Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 1Ob5/54 3Ob545/82 5Ob52...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0038169

Geschäftszahl

1Ob5/54; 3Ob545/82; 5Ob521/82; 5Ob557/81; 9Os121/84; 3Ob562/84; 8Ob652/87; 1Ob651/90; 7Ob355/97z; 6Ob55/99b

Entscheidungsdatum

20.01.1954

Norm

ABGB §1299 B
ABGB §1311 Ib
KAG §8 Abs3

Rechtssatz

Ärztliche Eingriffe dürfen nur mit Zustimmung des Patienten vorgenommen werden. Unter besonderen Umständen sind aber Ausnahmen von diesem Grundsatz anzuerkennen. Im Falle eines ohne Zustimmung vorgenommenen Eingriffes haftet der Arzt auch für den zufällig bei sachgemäß vorgenommenem Eingriff eingetretenen Schaden.

Entscheidungstexte

  • 1 Ob 5/54
    Entscheidungstext OGH 20.01.1954 1 Ob 5/54
  • 3 Ob 545/82
    Entscheidungstext OGH 23.06.1982 3 Ob 545/82
    Beisatz: Außer die Behandlung ist so dringend notwendig, daß der mit der Einholung der Zustimmung verbundene Aufschub das Leben gefährden würde oder mit der Gefahr einer schweren Schädigung der Gesundheit verbunden wäre. (T1) Veröff: JBl 1983,373 (Holzer) = VersR 1983,744 = SZ 55/114
  • 5 Ob 521/82
    Entscheidungstext OGH 13.07.1982 5 Ob 521/82
    Beis wie T1; Beisatz: Ebenso bei unterlassener Aufklärung. (T2)
  • 5 Ob 557/81
    Entscheidungstext OGH 15.02.1983 5 Ob 557/81
    Beisatz: Unterlassene Aufklärung. (T3)
  • 9 Os 121/84
    Entscheidungstext OGH 11.09.1984 9 Os 121/84
    Vgl; Beisatz: § 8 Abs 3 KAG schreibt die Einholung einer von Willensmängeln freien Zustimmung der Patienten bzw seines gesetzlichen Vertreters für jeden der Heilbehandlung dienenden operativen Eingriff vor. Umso mehr bedarf es der Zustimmung der gesetzlichen Vertreter, wenn an einem Kleinkind außergewöhnliche, nicht der Heilbehandlung, sondern der Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse zur allfälligen Verbesserung der Behandlungsmethoden dienende Untersuchungen und Eingriffe vorgenommen werden sollen. (T4) Veröff: EvBl 1985/48 S 212 = SSt 55/59 = JBl 1985,304
  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    nur: Ärztliche Eingriffe dürfen nur mit Zustimmung des Patienten vorgenommen werden. (T5) Veröff: RdW 1985,272 = JBl 1985,548 = EvBl 1985/85 S 450 = SZ 57/207
  • 8 Ob 652/87
    Entscheidungstext OGH 21.10.1987 8 Ob 652/87
    nur T5; Beis wie T1; Veröff: EvBl 1988/85 S 403
  • 1 Ob 651/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 1 Ob 651/90
    Auch; Beis wie T3; Veröff: JBl 1991,455 = SZ 63/152
  • 7 Ob 355/97z
    Entscheidungstext OGH 11.11.1997 7 Ob 355/97z
    Vgl auch; Beisatz: § 273 Abs 1 ABGB gibt die Möglichkeit, daß die Einwilligung einer Person, die infolge einer psychischen Krankheit oder geistigen Behinderung nicht in der Lage ist, die Notwendigkeit der Vornahme einer Operation und die Bedeutung ihrer Verweigerung frei zu beurteilen, durch die Bestellung eines (einstweiligen) Sachwalters substituiert werden kann (EvBl 1988/85). (T6) Veröff: SZ 70/235
  • 6 Ob 55/99b
    Entscheidungstext OGH 22.04.1999 6 Ob 55/99b
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T6

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1954:RS0038169

Dokumentnummer

JJR_19540120_OGH0002_0010OB00005_5400000_001

Rechtssatz für 2Ob61/63 2Ob318/64 2Ob2...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0039037

Geschäftszahl

2Ob61/63; 2Ob318/64; 2Ob223/67; 6Ob273/70; 2Ob185/75 (2Ob186/75); 7Ob191/75; 7Ob248/75; 7Ob837/76; 7Ob43/83; 3Ob562/84; 3Ob1530/86; 1Ob610/88; 2Ob70/88; 7Ob548/89; 2Ob55/89; 3Ob161/97s; 3Ob81/01k; 6Ob187/05a; 2Ob181/11y; 2Ob212/13k; 1Ob31/15p; 2Ob18/18p; 6Ob117/20d

Entscheidungsdatum

25.04.1963

Norm

ZPO §228 D
ZPO §393 Abs1

Rechtssatz

Wird nur ein Feststellungsbegehren gestellt, dann ist die Fällung eines Zwischenurteiles schon begrifflich ausgeschlossen. In einem solchen Fall liegen die gesetzlichen Voraussetzungen für die Fällung eines Zwischenurteils nicht vor.

Entscheidungstexte

  • 2 Ob 61/63
    Entscheidungstext OGH 25.04.1963 2 Ob 61/63
  • 2 Ob 318/64
    Entscheidungstext OGH 29.10.1964 2 Ob 318/64
  • 2 Ob 223/67
    Entscheidungstext OGH 21.09.1967 2 Ob 223/67
    Beisatz: Mit einem Leistungsbegehren verbundenes Feststellungsbegehren. (T1)
  • 6 Ob 273/70
    Entscheidungstext OGH 04.11.1970 6 Ob 273/70
    Beis wie T1
  • 2 Ob 185/75
    Entscheidungstext OGH 09.10.1975 2 Ob 185/75
    Beis wie T1
  • 7 Ob 191/75
    Entscheidungstext OGH 20.11.1975 7 Ob 191/75
    Beis wie T1; Veröff: VersR 1977,169
  • 7 Ob 248/75
    Entscheidungstext OGH 11.12.1975 7 Ob 248/75
  • 7 Ob 837/76
    Entscheidungstext OGH 17.03.1977 7 Ob 837/76
    Beis wie T1
  • 7 Ob 43/83
    Entscheidungstext OGH 07.07.1983 7 Ob 43/83
  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    Veröff: SZ 57/207 = EvBl 1985/85 S 450 = JBl 1985,548
  • 3 Ob 1530/86
    Entscheidungstext OGH 03.12.1986 3 Ob 1530/86
    Auch
  • 1 Ob 610/88
    Entscheidungstext OGH 19.07.1988 1 Ob 610/88
    Beis wie T1
  • 2 Ob 70/88
    Entscheidungstext OGH 22.11.1988 2 Ob 70/88
    Veröff: ZfRV 1989,294
  • 7 Ob 548/89
    Entscheidungstext OGH 06.04.1989 7 Ob 548/89
    nur: Wird nur ein Feststellungsbegehren gestellt, dann ist die Fällung eines Zwischenurteils schon begrifflich ausgeschlossen. (T2) Veröff: ZVR 1990/51 S 143
  • 2 Ob 55/89
    Entscheidungstext OGH 20.06.1989 2 Ob 55/89
  • 3 Ob 161/97s
    Entscheidungstext OGH 28.06.1999 3 Ob 161/97s
    nur T2
  • 3 Ob 81/01k
    Entscheidungstext OGH 20.11.2001 3 Ob 81/01k
    Vgl aber; Beisatz: Nicht nur bei Leistungsklagen, sondern auch bei positiven und negativen Feststellungsklagen ist, wenn das Begehren auf Geld oder vertretbare Sachen geregelt ist, bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen des § 393 Abs 1 EO die Fällung eines Zwischenurteiles zulässig (Oppositionsklage). (T3)
  • 6 Ob 187/05a
    Entscheidungstext OGH 06.10.2005 6 Ob 187/05a
    Auch; Beisatz: Bei Feststellungsbegehren über die Haftung für künftige Schäden darf kein Zwischenurteil über den Grund des Anspruchs gefällt werden, weil für die Bejahung des Anspruchsgrundes alle Anspruchsvoraussetzungen feststehen müssen, dann aber schon eine Endentscheidung über den Feststellungsanspruch gefällt werden kann. Entweder das Feststellungsbegehren besteht zu Recht, weil mit künftigen Schäden zu rechnen ist, dann kann ihm schon jetzt stattgegeben werden, oder künftige Schäden sind auszuschließen, dann ist es zur Gänze schon jetzt abzuweisen. (T4)
  • 2 Ob 181/11y
    Entscheidungstext OGH 07.08.2012 2 Ob 181/11y
    Auch
  • 2 Ob 212/13k
    Entscheidungstext OGH 09.07.2014 2 Ob 212/13k
    Beisatz: Schadenersatzrechtliches Feststellungsbegehren. (T5)
  • 1 Ob 31/15p
    Entscheidungstext OGH 19.03.2015 1 Ob 31/15p
    Auch
  • 2 Ob 18/18p
    Entscheidungstext OGH 25.04.2018 2 Ob 18/18p
    Auch; nur T2; Veröff: SZ 2018/30
  • 6 Ob 117/20d
    Entscheidungstext OGH 17.12.2020 6 Ob 117/20d
    Vgl

