Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 3Ob549/56 3Ob99/57 3Ob3...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0077647

Geschäftszahl

3Ob549/56; 3Ob99/57; 3Ob324/55; 4Ob301/62; 4Ob353/62; 4Ob305/63; 4Ob335/71; 4Ob357/76 (4Ob358/76); 4Ob395/76; 4Ob310/77; 4Ob354/77; 4Ob374/77; 4Ob353/78; 4Ob312/80; 4Ob386/80; 4Ob314/82; 4Ob376/82; 4Ob404/81; 4Ob395/82; 4Ob56/88; 4Ob101/88; 4Ob114/88; 4Ob34/89; 4Ob128/89; 4Ob120/89; 4Ob61/89; 4Ob92/89; 4Ob126/89; 4Ob89/90; 4Ob71/90; 4Ob83/90 (4Ob84/90); 4Ob80/90 (4Ob81/90); 4Ob100/90; 4Ob153/90; 4Ob175/90; 4Ob391/86 (4Ob392/86); 4Ob29/90; 4Ob36/91; 4Ob135/91; 4Ob18/92; 4Ob94/91; 4Ob62/92; 4Ob50/93; 4Ob133/93; 4Ob1/94; 4Ob38/94; 4Ob67/95; 4Ob49/95; 4Ob1105/95; 4Ob2250/96b; 4Ob2205/96k; 4Ob144/97y; 4Ob20/98i; 4Ob110/98z; 4Ob255/98y; 4Ob270/98d; 4Ob135/99b; 4Ob157/99p; 4Ob164/99f; 4Ob67/00g; 4Ob258/02y; 4Ob112/03d; 4Ob155/05f; 4Ob238/06p; 4Ob93/09v; 4Ob144/10w; 4Ob4/13m; 4Ob149/15p

Entscheidungsdatum

21.11.1956

Norm

UWG §1 C5a

Rechtssatz

Ein Handeln zu Wettbewerbszwecken setzt nicht voraus, dass die auf Wettbewerb gerichtete Absicht die einzige oder wesentliche Zielsetzung für die Handlung ist. Sie darf nur gegenüber dem eigentlichen Beweggrund nicht völlig in den Hintergrund treten.

