Landesrecht konsolidiert Vorarlberg: Gesamte Rechtsvorschrift für Landesgesundheitsfondsgesetz, Fassung vom 16.07.2024

§ 0

Langtitel

Gesetz über die Errichtung eines Gesundheitsfonds für das Land Vorarlberg

StF: LGBl.Nr. 45/2013

Sonstige Textteile

Inhaltsverzeichnis

1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen

Paragraph eins, Landesgesundheitsfonds

Paragraph 2, Begriffsbestimmungen

Paragraph 3, Aufgaben des Landesgesundheitsfonds

Paragraph 4, Aufgaben in den Angelegenheiten als Fonds

Paragraph 5, Aufgaben in den allgemeinen gesundheitspolitischen Angelegenheiten

Paragraph 6, Aufgaben in den Angelegenheiten der Zielsteuerung

Paragraph 7, Grundsätze für die Aufgabenerfüllung

2. Abschnitt: Organisation des Landesgesundheitsfonds

1. Unterabschnitt: Allgemeines

Paragraph 8, Organe des Landesgesundheitsfonds

Paragraph 9, Vetorecht des Bundes

2. Unterabschnitt: Gesundheitsplattform

Paragraph 10, Mitglieder der Gesundheitsplattform

Paragraph 11, Ersatzmitglieder der Gesundheitsplattform

Paragraph 12, Dauer und Ende der Mitgliedschaft in der Gesundheitsplattform

Paragraph 13, Stimmrechte der Mitglieder der Gesundheitsplattform

Paragraph 14, Aufgaben der Gesundheitsplattform

Paragraph 15, Beschlussfähigkeit in der Gesundheitsplattform

Paragraph 16, Beschlussfassung in der Gesundheitsplattform

Paragraph 17, Vorsitz der Gesundheitsplattform

Paragraph 18, Geschäftsordnung der Gesundheitsplattform

3. Unterabschnitt: Landes-Zielsteuerungskommission

Paragraph 19, Mitglieder der Landes-Zielsteuerungskommission

Paragraph 20, Ersatzmitglieder der Landes-Zielsteuerungskommission

Paragraph 21, Beschlussfähigkeit der Landes-Zielsteuerungskommission

Paragraph 22, Stimmrechte und Beschlüsse in der Landes-Zielsteuerungskommission

Paragraph 23, Willensbildung in den Kurien

Paragraph 24, Vorsitz der Landes-Zielsteuerungskommission

Paragraph 25, Geschäftsordnung der Landes-Zielsteuerungskommission

Paragraph 26, Koordinatoren

Paragraph 27, Aufgaben der Landes-Zielsteuerungskommission

4. Unterabschnitt: Geschäftsführung

Paragraph 28, Geschäftsführer oder Geschäftsführerin

Paragraph 29, Aufgaben

3. Abschnitt: Zielsteuerung-Gesundheit

1. Unterabschnitt: Landes-Zielsteuerungsübereinkommen

Paragraph 30, Abschluss und Dauer eines Landes-Zielsteuerungsübereinkommens

Paragraph 31, Inhalt des Landes-Zielsteuerungsübereinkommens

Paragraph 32, Steuerungsbereich Ergebnisorientierung

Paragraph 33, Steuerungsbereich Versorgungsstrukturen

Paragraph 34, Steuerungsbereich Versorgungsprozesse

Paragraph 35, Finanzzielsteuerung

2. Unterabschnitt: Sanktionsmechanismus für die Zielsteuerung-Gesundheit

Paragraph 36, Verstöße

Paragraph 37, Nicht-Erreichung von Zielen aus dem Zielsteuerungsvertrag und dem Landes- 
Zielsteuerungsübereinkommen

Paragraph 38, Verstöße gegen das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen

Paragraph 39, Nicht-Zustandekommen des Landes-Zielsteuerungsübereinkommens

Paragraph 40, Schlichtungsentscheidungen

4. Abschnitt: Planung der Gesundheitsversorgungsstruktur

Paragraph 41, Regionaler Strukturplan Gesundheit

Paragraph 42, Verordnungen der Gesundheitsplanungs GmbH

5. Abschnitt: Mittel des Landesgesundheitsfonds

Paragraph 43, Mittel

Paragraph 44, Beiträge des Landes, der Gemeinden und der Rechtsträger

Paragraph 45, Grundsätze über die Mittelverwendung

Paragraph 46, Zustimmung zu Investitionsvorhaben und Investitionszuschüsse

Paragraph 47, Festsetzung und Gewährung der Mittel für Planungen und Strukturreformen

Paragraph 48, Mittel für Zielsteuerungsprojekte

6. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Paragraph 49, Handlungsform und Bindungswirkung

