Rechtssatz für 7Ob512/56 3Ob132/52 (3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0038092

Geschäftszahl

7Ob512/56; 3Ob132/52 (3Ob133/52); 7Ob607/57; 6Ob54/62; 7Ob339/65; 7Ob197/66; 6Ob294/68; 6Ob299/68; 8Ob257/70; 4Ob505/71; 1Ob51/71; 7Ob169/73; 4Ob48/74 (4Ob53/74); 4Ob55/74 (4Ob56/74); 4Ob362/74 (4Ob363/74); 1Ob513/81; 5Ob682/81; 6Ob651/83

Entscheidungsdatum

28.02.1985

Norm

ZPO §226 IV
  1. ZPO § 226 heute
  2. ZPO § 226 gültig ab 01.05.1983 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 135/1983

Rechtssatz

Bei einem Leistungsanspruch bedarf es der Prüfung des Rechtsschutzinteresses nicht.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 132/52
    Entscheidungstext OGH 15.04.1953 3 Ob 132/52
    Veröff: SZ 26/99
  • 7 Ob 512/56
    Entscheidungstext OGH 30.10.1956 7 Ob 512/56
  • 7 Ob 607/57
    Entscheidungstext OGH 05.02.1958 7 Ob 607/57
    Beisatz: Zum Erfordernis des Rechtsschutzinteresses bei einer Unterlassungsklage. (T1)
  • 6 Ob 54/62
    Entscheidungstext OGH 07.02.1962 6 Ob 54/62
    Vgl
  • 7 Ob 339/65
    Entscheidungstext OGH 17.11.1965 7 Ob 339/65
    Beisatz: Wenn es aber offenkundig ist, daß ein im Sinne des gestellten Begehrens (hier Duldung des Betretens eines Gasthauses und Unterlassung bestimmter Äußerungen) ergehendes Urteil für den Kläger keine Bedeutung haben kann, muß die Klage wegen des fehlenden Rechtsschutzbedürfnisses zurückgewiesen werden. (T2) Veröff: MietSlg 17027
  • 7 Ob 197/66
    Entscheidungstext OGH 21.12.1966 7 Ob 197/66
  • 6 Ob 294/68
    Entscheidungstext OGH 13.11.1968 6 Ob 294/68
    Beisatz: Unterhaltsprozeß (T3)
  • 6 Ob 299/68
    Entscheidungstext OGH 13.11.1968 6 Ob 299/68
  • 8 Ob 257/70
    Entscheidungstext OGH 24.11.1970 8 Ob 257/70
    Beis wie T2
  • 4 Ob 505/71
    Entscheidungstext OGH 09.02.1971 4 Ob 505/71
  • 1 Ob 51/71
    Entscheidungstext OGH 11.03.1971 1 Ob 51/71
    Veröff: EvBl 1972/20 S 42
  • 7 Ob 169/73
    Entscheidungstext OGH 03.10.1973 7 Ob 169/73
    Beis wie T2
  • 4 Ob 48/74
    Entscheidungstext OGH 01.10.1974 4 Ob 48/74
    Beis wie T2; Veröff: IndS 1975 H5/960 = Arb 9256 = ZAS 1975,182 (kritisch Reischauer) = SozM IA/e,1083
  • 4 Ob 55/74
    Entscheidungstext OGH 12.11.1974 4 Ob 55/74
    Beisatz: Hier: Klage eines Gläubigers von Geschäftsführungsforderungen gegen Ausgleichsschuldner während des Liquidatorenausgleichs (§§ 10,23, 55 c AO). (T4) Veröff: EvBl 1975/175 S 352 = Arb 9285 = SozM IE/109 = SZ 47/122
  • 4 Ob 362/74
    Entscheidungstext OGH 14.01.1975 4 Ob 362/74
    Beisatz: Wir sind besser als die anderen. (T5) Veröff: ÖBl 1975,146
  • 1 Ob 513/81
    Entscheidungstext OGH 08.04.1981 1 Ob 513/81
    Beis wie T2; Veröff: JBl 1981,657
  • 5 Ob 682/81
    Entscheidungstext OGH 15.06.1982 5 Ob 682/81
  • 6 Ob 651/83
    Entscheidungstext OGH 28.02.1985 6 Ob 651/83
    Vgl auch

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0038092

Dokumentnummer

JJR_19561030_OGH0002_0070OB00512_5600000_003

Rechtssatz für 6Ob651/83

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0039062

Geschäftszahl

6Ob651/83

Entscheidungsdatum

28.02.1985

Rechtssatz

Eine übereinstimmende, jeweils in den Entscheidungsgründen zum Ausdruck gebrachte Ansicht eines Feststellungsinteresses der Kläger durch die Vorinstanzen schließt keinesfalls eine Überprüfung dieses Tatbestandselementes als Anspruchsvoraussetzung aus.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 651/83
    Entscheidungstext OGH 28.02.1985 6 Ob 651/83

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0039062

Dokumentnummer

JJR_19850228_OGH0002_0060OB00651_8300000_002

Rechtssatz für 6Ob651/83 6Ob677/90

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0039301

Geschäftszahl

6Ob651/83; 6Ob677/90

Entscheidungsdatum

29.11.1990

Rechtssatz

Der OGH folgt nicht der in der Lehre verbreitet und heftig verfochtenen Ansicht einer rein verfahrensrechtlichen Betrachtungsweise des Feststellungsinteresses als einer bloßen Zulässigkeitsvoraussetzung der Anspruchsverfolgung und den daraus gezogenen formellen Konsequenzen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 651/83
    Entscheidungstext OGH 28.02.1985 6 Ob 651/83
  • 6 Ob 677/90
    Entscheidungstext OGH 29.11.1990 6 Ob 677/90

