Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)

Rechtssatz für 6Ob84/65 8Ob74/67 6Ob24...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0021821

Geschäftszahl

6Ob84/65; 8Ob74/67; 6Ob248/69; 5Ob278/69; 8Ob147/70; 8Ob177/70; 8Ob204/70; 6Ob100/71; 6Ob281/71; 1Ob185/73; 5Ob237/73; 7Ob179/75; 1Ob646/76; 3Ob259/75; 4Ob536/77; 7Ob684/77; 5Ob687/78; 7Ob746/78; 1Ob700/79; 8Ob511/79; 5Ob571/79; 1Ob515/81; 7Ob535/81; 5Ob677/81; 5Ob639/82; 3Ob609/82; 1Ob526/83; 5Ob15/82; 6Ob760/82; 7Ob632/83; 8Ob588/85; 3Ob632/85; 2Ob588/87; 1Ob512/88; 1Ob644/88; 4Ob630/88; 4Ob573/89 (4Ob1529/89); 7Ob620/95; 7Ob624/95; 2Ob2375/96w; 10Ob2417/96f; 1Ob2303/96z; 4Ob2265/96h; 2Ob2254/96a; 6Ob286/99y; 1Ob144/00h; 1Ob261/00i; 4Ob48/02s; 2Ob107/01a; 1Ob53/03f; 7Ob319/03t; 2Ob154/07x; 2Ob63/08s; 3Ob200/08w; 9Ob10/09z; 5Ob113/09t; 8Ob114/11i; 7Ob138/12p; 9Ob79/14d; 3Ob113/15m; 6Ob236/15x; 5Ob138/15b; 1Ob60/17f; 3Ob106/18m; 4Ob166/18t; 4Ob113/20a; 9ObA81/20g

