Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 2006/15/0127

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8357 F/2008

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

2006/15/0127

Entscheidungsdatum

27.08.2008

Index

E3L E09301000
32/04 Steuern vom Umsatz

Norm

31977L0388 Umsatzsteuer-RL 06te;
UStG 1994 §12 Abs2 Z2 litb;

Rechtssatz

Gemäß § 12 Abs. 2 Z 2 lit. b UStG 1994 gelten Lieferungen und sonstige Leistungen in Zusammenhang mit PKW und Kombi nicht als für das Unternehmen ausgeführt, weshalb ein Vorsteuerabzug aus diesen Lieferungen und sonstigen Leistungen nicht möglich ist. Nach der - insbesondere auch vor dem Hintergrund des Regimes der Sechsten MwSt-Richtlinie 77/388/EWG ergangenen - Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes beschränkt sich der Inhalt der Regelung auf diesen Vorsteuerausschluss (vgl. beispielsweise die hg. Erkenntnisse vom 21. September 2006, 2004/15/0072, und vom 16. Dezember 1991, 91/15/0045 sowie die hg. Beschlüsse vom 29. März 2001, 2000/14/0155, und vom 22. September 1999, 98/15/0136).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2008:2006150127.X01

Im RIS seit

08.10.2008

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2013

Dokumentnummer

JWR_2006150127_20080827X01

Rechtssatz für 2006/15/0127

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8357 F/2008

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

2006/15/0127

Entscheidungsdatum

27.08.2008

Index

32/04 Steuern vom Umsatz

Norm

UStG 1994 §12 Abs2 Z2 litb;
UStG 1994 §6 Abs1 Z26;

Rechtssatz

Nach § 6 Abs. 1 Z 26 UStG 1994 ist die Lieferung von Gegenständen (unecht) von der Umsatzsteuer befreit, wenn beim Erwerb der Gegenstände eine Vorsteuerausschlussregelung zur Anwendung gekommen ist. § 6 Abs. 1 Z 26 UStG 1994 erwähnt die Vorsteuerausschlüsse, die sich aus (unecht steuerbefreiten) Umsätzen nach § 6 Abs. 1 Z 7 bis 25 UStG 1994 ergeben. Die Weiterveräußerung von Pkw und Kombi iSd § 12 Abs. 2 Z 2 lit. b UStG 1994 wird in § 6 Abs. 1 Z 26 UStG 1994 nicht ausdrücklich erwähnt, wählte doch der Gesetzgeber des UStG 1994 für diese Gegenstände eine andere sprachliche Ausdrucksweise ("nicht als für das Unternehmen ausgeführt"), aus der sich bereits ergab, dass die Weiterveräußerung dieser Gegenstände nicht umsatzsteuerpflichtig ist.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2008:2006150127.X02

Im RIS seit

08.10.2008

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2013

Dokumentnummer

JWR_2006150127_20080827X02

Rechtssatz für 2006/15/0127

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8357 F/2008

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

2006/15/0127

Entscheidungsdatum

27.08.2008

Index

E3L E09301000
32/04 Steuern vom Umsatz

Norm

31977L0388 Umsatzsteuer-RL 06te;
UStG 1994 §12 Abs2 Z2 litb;
UStG 1994 §6 Abs1 Z26;

Rechtssatz

Im Hinblick darauf, dass die Regelung des § 12 Abs. 2 Z 2 lit. b UStG 1994 als (bloßer) Vorsteuerausschluss zu interpretieren ist und dass § 6 Abs. 1 Z 26 UStG 1994 die Weiterveräußerung von Gegenständen, die von einer Vorsteuerausschlussbestimmung erfasst waren, von den Steuer befreit, ist der Regelung des § 6 Abs. 1 Z 26 UStG 1994 vor dem Hintergrund der Sechsten MwSt-Richtlinie die Bedeutung beizumessen, dass sie auch die Weiterveräußerung der unter § 12 Abs. 2 Z 2 lit. b UStG 1994 fallenden Pkw und Kombi von der Steuer befreit.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2008:2006150127.X03