Entscheidungstexte

  • 3 Ob 549/56
    Entscheidungstext OGH 21.11.1956 3 Ob 549/56
    Veröff: JBl 1957,417 = ÖBl 1957,25
  • 3 Ob 99/57
    Entscheidungstext OGH 06.03.1957 3 Ob 99/57
    Veröff: ÖBl 1957,42
  • 3 Ob 324/55
    Entscheidungstext OGH 29.06.1955 3 Ob 324/55
    Ähnlich; Veröff: JBl 1956,75 = ÖBl 1956,2
  • 4 Ob 301/62
    Entscheidungstext OGH 20.03.1962 4 Ob 301/62
    Veröff: JBl 1963,43 = ÖBl 1962,88
  • 4 Ob 353/62
    Entscheidungstext OGH 27.11.1962 4 Ob 353/62
    Veröff: ÖBl 1963,103
  • 4 Ob 305/63
    Entscheidungstext OGH 12.02.1963 4 Ob 305/63
    Veröff: ÖBl 1963,72
  • 4 Ob 335/71
    Entscheidungstext OGH 13.07.1971 4 Ob 335/71
    Veröff: SZ 44/116 = ÖBl 1972,40
  • 4 Ob 357/76
    Entscheidungstext OGH 07.09.1976 4 Ob 357/76
    Beisatz: BILLDROG-Billige Drogerie. (T1) Veröff: ÖBl 1977,157
  • 4 Ob 395/76
    Entscheidungstext OGH 14.12.1976 4 Ob 395/76
    Beisatz: Institut für Sportstättenbau. (T2)
  • 4 Ob 310/77
    Entscheidungstext OGH 08.03.1977 4 Ob 310/77
    Veröff: ÖBl 1977,121
  • 4 Ob 354/77
    Entscheidungstext OGH 28.06.1977 4 Ob 354/77
    Auch; Beisatz: Flugblatt Margreiter-Fieuw. (T3)
  • 4 Ob 374/77
    Entscheidungstext OGH 27.09.1977 4 Ob 374/77
  • 4 Ob 353/78
    Entscheidungstext OGH 21.11.1978 4 Ob 353/78
    Auch; Veröff: ÖBl 1979,70 = AnwBl 1979,465 ff; hiezu kritisch Stölzle, Wann handelt ein Rechtsanwalt "zu Zwecken des Wettbewerbs" für seinen Mandanten?
  • 4 Ob 312/80
    Entscheidungstext OGH 25.03.1980 4 Ob 312/80
    Beisatz: Griechenland-Reisen. (T4) Veröff: ÖBl 1981,45
  • 4 Ob 386/80
    Entscheidungstext OGH 25.11.1980 4 Ob 386/80
  • 4 Ob 314/82
    Entscheidungstext OGH 04.05.1982 4 Ob 314/82
  • 4 Ob 376/82
    Entscheidungstext OGH 12.10.1982 4 Ob 376/82
  • 4 Ob 404/81
    Entscheidungstext OGH 09.11.1982 4 Ob 404/81
    Beisatz: Ambulante Behandlung. (T5) Veröff: ÖBl 1983,9
  • 4 Ob 395/82
    Entscheidungstext OGH 14.12.1982 4 Ob 395/82
    Beisatz: Badegebühren (T6)
  • 4 Ob 56/88
    Entscheidungstext OGH 13.09.1988 4 Ob 56/88
    Beisatz: Notwehrgemeinschaft der Bauern. (T7) Veröff: SZ 61/194
  • 4 Ob 101/88
    Entscheidungstext OGH 15.11.1988 4 Ob 101/88
  • 4 Ob 114/88
    Entscheidungstext OGH 07.02.1989 4 Ob 114/88
    Veröff: SZ 62/20 = MR 1989,61
  • 4 Ob 34/89
    Entscheidungstext OGH 23.05.1989 4 Ob 34/89
  • 4 Ob 128/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 128/89
    Beisatz: Ob die (mitspielende) Wettbewerbsabsicht neben anderen Zielen der Handlung noch Gewicht hat, ist als Wertung eine - auch noch in dritter Instanz zu überprüfende - Rechtsfrage, die auf Grund der zu den konkurrierenden Motiven und Zwecken des Handelnden getroffenen Tatsachenfeststellungen zu beurteilen ist. (T8) Veröff: ÖBl 1990,18 = MR 1989,219 (Korn)
  • 4 Ob 120/89
    Entscheidungstext OGH 26.09.1989 4 Ob 120/89
    Beis wie T8
  • 4 Ob 61/89
    Entscheidungstext OGH 10.10.1989 4 Ob 61/89
  • 4 Ob 92/89
    Entscheidungstext OGH 19.12.1989 4 Ob 92/89
    Beis wie T8; Veröff: MR 1990,99 ff = ecolex 1990,159
  • 4 Ob 126/89
    Entscheidungstext OGH 05.12.1989 4 Ob 126/89
    Beis wie T8; Veröff: SZ 62/192 = MR 1990,69
  • 4 Ob 89/90
    Entscheidungstext OGH 12.06.1990 4 Ob 89/90
  • 4 Ob 71/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 71/90
    Beis wie T8; Beisatz: Spricht die Vermutung für das Vorliegen der Wettbewerbsabsicht, hat der Beklagte seine gegenteilige Behauptung zu beweisen. (T9) Veröff: JBl 1991,784
  • 4 Ob 83/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 83/90
    Beis wie T8; Beis wie T9
  • 4 Ob 80/90
    Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 80/90
    Beis wie T8; Beis wie T9
  • 4 Ob 100/90
    Entscheidungstext OGH 09.10.1990 4 Ob 100/90
    Beis wie T8; Veröff: ÖBl 1990,250
  • 4 Ob 153/90
    Entscheidungstext OGH 04.12.1990 4 Ob 153/90
    Veröff: JBl 1991,390 (Pfersmann) = MR 1991,159
  • 4 Ob 175/90
    Entscheidungstext OGH 15.01.1991 4 Ob 175/90
    Beis wie T8; Beisatz: Hier: Gebietskrankenkasse (T10) Veröff: WBl 1991,202
  • 4 Ob 391/86
    Entscheidungstext OGH 19.05.1987 4 Ob 391/86
  • 4 Ob 29/90
    Entscheidungstext OGH 27.02.1990 4 Ob 29/90