Entscheidungsdatum

24.03.1965

Norm

ABGB §1170
ABGB §1486 Z1

Rechtssatz

Wurde der Werklohn nicht im Vorhinein fix vereinbart, so wird er nicht mit der Vollendung des Werkes, sondern erst mit der Rechnungszumittlung fällig, was allerdings innerhalb verkehrsüblicher Frist geschehen muss. Mit der Fälligkeit beginnt sodann der Lauf der Verjährungsfrist.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 84/65
    Entscheidungstext OGH 24.03.1965 6 Ob 84/65
    Veröff: SZ 38/44 = EvBl 1966/5 S 16 = JBl 1966,250 (mit Besprechung von Wahle)
  • 8 Ob 74/67
    Entscheidungstext OGH 04.04.1967 8 Ob 74/67
    Veröff: SZ 40/44
  • 6 Ob 248/69
    Entscheidungstext OGH 22.10.1969 6 Ob 248/69
    Vgl; Beisatz: Die Verjährung beginnt - mangels anderer Vereinbarung - grundsätzlich mit dem Zeitpunkt, in dem die Forderung geltend gemacht werden kann. (T1)
  • 5 Ob 278/69
    Entscheidungstext OGH 29.10.1969 5 Ob 278/69
    Beisatz: Ausdrückliche Ablehnung der Ansicht Wahles in JBl 1966,259. (T2) Veröff: JBl 1970,314
  • 8 Ob 147/70
    Entscheidungstext OGH 23.06.1970 8 Ob 147/70
    Veröff: SZ 43/112
  • 8 Ob 177/70
    Entscheidungstext OGH 15.09.1970 8 Ob 177/70
  • 8 Ob 204/70
    Entscheidungstext OGH 06.10.1970 8 Ob 204/70
    Beis wie T2; Veröff: EvBl 1971/119 S 209
  • 6 Ob 100/71
    Entscheidungstext OGH 05.05.1971 6 Ob 100/71
    nur: Wurde der Werklohn nicht im Vorhinein fix vereinbart, so wird er nicht mit der Vollendung des Werkes, sondern erst mit der Rechnungszumittlung fällig. (T3); Beis wie T1
  • 6 Ob 281/71
    Entscheidungstext OGH 24.11.1971 6 Ob 281/71
    nur T3; Beis wie T1
  • 1 Ob 185/73
    Entscheidungstext OGH 17.10.1973 1 Ob 185/73
  • 5 Ob 237/73
    Entscheidungstext OGH 12.12.1973 5 Ob 237/73
    Veröff: EvBl 1974/158 S 350
  • 7 Ob 179/75
    Entscheidungstext OGH 16.10.1975 7 Ob 179/75
  • 1 Ob 646/76
    Entscheidungstext OGH 30.06.1976 1 Ob 646/76
  • 3 Ob 259/75
    Entscheidungstext OGH 06.07.1976 3 Ob 259/75
    Beisatz: Ausnahme von dieser Regel dann, wenn eine andere Vereinbarung oder eine abweichende Verkehrsübung die Annahme einer späteren Fälligkeit rechtfertigt. (T4)
  • 4 Ob 536/77
    Entscheidungstext OGH 27.09.1977 4 Ob 536/77
    Beis wie T1; Beisatz: Fälle, in denen die Höhe des Entgeltes noch nicht bekannt ist, weil der ziffernmäßige Betrag erst errechnet und bekanntgegeben werden muss. (T5)
  • 7 Ob 684/77
    Entscheidungstext OGH 10.11.1977 7 Ob 684/77
    nur T3
  • 5 Ob 687/78
    Entscheidungstext OGH 28.11.1978 5 Ob 687/78
  • 7 Ob 746/78
    Entscheidungstext OGH 11.01.1979 7 Ob 746/78
  • 1 Ob 700/79
    Entscheidungstext OGH 03.09.1979 1 Ob 700/79
  • 8 Ob 511/79
    Entscheidungstext OGH 14.09.1979 8 Ob 511/79
    Vgl; Beis wie T1; Veröff: SZ 52/137 = EvBl 1980/50 S 180 = JBl 1980,149
  • 5 Ob 571/79
    Entscheidungstext OGH 06.11.1979 5 Ob 571/79
    nur T3; Beis wie T1; Beisatz: Wenn vor Werksvollendung ein bestimmter Betrag weder gefordert noch bezahlt werden konnte; Verjährung bei ungebührlicher Verzögerung der Rechnungslegung. (T6)
  • 1 Ob 515/81
    Entscheidungstext OGH 18.03.1981 1 Ob 515/81
    Beis wie T5; Beisatz: Indexsteigerung, Umsatzsteuerbestimmungen. (T7) Veröff: SZ 54/35 = MietSlg 33249
  • 7 Ob 535/81
    Entscheidungstext OGH 07.05.1981 7 Ob 535/81
  • 5 Ob 677/81
    Entscheidungstext OGH 26.01.1982 5 Ob 677/81