Im RIS seit

08.10.2008

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2013

Dokumentnummer

JWR_2006150127_20080827X03

Rechtssatz für 2006/15/0127

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8357 F/2008

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

2006/15/0127

Entscheidungsdatum

27.08.2008

Index

E6J
32/04 Steuern vom Umsatz

Norm

62005CJ0240 Eurodental VORAB;
UStG 1994 §12 Abs16;
UStG 1994 §12 Abs2 Z2 litb;

Rechtssatz

Mit dem Fall des Zusammentreffens einer echten Steuerbefreiung einerseits mit einer unechten Steuerbefreiung andererseits hat sich der EuGH im Urteil vom 7. Dezember 2006, C-240/05, Eurodental, auseinander gesetzt. Er ist zum Ergebnis gelangt, dass in einem solchen Kollisionsfall die unechte Steuerbefreiung vorgeht (vgl. auch die Anmerkung zu diesem Urteil in taxlex 2007, 52). [Hier: Es kommt § 12 Abs. 16 UStG 1994 nicht zur Anwendung, weil diese Bestimmung eine steuerfreie Lieferung gemäß § 6 Abs. 1 Z 1 leg. cit. voraussetzt und bei einer Kollision von echten Steuerbefreiungen mit Vorsteuerabzug (zB Ausfuhrlieferungen) und unechten Steuerbefreiungen ohne Vorsteuerabzug (hier Veräußerung eines Fahrzeuges, für das ein Vorsteuerabzug nicht möglich war) die unechte Steuerbefreiung vorgeht.]

Gerichtsentscheidung

EuGH 62005J0240 Eurodental VORAB

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2008:2006150127.X04

Im RIS seit

08.10.2008

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2013

Dokumentnummer

JWR_2006150127_20080827X04

Rechtssatz für 2006/15/0127

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8357 F/2008

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

2006/15/0127

Entscheidungsdatum

27.08.2008

Index

32/04 Steuern vom Umsatz

Norm

UStG 1994 §12 Abs16;
UStG 1994 §12 Abs2 Z2 litb;

Rechtssatz

Die Beschwerdeführerin betreibt einen Kraftfahrzeughandel mit Reparaturwerkstätte sowie ein Transportunternehmen und schaffte im Oktober 2001 einen gebrauchten PKW an. Dieses Fahrzeug wurde bis November 2003 im Unternehmen eingesetzt und im Anschluss daran nach Russland verkauft, wobei anlässlich des Verkaufs Vorsteuer gemäß § 12 Abs. 16 UStG 1994 geltend gemacht wurde. Der Verkauf eines zur Weiterveräußerung angeschafften Fahrzeuges kann nicht mit dem Verkauf des verfahrensgegenständlichen Fahrzeuges gleichgesetzt werden, zumal die Zuerkennung des (fiktiven) Vorsteuerabzuges für dieses Fahrzeug gemäß § 12 Abs. 16 UStG 1994 den Vorsteuerausschlusstatbestand des § 12 Abs. 2 Z 2 lit. b UStG 1994 im Ergebnis unbeachtet lassen würde und eine vom Gesetzgeber nicht beabsichtigte Umsatzsteuerentlastung des während der unternehmerischen Nutzung im Anlagevermögen eingetretenen Verbrauches (Wertverzehr) zur Folge hätte.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2008:2006150127.X05

Im RIS seit

08.10.2008

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2013

Dokumentnummer

JWR_2006150127_20080827X05

Rechtssatz für 2006/15/0127

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 8357 F/2008

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

2006/15/0127

Entscheidungsdatum

27.08.2008

Index

E3L E09301000
32/04 Steuern vom Umsatz

Norm

31977L0388 Umsatzsteuer-RL 06te;
UStG 1994 §12 Abs16;

Rechtssatz

Der Sechsten MwSt-Richtlinie ist ein Vorsteueranspruch, wie ihn § 12 Abs. 16 UStG 1994 normiert, nicht zu entnehmen (Hinweis auf Ruppe, UStG 19942, § 12 Tz 263).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2008:2006150127.X06

Im RIS seit

08.10.2008

Zuletzt aktualisiert am

21.05.2013

Dokumentnummer

JWR_2006150127_20080827X06