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1963:RS0039037

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.02.2021

Dokumentnummer

JJR_19630425_OGH0002_0020OB00061_6300000_001

Rechtssatz für 3Ob545/82 5Ob521/82 3Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0026437

Geschäftszahl

3Ob545/82; 5Ob521/82; 3Ob562/84; 6Ob683/84; 8Ob646/92; 10Ob503/93; 6Ob502/95; 2Ob505/96; 6Ob2211/96g; 9Ob76/06a; 3Ob11/08a; 4Ob87/08k; 4Ob203/09w; 5Ob9/11a

Entscheidungsdatum

23.06.1982

Norm

ABGB §1299 B

Rechtssatz

Es lassen sich keine allgemeinen Richtlinien darüber aufstellen, ab welchem Häufigkeitsgrad eines Operationsrisikos aufgeklärt werden muss. Es kommt vor allem darauf an, ob die nach allgemeiner Erfahrung nicht geradezu ganz seltenen Risken lebensbedrohend sind oder wichtige Körperfunktionen betreffen und ob sie angesichts der mit Unterlassung des geplanten Eingriffes auf jeden Fall verbundenen Fortdauer der bisherigen Krankheitsfolgen von einem solchen Gewicht sind, dass ein vernünftiger Patient ernsthaft in seine Überlegungen einbeziehen muss, ob er lieber mit den bisherigen Beschwerden weiterleben möchte oder aber die gute Chance einer Heilung mit den demgegenüber viel kleineren Gefahren erkauft.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 545/82
    Entscheidungstext OGH 23.06.1982 3 Ob 545/82
    Veröff: SZ 55/114 = JBl 1983,373 (Holzer) = VersR 1983,744
  • 5 Ob 521/82
    Entscheidungstext OGH 13.07.1982 5 Ob 521/82
  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    Auch; nur: Es lassen sich keine allgemeinen Richtlinien darüber aufstellen, ab welchem Häufigkeitsgrad eines Operationsrisikos aufgeklärt werden muss. (T1) Beisatz: Es darf nicht nur auf allgemein statistische Werte abgestellt werden, sondern es kommt auf die konkreten Verhältnisse in der jeweiligen Klinik an, wenn es sich dabei etwa um ein bei Herzoperationen der betreffenden Art besonders erfolgreiches Krankenhaus handeln sollte. (T2) Veröff: SZ 57/207 = EvBl 1985/85 S 450 = RdW 1985,272 = JBl 1985,548
  • 6 Ob 683/84
    Entscheidungstext OGH 23.01.1986 6 Ob 683/84
    Auch; Beisatz: Es spielt eine Rolle, ob der Eingriff von vitaler Bedeutung für den Patienten ist oder ob, wenn der Eingriff nicht dringend geboten ist, ein verständiger Patient bei Abwägung der Umstände auch angesichts eines möglicherweise entfernten Risikos von der Durchführung des Eingriffes Abstand nehmen würde. (T3) Veröff: SZ 59/18 = EvBl 1987/31 S 145
  • 8 Ob 646/92
    Entscheidungstext OGH 12.11.1992 8 Ob 646/92
    Auch; Beis wie T3
  • 10 Ob 503/93
    Entscheidungstext OGH 07.09.1993 10 Ob 503/93
    nur: Es kommt vor allem darauf an, ob die nach allgemeiner Erfahrung nicht geradezu ganz seltenen Risken lebensbedrohend sind oder wichtige Körperfunktionen betreffen und ob sie angesichts der mit Unterlassung des geplanten Eingriffes auf jeden Fall verbundenen Fortdauer der bisherigen Krankheitsfolgen von einem solchen Gewicht sind, dass ein vernünftiger Patient ernsthaft in seine Überlegungen einbeziehen muss, ob er lieber mit den bisherigen Beschwerden weiterleben möchte oder aber die gute Chance einer Heilung mit den demgegenüber viel kleineren Gefahren erkauft. (T4)
  • 6 Ob 502/95
    Entscheidungstext OGH 26.01.1995 6 Ob 502/95
    nur T4
  • 2 Ob 505/96
    Entscheidungstext OGH 11.01.1996 2 Ob 505/96
    Auch; nur T1; Beis wie T2 nur: Es darf nicht nur auf allgemein statistische Werte abgestellt werden. (T5); Beisatz: Die Aufklärungspflicht erfällt nicht schon bei einer Risikodichte im Promillebereich. (T6)
  • 6 Ob 2211/96g
    Entscheidungstext OGH 24.10.1996 6 Ob 2211/96g
    nur T1; Beisatz: Es kommt immer auf die Umstände des Einzelfalles an. (T7)
  • 9 Ob 76/06a
    Entscheidungstext OGH 27.09.2006 9 Ob 76/06a
    nur T1
  • 3 Ob 11/08a
    Entscheidungstext OGH 10.04.2008 3 Ob 11/08a
    Auch; Beis wie T5; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Risiko von 0,2 % bis 0,4 % einer intraoperativen Wachheit während einer Vollnarkose - Aufklärungspflicht bejaht. (T8)
  • 4 Ob 87/08k
    Entscheidungstext OGH 10.06.2008 4 Ob 87/08k
    Auch; Beis wie T6; Veröff: SZ 2008/82
  • 4 Ob 203/09w
    Entscheidungstext OGH 23.02.2010 4 Ob 203/09w
    Vgl; nur T1; Beis wie T7
  • 5 Ob 9/11a
    Entscheidungstext OGH 09.02.2011 5 Ob 9/11a
    Auch; nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0026437

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

22.11.2011

Dokumentnummer

JJR_19820623_OGH0002_0030OB00545_8200000_003

Rechtssatz für 3Ob545/82 5Ob521/82 5Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0026499

Geschäftszahl

3Ob545/82; 5Ob521/82; 5Ob557/81; 3Ob562/84; 6Ob683/84; 3Ob645/86; 1Ob713/88; 8Ob535/89; 1Ob651/90; 8Ob620/91; 8Ob628/92; 6Ob629/92; 4Ob505/96; 10Ob2350/96b; 3Ob123/99f; 8Ob33/01p; 7Ob233/00s; 8Ob103/01g; 3Ob130/01s; 7Ob223/03z; 7Ob15/04p; 8Ob140/06f; 7Ob21/07z; 4Ob87/08k; 5Ob290/08w; 6Ob122/07w; 5Ob9/11a; 7Ob64/11d; 1Ob9/11x; 1Ob215/11s; 7Ob228/11x; 9Ob52/12f; 2Ob43/12f; 4Ob241/12p; 3Ob94/14s; 6Ob214/14k; 10Ob40/15b; 1Ob138/16z; 9Ob49/17x; 9Ob72/17d; 5Ob75/18t; 5Ob179/19p; 5Ob28/21k

Entscheidungsdatum

23.06.1982

Norm

ABGB §1299 B

Rechtssatz

Eine Einwilligung kann vom Patienten nur dann wirksam abgegeben werden, wenn er über die Bedeutung des vorgesehenen ärztlichen Eingriffes und seine möglichen Folgen hinreichend aufgeklärt wurde (so schon EvBl 1965/217 ua).

