Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 2Ob404/70 8Ob59/78 8Ob6...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0058821

Geschäftszahl

2Ob404/70; 8Ob59/78; 8Ob65/79; 8Ob24/84; 2Ob339/00t; 2Ob117/16v

Entscheidungsdatum

22.04.1971

Norm

EKHG §9 Abs2 D

Rechtssatz

Außergewöhnliche Betriebsgefahr, wenn ein Personenkraftwagenlenker infolge des verkehrswidrigen Verhaltens eines Dritten sein Kraftfahrzeug mit unverminderter Geschwindigkeit nach links verrissen und dabei auf einen am linken Fahrbahnrand abgestellten Personenkraftwagen fährt.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 404/70
    Entscheidungstext OGH 22.04.1971 2 Ob 404/70
  • 8 Ob 59/78
    Entscheidungstext OGH 17.05.1978 8 Ob 59/78
    Auch
  • 8 Ob 65/79
    Entscheidungstext OGH 25.05.1979 8 Ob 65/79
    Zweiter Rechtsgang zu 8 Ob 59/78
  • 8 Ob 24/84
    Entscheidungstext OGH 17.01.1985 8 Ob 24/84
    Auch
  • 2 Ob 339/00t
    Entscheidungstext OGH 21.12.2000 2 Ob 339/00t
    Vgl auch
  • 2 Ob 117/16v
    Entscheidungstext OGH 20.06.2017 2 Ob 117/16v
    Auch; Veröff: SZ 2017/69

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0058821

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19710422_OGH0002_0020OB00404_7000000_001

Rechtssatz für 8Ob342/71 8Ob159/74 8Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0058870

Geschäftszahl

8Ob342/71; 8Ob159/74; 8Ob224/75; 2Ob2/76; 2Ob95/76; 2Ob88/77; 2Ob25/78; 2Ob36/78 (2Ob37/78); 8Ob59/78; 8Ob65/79; 8Ob10/80; 8Ob287/80 (8Ob288/80); 2Ob50/82; 8Ob178/82; 8Ob170/82; 8Ob24/84; 2Ob75/02x; 2Ob215/07t; 2Ob122/08t; 2Ob210/09k; 2Ob111/15k; 1Ob135/18m

Entscheidungsdatum

11.01.1972

Norm

EKHG §9 Abs2 D

Rechtssatz

Die Haftungsbefreiung des Halters eines Kraftfahrzeuges nach § 9 Abs 2 EKHG tritt auch bei Vorliegen der sonstigen in dieser Gesetzesstelle vorgesehenen Voraussetzungen dann nicht ein, wenn der Unfallschaden unmittelbar auf die durch das Verhalten eines nicht beim Betrieb tätigen Dritten ausgelöste außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen ist (vgl SZ 38/152). Entscheidend ist dabei, ob die den Unfall auslösende Gefahr eine außergewöhnliche war. Unerheblich ist hingegen der Grad der Gefahr, die durch den Eingriff des Dritten in ihrer zum Unfall hinführenden Gestalt herbeigeführt wurde. Die außergewöhnliche Gefahr im Sinne dieser Gesetzesstelle ist nicht etwa einer "erhöhten" Betriebsgefahr gleichzusetzen.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 342/71
    Entscheidungstext OGH 11.01.1972 8 Ob 342/71
    Veröff: ZVR 1973/10 S 12
  • 8 Ob 159/74
    Entscheidungstext OGH 03.09.1974 8 Ob 159/74
    nur: Die Haftungsbefreiung des Halters eines Kraftfahrzeuges nach § 9 Abs 2 EKHG tritt auch bei Vorliegen der sonstigen in dieser Gesetzesstelle vorgesehenen Voraussetzungen dann nicht ein, wenn der Unfallschaden unmittelbar auf die durch das Verhalten eines nicht beim Betrieb tätigen Dritten ausgelöste außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen ist (vgl SZ 38/152). Entscheidend ist dabei, ob die den Unfall auslösende Gefahr eine außergewöhnliche war. (T1)
  • 8 Ob 224/75
    Entscheidungstext OGH 19.11.1975 8 Ob 224/75
    Veröff: ZVR 1976/296 S 308
  • 2 Ob 2/76
    Entscheidungstext OGH 22.04.1976 2 Ob 2/76
    nur T1; Veröff: ZVR 1977/45 S 53
  • 2 Ob 95/76
    Entscheidungstext OGH 13.05.1976 2 Ob 95/76
    Veröff: ZVR 1977/60 S 81
  • 2 Ob 88/77
    Entscheidungstext OGH 12.05.1977 2 Ob 88/77
    Vgl; Beisatz: Hier: Verletzung des Beifahrers durch Explosion des Benzintanks infolge eines Zusammenstoßes. (T2)
  • 2 Ob 25/78
    Entscheidungstext OGH 30.03.1978 2 Ob 25/78
    nur T1; Beisatz: Ausnahme nur, wenn das Verhalten des Geschädigten selbst die außergewöhnliche Betriebsgefahr herbeiführte. (T3) Veröff: SZ 51/36 = ZVR 1978/326 S 375
  • 2 Ob 36/78
    Entscheidungstext OGH 06.04.1978 2 Ob 36/78
    nur T1
  • 8 Ob 59/78
    Entscheidungstext OGH 17.05.1978 8 Ob 59/78
    nur T1
  • 8 Ob 65/79
    Entscheidungstext OGH 25.05.1979 8 Ob 65/79
    Zweiter Rechtsgang zu 8 Ob 59/78
  • 8 Ob 10/80
    Entscheidungstext OGH 21.02.1980 8 Ob 10/80
    nur T1; Beisatz: Hier: Unfall beim Betrieb einer Eisenbahn. (T4)
  • 8 Ob 287/80
    Entscheidungstext OGH 26.03.1981 8 Ob 287/80
    nur T1; Veröff: ZVR 1982/180 S 245
  • 2 Ob 50/82
    Entscheidungstext OGH 20.04.1982 2 Ob 50/82
    nur T1; Beisatz: Schnellbremsung der Straßenbahn. (T5) Veröff: ZVR 1983/318 S 348
  • 8 Ob 178/82
    Entscheidungstext OGH 14.10.1982 8 Ob 178/82
    Veröff: ZVR 1983/202 S 252
  • 8 Ob 170/82
    Entscheidungstext OGH 30.09.1982 8 Ob 170/82
    nur T1
  • 8 Ob 24/84
    Entscheidungstext OGH 17.01.1985 8 Ob 24/84
    nur T1
  • 2 Ob 75/02x
    Entscheidungstext OGH 18.04.2002 2 Ob 75/02x
    Vgl auch; nur T1; Beisatz: Hier: Ausbrechendes Pferd. (T6)
  • 2 Ob 215/07t
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 2 Ob 215/07t
    Auch; nur: Die Haftungsbefreiung nach § 9 Abs 2 EKHG tritt auch bei Vorliegen der sonstigen in dieser Gesetzesstelle vorgesehenen Voraussetzungen dann nicht ein, wenn der Unfallschaden unmittelbar auf die durch das Verhalten eines nicht beim Betrieb tätigen Dritten ausgelöste außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen ist. (T7)
  • 2 Ob 122/08t
    Entscheidungstext OGH 14.08.2008 2 Ob 122/08t
    Auch; nur T1; Beisatz: Ist eine außergewöhnliche Betriebsgefahr als unmittelbare Unfallursache zu bejahen, macht es für die Haftung grundsätzlich keinen Unterschied, ob sie durch einen Dritten oder sogar durch höhere Gewalt ausgelöst wurde. (T8)
  • 2 Ob 210/09k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 2 Ob 210/09k
    nur T7
  • 2 Ob 111/15k
    Entscheidungstext OGH 21.10.2015 2 Ob 111/15k
    Auch; nur T7; Beisatz: Ein solcher Dritter kann auch ein anderer Fahrgast (Liftbenützer) sein. (T9)
  • 1 Ob 135/18m
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 135/18m
    Auch; nur T7

