Rechtssatz für 2Ob251/49 3Ob745/53 6Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0016558

Geschäftszahl

2Ob251/49; 3Ob745/53; 6Ob52/67; 7Ob188/75; 7Ob591/76; 4Ob587/76; 5Ob301/78; 1Ob558/79; 6Ob622/79 (6Ob623/79); 5Ob683/79; 1Ob725/80; 1Ob40/81; 7Ob503/82; 5Ob796/81; 6Ob675/82; 7Ob817/82; 1Ob520/84 (1Ob521/84, 1Ob522/84); 7Ob559/84; 5Ob531/84; 6Ob798/83; 1Ob12/87; 14ObA82/87; 8Ob511/87; 8Ob1573/92; 9ObA160/94; 1Ob567/95; 4Ob2017/96p; 1Ob2069/96p; 7Ob348/97w; 10Ob47/08x; 2Ob215/10x; 9Ob36/12b; 2Ob9/14h

Entscheidungsdatum

12.06.2014

Norm

ABGB §879 BIIb
ABGB §1336 E
  1. ABGB § 879 heute
  2. ABGB § 879 gültig ab 01.07.1992 zuletzt geändert durch BGBl. Nr. 275/1992
  1. ABGB § 1336 heute
  2. ABGB § 1336 gültig ab 01.01.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 120/2005
  3. ABGB § 1336 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2006 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Ein Vergütungsbetrag ist im Zweifel nur bei verschuldeter Nichterfüllung des Vertrages zu bezahlen. Der Verfall der Vertragsstrafe kann aber auch für den Fall vereinbart werden, dass kein allgemeiner Haftungsgrund vorliegt. Die Parteien müssen allerdings dann im Vertrag annähernd gleich behandelt werden, damit nicht Nichtigkeit wegen Verstoßes gegen die guten Sitten vorliegt.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 251/49
    Entscheidungstext OGH 06.02.1950 2 Ob 251/49
    Veröff: JBl 1950,241
  • 3 Ob 745/53
    Entscheidungstext OGH 02.12.1953 3 Ob 745/53
    Beisatz: Beweislast für Schuldlosigkeit trifft aber den Schuldner. (T1)
  • 6 Ob 52/67
    Entscheidungstext OGH 01.03.1967 6 Ob 52/67
    nur: Ein Vergütungsbetrag ist im Zweifel nur bei verschuldeter Nichterfüllung des Vertrages zu bezahlen. (T2)
  • 7 Ob 188/75
    Entscheidungstext OGH 23.10.1975 7 Ob 188/75
    Vgl aber; nur T2; Beisatz: Objektiver Verzug bereits Haftungsgrund. (T3)
  • 7 Ob 591/76
    Entscheidungstext OGH 01.07.1976 7 Ob 591/76
    nur T2
  • 4 Ob 587/76
    Entscheidungstext OGH 19.10.1976 4 Ob 587/76
    nur T2; Beisatz: Und bei verschuldeter Schlechterfüllung. (T4)
  • 5 Ob 301/78
    Entscheidungstext OGH 17.03.1978 5 Ob 301/78
    nur: Ein Vergüterungsbetrag ist im Zweifel nur bei verschuldeter Nichterfüllung des Vertrages zu bezahlen. Der Verfall der Vertragsstrafe kann aber auch für den Fall vereinbart werden, dass kein allgemeiner Haftungsgrund vorliegt. (T5)
  • 1 Ob 558/79
    Entscheidungstext OGH 16.05.1979 1 Ob 558/79
    nur T2; Beis wie T1; Beis wie T3; Beisatz: Im besonderen Fall einer verspätete Erfüllung vereinbarten Vertragsstrafe. (T6) Veröff: SZ 52/83
  • 6 Ob 622/79
    Entscheidungstext OGH 11.07.1979 6 Ob 622/79
    Beisatz: Die Vertragsstrafe ist nicht zu zahlen, wenn die Leistung durch einen vom Schuldner nicht zu vertretenden Umstand unmöglich geworden ist (hier: keine Gleichbehandlung, wenn dem einen Teil unter keinen wie immer gearteten Umständen ein Rücktritt vom Vertrag möglich ist. (T7)
  • 5 Ob 683/79
    Entscheidungstext OGH 23.10.1979 5 Ob 683/79
    Beis wie T1
  • 1 Ob 725/80
    Entscheidungstext OGH 14.01.1981 1 Ob 725/80
    nur T5; Beisatz: Kein Unterschied, ob die Erfüllung verspätet, oder wegen Aufhebung des Vertrages, überhaupt nicht erfolgt. (T8) Veröff: SZ 54/4 = EvBl 1982/38 S 127 = JBl 1982,431
  • 1 Ob 40/81
    Entscheidungstext OGH 06.11.1981 1 Ob 40/81
    Auch; nur T2; Beis wie T1
  • 7 Ob 503/82
    Entscheidungstext OGH 21.01.1982 7 Ob 503/82
    nur T2
  • 5 Ob 796/81
    Entscheidungstext OGH 20.04.1982 5 Ob 796/81
    nur T2; Beis wie T1
  • 6 Ob 675/82
    Entscheidungstext OGH 01.09.1982 6 Ob 675/82
    nur T2; Beis wie T1
  • 7 Ob 817/82
    Entscheidungstext OGH 27.01.1983 7 Ob 817/82
    nur T2; Beis wie T1
  • 1 Ob 520/84
    Entscheidungstext OGH 02.05.1984 1 Ob 520/84
    nur T2; Beis wie T1
  • 7 Ob 559/84
    Entscheidungstext OGH 10.05.1984 7 Ob 559/84
    nur T2; Beis wie T1
  • 5 Ob 531/84
    Entscheidungstext OGH 26.02.1985 5 Ob 531/84
    nur T2
  • 6 Ob 798/83
    Entscheidungstext OGH 03.10.1985 6 Ob 798/83
    Auch; nur T2; Beisatz: Die Regel ist die verschuldensabhängige Konventionsstrafe, sodass es ausreichender Anhaltspunkte bedarf, um eine Vertragsstrafenvereinbarung dahin auslegen zu können, dass sie eine solche mit garantieähnlicher Funktion sei. (T9)
  • 1 Ob 12/87
    Entscheidungstext OGH 27.04.1987 1 Ob 12/87
    Auch; Beisatz: Die Konventionalstrafe verfällt in Ermangelung einer anderen vertraglichen Vereinbarung nur, wenn die Leistungsstörung oder die sonstige Verletzung vertraglicher Pflichten nach schadenersatzrechtlichen Grundsätzen zu vertreten ist. (T10)
  • 14 ObA 82/87
    Entscheidungstext OGH 18.06.1987 14 ObA 82/87
    nur T2; Beis wie T1; Veröff: WBl 1987,341 = ZAS 1988/17 S 132 (Werlinger) = Arb 10669
  • 8 Ob 511/87
    Entscheidungstext OGH 08.07.1987 8 Ob 511/87
    nur T2
  • 8 Ob 1573/92
    Entscheidungstext OGH 29.05.1992 8 Ob 1573/92
    Vgl; nur T5; Beisatz: Eine Vereinbarung, wonach ein Pönale auch bei objektivem Verzug verfällt, wenn die nicht zu vertretende Verzögerung nicht binnen bestimmter Frist dem Auftraggeber schriftlich mitgeteilt wird, ist zulässig. (T11)
  • 9 ObA 160/94
    Entscheidungstext OGH 14.09.1994 9 ObA 160/94
    Auch; nur T2; Beisatz: § 48 ASGG (T12)
  • 1 Ob 567/95
    Entscheidungstext OGH 29.05.1995 1 Ob 567/95
    Auch; nur T2
  • 4 Ob 2017/96p
    Entscheidungstext OGH 26.03.1996 4 Ob 2017/96p
    Auch; nur T5
  • 1 Ob 2069/96p
    Entscheidungstext OGH 26.07.1996 1 Ob 2069/96p
    Auch; nur T5; Veröff: SZ 69/78
  • 7 Ob 348/97w
    Entscheidungstext OGH 26.03.1998 7 Ob 348/97w
    Vgl; nur T2
  • 10 Ob 47/08x
    Entscheidungstext OGH 26.06.2008 10 Ob 47/08x
    Vgl; Beisatz: Die Vertragsstrafe ist im Zweifel nur dann zu entrichten, wenn den Schuldner an der Nichterfüllung oder Schlechterfüllung ein Verschulden trifft. Es ist jedoch prinzipiell auch zulässig, für den Fall einer schuldlos herbeigeführten Vertragsverletzung eine Konventionalstrafe zu vereinbaren. (T13); Beisatz: Hier: Unzulässigkeit einer Klausel in AGB, durch die dem Bausparer die Zahlung einer Vertragsstrafe aufgebürdet wird, obwohl diesen kein Verschulden an der Beendigung des Vertragsverhältnisses trifft und er überdies auch gar keine Vertragsverletzung begangen hat. (T14)
  • 2 Ob 215/10x
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 2 Ob 215/10x
    Auch; nur T2
    Veröff: SZ 2012/20
  • 9 Ob 36/12b
    Entscheidungstext OGH 22.08.2012 9 Ob 36/12b
    Auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 9/14h
    Entscheidungstext OGH 12.06.2014 2 Ob 9/14h
    Auch; nur T2; Beis wie T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1950:RS0016558