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 545/82
    Entscheidungstext OGH 23.06.1982 3 Ob 545/82
    Veröff: SZ 55/114 = VersR 1983,744 = JBl 1983,373 (Holzer)
  • 5 Ob 521/82
    Entscheidungstext OGH 13.07.1982 5 Ob 521/82
  • 5 Ob 557/81
    Entscheidungstext OGH 15.02.1983 5 Ob 557/81
  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    Vgl auch; Beisatz: Wenn gar kein Gespräch geführt wurde, sondern sich der Chirurg mit der rein im bürokratischen Weg eingeholten nackten Zustimmungserklärung der Eltern des minderjährigen Patienten begnügt, dann ist nicht der Beweis erbracht, dass den Arzt trotz Unterlassung jeglicher Aufklärung kein Verschulden trifft. (T1)
    Veröff: SZ 57/207 = EvBl 1985/85 S 450 = RdW 1985,272 = JBl 1985,548
  • 6 Ob 683/84
    Entscheidungstext OGH 23.01.1986 6 Ob 683/84
    Auch; Veröff: SZ 59/18 = EvBl 1987/31 S 145
  • 3 Ob 645/86
    Entscheidungstext OGH 01.04.1987 3 Ob 645/86
    Beisatz: Auf die typischen Risiken einer Operation ist besonders hinzuweisen, wobei es auf eine in Prozenten auszudrückende (geringe) Wahrscheinlichkeit nicht ankommt. (T2)
  • 1 Ob 713/88
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 1 Ob 713/88
    Veröff: SZ 62/18
  • 8 Ob 535/89
    Entscheidungstext OGH 21.09.1989 8 Ob 535/89
    Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 62/154 = JBl 1990,459 = VersR 1990,879
  • 1 Ob 651/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 1 Ob 651/90
    Veröff: SZ 63/152 = JBl 1991,455
  • 8 Ob 620/91
    Entscheidungstext OGH 18.10.1991 8 Ob 620/91
    Auch; Beis wie T2
  • 8 Ob 628/92
    Entscheidungstext OGH 12.11.1992 8 Ob 628/92
    Veröff: RdM 1994,28 (Kopetzki)
  • 6 Ob 629/92
    Entscheidungstext OGH 25.02.1993 6 Ob 629/92
    Auch
  • 4 Ob 505/96
    Entscheidungstext OGH 30.01.1996 4 Ob 505/96
    Beis wie T2; Beisatz: Zur Erfüllung der ärztlichen Aufklärungspflicht genügt es nicht, im bürokratischen Weg eine Zustimmungserklärung zum operativen Eingriff einzuholen; vielmehr kann das unmittelbare persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch durch nichts ersetzt werden. (T3)
  • 10 Ob 2350/96b
    Entscheidungstext OGH 03.09.1996 10 Ob 2350/96b
    Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 69/199
  • 3 Ob 123/99f
    Entscheidungstext OGH 15.09.1999 3 Ob 123/99f
    Auch; Beisatz: Bei Fehlen eines Aufklärungsgespräches tritt (daher) eine umfassende Haftung für die negativen Behandlungsfolgen ein, auch wenn im Tatsachenbereich weiter Zweifel bestehen, ob über das besonders seltene Risiko, das sich im konkreten Fall verwirklicht hatte, überhaupt Aufklärung erforderlich gewesen wäre. (T4)
  • 8 Ob 33/01p
    Entscheidungstext OGH 08.03.2001 8 Ob 33/01p
  • 7 Ob 233/00s
    Entscheidungstext OGH 28.02.2001 7 Ob 233/00s
    Beis ähnlich wie T1; Beis wie T3
  • 8 Ob 103/01g
    Entscheidungstext OGH 10.05.2001 8 Ob 103/01g
  • 3 Ob 130/01s
    Entscheidungstext OGH 09.10.2001 3 Ob 130/01s
    Auch; Beisatz: Eine vom Kranken auf Grund unrichtiger oder unvollständiger Belehrung durch den Arzt erteilte Einwilligung ist unwirksam. (T5)
  • 7 Ob 223/03z
    Entscheidungstext OGH 15.10.2003 7 Ob 223/03z
  • 7 Ob 15/04p
    Entscheidungstext OGH 13.02.2004 7 Ob 15/04p
  • 8 Ob 140/06f
    Entscheidungstext OGH 22.02.2007 8 Ob 140/06f
    Auch; Beisatz: Die wesentliche Bedeutung der ärztlichen Aufklärung liegt darin, den Patienten in die Lage zu versetzen, die Tragweite seiner Erklärung abzuschätzen. (T6)
  • 7 Ob 21/07z
    Entscheidungstext OGH 28.03.2007 7 Ob 21/07z
    Beisatz: Hier: Verletzung der Aufklärungspflicht des Arztes über Risken, die nur im Falle einer körperlichen Anomalie eintreten und die Anomalie weder präoperativ noch während der Operation rechtzeitig erkannt werden kann, bejaht, da die Operation nicht dringend geboten war. (T7)
  • 4 Ob 87/08k
    Entscheidungstext OGH 10.06.2008 4 Ob 87/08k
    Auch; Beis wie T6; Beisatz: Damit die ärztliche Aufklärung ihren Zweck erreichen kann, muss sich deren Umfang nach den persönlichen Verhältnissen des jeweiligen Aufklärungsadressaten richten. (T8)
    Veröff: SZ 2008/82
  • 5 Ob 290/08w
    Entscheidungstext OGH 27.01.2009 5 Ob 290/08w
    Beis wie T6; Beisatz: Nach dem Zweck der Aufklärungspflicht versteht sich von selbst, dass sie auch die Darstellung der Schwere des Risikos umfasst, was gleichbedeutend ist mit einer Darstellung der Art der Gesundheitsbeeinträchtigung, die aus dem verwirklichten Risiko resultieren kann. (T9)
  • 6 Ob 122/07w
    Entscheidungstext OGH 27.02.2009 6 Ob 122/07w
  • 5 Ob 9/11a
    Entscheidungstext OGH 09.02.2011 5 Ob 9/11a
  • 7 Ob 64/11d
    Entscheidungstext OGH 27.04.2011 7 Ob 64/11d
  • 1 Ob 9/11x
    Entscheidungstext OGH 31.03.2011 1 Ob 9/11x
    Auch; Beis wie T6
  • 1 Ob 215/11s
    Entscheidungstext OGH 24.11.2011 1 Ob 215/11s
  • 7 Ob 228/11x
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 7 Ob 228/11x
    Auch; Beisatz: Wollte man nicht nur die Aufklärung über typische Operationsrisiken, deren Wahrscheinlichkeit nur bei 0,05 % bis 0,1 % liegt, verlangen, sondern jeweils auch Hinweise auf typische Komplikationen bei Verwirklichung solcher Risiken fordern, würde dies die Aufklärungspflicht in unvertretbarer Weise ausdehnen. Den Patienten müsste oftmals eine derartige Fülle von Informationen gegeben werden, dass ihnen eine Einschätzung der Lage nicht ermöglicht, sondern erschwert würde. (T10)
  • 9 Ob 52/12f
    Entscheidungstext OGH 17.12.2012 9 Ob 52/12f
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Aufklärungspflicht hinsichtlich prophylaktischer Maßnahmen zur Vermeidung oder Senkung eines Operationsrisikos. (T11)
  • 2 Ob 43/12f
    Entscheidungstext OGH 29.11.2012 2 Ob 43/12f
  • 4 Ob 241/12p
    Entscheidungstext OGH 12.02.2013 4 Ob 241/12p
    Vgl auch; Beis wie T6
  • 3 Ob 94/14s
    Entscheidungstext OGH 25.06.2014 3 Ob 94/14s
    Beisatz: Der Patient wurde darüber aufgeklärt, dass es bei der in Aussicht genommenen Operation zu einer Milzverletzung, allenfalls auch zu einem Totalverlust der Milz kommen könne. Eine weitere Aufklärungspflicht darüber, welche Folgen die Entfernung der Milz nach sich ziehen könne, wurde hier verneint. (T12)
  • 6 Ob 214/14k
    Entscheidungstext OGH 29.01.2015 6 Ob 214/14k
    Auch; Beis wie T6
  • 10 Ob 40/15b
    Entscheidungstext OGH 30.06.2015 10 Ob 40/15b
  • 1 Ob 138/16z
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 1 Ob 138/16z
    Beisatz: Hier: Aufklärungspflicht über das bei der „ Spirale “ behandlungstypische Risiko ihres „ Abwanderns “. (T13)
  • 9 Ob 49/17x
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 Ob 49/17x
    Beis ähnlich wie T6; Beisatz: Hier: Nichtarzt. (T14); Veröff: SZ 2017/108
  • 9 Ob 72/17d
    Entscheidungstext OGH 18.12.2017 9 Ob 72/17d
  • 5 Ob 75/18t
    Entscheidungstext OGH 18.07.2018 5 Ob 75/18t
    Auch; Beis wie T3
  • 5 Ob 179/19p
    Entscheidungstext OGH 18.12.2019 5 Ob 179/19p
  • 5 Ob 28/21k
    Entscheidungstext OGH 27.05.2021 5 Ob 28/21k