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0039301

Dokumentnummer

JJR_19850228_OGH0002_0060OB00651_8300000_003

Rechtssatz für 6Ob651/83 7Ob279/06i

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0037970

Geschäftszahl

6Ob651/83; 7Ob279/06i

Entscheidungsdatum

17.01.2007

Rechtssatz

Einem Begehren auf richterlichen Ausspruch über das Bestehen oder Nichtbestehen eines konkreten Rechtsverhältnisses oder Rechtes wohnt das Interesse an der Rechtsschutzgewährung nicht in gleich offenkundiger Weise inne wie einem Begehren auf richterliche Gestaltung einer Rechtsbeziehung oder auf richterlichen Leistungsbefehl.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 651/83
    Entscheidungstext OGH 28.02.1985 6 Ob 651/83
  • 7 Ob 279/06i
    Entscheidungstext OGH 17.01.2007 7 Ob 279/06i
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Problem eines rechtlichen Interesses an einem Feststellungsbegehren über die Unterhaltspflicht eines Verschollenen während eines Todeserklärungsverfahrens im Hinblick auf die Gewährung einer Witwenpension. (T1)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0037970

Dokumentnummer

JJR_19850228_OGH0002_0060OB00651_8300000_001

Rechtssatz für 3Ob658/77 6Ob651/83 2Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0038969

Geschäftszahl

3Ob658/77; 6Ob651/83; 2Ob285/04g; 9ObA35/08z; 9ObA13/11v; 2Ob219/11m; 4Ob128/17b; 8ObA73/18w; 6Ob168/18a; 6Ob113/19i

Entscheidungsdatum

19.12.2019

Rechtssatz

Bei einem beendeten Vertragsverhältnis wird das rechtliche Interesse nur anerkannt, wenn das begehrte Urteil auch noch für die gegenwärtige Rechtslage der Parteien von Bedeutung, also immer noch geeignet ist, die Grundlage für weitere Rechtsbeziehungen der Parteien untereinander zu schaffen.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 658/77
    Entscheidungstext OGH 13.12.1978 3 Ob 658/77
  • 6 Ob 651/83
    Entscheidungstext OGH 28.02.1985 6 Ob 651/83
    Vgl auch; Beisatz: Wird ein Rechtsstreit über das Ende eines Dauerschuldverhältnisses hinaus fortgesetzt und das Klagebegehren auf Feststellung dieses bereits beendeten Dauerschuldverhältnisses in der Vergangenheit umgestellt, dann ist das Feststellungsinteresse der Kläger nicht mehr in gleicher Weise offenkundig. (T1)
  • 2 Ob 285/04g
    Entscheidungstext OGH 03.02.2005 2 Ob 285/04g
    Auch; Beisatz: Gerade im Falle eines beendeten Vertragsverhältnisses ist das Feststellungsinteresse nicht mehr offenkundig und durch konkrete Behauptungen zu begründen. (T2)
  • 9 ObA 35/08z
    Entscheidungstext OGH 08.10.2008 9 ObA 35/08z
    Vgl; Beisatz: Ein rechtliches Interesse liegt dann vor, wenn das begehrte Urteil zwischen den Streitparteien über einen allfälligen Leistungsanspruch hinaus geeignet ist, Grundlage für die weiteren Rechtsbeziehungen der Parteien untereinander zu sein, also durch den möglichen Leistungsanspruch der Feststellungsanspruch nicht voll ausgeschöpft wird. Dabei ist es gleichgültig, ob die mögliche Leistungsklage eine Klage auf Leistung oder Unterlassung ist. (T3); Beisatz: Die Behauptungs- und Beweislast für das Vorliegen eines rechtlichen Interesses, wenn dieses nicht offensichtlich oder erwiesen ist, liegt bei der die Feststellung begehrenden Partei. (T4)
  • 9 ObA 13/11v
    Entscheidungstext OGH 27.07.2011 9 ObA 13/11v
    Vgl; Beis wie T3 nur: Ein rechtliches Interesse liegt dann vor, wenn das begehrte Urteil zwischen den Streitparteien über einen allfälligen Leistungsanspruch hinaus geeignet ist, Grundlage für die weiteren Rechtsbeziehungen der Parteien untereinander zu sein, also durch den möglichen Leistungsanspruch der Feststellungsanspruch nicht voll ausgeschöpft wird. (T5); Beis wie T4
  • 2 Ob 219/11m
    Entscheidungstext OGH 20.09.2012 2 Ob 219/11m
    nur: Bei einem beendeten Vertragsverhältnis wird das rechtliche Interesse nur anerkannt, wenn das begehrte Urteil auch noch für die gegenwärtige Rechtslage der Parteien von Bedeutung ist. (T6)
  • 4 Ob 128/17b
    Entscheidungstext OGH 24.08.2017 4 Ob 128/17b
    Auch; Beis wie T1; Beisatz: Ablauf des Zeitraums, für den die Feststellung der Zulässigkeit einer bestimmten Handlung begehrt wurde. (T7)
  • 8 ObA 73/18w
    Entscheidungstext OGH 25.01.2019 8 ObA 73/18w
    Auch; Beis wie T4
  • 6 Ob 168/18a
    Entscheidungstext OGH 27.02.2019 6 Ob 168/18a
  • 6 Ob 113/19i
    Entscheidungstext OGH 19.12.2019 6 Ob 113/19i
    Vgl; Beisatz: Hier: Kein Rechtsschutzinteresse an der Beschlussanfechtung gemäß §§ 195 ff AktG bzw der Feststellung der Beschlussnichtigkeit gemäß § 201 AktG bei Beschlüssen der Hauptversammlung über die Wahl in den Aufsichtsrat einer durch Verschmelzung untergegangenen Aktiengesellschaft. (T8)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0038969