Paragraph 50, Informationspflichten

Paragraph 51, Datenverarbeitung

Paragraph 52, Aufsicht über den Landesgesundheitsfonds

Paragraph 53, Schiedskommission

Paragraph 53 a, Videokonferenzen, Umlaufbeschlüsse

Paragraph 54, Übergangsbestimmungen

Paragraph 55, Inkrafttretensbestimmung zur Novelle LGBl.Nr. 11/2018

Paragraph 56, Inkrafttretensbestimmungen zur Novelle LGBl.Nr. 39/2018

Paragraph 57, Inkrafttretensbestimmung zur Novelle LGBl.Nr. 24/2020

Paragraph 59, Inkrafttretensbestimmung zur Novelle LGBl.Nr. 2/2021

Paragraph 60, Inkrafttretensbestimmungen zur Novelle LGBl.Nr. 4/2022

Paragraph 61, Inkrafttretensbestimmung zur Novelle LGBl.Nr. 26/2022

§ 1

Text

1. Abschnitt
Allgemeine Bestimmungen

Paragraph eins *,)Landesgesundheitsfonds

  1. Absatz einsFür das Land Vorarlberg wird ein Fonds mit Rechtspersönlichkeit und Sitz in Bregenz eingerichtet (Landesgesundheitsfonds).
  2. Absatz 2Der Landesgesundheitsfonds ist im Rahmen dieses Gesetzes zur Finanzierung der Fondskrankenanstalten sowie zur gesamthaften Planung und Steuerung aller Bereiche des Gesundheitswesens in Vorarlberg unter Berücksichtigung gesamtwirtschaftlicher Auswirkungen bestimmt.
  3. Absatz 3Das Land und der Landesgesundheitsfonds haben sich bei ihren Maßnahmen an den Public Health Grundsätzen der WHO sowie den Rahmen-Gesundheitszielen des Bundes zu orientieren und die Multiprofessionalität in der Versorgung, Prävention, Gesundheitsförderung sowie in der Forschung und Lehre zu stärken.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 2

Text

Paragraph 2 *,)Begriffsbestimmungen

Im Sinne dieses Gesetzes sind:

  1. Litera a
    Fondskrankenanstalten:
    1. Ziffer eins
      Öffentliche Krankenanstalten gemäß Paragraph 3, Litera a und b des Spitalgesetzes mit Ausnahme der Pflegeabteilungen für Psychiatrie sowie
    2. Ziffer 2
      private Krankenanstalten gemäß Paragraph 3, Litera a, des Spitalgesetzes, die als gemeinnützig gelten,
    soweit diese Krankenanstalten am 31. Dezember 1996 Zuschüsse des Krankenanstalten-Zusammenarbeitsfonds erhalten haben;
  2. Litera b
    Angelegenheiten des intramuralen Bereiches: Angelegenheiten, in denen die alleinige Zuständigkeit des Landes besteht, einschließlich Angelegenheiten des Landesgesundheitsfonds zur Durchführung der Finanzierung der Fondskrankenanstalten;
  3. Litera c
    Angelegenheiten des extramuralen Bereiches: Angelegenheiten, in denen die alleinige Zuständigkeit der Sozialversicherungsträger besteht;
  4. Litera d
    ambulanter Bereich: die ambulante Gesundheitsversorgung (insbesondere ärztliche Hilfe und gleichgestellte Leistungen im Sinne des Sozialversicherungsrechts) im niedergelassenen Bereich, in selbständigen Ambulatorien und in Spitalsambulanzen;
  5. Litera e
    ambulante Fachversorgung: die ambulante Leistungserbringung aus den Fachbereichen; die Fachbereiche orientieren sich an der Systematik der Sonderfächer gemäß Ärzteausbildungsordnung (ÄAO 2015) und schließen auch andere Gesundheitsberufe mit ein;
  6. Litera f
    „best point of service“: jene Stelle, an der die kurative Versorgung zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort, mit optimaler medizinischer und pflegerischer Qualität und gesamtwirtschaftlich möglichst kostengünstig erfolgt;
  7. Litera g
    integrierte Versorgung: eine patientenorientierte, kontinuierliche, sektorenübergreifende, interdisziplinäre und/oder multiprofessionelle und nach standardisierten Versorgungskonzepten ausgerichtete Versorgung;
  8. Litera h
    Österreichischer Strukturplan Gesundheit: der vom zuständigen Bundesminister oder von der zuständigen Bundesministerin im RIS (www.ris.bka.gv.at) veröffentlichte Österreichische Strukturplan Gesundheit.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 3

Text

Paragraph 3 A, u, f, g, a, b, e, n, des Landesgesundheitsfonds

Der Landesgesundheitsfonds hat Aufgaben in folgenden Bereichen:

  1. Litera a
    Angelegenheiten als Fonds;
  2. Litera b
    Allgemeine gesundheitspolitische Angelegenheiten;
  3. Litera c
    Angelegenheiten der Zielsteuerung.

§ 4

Text

Paragraph 4 *,)Aufgaben in den Angelegenheiten als Fonds

Der Landesgesundheitsfonds hat in den Angelegenheiten als Fonds folgende Aufgaben:

  1. Litera a
    die Erlassung von Richtlinien über das in Vorarlberg anzuwendende leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierungssystem sowie zur Abgeltung ambulanter Leistungen in Fondskrankenanstalten;
  2. Litera b
    die Erlassung von Richtlinien über die Gewährung finanzieller Zuwendungen aus Fondsmitteln bei Investitionsvorhaben der Fondskrankenanstalten;
  3. Litera c
    die Zustimmung zu Investitionsvorhaben der Fondskrankenanstalten, die Gewährung von Zuschüssen für Investitionen in Fondskrankenanstalten und die Kürzungen der leistungsorientierten Zahlungen nach Paragraph 46, Absatz 2 ;,
  4. Litera d
    die Festsetzung eines Gesamtbetrages für die Finanzierung von Planungen im intramuralen Bereich sowie für Strukturreformen zur Entlastung der Fondskrankenanstalten und Entscheidung über die Verwendung dieser Mittel;
  5. Litera e
    die Erstellung des Voranschlages, des Rechnungsabschlusses und des Tätigkeitsberichtes des Landesgesundheitsfonds;
  6. Litera f
    die Gewährung von leistungsorientierten Zahlungen an Fondskrankenanstalten für die Behandlung jener Patienten und Patientinnen, für die eine Leistungspflicht der Sozialversicherungsträger besteht;
  7. Litera g
    die Überwachung der Einhaltung des Regionalen Strukturplanes Gesundheit für Krankenanstalten, der Strukturqualitätskriterien und der Dokumentationsverpflichtungen in Fondkrankenanstalten sowie die Setzung von Maßnahmen bei Verstößen dagegen (Sanktionsmechanismus);
  8. Litera h
    die Abrechnung der Kosten für die Erbringung von Leistungen der Fondskrankenanstalten für ausländische Patienten und Patientinnen aufgrund zwischenstaatlicher Übereinkommen oder des Rechtes der Europäischen Union;
  9. Litera i
    der Austausch der Daten der Leistungserbringung zwischen den Fondskrankenanstalten und den Trägern der Sozialversicherung, soweit dies zur Erfüllung der jeweiligen gesetzlichen Aufgaben erforderlich ist.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 39/2018

§ 5

Text

Paragraph 5 A, u, f, g, a, b, e, n, in den allgemeinen
gesundheitspolitischen Angelegenheiten

Der Landesgesundheitsfonds hat in den allgemeinen gesundheitspolitischen Angelegenheiten folgende Aufgaben:

  1. Litera a
    (Weiter-)Entwicklung der Gesundheitsziele (inkl. Strategien zur Umsetzung) auf Landesebene;
  2. Litera b
    Grundsätze der Umsetzung von Qualitätsvorgaben für die Erbringung von intra- und extramuralen Gesundheitsleistungen;
  3. Litera c
    Grundsätze der Umsetzung von Vorgaben zum Nahtstellenmanagement;
  4. Litera d
    Mitwirkung am Auf- und Ausbau der für das Gesundheitswesen maßgeblichen Informations- und Kommunikationstechnologien (wie ELGA, eCard, Telehealth, Telecare) auf Landesebene;
  5. Litera e
    Umsetzung von Projekten zur Gesundheitsförderung;
  6. Litera f
    Evaluierung der von der Gesundheitsplattform auf Landesebene wahrgenommenen Aufgaben.

§ 6

Text

Paragraph 6 *,)
Aufgaben in den Angelegenheiten der Zielsteuerung

Der Landesgesundheitsfonds hat in den Angelegenheiten der Zielsteuerung folgende Aufgaben:

  1. Litera a
    Beratung und Beschluss des Landes-Zielsteuerungsübereinkommens und Erstellung der Strategie des Landesgesundheitsfonds;
  2. Litera b
    Koordination, Abstimmungen und Festlegungen aller aus dem Zielsteuerungsvertrag und dem Landes-Zielsteuerungsübereinkommen resultierenden Aufgaben und Maßnahmen zur Umsetzung;
  3. Litera c
    Mitwirkung am bundesweiten Monitoring und Behandlung des Monitoringberichts;
  4. Litera d
    Wahrnehmung von Agenden zum Sanktionsmechanismus gemäß dem 2. Unterabschnitt des 3. Abschnittes;
  5. Litera e
    Umsetzung der Regelungen für vertragliche und gemeinsam von Sozialversicherung und Ländern zu verantwortende sektorenübergreifende Finanzierungs- und Verrechnungsmechanismen auf Landesebene (z.B. Spitalsambulanzen, Gruppenpraxen und niedergelassene Fachärztinnen/Fachärzte, tagesklinische Versorgung, innovative Versorgungsformen etc.); Umsetzung von vereinbarten innovativen Modellen zur sektorenübergreifenden Finanzierung des ambulanten Bereichs;
  6. Litera f
    Angelegenheiten des Regionalen Strukturplans Gesundheit gemäß Artikel 5, der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens sowie Mitwirkung in Verfahren nach Maßgabe des Spitalgesetzes;
  7. Litera g
    Angelegenheiten der Großgeräte intra- und extramural;
  8. Litera h
    Erstellung einer Strategie zur Gesundheitsförderung;
  9. Litera i
    Entscheidung über die Verwendung der Mittel aus dem Gesundheitsförderungsfonds (Paragraph 43, Absatz 2,) unter Berücksichtigung des Artikel 10, der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens;
  10. Litera j
    Mitwirkung bei der Umsetzung von Qualitätsvorgaben für die Erbringung von intra- und extramuralen Gesundheitsleistungen;
  11. Litera k
    Umsetzung von Vorgaben zum Nahtstellenmanagement;
  12. Litera l
    Evaluierung der von der Landes-Zielsteuerungskommission wahrgenommenen Aufgaben.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 39/2018, 26/2022