    nur T3; Beis wie T5; Beis wie T6 nur: Wenn vor Werksvollendung ein bestimmter Betrag weder gefordert noch bezahlt werden konnte. (T8)
  • 5 Ob 639/82
    Entscheidungstext OGH 29.06.1982 5 Ob 639/82
    Beisatz: Maßgeblich ist der Zeitpunkt, in dem eine Rechnungslegung objektiv möglich wäre. (T9)
  • 3 Ob 609/82
    Entscheidungstext OGH 15.12.1982 3 Ob 609/82
    Auch; Beis wie T1
  • 1 Ob 526/83
    Entscheidungstext OGH 09.03.1983 1 Ob 526/83
    nur T3
  • 5 Ob 15/82
    Entscheidungstext OGH 22.03.1983 5 Ob 15/82
    Auch
  • 6 Ob 760/82
    Entscheidungstext OGH 29.09.1983 6 Ob 760/82
  • 7 Ob 632/83
    Entscheidungstext OGH 16.02.1984 7 Ob 632/83
    nur T3; Veröff: JBl 1984,671 = RdW 1984,310
  • 8 Ob 588/85
    Entscheidungstext OGH 10.10.1985 8 Ob 588/85
    Auch; Beis wie T6 nur: Verjährung bei ungebührlicher Verzögerung der Rechnungslegung. (T10); Beis wie T9
  • 3 Ob 632/85
    Entscheidungstext OGH 19.03.1986 3 Ob 632/85
    Auch; Beisatz: Hier: Auch bei Abgehen von einer Pauschalpreisvereinbarung wegen Nichterbringung aller davon erfasster Leistungen aber zusätzlicher Bestellung anderer. (T11) Veröff: JBl 1986,450
  • 2 Ob 588/87
    Entscheidungstext OGH 11.12.1987 2 Ob 588/87
    Vgl; Beisatz: Das Entgelt wird bei Ablieferung des Werkes fällig und ist binnen angemessener Frist in Rechnung zu stellen. (T12) Veröff: WBl 1988,205
  • 1 Ob 512/88
    Entscheidungstext OGH 10.02.1988 1 Ob 512/88
  • 1 Ob 644/88
    Entscheidungstext OGH 09.11.1988 1 Ob 644/88
    Beis wie T1; Beis wie T9; Veröff: SZ 61/233
  • 4 Ob 630/88
    Entscheidungstext OGH 13.12.1988 4 Ob 630/88
    nur T3; Beis wie T4
  • 4 Ob 573/89
    Entscheidungstext OGH 12.09.1989 4 Ob 573/89
    nur T3; Beis wie T5
  • 7 Ob 620/95
    Entscheidungstext OGH 21.02.1996 7 Ob 620/95
    Auch; Beis wie T9, Beisatz: Die Verkehrsübung hängt von den Umständen des Einzelfalles, nämlich etwa von der Geschäftsbranche, dem Umfang der geleisteten Arbeiten, der Saison, einer allfälligen Gepflogenheit zwischen den Parteien und dergleichen ab. (T13)
  • 7 Ob 624/95
    Entscheidungstext OGH 21.02.1996 7 Ob 624/95
    Auch; Beis wie T12
  • 2 Ob 2375/96w
    Entscheidungstext OGH 14.11.1996 2 Ob 2375/96w
    Auch; Beis wie T9; Beis wie T10
  • 10 Ob 2417/96f
    Entscheidungstext OGH 11.02.1997 10 Ob 2417/96f
    Auch; Beisatz: Wurde aber ein Zeitpunkt für die Rechnungslegung vereinbart, so ist dieser Zeitpunkt für den Beginn der Verjährung maßgebend. (T14)
  • 1 Ob 2303/96z
    Entscheidungstext OGH 25.10.1996 1 Ob 2303/96z
    Auch; Beis wie T9; Beis wie T10; Beis wie T13; Beisatz: Es lässt sich keine allgemein gültige Frist festlegen, nach deren Verstreichen die Verjährung jedenfalls beginnt. (T15)
  • 4 Ob 2265/96h
    Entscheidungstext OGH 12.11.1996 4 Ob 2265/96h
    Beis wie T9; Beis wie T10
  • 2 Ob 2254/96a
    Entscheidungstext OGH 21.04.1998 2 Ob 2254/96a
    Auch; Beis wie T13 nur: Die Verkehrsübung hängt etwa von der Geschäftsbranche, dem Umfang der geleisteten Arbeiten, der Saison, einer allfälligen Gepflogenheit zwischen den Parteien und dergleichen ab. (T16); Beis wie T15; Veröff: SZ 71/69
  • 6 Ob 286/99y
    Entscheidungstext OGH 13.07.2000 6 Ob 286/99y
    Vgl auch; Beisatz: Diese Grundsätze gelten auch für die Honorarnote des Rechtsanwaltes. (T17)
  • 1 Ob 144/00h