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

18.02.2020

Dokumentnummer

JJR_19781213_OGH0002_0030OB00658_7700000_001

Rechtssatz für 7Ob49/80 (7Ob50/80); ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0039239

Geschäftszahl

7Ob49/80 (7Ob50/80); 5Ob46/81; 6Ob651/83; 7Ob642/86; 2Ob2286/96g; 9ObA172/01m; 2Ob285/04g; 2Ob33/05z; 2Ob31/07h; 1Ob237/08x; 7Ob252/08x; 2Ob277/08m; 2Ob219/11m; 3Ob150/13z; 9Ob6/15w; 4Ob14/16m; 4Ob121/16x; 4Ob128/17b; 9ObA83/18y; 10Ob97/18i; 3Ob71/19s; 8Ob46/19a; 4Ob5/20v; 7Ob187/20f; 4Ob169/22i; 6Ob178/22b

Entscheidungsdatum

28.06.2023

Rechtssatz

Das rechtliche Interesse an der alsbaldigen gerichtlichen Feststellung des Bestehens des Rechtsverhältnisses oder Rechtes ist vom Kläger zu behaupten und (erforderlichenfalls) zu beweisen.

Entscheidungstexte

  • 7 Ob 49/80
    Entscheidungstext OGH 09.10.1980 7 Ob 49/80
  • 5 Ob 46/81
    Entscheidungstext OGH 01.12.1981 5 Ob 46/81
    Auch; nur: Das rechtliche Interesse an der alsbaldigen gerichtlichen Feststellung des Bestehens des Rechtsverhältnisses oder Rechtes ist vom Kläger zu behaupten. (T1)
    Beisatz: Durch Geltendmachung konkreter Umstände. (T2)
    Veröff: SZ 54/180
  • 6 Ob 651/83
    Entscheidungstext OGH 28.02.1985 6 Ob 651/83
    Auch; Beisatz: Hier: Feststellung eines bereits beendeten Jagdpachtverhältnisses. (T3)
  • 7 Ob 642/86
    Entscheidungstext OGH 11.12.1986 7 Ob 642/86
    nur T1
  • 2 Ob 2286/96g
    Entscheidungstext OGH 19.09.1996 2 Ob 2286/96g
    nur T1; Beis wie T2
  • 9 ObA 172/01m
    Entscheidungstext OGH 11.07.2001 9 ObA 172/01m
  • 2 Ob 285/04g
    Entscheidungstext OGH 03.02.2005 2 Ob 285/04g
    Beis wie T2
  • 2 Ob 33/05z
    Entscheidungstext OGH 14.06.2005 2 Ob 33/05z
  • 2 Ob 31/07h
    Entscheidungstext OGH 27.03.2008 2 Ob 31/07h
    Beisatz: Dies gilt besonders in Fällen, in denen die Rechtsbeziehung zwischen den Streitteilen bereits beendet ist. (T4)
    Beis wie T2
  • 1 Ob 237/08x
    Entscheidungstext OGH 25.11.2008 1 Ob 237/08x
    Auch
  • 7 Ob 252/08x
    Entscheidungstext OGH 13.05.2009 7 Ob 252/08x
  • 2 Ob 277/08m
    Entscheidungstext OGH 15.10.2009 2 Ob 277/08m
  • 2 Ob 219/11m
    Entscheidungstext OGH 20.09.2012 2 Ob 219/11m
    Auch; Beis wie T4
  • 3 Ob 150/13z
    Entscheidungstext OGH 08.10.2013 3 Ob 150/13z
    nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Feststellungsklage, dass ein Kaufvertrag nicht (mehr) besteht: Das rechtliche Interesse an der Feststellung wurde verneint. (T5)
  • 9 Ob 6/15w
    Entscheidungstext OGH 20.03.2015 9 Ob 6/15w
  • 4 Ob 14/16m
    Entscheidungstext OGH 30.03.2016 4 Ob 14/16m
  • 4 Ob 121/16x
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 4 Ob 121/16x
  • 4 Ob 128/17b
    Entscheidungstext OGH 24.08.2017 4 Ob 128/17b
  • 9 ObA 83/18y
    Entscheidungstext OGH 27.09.2018 9 ObA 83/18y
    Auch
  • 10 Ob 97/18i
    Entscheidungstext OGH 21.12.2018 10 Ob 97/18i
  • 3 Ob 71/19s
    Entscheidungstext OGH 23.05.2019 3 Ob 71/19s
  • 8 Ob 46/19a
    Entscheidungstext OGH 24.07.2019 8 Ob 46/19a
    Beis wie T4
  • 4 Ob 5/20v
    Entscheidungstext OGH 02.07.2020 4 Ob 5/20v
  • 7 Ob 187/20f
    Entscheidungstext OGH 25.11.2020 7 Ob 187/20f
    Vgl
  • 4 Ob 169/22i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2022 4 Ob 169/22i
  • 6 Ob 178/22b
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 28.06.2023 6 Ob 178/22b
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0039239

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

06.09.2023

Dokumentnummer

JJR_19801009_OGH0002_0070OB00049_8000000_002

Rechtssatz für 4Ob21/78; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0039215