§ 7

Text

Paragraph 7 *,)Grundsätze für die Aufgabenerfüllung

  1. Absatz einsDer Landesgesundheitsfonds hat bei der Erfüllung seiner Aufgaben darauf zu achten, dass
    1. Litera a
      eine qualitativ hochwertige, effektive und effiziente, allen frei zugängliche und gleichwertige Gesundheitsversorgung sichergestellt wird;
    2. Litera b
      die Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens unter Einhaltung der Finanzrahmenverträge abgesichert wird; und
    3. Litera c
      die Festlegungen der Bundesgesundheitsagentur sowie die Festlegungen im Zielsteuerungsvertrag und im Landes-Zielsteuerungsübereinkommen eingehalten werden.
  2. Absatz 2Im Falle eines vertragslosen Zustands mit den Vertragspartnern hat der Landesgesundheitsfonds daran mitzuwirken, schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung zu vermeiden. Dabei ist auch eine Einigung darüber anzustreben, welche Entgelte die Sozialversicherungsträger bei Mehrleistungen der Krankenanstalten an den Landesgesundheitsfonds zu bezahlen haben. Die Entgelte dürfen das Ausmaß der von den Sozialversicherungsträgern ersparten Arztkosten nicht überschreiten.
  3. Absatz 3Im Bereich der Zielsteuerung-Gesundheit ist den Prinzipien Wirkungsorientierung, Verantwortlichkeit, Rechenschaftspflicht, Offenheit und Transparenz von Strukturen bzw. Prozessen und Fairness zu entsprechen. Zur Steigerung der Effektivität und Effizienz sowie der Patientenorientierung sind als weitere Prinzipien zu befolgen:
    1. Litera a
      die Forcierung der Gesundheitsförderung und Prävention;
    2. Litera b
      im Krankheitsfall die kurative Versorgung am „best point of service“;
    3. Litera c
      die verbindliche Zusage zur aktiven Zusammenarbeit und wechselseitigen Unterstützung zwischen Bund, Ländern und Sozialversicherung bei der Umsetzung der gemeinsam vereinbarten Ziele;
    4. Litera d
      die patientenorientierte Qualität im Gesundheitswesen;
    5. Litera e
      Vorrang der Einrichtung von multiprofessionellen und integrativen Versorgungsformen gegenüber Einzelleistungserbringern auf allen Versorgungsebenen;
    6. Litera f
      die Sicherstellung einer nachhaltigen Sachleistungsversorgung.
  4. Absatz 4Zur Verwirklichung der im Absatz 3, angeführten Prinzipien sind im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit insbesondere folgende Ziele umzusetzen:
    1. Litera a
      Zielgerichtete Gesundheitsförderung und Prävention, Stärkung von evidenzbasierter Früherkennung und Frühintervention;
    2. Litera b
      Abbau des akutstationären Bereichs bei gleichzeitigem Ausbau der ambulanten Versorgung unter Sicherstellung des Zugangs zu und der Verfügbarkeit von allen notwendigen Leistungen;
    3. Litera c
      Optimierung der Prozesse und des Ressourceneinsatzes;
    4. Litera d
      hohe Behandlungsqualität sicherstellen und gegenüber der Bevölkerung transparent darstellen;
    5. Litera e
      Stärkung des Sachleistungsprinzips im ambulanten und stationären Bereich.
  5. Absatz 5Die Zielsteuerung-Gesundheit umfasst insbesondere folgende Handlungsfelder:
    1. Litera a
      der stationäre Bereich in den Akutkrankenanstalten ist durch medizinisch und gesamtwirtschaftlich begründete Verlagerung von Leistungen in den tagesklinischen oder ambulanten Bereich zu entlasten; die Leistungserbringung ist insbesondere im ambulanten Bereich bedarfsgerecht weiter zu entwickeln und hinsichtlich der Leistungsangebote (Spitalsambulanzen, selbstständige Ambulatorien sowie niedergelassener Bereich) aufeinander abzustimmen und festzulegen; darüber hinaus sind auf der Grundlage von objektiven Bewertungen unter Berücksichtigung bestehender Auslastungen Leistungsverlagerungen in Richtung effizienterer Strukturalternativen vorzunehmen und ineffiziente Strukturen zu reduzieren; Parallelstrukturen – vor allem eine ambulante Facharztversorgung im niedergelassenen und spitalsambulanten Bereich – sind abzubauen;
    2. Litera b
      im Bereich der Primärversorgung („Primary Health Care“) sind Primärversorgungseinheiten gemäß dem Primärversorgungsgesetz zu schaffen;
    3. Litera c
      zur Verbesserung der integrierten Versorgung, insbesondere bei chronischen Erkrankungen, sind interdisziplinäre und multiprofessionelle sowie intersektorale Zusammenarbeitsformen auszubauen sowie Behandlungsprozesse und Versorgungsstandards zu definieren;
    4. Litera d
      die „best points of service” sind mittels Versorgungsaufträgen zu definieren und die richtigen Anlauf- und Weiterbehandlungsstellen sind transparent zu machen; die Finanzierung ist sektorenübergreifend an Leistungsverschiebungen anzupassen;
    5. Litera e
      das für die Versorgung der Bevölkerung erforderliche Gesundheitspersonal ist sicherzustellen, bei gleichzeitiger Neuausrichtung der Aufgabenteilung im Hinblick auf die Aufgabenprofile der Gesundheitsberufe und bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer hohen Behandlungsqualität;
    6. Litera f
      ein umfassendes, vergleichbares, systematisches und standardisiertes Qualitätsmanagement (mit umfassender Messung der Ergebnisqualität sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich) ist sowohl im intramuralen als auch im extramuralen Bereich weiterzuentwickeln und fortzusetzen;
    7. Litera g
      Finanzierungs- und Honorierungssysteme sind stärker am Versorgungsbedarf auszurichten und so zu gestalten, dass die Ziele der Zielsteuerung-Gesundheit (insbesondere Versorgung am „best point of service“) und die Anforderungen an die Versorgungsformen unterstützt werden.