    Entscheidungstext OGH 06.10.2000 1 Ob 144/00h
    Auch; Beisatz: Noch ausständige Gegenleistungen (die Umsatzsteuer), sind - wenn infolge des (Teil-)Rücktritts keine weiteren Werkleistungen mehr zu erbringen sind - erst mit der Schlussrechnung einforderbar. (T18)
  • 1 Ob 261/00i
    Entscheidungstext OGH 28.11.2000 1 Ob 261/00i
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T9; Beis wie T17
  • 4 Ob 48/02s
    Entscheidungstext OGH 13.03.2002 4 Ob 48/02s
    Vgl auch; Beisatz: Ist der Unternehmer jedoch mit der Rechnungslegung oder der Verbesserung (dem Nachtrag des Fehlenden) säumig, so beginnt die Verjährung schon in dem Zeitpunkt zu laufen, in welchem dem Unternehmer die Zumittlung der Rechnung oder die Mängelbehebung objektiv möglich gewesen wäre. Dieser herrschenden Auffassung liegt die Erwägung zugrunde, dass der Unternehmer die Fälligkeit und damit den Beginn der Verjährung nicht willkürlich durch Verzögerung der Rechnungslegung beziehungsweise der Verbesserung nach seinem Belieben hinausschieben und damit den Zweck insbesondere der kurzen Verjährung, die baldige Klarstellung des rechtlichen Bestandes von Forderungen des täglichen Lebens zur Vermeidung der sonst besonders großen Beweisschwierigkeiten, zunichte machen darf. (T19)
  • 2 Ob 107/01a
    Entscheidungstext OGH 27.06.2002 2 Ob 107/01a
    Vgl auch; Beis wie T17
  • 1 Ob 53/03f
    Entscheidungstext OGH 25.03.2003 1 Ob 53/03f
    Vgl; Beis wie T1; Beis wie T19
  • 7 Ob 319/03t
    Entscheidungstext OGH 17.03.2004 7 Ob 319/03t
    Beis wie T19
  • 2 Ob 154/07x
    Entscheidungstext OGH 30.08.2007 2 Ob 154/07x
    Auch; nur T3; Beis wie T9
  • 2 Ob 63/08s
    Entscheidungstext OGH 13.11.2008 2 Ob 63/08s
    Vgl auch; Beisatz: Hier: Fälligstellung von Betriebskosten- und Abgabenanteilen durch den Untervermieter. (T20)
  • 3 Ob 200/08w
    Entscheidungstext OGH 25.02.2009 3 Ob 200/08w
    Beis wie T14
  • 9 Ob 10/09z
    Entscheidungstext OGH 01.04.2009 9 Ob 10/09z
    Vgl auch; Beis wie T9; Beisatz: Hier: Nachforderung aus Betriebskostenabrechnung. (T21)
  • 5 Ob 113/09t
    Entscheidungstext OGH 24.11.2009 5 Ob 113/09t
    Vgl; nur ähnlich T3; Bem: Zu den Anforderungen an die Rechnungslegung siehe RS0021908. (T22)
  • 8 Ob 114/11i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 8 Ob 114/11i
    Auch
  • 7 Ob 138/12p
    Entscheidungstext OGH 28.11.2012 7 Ob 138/12p
    Auch; Auch Beis wie T19
  • 9 Ob 79/14d
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 9 Ob 79/14d
    Auch; nur T3
  • 3 Ob 113/15m
    Entscheidungstext OGH 17.06.2015 3 Ob 113/15m
    Auch; Beis wie T4; Beis wie T14
  • 6 Ob 236/15x
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 6 Ob 236/15x
    Auch; Beis wie T1; Beis wie T9; Beis wie T19
  • 5 Ob 138/15b
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 5 Ob 138/15b
    Vgl auch; Beis ähnlich wie T19
  • 1 Ob 60/17f
    Entscheidungstext OGH 29.03.2017 1 Ob 60/17f
    Vgl auch; Beis wie T17
  • 3 Ob 106/18m
    Entscheidungstext OGH 14.08.2018 3 Ob 106/18m
  • 4 Ob 166/18t
    Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 166/18t
    Beis wie T14; Beis wie T19
  • 4 Ob 113/20a
    Entscheidungstext OGH 11.08.2020 4 Ob 113/20a
  • 9 ObA 81/20g
    Entscheidungstext OGH 29.09.2020 9 ObA 81/20g
    Vgl; Beis wie T19; Beisatz: Hier: § 29 Abs 2 AngG. (T23)

