe. Dieser Nachweis sei ihr nicht gelungen. Die von ihr im Jahr 1969 vorgenommene Schlägerung sei nicht in dem fraglichen Waldstreifen erfolgt. Die von den Beklagten behauptete überschlägerung betreffe den Grenzverlauf zum Waldgrundstück 529 der Klägerin und stehe mit der angeblichen überschlägerung durch die Beklagten in keinem Zusammenhang.

Daß der Ehegatte der Klägerin dem Erstbeklagten kurz vor der Schlägerung im Jahr 1977 den Grenzverlauf zwischen den Punkten D bis G gezeigt und dieser nicht widersprochen habe, sei nicht festgestellt worden. Abgesehen davon könnte die Klägerin aber auch dann, wenn ein solcher Sachverhalt festgestellt worden wäre, daraus eine stillschweigende Vereinbarung nicht ableiten, weil ein Hinweis des Gesprächspartners auf den von ihm als richtig angesehenen Grenzverlauf eines Waldgrundstückes der Liegenschaft seiner Gattin noch nicht zum Widerspruch verpflichte, um die Annahme einer stillschweigenden Vereinbarung auszuschließen. Für das Zustandekommen eines konstitutiven Anerkenntnisses gelte die Vertrauenstheorie. Selbst wenn man von der Aussage des Ehegatten der Klägerin ausgehe, daß ihm eine Abfindung von S 26.000 angeboten worden sei, sei darin nur ein Vergleichsanbot des Erstbeklagten gelegen; der Antrag zu Vergleich sei aber keine Anerkennung.

Gegen diese Entscheidung richtet sich die Revision der Klägerin. Sie bekämpft sie aus den Revisionsgründen der Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens und der unrichtigen rechtlichen Beurteilung mit dem Antrag, das angefochtene Urteil im Sinne der Stattgebung des Klagebegehrens abzuändern; hilfsweise stellt sie einen Aufhebungsantrag.

Die Beklagten beantragen, der Revision keine Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist nicht berechtigt.