    *) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 8

Text

2. Abschnitt
Organisation des Landesgesundheitsfonds

1. Unterabschnitt
Allgemeines

Paragraph 8 O, r, g, a, n, e, des Landesgesundheitsfonds

  1. Absatz einsOrgane des Landesgesundheitsfonds sind:
    1. Litera a
      die Gesundheitsplattform;
    2. Litera b
      die Landes-Zielsteuerungskommission;
    3. Litera c
      die Geschäftsführung.
  2. Absatz 2Die Gesundheitsplattform kann beschließen, dass eine Gesundheitskonferenz als zusätzliches Organ eingerichtet wird, in dem die wesentlichen Akteure des Gesundheitswesens in Vorarlberg vertreten sind. Der Vorsitz obliegt dem für das Krankenanstaltenrecht zuständigen Mitglied der Landesregierung.
  3. Absatz 3Für die Mitgliedschaft in den Organen gebührt keine Vergütung durch den Landesgesundheitsfonds; der Paragraph 28, Absatz 4, bleibt unberührt.

§ 9

Text

Paragraph 9 *,)Vetorecht des Bundes

  1. Absatz einsDas Mitglied, das vom Bund in die Gesundheitsplattform oder in die Landes-Zielsteuerungskommission entsendet wird, hat ein Vetorecht gegen Beschlüsse, die gegen folgende Vorschriften verstoßen:
    1. Litera a
      Gesetze und Verordnungen;
    2. Litera b
      die Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG Zielsteuerung-Gesundheit;
    3. Litera c
      die Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens;
    4. Litera d
      den Zielsteuerungsvertrag oder
    5. Litera e
      Beschlüsse der Organe der Bundesgesundheitsagentur.
  2. Absatz 2Wenn das vom Bund entsandte Mitglied an der Teilnahme an der Sitzung verhindert ist, kann es sein Vetorecht unter Angabe einer Begründung binnen einer Woche nach Kenntnis des Beschlusses schriftlich einbringen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 10

Text

2. Unterabschnitt
Gesundheitsplattform

Paragraph 10 *,)Mitglieder der Gesundheitsplattform

  1. Absatz einsDie Gesundheitsplattform besteht – vorbehaltlich des Absatz 6, – aus 17 Mitgliedern.
  2. Absatz 2Der Gesundheitsplattform gehören an:
    1. Litera a
      fünf Mitglieder für das Land;
    2. Litera b
      fünf Mitglieder für die Träger der Sozialversicherung;
    3. Litera c
      ein Mitglied, das vom Bund entsendet wird;
    4. Litera d
      ein Mitglied, das vom Dachverband der Sozialversicherungsträger entsendet wird;
    5. Litera e
      ein Mitglied, das von der Ärztekammer entsendet wird;
    6. Litera f
      zwei Mitglieder, die vom Gemeindeverband entsendet werden;
    7. Litera g
      ein Mitglied, das von der Landesregierung aus dem Pflegebereich entsendet wird;
    8. Litera h
      der Patientenanwalt oder die Patientenanwältin.
  3. Absatz 3Für das Land sind folgende Mitglieder vertreten:
    1. Litera a
      das für das Krankenanstaltenrecht zuständige Mitglied der Landesregierung;
    2. Litera b
      vier von der Landesregierung entsandte Mitglieder.
  4. Absatz 4Für die Träger der Sozialversicherung sind folgende Mitglieder vertreten:
    1. Litera a
      vier von der Österreichischen Gesundheitskasse entsandte Mitglieder, wovon drei vom Landesstellenausschuss zu nominieren sind;
    2. Litera b
      ein Mitglied, das von der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen und der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau gemeinsam entsendet wird.
  5. Absatz 5Der Gemeindeverband hat eines seiner Mitglieder im Einvernehmen mit einem Rechtsträger einer Fondskrankenanstalt zu entsenden.
  6. Absatz 6Die Gesundheitsplattform kann die Aufnahme von bis zu vier weiteren Mitgliedern beschließen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 24/2020

§ 11

Text

Paragraph 11 E, r, s, a, t, z, m, i, t, g, l, i, e, d, e, r, der Gesundheitsplattform

  1. Absatz einsFür jedes Mitglied, mit Ausnahme des Mitglieds der Landesregierung und des Patientenanwaltes oder der Patientenanwältin, ist für den Fall der Befangenheit oder Verhinderung ein Ersatzmitglied namhaft zu machen. Für das vom Bund entsandte Mitglied können insgesamt drei Ersatzmitglieder namhaft gemacht werden; dasselbe gilt für das von der Ärztekammer entsandte Mitglied.
  2. Absatz 2Die Vertretung des Mitgliedes der Landesregierung richtet sich – vorbehaltlich des Paragraph 17, Absatz 5, – nach der Geschäftsverteilung der Landesregierung.
  3. Absatz 3Der Patientenanwalt oder die Patientenanwältin kann sich im Fall der Verhinderung oder Befangenheit von einer rechtskundigen Person, die in der Patientenanwaltschaft mitarbeitet, oder von einer leitenden Person einer Informations- und Beschwerdestelle (Paragraph 3, des Patienten- und Klientenschutzgesetzes) vertreten lassen.
  4. Absatz 4Für Ersatzmitglieder gelten die Bestimmungen für Mitglieder sinngemäß.

