Verwaltungsgerichtshof (VwGH)

Rechtssatz für 99/15/0119

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 7717 F/2002

Rechtssatznummer

1

Geschäftszahl

99/15/0119

Entscheidungsdatum

22.05.2002

Index

32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Norm

EStG 1988 §2 Abs2;

Rechtssatz

Seit dem Abgabenänderungsgesetz 1989, BGBl. Nr. 660, sind gemäß § 2 Abs. 2 EStG 1988 "Verluste aus Betrieben, deren Unternehmensschwerpunkt im Verwalten unkörperlicher

Wirtschaftsgüter gelegen ist, ... weder ausgleichsfähig noch gemäß

§ 18 Abs. 6 und 7 vortragsfähig. Solche Verluste sind mit Gewinnen (Gewinnanteilen) aus diesem Betrieb frühestmöglich zu verrechnen" (Satz 2 und 3; die Neufassung des zweiten Satzes durch das Strukturanpassungsgesetz 1996 fügte dem Verwalten unkörperlicher Wirtschaftsgüter noch die gewerbliche Vermietung von Wirtschaftsgütern hinzu). Die Regelung soll einem neuen Typ von Verlustzuweisungsgesellschaften - Unternehmen, die praktisch nur zum Zweck von Verlustzuweisungen ins Leben gerufen werden - entgegenwirken (Ausschussbericht 1162 BlgNR 17. GP, 2 f). Die Bestimmung spricht von der Verwaltung unkörperlicher Wirtschaftsgüter als Unternehmensschwerpunkt, hat also die Verwaltung solchen Vermögens gerade in der Form eines Gewerbebetriebes im Auge. Das Verlustausgleichsverbot gilt auch für Unternehmensverluste von Mitunternehmerschaften, sodass Verlustanteile der Gesellschafter nicht ausgleichsfähig sind (Quantschnigg/Schuch, Einkommensteuerhandbuch § 2 Tz 56, Doralt, EStG4 § 2 Tz 177/4 ff).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2002:1999150119.X01

Im RIS seit

19.09.2002

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2013

Dokumentnummer

JWR_1999150119_20020522X01

Rechtssatz für 99/15/0119

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 7717 F/2002

Rechtssatznummer

2

Geschäftszahl

99/15/0119

Entscheidungsdatum

22.05.2002

Index

32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Norm

EStG 1988 §2 Abs2;

Rechtssatz

§ 2 Abs. 2 EStG 1988 enthält keine Einschränkung auf das Anlagevermögen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2002:1999150119.X02

Im RIS seit

19.09.2002

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2013

Dokumentnummer

JWR_1999150119_20020522X02

Rechtssatz für 99/15/0119

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 7717 F/2002

Rechtssatznummer

3

Geschäftszahl

99/15/0119

Entscheidungsdatum

22.05.2002

Index

32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Norm

EStG 1988 §18 Abs6;
EStG 1988 §18 Abs7;
EStG 1988 §2 Abs2;
EStG 1988 §2 unkörperliche Wirtschaftsgüter;

Rechtssatz

Mit der Verordnung BGBl 1996/734 wurde lediglich klargestellt, dass auch Verluste aus der - schwerpunktmäßigen - Verwaltung von unkörperlichem Umlaufvermögen unter das Verlustausgleichsverbot fallen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2002:1999150119.X03

Im RIS seit

19.09.2002

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2013

Dokumentnummer

JWR_1999150119_20020522X03

Rechtssatz für 99/15/0119

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 7717 F/2002

Rechtssatznummer

4

Geschäftszahl

99/15/0119

Entscheidungsdatum

22.05.2002

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

BAO §115 Abs4;
VwRallg;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 90/13/0292 E 29. April 1992 RS 6 (hier nur der zweite Satz)

Stammrechtssatz

Ein Verstoß gegen das Prinzip von Treu und Glauben kann eintreten, wenn ein Abgabepflichtiger sein steuerliches Verhalten einer abgabenrechtlichen Rechtsauskunft entsprechend einrichtet (Hinweis E 12.4.1984, 84/15/0041). Doch kann eine aus dem Grundsatz von Treu und Glauben allenfalls folgende Bindung an eine erteilte Auskunft immer nur diejenige Behörde treffen, die die entsprechenden Auskünfte und Zusagen erteilt hat (Hinweis E 14.1.1991, 90/15/0116; E 10.6.1991, 90/15/0115).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2002:1999150119.X04