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1972:RS0058870

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

21.11.2018

Dokumentnummer

JJR_19720111_OGH0002_0080OB00342_7100000_001

Rechtssatz für 2Ob274/74 2Ob2/76 2Ob88...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0058840

Geschäftszahl

2Ob274/74; 2Ob2/76; 2Ob88/77; 8Ob174/77; 2Ob25/78; 8Ob59/78; 8Ob65/79; 8Ob10/80; 8Ob287/79; 8Ob7/81; 8Ob287/80 (8Ob288/80); 2Ob50/82; 8Ob24/84; 8Ob42/87; 2Ob75/02x; 2Ob252/03b; 2Ob142/09k; 2Ob210/09k; 1Ob135/18m

Entscheidungsdatum

19.12.1974

Norm

EKHG §9 Abs2 D

Rechtssatz

Die Berufung auf den Haftungsbefreiungsgrund des § 9 EKHG versagt dort, wo die den Schaden unmittelbar verursachende Betriebsgefahr des Kraftfahrzeuges, die durch das Verhalten des Dritten oder eines Tieres ausgelöst wurde, zu einer außergewöhnlichen wird. Dies ist dann der Fall, wenn die durch die Eigentümlichkeit des gefährlichen Betriebes bestehende, für den Schaden unmittelbar ursächliche Gefahr gegenüber dem Eingriff des Dritten oder des Tieres übergewichtig und damit als Schadenursache verselbständigt wird. (Hier: Beschädigung eines Personenkraftwagens durch eine wegen eines hochgeschleuderten Steines in Bruch gegangene Scheibe eines Omnibusses.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 274/74
    Entscheidungstext OGH 19.12.1974 2 Ob 274/74
    Veröff: ZVR 1975/273 S 371
  • 2 Ob 2/76
    Entscheidungstext OGH 22.04.1976 2 Ob 2/76
    Vgl auch; Veröff: ZVR 1977/45 S 53
  • 2 Ob 88/77
    Entscheidungstext OGH 12.05.1977 2 Ob 88/77
    Beisatz: Hier: Verletzung des Beifahrers durch Explosion des Benzintankes infolge eines Zusammenstoßes. (T1)
  • 8 Ob 174/77
    Entscheidungstext OGH 23.11.1977 8 Ob 174/77
    nur: Die Berufung auf den Haftungsbefreiungsgrund des § 9 EKHG versagt dort, wo die den Schaden unmittelbar verursachende Betriebsgefahr des Kraftfahrzeuges, die durch das Verhalten des Dritten oder eines Tieres ausgelöst wurde, zu einer außergewöhnlichen wird. (T2)
  • 2 Ob 25/78
    Entscheidungstext OGH 30.03.1978 2 Ob 25/78
    Beisatz: Die Frage, ob ein Unfall unmittelbar durch eine außergewöhnliche Betriebsgefahr ausgelöst wurde, kann immer nur an Hand der Umstände des einzelnen Falles gelöst werden. (T3) Veröff: SZ 51/36 = ZVR 1978/326 S 375
  • 8 Ob 59/78
    Entscheidungstext OGH 17.05.1978 8 Ob 59/78
    Vgl; nur T2
  • 8 Ob 65/79
    Entscheidungstext OGH 25.05.1979 8 Ob 65/79
    Zweiter Rechtsgang zu 8 Ob 59/78
  • 8 Ob 10/80
    Entscheidungstext OGH 21.02.1980 8 Ob 10/80
    nur T2; Beisatz: Hier: Unfall beim Betrieb einer Eisenbahn. (T4)
  • 8 Ob 287/79
    Entscheidungstext OGH 20.03.1980 8 Ob 287/79
    Beisatz: Unfall beim Betrieb einer Eisenbahn. (T5)
  • 8 Ob 7/81
    Entscheidungstext OGH 29.01.1981 8 Ob 7/81
    Beis wie T3; Beisatz: Verreißen des Fahrzeuges. (T6)
  • 8 Ob 287/80
    Entscheidungstext OGH 26.03.1981 8 Ob 287/80
    nur T2; Veröff: ZVR 1982/280 S 245
  • 2 Ob 50/82
    Entscheidungstext OGH 20.04.1982 2 Ob 50/82
    Beisatz: Schnellbremsung der Straßenbahn. (T7) Veröff: ZVR 1983/318 S 348
  • 8 Ob 24/84
    Entscheidungstext OGH 17.01.1985 8 Ob 24/84
  • 8 Ob 42/87
    Entscheidungstext OGH 19.11.1987 8 Ob 42/87
    Auch; Beisatz: Hier: Durch Notbremsung hervorgerufenes unkontrollierbares Schleudern des Fahrzeuges. (T8) Veröff: ZVR 1988/121 S 268
  • 2 Ob 75/02x
    Entscheidungstext OGH 18.04.2002 2 Ob 75/02x
    Auch; nur T2; Beisatz: Hier: Ausbrechendes Pferd. (T9)
  • 2 Ob 252/03b
    Entscheidungstext OGH 30.10.2003 2 Ob 252/03b
    Auch; Beisatz: Schleuderbewegungen deuten zwar meist auf eine außergewöhnliche Betriebsgefahr hin, sie sind aber nicht deren notwendiges Merkmal. (T10); Beisatz: Der Unfall ist auf eine haftungsbegründende, von einem Tier ausgelöste außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen, wenn ein mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit fahrender Motorradfahrer wegen eines die Straße plötzlich überquerenden Wildschweines zu Sturz kommt und Maschine samt Fahrer und Beifahrer eine längere Strecke ausschlittern (Haftpflichtansprüche des Beifahrers). (T11)
  • 2 Ob 142/09k
    Entscheidungstext OGH 15.10.2009 2 Ob 142/09k
    Vgl auch; Auch Beis wie T8; Auch Beis wie T10
  • 2 Ob 210/09k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 2 Ob 210/09k
    Auch; nur T2; Vgl Beis wie T8
  • 1 Ob 135/18m
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 135/18m
    Auch; nur T2

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1974:RS0058840

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

21.11.2018

Dokumentnummer

JJR_19741219_OGH0002_0020OB00274_7400000_003

Rechtssatz für 8Ob294/81 2Ob2/84 2Ob14...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0058461

Geschäftszahl

8Ob294/81; 2Ob2/84; 2Ob14/84; 8Ob24/84; 8Ob39/86; 2Ob30/86; 2Ob19/85; 8Ob18/87; 1Ob49/95 (1Ob54/95); 2Ob57/98s; 2Ob42/00s; 2Ob339/00t; 2Ob43/01i; 2Ob114/06p; 2Ob215/07t; 2Ob238/07z; 2Ob122/08t; 2Ob210/09k; 4Ob146/10i; 2Ob80/10v; 2Ob181/11y; 2Ob170/12g; 2Ob117/16v

Entscheidungsdatum

11.02.1982

Norm

EKHG §9 Abs2 D
EKHG §11 Abs1 B1

Rechtssatz

Eine außergewöhnliche Betriebsgefahr im Sinne der §§ 9 Abs 2 und 11 Abs 1 EKHG ist immer dann anzunehmen, wenn durch die schon durch den Betrieb des Fahrzeuges gegebene gewöhnliche Betriebsgefahr eine besondere Gefahrenlage hervorgerufen wird.