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

11.08.2014

Dokumentnummer

JJR_19500206_OGH0002_0020OB00251_4900000_001

Rechtssatz für 4Ob587/76 4Ob586/76 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0032013

Geschäftszahl

4Ob587/76; 4Ob586/76; 7Ob513/79; 1Ob725/80; 6Ob820/80; 5Ob735/81; 7Ob518/83; 7Ob519/83; 1Ob581/83; 4Ob45/83; 3Ob579/83; 1Ob704/83; 7Ob559/84; 5Ob531/84; 7Ob632/85; 2Ob535/86; 4Ob139/85; 8Ob589/86; 3Ob510/86; 8Ob651/86; 7Ob716/86; 2Ob693/86; 2Ob151/88; 3Ob1549/92; 3Ob558/94; 1Ob567/95; 7Ob2344/96y; 3Ob87/99m; 9ObA136/05y; 2Ob215/10x; 9Ob36/12b; 10Ob54/13h; 2Ob9/14h; 9Ob16/16t; 7Ob67/17d; 9ObA87/18m; 8Ob119/19m

Entscheidungsdatum

24.01.2020

Norm

ABGB §1336 B
  1. ABGB § 1336 heute
  2. ABGB § 1336 gültig ab 01.01.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 120/2005
  3. ABGB § 1336 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2006 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Die Vertragsstrafe ist ein pauschalierter Schadenersatz, der an die Stelle des Schadenersatzes wegen Nichterfüllung oder Schlechterfüllung tritt.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 587/76
    Entscheidungstext OGH 19.10.1976 4 Ob 587/76
    Veröff: EvBl 1977/83 S 181
  • 4 Ob 586/76
    Entscheidungstext OGH 30.11.1976 4 Ob 586/76
  • 7 Ob 513/79
    Entscheidungstext OGH 01.02.1979 7 Ob 513/79
    Veröff: EvBl 1979/170 S 461
  • 1 Ob 725/80
    Entscheidungstext OGH 14.01.1981 1 Ob 725/80
    Veröff: EvBl 1982/38 S 127 = JBl 1982,431 = SZ 54/4
  • 6 Ob 820/80
    Entscheidungstext OGH 30.03.1981 6 Ob 820/80
    Veröff: SZ 54/46
  • 5 Ob 735/81
    Entscheidungstext OGH 17.11.1981 5 Ob 735/81
    nur: Die Vertragsstrafe ist ein pauschalierter Schadenersatz. (T1)
  • 7 Ob 518/83
    Entscheidungstext OGH 17.02.1983 7 Ob 518/83
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 519/83
    Entscheidungstext OGH 24.03.1983 7 Ob 519/83
  • 1 Ob 581/83
    Entscheidungstext OGH 13.04.1983 1 Ob 581/83
    Auch; Veröff: JBl 1983,534 = SZ 56/62 = MietSlg 35084 = MietSlg 35093 = MietSlg 35261 (12)
  • 4 Ob 45/83
    Entscheidungstext OGH 10.05.1983 4 Ob 45/83
    Veröff: RdW 1983,84 = EvBl 1983/ 149 S 547 = Arb.10299 = ZAS 1984,107 (Kohlmaier) = SZ 56/75
  • 3 Ob 579/83
    Entscheidungstext OGH 28.09.1983 3 Ob 579/83
    nur T1
  • 1 Ob 704/83
    Entscheidungstext OGH 10.10.1983 1 Ob 704/83
    nur T1
  • 7 Ob 559/84
    Entscheidungstext OGH 10.05.1984 7 Ob 559/84
  • 5 Ob 531/84
    Entscheidungstext OGH 26.02.1985 5 Ob 531/84
  • 7 Ob 632/85
    Entscheidungstext OGH 03.10.1985 7 Ob 632/85
    Beisatz: Die Vertragsstrafe kann also für den Fall des gar nicht oder des nicht auf gehörige Art oder zu spät erfüllten Versprechens vereinbart werden. (T2) Veröff: RdW 1986,11 = JBl 1986,246 = RZ 1986/17 S 36 = SZ 58/152
  • 2 Ob 535/86
    Entscheidungstext OGH 17.06.1986 2 Ob 535/86
    Veröff: RdW 1987,10 = EvBl 1987/41 S 175
  • 4 Ob 139/85
    Entscheidungstext OGH 18.11.1986 4 Ob 139/85
    Beisatz: ... und die oft schwierigen Schadensfeststellungen vermeiden soll. (T3) Veröff: SZ 59/201
  • 8 Ob 589/86
    Entscheidungstext OGH 19.11.1986 8 Ob 589/86
    nur T1; Veröff: WBl 1987,93; hiezu Czermak, WBl 1987,83
  • 3 Ob 510/86
    Entscheidungstext OGH 17.12.1986 3 Ob 510/86
    nur T1
  • 8 Ob 651/86
    Entscheidungstext OGH 17.12.1986 8 Ob 651/86
  • 7 Ob 716/86
    Entscheidungstext OGH 15.01.1987 7 Ob 716/86
    Auch; Beisatz: Verschulden (T4)
  • 2 Ob 693/86
    Entscheidungstext OGH 12.05.1987 2 Ob 693/86
  • 2 Ob 151/88
    Entscheidungstext OGH 20.12.1988 2 Ob 151/88
    Veröff: SZ 61/279 = RZ 1989/74 S 213
  • 3 Ob 1549/92
    Entscheidungstext OGH 27.05.1992 3 Ob 1549/92
    Auch; Beis wie T3; Beisatz: Der Gläubiger muss aber die für die Entstehung des Anspruchs auf Konventionalstrafe entscheidenden Tatsachen, also die Nichterfüllung oder nicht gehörige oder verspätete Erfüllung dartun. (T5)
  • 3 Ob 558/94
    Entscheidungstext OGH 21.09.1994 3 Ob 558/94
  • 1 Ob 567/95
    Entscheidungstext OGH 29.05.1995 1 Ob 567/95
    Auch; nur T1
  • 7 Ob 2344/96y
    Entscheidungstext OGH 18.12.1996 7 Ob 2344/96y
    Auch; Beis wie T2
  • 3 Ob 87/99m
    Entscheidungstext OGH 29.01.2001 3 Ob 87/99m
  • 9 ObA 136/05y
    Entscheidungstext OGH 24.10.2005 9 ObA 136/05y
    Auch; Beisatz: Auch die Kürzung oder der Entfall eines sonst zustehenden Anspruchs kann eine Konventionalstrafe darstellen. (T6)
  • 2 Ob 215/10x
    Entscheidungstext OGH 27.02.2012 2 Ob 215/10x
    Auch; nur T1
    Veröff: SZ 2012/20
  • 9 Ob 36/12b
    Entscheidungstext OGH 22.08.2012 9 Ob 36/12b
    Auch; Beisatz: Diese soll einerseits den Schuldner zur korrekten Erfüllung seiner Vertragspflichten veranlassen und andererseits dem vereinfachten Ausgleich der dem Gläubiger aus einer trotzdem erfolgten Vertragsverletzung erwachsenden Nachteile durch Pauschalierung seines Schadenersatzanspruchs dienen. (T7)
  • 10 Ob 54/13h
    Entscheidungstext OGH 17.06.2013 10 Ob 54/13h
    Beis wie T3; Beis wie T7
  • 2 Ob 9/14h
    Entscheidungstext OGH 12.06.2014 2 Ob 9/14h
    Auch; Beis wie T7
  • 9 Ob 16/16t
    Entscheidungstext OGH 25.05.2016 9 Ob 16/16t
  • 7 Ob 67/17d
    Entscheidungstext OGH 05.07.2017 7 Ob 67/17d
    Veröff: SZ 2017/77
  • 9 ObA 87/18m
    Entscheidungstext OGH 27.09.2018 9 ObA 87/18m
    Vgl auch; Beis wie T7
  • 8 Ob 119/19m
    Entscheidungstext OGH 24.01.2020 8 Ob 119/19m
    Vgl; Beis wie T7

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0032013

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.06.2020

Dokumentnummer

JJR_19761019_OGH0002_0040OB00587_7600000_001

Rechtssatz für 5Ob610/80 (5Ob611/80 -5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0032198

Geschäftszahl

5Ob610/80 (5Ob611/80 -5Ob614/80); 6Ob820/80; 5Ob735/81; 5Ob531/84; 14ObA82/87; 9ObA160/94; 9ObA104/97b; 3Ob87/99m; 9Ob117/03a; 8Ob119/19m

Entscheidungsdatum

24.01.2020

Norm

ABGB §1336 B
4.EVHGB Art8 Nr3
  1. ABGB § 1336 heute
  2. ABGB § 1336 gültig ab 01.01.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 120/2005
  3. ABGB § 1336 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2006 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Die Vertragsstrafe gebührt auch dann, wenn kein Schaden eingetreten ist. Ein sie übersteigender Schaden kann nur nach Artikel 8, Nr 3 der 4.EVHGB und dann begehrt werden, wenn die Konventionalstrafe bloß als Mindestersatz vereinbart wurde.