  • 4 Ob 36/91
    Entscheidungstext OGH 28.05.1991 4 Ob 36/91
    Beis wie T8; Veröff: ÖBl 1991,87 = MR 1992,35
  • 4 Ob 135/91
    Entscheidungstext OGH 17.12.1991 4 Ob 135/91
    Auch; Beis wie T8; Veröff: MR 1992,77 = ÖBl 1992,104 = WBl 1992,202
  • 4 Ob 18/92
    Entscheidungstext OGH 18.02.1992 4 Ob 18/92
    Beis wie T8; Veröff: ÖBl 1992,45
  • 4 Ob 94/91
    Entscheidungstext OGH 25.02.1992 4 Ob 94/91
    Auch; Beis wie T8; Beisatz: Webpelze (T11)
  • 4 Ob 62/92
    Entscheidungstext OGH 20.10.1992 4 Ob 62/92
    Beis wie T8; Veröff: SZ 65/133
  • 4 Ob 50/93
    Entscheidungstext OGH 04.05.1993 4 Ob 50/93
    Beis wie T8; Beisatz: Hier: Vorarlberger Gebietskrankenkasse. (T12) Veröff: MR 1993,119 (Korn)
  • 4 Ob 133/93
    Entscheidungstext OGH 30.11.1993 4 Ob 133/93
    Beis wie T8; Beisatz: Hier bejaht: Aussendung eines Meinungsforschungsinstitutes an verschiedene Medien. (T13)
  • 4 Ob 1/94
    Entscheidungstext OGH 15.02.1994 4 Ob 1/94
    Beisatz: Das ist jedenfalls dann nicht der Fall, wenn ein Gewerbetreibender in seiner Werbung alle Mitbewerber mit dem Götz-Zitat belegt. (T14)
  • 4 Ob 38/94
    Entscheidungstext OGH 12.04.1994 4 Ob 38/94
    Auch
  • 4 Ob 67/95
    Entscheidungstext OGH 18.09.1995 4 Ob 67/95
    Vgl auch; Beisatz: War die Förderung fremden Wettbewerbs nur eine unbeabsichtigte Nebenwirkung bei der Verfolgung des eigenen wirtschaflichen Interesses, so reicht dies für die Annahme der Absicht, fremden Wettbewerb zu fördern, nicht aus. (T15)
  • 4 Ob 49/95
    Entscheidungstext OGH 10.10.1995 4 Ob 49/95
    Beis wie T8; Veröff: SZ 68/177
  • 4 Ob 1105/95
    Entscheidungstext OGH 05.12.1995 4 Ob 1105/95
    Auch
  • 4 Ob 2250/96b
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2250/96b
    Beis wie T9
  • 4 Ob 2205/96k
    Entscheidungstext OGH 17.09.1996 4 Ob 2205/96k
  • 4 Ob 144/97y
    Entscheidungstext OGH 10.06.1997 4 Ob 144/97y
    Beis wie T8
  • 4 Ob 20/98i
    Entscheidungstext OGH 17.03.1998 4 Ob 20/98i
    Beisatz: Ob das zutrifft, ist als Wertung eine Rechtsfrage, welche aufgrund der zu den verschiedenen Beweggründen und Zwecken des Handelns getroffenen Feststellungen sowie der offenkundigen Tatsachen zu beurteilen ist. (T16)
  • 4 Ob 110/98z
    Entscheidungstext OGH 21.04.1998 4 Ob 110/98z
    Auch; Beis wie T16
  • 4 Ob 255/98y
    Entscheidungstext OGH 29.09.1998 4 Ob 255/98y
    Auch
  • 4 Ob 270/98d
    Entscheidungstext OGH 20.10.1998 4 Ob 270/98d
    Beis wie T8; Beis wie T15; Beis wie T16
  • 4 Ob 135/99b
    Entscheidungstext OGH 18.05.1999 4 Ob 135/99b
    Beis wie T8; Beis wie T15
  • 4 Ob 157/99p
    Entscheidungstext OGH 22.06.1999 4 Ob 157/99p
    Vgl auch; Beis wie T9
  • 4 Ob 164/99f
    Entscheidungstext OGH 22.06.1999 4 Ob 164/99f
    Auch
  • 4 Ob 67/00g
    Entscheidungstext OGH 14.03.2000 4 Ob 67/00g
    Auch
  • 4 Ob 258/02y
    Entscheidungstext OGH 21.01.2003 4 Ob 258/02y
    Beis ähnlich wie T8; Beis wie T16
  • 4 Ob 112/03d
    Entscheidungstext OGH 08.07.2003 4 Ob 112/03d
    Beis wie T8; Beisatz: War die Förderung fremden Wettbewerbs nur eine unbeabsichtigte Nebenwirkung bei der Verfolgung des eigenen wirtschaftlichen Interesses, so reicht dies für die Annahme der Absicht, fremden Wettbewerb zu fördern, nicht aus. (T17)
  • 4 Ob 155/05f
    Entscheidungstext OGH 11.08.2005 4 Ob 155/05f
  • 4 Ob 238/06p
    Entscheidungstext OGH 19.12.2006 4 Ob 238/06p
    Beis wie T8; Beis wie T16; Beisatz: Sozialversicherungsträger verfolgen einen rein sozialen Zweck und üben keine wirtschaftliche Tätigkeit aus, wenn sie zur Sicherstellung des gesetzlich vorgegebenen Sachleistungssystems mit den Leistungserbringern privatrechtliche Verträge abschließen. (T18)
  • 4 Ob 93/09v
    Entscheidungstext OGH 08.09.2009 4 Ob 93/09v
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T18
  • 4 Ob 144/10w
    Entscheidungstext OGH 05.10.2010 4 Ob 144/10w
    Auch; Beisatz: Ob das zutrifft, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. (T19)
  • 4 Ob 4/13m
    Entscheidungstext OGH 19.03.2013 4 Ob 4/13m
    Auch
  • 4 Ob 149/15p
    Entscheidungstext OGH 15.12.2015 4 Ob 149/15p
    Beis wie T8; Beis wie T16