Entscheidungstexte

  • 8 Ob 294/81
    Entscheidungstext OGH 11.02.1982 8 Ob 294/81
    Veröff: ZVR 1983/1 S 11
  • 2 Ob 2/84
    Entscheidungstext OGH 31.01.1984 2 Ob 2/84
    Veröff: ZVR 1984/297 S 308
  • 2 Ob 14/84
    Entscheidungstext OGH 10.04.1984 2 Ob 14/84
  • 8 Ob 24/84
    Entscheidungstext OGH 17.01.1985 8 Ob 24/84
  • 8 Ob 39/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 39/86
    Auch; Beisatz: Hier: Abrutschen auf glatter Fahrbahn. (T1)
  • 2 Ob 30/86
    Entscheidungstext OGH 27.01.1987 2 Ob 30/86
    Auch; Beisatz: Außergewöhnliche Betriebsgefahr eines Traktors mit Pflug, der bei Lenkmanöver ausschert. (T2) Veröff: ZVR 1987/123 S 362
  • 2 Ob 19/85
    Entscheidungstext OGH 12.05.1987 2 Ob 19/85
    Auch; Beisatz: Hier: Außergewöhnliche Betriebsgefahr eines Schlepplifts bei Blockierung der Schleppspur durch einen Schifahrer. (T3) Veröff: RZ 1987/65 S 249
  • 8 Ob 18/87
    Entscheidungstext OGH 21.05.1987 8 Ob 18/87
    Veröff: ZVR 1988/46 S 111
  • 1 Ob 49/95
    Entscheidungstext OGH 22.11.1995 1 Ob 49/95
    Auch; Beisatz: Eine außergewöhnliche Betriebsgefahr ist dann anzunehmen, wenn die Gefährlichkeit, die regelmäßig und notwendig mit dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs verbunden ist, dadurch vergrößert wird, dass besondere Gefahrenmomente hinzutreten, die nach dem normalen Verlauf der Dinge nicht schon deshalb vorliegen, weil ein Fahrzeug im Betrieb ist. (T4) Veröff: SZ 68/220
  • 2 Ob 57/98s
    Entscheidungstext OGH 20.01.1998 2 Ob 57/98s
    Auch
  • 2 Ob 42/00s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2000 2 Ob 42/00s
  • 2 Ob 339/00t
    Entscheidungstext OGH 21.12.2000 2 Ob 339/00t
    Auch
  • 2 Ob 43/01i
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 2 Ob 43/01i
    Auch
  • 2 Ob 114/06p
    Entscheidungstext OGH 18.01.2007 2 Ob 114/06p
    Beis wie T4; Beisatz: Außergewöhnliche Betriebsgefahr beim durch das ungeschickte Verhalten eines anderen Liftbenützers ausgelösten Sturz aus dem fahrenden Doppelsessellift. (T5)
  • 2 Ob 215/07t
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 2 Ob 215/07t
    Vgl; Auch Beis wie T4; Beisatz: Hier: Starke Seilbahnschwingung mit Riss des Klemmapparates einer Seilbahngondel auf Grund eines von einem über die Seilbahn fliegenden Hubschrauber auf den Förderstrang herabfallenden Lastenkübels. (T6)
  • 2 Ob 238/07z
    Entscheidungstext OGH 14.02.2008 2 Ob 238/07z
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Hier: Loslösen eines LKW-Rads während der Fahrt und das anschließende Rollen auf die Gegenfahrbahn. (T7)
  • 2 Ob 122/08t
    Entscheidungstext OGH 14.08.2008 2 Ob 122/08t
    Auch; Beis wie T4
  • 2 Ob 210/09k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 2 Ob 210/09k
    Auch; Beis wie T4; Beisatz: Gerät ein Kraftfahrzeug ins Schleudern, sodass es von seinem Lenker nicht mehr voll beherrscht werden kann, so wird die von ihm ausgehende Gefahr in der Regel als außergewöhnliche Betriebsgefahr qualifiziert. (T8)
  • 4 Ob 146/10i
    Entscheidungstext OGH 09.11.2010 4 Ob 146/10i
    Auch; Beisatz: Hier: Unfallbedingte Gefahr eines Brandes. (T9)
  • 2 Ob 80/10v
    Entscheidungstext OGH 07.02.2011 2 Ob 80/10v
    Vgl; Beis wie T8
  • 2 Ob 181/11y
    Entscheidungstext OGH 07.08.2012 2 Ob 181/11y
    Auch
  • 2 Ob 170/12g
    Entscheidungstext OGH 20.12.2012 2 Ob 170/12g
    Auch; Beis wie T4
  • 2 Ob 117/16v
    Entscheidungstext OGH 20.06.2017 2 Ob 117/16v
    Auch; Veröff: SZ 2017/69

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0058461

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19820211_OGH0002_0080OB00294_8100000_001

Rechtssatz für 2Ob172/82 8Ob24/84 8Ob3...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0058804

Geschäftszahl

2Ob172/82; 8Ob24/84; 8Ob39/86; 2Ob1142/95; 2Ob113/06s; 2Ob215/07t; 2Ob12/08t; 2Ob181/11y

Entscheidungsdatum

17.05.1983

Norm

EKHG §9 Abs2 D
EKHG §11 Abs1

Rechtssatz

Eine außergewöhnliche Betriebsgefahr kann auch durch höhere Gewalt wie zB Erdrutsch, Felssturz usw herbeigeführt werden. Geht die Lenkfähigkeit eines mit höherem Tempo fahrenden und damit die Hindernislosigkeit der Straße voraussetzenden Fahrzeuges zufolge eines durch Naturereignis auf die Fahrbahn gefallenen als möglich angezeigten (Gefahrenzeichen "Steinschlag" § 50 Z 10 b StVO 1960) Hindernisses verloren, so werden damit die mit den gewöhnlichen Betrieb des Fahrzeuges verbundenen Gefahren durch diese besonderen Umstände außergewöhnlich vergrößert.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 172/82
    Entscheidungstext OGH 17.05.1983 2 Ob 172/82
    Veröff: ZVR 1984/179 S 186
  • 8 Ob 24/84
    Entscheidungstext OGH 17.01.1985 8 Ob 24/84
  • 8 Ob 39/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 39/86
    Auch; Beisatz: Hier: Abrutschen auf glatter Fahrbahn. (T1)
  • 2 Ob 1142/95
    Entscheidungstext OGH 12.10.1995 2 Ob 1142/95
    Vgl aber; Beisatz: Hier: Unlenkbarkeit zweier hintereinander fahrender Fahrzeuge infolge Ölverschmutzung auf der Fahrbahn. (T2)
  • 2 Ob 113/06s
    Entscheidungstext OGH 12.06.2006 2 Ob 113/06s
    Auch; Beisatz: Hier: Außergewöhnliche Betriebsgefahr bei Umstürzen eines eine Kurve befahrenden Triebwagenzuges einer Schmalspurbahn infolge eines Föhnsturms. (T3)
  • 2 Ob 215/07t
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 2 Ob 215/07t
    Auch; nur: Eine außergewöhnliche Betriebsgefahr kann auch durch höhere Gewalt herbeigeführt werden. (T4)
  • 2 Ob 12/08t
    Entscheidungstext OGH 14.08.2008 2 Ob 12/08t
    Auch; nur T4; Beisatz: Ist eine außergewöhnliche Betriebsgefahr als unmittelbare Unfallursache zu bejahen, macht es für die Haftung grundsätzlich keinen Unterschied, ob sie durch einen Dritten oder sogar durch höhere Gewalt ausgelöst wurde. (T5)
  • 2 Ob 181/11y
    Entscheidungstext OGH 07.08.2012 2 Ob 181/11y
    Auch; nur T4; Beis wie T5