Entscheidungstexte

  • 5 Ob 610/80
    Entscheidungstext OGH 21.10.1980 5 Ob 610/80
  • 6 Ob 820/80
    Entscheidungstext OGH 30.03.1981 6 Ob 820/80
    nur: Die Vertragsstrafe gebührt auch dann, wenn kein Schaden eingetreten ist. (T1)
    Veröff: SZ 54/46
  • 5 Ob 735/81
    Entscheidungstext OGH 17.11.1981 5 Ob 735/81
    Vgl; Beisatz: Ersatz des übersteigenden Schadens setzt aber die Behauptung und den Beweis voraus, daß die einzelnen Schadenspositionen durch die Vertragsstrafe nicht gedeckt sind. (T2)
  • 5 Ob 531/84
    Entscheidungstext OGH 26.02.1985 5 Ob 531/84
  • 14 ObA 82/87
    Entscheidungstext OGH 17.06.1987 14 ObA 82/87
    nur T1; Veröff: WBl 1987,341 = ZAS 1988/17 S 132 (Werlinger) = DRdA 1990,49 (W Holzer) = Arb 10669
  • 9 ObA 160/94
    Entscheidungstext OGH 14.09.1994 9 ObA 160/94
    Beisatz: § 48 ASGG (T3)
  • 9 ObA 104/97b
    Entscheidungstext OGH 11.06.1997 9 ObA 104/97b
    nur T1; Veröff: SZ 70/110
  • 3 Ob 87/99m
    Entscheidungstext OGH 29.01.2001 3 Ob 87/99m
    nur T1
  • 9 Ob 117/03a
    Entscheidungstext OGH 08.10.2003 9 Ob 117/03a
    Auch
  • 8 Ob 119/19m
    Entscheidungstext OGH 24.01.2020 8 Ob 119/19m
    Vgl; Beisatz: Es kann seit dem Inkrafttreten des § 1336 Abs 3 ABGB in der Fassung des HRÄG BGBl I 120/2005 grundsätzlich neben einer Konventionalstrafe auch den Ersatz eines übersteigenden Schadens geltend machen. (T4)
    Beisatz: Diese Regelung stellt aber dispositives Recht dar. Die Vertragsparteien können die Möglichkeit, einen die Konventionalstrafe übersteigenden Schaden geltend zu machen, auch beschränken. Die Beurteilung, ob und unter welchen Voraussetzungen ein übersteigender Schaden nach § 1336 Abs 3 ABGB zu ersetzen ist, hängt dann von der Auslegung der zugrundeliegenden Vertragsbestimmung im Einzelfall ab. (T5)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0032198

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

27.02.2020

Dokumentnummer

JJR_19801021_OGH0002_0050OB00610_8000000_002

Rechtssatz für 2Ob749/52 1Ob318/53 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Rechtssatznummer

RS0032103

Geschäftszahl

2Ob749/52; 1Ob318/53; 1Ob87/54; 7Ob152/56; 4Ob81/56; 7Ob129/57; 6Ob500/61; 4Ob502/65; 5Ob265/65; 4Ob558/67; 5Ob190/67; 4Ob28/69; 6Ob296/69; 1Ob224/70; 3Ob66/72; 1Ob31/73; 3Ob105/73; 1Ob42/74; 7Ob188/75; 1Ob333/75; 4Ob126/77; 1Ob751/79; 7Ob32/81; 5Ob735/81; 6Ob675/82; 5Ob675/81; 4Ob45/83; 8Ob532/84; 5Ob531/84; 7Ob515/85; 8Ob651/86; 14ObA82/87; 4Ob604/89; 9ObA346/89; 9ObA78/90 (9ObA79/90); 9ObA241/92; 9ObA160/94; 9ObA4/96; 1Ob2069/96p; 7Ob2344/96y; 9ObA104/97b; 8ObA260/98p; 9ObA36/99f; 8ObA196/99b; 3Ob87/99m; 8ObA5/07d; 9ObA97/18g; 8ObA34/19m; 8ObA80/20b

Entscheidungsdatum

25.08.2020

Norm

ABGB §1336 E
  1. ABGB § 1336 heute
  2. ABGB § 1336 gültig ab 01.01.2007 zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 120/2005
  3. ABGB § 1336 gültig von 01.01.1917 bis 31.12.2006 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916

Rechtssatz

Die Bezahlung der Konventionalstrafe ist vom Eintritt oder dem Nachweis eines Schadens nicht abhängig.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 749/52
    Entscheidungstext OGH 22.10.1952 2 Ob 749/52
    Veröff: SZ 25/272
  • 1 Ob 318/53
    Entscheidungstext OGH 20.05.1953 1 Ob 318/53
    Veröff: HS 1716/31
  • 1 Ob 87/54
    Entscheidungstext OGH 17.02.1954 1 Ob 87/54
    Veröff: RStA 1954/56 S 19 H20
  • 7 Ob 152/56
    Entscheidungstext OGH 04.04.1956 7 Ob 152/56
  • 4 Ob 81/56
    Entscheidungstext OGH 03.07.1956 4 Ob 81/56
  • 7 Ob 129/57
    Entscheidungstext OGH 27.03.1957 7 Ob 129/57
  • 6 Ob 500/61
    Entscheidungstext OGH 21.02.1962 6 Ob 500/61
    Veröff: EvBl 1962/307 S 391 = ÖBl 1962,107
  • 4 Ob 502/65
    Entscheidungstext OGH 09.02.1965 4 Ob 502/65
  • 5 Ob 265/65
    Entscheidungstext OGH 24.02.1966 5 Ob 265/65
  • 4 Ob 558/67
    Entscheidungstext OGH 17.10.1967 4 Ob 558/67
    Veröff: JBl 1968,567
  • 5 Ob 190/67
    Entscheidungstext OGH 15.11.1967 5 Ob 190/67
  • 4 Ob 28/69
    Entscheidungstext OGH 22.04.1969 4 Ob 28/69
    Veröff: SozM IA/e,765 = SZ 42/57
  • 6 Ob 296/69
    Entscheidungstext OGH 10.12.1969 6 Ob 296/69
  • 1 Ob 224/70
    Entscheidungstext OGH 15.10.1970 1 Ob 224/70
  • 3 Ob 66/72
    Entscheidungstext OGH 22.06.1972 3 Ob 66/72
  • 1 Ob 31/73
    Entscheidungstext OGH 07.03.1973 1 Ob 31/73
    Veröff: MietSlg 25177
  • 3 Ob 105/73
    Entscheidungstext OGH 19.06.1973 3 Ob 105/73
    Beisatz: Stornogebühr (T1) Veröff: JBl 1974,368
  • 1 Ob 42/74
    Entscheidungstext OGH 03.04.1974 1 Ob 42/74
  • 7 Ob 188/75
    Entscheidungstext OGH 23.10.1975 7 Ob 188/75
    Veröff: EvBl 1976/194 S 399
  • 1 Ob 333/75
    Entscheidungstext OGH 14.01.1976 1 Ob 333/75
    Beisatz: Daher auch grundsätzlich keine Rettungspflicht des Gläubigers (so schon JBl 1968,567). (T2) Veröff: RZ 1976/90 S 179
  • 4 Ob 126/77
    Entscheidungstext OGH 11.10.1977 4 Ob 126/77
  • 1 Ob 751/79
    Entscheidungstext OGH 12.11.1979 1 Ob 751/79
  • 7 Ob 32/81
    Entscheidungstext OGH 17.09.1981 7 Ob 32/81
    Veröff: VersR 1984/772
  • 5 Ob 735/81
    Entscheidungstext OGH 17.11.1981 5 Ob 735/81
    Beis wie T1
  • 6 Ob 675/82
    Entscheidungstext OGH 01.09.1982 6 Ob 675/82
  • 5 Ob 675/81
    Entscheidungstext OGH 09.11.1982 5 Ob 675/81
  • 4 Ob 45/83
    Entscheidungstext OGH 10.05.1983 4 Ob 45/83
    Veröff: RdW 1983,84 = EvBl 1983/149 S 547 = SZ 56/75 = ZAS 1984,107 (Kohlmaier) = Arb 10266
  • 8 Ob 532/84
    Entscheidungstext OGH 04.07.1984 8 Ob 532/84
    Beis wie T2
  • 5 Ob 531/84
    Entscheidungstext OGH 26.02.1985 5 Ob 531/84
  • 7 Ob 515/85
    Entscheidungstext OGH 28.03.1985 7 Ob 515/85
  • 8 Ob 651/86
    Entscheidungstext OGH 17.12.1986 8 Ob 651/86
    Auch
  • 14 ObA 82/87
    Entscheidungstext OGH 17.06.1987 14 ObA 82/87
    Veröff: DRdA 1990,49 (W Holzer) = Arb 10669 = WBl 1987,341 = ZAS 1988/17 S 132
  • 4 Ob 604/89
    Entscheidungstext OGH 21.11.1989 4 Ob 604/89
    Beisatz: Sie verfällt also auch dann, wenn aus der Nichterfüllung oder mangelhaften Erfüllung überhaupt kein Schaden entstanden ist. (T3)
  • 9 ObA 346/89
    Entscheidungstext OGH 20.12.1989 9 ObA 346/89
    Auch; Veröff: RdW 1990,293 = ecolex 1990,304
  • 9 ObA 78/90
    Entscheidungstext OGH 04.04.1990 9 ObA 78/90
    Veröff: Arb 10854 = JBl 1992,663
  • 9 ObA 241/92
    Entscheidungstext OGH 25.11.1992 9 ObA 241/92
  • 9 ObA 160/94
    Entscheidungstext OGH 14.09.1994 9 ObA 160/94
    Auch; Beisatz: § 48 ASGG (T4)
  • 9 ObA 4/96
    Entscheidungstext OGH 27.03.1996 9 ObA 4/96
    Auch; Beis wie T4
  • 1 Ob 2069/96p
    Entscheidungstext OGH 26.07.1996 1 Ob 2069/96p
    Beis wie T3
  • 7 Ob 2344/96y
    Entscheidungstext OGH 18.12.1996 7 Ob 2344/96y
    Auch; Beis wie T3
  • 9 ObA 104/97b
    Entscheidungstext OGH 11.06.1997 9 ObA 104/97b
    Veröff: SZ 70/110
  • 8 ObA 260/98p
    Entscheidungstext OGH 28.01.1999 8 ObA 260/98p
    Auch
  • 9 ObA 36/99f
    Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 ObA 36/99f
  • 8 ObA 196/99b
    Entscheidungstext OGH 26.08.1999 8 ObA 196/99b
  • 3 Ob 87/99m
    Entscheidungstext OGH 29.01.2001 3 Ob 87/99m
    Beisatz: Die Vertragsstrafe ist daher nicht mit einer Preisminderung gleichzusetzen, wenngleich sie allenfalls gegen das vertragliche Entgelt aufgerechnet werden kann. (T5)
  • 8 ObA 5/07d
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 8 ObA 5/07d
  • 9 ObA 97/18g
    Entscheidungstext OGH 30.10.2018 9 ObA 97/18g
  • 8 ObA 34/19m
    Entscheidungstext OGH 27.06.2019 8 ObA 34/19m
  • 8 ObA 80/20b
    Entscheidungstext OGH 25.08.2020 8 ObA 80/20b