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0077647

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

24.02.2016

Dokumentnummer

JJR_19561121_OGH0002_0030OB00549_5600000_001

Rechtssatz für 4Ob335/71 4Ob395/76 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078927

Geschäftszahl

4Ob335/71; 4Ob395/76; 4Ob387/80; 4Ob348/86

Entscheidungsdatum

13.07.1971

Norm

UWG §7 A

Rechtssatz

Die subjektive Absicht des Mitteilenden muß darauf abzielen, Kunden des betroffenen Unternehmers seinem oder einem anderen Kundenkreis zu gewinnen.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 335/71
    Entscheidungstext OGH 13.07.1971 4 Ob 335/71
    Veröff: SZ 44/116 = ÖBl 1972,40
  • 4 Ob 395/76
    Entscheidungstext OGH 14.12.1976 4 Ob 395/76
    Beisatz: Institut für Sportstättenbau. (T1) Veröff: SZ 49/157
  • 4 Ob 387/80
    Entscheidungstext OGH 16.12.1980 4 Ob 387/80
    Beisatz: Rauchfangkehrer-Kehrbezirke. (T2) Veröff: ÖBl 1981,97
  • 4 Ob 348/86
    Entscheidungstext OGH 01.07.1986 4 Ob 348/86
    Auch; Beisatz: Hier: Verneint bei Bestreben, seinem Sohn in der Schule zu helfen. - "Umweltschädliches Umweltschutzpapier". (T3) Veröff: MR 1986 H4, Archiv 28 = ÖBl 1987,23

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0078927

Dokumentnummer

JJR_19710713_OGH0002_0040OB00335_7100000_001

Rechtssatz für 4Ob335/71 4Ob313/74 4Ob...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0078984

Geschäftszahl

4Ob335/71; 4Ob313/74; 4Ob395/76; 4Ob320/77; 4Ob387/80; 4Ob94/91; 4Ob1073/92 (4Ob1074/92); 4Ob113/92; 4Ob53/99v; 4Ob149/08b; 4Ob193/08y