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1965:RS0021821

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

02.03.2021

Dokumentnummer

JJR_19650324_OGH0002_0060OB00084_6500000_001

Rechtssatz für 6Ob84/65 5Ob311/80 (5Ob3...

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Rechtssatz

Rechtssatznummer

RS0034319

Geschäftszahl

6Ob84/65; 5Ob311/80 (5Ob312/80); 1Ob790/82; 2Ob721/86; 10Ob2417/96f; 4Ob2265/96h; 3Ob200/08w; 8Ob114/11i; 9Ob79/14d; 6Ob236/15x; 9Ob32/16w; 3Ob43/17w; 3Ob106/18m; 4Ob166/18t; 4Ob113/20a

Entscheidungsdatum

24.03.1965

Norm

ABGB §1478

Rechtssatz

Ist in einem Werkvertrag im Vorhinein kein festes Entgelt vereinbart, so beginnt die Verjährungsfrist nicht mit der Vollendung des Werkes, sondern erst mit der Zumittlung der Rechnung an den Besteller.

Entscheidungstexte

  • 6 Ob 84/65
    Entscheidungstext OGH 24.03.1965 6 Ob 84/65
    Veröff: JBl 1966,250 (mit Besprechung von Wahle)
  • 5 Ob 311/80
    Entscheidungstext OGH 10.03.1981 5 Ob 311/80
    Vgl; Beisatz: Wird der Zeitpunkt der Rechnungslegung durch Vereinbarung bestimmt, ist diese als eine den allfälligen schon vorher bestandenen gesetzlichen Fälligkeitszeitpunkt (§ 1170 ABGB) hinausschiebende und keinesfalls als eine sogenannte "reine", die Fälligkeit nicht berührende Stundung anzusehen. (T1)
    Veröff: JBl 1982,429
  • 1 Ob 790/82
    Entscheidungstext OGH 15.12.1982 1 Ob 790/82
    Auch; Beis wie T1
  • 2 Ob 721/86
    Entscheidungstext OGH 29.09.1987 2 Ob 721/86
    Vgl auch
  • 10 Ob 2417/96f
    Entscheidungstext OGH 11.02.1997 10 Ob 2417/96f
    Auch; Beisatz: Wurde aber ein Zeitpunkt für die Rechnungslegung vereinbart, so ist dieser Zeitpunkt für den Beginn der Verjährung maßgebend. (T2)
  • 4 Ob 2265/96h
    Entscheidungstext OGH 12.11.1996 4 Ob 2265/96h
  • 3 Ob 200/08w
    Entscheidungstext OGH 25.02.2009 3 Ob 200/08w
  • 8 Ob 114/11i
    Entscheidungstext OGH 22.11.2011 8 Ob 114/11i
    Auch
  • 9 Ob 79/14d
    Entscheidungstext OGH 27.11.2014 9 Ob 79/14d
    Auch
  • 6 Ob 236/15x
    Entscheidungstext OGH 21.12.2015 6 Ob 236/15x
  • 9 Ob 32/16w
    Entscheidungstext OGH 26.07.2016 9 Ob 32/16w
  • 3 Ob 43/17w
    Entscheidungstext OGH 30.08.2017 3 Ob 43/17w
    Vgl; Beisatz: Hier: Leistungsentgelt eines Kommunikationsdienstleisters. (T3)
  • 3 Ob 106/18m
    Entscheidungstext OGH 14.08.2018 3 Ob 106/18m
  • 4 Ob 166/18t
    Entscheidungstext OGH 23.10.2018 4 Ob 166/18t
  • 4 Ob 113/20a
    Entscheidungstext OGH 11.08.2020 4 Ob 113/20a