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1952:RS0032103

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

16.11.2020

Dokumentnummer

JJR_19521022_OGH0002_0020OB00749_5200000_002

Entscheidungstext 5Ob531/84

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Rechtsgebiet

Zivilrecht

Geschäftszahl

5Ob531/84

Entscheidungsdatum

26.02.1985

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr.

 Marold als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Jensik, Dr. Warta, Dr. Zehetner und Dr. Klinger als Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Ö*****, vertreten durch Dr. Hans Oberndorfer, Rechtsanwalt in Linz, wider die beklagten Parteien 1.) Hermann M*****, und 2.) Martina M*****, beide vertreten durch Dr. Karl Reiter, Rechtsanwalt in Wels, wegen 214.520 S sA, infolge Rekurses der beklagten Parteien gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 10. November 1983, GZ 5 R 167/83-25, womit das Urteil des Kreisgerichts Wels vom 24. Mai 1983, GZ 3 Cg 110/82-19, aufgehoben wurde, folgenden

Beschluss

gefasst:

Spruch

Der Rekurs wird zurückgewiesen.

Der Antrag der Klägerin, die Beklagten zum Ersatz der Kosten der Rekursbeantwortung zu verhalten, wird abgewiesen.

Text

Begründung:

Die Beklagten betrieben von Juni 1980 bis Oktober 1981 in ***** ein Gasthaus. Mit dem am 10. 9. 1980 geschlossenen Leistungs- und Lieferungsübereinkommen sagte die Klägerin den Beklagten die Leistung eines einmaligen Barzuschusses von brutto 118.000 S zu. Gleichzeitig verpflichteten sich die Beklagten, ab Vertragsabschluss bis zur Erreichung einer Bezugsmenge von 1.150 hl Bier das von ihnen für ihren Gasthausbetrieb benötigte Bier ausschließlich und ununterbrochen von der klagenden Partei zu beziehen und jeden Bezug, Ausschank oder Verkauf eines anderen Bieres zu unterlassen. Ferner verpflichteten sie sich, die aus dem Leistungs- und Lieferungsübereinkommen sich ergebenden Rechte und Pflichten auf ihre Rechtsnachfolger so zu überbinden, sodass letztere das Übereinkommen als ihre eigene Verpflichtung anerkennen. Im Falle der Vertragsverletzung sollte die klagende Partei berechtigt sein, die nicht amortisierten Teile des Zuschusses zurückzuverlangen und - vorbehaltlich etwaiger Schadenersatzansprüche - ua für jeden vertragswidrig verkauften Hektoliter Bier einen nicht dem richterlichen Mäßigungsrecht unterliegende „Mindestersatz“ von 200 S pro hl Bier zu verlangen; im Falle des Fremdbezugs infolge der Nichtüberbindung des Lieferungs- und Leistungsübereinkommens auf etwaige Rechtsnachfolger sollte der „Mindestersatz“ von der Differenz der vereinbarten Gesamtbezugsmenge zur im Vertragszeitraum bereits von den Beklagten bezogenen Menge Bier zu berechnen sein. Der Zuschuss wurde am 19. 9. 1980 geleistet. Die Beklagten bezogen in der Folge für ihre Betriebsstätte in ***** von der klagenden Partei Bier. Am 16. 10. 1981 nach einem Bezug von 77,4 hl Bier, verkauften sie ihre Liegenschaft mit dem Gasthaus an die Ehegatten Alois und Elisabeth A*****.

Die Klägerin begehrte von den Beklagten zur ungeteilten Hand die Bezahlung des Betrags von 307.789,65 S sA (93.269,56 S als nicht amortisierter Teil des den Beklagten gewährten Zuschusses und 214.520 S als Konventionalstrafe). Infolge Bezahlung des Betrags von 93.289,56 S im Zuge des Verfahrens schränkte die Klägerin ihr Leistungsbegehren auf 214.520 S sA ein. Die Beklagten hätten vor Erreichung der vereinbarten Liefermenge ihre Gastwirtschaft verkauft jedoch ihre Verpflichtungen aus dem Leistungs- und Lieferungsübereinkommen auf die Käufer nicht überbunden. Die Käufer des Gasthauses hätten es abgelehnt, die im Leistungs- und Lieferungsübereinkommen vom 10. 9. 1980 getroffenen Vereinbarungen zu übernehmen, und bezögen das Bier von einer anderen Brauerei. Die Beklagten seien daher verpflichtet, den nicht amortisierten Teil des Zuschusses zurückzubezahlen und die vereinbarte Konventionalstrafe von 200 S pro Hektoliter Bier für die vertragswidrig nicht mehr bezogene Mindestbezugsmenge zu bezahlen.

Die Beklagten beantragten die Abweisung des Klagebegehrens. Das ihnen aufgezwungene Leistungs- und Lieferungsübereinkommen vom 10. 9. 1980 hätte eine Bindung von ca 17 Jahren an die klagende Partei zur Folge gehabt. Die Klägerin habe beim Abschluss dieses Übereinkommens die Unerfahrenheit der Beklagten ausgenützt weshalb das Übereinkommen nach Paragraph 879, Absatz 2, Ziffer 4, ABGB und überdies auch wegen Verletzung über die Hälfte des wahren Wertes nichtig sei. Das Übereinkommen sei auch sittenwidrig. Der Wortlaut des Übereinkommens sei ihnen bloß zur Unterschrift vorgelegt worden. Es treffe sie auch kein wie immer geartetes Verschulden, das eine Konventionalstrafe von 214.520 S rechtfertigen würde. Da sie auch nicht Vollkaufleute gewesen seien, würde eine Konventionalstrafe dem richterlichen Mäßigungsrecht unterliegen. Es sei auch unrichtig, dass sie nichts unternommen hätten, die Käufer des Gasthauses zum Eintritt in den Vertrag mit der Klägerin zu bewegen. Die Käufer hätten davon gesprochen, dass sie mit der nunmehrigen Klägerin in Verhandlung treten würden. Die Beklagten hätten die Liegenschaft mit dem Gasthaus verkaufen müssen, weil bei einer Fortführung des Gastgewerbebetriebs die Eröffnung eines Ausgleichs- oder Konkursverfahrens unvermeidbar gewesen wäre. Sie treffe daher kein Verschulden an der Nichterfüllung des Vertrags mit der Klägerin.

Das Erstgericht wies das Klagebegehren (abgesehen von einem nicht mehr angefochtenen Zinsenzuspruch aus dem rückgezahlten, nicht amortisierten Zuschuss) ab und traf über den bereits wiedergegebenen Sachverhalt hinaus im Wesentlichen folgende Feststellungen:

In dem für 30 Sitzplätze eingerichteten Gasthaus der Beklagten wurden an Speisen nur Kleinigkeiten gereicht. Personal war nicht beschäftigt; der Tagesumsatz betrug ca 2.500 bis 3.000 S. (Im Berufungsverfahren wurde außer Streit gestellt, dass die Beklagten keine Vollkaufleute waren.)