Im RIS seit

19.09.2002

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2013

Dokumentnummer

JWR_1999150119_20020522X04

Rechtssatz für 99/15/0119

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 7717 F/2002

Rechtssatznummer

5

Geschäftszahl

99/15/0119

Entscheidungsdatum

22.05.2002

Index

001 Verwaltungsrecht allgemein
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

BAO §114;
BAO §115 Abs1;
VwRallg;

Hinweis auf Stammrechtssatz

GRS wie 87/14/0091 E 8. September 1992 VwSlg 6707 F/1992 RS 3

Stammrechtssatz

Allgemeinen Verwaltungsanweisungen, wie zB Richtlinien oder Erlässen, kann unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben nicht die gleiche Wirkung beigemessen werden, wie einer verbindlichen Zusage oder Auskunft für den Einzelfall, weil der Grundsatz von Treu und Glauben ein konkretes Verhältnis zwischen dem Abgabepflichtigen und dem Finanzamt voraussetzt, bei dem sich allein eine Vertrauenssituation bilden kann (Hinweis BFH 21.12.1972, IV R 53/72, BStBl 1973, 298).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2002:1999150119.X05

Im RIS seit

19.09.2002

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2013

Dokumentnummer

JWR_1999150119_20020522X05

Rechtssatz für 99/15/0119

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 7717 F/2002

Rechtssatznummer

6

Geschäftszahl

99/15/0119

Entscheidungsdatum

22.05.2002

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

BAO §299;
BAO §307 Abs2;

Rechtssatz

Die Bestimmung des § 307 Abs. 2 BAO ist für Aufhebungen gemäß § 299 BAO auch nicht analog anzuwenden (Hinweis E 17. September 1992, 91/16/0085).

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2002:1999150119.X06

Im RIS seit

19.09.2002

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2013

Dokumentnummer

JWR_1999150119_20020522X06

Rechtssatz für 99/15/0119

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 7717 F/2002

Rechtssatznummer

7

Geschäftszahl

99/15/0119

Entscheidungsdatum

22.05.2002

Index

32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht

Norm

BAO §295;
BAO §299;

Rechtssatz

Unter einem Bescheid im Sinne des § 299 BAO ist auch ein gemäß § 295 BAO ergangener Bescheid zu verstehen.

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2002:1999150119.X07

Im RIS seit

19.09.2002

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2013

Dokumentnummer

JWR_1999150119_20020522X07

Rechtssatz für 99/15/0119

Entscheidungsart

Erkenntnis

Dokumenttyp

Rechtssatz

Sammlungsnummer

VwSlg 7717 F/2002

Rechtssatznummer

8

Geschäftszahl

99/15/0119

Entscheidungsdatum

22.05.2002

Index

10/01 Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG)
10/07 Verwaltungsgerichtshof
32/01 Finanzverfahren allgemeines Abgabenrecht
32/02 Steuern vom Einkommen und Ertrag

Norm

BAO §20;
BAO §299;
B-VG Art130 Abs2;
EStG 1988 §2 Abs2;
VwGG §41 Abs1;

Rechtssatz

Bei Ermessensentscheidungen (hier nach § 299 BAO) beschränkt sich die Überprüfung durch den Verwaltungsgerichtshof darauf, ob vom eingeräumten Ermessen innerhalb der vom Gesetzgeber gezogenen Grenzen Gebrauch gemacht wurde, oder ob dies - in Form einer Ermessensüberschreitung oder eines Ermessensmissbrauches - nicht der Fall gewesen ist. Im Verhältnis zu den Interessen von Beteiligten, die durch Verlustbeteiligungsmodelle gezielt steuerliche Verluste anstreben, am bescheidmäßigen Rechtsbestand wiegt das Prinzip der Rechtsrichtigkeit und der Gleichmäßigkeit der Besteuerung besonders schwer (Hinweis E 24. Februar 2000, 96/15/0129).

Schlagworte

Beschwerdepunkt Beschwerdebegehren Entscheidungsrahmen und Überprüfungsrahmen des VwGH Ermessensentscheidungen

European Case Law Identifier (ECLI)

ECLI:AT:VWGH:2002:1999150119.X08

Im RIS seit

19.09.2002

Zuletzt aktualisiert am

16.05.2013

Dokumentnummer

JWR_1999150119_20020522X08