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1965:RS0034319

Im RIS seit

15.06.1997

Zuletzt aktualisiert am

29.10.2020

Dokumentnummer

JJR_19650324_OGH0002_0060OB00084_6500000_002

Entscheidungstext 6Ob84/65

Gericht

OGH

Dokumenttyp

Entscheidungstext

Geschäftszahl

6Ob84/65

Entscheidungsdatum

24.03.1965

Norm

ABGB §1170
ABGB §1486 Z1

Kopf

SZ 38/44

Spruch

Der nicht im vorhinein fix vereinbarte Werklohn wird erst mit der innerhalb verkehrsüblicher Frist erfolgten Zumittlung der Rechnung fällig, mit der der Lauf der Verjährungsfrist beginnt

Entscheidung vom 24. März 1965, 6 Ob 84/65

I. Instanz: Bezirksgericht Wiener Neustadt; II. Instanz:

Kreisgericht Wiener Neustadt

Text

Der Kläger hat für die Beklagte Baumeisterarbeiten geleistet, die Ende August 1961 zur Gänze abgeschlossen waren. Das Gerüst wurde erst Mitte September 1961 abgeholt, nachdem es schon vorher abgebaut worden war. Die Rechnung über diese Arbeiten datiert vom 18. September 1961.

Das Erstgericht wies das auf Zahlung eines restlichen Werklohnes von 10.217.47 S gerichtete Klagebegehren auf Grund dieses außer Streit stehenden Sachverhaltes ohne Aufnahme weiterer Beweise ab. Es führte aus, die dreijährige Verjährungsfrist nach § 1486 Z. 1 ABGB. beginne mit der objektiven Möglichkeit der Klageeinbringung zu laufen. Dies sei beim Werkvertrag gemäß § 1170 ABGB. mangels anderer Vereinbarung mit der Vollendung des Werkes und nicht erst mit der Rechnungslegung, demnach im vorliegenden Fall mit Ende August 1961. Da die Klage erst am 11. September 1964 eingebracht wurde, sei der ihr zugrundeliegende Anspruch verjährt.

Das Berufungsgericht hob dieses Urteil auf und verwies die Sache unter Rechtskraftvorbehalt zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Erstgericht zurück. Hiezu führte es aus, ganz allgemein setze der Beginn der Verjährung von Geldforderungen deren Fälligkeit voraus. Falls bei Werkverträgen im vorhinein ein bestimmter Pauschalpreis vereinbart sei, der Besteller also wisse, wieviel er zu zahlen habe, möge der Lauf der Verjährung mit der Beendigung der Arbeiten beginnen. Mangels eines solchen im vorhinein fixierten Pauschalpreises jedoch ergebe sich aus der Natur der Sache die Notwendigkeit einer der Arbeitsvollendung nachfolgenden Abrechnung oder Rechnungslegung. Diese führe erst die Fälligkeit des Anspruches herbei und löse den Beginn der Verjährungsfrist aus. Eine Rechnungslegung 18 Tage nach Beendigung der Arbeiten sei während der Bausaison keinesfalls unangemessen oder unüblich.

Im fortgesetzten Verfahren werde daher zu klären sein, ob der auf die ursprünglich in Auftrag gegebenen Verputzarbeiten entfallende Lohn von 15.200 S, auf den die Beklagte unbestrittenermaßen 10.000 S bezahlt habe, ein fix vereinbarter Pauschalpreis war, der einer Rechnungslegung dicht bedurfte, in welchem Falle die Restforderung von 5200 S verjährt sein könnte; hinsichtlich des auf die nachträglich in Auftrag gegebenen Arbeiten entfallenden Betrages fehle es überhaupt an Tatsachenbehauptungen für die Annahme der Verjährung.

Der Oberste Gerichtshof gab dem Rekurs der Beklagten nicht Folge.