Der Erstbeklagte führte mit Johann M*****, dem Verkaufsleiter der Brauerei S*****-Gesellschaft mbH, der für die klagende Partei tätig war, Gespräche über den Abschluss eines Bierlieferungsvertrags. Am 21. 8. 1980 richtete er unter Verwendung eines Formblattes der klagenden Partei an diese ein Anbot, welches unter anderem folgenden Wortlaut hatte:

„M***** Hermann und Martina ... Wir sind Eigentümer des Gasthauses ... wir stellen Ihnen folgendes Angebot: Sie stellen uns einen einmaligen Betrag in Höhe von S 100.000 zuzüglich 18 % Umsatzsteuer S 18.000, zusammen dennach S 118.000 zur Verfügung. Die Auszahlung erfolgt bei der Vertragsunterfertigung ... Als Faßbier wird Zipfer Urtyp ausgeschenkt. Im Falle der Annahme dieses Anbotes geben wir die verbindliche Zusage, als Gegenleistung, in der von uns betriebenen vorgenannten Absatzstätte samt künftigen Erweiterungen ab dem Tag der Unterfertigung dieses Übereinkommens ... auf die Dauer von - Jahren, mindestens aber bis zur Erreichung von 1.150 hl Bier ... das benötigte Bier ausschließlich und ununterbrochen von Ihnen zu beziehen. Im gleichen Zeitraum geben wir die verbindliche Zusage, ausschließlich ihre alkoholfreien Getränke, mindestens aber bis zur Erreichung eines Bezuges von 350 hl alkoholfreien Getränken ... zu beziehen ... . Sie sind ungeachtet Ihres Rechtes, die Zuhaltung des Vertrages zu begehren, zu einer vorzeitigen Vertragsauflösung dann berechtigt, wenn wir gegen eine der Bestimmungen dieses Übereinkommens verstoßen, über unser Vermögen der Ausgleich oder Konkurs eröffnet wird oder unsere Absatzstätte auf die Dauer von mehr als insgesamt einem Jahr geschlossen bleibt. Der Inhalt Ihres Formularvertrages betreffend Lieferungs- und Leistungsübereinkommen bildet einen Bestandteil dieses Angebotes. Beide Vertragsteile verzichten, diesen Vertrag wegen Verkürzung über die Hälfte des wahren Wertes anzufechten. Dieses Übereinkommen geht auf die beiderseitigen Rechts- und Geschäftsnachfolger unter Fortdauer der Haftung der Vertragspartner über ...“ (Beil .D).

Der in diesem Anbot (Vordruck) genannte Formularvertrag betreffend Lieferungs- und Leistungsübereinkommen lag bei Unterfertigung dieses Anbots durch den Erstbeklagten nicht vor; er fragte auch nicht danach. Johann M***** hatte ein Formular dieses Vertrags in der Aktentasche und hätte es dem Erstbeklagten gezeigt, wenn dieser darauf bestanden hätte. Nähere Einzelheiten aus dem Formularvertrag wurden von M***** dem Erstbeklagten nicht dargelegt. Die Zweitbeklagte war bei der Unterfertigung des Anbots nicht anwesend.

In der Folge wurde von der Klägerin ein vier Seiten langer Formularvertrag ausgefüllt und am 10. 9. 1980 durch zwei Prokuristen gefertigt.

Er hat unter anderem folgenden Wortlaut:

„Martina und Hermann M*****, Gasthaus *****, ... im folgenden kurz Kunde genannte, und die Ö***** ... im folgenden kurz Brauerei genannt, schließen folgendes Leistungs- und Lieferungsübereinkommen ab, welches auf die beiderseitigen Rechts- und oder Geschäftsnachfolger sowie Rechtsnehmer unter Fortdauer ihrer Haftung nachweislich so zu überbinden ist, daß dieselben diese Vereinbarung als ihre eigene Verpflichtung anerkennen.

1.) Die Brauerei sagt dem Kunden einen einmaligen Betrag von S 100.000 zuzüglich 18 % Mehrwertsteuer S 18.000, zusammen S 118.000 zu ...

2.) Hält der Kunde, aus welchen Gründen immer, den Vertrag nicht ein oder erklärt die Brauerei gemäß Punkt 4. den Vertrag als beendet, ist die Brauerei berechtigt, den noch nicht amortisierten Teil des von ihr geleisteten Beitrages zuzüglich Mehrwertsteuer zurückzuverlangen, wobei das Verhältnis der im Vertragszeitraum tatsächlich bezogenen Biermenge zum für die gesamte Vertragslaufzeit vereinbarten Mindestbezug für die Amortisation maßgebend ist.

3.) Als Gegenleistung für die Leistung der Brauerei sagt der Kunde verbindlich zu, ab Vertragsabschluss bis zur Erreichung des Bezugs von 1.150 hl Bier, das von ihm für die Absatzstätte in ***** benötigte Bier zum jeweils allgemein geltenden Listenpreis für Wiederverkäufer, in welchen Gebinden immer, ausschließlich und ununterbrochen von der Brauerei bzw dem zuständigen Verkaufslager, Verkaufsdepot oder einer von ihr namhaft gemachten anderen Firma zu beziehen bzw beziehen zu lassen und somit jeden Bezug, Ausschank oder Verkauf eines anderen in- oder ausländischen Bieres zu unterlassen. Der Kunde verpflichtet sich auf Vertragsdauer von der Brauerei ausschließlich die Biere der Marke Zipfer Bier ... zu beziehen ... . Der Kunde erklärt, daß die von der Brauerei erbrachte Leistung eine volle Gegenleistung für die gegenständliche Bierbezugsverpflichtung darstellt ... .

4.) Dem Kunden ist bekannt, daß die Brauerei diese Leistung unter der Voraussetzung eines Mindestbezuges von 1.150 hl Bier erbringt ... In all diesen Fällen kann die Brauerei das gegenständliche Leistungs- und Lieferungsübereinkommen unter Vorbehalt ihrer sonstigen Ansprüche aus diesem Übereinkommen und etwaiger Schadenersatzansprüche als beendet erklären.

5.) Hält der Kunde eine oder mehrere Bestimmungen dieses Leistungs- und Lieferungsübereinkommens, aus welchen Gründen immer, nicht ein, kann die Brauerei, vorbehaltlich etwaiger Schadenersatzansprüche unter anderem eine oder mehrere der nachstehend angeführten Maßnahmen ergreifen:

a) Die Zuhaltung dieses Übereinkommens bzw Unterlassung des vertragswidrigen Fremdbezuges begehren,

b) den aushaftenden bzw nicht amortisierten Betrag samt Zinsen fällig stellen,

c) das der Brauerei gehörige Inventar gegen vorherige Ankündigung auf Kosten des Kunden zurückzunehmen,

d) für jeden vertragswidrig verkauften Hektoliter Bier einen der richterlichen Mäßigung nicht unterliegenden Mindestersatz in Höhe der Differenz zwischen Einstands- und Verkaufspreis des vertragswidrig verkauften Bieres begehren, mindestens aber S 200 pro vertragswidrig verkauften Hektoliter Bieres. Wenn dieses Übereinkommen vom Kunden nicht vollinhaltlich an Rechts- und/oder Besitznachfolger überbunden worden ist, ist der Mindestersatz von der Differenz Gesamtbezugsmenge zur im Vertragszeitraum bereits von der Brauerei bezogenen Menge Bier zu berechnen.

6.) Zur Sicherung und Abdeckung aller Forderungen aus diesem Übereinkommen und ... übergibt der Kunde ein von ihm angenommenes Blankoakzept, das die Brauerei ... begeben und geltend machen kann.

... 11.) Der Kunde und die Brauerei verzichten auf die Anfechtung diese Übereinkommens wegen etwaiger Verletzung über die Hälfte des wahren Wertes ...

... 17.) Zusätzliche Vereinbarungen:

a) Dem Kunden ist bekannt, daß die Höhe der Leistung der Brauerei auch unter der Voraussetzung zugesagt wurde, daß die benötigten alkoholfreien Getränke ... ausschließlich und ununterbrochen während der unter Punkt 3.) genannten Zeitdauer von der Brauerei ... bezogen werden und jeder Bezug, Verkauf oder Ausschank eines anderen in- oder ausländischen alkoholfreien Getränkes unterlassen wird. Der Kunde verpflichtet sich, die Bezugsvereinbarung auch hinsichtlich der alkoholfreien Getränke einzuhalten.

b) Weiters wurde ein Mindestbezug alkoholfreier Getränke von der Brauerei von 350 hl während der unter Punkt 3 genannten Zeitdauer vereinbart“ (Beil .B).

Dieses von der Klägerin gefertigte Vertragsformular überbrachte Johann M***** in der Folge den Beklagten, die es ebenfalls unterfertigten und zwar unter Beifügung der Stampiglie „C*****“. Der Erstbeklagte las den Vertrag oberflächlich durch. M***** sagte, wenn etwas unklar sei, solle danach gefragt werden. Auf Punkt 6.) des Vertrags (Sicherstellung durch Blankoakzept) wies M***** besonders hin. Weiters wurde über Punkt 2.) des Vertrags, der nicht vorgedruckt, sondern in Maschinschrift eingefügt war, gesprochen. Punkt 5.) dieses Übereinkommens, der, wie die meisten anderen Punkte vorgedruckt war, wurde nicht besprochen. Die Beklagten wurden von Johann M***** auch nicht besonders auf diesen Punkt hingewiesen. Die Zweitbeklagte unterfertigte das Leistungs- und Lieferungsübereinkommen Beil .B, ohne es davor durchgelesen zu haben, auf Andrängen des Erstbeklagten.