Der Revisionsgrund der Mangelhaftigkeit des Berufungsverfahrens liegt nicht vor, was nicht näher zu begründen ist (§ 510 Abs 3 ZPO). Aber auch die Rechtsrüge der Klägerin ist unbegründet. Soweit sie hier nicht von dem von den Vorinstanzen festgestellten Sachverhalt ausgeht, ist ihre Rechtsrüge nicht dem Gesetz gemäß ausgeführt und kann darauf nicht eingegangen werden. Wenn die Klägerin in ihrem Rechtsmittel wiederholt von einer 'Mappengrenze' spricht und diese für die Beurteilung der hier entscheidenden Rechtsfrage, ob nämlichddie innerhalb der durch die Eckpunkte E, F und G (laut Lageplan Beilage 2) umschriebenen dreieckigen Grundfläche von den Beklagten geschlägerten Bäume im Eigentum der Klägerin standen, für maßgeblich hält, verkennt sie offensichtlich die Bedeutung der Grundbuchsmappe, die gemäß § 3 AllgGAG zur Veranschlaulichung der Lage der Liegenschaft bestimmt ist. Daß die strittige Grundfläche ein Teil eines in einem Grenzkataster eingetragenen Grundstückes sei, sodaß im Sinne des § 50 VermessG eine Ersitzung ausgeschlossen wäre, wurde weder behauptet noch festgestellt. Im übrigen bildet die Grundbuchsmappe keinen Beweis für die tatsächliche Ausdehnung und die natürlichen Grenzen eines Grundstückes (EvBl 1967/101; SZ 51/64 ua.). Nach den Feststellungen der Vorinstanzen hat bereits der Vater der Beklagten, von dem sie das Grundstück 526/1 im Erbweg erhielten, in der Zeit von 1911 (Erwerb des Grundstückes) bis zu seinem im Jahr 1964 erfolgten Tod, also durch mehr als 50 Jahre, dieses Grundstück regelmäßig in der Weise genutzt, daß er alljährlich bis zur Linie D Brennholz schlägerte, das angefallene Windwurf- und Schneebruchholz aufarbeitete und bis kurz vor Ausbruch des Zweite Weltkrieges überdies noch die Bäume schneitelte. Daß der solcherart ausgeübte Besitz des Rechtsvorgängers der Beklagten an der fraglichen Grundfläche unrechtmäßig, unredlich oder unecht gewesen wäre, wurde nicht behauptet und ist nicht hervorgekommen. Daraus ergibt sich das Vorliegen der Voraussetzungen der Ersitzung des Eigentums an dieser Grundfläche schon für den Vater der Beklagten; dieses Recht ging im Erbweg auf die Beklagten über. Der Hinweis der Klägerin auf ihre Schlägerungen im Jahr 1969 ist in diesem Zusammenhang nicht recht verständlich, da der von ihr damals im Bereich der strittigen Grenze durchgeführte Kahlschlag nur bis zu der von den Beklagten behaupteten Nutzungsgrenze erfolgte; sollte sie aber damit auf die Behauptung der Beklagten Bezug nehmen, daß sie bei Plenterungen auf ihrem Waldgrundstück 529 ungefähr 77 Bäume aus dem angrenzenden Wald der Beklagten geschlägert habe, ist ihr zu entgegnen, daß allfällige Nutzungshandlungen der Klägerin im Bereich ihres Grundstückes 529 auf die fragliche Grenzziehung zwischen ihrem Grundstück 527 und dem Waldgrundstück der Beklagten keinen Einfluß haben können. Daß vor Beginn der Schlägerung der Beklagten im Jahr 1977 diesen oder einem von ihnen der von der Klägerin behauptete Grenzverlauf zwischen den Punkten E und G unwidersprochen gezeigt oder auch nur mitgeteilt worden wäre, wurde von den Vorinstanzen nicht festgestellt; für eine derartige Feststellung könnte übrigens in den Aussagen der Klägerin und ihres Gatten auch keine genügende Grundlage gefunden werden.

Wenn letztlich nach den Feststellungen der Vorinstanzen der Erstbeklagte dem Gatten der Klägerin, der von ihm wegen der behaupteten überschlägerung einen Betrag von S 103.000 verlangte, erklärte, daß diese Forderung überhöht sei und daß das Holz, das von der angegebenen überschlägerungsfläche gewonnen worden sei, nicht mehr als S 26.000 bis S 27.000 wert gewesen sei, ist dem nicht einmal eindeutig zu entnehmen, daß der Erstbeklagte damit überhaupt eine erfolgte überschlägerung zugestehen und dem Gatten der Klägerin dafür einen Betrag von S 26.000 bis S 27.000 anbieten wollte; diese öußerung des Erstbeklagten läßt sich nämlich auch ohne weiters dahin verstehen, daß er seinem Gesprächspartner gegenüber nur zum Ausdruck bringen wollte, seine Forderung sei, abgesehen davon, ob überhaupt eine überschlägerung stattgefunden habe, schon deswegen unrealistisch, weil das angeblich auf dem Grundstück der Klägerin geschlägerte Holz nur einen weit geringeren als den vom Gatten der Klägerin behaupteten Wert gehabt habe. Unter diesen Umständen kann aber aus dieser öußerung des Erstbeklagten kein Anerkenntnis einer Ersatzpflicht dem Grunde nach und schon gar nicht ein konstitutives Anerkenntnis der Klagsforderung erblickt werden.

Die Klägerin vermag somit auch keinen dem Berufungsgericht unterlaufenen Rechtsirrtum aufzuzeigen, sodaß ihrer Revision ein Erfolg versagt bleiben muß.

Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens beruht auf den §§ 41, 50 ZPO.

Anmerkung

E05327

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:0080OB00626.84.0321.000

Dokumentnummer

JJT_19850321_OGH0002_0080OB00626_8400000_000