Geschäftszahl

4Ob21/78; 4Ob31/78; 8Ob568/78; 2Ob520/79; 6Ob651/83; 7Ob12/89; 9ObA257/92; 9ObA298/92; 9ObA72/93; 8Ob638/93; 7Ob75/01g; 5Ob24/02v; 9ObA11/03p; 2Ob112/07w; 1Ob107/08d; 4Ob225/08d; 7Ob252/08x; 9ObA56/09i; 9ObA43/11f; 1Ob227/11f; 10Ob62/11g; 7Ob120/12s; 7Ob91/14d; 1Ob210/14k; 9ObA80/14a; 9ObA27/15h; 1Ob181/15x; 4Ob121/16x; 1Ob142/17i; 4Ob200/18t; 9ObA111/19t; 6Ob127/20z; 9ObA115/21h; 9ObA151/21b; 9ObA32/22d; 5Ob212/21v; 7Ob210/22s; 7Ob67/23p; 4Ob82/23x; 8Ob82/22z

Entscheidungsdatum

17.11.2023

Rechtssatz

Die Feststellungsklage bedarf eines konkreten, aktuellen Anlasses, der zur Hintanhaltung einer nicht bloß vermeintlichen, sondern tatsächlichen und ernstlichen Gefährdung der Rechtslage des Klägers eine ehebaldige gerichtliche Entscheidung notwendig macht.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 21/78
    Entscheidungstext OGH 27.06.1978 4 Ob 21/78
  • 4 Ob 31/78
    Entscheidungstext OGH 10.10.1978 4 Ob 31/78
    Beisatz: Mögliche Beeinträchtigung der durch Art 8 Abs 6 der 29.Novelle zum ASVG gewährleisteten dienstrechtlichen, besoldungsrechtlichen oder pensionsrechtlichen Stellung durch allfällige künftige Änderung der DO.A genügt nicht. (T1)
  • 8 Ob 568/78
    Entscheidungstext OGH 05.12.1978 8 Ob 568/78
  • 2 Ob 520/79
    Entscheidungstext OGH 08.05.1979 2 Ob 520/79
  • 6 Ob 651/83
    Entscheidungstext OGH 28.02.1985 6 Ob 651/83
    Vgl auch; Beisatz: Rechtsschutz soll nur im Falle konkreter Aktualisierung einer theoretischen Kollisionslage gewährt werden. (T2)
  • 7 Ob 12/89
    Entscheidungstext OGH 27.04.1989 7 Ob 12/89
    Veröff: ZVR 1990/93 S 246
  • 9 ObA 257/92
    Entscheidungstext OGH 16.12.1992 9 ObA 257/92
    Auch; Beisatz: Prozessuale Vorteile allein genügen dafür ebensowenig wie die Feststellung von bloßen "Rechtslagen". (T3)
  • 9 ObA 298/92
    Entscheidungstext OGH 16.12.1992 9 ObA 298/92
    Auch; Beis wie T3; Veröff: DRdA 1993,362 (A Burgstaller)
  • 9 ObA 72/93
    Entscheidungstext OGH 28.04.1993 9 ObA 72/93
    Auch; Beis wie T3
  • 8 Ob 638/93
    Entscheidungstext OGH 28.04.1994 8 Ob 638/93
    Auch; Beis wie T3
  • 7 Ob 75/01g
    Entscheidungstext OGH 27.04.2001 7 Ob 75/01g
    Auch
  • 5 Ob 24/02v
    Entscheidungstext OGH 12.02.2002 5 Ob 24/02v
    Vgl; Beis ähnlich wie T3; Beisatz: Die ohnehin geregelte objektiv Rechtslage ist nicht feststellungsfähig. (T4)
    Veröff: SZ 2002/22
  • 9 ObA 11/03p
    Entscheidungstext OGH 09.07.2003 9 ObA 11/03p
    Auch
  • 2 Ob 112/07w
    Entscheidungstext OGH 27.09.2007 2 Ob 112/07w
    Vgl; Beis wie T4; Beisatz: Hier: § 5 Abs 3 erster Satz TKG 2003. (T5)
  • 1 Ob 107/08d
    Entscheidungstext OGH 10.06.2008 1 Ob 107/08d
  • 4 Ob 225/08d
    Entscheidungstext OGH 24.02.2009 4 Ob 225/08d
    Vgl; Beisatz: Es genügt, wenn der Kläger durch die Berühmung in seiner Bewegungsfreiheit im Rechtsleben oder in der Vornahme wirtschaftlicher Maßnahmen behindert ist; es muss ein rechtliches Interesse an alsbaldiger gerichtlicher Klärung der Rechtslage bestehen, bei dem das Gefährdungselement besonders deutlich hervortritt. (T6)
    Veröff: SZ 2009/23
  • 7 Ob 252/08x
    Entscheidungstext OGH 13.05.2009 7 Ob 252/08x
    Beisatz: Wo also ein aktueller Anlass zur präventiven Klärung des strittigen Rechtsverhältnisses besteht. (T7)
    Beisatz: Ein rechtliches Interesse an der alsbaldigen Feststellung kann regelmäßig nur bejaht werden, wenn eine Verschlechterung der rechtlichen Position des Klägers bei einer Verweisung auf ein erst später mögliches gerichtliches Vorgehen zu befürchten wäre. (T8)
  • 9 ObA 56/09i
    Entscheidungstext OGH 02.06.2009 9 ObA 56/09i
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 9 ObA 43/11f
    Entscheidungstext OGH 30.01.2012 9 ObA 43/11f
  • 1 Ob 227/11f
    Entscheidungstext OGH 22.12.2011 1 Ob 227/11f
    Beis wie T8
  • 10 Ob 62/11g
    Entscheidungstext OGH 05.06.2012 10 Ob 62/11g
    Auch
  • 7 Ob 120/12s
    Entscheidungstext OGH 19.12.2012 7 Ob 120/12s
    Auch
  • 7 Ob 91/14d
    Entscheidungstext OGH 10.09.2014 7 Ob 91/14d