Entscheidungsdatum

13.07.1971

Norm

UWG §7 A

Rechtssatz

Der Täter braucht nicht selbst im Wettbewerbsverhältnis mit dem betroffenen Unternehmer stehen; es genügt, wenn er einen fremden Wettbewerb durch seine Handlung fördern will.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 335/71
    Entscheidungstext OGH 13.07.1971 4 Ob 335/71
    Veröff: SZ 44/116 = ÖBl 1972,40
  • 4 Ob 313/74
    Entscheidungstext OGH 07.05.1974 4 Ob 313/74
    Beisatz: Skiwelt (T1) Veröff: ÖBl 1975,33
  • 4 Ob 395/76
    Entscheidungstext OGH 14.12.1976 4 Ob 395/76
    Beisatz: Institut für Sportstättenbau. (T2) Veröff: SZ 49/157
  • 4 Ob 320/77
    Entscheidungstext OGH 14.06.1977 4 Ob 320/77
    Veröff: SZ 50/86 = EvBl 1978/38 S 121 = ÖBl 1978,3 (mit Anmerkung von Schönherr)
  • 4 Ob 387/80
    Entscheidungstext OGH 16.12.1980 4 Ob 387/80
    Beisatz: Rauchfangkehrer-Kehrbezirke. (T3) Veröff: ÖBl 1981,97
  • 4 Ob 94/91
    Entscheidungstext OGH 25.02.1992 4 Ob 94/91
    Vgl auch; Beisatz: Webpelze (T4)
  • 4 Ob 1073/92
    Entscheidungstext OGH 15.12.1992 4 Ob 1073/92
    Auch; Beisatz: Zur Klageführung nach § 7 UWG ist das herabgesetzte Unternehmen, also der Verletzte, berechtigt, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob zwischen ihm und dem Verletzer ein Wettbewerbsverhältnis besteht. (T5)
  • 4 Ob 113/92
    Entscheidungstext OGH 23.02.1993 4 Ob 113/92
    nur: Der Täter braucht nicht selbst im Wettbewerbsverhältnis mit dem betroffenen Unternehmer stehen. (T6)
  • 4 Ob 53/99v
    Entscheidungstext OGH 09.03.1999 4 Ob 53/99v
    Vgl auch; nur T6
  • 4 Ob 149/08b
    Entscheidungstext OGH 23.09.2008 4 Ob 149/08b
    Beis wie T5
  • 4 Ob 193/08y
    Entscheidungstext OGH 15.12.2008 4 Ob 193/08y
    Auch; Beis wie T5

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0078984

Zuletzt aktualisiert am

18.02.2009

Dokumentnummer

JJR_19710713_OGH0002_0040OB00335_7100000_002

Rechtssatz für 4Ob335/71

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0079085

Geschäftszahl

4Ob335/71

Entscheidungsdatum

13.07.1971

Norm

UWG §7 A
UWG §7 F1

Rechtssatz

Ein Architekt, der im Auftrag des WIFI einer Handelskammer ein Kammermitglied fachlich zu beraten hat und dabei die Ansicht äußert, ein von diesem Kunden schon vorher beigezogener Betriebsberater sei für die ihm gestellten Aufgaben weniger prädestiniert, handelt nicht in Wettbewerbsabsicht.

Entscheidungstexte

  • 4 Ob 335/71
    Entscheidungstext OGH 13.07.1971 4 Ob 335/71
    Veröff: ÖBl 1972,40

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0079085

Dokumentnummer

JJR_19710713_OGH0002_0040OB00335_7100000_003

Entscheidungstext 4Ob335/71

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

4Ob335/71

Entscheidungsdatum

13.07.1971

Norm

Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb §7

Kopf

SZ 44/116

Spruch

Der Täter braucht nicht selbst im Wettbewerbsverhältnis mit dem betroffenen Unternehmer stehen; es genügt, wenn er einen fremden Wettbewerb durch seine Handlung fördern will

Die subjektive Absicht des Mitteilenden muß darauf abzielen, Kunden des betroffenen Unternehmers seinem oder einem anderen Kundenkreis zu gewinnen

OGH 13. 7. 1971, 4 Ob 335/71 (OLG Innsbruck 2 R 66/71; LG Innsbruck 1 Cg

149/70)