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0026499

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

12.07.2021

Dokumentnummer

JJR_19820623_OGH0002_0030OB00545_8200000_005

Rechtssatz für 3Ob545/82 3Ob562/84 1Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0026661

Geschäftszahl

3Ob545/82; 3Ob562/84; 1Ob9/11x; 1Ob215/11s

Entscheidungsdatum

23.06.1982

Norm

ABGB §1299 B

Rechtssatz

Den Arzt, der den ärztlichen Eingriff vornimmt, trifft jedenfalls eine Pflicht zur Vergewisserung darüber, ob und inwieweit die Aufklärung schon durch den überweisenden praktischen Arzt oder durch die zu Voruntersuchungen beigezogenen sonstigen Fachärzte vorgenommen wurde.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 545/82
    Entscheidungstext OGH 23.06.1982 3 Ob 545/82
    Veröff: SZ 55/114 = JBl 1983,373 (zustimmend Holzer) = VersR 1983,744
  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    Vgl auch; Veröff: SZ 57/207 = EvBl 1985/85 S 450 = RdW 1985,272 = JBl 1985,548
  • 1 Ob 9/11x
    Entscheidungstext OGH 31.03.2011 1 Ob 9/11x
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Sachkundige Patientin. (T1)
  • 1 Ob 215/11s
    Entscheidungstext OGH 24.11.2011 1 Ob 215/11s

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1982:RS0026661

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

19.12.2011

Dokumentnummer

JJR_19820623_OGH0002_0030OB00545_8200000_007

Rechtssatz für 6Ob754/83 3Ob562/84

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0048685

Geschäftszahl

6Ob754/83; 3Ob562/84

Entscheidungsdatum

03.11.1983

Norm

ABGB §176 Abs1 B
KAG §8 Abs3

Rechtssatz

Die Befugnis (und Verpflichtung) im Sinne des § 176 Abs 1 letzter Satz ABGB ist dem Pflegschaftsgericht auch bei der Verweigerung der Einwilligung zur Vornahme operativer Eingriffe bei Minderjährigen oder Pflegebefohlenen übertragen.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 754/83
    Entscheidungstext OGH 03.11.1983 6 Ob 754/83
  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    Vgl auch; Beisatz: Verweigern die Eltern des minderjährigen Patienten nach entsprechender Aufklärung die Zustimmung zur Operation entgegen eindeutiger therapeutischer Situation und gefährden sie damit vielleicht sein Wohl, so steht den behandelnden Ärzten die Anrufung des Gerichtes gemäß § 176 Abs 1 ABGB offen. (T1) Veröff: SZ 57/207 = JBl 1985,548 = EvBl 1985/85 S 450 = RdW 1985,272

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1983:RS0048685

Dokumentnummer

JJR_19831103_OGH0002_0060OB00754_8300000_002

Rechtssatz für 3Ob562/84

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0026652

Geschäftszahl

3Ob562/84

Entscheidungsdatum

19.12.1984

Norm

ABGB §1299 B

Rechtssatz

Bei einer schweren Operation (hier: Herzoperation) ist zu fordern, daß der Arzt einer solchen durch ein Gespräch mit dem Patienten bzw durch ein Gespräch auch mit den Eltern des minderjährigen Patienten herausfindet, wieweit eine Aufklärung über Operationsnebenwirkungen gewünscht und auch menschlich verkraftet werden kann. Erst nach einem solchen Gespräch könnte beurteilt werden, ob dem Arzt im Interesse der Heilung des Patienten eine weitere Aufklärung nicht mehr zugemutet werden könnte, ob es Anhaltspunkte für einen konkludenten Verzicht des Patienten (bzw der Eltern) auf weitere Aufklärung gibt und dergleichen mehr.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    Veröff: RdW 1985,272 = JBl 1985,548 = EvBl 1985/85 S 450 = SZ 57/207

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0026652

Dokumentnummer

JJR_19841219_OGH0002_0030OB00562_8400000_001

Rechtssatz für 3Ob562/84

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0038193

Geschäftszahl

3Ob562/84

Entscheidungsdatum

19.12.1984

Norm

ABGB §1299 B
KAG §8 Abs3

Rechtssatz

Wenn Hirnschäden wegen der Art der Operation, ihrer Dauer und der Notwendigkeit der Einschaltung einer Herz - Lungenmaschine an sich in einem zu vernachlässigenden Häufigkeitsgrad als geradezu typische Operationsfolge auftreten können, dann muß gefordert werden, daß der Patient vor einer Herzoperation einerseits auf die Gefährlichkeit der Herzoperation an sich, aber anderseits auch auf die zwar seltene, aber nie ganz auszuschließende Gefahr einer Hirnschädigung hingewiesen wird.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    Veröff: RdW 1985,272 = JBl 1985,548 = EvBl 1985/85 S 450 = SZ 57/207

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0038193

Dokumentnummer

JJR_19841219_OGH0002_0030OB00562_8400000_002

Rechtssatz für 3Ob562/84 8Ob535/89 7Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0038485

Geschäftszahl

3Ob562/84; 8Ob535/89; 7Ob8/90; 1Ob651/90; 6Ob558/91; 1Ob532/94; 4Ob509/95; 4Ob505/96; 10Ob2350/96b; 7Ob320/97b; 4Ob335/98p; 6Ob126/98t; 3Ob314/97s; 3Ob123/99f; 7Ob233/00s; 7Ob321/00g; 3Ob131/03s; 4Ob121/05f; 4Ob132/06z; 7Ob21/07z; 1Ob80/08h; 4Ob155/08k; 1Ob84/08x; 6Ob122/07w; 7Ob54/09f; 6Ob71/09y; 5Ob111/09y; 4Ob39/09b; 5Ob231/10x; 1Ob9/11x; 5Ob186/11f; 2Ob148/11w; 7Ob228/11x; 9Ob52/12f; 2Ob43/12f; 10Ob40/15b; 5Ob248/15d; 1Ob138/16z; 9Ob89/16b; 8Ob13/17w; 1Ob23/17i; 8Ob27/17d; 9Ob49/17x; 3Ob69/18w; 1Ob159/18s; 2Ob10/19p; 5Ob179/19p; 3Ob135/20d; 5Ob28/21k; 2Ob96/21p