    Beisatz: Hier: Der „aktuelle Anlass“ liegt im Umstand, dass bei den von der beklagten Ärztin dem klagenden Patienten verabreichten Permanentfillern in der Zukunft typischerweise mit Entzündungsgeschehen im Gewebe zu rechnen ist. (T9)
  • 1 Ob 210/14k
    Entscheidungstext OGH 23.12.2014 1 Ob 210/14k
    Auch
  • 9 ObA 80/14a
    Entscheidungstext OGH 25.02.2015 9 ObA 80/14a
    Veröff: SZ 2015/12
  • 9 ObA 27/15h
    Entscheidungstext OGH 29.04.2015 9 ObA 27/15h
    Beis wie T3; Beis wie T4
  • 1 Ob 181/15x
    Entscheidungstext OGH 22.10.2015 1 Ob 181/15x
    Vgl; Beisatz: Kein Feststellungsinteresse, wenn konkrete Umstände, die für denkbare zukünftige Schadenersatzansprüche von Bedeutung sein können und es objektiv zweckmäßig erscheinen lassen, sie schon vor Schadenseintritt zeitnah klären zu lassen, fehlen. (T10)
  • 4 Ob 121/16x
    Entscheidungstext OGH 30.08.2016 4 Ob 121/16x
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Eine vom Standpunkt des Klägers abweichende Rechtsansicht eines ausländischen Gerichts begründet noch kein rechtliches Interesse an der gegenteiligen Feststellung dafür präjudizieller Vorfragen; insoweit wird nämlich versucht, einen prozessualen Vorteil zu erreichen. (T11)
  • 1 Ob 142/17i
    Entscheidungstext OGH 30.08.2017 1 Ob 142/17i
    Beis wie T3; Beis wie T4
  • 4 Ob 200/18t
    Entscheidungstext OGH 27.11.2018 4 Ob 200/18t
    Auch
  • 9 ObA 111/19t
    Entscheidungstext OGH 26.02.2020 9 ObA 111/19t
  • 6 Ob 127/20z
    Entscheidungstext OGH 18.02.2021 6 Ob 127/20z
    Beisatz wie T8
    Anm: Veröff: SZ 2021/10
  • 9 ObA 115/21h
    Entscheidungstext OGH 20.10.2021 9 ObA 115/21h
    Beisatz: Hier: Die Behauptung eines möglichen (neuen) in der Zukunft liegenden schadensbegründenden Verhaltens, das die derzeitige Rechtslage nicht tatsächlich und ernsthaft gefährdet, reicht nicht aus. (T12)
  • 9 ObA 151/21b
    Entscheidungstext OGH 19.05.2022 9 ObA 151/21b
    Beis wie T2
  • 9 ObA 32/22d
    Entscheidungstext OGH 30.06.2022 9 ObA 32/22d
  • 5 Ob 212/21v
    Entscheidungstext OGH 09.06.2022 5 Ob 212/21v
    Vgl; Beis wie T3
  • 7 Ob 210/22s
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 21.02.2023 7 Ob 210/22s
  • 7 Ob 67/23p
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 30.08.2023 7 Ob 67/23p
    Beisatz: Hier: Deckungsklage; Frage des Wegfalls des rechtlichen Interesses bei konstitutivem/deklarativem Anerkenntnis. (T13)
  • 4 Ob 82/23x
    Entscheidungstext OGH Zurückweisung mangels erheblicher Rechtsfrage 12.09.2023 4 Ob 82/23x
    vgl; Beisatz wie T8
    Beisatz: Im vorliegenden Fall hat die Beklagte ausdrücklich auf die Anfechtung des Kaufvertrags aus jedem Rechtsgrund verzichtet und einen entsprechenden gerichtlichen Vergleich angeboten. Damit hat das Berufungsgericht vertretbar das Bestehen eines Feststellungsinteresses der Klägerin iSv § 228 ZPO verneint, zumal kein konkreter, aktueller Anlass für eine ehebaldige gerichtliche Entscheidung besteht. (T14)
    Beisatz: Keine Vergleichbarkeit mit der Rechtsprechung zum Wegfall der Wiederholungsgefahr bei Unterlassungsansprüchen: Nach der Rechtsprechung dort wird die Wiederholungsgefahr nur verneint, wenn es geradezu ausgeschlossen wäre, dass die beanstandeten gesetz- oder sittenwidrigen Handlungen (weiter) gesetzt werden (vgl
    RS0119007), während das Feststellungsinteresse nach § 228 ZPO schon dann verneint wird, wenn kein konkreter, aktueller Anlass besteht, der zur Hintanhaltung einer nicht bloß vermeintlichen, sondern tatsächlichen und ernsten Gefährdung der Rechtslage des Klägers eine ehebaldige gerichtliche Entscheidung notwendig macht. (T15)
  • 8 Ob 82/22z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 17.11.2023 8 Ob 82/22z
    vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0039215

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2024

Dokumentnummer

JJR_19780627_OGH0002_0040OB00021_7800000_004

Rechtssatz für 8Ob568/78; ...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0039320