Text

Der Kläger ist zur Betriebsberatung im Fremdenverkehr, zur Werbegestaltung und zum selbständigen Betrieb eines technischen Büros (Beratung, Verfassung von Plänen und Berechnungen von technischen Anlagen und Einrichtungen auf dem Fachgebiet der Raumgestaltung und Innenarchitektur beschränkt auf Hotel und Gaststättenbetriebe) berechtigt. Er übt diese Berechtigungen auch aus. Im Rahmen dieser Tätigkeit erhielt er von den Eheleuten A, die das Speisehaus P in der Innsbrucker Altstadt führen, den Auftrag, die Umgestaltung des Erdgeschosses und des ersten Stockes dieses Speisehauses, einschließlich der Kücheneinrichtung, zu planen. Im Herbst 1969 erfuhr Konrad A, daß das Wirtschaftsförderungsinstitut der Tiroler Handelskammer kostenlose Betriebsberatungen für Kammermitglieder durchführt. Er stellte einen diesbezüglichen Antrag, um auf diese Weise zusätzlich verwertbare "Tips" für die Umgestaltung des Speisehauses zu gewinnen. Der Beklagte, ein Architekt, führte auf Grund eines mit der Tiroler Handelskammer abgeschlossenen Vertrages diese Beratung von Kammermitgliedern für die Fachgebiete Hochbau und Innenarchitektur durch. Darnach wurde der Beklagte, der die Kammermitglieder kostenlos zu beraten hatte, für diese Tätigkeit vom Wirtschaftsförderungsinstitut auf der Basis eines Stundenentgeltes entlohnt. Am 14. 11. 1969 begab sich der Beklagte in dieser Eigenschaft in das Speisehaus P, um die Fragen des Umbaues und der Inneneinrichtung mit den Interessenten zu besprechen und sie zu beraten. Er traf die Eheleute A und deren Tochter Renate K an. Bei der folgenden Besprechung wurden dem Beklagten die Pläne des Klägers gezeigt.

Der Kläger behauptet, der Beklagte habe bei dieser Unterredung erklärt, daß der Kläger für diese Arbeiten der Innenarchitektur und Küchenplanung nicht richtig geeignet sei, er solle vom Auftrag entbunden werden. Gleichzeitig habe der Beklagte empfohlen, Frau Architekt Gertrude St zu engagieren. Die Äußerung verstoße gegen die Bestimmung des § 7 UWG. Der Kläger begehrt, den Beklagten schuldig zu erkennen, seine Äußerung, der Kläger sei für Arbeiten der Innenarchitektur und Küchenplanung nicht richtig geeignet, zu widerrufen, die Behauptung oder Verbreitung dieser Äußerung künftig zu unterlassen und schließlich den Kläger zu ermächtigen, das Urteil auf Kosten des Beklagten in der Tiroler Tageszeitung zu veröffentlichen.

Der Beklagte beantragt Klagsabweisung. Er bestritt, eine derartige Äußerung überhaupt abgegeben zu haben, insbesondere habe er nicht empfohlen, Frau Architekt Gertrude St mit der Planung zu beauftragen. Bei seiner Beratung der Kammermitglieder über Auftrag des Wirtschaftsförderungsinstitutes stehe er auch nicht im Wettbewerb zum Kläger. Für die begehrte Veröffentlichung des Urteiles fehlten die vom Gesetze geforderten Voraussetzungen.

Der Erstrichter wies das Klagebegehren ab. Er stellte fest, daß der Beklagte bei der Besprechung mit den Eheleuten A und deren Tochter Renate K kein Wort in der Richtung verloren habe, den Kläger von seinem Auftrag zu entbinden und einen anderen Architekten beizuziehen. Wohl aber habe er sich dahingehend geäußert, daß der Kläger ein ausgezeichneter Fachmann hinsichtlich der funktionellen Abwicklung eines Küchenbetriebes und überhaupt eines Gasthausbetriebes sei. Jedoch sei er für die individuelle und künstlerische Innenausstattung von Gasträumlichkeiten weniger prädestiniert. Der Kläger habe die Tendenz, Küchen aufwandsmäßig überzubestücken. Mit diesen Äußerungen seien die Voraussetzungen für eine Entscheidung iS des Klagebegehrens nicht gegeben, denn der Beklagte habe bei seiner Beratung nicht zu Zwecken des Wettbewerbes gehandelt. Die Äußerungen seien auch nicht in der Absicht gemacht worden, fremden Wettbewerb zu fördern, sodaß es an dem wesentlichen Tatbestandsmerkmal der §§ 1, 7 UWG fehle. Da der Kläger seinen Anspruch nur auf das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb gestützt habe, sei es entbehrlich, sich noch mit der weiteren Frage auseinanderzusetzen, ob die festgestellte Äußerung des Beklagten nach § 1330 Abs 2 ABGB beurteilt und aus diesem Rechtsgrunde Widerruf, Veröffentlichung oder auch Unterlassung verlangt werden könne.