Entscheidungsdatum

19.12.1984

Norm

ABGB §1299
KAG §8 Abs3

Rechtssatz

Für den Fall der Verletzung der Aufklärungspflicht trifft den Arzt beziehungsweise den für das Fehlverhalten ihrer Ärzte haftenden Krankenanstaltsträger die Beweislast dafür, ob der Patient, die Eltern eines minderjährigen Patienten oder das Pflegschaftsgericht auch bei ausreichender Aufklärung die Zustimmung zur Operation erteilt hätten.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    Veröff: SZ 57/207 = EvBl 1985/85 S 450 = RdW 1985,272 = JBl 1985,548
  • 8 Ob 535/89
    Entscheidungstext OGH 21.09.1989 8 Ob 535/89
    nur: Für den Fall der Verletzung der Aufklärungspflicht trifft den Arzt beziehungsweise den für das Fehlverhalten ihrer Ärzte haftenden Krankenanstaltsträger die Beweislast dafür, ob der Patient auch bei ausreichender Aufklärung die Zustimmung zur Operation erteilt hätte. (T1)
    Veröff: SZ 62/154 = JBl 1990,459 = VersR 1990,879
  • 7 Ob 8/90
    Entscheidungstext OGH 08.03.1990 7 Ob 8/90
    Ähnlich; Beisatz: Hier: Der rechtswidrig handelnde Täter hat dann für den Schaden nicht zu haften, wenn dieser auch bei rechtmäßigem Verhalten eingetreten wäre. Dieser Beweis obliegt aber dem Schädiger. (T2)
  • 1 Ob 651/90
    Entscheidungstext OGH 12.09.1990 1 Ob 651/90
    nur T1; Veröff: SZ 63/152 = JBl 1991,455
  • 6 Ob 558/91
    Entscheidungstext OGH 04.07.1991 6 Ob 558/91
    nur T1; Veröff: VersR 1992,1498 = EvBl 1993/3 = JBl 1992,520 (Apathy)
  • 1 Ob 532/94
    Entscheidungstext OGH 25.01.1994 1 Ob 532/94
    Beisatz: Bei diesem Nachvollzug einer höchstpersönlichen Entscheidung sind strenge Anforderungen zu stellen. (T3)
    Veröff: SZ 67/9
  • 4 Ob 509/95
    Entscheidungstext OGH 31.01.1995 4 Ob 509/95
    nur T1; Beisatz: Der Arzt beziehungsweise Krankenhausträger hat das Vorliegen eines die Rechtswidrigkeit des Eingriffes ausschließenden Rechtfertigungsgrundes zu behaupten und zu beweisen. (T4)
  • 4 Ob 505/96
    Entscheidungstext OGH 30.01.1996 4 Ob 505/96
    nur T1
  • 10 Ob 2350/96b
    Entscheidungstext OGH 03.09.1996 10 Ob 2350/96b
    nur T1; Beis wie T4; Veröff: SZ 69/199
  • 7 Ob 320/97b
    Entscheidungstext OGH 29.10.1997 7 Ob 320/97b
    Auch
  • 4 Ob 335/98p
    Entscheidungstext OGH 23.02.1999 4 Ob 335/98p
    Auch; Beis wie T2 nur: Der rechtswidrig handelnde Täter hat dann für den Schaden nicht zu haften, wenn dieser auch bei rechtmäßigem Verhalten eingetreten wäre. Dieser Beweis obliegt aber dem Schädiger. (T5)
  • 6 Ob 126/98t
    Entscheidungstext OGH 11.03.1999 6 Ob 126/98t
    nur T1; Beis wie T2; Beis wie T4; Beisatz: Die Beweislast eines non liquet liegt beim Arzt, auf dessen Aufklärungspflichtverstoß die Ungewissheit über den wahrscheinlichen Verlauf, das heißt die real nicht mehr reproduzierbare Willensbildung des Patienten ja schließlich zurückzuführen ist. (T6)
  • 3 Ob 314/97s
    Entscheidungstext OGH 30.03.1999 3 Ob 314/97s
  • 3 Ob 123/99f
    Entscheidungstext OGH 15.09.1999 3 Ob 123/99f
    Auch; Beisatz: Im Fall der Verletzung der Aufklärungspflicht trifft den Arzt die Beweislast dafür, dass der Patient auch bei ausreichender Aufklärung die Zustimmung zum Eingriff erteilt hätte. (T7)
  • 7 Ob 233/00s
    Entscheidungstext OGH 28.02.2001 7 Ob 233/00s
    nur T1; Beis wie T7
  • 7 Ob 321/00g
    Entscheidungstext OGH 17.05.2001 7 Ob 321/00g
    nur T1; Beis wie T7
  • 3 Ob 131/03s
    Entscheidungstext OGH 26.09.2003 3 Ob 131/03s
    nur T1; Beisatz: Im Fall der Unterlassung der gebotenen Aufklärung - hier: über die Person des Operateurs -, obliegt die Beweislast dafür, dass die körperlichen Schäden des Klägers auch bei einer Operation durch den von ihm gewünschten Operateur eingetreten wären, dem beklagten Krankenhausträger. (T8)
    Veröff: SZ 2003/112
  • 4 Ob 121/05f
    Entscheidungstext OGH 04.10.2005 4 Ob 121/05f
    Auch; Beisatz: Ist die Einwilligung deshalb fehlerhaft, weil sie sich auf einen anderen Arzt als den tatsächlichen Operateur bezieht, so trifft den Arzt (den beklagten Rechtsträger einer Krankenanstalt) die Beweislast dafür, dass der Patient auch dann in die Operation eingewilligt hätte, hätte er gewusst, dass ihn entgegen der (schlüssigen) Vereinbarung ein anderer Arzt operieren werde. (Ablehnend zu 3 Ob 131/03s) (T9)
    Veröff: SZ 2005/139
  • 4 Ob 132/06z
    Entscheidungstext OGH 28.09.2006 4 Ob 132/06z
  • 7 Ob 21/07z
    Entscheidungstext OGH 28.03.2007 7 Ob 21/07z
    nur T1
  • 1 Ob 80/08h
    Entscheidungstext OGH 16.09.2008 1 Ob 80/08h
    Auch; nur T1
  • 4 Ob 155/08k
    Entscheidungstext OGH 14.10.2008 4 Ob 155/08k
    Auch; Beis wie T6
  • 1 Ob 84/08x
    Entscheidungstext OGH 16.12.2008 1 Ob 84/08x
    Auch
  • 6 Ob 122/07w
    Entscheidungstext OGH 27.02.2009 6 Ob 122/07w
  • 7 Ob 54/09f
    Entscheidungstext OGH 30.03.2009 7 Ob 54/09f
    Auch
  • 6 Ob 71/09y
    Entscheidungstext OGH 14.05.2009 6 Ob 71/09y
    Beisatz: Nicht beweispflichtig ist die Klägerin nur für den Umstand, dass sie dem Eingriff bei ordentlicher Aufklärung nicht zugestimmt hätte; insofern trifft die Behauptungs- und Beweislast einer Einwilligung der Klägerin selbst im Falle einer vollständigen Aufklärung den Beklagten. (T10)
    Beisatz: Das ist systemkonform, handelt es sich dabei doch um den Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens (4 Ob 155/08k mwN). (T11)
  • 5 Ob 111/09y
    Entscheidungstext OGH 09.06.2009 5 Ob 111/09y
    nur T1; Beisatz: Auch die Beweislast eines non liquet liegt beim Arzt bzw Krankenhausträger. (T12)
  • 4 Ob 39/09b
    Entscheidungstext OGH 14.07.2009 4 Ob 39/09b
    Auch; Beisatz: Hier: Beweislast dafür, dass die Klägerin den Eingriff im Rahmen einer ambulanten anstelle einer stationären Behandlung hätte durchführen lassen. (T13)
  • 5 Ob 231/10x
    Entscheidungstext OGH 08.03.2011 5 Ob 231/10x
    nur T1
  • 1 Ob 9/11x
    Entscheidungstext OGH 31.03.2011 1 Ob 9/11x
    nur T1
  • 5 Ob 186/11f
    Entscheidungstext OGH 09.11.2011 5 Ob 186/11f
    Auch; nur auch T1
  • 2 Ob 148/11w
    Entscheidungstext OGH 29.11.2011 2 Ob 148/11w
    Auch; Auch Beis wie T5
  • 7 Ob 228/11x
    Entscheidungstext OGH 25.01.2012 7 Ob 228/11x
    Auch; Beisatz: Wollte man nicht nur die Aufklärung über typische Operationsrisiken, deren Wahrscheinlichkeit nur bei 0,05 % bis 0,1 % liegt, verlangen, sondern jeweils auch Hinweise auf typische Komplikationen bei Verwirklichung solcher Risiken fordern, würde dies die Aufklärungspflicht in unvertretbarer Weise ausdehnen. Den Patienten müsste oftmals eine derartige Fülle von Informationen gegeben werden, dass ihnen eine Einschätzung der Lage nicht ermöglicht, sondern erschwert würde. (T14)
  • 9 Ob 52/12f
    Entscheidungstext OGH 17.12.2012 9 Ob 52/12f
    Auch; Beis ähnlich wie T4
  • 2 Ob 43/12f
    Entscheidungstext OGH 29.11.2012 2 Ob 43/12f
    Auch; nur T1; Beis wie T7
  • 10 Ob 40/15b
    Entscheidungstext OGH 30.06.2015 10 Ob 40/15b
    Auch
  • 5 Ob 248/15d
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 5 Ob 248/15d
    Auch
  • 1 Ob 138/16z
    Entscheidungstext OGH 23.11.2016 1 Ob 138/16z
    Auch; Beis ähnlich wie T7; Beis ähnlich wie T10; Beisatz: Hier: Aufklärungspflicht über das bei der „ Spirale “ behandlungstypische Risiko ihres „ Abwanderns “. (T15)
  • 9 Ob 89/16b
    Entscheidungstext OGH 26.01.2017 9 Ob 89/16b
  • 8 Ob 13/17w
    Entscheidungstext OGH 22.02.2017 8 Ob 13/17w
    Auch; Beisatz: Ob der Patient bei ausreichender Aufklärung seine Zustimmung zum Eingriff erteilt hätte, ist eine Tatfrage. (T16)
  • 1 Ob 23/17i
    Entscheidungstext OGH 27.02.2017 1 Ob 23/17i
  • 8 Ob 27/17d
    Entscheidungstext OGH 28.03.2017 8 Ob 27/17d
    Auch; nur T1; Beis wie T16
  • 9 Ob 49/17x
    Entscheidungstext OGH 27.09.2017 9 Ob 49/17x
    Auch; Veröff: SZ 2017/108
  • 3 Ob 69/18w
    Entscheidungstext OGH 14.08.2018 3 Ob 69/18w
    Auch; Beis wie T16
  • 1 Ob 159/18s
    Entscheidungstext OGH 26.09.2018 1 Ob 159/18s
    Ähnlich; nur T1; Beis wie T16; Beisatz: Weiterer Feststellungen, wie etwa zum Verzicht auf die Einholung einer Zweitmeinung, bedarf es für den Beweis der Einwilligung bei ordnungsgemäßer Aufklärung nicht. (T17)
  • 2 Ob 10/19p
    Entscheidungstext OGH 26.02.2019 2 Ob 10/19p
    nur T1; Beis wie T16
  • 5 Ob 179/19p
    Entscheidungstext OGH 18.12.2019 5 Ob 179/19p
    nur T1
  • 3 Ob 135/20d
    Entscheidungstext OGH 20.01.2021 3 Ob 135/20d
    Beis wie T16
  • 5 Ob 28/21k
    Entscheidungstext OGH 27.05.2021 5 Ob 28/21k
  • 2 Ob 96/21p
    Entscheidungstext OGH 24.06.2021 2 Ob 96/21p
    nur T1