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0058804

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.10.2012

Dokumentnummer

JJR_19830517_OGH0002_0020OB00172_8200000_001

Rechtssatz für 2Ob2/84 8Ob24/84 8Ob39/...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0058467

Geschäftszahl

2Ob2/84; 8Ob24/84; 8Ob39/86; 8Ob73/86; 2Ob45/88; 2Ob138/88; 2Ob4/89 (2Ob5/89); 2Ob151/89; 2Ob46/90; 2Ob54/92; 2Ob98/95; 2Ob2433/96z; 2Ob57/98s; 2Ob359/99d; 2Ob42/00s; 2Ob339/00t; 2Ob43/01i; 2Ob229/01t; 2Ob151/03z; 2Ob252/03b; 2Ob259/03g; 2Ob100/04a; 2Ob215/07t; 2Ob238/07z; 2Ob122/08t; 2Ob210/09k; 4Ob146/10i; 2Ob80/10v; 2Ob241/10w; 2Ob112/11a; 2Ob181/11y; 2Ob170/12g; 2Ob117/16v; 2Ob135/17t; 1Ob135/18m

Entscheidungsdatum

31.01.1984

Norm

EKHG §9 Abs2 D

Rechtssatz

Der Unterschied zwischen gewöhnlicher und außergewöhnlicher Betriebsgefahr ist funktionell darin zu erblicken, dass zur gewöhnlichen Betriebsgefahr besondere Gefahrenmomente hinzutreten, die nach dem normalen Ablauf der Dinge nicht schon dadurch gegeben waren, dass ein Fahrzeug überhaupt in Betrieb gesetzt wurde.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 2/84
    Entscheidungstext OGH 31.01.1984 2 Ob 2/84
    Veröff: ZVR 1984/297 S 308
  • 8 Ob 24/84
    Entscheidungstext OGH 17.01.1985 8 Ob 24/84
    Auch
  • 8 Ob 39/86
    Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 39/86
    Beisatz: Hier: Abrutschen auf glatter Fahrbahn. (T1)
  • 8 Ob 73/86
    Entscheidungstext OGH 23.04.1987 8 Ob 73/86
    Veröff: ZVR 1988/64 S 140
  • 2 Ob 45/88
    Entscheidungstext OGH 30.08.1988 2 Ob 45/88
    Veröff: ZVR 1989/65 S 104
  • 2 Ob 138/88
    Entscheidungstext OGH 28.02.1989 2 Ob 138/88
  • 2 Ob 4/89
    Entscheidungstext OGH 05.07.1989 2 Ob 4/89
  • 2 Ob 151/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 2 Ob 151/89
    Veröff: ZVR 1991/157 S 374
  • 2 Ob 46/90
    Entscheidungstext OGH 25.04.1990 2 Ob 46/90
    Veröff: ZVR 1991/40 S 117
  • 2 Ob 54/92
    Entscheidungstext OGH 25.11.1992 2 Ob 54/92
    Veröff: ZVR 1993/120 S 272
  • 2 Ob 98/95
    Entscheidungstext OGH 11.01.1996 2 Ob 98/95
    Veröff: SZ 69/1
  • 2 Ob 2433/96z
    Entscheidungstext OGH 23.01.1997 2 Ob 2433/96z
  • 2 Ob 57/98s
    Entscheidungstext OGH 20.01.1998 2 Ob 57/98s
    Vgl auch; Beisatz: Außergewöhnliche Betriebsgefahr bejaht. (T2); Beisatz: Hier: Zum Stehenkommen eines Fahrzeuges nach einem Vorunfall bei Dunkelheit auf einer zwei Fahrstreifen breiten Fahrbahn einer Autobahn in einem Winkel von 90 Grad zur Fahrbahnlängsachse, wobei es in beide Fahrstreifen ragte. (T3)
  • 2 Ob 359/99d
    Entscheidungstext OGH 20.01.2000 2 Ob 359/99d
    Beisatz: Ein auf einem Fahrstreifen einer Autobahn auch nur zum Teil zum Stillstand gebrachtes mehrspuriges Fahrzeug schafft ohne Zweifel eine äußerst gefährliche Situation, die weit über die vom gewöhnlichen Betrieb ausgehende Gefahr hinausgeht. (T4)
  • 2 Ob 42/00s
    Entscheidungstext OGH 16.03.2000 2 Ob 42/00s
  • 2 Ob 339/00t
    Entscheidungstext OGH 21.12.2000 2 Ob 339/00t
    Auch
  • 2 Ob 43/01i
    Entscheidungstext OGH 22.02.2001 2 Ob 43/01i
    Auch; Beisatz: Wenn ein Auto durch einen Anprall unkontrolliert auf das davor stehende Fahrzeug geschoben wird, tritt zur gewöhnlichen Betriebsgefahr ein Moment hinzu, das nach dem normalen Lauf der Dinge nicht bereits dadurch gegeben ist, dass das Fahrzeug überhaupt in Betrieb ist. (T5)
  • 2 Ob 229/01t
    Entscheidungstext OGH 08.08.2002 2 Ob 229/01t
    Beisatz: Hier: Ein auf einem Fahrstreifen einer Autobahn zum Stillstand gekommener LKW-Zug. (T6)
  • 2 Ob 151/03z
    Entscheidungstext OGH 10.07.2003 2 Ob 151/03z
    Beisatz: Hier: Es macht für die Bejahung einer außergewöhnlichen Betriebsgefahr und für die Schadensteilung keinen entscheidenden Unterschied, ob sich ein mehrspuriges Fahrzeug zum Teil auf einem Fahrstreifen einer Autobahn im Stillstand befindet, oder ob es - wie hier - wegen eines Reifenplatzers mit einer Geschwindigkeit von unter 10 km/h und mit 2 Meter seiner Breite auf dem ersten Fahrstreifen einer Schnellstraße und mit 0,5 m seiner Breite auf dem Pannenstreifen fährt. Auch in einem solchen Fall ist ein Fahrstreifen im Wesentlichen blockiert und besteht eine fast genauso große Geschwindigkeitsdifferenz zu nachfolgenden Fahrzeugen wie bei Stillstand. (T7); Beis wie T4
  • 2 Ob 252/03b
    Entscheidungstext OGH 30.10.2003 2 Ob 252/03b
    Beisatz: Der Unfall ist auf eine haftungsbegründende, von einem Tier ausgelöste außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen, wenn ein mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit fahrender Motorradfahrer wegen eines die Straße plötzlich überquerenden Wildschweines zu Sturz kommt und Maschine samt Fahrer und Beifahrer eine längere Strecke ausschlittern (Haftpflichtansprüche des Beifahrers). (T8)
  • 2 Ob 259/03g
    Entscheidungstext OGH 13.11.2003 2 Ob 259/03g
    Beisatz: Die Unbeherrschbarkeit des Fahrzeuges ist kein notwendiges Merkmal für das Vorliegen einer außergewöhnlichen Betriebsgefahr. (T9)
  • 2 Ob 100/04a
    Entscheidungstext OGH 18.05.2006 2 Ob 100/04a
    Vgl auch; Beisatz: Ein bei Dunkelheit und sehr schlechten Sichtbedingungen auf dem Gleisbereich feststeckendes Fahrzeug löst eine außergewöhnliche Betriebsgefahr aus. (T10)