§ 12

Text

Paragraph 12 D, a, u, e, r und Ende der Mitgliedschaft in der Gesundheitsplattform

  1. Absatz einsDie Mitglieder, mit Ausnahme des Mitglieds der Landesregierung und des Patientenanwaltes oder der Patientenanwältin, sind auf unbestimmte Zeit zu entsenden.
  2. Absatz 2Die Mitgliedschaft endet durch Verzicht, Tod, Abberufung durch den zur Entsendung berechtigten Rechtsträger oder – im Falle eines Mitgliedes, das durch einen Beschluss der Gesundheitsplattform aufgenommen worden ist (Paragraph 10, Absatz 6,) – durch einen entsprechenden Beschluss der Gesundheitsplattform.

§ 13

Text

Paragraph 13 *,)Stimmrechte der Mitglieder der Gesundheitsplattform

Jedes Mitglied der Gesundheitsplattform hat eine Stimme. Kein Stimmrecht haben jedoch das vom Dachverband der Sozialversicherungsträger entsandte Mitglied sowie jene Mitglieder, die durch einen Beschluss der Gesundheitsplattform gemäß Paragraph 10, Absatz 6, aufgenommen worden sind.

*) Fassung LGBl.Nr. 24/2020

§ 14

Text

Paragraph 14 *,)
Aufgaben der Gesundheitsplattform

  1. Absatz einsDer Gesundheitsplattform obliegt die Beschlussfassung zur Wahrnehmung der Aufgaben nach Paragraph 4, (Angelegenheiten als Fonds) und Paragraph 5, (allgemeine gesundheitspolitische Angelegenheiten).
  2. Absatz 2Die Gesundheitsplattform muss einen Teil des Betrages, der gemäß Paragraph 4, Litera d, für Strukturreformen für krankenhausentlastende Maßnahmen festgesetzt wird, jährlich im Voranschlag gesondert ausweisen; dieser Teilbetrag beläuft sich auf jenen Anteil an 15 Millionen Euro, welcher der Volkszahl des Landes entspricht. Bei der Verwendung dieses Betrages ist der Paragraph 47, (Festsetzung und Gewährung der Mittel für Planungen und Strukturreformen) zu beachten.
  3. Absatz 3In der Gesundheitsplattform erfolgen Informationen und Konsultationen zu folgenden Punkten:
    1. Litera a
      Ressourcenplanung im Pflegebereich;
    2. Litera b
      Bericht über Festlegungen der Landes-Zielsteuerungskommission.
  4. Absatz 4Die Gesundheitsplattform kann einzelne Aufgaben an die Landes-Zielsteuerungskommission übertragen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 32/2023

§ 15

Text

Paragraph 15 B, e, s, c, h, l, u, s, s, f, ä, h, i, g, k, e, i, t, in der Gesundheitsplattform

  1. Absatz einsDie Gesundheitsplattform ist beschlussfähig, wenn die Mitglieder ordnungsgemäß eingeladen wurden und mindestens die Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder anwesend ist.
  2. Absatz 2Wenn Rechtsträger von ihrem Recht zur Entsendung von Mitgliedern keinen Gebrauch machen, bleiben diese bei der Feststellung der Beschlussfähigkeit außer Betracht.

§ 16

Text

Paragraph 16 B, e, s, c, h, l, u, s, s, f, a, s, s, u, n, g, in der Gesundheitsplattform

Ein Beschluss kommt wie folgt zustande:

  1. Litera a
    in den Angelegenheiten als Fonds (Paragraph 4,), vorbehaltlich der Litera b, :,
    Zustimmung der Mehrheit der anwesenden Mitglieder gemäß Paragraph 10, Absatz 2, Litera a, (Mitglieder für das Land);
  2. Litera b
    bei der Vergabe des Teilbetrages, der im Voranschlag gemäß Paragraph 14, Absatz 2, gesondert ausgewiesen ist: Zustimmung der Mehrheit der anwesenden Mitglieder sowohl gemäß Paragraph 10, Absatz 2, Litera a, (Mitglieder für das Land) als auch gemäß Paragraph 10, Absatz 2, Litera b, (Mitglieder für die Träger der Sozialversicherung);
  3. Litera c
    in allgemeinen gesundheitspolitischen Belangen (Paragraph 5,): Zustimmung
    1. Ziffer eins
      der Mehrheit aller anwesenden stimmberechtigten Mitglieder und
    2. Ziffer 2
      einer Dreiviertelmehrheit der anwesenden Mitglieder gemäß Paragraph 10, Absatz 2, Litera a bis c (Mitglieder für das Land und für die Träger der Sozialversicherung sowie das vom Bund entsandte Mitglied);
  4. Litera d
    bei Erlassung oder Änderung der Geschäftsordnung (Paragraph 18,) sowie bei der Aufnahme weiterer Mitglieder oder deren Abberufung (Paragraph 10, Absatz 6,): Zustimmung von Dreiviertel der anwesenden stimmberechtigten Mitgliedern;
  5. Litera e
    bei der Übertragung einzelner Aufgaben an die Landes-Zielsteuerungskommission (Paragraph 14, Absatz 4,): Zustimmung der Mehrheit der anwesenden Mitglieder sowohl gemäß Paragraph 10, Absatz 2, Litera a, (Mitglieder für das Land) als auch gemäß Paragraph 10, Absatz 2, Litera b, (Mitglieder für die Träger der Sozialversicherung);
  6. Litera f
    in sonstigen Angelegenheiten: Zustimmung der einfachen Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder.