Das Berufungsgericht gab der Berufung des Klägers nicht Folge und sprach aus, daß der Wert des Streitgegenstandes, über den es entschied, S 15.000.- übersteigt. Es übernahm die Feststellungen des Erstgerichtes und teilte auch dessen Rechtsansicht, daß der Beklagte nicht zu Zwecken des Wettbewerbs gehandelt habe. Er habe lediglich den Auftrag des Wirtschaftsförderungsinstitutes erfüllt, das Ehepaar A bei seinem Bauvorhaben zu beraten.

Der Oberste Gerichtshof gab der Revision des Klägers nicht Folge.

Rechtliche Beurteilung

Aus den Entscheidungsgründen:

Die Untergerichte haben mit Recht angenommen, daß die festgestellte Äußerung des Beklagten nicht zu Zwecken des Wettbewerbs iS des § 7 UWG gemacht wurde. § 7 UWG verlangt nämlich neben dem objektiven Erfolg, daß einem Mitbewerber Vorteile auf Kosten des Unternehmers zukommen, über den schädigende Tatsachen wahrheitswidrig behauptet werden, auch noch die subjektiv darauf gerichtete Absicht des Täters; der Mitteilende muß darauf abgezielt haben, Kunden des getroffenen Unternehmers seinem oder einem anderen Kundenkreis zu gewinnen. Darnach ist allerdings nicht erforderlich, daß der Täter selbst im Wettbewerbsverhältnis mit dem betroffenen Unternehmer steht; es genügt, wenn er einen fremden Wettbewerb durch seine Handlung fördern will. Es ist auch nicht Voraussetzung, daß die Wettbewerbsabsicht das einzige oder auch nur das wesentliche Ziel der Handlung war. Das Tatbestandsmerkmal des § 7 UWG "zu Zwecken des Wettbewerbes" ist aber zu verneinen, wenn die Wettbewerbsabsicht gegenüber den anderen Motiven des Verhaltens ganz in den Hintergrund tritt (Hohenecker - Friedl, Wettbewerbsrecht 19 f, ÖBl 1965, 43, 143, 1963 72, 1957 25, SZ 10/349 ua). Dies trifft aber beim festgestellten Sachverhalt zu. Darnach hat nämlich der Beklagte im Rahmen seiner Verpflichtung als Berater der Kunden des Wirtschaftsförderungsinstitutes ausschließlich zu dem Zweck gehandelt, diesen einen möglichst günstigen Weg zur Verwirklichung des geplanten Bauvorhabens zu zeigen. Wenn der Beklagte hiebei seine Meinung vertrat, daß der Kläger für die individuelle und künstlerische Innenausgestaltung der Gasträumlichkeiten weniger prädestiniert sei, so lag darin sicherlich der Rat, mit diesen Aufgaben einen anderen Architekten zu betrauen, sodaß dann das Ehepaar A anstatt Kunde des Klägers Kunde eines vom Beklagten weder genannten noch ihm schon bekannten Architekten würde. Der Beklagte hat sich aber dabei im Rahmen der von ihm verlangten Beratertätigkeit gehalten, zu der er auf Grund seines Vertrages mit dem Wirtschaftsförderungsinstitut berechtigt und verpflichtet war. Der Einfluß auf das Wettbewerbsverhältnis zwischen dem Kläger und einem anderen an seiner Stelle beizuziehenden Architekten war nur eine unvermeidliche Folge der pflichtbewußten Erfüllung der dem Beklagten übertragenen Aufgabe, die der eines Sachverständigen entspricht. Die Kunde des Wirtschaftsförderungsinstitutes konnte mit Recht erwarten, daß der Beklagte seine fachkundige Ansicht äußert und Vorschläge dafür macht, ob und wie allenfalls eine bessere Lösung des geplanten Bauvorhabens erreicht werden könne. Das Klagebegehren wurde somit zu Recht abgewiesen.

Schlagworte

Herabsetzung eines Unternehmens, § 7 UWG, Unlauterer Wettbewerb, wettbewerbswidrige Äußerung, subjektive Absicht„ Herabsetzung eines Unternehmens

Anmerkung

Z44116

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1971:0040OB00335.71.0713.000

Dokumentnummer

JJT_19710713_OGH0002_0040OB00335_7100000_000