  • 2 Ob 215/07t
    Entscheidungstext OGH 17.12.2007 2 Ob 215/07t
    Auch; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Starke Seilbahnschwingung mit Riss des Klemmapparates einer Seilbahngondel auf Grund eines von einem über die Seilbahn fliegenden Hubschrauber auf den Förderstrang herabfallenden Lastenkübels. (T11)
  • 2 Ob 238/07z
    Entscheidungstext OGH 14.02.2008 2 Ob 238/07z
    Auch; Beisatz: Hier: Loslösen eines LKW-Rads während der Fahrt und das anschließende Rollen auf die Gegenfahrbahn. (T12)
  • 2 Ob 122/08t
    Entscheidungstext OGH 14.08.2008 2 Ob 122/08t
    Auch; Beisatz: Eine außergewöhnliche Betriebsgefahr ist bei einer besonderen Gefahrensituation anzunehmen, die nicht bereits regelmäßig und notwendig mit dem Betrieb verbunden ist, sondern durch das Hinzutreten besonderer, nicht schon im normalen Bereich liegender Umstände vergrößert wurde. (T13)
  • 2 Ob 210/09k
    Entscheidungstext OGH 24.08.2010 2 Ob 210/09k
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Gerät ein Kraftfahrzeug ins Schleudern, sodass es von seinem Lenker nicht mehr voll beherrscht werden kann, so wird die von ihm ausgehende Gefahr in der Regel als außergewöhnliche Betriebsgefahr qualifiziert. (T14)
  • 4 Ob 146/10i
    Entscheidungstext OGH 09.11.2010 4 Ob 146/10i
    Auch; Beis wie T13; Beisatz: Hier: Unfallbedingte Gefahr eines Brandes. (T15)
  • 2 Ob 80/10v
    Entscheidungstext OGH 07.02.2011 2 Ob 80/10v
    Vgl; Beis wie T14
  • 2 Ob 241/10w
    Entscheidungstext OGH 03.03.2011 2 Ob 241/10w
    Beisatz: Die Tatsache, dass eine bauartgemäße und zulässige Ausstattung eines KFZ (hier erhöhter Lenkersitz eines LKW) in einer konkreten Situation eine Beeinträchtigung (hier ungünstigerer Blickwinkel auf einen ‑ für PKW optimierten ‑ Verkehrsspiegel) nach sich zieht, führt per se zu keiner außergewöhnlichen Betriebsgefahr des LKW. (T16)
  • 2 Ob 112/11a
    Entscheidungstext OGH 16.09.2011 2 Ob 112/11a
    Vgl Beis wie T8; Vgl Beis wie T10; Beisatz: Kann ein Fahrzeug nach dem Kontakt mit einem Reh, wodurch dieses weggeschleudert wird und gegen ein anderes Fahrzeug prallt, ohne Verreißen, Ausbrechen oder Schleudern zum Stillstand gebracht werden, so ist eine diesem Fahrzeug zuzurechnende außergewöhnliche Betriebsgefahr nicht anzunehmen. (T17)
  • 2 Ob 181/11y
    Entscheidungstext OGH 07.08.2012 2 Ob 181/11y
    Auch; Vgl Beis wie T3; Vgl Beis wie T6; Vgl Beis wie T7; Beisatz: Eine - durch höhere Gewalt (Glatteis) ausgelöste - außergewöhnliche Betriebsgefahr eines Sattelkraftfahrzeugs liegt vor, wenn dieses auf einer Bundesstraße bei Dunkelheit und auf eisiger Fahrbahn auf einer Steigung „hängen bleibt“, sodass es sich mehrere Minuten lang nur mit einer Geschwindigkeit von weniger als 6,5 km/h fortbewegen kann. Trotz eingeschalteter Warnblinkanlage entsteht dadurch eine besonders gefährliche Situation, zumal im Freilandgebiet grundsätzlich auch mit höheren Geschwindigkeiten gefahren werden darf. (T18)
  • 2 Ob 170/12g
    Entscheidungstext OGH 20.12.2012 2 Ob 170/12g
    Auch; Beis wie T9; Beis wie T14
    Beisatz: Liegt Unbeherrschbarkeit des Fahrzeugs vor, so ist regelmäßig eine außergewöhnliche Betriebsgefahr anzunehmen. (T19)
    Vgl auch Beis wie T3; Vgl auch Beis wie T4; Vgl auch Beis wie T5; Vgl auch Beis wie T6; Vgl auch Beis wie T7; Vgl auch Beis wie T18
    Beisatz: Hier: Verkehrsbedingtes Anhalten eines Kraftfahrzeugs auf der Autobahn begründet ohne Hinzutreten besonderer Umstände keine außergewöhnliche Betriebsgefahr. (T20)
    Bem: Siehe RS0128726. (T21)
  • 2 Ob 117/16v
    Entscheidungstext OGH 20.06.2017 2 Ob 117/16v
    Auch; Veröff: SZ 2017/69
  • 2 Ob 135/17t
    Entscheidungstext OGH 22.03.2018 2 Ob 135/17t
    Vgl
  • 1 Ob 135/18m
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 135/18m
    Auch; Beis wie T13

Schlagworte

Auto

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0058467

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

13.05.2019

Dokumentnummer

JJR_19840131_OGH0002_0020OB00002_8400000_003

Entscheidungstext 8Ob24/84

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

8Ob24/84

Entscheidungsdatum

17.01.1985

Kopf

Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Stix als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Kralik, Dr. Vogel, Dr. Kropfitsch und Dr. Zehetner als Richter in der Rechtssache der klagenden Partei S***** GesmbH & Co KG, *****, vertreten durch Dr. Alfred Ebner, Rechtsanwalt in Salzburg, wider die beklagten Parteien 1.) A***** und 2.) V*****, beide vertreten durch Dr. Rudolf Zitta, Rechtsanwalt in Salzburg, wegen 250.623,70 S sA infolge Revision der beklagten Parteien gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Linz als Berufungsgericht vom 10. Jänner 1984, GZ 4 R 243/83-19, womit infolge Berufung der beklagten Parteien das Urteil des Landesgerichts Salzburg vom 21. September 1983, GZ 11 Cg 215/82-10, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

Spruch

 

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Die beklagten Parteien sind zur ungeteilten Hand schuldig, der klagenden Partei die mit 10.586,63 S bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens (darin 1.920 S an Barauslagen und 787,88 S an Umsatzsteuer) binnen 14 Tagen zu ersetzen.