Bei der rechtlichen Beurteilung ging das Erstgericht davon aus, dass die Klägerin den Betrag von 214.520 S als Konventionalstrafe begehre. Nach Punkt 5.) des Formularvertrags sollte die Klägerin berechtigt sein, vorbehaltlich etwaiger Schadenersatzansprüche, also neben der Geltendmachung ihres Schadens und ihrer Ansprüche nach Punkt 5.) a)-c) des Übereinkommens für jeden vertragswidrig verkauften Hektoliter Bier einen der richterlichen Mäßigung nicht unterliegenden Mindestersatz zu begehren. Nach Paragraph 1336, ABGB könnten die vertragsschließenden Teile eine besondere Übereinkunft treffen, dass auf den Fall des entweder gar nicht oder nicht auf gehörige Art oder zu spät erfüllten Versprechens anstatt des zu vergütenden Nachteils ein bestimmter Geldbetrag entrichtet werden solle. Die Vertragsstrafe sei damit ein pauschalierter Schadenersatz, der an die Stelle des Schadenersatzes wegen Nichterfüllung oder Schlechterfüllung trete. Aus dem klaren Wortlaut des Punktes 5.) des Übereinkommens sei zu entnehmen, dass der Anspruch nach Litera d,) dieses Vertragspunkts neben einem etwaigen Schadenersatzanspruch bestehen solle. Es handle sich folglich nicht um einen Anspruch auf Bezahlung einer Konventionalstrafe im Sinne des Paragraph 1336, ABGB, sondern um eine reine, von Schadenersatzansprüchen losgelöste und unabhängige Strafbestimmung. Bestimmungen ungewöhnlichen Inhalts in allgemeinen Geschäftsbedingungen oder Vertragsformblättern, die ein Vertragsteil verwendet habe, würden nicht Vertragsbestandteil, wenn sie dem anderen Teil nachteilig seien und er mit ihnen auch nach den Umständen, vor allem nach dem äußeren Erscheinungsbild der Urkunde nicht zu rechnen brauchte, es sei denn, der andere Vertragsteil habe ihn besonders darauf hingewiesen (Paragraph 864 a, ABGB). Die Vereinbarung einer von einem Vertragsteil zu entrichtenden Strafe neben einer Schadenersatzpflicht sei jedenfalls ungewöhnlichen Inhalts. Die genannte Vertragsbestimmung befinde sich auf dem von der klagenden Partei verwendeten Vertragsformblatt und sei für die Beklagte nachteilig; sie hätten mit dieser Bestimmung nach den Umständen und nach dem äußeren Erscheinungsbild der Urkunde nicht zu rechnen brauchen. Sie befinde sich auf der dritten Seite des Vertragsformulars und sei in keiner Weise gegenüber dem übrigen Inhalt hervorgehoben, sondern trete optisch hinter der Bestimmung des Punktes 2.), der in Maschinschrift beigefügt sei, sich auf der ersten Seite befinde und sich ebenfalls mit den Folgen der Nichtzuhaltung des Vertrags befasse, zurück. Die Beklagten seien auf diese überraschende Klausel nicht besonders hingewiesen worden. Damit sei aber diese Bestimmung gar nicht Vertragsbestandteil geworden, weshalb der Klägerin daraus auch keine Ansprüche zustünden.

Das Gericht zweiter Instanz gab der von der Klägerin gegen den abweisenden Teil dieses Urteils gerichteten Berufung Folge, hob das erstgerichtliche Urteil in seinem abweisenden Teil und im Kostenpunkt auf und verwies die Rechtssache insoweit an das Erstgericht zur ergänzenden Verhandlung und neuerlichen Entscheidung unter Beisetzung eines Rechtskraftvorbehalts zurück. Es erachtete die Beweisrüge als unbegründet, die Rechtsrüge hingegen als berechtigt. Bei der in erster Linie zu beurteilenden Frage des Vorliegens einer Bestimmung ungewöhnlichen Inhalts in dem Vertragsformular der Klägerin im Sinne des Paragraph 864 a, ABGB komme es nicht allein auf ihren Inhalt an, dieser spiele vor allem im Zusammenhang mit der Stellung der Vertragsbestimmung im Gesamtgefüge des Vertragstextes eine Rolle, denn das gewöhnliche einer Vertragsbestimmung ergebe sich besonders aus der Art ihrer Einordnung. Die fragliche Bestimmung müsse im Vertragstext derart versteckt sein, dass sie der Vertragspartner dessen, der den Vertragstext verwende, dort nicht vermute, wo sie sich befinde und dort nicht finde, wo er sie vermute. Bei der Beurteilung, ob dies der Fall sei, komme es auf den durchschnittlich sorgfältigen Leser an. Eine Wertung der Benachteiligung finde noch nicht statt, sondern erst - auch wenn die Vertragsbestimmung Vertragsbestandteil geworden sei - bei der Inhaltskontrolle vor allem nach Paragraph 879, ABGB.

In Formblättern zum Abschluss von Bierlieferungsverträgen seien regelmäßig Konventionalstrafen vorgesehen. Nach dem hier verwendeten Vertragsformblatt sei die Konventionalstrafe nicht an einem versteckten Ort, sondern dort zu finden, wo sie nach dem Vertragsaufbau habe vermutet werden können, nämlich bei den Rechtsnachfolgen in jenen Fällen, da der Vertragspartner eine oder mehrere Bestimmungen des Übereinkommens nicht einhält. Dass bereits unter Punkt 2.) des Übereinkommens Folgen der Nichteinhaltung des Vertrags geregelt worden seien, stehe dieser Beurteilung nicht entgegen, weil dieser Punkt in erster Linie die Rückzahlung des nicht amortisierten Teiles des geleisteten Beitrags zu Punkt 1.) des Übereinkommens betreffe, während Punkt 5.) des Übereinkommens Vertragsverletzungen hinsichtlich des in den Punkten 3.) und 4.) geregelten Bierlieferungsübereinkommens beträfen. Die Geltungskontrolle des Paragraph 864 a, ABGB führe daher entgegen der erstgerichtlichen Rechtsansicht nicht zur Ausschließung der beanstandeten Bestimmung; diese sei daher zunächst im Lichte des Paragraph 879, ABGB zu untersuchen.

Nach Lehre und Rechtsprechung verstießen Bierbezugsverträge weder gegen ein gesetzliches Verbot noch seien sie unabhängig von ihrer inhaltlichen Gestaltung schon an sich sittenwidrig (JBl 1983, 321 mwH). Das Bemühen der Brauereien, durch möglichst langfristige Absatzverträge die Voraussetzungen für eine vorausschauende Produktion und Investitionsplanung zu schaffen, eröffne den Gastwirten die Möglichkeit, sich durch Abschluss von Bierlieferungsverträgen von den Brauereien Kredite oder sonstige Zuwendungen für Ausstattung, Renovierung und Ausbau ihrer Betriebe zu verschaffen. Eine Sittenwidrigkeit langfristiger Bierbezugsverträge werde nur dann angenommen, wenn durch die Ausschließlichkeitsbindung und ihre Ausgestaltung im Einzelfall die wirtschaftliche Bewegungsfreiheit und Selbständigkeit des Gastwirtes in unvertretbarer Weise eingeengt werde, sodass er in eine mit den Anschauungen des redlichen Geschäftsverkehrs nicht mehr zu vereinbarenden Abhängigkeit zur Brauerei gerate. Ob ein langfristiger Bierbezugsvertrag sittenwidrig sei, hänge nicht nur von der zeitlichen Dauer der vertraglichen Bindung, sondern ganz allgemein vom Inhalt, Motiv und Zweck des Vertrags ab. Dabei seien die beiderseitigen schutzwürdigen Interessen gegeneinander abzuwägen. Das schutzwürdige Interesse der Brauerei werde umso höher zu veranschlagen sein, je größer das von ihr zur Verfügung gestellte Äquivalent und je geringer die Beschränkung der wirtschaftlichen Entscheidungsfreiheit des Gastwirtes sei (JBl 1983, 321 mwH).