Geschäftszahl

8Ob568/78; 6Ob651/83; 5Ob24/02v; 7Ob252/08x; 5Ob165/14x; 4Ob202/18m; 8Ob82/22z

Entscheidungsdatum

17.11.2023

Rechtssatz

Auch für Feststellungsklage gilt ganz allgemein das Verbot der hypothetischen Klageerhebung.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 568/78
    Entscheidungstext OGH 05.12.1978 8 Ob 568/78
  • 6 Ob 651/83
    Entscheidungstext OGH 28.02.1985 6 Ob 651/83
    Vgl auch
  • 5 Ob 24/02v
    Entscheidungstext OGH 12.02.2002 5 Ob 24/02v
    Veröff: SZ 2002/22
  • 7 Ob 252/08x
    Entscheidungstext OGH 13.05.2009 7 Ob 252/08x
  • 5 Ob 165/14x
    Entscheidungstext OGH 27.01.2015 5 Ob 165/14x
  • 4 Ob 202/18m
    Entscheidungstext OGH 27.11.2018 4 Ob 202/18m
    Auch
  • 8 Ob 82/22z
    Entscheidungstext OGH Ordentliche Erledigung (Sachentscheidung) 17.11.2023 8 Ob 82/22z

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0039320

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.01.2024

Dokumentnummer

JJR_19781205_OGH0002_0080OB00568_7800000_002

Entscheidungstext 6Ob651/83

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

6Ob651/83

Entscheidungsdatum

28.02.1985

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Samsegger als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Resch, Dr.Schobel, Dr.Riedler und Dr.Schlosser als Richter in der Rechtssache der klagenden Parteien 1.) Leopold A, Druckereibesitzer und 2.) Edith B, Angestellte, beide wohnhaft in Spillern, Wienerstraße 68, beide vertreten durch Dr.Oskar Himmelbauer, Rechtsanwalt in Bad Deutsch Altenburg, wider die beklagte Partei C AU AM D, vertreten durch Dr.Rudolf Friedrich Stiehl, Rechtsanwalt in Wien, wegen Feststellung, infolge Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Wien als Berufungsgerichtes vom 10.Jänner 1983, GZ 14 R 234/82-67, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Landesgerichtes für ZRS Wien vom 23. August 1982, GZ 1 Cg 337/76-60, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

Der Revision wird stattgegeben. Das angefochtene Urteil wird derart abgeändert, daß das Klagebegehren auf Feststellung, zwischen den Streitteilen habe auf Grund des Jagdpachtvertrages vom 24.Juni 1974 vom 1.Jänner 1975 bis 31.Dezember 1980 ein Jagdpachtverhältnis bestanden, abgewiesen wird.

Die klagenden Parteien sind schuldig, der beklagten Partei die mit S 64.641,64 bestimmten Kosten des gesamten Rechtsstreites (darin enthalten an Barauslagen S 5.612 und an Umsatzsteuer S 4.372,56) binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Die beklagte Partei ist eine körperschaftlich organisierte niederösterreichische Agrargemeinschaft, deren Verwaltungssatzungen agrarbehördlich genehmigt sind. Nach dem jagdbehördlichen Feststellungsbescheid vom 17.10.1974 stand ihr in der Jagdperiode 1975 bis 1980 die Befugnis zur Eigenjagd in Ansehung einer Gesamtfläche von rund 482,5 ha zu. Die restlichen Grundflächen der Katastralgemeinde im Gesamtausmaß von fast 1194 ha wurden als Genossenschaftsjagdgebiet festgestellt. über die Jagdausübung im Eigenjagdgebiet der beklagten Partei schloß diese mit dem ersten Kläger und einem weiteren Kaufmann als Jagdgesellschafter einen Jagdpachtvertrag. Die hierüber errichtete Urkunde vom 24.Juni 1974 wurde der Jagdbehörde angezeigt. über die Jagdausübung im Genossenschaftsjagdgebiet schloß die Jagdgenossenschaft einen Jagdpachtvertrag mit denselben Pächtern.

Keine der beiden Pachtvertragsurkunden enthält eine Bestimmung über eine wechselseitige Abhängigkeit der beiden Pachtverträge vorneinander. Sowohl in den Jagdpachtvertrag über das Eigenjagdgebiet als auch in den über das Genossenschaftsjagdgebiet traten auf Pächterseite die beiden Ehefrauen der Mitpächter ein. Die Jagdbehörde nahm die Verpachtung der Eigenjagd zur Kenntnis und genehmigte die Verpachtung der Genossenschaftsjagd. Wegen der bereits im ersten Pachtjahr aufgetretenen Meinungsverschiedenheiten unter den Jagdgesellschaftern kam es nicht zur Errichtung einer Urkunde über den Jagdgesellschaftsvertrag. Aus diesem Grunde hob das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung mit Bescheid vom 18.2.1976 den Bescheid über die Genehmigung der Verpachtung der Genossenschaftsjagd als nichtig auf. Der Jagdausschuß schloß hierauf über die Ausübung der Jagd im Genossenschaftsgebiet für den Rest der Jagdperiode einen Jagdpachtvertrag mit den beiden ehemaligen Jagdgesellschaftern der Kläger. Die beklagte Partei kündigte den Klägern und ihren Mitpächtern die Pacht der Eigenjagd und schloß hierauf ebenfalls mit den Pächtern der Genossenschaftsjagd einen neuen Jagdpachtvertrag. Am 19.7.1976 brachten die Kläger gegen die Agrargemeinschaft eine Klage auf Feststellung ein, daß ihnen auf Grund des am 24.6.1974 geschlossnen Jagdpachtvertrages im Sinne dieses Vertrages das bis 31. Dezember 1980