Text

Entscheidungsgründe:

Am 17. Mai 1979 ereignete sich auf der Paß-Gschütt-Bundesstraße im Ortsgebiet von ***** im Begegnungsverkehr ein Unfall, an dem der von P***** gelenkte LKW der Klägerin mit Betonmischeraufbau (111.523 S) und der von K***** gelenkte, bei der Zweitbeklagten haftpflichtversicherte LKW-Zug der Erstbeklagten (Zugwagen N 105.758 und Anhänger N 65.700) beteiligt waren. Dabei wurde P***** getötet und wurden beide Fahrzeuge beschädigt. Der wegen dieses Verkehrsunfalls vorerst gegen K***** gestellte Strafantrag wurde gemäß § 227 Abs 1 StPO zurückgezogen.

Die Klägerin begehrte von den Beklagten aus dem Titel des Schadenersatzes aus diesem Verkehrsunfall die Bezahlung von 250.623,70 S sA. Der Lenker des LKW-Zugs der Erstbeklagten sei mit einer für die Straßenbreite und die örtlichen Verhältnisse überhöhten Geschwindigkeit von 40 bis 50 km/h gefahren und habe den LKW-Zug so weit nach rechts gelenkt, dass er mit den rechten Rädern des Zugwagens die Bordsteinkante gestreift und dabei eine am Gehsteig befindliche Betonschachtabdeckung hochgekippt habe. Der Anhänger sei über die aufgestellte Abdeckung gefahren und dadurch plötzlich nach links geschleudert worden. Dadurch sei er mit dem gerade entgegenkommenden LKW der klagenden Partei zusammengestoßen. Es treffe daher den Lenker des LKWs der erstbeklagten Partei ein Verschulden an dem Unfall. Der Ersatzanspruch werde auch auf das EKHG gestützt. Für den Lenker des Klagsfahrzeugs sei das plötzliche Schleudern des Anhängers ein unabwendbares Ereignis gewesen.

Die Beklagten beantragten die Abweisung des Klagebegehrens. Den Lenker des LKW-Zugs treffe kein Verschulden, weil die Geschwindigkeit von ca 40 km/h auf der 6,45 m breiten Fahrbahn nicht überhöht gewesen sei; das Aufkippen des Kanaldeckels sei für ihn ein unabwendbares Ereignis gewesen, weil das Vorstehen des Kanaldeckels in die Fahrbahn nicht erkennbar gewesen sei.

Das Erstgericht gab dem Klagebegehren statt.

Das Gericht zweiter Instanz gab der von den Beklagten dagegen erhobenen Berufung nicht Folge und sprach aus, dass die Revision gemäß § 502 Abs 4 Z 1 ZPO zulässig sei.

Dagegen richtet sich die auf den Anfechtungsgrund des § 503 Abs 1 Z 4 ZPO gestützte Revision der Beklagten mit dem Antrag, die Urteile der Vorinstanzen im Sinne der Abweisung des Klagebegehrens abzuändern.

Die Klägerin beantragte, der Revision keine Folge zu geben.

Rechtliche Beurteilung

Die Revision ist zulässig, aber nicht berechtigt.