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0038485

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

09.09.2021

Dokumentnummer

JJR_19841219_OGH0002_0030OB00562_8400000_003

Rechtssatz für 3Ob562/84

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0065894

Geschäftszahl

3Ob562/84

Entscheidungsdatum

19.12.1984

Norm

KAG §8 Abs3

Rechtssatz

Nicht der Arzt, sondern der Patient soll entscheiden, ob er lieber die rein von der Wahrscheinlichkeit her gesehen größere Gefahr eines plötzlichen Herztodes bei Unterlassung der Operation oder eine zwar ungleich unwahrscheinlichere und nur höchst selten auftretende, für ihn persönlich aber vielleicht viel schwerwiegendere Hirnschädigung als Folge einer Herzoperation riskiert.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    Veröff: SZ 57/207 = EvBl 1985/85 S 450 = JBl 1985,548 = RdW 1985,272

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0065894

Dokumentnummer

JJR_19841219_OGH0002_0030OB00562_8400000_004

Rechtssatz für 3Ob562/84

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0065902

Geschäftszahl

3Ob562/84

Entscheidungsdatum

19.12.1984

Norm

KAG §8 Abs3

Rechtssatz

Ein sechzehn Jahre alter Patient ist schon in einem urteilsfähigen Alter und kann sein höchstpersönliches Recht auf Erteilung der Einwilligung der an ihm vorgesehenen Operation unter Umständen schon selbst ausüben. Bei einem schweren Eingriff (hier Operation am Herz) müssen aber jedenfalls auch die sorgeberechtigten Eltern zustimmen.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 562/84
    Entscheidungstext OGH 19.12.1984 3 Ob 562/84
    Veröff: SZ 57/207 = EvBl 1985/85 S 450 = JBl 1985,548 = RdW 1985,272

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0065902

Dokumentnummer

JJR_19841219_OGH0002_0030OB00562_8400000_005

Entscheidungstext 3Ob562/84

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

3Ob562/84

Entscheidungsdatum

19.12.1984

Norm

ABGB §1299
KAG §8 Abs3

Kopf

SZ 57/207

Spruch

Auf die Gefahr einer Hirnschädigung bei einer bevorstehenden Herzoperation sind der jugendliche Patient und seine Eltern in einem aufklärenden Gespräch aufmerksam zu machen, damit die Entscheidung über die Einwilligung zum ärztlichen Eingriff frei ist

OGH 19. 12. 1984, 3 Ob 562/84 (OLG Wien 11 R 17/84; LGZ Wien 22 Cg 78/81)

Text

Der am 14. 11. 1962 geborene Kläger wurde am 28. 9. 1978 im Allgemeinen Krankenhaus der beklagten Stadt Wien auf der II. Chirurgischen Universitätsklinik wegen eines vorhandenen Herzleidens (Aortenklappenstenose) am Herz operiert. Die Eltern des Klägers stimmten der Operation durch Unterfertigung eines Revers zu. Seit dem Abschluß der Operation leidet der Kläger an einem schweren Hirnschaden (apallisches Syndrom).

Der Kläger behauptet, dieser Hirnschaden sei durch einen Kunstfehler verursacht worden. Falls es sich um eine unvermeidbare Operationsfolge handeln sollte, hafte die beklagte Partei aber dennoch für den beim Kläger eingetretenen Hirnschaden, weil die behandelnden Ärzte weder die Eltern des Klägers noch diesen selbst über diese schwerwiegende Operationsgefahr aufgeklärt hätten. Der Kläger begehrte ein Schmerzengeld von 500 000 S sA und die Feststellung der Haftung der beklagen Partei für künftige Schäden.

Die beklagte Partei beantragte die Abweisung des Klagebegehrens. Sie bestritt ihre passive Klagslegitimation, weil die Operation im Bereich der vom Bund betriebenen Universitätsklinik durchgeführt worden sei. Ein Kunstfehler sei nicht unterlaufen. Es stehe auch nicht fest, worauf der Hirnschaden überhaupt zurückzuführen sei. Im übrigen handle es sich um einen so unvorhersehbaren Fall, daß keine Aufklärungspflicht bestanden habe.