Rechtliche Beurteilung

Aus der Begründung:

§ 1170 ABGB. besagt, daß beim Werkvertrag in der Regel, nämlich wenn nicht die Ausnahme des Satzes 2 dieser Gesetzesstelle Platz greift, das Entgelt nach Vollendung des Werkes zu entrichten ist, das heißt, der Unternehmer kann es nicht früher fordern und der Besteller braucht es nicht früher zu entrichten. Es ist daher in der Regel die Vollendung des Werkes mit der Fälligkeit des Werklohnes gleichzusetzen, sofern nicht eine andere Vereinbarung oder eine andere Verkehrsübung die Annahme einer späteren Fälligkeit rechtfertigen (SZ. XXIII 26, 8 Ob 192/62).

Es ist daher dem Berufungsgericht darin beizupflichten, daß dann, wenn der Werklohn im vorhinein fix vereinbart ist, sodaß es keiner Rechnungslegung nach Vollendung des Werkes bedarf, der Regelfall des § 1170 ABGB. Platz zu greifen hat, daß also der Werklohn mit der Vollendung des Werkes fällig wird und auch die Verjährungsfrist mit diesem Zeitpunkt zu laufen beginnt. Es ist jedoch dem Berufungsgericht auch darin zu folgen, daß dann, wenn eine solche fixe Pauschalvereinbarung nicht vorliegt, sondern der Unternehmer seine Forderung erst detailliert errechnen muß, was naturgemäß erst nach Beendigung der Arbeiten geschehen kann, der Regelfall nicht gegeben ist, sondern die Fälligkeit des Werklohnes erst mit der Zumittlung der Rechnung an den Besteller eintritt. Vorher kann ja weder der Unternehmer einen bestimmten Betrag fordern, noch der Besteller einen solchen bezahlen.

Wie der Oberste Gerichtshof wiederholt ausgesprochen hat, beginnt die Verjährung von Werklohnforderungen in einem gewerblichen oder geschäftlichen Betrieb, wenn keine anderen Vereinbarungen vorliegen, in dem Zeitpunkt zu laufen, in dem eine Rechnungslegung objektiv möglich ist, wie überhaupt die Verjährungsfrage grundsätzlich auf objektive Kriterien abzustellen ist (JBl. 1958 S. 522, 6 Ob 443/59).

Gewiß wäre es nicht angängig, daß der Unternehmer durch absichtliche oder unabsichtliche Verzögerung der Rechnungslegung die Fälligkeit und damit den Beginn des Verjährungsablaufes nach seinem Belieben hinausschiebt. Hiebei wird auf die Verkehrsübung Bedacht zu nehmen und danach zu beurteilen sein, ob der Zeitraum zwischen der Vollendung des Werkes und der Zumittlung der Rechnung an den Besteller nach der Geschäftsbranche, der Saison, der räumlichen Entfernung, einer allfälligen Gepflogenheit zwischen den Parteien und dergleichen mehr als verkehrsüblich gelten kann. Eine Verzögerung von nicht einmal einem Monat wird in der Baubranche innerhalb der Bausaison, wenn nicht besondere Umstände vorliegen, nicht als unüblich bezeichnet werden können.

Die Ansicht der Rekurswerberin, die Verjährungsfrist beginne auch dann mit der Vollendung des Werkes zu laufen, wenn die Höhe des Werklohnes nicht bekannt sei, kann nicht geteilt werden, da - wie oben dargelegt wurde - der Beginn der Verjährung die Fälligkeit der Forderung voraussetzt, und diese, wenn die Höhe nicht von vornherein feststeht, erst durch Zumittlung der Rechnung eintritt.

Schlagworte

Fälligkeit des Werklohnes, Verjährungsfrist beim Werkvertrag, Werkvertrag Verjährungsfrist

Anmerkung

Z38044

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:OGH0002:1965:0060OB00084.65.0324.000

Dokumentnummer

JJT_19650324_OGH0002_0060OB00084_6500000_000