Die von den Vorinstanzen über den bereits wiedergegebenen Sachverhalt hinaus getroffenen entscheidungswesentlichen Feststellungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Die Fahrbahn der im Unfallsbereich keine wesentliche Krümmung aufweisenden Paß-Gschütt-Bundesstraße betrug 6,45 m. In Fahrtrichtung des LKW-Zugs gesehen schließt an den rechten Fahrbahnrand der Straße ein erhöhter, gegenüber der Straße durch eine Granitsteinleiste abgegrenzter Gehsteig an; links von der Fahrbahn befindet sich ein niveaugleiches geschottertes Bankett, auf dem im Unfallsbereich zur Unfallszeit Grabungsarbeiten durchgeführt wurden und Aushubmaterial bis auf 0,4 m in den Fahrbahnbereich hinein gelagert war. Das Aushubmaterial wurde so hoch aufgeschlichtet, dass es mit Kraftfahrzeugen nicht überfahren werden konnte. An der Baustelle wurde gearbeitet. Gegenüber der Grabungsstelle war (in Richtung des Lastzugs gesehen) am rechten Fahrbahnrand ein ca 0,4 m in die Fahrbahn hineinragendes Kanalgitter situiert. Im Bereich des anschließenden Gehsteigs befand sich ein Wasserschacht, der am Unfallstag mit einem Stahlbetondeckel abgedeckt war. Der Deckel war mit einem Flacheisen eingefasst und reichte mit einer Seite – dem Verlauf der Granitsteineinfassung folgend – an den Fahrbahnrand der Bundesstraße heran; er war so gelagert, dass seine Oberfläche niveaugleich mit dem Gehsteig war und damit höher als die angrenzende Fahrbahn lag. Aus der Fahrtrichtung des LKW-Zugs gesehen war die links der Straße befindliche Baustelle auf eine Entfernung von ca 100 m durch eine Tafel „Achtung Baustelle“ angekündigt. Außerdem war die Arbeitsstelle durch eine Abplankung abgesichert. Diese Baustelle und die durch den Erdaushub bedingte Verengung der befahrbaren Straßenfläche um ca 0,4 m waren schon bei Annäherung aus größerer Entfernung wahrzunehmen. Der Lenker des 2,5 m breiten LKW-Zugs der erstbeklagten Partei näherte sich der Unfallstelle mit einer Geschwindigkeit von ca 40 bis 45 km/h. Er nahm schon aus größerer Entfernung sowohl das Vorhandensein der Baustelle als auch das Entgegenkommen des Betonmischers der Klägerin wahr. Bei der Straßenbreite von 6,45 m und der Breite beider Fahrzeuge von rund 5 m stand auch bei Bedachtnahme auf die gegebene Fahrbahnverengung für die Begegnung beider Fahrzeuge ein freier Raum von ca 1,05 m zur Verfügung. Das entgegenkommende Fahrzeug der Klägerin hielt eine Geschwindigkeit von ca 30 bis 40 km/h ein. Für durchschnittliche LKW-Lenker ist es ohne weiteres möglich, bei Geschwindigkeiten im Bereich zwischen 30 bis 50 km/h äußerst rechts an den Straßenrand auszuweichen und damit den rechnerisch größten Sicherheitsabstand zum Gegenverkehr zu erzielen. Bei Ansichtigwerden des unauffällig mit geringerer Geschwindigkeit entgegenkommenden Betonmischers entschloss sich der Lenker des Fahrzeugs der Erstbeklagten, seine Fahrt mit unverminderter Geschwindigkeit fortzusetzen. Er beabsichtigte ganz an den rechten Fahrbahnrand auszuweichen und der Gehsteigkante entlangzufahren, ohne diese zu streifen. Dabei wäre bei der Begegnung für den Gegenverkehr ein ca 3,50 m freier Fahrbahnteil verblieben (6,05 m abzüglich ca 5 cm Abstand zur Gehsteigkante minus ca 2,5 m Fahrzeugbreite ergibt 3,5 m). Hiedurch hätte er dem entgegenkommenden LKW-Lenker, dessen Fahrzeug ungefähr gleich breit war, die Einhaltung von ausreichenden Sicherheitsabständen zur Baustelle und zum Gegenverkehr ermöglicht. Auch der Lenker des Fahrzeugs der klagenden Partei hatte keinen Anlass, die Begegnungssituation bedenklich aufzufassen. Er behielt seine Fahrgeschwindigkeit bei und wäre (ohne Unfall) mit ausreichendem Sicherheitsabstand (rechts und links je ca 0,5 m) an der Baustelle und am entgegenkommenden LKW-Zug vorbeigefahren. Der auf dem Gehsteig befindliche Schachtdeckel war gegen ein Aufkippen nicht abgesichert, da er nur lose in seiner Fassung lag und die zur Straße gerichtete Seite ungesichert frei lag. Ähnlich konstruierte Schachtdeckel, die sich im Bereich der Bundesstraße an anderen Stellen befanden, waren bei früheren Gelegenheiten durch Anfahren von Kraftfahrzeugen verschiedentlich aus ihrer Auflage geworfen worden; die sodann auf der Fahrbahn liegenden oder in sie hineinragenden Deckel wurden meist von Gemeindebediensteten im Zuge der Straßenreinigung wieder in ihre ursprüngliche Lage gebracht. Am Tage des Unfalls stand der Schachtdeckel im Bereich der Unfallstelle zumindest 1 bis 2 cm weit in die Fahrbahn der Bundesstraße hinein. Es konnte von den Vorinstanzen nicht ausgeschlossen werden, dass der Deckel noch weiter und damit auffälliger in die Bundesstraße hineingeragt hat. Falls der Deckel nur 1 bis 2 cm über die Gehsteigkante vorgestanden ist, war dies für den Lenker des LKW-Zugs bei seiner Annäherung an den Schachtdeckel unter Bedacht auf die von ihm eingehaltene Geschwindigkeit nicht wahrnehmbar. Es wäre für ihn nicht zu erkennen gewesen, dass der Kanaldeckel irgendeine Gefahr für sein Fahrzeug darstellen könnte. Falls der Deckel weiter vorgestanden hätte, wäre dies für den Lenker des Beklagtenfahrzeugs wahrnehmbar gewesen. K***** hat den Schacht und dessen Abdeckung vor dem Unfall überhaupt nicht bewusst wahrgenommen. Mit den rechten Rädern des Zugfahrzeugs wurde der zumindest 1 bis 2 cm in die Fahrbahn hineinragende Rand des Schachtdeckels gestreift; hiedurch wurde der Deckel aus seiner horizontalen Lage gekippt und stellte er sich unter dem Kraftwagenzug auf. Das rechte vordere Zwillingsrad des unbeladenen und daher bei Hindernissen instabilen Anhängers fuhr auf den in Längsstellung befindlichen Schachtdeckel auf. Dadurch wurde der Schachtdeckel nach rechts auf den Gehsteig geschleudert, die Frontpartie des Anhängers jedoch nach links auf den Gegenverkehr versetzt. Es kam zu einer Überdeckung zwischen dem LKW der Klägerin und dem Anhänger des LKW-Zugs. Der Aufbau des Anhängers wurde durch die Wucht des Zusammenstoßes vom Fahrgestell getrennt und kam nach einer Drehung um mehr als 90 Grad nahezu zur Gänze außerhalb der Straße zu liegen. Der LKW der Klägerin stand in der Endposition schräg nach links auf der Fahrbahn, während sich der LKW-Zug nach dem Unfall zum Teil auf dem erhöhten Gehsteig befand, wobei der Anhänger annähernd fahrbahnparallel war. Das Fahrerhaus des Betonmischers war stark verformt. Diese auffallend breite Überdeckung ist damit zu erklären, dass durch die Verdrehung des nach links geschleuderten Anhängeraufbaus dessen vordere Schmalseite zunehmend in Richtung Straßenmitte geriet, sodass die Überdeckung solange zunahm bis die Längsachse des Betonmischers dieselbe Richtung aufwies wie die Schmalseite des Anhängeraufbaus.

In rechtlicher Hinsicht erachtete das Erstgericht den Unfall für den Lenker des Betonmischers als unabwendbares Ereignis gemäß § 9 Abs 1 EKHG, da auch keiner der Fälle der Haftung für außergewöhnliche Betriebsgefahr nach § 9 Abs 2 EKHG vorliege. Ein Verschulden des Lenkers des LKW-Zugs sei nicht gegeben. Der Erstbeklagte habe aber den Entlastungsbeweis nach § 9 EKHG nicht erbracht, weil bei einer Fahrlinie ganz nahe der Gehsteigkante ein besonders sorgfältiger Lenker mit Beeinträchtigungen wie etwa Reifenschäden mit Schleudergefahr oder Verreißen der Lenkung beim Anstoßen an den Randstein rechnen müsse. Aber auch bei Bejahung der Einhaltung der gebotenen Sorgfalt hafteten die Beklagten, weil die Schleuderbewegung des Anhängers jedenfalls eine außergewöhnliche Betriebsgefahr darstelle, die durch einen Dritten, nämlich andere Straßenbenützer, die den Kanaldeckel verschoben hätten, ausgelöst worden sei.

Das Berufungsgericht erachtete es als nicht erforderlich, auf die Ausführungen in der Rechtsrüge näher einzugehen, weil schon aus anderen Erwägungen der Unfall für den Lenker des LKW-Zugs kein unabwendbares Ereignis dargestellt habe. Die Haftung nach § 9 Abs 1 EKHG sei ausgeschlossen, wenn der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht worden sei. Unabwendbar sei ein Ereignis nur dann, wenn es trotz aller erdenklicher Sachkunde und Vorsicht nicht abgewendet werden könne, wenn sich also in der dem Halter zurechenbaren Sphäre keinerlei Mangel im Sinne des § 9 Abs 1 und 2 EKHG ergebe. Dies bedeute, dass in jedem Falle der Halter nachzuweisen habe, der Lenker habe die äußerste, nach den Umständen des Falles mögliche Sorgfalt eingehalten (Koziol, Haftpflichtrecht II, 457; 2 Ob 46/81). Diese sei dann beobachtet, wenn der Fahrzeuglenker eine besonders überlegene Aufmerksamkeit, Geistesgegenwart und Umsicht gezeigt habe (JBl 1972, 150; ZVR 1974, 190; ZVR 1980, 105 ua). Bleibe ungeklärt, ob ein im Rahmen des § 9 EKHG zu berücksichtigender Umstand für die Entstehung des Unfalls ursächlich war, bestünden also Zweifel darüber, ob der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht wurde, so gehe dies zu Lasten des Halters (ZVR 1970, 91; 1971, 179; 1978, 304 ua). Bei mehreren möglichen Versionen des Unfallsgeschehens sei im Zweifel wegen dieser den Halter treffenden Beweislast von der für den Kläger günstigeren Möglichkeit auszugehen (ZVR 1978, 232 ua). Im vorliegenden Fall sei der Unfall durch das Aufstellen des in die Fahrbahn hineinragenden Kanaldeckels verursacht worden. Das Hereinragen sei bei einem Ausmaß bis 2 cm nicht, darüber hinaus aber wohl erkennbar gewesen. Ein derartiges weiteres Hereinragen und damit die Wahrnehmbarkeit habe nach den Feststellungen nicht ausgeschlossen werden können. Bei der für die Annahme eines unabwendbaren Ereignisses erforderlichen Sorgfalt wäre bei einem wahrnehmbaren Herausragen des Kanaldeckels und der damit sichtbaren Kippposition ein so nahes Heranfahren des LKW-Zugs an den Gehsteig nicht mehr zulässig und damit der Unfall vermeidbar gewesen. Auch wenn sich der Kraftfahrer nicht auf den konkreten Unfallsablauf habe einstellen müssen, so hätte er doch einen Anstoß an den Kanaldeckel vermeiden müssen, weil nicht nur bei einem Kippen, sondern auch bei einem Überfahren eine Instabilität des Anhängers und damit eine Gefahrenquelle für andere habe eintreten können. Schon aus diesen Gründen liege ein unabwendbares Ereignis für den Lenker des Beklagtenfahrzeugs nicht vor. Dem Erstgericht sei auch zuzustimmen, dass die Schleuderbewegung, die der Anhänger nach links vollführt habe, eine außergewöhnliche Betriebsgefahr darstelle. Koziol, Haftpflichtrecht II, 458, bejahe unter Ablehnung der Auffassung Klugs (ÖJZ 1965, 233 f), dass für außergewöhnliche Betriebsgefahr auch gehaftet werde, wenn diese nicht durch ein Tier oder einen nicht beim Betrieb tätigen Dritten ausgelöst wurde, sondern einen Fall höherer Gewalt darstelle. Das Berufungsgericht schließe sich der hier geäußerten Lehrmeinung an, sodass eine Haftungsbefreiung für die Beklagten auch aufgrund der außergewöhnlichen Betriebsgefahr, auf die der Unfall zurückzuführen gewesen sei, nicht in Betracht komme.