Die Vorinstanzen trafen im wesentlichen folgende Tatsachenfeststellungen: Der Kläger war bis zu seinem 7. Lebensjahr gesund, dann setzten Herzbeschwerden mit Atemnot und Schwindelgefühl ein. Eine Durchuntersuchung in der kardiologischen Universitätsklinik in Wien ergab, daß eine deutliche Aortenklappenstenose vorlag. Die behandelnden Ärzte rieten zu einer operativen Sprengung der Aortenklappe und drängten die Eltern des Klägers auf eine baldige Operation. Ein erster Operationstermin wurde für Mai 1978 angesetzt, dann aber aus anstaltsinternen Gründen auf Juni 1978 und schließlich auf September 1978 verlegt. Die Operation am 28. 9. 1978 wurde nach den Regeln der ärztlichen Kunst ordnungsgemäß vorbereitet und durchgeführt. Unmittelbar nach der Operation erwachte der Kläger, öffnete die Augen und war ansprechbar. Als er aber in die Intensivstation überführt wurde, trat ein Hirnödem auf. Es kam in der Folge zur Ausbildung eines schweren apallischen Syndroms, das nach den derzeit geltenden medizinischen Erkenntnissen nicht mehr geheilt werden kann. Mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit ist die Ursache dieses Hirnschadens in einem verringerten Sauerstoffangebot im Verlaufe des operativen Eingriffes zu suchen. Dieses verringerte Sauerstoffangebot kann durch ein Gebrechen am Beatmungsgerät oder an der Herz-Lungen-Maschine, durch ein Abfallen von Atmungsschläuchen oder anderen Anschlüssen, eine falsche Einstellung des Sauerstoffnachgasgemisches, ein Kreislaufversagen während oder nach der Operation (zB Herzstillstand, zu niedriger Blutdruck, ein Schockgeschehen nach Blutverlust) oder durch eine Luftembolie bewirkt worden sein. Bei einer Operation dieser Art, vor allem mit Einsatz der Herz-Lungen-Maschine, besteht ein Operationsrisiko einerseits in einer - hier nicht gegebenen - Komplikation im operierten Herzbereich und andererseits in einer hier in Frage kommenden postoperativen Komplikation, wie sie beim Kläger auftrat. Nach der vom Berufungsgericht nicht übernommenen Feststellung des Erstgerichtes tritt ein apallisches Syndrom als Operationsfolge in etwa 1 vH der Fälle auf. Die vorgenommene Herzoperation war an sich notwendig, um die Lebenserwartung des Klägers zu erhöhen. Um eine Notoperation im engeren Sinn handelte es sich aber nicht. Eine Aufklärung der Eltern des Klägers über das erwähnte Operationsrisiko fand nicht statt. Die Eltern des Klägers brachten ihren Sohn am 25. 9. 1978 ins Krankenhaus. Der Vater des Klägers unterschrieb an diesem Tag den ihm von einer diensthabenden Schwester vorgelegten Revers, der keinerlei Hinweis auf Operationsgefahren enthielt. Die Schwester erklärte den Eltern, daß der Kläger am Nachmittag von einem Arzt untersucht werde und die Operation für den 28. 9. 1978 vorgesehen sei. Kontakte sonstiger Art zwischen den letztlich den Eingriff am Kläger durchführenden Ärzten oder sonstigem ärztlichen Personal hatten die Eltern des Klägers nicht. Sie wußten wohl, daß an ihrem Sohn eine Herzoperation vorgenommen werde; auf allfällige Gefahren oder Folgen der geplanten Operation wurden sie aber durch keinen Arzt der II. Chirurgischen Universitätsklinik hingewiesen.

Das Erstgericht fällte ein Zwischenurteil, wonach das Leistungsbegehren und das Feststellungsbegehren dem Gründe nach zu Recht bestunden. Das Berufungsgericht bestätigte dieses Urteil.

Beide Vorinstanzen bejahten die passive Klagslegitimation der Beklagten, weil die Republik Österreich in ihrer Eigenschaft als Rechtsträger der Universität Wien zumindest auch als Betriebsführerin der beklagten Partei anzusehen sei, da die beklagte Partei die ärztlichen Leistungen in dem von ihr betriebenen Krankenhaus zum Teil von Dienstnehmern der Republik Österreich erbringen lasse. Die beklagte Partei hafte im übrigen für die von den zuständigen Ärzten unterlassene Aufklärung über das bestehende Operationsrisiko. Die Operation sei nicht so dringend gewesen, daß man auf die Aufklärung verzichten habe können. Da die Aufklärung den Eltern des Klägers gegenüber stattfinden hätte müssen, habe auch nicht die Gefahr bestanden, daß die Heilung des Klägers dadurch gefährdet würde, daß bei ihm zu große Furcht vor einem schlechten Ausgang der Operation erzeugt hätte werden können.

Der Oberste Gerichtshof gab der Revision der beklagten Partei nicht Folge mit der Klarstellung, daß über das Feststellungsbegehren mit Teilurteil und über das Leistungsbegehren mit Teilzwischenurteil entschieden wurde.

Rechtliche Beurteilung

Aus den Entscheidungsgründen:

Vorweg kann auf die vom Berufungsgericht ausführlich wiedergegebenen Grundsätze zur Aufklärungspflicht eines Chirurgen verwiesen werden, wie sie in der Entscheidung des OGH vom 23. 6. 1982, 3 Ob 545/82, näher dargelegt wurden (SZ 55/114 = JBl. 1983, 373, mit Glosse von Holzer; s. zu dieser Entscheidung auch ausführlich Haslinger in Österr. Krankenhauszeitung 1982, 563 f.), an denen der erkennende Senat weiterhin festhält. Danach darf der Arzt eine Operation der vorliegenden Art (unmittelbare Lebensgefahr bestand nicht) nur mit Einwilligung des Patienten vornehmen, wobei die Einwilligung nur dann wirksam abgegeben werden kann, wenn der Patient über die Bedeutung des vorgesehenen ärztlichen Eingriffes und seine möglichen Folgen hinreichend aufgeklärt wurde. Für den Fall der Verletzung der Aufklärungspflicht trifft den Arzt bzw. den für das Fehlverhalten ihrer Ärzte haftenden Krankenanstaltsträger die Beweislast dafür, ob der Patient auch bei ausreichender Aufklärung die Zustimmung zur Operation erteilt hätte.

Daraus ergibt sich schon, daß die fehlende Tatsachenbehauptung und Tatsachenfeststellung, ob die Eltern des Klägers der Operation auch dann zugestimmt hätten, wenn sie darauf hingewiesen worden wären, daß bei einer so schweren Herzoperation unter Umständen auch eine Hirnschädigung auftreten könne, nicht zu Lasten der klagenden Partei, sondern zu Lasten der beklagten Partei geht. Zu Lasten der beklagten Partei wirkt sich aber auf Grund dieser Beweislastlage auch die weitere Frage aus, ob die Eltern des Klägers überhaupt berechtigt gewesen wären, bei entsprechender Aufklärung die Zustimmung zur Operation zu verweigern. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß der Kläger im Zeitpunkt der Operation schon fast 16 Jahre alt war.