Vergleiche man die von der Klägerin zur Verfügung gestellte Geldleistung von 118.000 S mit der Verpflichtung der Beklagten zu einem Mindestbezug von 1.150 hl Bier und 350 hl alkoholfreier Getränke, dann sei diese ausschließliche mit einer Konventionalstrafe versehene Bezugsbindung, gleichgültig, ob diese nun einen Zeitraum von 10 Jahren (wie die klagende Partei ausführe) oder von 17 Jahren (wie die Beklagten behaupteten), nicht sittenwidrig im Sinne des Paragraph 879, Absatz eins, ABGB. Aber auch der Wuchereinwand der Beklagten schlage nicht durch. Wegen Wuchers im Sinne des Paragraph 879, Absatz 2, Ziffer 4, ABGB sei ein Geschäft nur anfechtbar, falls drei Voraussetzungen zusammenträfen: 1. müsse ein auffallendes Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung bestehen, 2. müssten bei dem durch das Geschäft Benachteiligten Umstände vorhanden sein, welche ihn an der entsprechenden Wahrung seiner Interessen hinderten (Leichtsinn, Zwangslage usw), 3. müsse der durch das Geschäft Begünstigte diese Umstände ausgenützt haben (NZ 1981, 81). Eine Zwangslage sei dann nicht anzunehmen, wenn durch das Nichtzustandekommen eines Vertrags kein anderer Nachteil eintrete, als dass der angestrebte Gegenstand des Vertrags nicht erreicht werde (EvBl 1979/170). Es fehlten aber auch alle Anhaltspunkte dafür, dass die Klägerin die Unerfahrenheit der Beklagten ausgenützt hätte. Vor allem aber sei nicht dargetan, dass zwischen Leistung und Gegenleistung ein auffallendes Missverhältnis bestanden habe. Gemäß Paragraph 879, Absatz 3, ABGB sei zu prüfen, ob die Vertragsinhalt gewordene, in einem Vertragsformblatt enthaltene Klausel (hier die Vereinbarung der Konventionalstrafe) eine gröbliche Benachteiligung eines Vertragsteiles mit sich bringe. Durch diese Generalklausel sollten unfaire, vor allem in allgemeinen Geschäftsbedingungen und Vertragsformblättern enthaltene Vertragsbestimmungen verhindert werden. Bei der Beurteilung, was eine gröbliche Benachteiligung des Vertragspartners sei, müsse zwischen den Fällen, für die der Gesetzgeber dispositive Regeln aufgestellt habe und den übrigen unterschieden werden. Ein Abweichen von dispositivem Rechte werde unter Umständen schon dann eine gröbliche Benachteiligung des Vertragspartners sein können, wenn sich für die Abweichung keine sachliche Rechtfertigung ergäbe, wenn etwa die dem Vertragspartner zugedachte Rechtsposition in einem auffallenden Missverhältnis zur vergleichbaren Rechtsposition des anderen stehe. Dabei seien jedenfalls weniger strenge Anforderungen zu stellen als in den Fällen des Paragraph 879, Absatz eins und Absatz 2, Ziffer 4, ABGB (EvBl 1983/129 mwH). Nach herrschender Ansicht solle eine Konventionalstrafe Nachteile ausgleichen, die dem Gläubiger aus einer Vertragsverletzung entstehen könnten. Ihr primärer Zweck sei es, den Anspruch auf Ersatz des im Regelfall eintretenden Schadens zu pauschalieren. Sie diene dazu, die meist schwierigen Schadensfeststellungen zu vermeiden und sei daher von der Höhe des wirklich eingetretenen Schadens unabhängig. Ein sie übersteigender Schaden könne nur im Handelsrecht (Artikel 8, Nr 3 der 4. EVHGB) und dann gefordert werden, wenn die Konventionalstrafe bloß als „Mindestersatz“ vereinbart worden sei (Koziol-Welser, Grundriss6 römisch eins 167). Der vorliegende Vertragspunkt spreche ausdrücklich von einem „Mindestersatz“ sodass deshalb und weil die Beklagten wenigstens Minderkaufleute gewesen seien, ein die Vertragsstrafe übersteigender Schaden gefordert werden könnte. Wenn dieser Mindestabsatz (richtig wohl: Mindestersatz) „vorbehaltlich etwaiger Schadenersatzansprüche“ zustehen solle, dann könne eine sinnvolle Vertragsauslegung nur zu dem Ergebnis führen, dass die über den Mindestersatz hinausgehenden Schadenersatzansprüche gewahrt werden sollten. Es handle sich daher um eine echte Vertragsstrafe und nicht um eine von Schadenersatzansprüchen völlig losgelöste Strafbestimmung. Ein zum Zweck der Schadenspauschalierung vorgesehener Vergütungsbetrag, durch den die Führung von Rechtsstreitigkeiten über die Höhe des jeweils zu errechnenden konkreten Schadens vermieden werde, diene der Rationalisierung der Geschäftsabwicklung durch Verbilligung der Schadensregulierung. Daher könne nicht gesagt werden, dass die Vereinbarung einer Konventionalstrafe für den Fall von Vertragsverletzungen den Vertragspartner jedenfalls gröblich benachteiligen müsste. Eine gröbliche Benachteiligung könnte allerdings in der Höhe der vereinbarten Vertragsstrafe, aber auch in einem durch den Vertrag herbeigeführten Ungleichgewicht der beiderseitigen Rechte und Pflichten liegen. In einem Fall, in welchem dem Verwender des Vertragsformblattes die Möglichkeit eingeräumt worden sei, einen die Konventionalstrafe übersteigenden Schaden auf jeden Fall geltend zu machen, komme es darauf an, ob sich die Höhe der Konventionalstrafe an dem durchschnittlichen Schaden orientiere, der bei der in Betracht kommenden Vertragsverletzung nach der Schätzung eines redlichen Beobachters normalerweise eintrete. Weiche die Konventionalstrafe von einem solchen Maßstab nicht oder nur ganz unwesentlich ab, dann werde sie nach den besonderen Umständen des Falles nicht gröblich benachteiligend sein (EvBl 1983/129). Weder die Verfahrensergebnisse noch die erstgerichtlichen Feststellungen enthielten nun Anhaltspunkte dafür, ob der pauschalierte Schadensbetrag nach Ansicht eines redlichen Beobachters vom durchschnittlichen, auf objektiver Grundlage zu erwartenden Schaden der klagenden Partei aus der vertragswidrigen Nichtüberbindung des Übereinkommens abweiche. Dass sich die Klägerin ausbedungen hätte, einen tatsächlich eingetretenen höheren Schaden geltend machen zu können, werde bei der Gesamtwertung des strittigen Vertragspunktes für die Frage der Angemessenheit zu berücksichtigen sein. Führten die zu ergänzenden Beweisaufnahmen zur Beurteilung, dass die Voraussetzungen für eine Nichtigkeit nach Paragraph 879, Absatz 3, ABGB gegeben wären, dann bedeutete dies allerdings nicht den gänzlichen Wegfall der vereinbarten Konventionalstrafe, sondern diese wäre dann vom Gerichten in der Höhe festzusetzen, in der ein Verstoß gegen die genannte Bestimmung noch nicht zu erblicken wäre, also auf ein nicht sittenwidriges Maß rückzuführen (EvBl 1983/129 mwH).

Nicht berechtigt sei allerdings der von den Beklagten erhobene Einwand der Verkürzung über die Hälfte. Dass sie im Vertrag (Punkt 11.) auf dieses Recht ausdrücklich verzichtet hätten, würde nicht schaden, denn auf das Rechtsmittel der Verkürzung über die Hälfte könne im Voraus nicht verzichtet werden vergleiche auch Koziol-Welser, Grundriss6 römisch eins 214; Reischauer in Rummel ABGB, Rdz 1 zu Paragraph 935,). Es bestehe jedoch kein Zweifel, dass die Beklagten als Gastwirte Kaufleute gewesen seien. Nach Paragraph 351 a, HGB könne jedoch ein Kaufmann einen Vertrag nicht nach Paragraph 934, ABGB anfechten, gleichgültig, ob er Voll- oder Minderkaufmann sei (Koziol-Welser aaO). Dass das vorliegende Übereinkommen ein Handelsgeschäft auf Seite der Beklagten im Sinne des Paragraph 344, HGB darstelle, bedürfe keiner näheren Begründung. Zutreffend hätten die Beklagten schließlich eingewendet, dass auch ein Vergütungsbetrag (eine Konventionalstrafe) nach überwiegender Rechtsprechung und Lehre im Zweifel nur bei verschuldeter Nichterfüllung oder verschuldeter Schlechterfüllung zu bezahlen sei (JBl 1982, 432 = EvBl 1982/38 mwH). Da nach österreichischem Recht die Konventionalstrafe eine Hauptverbindlichkeit voraussetze und an die Stelle des Schadenersatzes wegen Nichterfüllung oder Schlechterfüllung trete, sei mangels anderer vertraglicher Regelung auch der an Stelle des Interesses begehrte Vergütungsbetrag davon abhängig, dass der Schuldner die Nichterfüllung oder Schlechterfüllung zu verantworten, dh verschuldet habe. Dem vorliegenden Übereinkommen sei nicht zu entnehmen, dass die Streitteile vereinbart hätten, die Konventionalstrafe gebühre der Klägerin auch bei unverschuldeter Nicht- oder Schlechterfüllung. Die Formulierung „hält der Kunde eine oder mehrere Bestimmungen dieses Leistungs- und Lieferungsübereinkommens aus welchen Gründen immer nicht ein ...“, sei im Zweifel nicht dahin zu verstehen, dass eine Ausnahme von dem Grundsatz habe vereinbart werden sollen. Schadenersatz gebühre im vorliegenden Fall auch ohne Verschulden. Dazu komme, dass die Klägerin dem von den Beklagten in erster Instanz mehrfach vorgetragenen Einwand, sie seien an der Nichterfüllung des Übereinkommens schuldlos, gar nicht ausdrücklich entgegengehalten habe, es komme vereinbarungsgemäß auf ein etwaiges Verschulden der Beklagten gar nicht an.