Demgegenüber beharren die Beklagten in ihrer Revision auf dem Standpunkt, im gegenständlichen Fall sei für den Lenker des LKW-Zugs ein unabwendbares Ereignis iSd § 9 EKHG vorgelegen. Sie wenden sich aber auch gegen die Ansicht der Vorinstanzen, das plötzliche Versetzen des Anhängers habe eine außergewöhnliche Betriebsgefahr dargestellt; die vom LKW-Zug eingehaltene Geschwindigkeit von 40 km/h müsse als so gering angesehen werden, dass sie zur Annahme einer außergewöhnlichen Betriebsgefahr nicht ausreiche. Die Revisionswebrer verkennen dabei das Wesen der außergewöhnlichen Betriebsgefahr iSd § 9 Abs 2 EKHG und die mit deren Vorliegen verbundenen Rechtsfolgen. Eine außergewöhnliche Betriebsgefahr ist nach ständiger Rechtsprechung dann anzunehmen, wenn die Gefahren, die regelmäßig und notwendig mit dem Betrieb eines Kraftfahrzeugs verbunden sind, durch das Hinzutreten besonderer nicht schon im normalen Betrieb gelegener Umstände vergrößert werden (ZVR 1979/139; 2 Ob 172/82 ua). Als solche durch die gewöhnliche Betriebsgefahr hervorgerufene besondere Gefahrensituationen wurden etwa das Verreißen eines Fahrzeugs (8 Ob 7/81, ZVR 1983/1), allenfalls im Zusammenhang mit der Vornahme einer Notbremsung (ZVR 1978/326; ZVR 1982/280; ZVR 1983/202) oder einem Schleudern des Fahrzeugs (8 Ob 294/81) angesehen. Dies muss aber auch für das Ausbrechen eines Fahrzeugs oder – wie hier – eines Anhängers gelten, wodurch ebenfalls eine besondere Gefahrensituation herbeigeführt wird, die ein so starkes Zurechnungsmoment bildet, dass sie gegenüber dem sie auslösenden Ereignis als Schadensursache verselbständigt wird (vgl EB zur RV des EKHG in Veit-Veit, EKHG4, 135, FN 1 zu § 9; ZVR 1975/273; ZVR 1977/45; ZVR 1978/326 ua).

In ihrer Rechtsrüge vertreten die Beklagten schließlich noch die Meinung, der Erstbeklagte hafte für die vom LKW-Zug ausgegangene außergewöhnliche Betriebsgefahr nicht, weil aus § 9 EKHG klar hervorgehe, dass das Verhalten des Tieres oder des nicht beim Betrieb tätigen Dritten dem Schadenseintritt unmittelbar vorangehen müsste. ein unmittelbares Verhalten eines Dritten liege hier aber nicht vor, weil zwischen dem Verschieben des Kanaldeckels – wollte man dieses auf ein Verhalten eines Dritten zurückführen – und dem Versetzen des Anhängers kein unmittelbarer Zusammenhang iSd § 9 EKHG bestehe. Auch diesen Ausführungen kann nicht gefolgt werden.

Nach § 9 Abs 2 EKHG haftet der Halter für die Folgen eines durch einen außenstehenden Dritten oder ein Tier und – nach Koziol (Haftpflichtrecht II² 559), und der ihm folgenden Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom 17. Mai 1983, 2 Ob 172/82, entgegen der von Klug, die Haftbefreiungsgründe des § 9 EKHG, ÖJZ 1965, 233 f vertretenen Ansicht – auch durch höhere Gewalt herbeigeführten Unfalls, wenn der Unfall unmittelbar auf die durch diese Ereignisse ausgelöste außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen ist. Voraussetzung für das Platzgreifen einer Gefährdungshaftung trotz Unabwendbarkeit des Ereignisses ist somit, dass der Unfall unmittelbar auf die außergewöhnliche Betriebsgefahr zurückzuführen ist, die durch die genannten Ereignisse (außenstehender Dritter, Tier oder höhere Gewalt) ausgelöst wurde; der unmittelbare Zusammenhang muss daher zwischen der außergewöhnlichen Betriebsgefahr und dem Unfallsereignis und nicht zwischen dem Verhalten des Dritten, des Tieres oder als höhere Gewalt anzusehenden Ereignis und dem Unfall bestehen. Liegt aber eine außergewöhnliche Betriebsgefahr vor, die iSd letzten Hablsatzes des § 9 Abs 2 EKHG als Schadensursache verselbständigt wird, so kommt – entgegen der Ansicht der Revisionswerber – ein Haftungsauschluss iSd § 9 Abs 1 EKHG nicht mehr in Betracht, selbst wenn der Lenker des LKW-Zugs jede nach den Umständen des Falls gebotene Sorgfalt beobachtet hätte (ZVG 1978/326; ZVR 1980/280 ua).

Die Vorinstanzen haben somit zu Recht die Voraussetzungen einer Gefährdungshaftung des Erstbeklagten als Halter des LKW-Zugs und damit auch einer Haftung der Zweitbeklagten als Haftpflichtversicherer (§ 63 KFG 1967) für die Folgen aus dem gegenständlichen Unfall als gegeben angenommen.

Der Revision konnte daher kein Erfolg beschieden sein.

Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsverfahrens beruht auf den §§ 41 und 50 ZPO.

Textnummer

E122508

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1985:0080OB00024.840.0117.000

Im RIS seit

29.08.2018

Zuletzt aktualisiert am

29.08.2018

Dokumentnummer

JJT_19850117_OGH0002_0080OB00024_8400000_000