Der Kläger war damit schon in einem urteilsfähigen Alter und konnte daher sein höchstpersönliches Recht auf Erteilung der Einwilligung der an ihm vorgesehenen Operation unter Umständen schon selbst ausüben. Wegen der Schwere des Eingriffes mußten aber jedenfalls auch die sorgeberechtigten Eltern zustimmen (vgl. dazu ausführlich Edlbacher, ÖJZ 1982, 365 f.). Hätten die Eltern des Klägers nach entsprechender Aufklärung die Zustimmung zur Operation entgegen eindeutiger therapeutischer Situation verweigert und damit vielleicht das Wohl des Klägers gefährdet, so wäre den behandelnden Ärzten die Anrufung des Gerichtes gemäß § 176 Abs. 1 ABGB offen gestanden. Ob das Pflegschaftsgericht die Zustimmung zur Operation erteilt hätte, steht trotz der von den Vorinstanzen festgestellten Indikation nicht fest. Ein verantwortungsbewußter Pflegschaftsrichter hätte vielleicht nach Rücksprache mit dem Kläger, seinen Eltern und den behandelnden Ärzten die schwerwiegende Entscheidung bis zur Volljährigkeit des Klägers aufgeschoben, wenn der Aufschub der Operation unter Würdigung der Operationsrisiken vertretbar gewesen wäre. Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, daß schon jetzt feststehe, die Zustimmung wäre, wenn schon nicht vom Kläger selbst oder seinen Eltern, so doch jedenfalls vom Gericht erteilt worden. Diese Unsicherheit geht zu Lasten der beklagten Partei.

Damit kann zur grundlegenden Frage dieses Rechtsstreites übergeleitet werden, ob der Chirurg vor einer Herzoperation der vorlie genden Art den Patienten und auch dessen Eltern auf das Risiko eines Hirnschadens hinweisen muß oder nicht. Von der schon erwähnten Entscheidung des OGH SZ 55/114 unterscheidet sich dieser Fall dadurch, daß die mit der Durchführung der Operation betrauten Ärzte vor der Operation zwar mit dem Kläger selbst sprachen, aber überhaupt nicht mit seinen Eltern Kontakt aufnahmen. Sie konnten sich daher nicht davon vergewissern, ob die Eltern schon von anderer Seite (etwa von den die Operationsvornahme nahelegenden Kardiologen) über die Operationsrisiken aufgeklärt worden waren, ob sie an einer zusätzlichen Aufklärung interessiert waren oder nicht und ob sie sich aus ganz bestimmten Gründen vielleicht völlig dem Vorgehen der operierenden Ärzte anvertrauen wollten. Ein weiterer Unterschied liegt darin, daß nicht ein psychisch labiler und ängstlicher Patient aufzuklären war, sondern, worauf die beiden Vorinstanzen zutreffend hingewiesen haben, in erster Linie die von der Operation selbst nicht betroffenen Eltern, sodaß deren psychische Belastung den Heilungserfolg beim Kläger selbst nicht gefährden konnte. Richtig ist andererseits, daß bei der genannten Entscheidung eine wesentlich größere Komplikationswahrscheinlichkeit bestand als im vorliegenden Fall. Immerhin ist aber für den vorliegenden Fall festgestellt, daß ein Hirnschaden eine der beiden geradezu typischen Operationsrisiken darstellt, mag auch über den genauen Häufigkeitsgrad Streit bestehen und auch im allgemeinen eine derart schwere Hirnschädigung wie gerade beim Kläger nicht eintreten. Eine genaue Feststellung des Häufigkeitsgrades ist aber entbehrlich. Wie der OGH schon in der Entscheidung SZ 55/14 ausführte, kommt es nämlich nicht auf bestimmte Prozentsätze an. Es ist der beklagten Partei zuzugestehen, daß nicht nur auf allgemeine statistische Werte abgestellt werden darf, sondern daß es auf die konkreten Verhältnisse in der Klinik der beklagten Partei ankommt, wenn es sich dabei etwa um ein bei Herzoperationen dieser Art besonders erfolgreiches Krankenhaus handeln sollte (vgl. dazu Giesen JZ 1982, 345 und 391, dort S 394). Wenn aber feststeht, daß Hirnschäden wegen der Art der Operation, ihrer Dauer und der Notwendigkeit der Einschaltung einer Herz-Lungen-Maschine an sich in einem nicht mehr zu vernachlässigenden Häufigkeitsgrad als geradezu typische Operationsfolge auftreten können, dann muß gefordert werden, daß der Patient vor einer Herzoperation einerseits auf die Gefährlichkeit der Herzoperation an sich, aber andererseits auch auf die zwar seltene, aber nie ganz auszuschließende Gefahr einer Hirnschädigung hingewiesen wird. Das Berufungsgericht führt hier mit Recht aus, daß letzten Endes nicht der Arzt, sondern der Patient entscheiden soll, ob er lieber die rein von der Wahrscheinlichkeit her gesehen größere Gefahr eines plötzlichen Herztodes bei Unterlassung der Operation oder eine zwar ungleich unwahrscheinlichere und nur höchst selten auftretende, für ihn persönlich aber vielleicht viel schwerer wiegende Hirnschädigung als Folge einer Herzoperation riskiert.

Dabei soll nicht übersehen werden, daß ein Patient durch diese Entscheidung unter Umständen schwersten psychischen Belastungen ausgesetzt werden mag, sodaß man versucht sein könnte, das Selbstbestimmungsrecht des Patienten nicht mehr als eine Rechtswohltat, sondern als eine unzumutbare Plage und letztlich eine Unmenschlichkeit gegenüber dem Patienten aufzufassen (so kürzlich etwa Tröndle, MDR 1983, 881 f.). Andererseits kann aber nicht die Haltung von Ärzten gebilligt werden, die über den Kopf des Patienten hinweg selbstherrlich alles allein entscheiden. Zumindest muß daher gefordert werden, daß der Arzt vor einer so schweren Operation durch ein Gespräch mit dem Patienten bzw. wie im vorliegenden Fall durch ein Gespräch auch mit den Eltern des Patienten herausfindet, wieweit eine Aufklärung über Operationsnebenwirkungen gewünscht wird und auch menschlich verkraftet werden kann (Rieger, Lexikon des Arztrechtes 1984, Rdz. 266). Erst nach einem solchen Gespräch könnte beurteilt werden, ob dem Arzt im Interesse der Heilung des Patienten eine weitere Aufklärung nicht mehr zugemutet werden könnte, ob es Anhaltspunkte für einen konkludenten Verzicht des Patienten (bzw. hier der Eltern) auf weitere Aufklärung gibt und dergleichen mehr (s. dazu ausführlich SZ 55/114). Wenn gar kein Gespräch geführt wurde, sondern sich der Chirurg mit der rein im bürokratischen Weg eingeholten Zustimmungserklärung der Eltern begnügte, dann ist nicht der Beweis erbracht, daß den Arzt trotz Unterlassung jeglicher Aufklärung kein Verschulden trifft.

Die Urteile der Vorinstanzen sind hinsichtlich des Feststellungsbegehrens von dem formellen Mangel betroffen, daß es hier schon rein begrifflich kein Zwischenurteil über den Grund des Anspruches gibt (VersG 1977, 169). Entweder das Feststellungsbegehren besteht zu Recht, weil mit künftigen Schäden zu rechnen ist, dann kann ihm schon jetzt stattgegeben werden, oder künftige Schäden sind auszuschließen, dann ist es zur Gänze schon jetzt abzuweisen. Bei der gegebenen Sachlage steht aber wegen der festgestellten Dauerfolgen von vornherein fest, daß mit künftigen Schäden zu rechnen ist, sodaß die Urteile der Vorinstanzen nur dahin verstanden werden können, daß es sich einerseits um ein Zwischenurteil über den Grund des Anspruches hinsichtlich des Leistungsbegehrens und andererseits um ein abschließendes klagsstattgebendes Teilurteil hinsichtlich des Feststellungsbegehrens handeln sollte.

Schlagworte

Arzt, Aufklärungspflicht bei jugendlichen Patienten, Arzt, Aufklärungspflicht über mögliche Hirnschädigung bei Herzoperation, Eingriff, ärztlicher, Aufklärungspflicht bei jugendlichem Patienten, Eingriff, ärztlicher, Aufklärungspflicht über mögliche Hirnschädigung, bei Herzoperation, Herzoperation, Aufklärungspflicht über Hirnschädigung, Patient, s. a. Arzt

Anmerkung

Z57207

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1984:0030OB00562.84.1219.000

Dokumentnummer

JJT_19841219_OGH0002_0030OB00562_8400000_000