Nach der Beweislastregel des Paragraph 1298, ABGB obliege es allerdings den Beklagten, nicht nur zu behaupten, sondern auch zu beweisen, dass ein Verschulden und damit ein Haftungsgrund nicht vorliege. Dieser Beweis werde allerdings bei Übernahme einer vertraglichen Verpflichtung, deren Erfüllung von einer Bedingung abhänge, ohne dass diese zum Vertragsinhalt gemacht worden sei, schwer zu erbringen sein, weil derjenige, der sich zu einer vertraglichen Leistung unbedingt verpflichtet, bereits bei Abschluss des Vertrags hätte beurteilen haben müssen, ob er zu dieser Leistung im Zeitpunkt der vereinbarten Erfüllung auch in der Lage sein werde, also schon schuldhaft handle, wenn er die Ungewissheit der Erfüllbarkeit kenne oder hätte kennen müssen. Der bloße vom Schuldner allenfalls nicht vorgesehene Mangel an Geldmitteln reiche gewöhnlich als Entschuldigungsgrund nicht aus (JBl 1982, 431 mwH). Im vorliegenden Fall erblicke die Klägerin eine Vertragsverletzung darin, dass die Beklagten das Übereinkommen nicht vollinhaltlich an ihre Rechtsnachfolger überbunden hätten. Die Beklagten wendeten demgegenüber Schuldlosigkeit ein. Die Rechtssache sei insoweit nicht spruchreif, als das Erstgericht zu den Behauptungen der Beklagten weder Beweise aufgenommen noch Feststellungen getroffen habe. Dass das Vorbringen der Beklagten schon von vornherein ohne weitere Erörterung ungeeignet wäre, ihre Schuldlosigkeit darzutun, sei nicht anzunehmen. Schließlich hätten die Beklagten auch die Anwendung des richterlichen Mäßigungsrechts nach Paragraph 1336, Absatz 2, ABGB angestrebt, auf welches Recht auch ein Minderkaufmann im vorhinein nicht verzichten könne (Paragraphen 348 und 351 HGB; Koziol-Welser aaO 167; JBl 1976, 487). Die Wendung im Übereinkommen, die Konventionalstrafe unterliege nicht der richterlichen Mäßigung, könne daher den Beklagten nicht zum Nachteil gereichen. Eine solche Herabsetzung der Konventionalstrafe sei möglich, wenn dem Beklagten der Beweis gelinge, dass der der klagenden Partei erwachsene Schaden unverhältnismäßig geringer sei als der bedungene Vergütungsbetrag. Die Untergrenze des Mäßigungsrechts sei dabei immer die Höhe des tatsächlich entstandenen Schadens (Gschnitzer, Schuldrecht Allgem. Teil 28; JBl 1982, 431 mwH). Der der Klägerin tatsächlich erwachsene Schaden sei daher nicht nur bei der Inhaltskontrolle nach Paragraph 879, Absatz 3, ABGB, sondern auch bei Beurteilung der Voraussetzungen für das Mäßigungsrecht des Paragraph 1336, Absatz 2, ABGB heranzuziehen. Die Beklagten hätten vorgebracht, der Klägerin sei überhaupt kein Schaden erwachsen. Auch darüber seien weder Beweise aufgenommen noch Feststellungen getroffen worden. Da das Erstgericht ausgehend von einer vom Berufungsgericht nicht gebilligten Rechtsansicht erhebliche Tatsachen in erster Instanz gar nicht erörtert habe, erweise sich die Sache als nicht spruchreif (Paragraph 496, Absatz eins, Ziffer 3, ZPO).

Gegen diesen Aufhebungsbeschluss des Berufungsgerichts richtet sich der als Revision bezeichnete Rekurs der Beklagten mit dem Antrag, den angefochtenen Beschluss im Sinne der Wiederherstellung der erstinstanzlichen Entscheidung abzuändern; hilfsweise wird ein Aufhebungsantrag gestellt.

Die Klägerin beantragte in ihrer Rekursbeantwortung, dem Rekurs keine Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Der Rekurs ist nicht zulässig.

Der Oberste Gerichtshof hat auch bei der Entscheidung über einen ordentlichen Rekurs gegen einen Aufhebungsbeschluss - im Zulassungsbereich gemäß Paragraph 502, Absatz 4, Ziffer eins, ZPO - zunächst zu prüfen, ob der Rekurs nach dieser Bestimmung überhaupt zulässig ist. Der Oberste Gerichtshof ist hiebei an die Zulässigerklärung des Berufungsgerichts nicht gebunden, er kann vielmehr den ordentlichen Rekurs so wie eine Grundsatzrevision mangels der gesetzlichen Voraussetzungen zurückweisen (Paragraph 526, Absatz 2, Satz 2; vergleiche Petrasch, Das neue Revisions-(Rekurs-)Recht, ÖJZ 1983, 203).

Die Rekurswerber vertreten die Ansicht, dass der Aufhebungsbeschluss des Berufungsgerichts auf der unrichtigen Lösung einer Rechtsfrage beruhe, der erhebliche Bedeutung im Sinne des Paragraph 502, Absatz 4, Ziffer eins, ZPO zukomme. Eine solche Rechtsfrage erblicken sie in der von der rechtlichen Beurteilung des Erstgerichts abweichenden Qualifikation der in Punkt 5.) Litera d,) des Leistungs- und Lieferungsübereinkommens vereinbarten Zahlungs-verpflichtung der Beklagten durch das Berufungsgericht; sie wenden sich aber auch gegen dessen Ansicht, dass es sich bei dieser Vertragsbestimmung um keine solche ungewöhnlichen Inhalte im Sinne des Paragraph 864 a, ABGB handle. Aus dem klaren und unmissverständlichen Wortlaut des Punktes 5.) des abgeschlossenen Übereinkommens ergäbe sich, dass die Brauerei bei Nichteinhaltung einer oder mehrerer Bestimmungen dieses Übereinkommens „vorbehaltlich etwaiger Schadenersatzansprüche“ eine oder mehrere der unter Litera a,) - d) angeführten Maßnahmen ergreifen könne. Der Anspruch nach Litera d,) stehe demnach der Klägerin neben etwaigen Schadenersatzansprüchen zu. Aus dem Wort „vorbehaltlich“ ergebe sich, dass andere Maßnahmen als Schadenersatz ergriffen werden könnten. Da die Konventionalstrafe gemäß Paragraph 1336, ABGB ein pauschalierter Schadenersatz sei, der anstelle des Schadenersatzes wegen Nichterfüllung oder Schlechterfüllung trete, habe das Erstgericht mit Recht die Rechtsauffassung vertreten, dass es sich bei der gegenständlichen Forderung nicht um einen Anspruch auf Bezahlung einer Konventionalstrafe im Sinne des Paragraph 1336, ABGB sondern um eine reine, von Schadenersatzansprüchen losgelöste und unabhängige Strafbestimmung handle. In Vertragsformularen für den Abschluss von Bierlieferungsverträgen seien wohl regelmäßig Konventionalstrafen vorgesehen; da hier aber keine Konventionalstrafe vereinbart worden sei, sondern neben Schadenersatzansprüchen eine davon unabhängige Strafbestimmung, sei die vorliegende Vereinbarung vom Erstgericht ebenfalls zutreffenderweise als eine solche ungewöhnlichen Inhaltes beurteilt worden. Da diese Bestimmung für sie nachteilig sei, sei sie nicht Vertragsinhalt geworden; die Rechtssache sei daher im Sinne der Entscheidung des Erstgerichts spruchreif.

Diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden.

Nach Lehre und Rechtsprechung stellt die Vertrags- oder Konventionalstrafe eine Leistung dar, die der Schuldner dem Gläubiger für den Fall der Nichterfüllung oder nicht gehörigen Erfüllung verspricht. Sie hat den Zweck, Nachteile auszugleichen, die dem Gläubiger aus der Vertragsverletzung entstehen können. Die Vertragsstrafe ist damit ein pauschalierter Schadenersatz, der anstelle des Schadenersatzes wegen Nichterfüllung oder Schlechterfüllung tritt (EvBl 1977/83; EvBl 1979/170; EvBl 1982/38; SZ 54/46 uva). Sie dient dazu, die meist schwierigen Schadensfeststellungen zu vermeiden und ist daher von der Höhe des wirklich eingetretenen Schadens unabhängig (Ehrenzweig II/1, 191; Koziol-Welser6 römisch eins 167; Reischauer in Rummel, ABGB, Rdz 5 zu Paragraph 1336 ;, EvBl 1962/307; JBl 1968, 567; SZ 42/57; JBl 1974, 368; SZ 54/46 ua). Ein die Vertragsstrafe übersteigender Schaden kann nur im Handelsrecht (Artikel 8, Nr 3 der 4. EVHGB) und dann begehrt werden, wenn die Konventionalstrafe bloß als „Mindestersatz“ vereinbart wurde (Ehrenzweig aaO 191; Koziol-Welser aaO 167; Reischauer aaO Rdz 7 zu Paragraph 1336 ;, HS 1576/119; 5 Ob 610-614/80). Die Konventionalstrafe ist allerdings mangels anderer Vereinbarung nur dann zu entrichten, wenn den Schuldner an der Nichterfüllung bzw Schlechterfüllung ein Verschulden trifft (Ehrenzweig aaO 191; Wolff in Klang2 römisch VI 186 f; Koziol-Welser aaO 167; Reischauer aaO Rdz 9 zu Paragraph 1336 ;, JBl 1950, 241; EvBl 1977/83; SZ 52/83 ua). Da sich das Berufungsgericht bei der Beurteilung der in Punkt 5.) des Leistungs- und Lieferungsübereinkommens festgelegten Verpflichtung der Beklagten ebenso im Rahmen der ständigen Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs gehalten hat, wie bei der Auslegung der Bestimmungen der Paragraphen 864 a und 879 ABGB, kann nicht gesagt werden, dass die Entscheidung dieser Rechtssache von der Lösung einer erheblichen Rechtsfrage im Sinne des Paragraph 502, Absatz 4, Ziffer eins, ZPO abhängt.

Der vorliegende Rekurs war daher gemäß Paragraph 527, Absatz 2, Satz 2 ZPO nicht zulässig und deshalb als unzulässig zurückzuweisen (Paragraph 526, Absatz 2, ZPO).

Die Kostenentscheidung beruht auf den Paragraphen 41 und 50 ZPO; die Klägerin hat in ihrer Rekursbeantwortung die Unzulässigkeit nicht geltend gemacht; die Rechtsmittelgegenschrift war daher zur zweckentsprechenden Rechtsverteidigung nicht erforderlich, was aber einen Kostenzuspruch ausschließt.

Textnummer

E113847

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:0050OB00531.840.0226.000

Im RIS seit

15.03.2016

Zuletzt aktualisiert am

15.03.2016

Dokumentnummer

JJT_19850226_OGH0002_0050OB00531_8400000_000