vereinbarte Jagdrecht zustehe. Nachdem das Erstgericht dieses Feststellungsbegehren abgewiesen, das Berufungsgericht einen Aufhebungsbeschluß gefaßt, das Erstgericht im zweiten Rechtsgang das Feststellungsbegehren abermals abgewiesen und das Berufungsgericht wieder einen Aufhebungsbeschluß gefaßt hatten und sich der Rechtsstreit nach der im November 1980 erfolgten Zustellung des zweiten berufungsgerichtlichen Aufhebungsbeschlusses im dritten Rechtsgang befand, kündigten die Kläger mit dem am 10.Dezember 1980 beim Erstgericht eingelangten und in der Tagsatzung zur mündlichen Streitverhandlung vom 21.1.1981 vorgetragenen Schriftsatz (ON 41) folgende Abänderung ihres Klagebegehrens an: Aus dem Verfahren ergäbe sich, daß die Kläger spätestens seit Mai 1976 die Jagd im Eigenjagdgebiet der beklagten Partei nicht mehr ausüben könnten. Im Falle ihres Obsiegens im ahängigen Feststellungsstreit stünden ihnen 'verschiedene Leistungsansprüche gegen die beklagte Partei sowie auch gegen Funkionäre derselben zu.' Dezeit seien diese Ansprüche aber in ihrer Gesamtheit noch nicht absehbar. Für die Zeit nach dem 1. Jänner 1981 änderten die Kläger ihr Begehren auf Feststellung, daß das Jagdpachtverhältnis zwischen den Streitteilen auf Grund des Jagdpachtvertrages vom 24.6.1974 vom 1.Jänner 1975 bis 31.Dezember 1980 zu recht bestanden habe. Im dritten Rechtsgang fand außer am 21.1.1981 noch am 5.5.1981, am 3.2.1982 und am 27.5.1982 jeweils eine Tagsatzung zur mündlichen Streitverhandlung statt. Die Kläger trugen zu ihrem rechtlichen Interesse am abgeänderten Feststellungsbegehren nichts weiter vor, das Feststellungsinteresse wurde auch nicht zum Gegenstand amtswegiger Erörterungen genommen. Mit dem Urteil vom 23.8.1982 (ON 60) gab das Erstgericht dem abgeänderten Feststellungsbegehren statt. Zum Feststellungsinteresse bemerkte das Erstgericht lediglich, es sei glaubhaft, daß aus dem bereits beendeten Pachtverhältnis noch Abrechnungen ausstünden. Das Berufungsgericht bestätigte - noch vor dem Inkrafttreten der Zivilverfahrens-Novelle 1983 - das erstinstanzliche Urteil; dazu sprach es aus, daß der Wert des Streitgegenstandes S 60.000 übersteigt. Das Berufungsgericht anerkannte das Feststellungsinteresse, 'weil den Klägern im Falle des Obsiegens in diesem Rechtsstreit verschiedene Leistungsansprüche gegen die beklagte Partei zustehen, deren Gesamtheit noch nicht absehbar ist'. Die beklagte Partei ficht das bestätigende Berufungsurteil wegen unrichtiger rechtlicher Beurteilung mit einem auf Klageabweisung zielenden Abänderungsantrag an. Dabei wendet sich die Revisionswerberin ausdrücklich gegen die Annahme des Feststellungsinteresses, weil bis zum Schluß der Verhandlung in erster Instanz (Ende Mai 1982) die angeblichen Ansprüche der Klägerin aus dem strittigen Jagdpachtvertrag, der bei vollem Auslaufen mit Ablauf der Jagdperiode am 31.12.1980 geendet hätte, bereits klar abgrenzbar hätten sein müssen.

Die Kläger streben die Bestätigung der angefochtenen Entscheidng an. Zur Bemängelung ungerechtfertigter Annahme ihres Feststellungsinteresses bringen sie vor, sie hätten im Oktober 1982 gegen die Revisionswerberin eine Klage auf Zahlung von S 69.123 eingebracht und sich die Ausdehung ihres Begehrens ausdrücklich vorbehalten. Der über dieses Begehren anhängige Rechtsstreit sei bis zur Erledigung des hier anhängigen Feststellungsstreites unterbrochen.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist berechtigt.

