Landesrecht konsolidiert Vorarlberg: Gesamte Rechtsvorschrift für Naturschutzgebiet Hohe Kugel - Hoher Freschen - Mellental in Damüls, Dornbirn, Fraxern, Götzis, Hohenems, Klaus, Koblach, Laterns,..., Fassung vom 15.08.2022

§ 0

Langtitel

Verordnung der Landesregierung über das Naturschutzgebiet Hohe Kugel - Hoher Freschen - Mellental in Damüls, Dornbirn, Fraxern, Götzis, Hohenems, Klaus, Koblach, Laterns, Mellau und Viktorsberg

StF: LGBl.Nr. 7/1979

Änderung

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund der §§ 4, 8 Abs. 2, 9 Abs. 2, 11 und 12 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes, LGBl.Nr. 36/1969, wird verordnet:

§ 1

Beachte für folgende Bestimmung

**) Die zeichnerische Darstellung liegt im Amt der Landesregierung, in den Bezirkshauptmannschaften Bludenz, Bregenz, Dornbirn und Feldkirch sowie in den Gemeindeämtern Damüls, Dornbirn, Fraxern, Götzis, Hohenems, Klaus, Koblach, Laterns, Mellau und Viktorsberg während der Amtsstunden zur allgemeinen Einsicht auf.

Text

§ 1*)
Schutzgebiet

Das in der zeichnerischen Darstellung (drei Teilpläne) des Amtes der Vorarlberger Landesregierung vom 20.02.2013, Zl. IVe-131.09**), im Maßstab 1:8000, planlich ausgewiesene Gebiet in den Gemeinden Damüls, Dornbirn, Fraxern, Götzis, Hohenems, Klaus, Koblach, Laterns, Mellau und Viktorsberg ist als Naturschutzgebiet „Hohe Kugel – Hoher Freschen – Mellental“ nach dieser Verordnung geschützt.

*) Fassung LGBl.Nr. 26/2013

§ 2

Text

§ 2*)
Schutzziele

Zweck der Errichtung des Naturschutzgebietes „Hohe Kugel – Hoher Freschen – Mellental“ ist es,

a)

das größte Naturschutzgebiet Vorarlbergs in seiner landschaftlichen, submontanen bis subalpinen Vielfalt, welche durch Kulturlandschaften, Bergwälder und Alpweiden geprägt ist und in seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt, zu erhalten und zu bewahren,

b)

die Lebensräume für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt zu sichern, zu bewahren oder wieder herzustellen, sowie die Lebensstätten der Tiere vor Störungen zu bewahren,

c)

den Erholungswert des Gebietes für den Menschen zu sichern und zu bewahren.

*) Fassung LGBl.Nr. 26/2013

§ 3

Text

§ 3*)
Verbote

(1) Im Naturschutzgebiet dürfen keine Veränderungen oder sonstigen Einwirkungen vorgenommen werden, die geeignet sind, die Schutzziele oder die Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes zu beeinträchtigen. Als Veränderung oder Einwirkung gelten insbesondere

a)

die Errichtung oder Änderung von Bauwerken,

b)

die Errichtung oder der Betrieb von Bodenabbauanlagen,

c)

die Ablagerung von Materialien,

d)

der Bau von Wegen und Straßen,

e)

die Erstellung von Seilschwebebahnen, Sesselliften, Schleppliften oder anderen mechanischen Aufstiegshilfen,

f)

Veränderungen der Bodenbeschaffenheit im Zusammenhang mit der Errichtung oder Erhaltung von Schiloipen und -pisten.

(2) Im Naturschutzgebiet ist es überdies verboten,

a)

Pflanzen jeder Art zu beschädigen, auszureißen, auszugraben oder Teile davon abzupflücken, abzuschneiden oder abzureißen,

b)

Zelt- und Lagerplätze einzurichten sowie Wohnwagen aufzustellen,

c)

Ankündigungen und Werbeanlagen anzubringen,

d)

durch Lärm, Licht oder auf sonstige Weise unnötige Störungen zu erzeugen,

e)

mit Hubschraubern für touristische Zwecke zu landen.

(3) Von den Vorschriften der Abs. 1 und 2 bleiben unberührt

a)

die ordentliche land- und forstwirtschaftliche Nutzung,

b)

die Errichtung oder Änderung landwirtschaftlicher Gebäude,

c)

die Errichtung oder Änderung sonstiger Gebäude in der Parzelle Meschach der Marktgemeinde Götzis auf den als Bauflächen gewidmeten Flächen,

d)

die Ausübung der Jagd und Fischerei,

e)

Maßnahmen, die zur Erhaltung und Förderung der Schutzziele, sowie dem Neophytenmanagement dienen, im Auftrag oder Einvernehmen mit der Behörde,

f)

Einsätze im Rahmen des Hilfs- und Rettungswesens und der Katastrophenhilfe.

*) Fassung LGBl.Nr. 26/2013

§ 4

Text

§ 4*)
Ausnahmen

(1) Von den Verboten des § 3 können auf Antrag oder von Amts wegen Ausnahmen bewilligt werden, wenn ein Vorhaben

a)

aus Gründen der öffentlichen Sicherheit unumgänglich notwendig ist oder

b)

die Natur und Landschaft des Schutzgebietes und die Schutzziele nicht wesentlich beeinträchtigt und andere öffentliche Interessen, insbesondere solche der Land- und Forstwirtschaft, überwiegen.

(2) Durch Bedingungen oder Auflagen oder durch eine Befristung der Bewilligung ist sicherzustellen, dass die Interessen des Naturschutzes durch das Vorhaben nicht oder möglichst wenig beeinträchtigt werden.

*) Fassung LGBl.Nr. 26/2013

§ 5

Text

§ 5

Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung treten die Verordnung über den Schutz der Landschaft im Gebiet Laterns - Furka, LGBl.Nr. 19/1968, sowie die Verordnung über den Schutz der Alpenpflanzen im Gebiet der Alpe Portla, Damüls, LGBl.Nr. 39/1969, außer Kraft.