§ 17

Text

Paragraph 17 *,)Vorsitz der Gesundheitsplattform

  1. Absatz einsDen Vorsitz in der Gesundheitsplattform führt das für das Krankenanstaltenrecht zuständige Mitglied der Landesregierung.
  2. Absatz 2Der vorsitzenden Person obliegt:
    1. Litera a
      die Einberufung zu und die Leitung von Sitzungen der Gesundheitsplattform;
    2. Litera b
      die Vertretung des Landesgesundheitsfonds nach außen;
    3. Litera c
      die Wahrnehmung der Aufgaben, die mit der Geschäftsordnung übertragen wurden;
    4. Litera d
      die sonstigen Aufgaben des Landesgesundheitsfonds, die nicht anderen Organen zugewiesen sind.
  3. Absatz 3Die vorsitzende Person hat die Gesundheitsplattform nach Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich, zu Sitzungen einzuberufen. Eine Einberufung hat auch binnen vier Wochen zu erfolgen, wenn dies mindestens vier Mitglieder der Gesundheitsplattform unter gleichzeitiger Angabe des Grundes verlangen.
  4. Absatz 4Kann in den Angelegenheiten als Fonds (Paragraph 4,) in dringenden Fällen ein notwendiger Beschluss der Gesundheitsplattform nicht ohne Nachteil für die Sache oder ohne Gefahr eines Schadens für den Landesgesundheitsfonds abgewartet werden, so ist die vorsitzende Person berechtigt, namens des Landesgesundheitsfonds tätig zu werden. Solche Verfügungen sind unter ausdrücklicher Berufung auf diese Bestimmung zu treffen und in der nächstfolgenden Sitzung der Gesundheitsplattform unter einem eigenen Tagesordnungspunkt zur Kenntnis zu bringen.
  5. Absatz 5Die vorsitzende Person des Landesstellenausschusses der Österreichischen Gesundheitskasse vertritt die vorsitzende Person der Gesundheitsplattform im Falle der Verhinderung oder Befangenheit bei der Leitung der Sitzungen der Gesundheitsplattform.
  6. Absatz 6Die Vorsitzenden der Gesundheitsplattform und des Landesstellenausschusses der Österreichischen Gesundheitskasse müssen gemeinsam die Tagesordnung für die Sitzungen der Gesundheitsplattform erstellen; dabei sind die Angelegenheiten einem Bereich gemäß Paragraph 16, (Beschlussfassung in der Gesundheitsplattform) zuzuordnen. Wenn über die Aufnahme eines Tagesordnungspunktes keine Einigung zustande kommt, dann entscheidet darüber die Gesundheitsplattform.

*) Fassung LGBl.Nr. 39/2018, 24/2020

§ 18

Text

Paragraph 18 *,)
Geschäftsordnung der Gesundheitsplattform

  1. Absatz einsDie Gesundheitsplattform hat sich eine Geschäftsordnung zu geben. Die Geschäftsordnung hat insbesondere nähere Bestimmungen zu enthalten über: die Einberufung der Sitzungen, das Antragsrecht, die Abstimmung sowie die Geschäftsbehandlung. Die Geschäftsordnung ist im Amtsblatt für das Land Vorarlberg kundzumachen.
  2. Absatz 2In der Geschäftsordnung ist vorzusehen,
    1. Litera a
      dass die Einberufung der Mitglieder zu einer Sitzung der Gesundheitsplattform unter Anschluss der Tagesordnung und der erforderlichen Unterlagen innerhalb angemessener Frist vor der Sitzung nachweislich zu erfolgen hat;
    2. Litera b
      dass jedes Mitglied ein Antragsrecht hat und Anträge auf Aufnahme eines Tagesordnungspunktes für Sitzungen der Gesundheitsplattform unter Anschluss geeigneter schriftlicher Unterlagen bei der vorsitzenden Person einzubringen sind;
    3. Litera c
      dass Protokolleinwände binnen vier Wochen ab Eingang bei den Mitgliedern und den bei der betreffenden Sitzung anwesenden Ersatzmitgliedern abgegeben werden können;
    4. Litera d
      wie die Aufgaben nach Paragraph 29, Litera b, (Durchführung der Beschlüsse der Gesundheitsplattform in den Angelegenheiten des Landesgesundheitsfonds als Fonds) auf die Geschäftsführung aufzuteilen ist, wenn diese durch mehr als eine Person erfolgt;
    5. Litera e
      dass ein Ausschuss zur Wahrnehmung der Aufgabe nach Paragraph 52 b, Absatz 2, des Ärztegesetzes 1998 (ÄrzteG 1998) eingerichtet wird.
  3. Absatz 3In der Geschäftsordnung können weiters
    1. Litera a
      näher bestimmte laufende Aufgaben der Gesundheitsplattform aus dem Bereich der Angelegenheiten des Landesgesundheitsfonds als Fonds (Paragraph 4,) der Geschäftsführung oder jener Person übertragen werden, die den Vorsitz in der Gesundheitsplattform führt, wobei im Fall der Geschäftsführung durch mehr als eine Person auch festzulegen ist, wie die übertragenen Aufgaben auf diese aufgeteilt werden, sowie
    2. Litera b
      die Zulässigkeit der Abhaltung von Sitzungen in Form einer Videokonferenz und der Beschlussfassung im Umlaufweg sowie die nähere Vorgangsweise dazu festgelegt werden.