Einem Begehren auf richterlichen Ausspruch über das Bestehen oder Nichtbestehen eines konkreten Rechtsverhältnisses oder Rechtes wohnt das Interesse an der Rechtsschutzgewährung nicht in gleich offenkundiger Weise inne wie einem Begehren auf richterliche Gestaltung einer Rechtsbeziehung oder auf richterlichen Leistungsbefehl. Soll der Beklagte nicht durch den Richterspruch in einer konkreten Rechtsstellung betroffen oder zu keiner Leistung verpflichtet werden, ist es ein praktisches Gebot der Ökonomie, daß materielle Ansprüche oder die Eröffnung eines Weges zur Anspruchsdruchsetzung an positive Voraussetzungen geknüpft werden, weil vor allem bei absoluten Rechten einer Person Kollisionsfälle mit anderen Rechtspersönlichkeiten abstrakt in unabsehbarer Zahl denkbar erschienen, Rechtsschutz aber nur im Falle konkreter Aktualisierung der theoretischen Kollisionslage gewährt werden soll. In dieser Hinsicht liegt die Problemstellung beim Unterlassungs- und beim Feststellungsbegehren ähnlich. Der Verfahrensgesetzgeber hat in der Exekutionsordnung das Unterlassungsurteil ebenso vorausgesetzt wie das Leistungsurteil, ohne deren Zulässigkeit im besonderen zu normieren. Anders im Falle der bloßen Feststellung. Hierzu normiert er im Paragraph 228, ZPO ausdrücklich, daß 'Klage erhoben werden kann', knüpft dies aber an die Voraussetzung eines rechtlichen Interesses an der alsbaldigen Feststellung durch gerichtliche Entscheidung. Ungeachtet der systematische Einordnung in ein Verfahrensgesetz und der Formulierung, es könne 'Klage erhoben werden', darf nicht übersehen werden, daß die Eröffnung einer Möglichkeit zur Anspruchsverfolgung den zu verfolgenden Anspruch voraussetzt oder aber schafft. Wenn etwa nach Art.XLII Absatz eins, ZPO - dem im folgenden Absatz genannten Rechtssubjekt gegenüber - derjenige, der von der Verschweigung oder Verheimlichung eines Vermögens vermutlich Kenntnis hat, 'mittels Urteiles' zu Angaben und deren eidlicher Bekräftigung verhalten werden kann, stehen ebenfalls formal verfahrensrechtliche Kriterien im Vordergrund, was aber nicht hindert, aus der Erfüllung des Tatbestandes einen materiellrechtlichen Bekanntgabeanspruch abzuleiten. öhnliches ist auch im Falle des Paragraph 228, ZPO geboten. Ist der Tatbestand erfüllt, besteht zwischen einer durch die Sachverhaltsgestaltung bestimmten Person als dem Berechtigtem und einem Verpflichteten als Nebenverbindlichkeit zu einer bestehenden Rechtsbeziehung ein Anspruch, der nicht nur klageweise verfolgbar, sondern beispielsweise auch schuldhaft verletzbar ist. Das Revisionsgericht sieht sich aus dieser Sicht nicht bestimmt, der in der Lehre verbreitet und heftig verfochtenen Ansicht einer rein verfahrensrechtlichen Betrachtungsweise des Feststellungsinteresses als einer bloßen Zulässigkeitsvoraussetzung der Anspruchsverfolgung und den daraus gezogenen formellen Konsequenzen vergleiche Fasching Lehrbuch des Zivilprozeßrechts, Rdz 1096) zu folgen. Die übereinstimmende, jeweils in den Entscheidungsgründen zum Ausdruck gebrachte Ansicht eines Feststellungsinteresses der Kläger durch die Vorinstanzen schließt daher keinesfalls eine überprüfung dieses Tatbestandselementes als Anspruchsvoraussetzung aus. In dieser Eigenschaft als Element des anspruchsbegründenden Tatbestandes unterlag es der vollen Behautpungs- und Beweispflicht der Kläger. Solange diese - bis zum Ende der Jagdperiode - die Feststellung des aufrechten Bestandes eines laufenden Dauerschuldverhältnisses anstrebten, durfte das Feststellungsinteresse ohne weiteres wegen der auf der Hand liegenden vielfachen Möglichkeiten der rechtlichen Bedeutsamkeit der Feststellung für künftige Streitfragen unterstellt werden. Als der Rechtsstreit über das Ende der Jagdperiode hinaus fortgesetzt und das Klagebegehren auf Feststellung eines bereits beendeten Dauerschuldverhältnisses in der Vergangenheit umgestellt worden war, war das Feststellungsinteresse der Kläger nicht mehr in gleicher Weise offenkundig.

Die Kläger hatten ihr Feststellungsinteresse durch konkrete Behauptungen darzulegen. Ihre allgemein gehaltenen Ausführungen, die das Berufungsgericht ohne jede Prüfung nahezu wörtlich für seine Beurteilung übernommen hat, reichten hiezu nicht aus. Diese Problematik war den Klägern aus dem gegen sie im Zusammenhang mit dem selben Jagdpachtfall geführten Rechtsstreit zu 4 Cg 224/76 des Kreisgerichtes Korneuburg und der in jenem Verfahren ergangenen Revisionsentscheidung zu 5 Ob 554/77 hinlänglich bekannt. Die Kläger konnten in dieser Hinsicht nicht durch eine entpsrechende Prüfung ihres Feststellungsinteresses überrascht werden. Ihre Ausführungen in der Revisionsbeantwortung müssen als Neuerung unbeachtet bleiben. Aber selbst diese Ausführungen zeigten nicht auf, daß es den Klägern im Zeitpunkt des Schlusses der mündlichen Verhandlung erster Instanz im anhängigen Rechtsstreit noch nicht möglich gewesen wäre, alle noch denkbaren Ansprüche gegen die beklagte Partei aus dem festzustellenden Jagdpachtverhältnis abzuschätzen und gerichtlich geltend zu machen.

Die Revisionswerberin hat daher zutreffend darauf hingewiesen, daß es die Kläger verabsäumten, nach der Umstellung ihres Klagebegehrens auf Feststellung eines nach ihrem eigenen Standpunkt bereits beendeten Dauerschuldverhältnisses die Umstände zu behaupten und zu beweisen, aus denen wegen einer etwa bestehenden Unmöglichkeit oder Untunlichkeit einer Verfolgung von Einzelansprüchen aus dem beendeten Rechtsverhältnis oder wegen einer ausnahmsweisen Fortwirkung des beendeten Rechtsverhältnisses auf gegenwärtige oder künftige Rechtsbeziehungen (etwa als Tatbestandsmerkmal) ein aufrechtes rechtliches Interesse an der alsbaldigen Feststellung des für eine abgeschlossene vergangene Zeitspanne behaupteten Jagdpachtverhältnisses durch Richterspruch gefolgert werden müßte. Das geänderte Feststellungsbegehren ist im aufgezeigten Sinne unschlüssig.

Es war in Stattgebung der Revision abzuweisen.

Die Entscheidung über die Verfahrenskosten beruht auf den Paragraphen 41 und 50 ZPO.

Anmerkung

E05285

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:0060OB00651.83.0228.000

Dokumentnummer

JJT_19850228_OGH0002_0060OB00651_8300000_000