*) Fassung LGBl.Nr. 4/2022, 26/2022, 32/2023

§ 19

Text

3. Unterabschnitt
Landes-Zielsteuerungskommission

Paragraph 19 *,)Mitglieder der Landes-Zielsteuerungskommission

  1. Absatz einsDie Landes-Zielsteuerungskommission besteht aus elf Mitgliedern.
  2. Absatz 2Der Landes-Zielsteuerungskommission gehören an:
    1. Litera a
      die Mitglieder der Kurie des Landes;
    2. Litera b
      die Mitglieder der Kurie der Sozialversicherung;
    3. Litera c
      ein vom Bund entsandtes Mitglied.
  3. Absatz 3Der Kurie des Landes gehören an:
    1. Litera a
      das für das Krankenanstaltenrecht zuständige Mitglied der Landesregierung;
    2. Litera b
      das für Soziales und Integration zuständige Mitglied der Landesregierung;
    3. Litera c
      ein von der Landesregierung nach Einholung eines Vorschlages des Gemeindeverbandes bestelltes Mitglied;
    4. Litera d
      der Landessanitätsdirektor oder die Landessanitätsdirektorin;
      sowie
    5. Litera e
      ein Experte oder eine Expertin auf dem Gebiet des Gesundheitswesens, der oder die von der Landesregierung entsendet wird.
  4. Absatz 4Der Kurie der Sozialversicherung gehören an:
    1. Litera a
      vier von der Österreichischen Gesundheitskasse entsandte Mitglieder, wovon drei vom Landesstellenausschuss zu nominieren sind, sowie
    2. Litera b
      ein Mitglied, das von der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen und der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau gemeinsam entsendet wird.
  5. Absatz 5Die Mitgliedschaft endet durch Verzicht, Tod oder durch Abberufung durch den zur Entsendung berechtigten Rechtsträger.

*) Fassung LGBl.Nr. 24/2020

§ 20

Text

Paragraph 20 E, r, s, a, t, z, m, i, t, g, l, i, e, d, e, r, der Landes-Zielsteuerungskommission

  1. Absatz einsFür jedes Mitglied, mit Ausnahme der Mitglieder der Landesregierung, ist für den Fall der Befangenheit oder Verhinderung ein Ersatzmitglied namhaft zu machen. Für das vom Bund entsandte Mitglied können insgesamt drei Ersatzmitglieder namhaft gemacht werden.
  2. Absatz 2Die Vertretung der Mitglieder der Landesregierung richtet sich nach der Geschäftsverteilung der Landesregierung.
  3. Absatz 3Für Ersatzmitglieder gelten die Bestimmungen für Mitglieder sinngemäß.

§ 21

Text

Paragraph 21 B, e, s, c, h, l, u, s, s, f, ä, h, i, g, k, e, i, t, der Landes-Zielsteuerungskommission

Die Landes-Zielsteuerungskommission ist beschlussfähig, wenn die Mitglieder ordnungsgemäß eingeladen wurden und zumindest drei Mitglieder der Kurie des Landes und drei Mitglieder der Kurie der Sozialversicherung anwesend sind; darunter müssen sich auch jene Mitglieder befinden, die für die jeweilige Kurie die Stimme abgeben können.

§ 22

Text

Paragraph 22 S, t, i, m, m, r, e, c, h, t, e und Beschlüsse in der
Landes-Zielsteuerungskommission

  1. Absatz einsJede Kurie hat eine Stimme.
  2. Absatz 2Für die Kurie des Landes gibt das für das Krankenanstaltenrecht zuständige Mitglied der Landesregierung die Stimme ab.
  3. Absatz 3Für die Kurie der Sozialversicherung gibt jenes Mitglied die Stimme ab, das nach den bundesgesetzlichen Vorschriften dafür zuständig ist.
  4. Absatz 4Beschlüsse bedürfen der Zustimmung der Kurie des Landes und der Kurie der Sozialversicherung.

§ 23

Text

Paragraph 23 W, i, l, l, e, n, s, b, i, l, d, u, n, g, in den Kurien

  1. Absatz einsDie Stimme der Kurie des Landes bestimmt sich nach der Mehrheit der Stimmen der anwesenden Kurienmitglieder.
  2. Absatz 2Die Willensbildung in der Kurie der Sozialversicherung richtet sich nach den bundesgesetzlichen Vorschriften.
  3. Absatz 3Die Abstimmungen in den Kurien haben getrennt voneinander zu erfolgen.

§ 24

Text

Paragraph 24 *,)Vorsitz der Landes-Zielsteuerungskommission

  1. Absatz einsDen Vorsitz in der Landes-Zielsteuerungskommission führen das für das Krankenanstaltenrecht zuständige Mitglied der Landesregierung und die vorsitzende Person des Landesstellenausschusses der Österreichischen Gesundheitskasse gemeinsam.
  2. Absatz 2Den vorsitzenden Personen obliegt es gemeinsam, mindestens zweimal jährlich zu den Sitzungen einzuladen, die Tagesordnung festzulegen und die Sitzungen vorzubereiten.

*) Fassung LGBl.Nr. 39/2018, 24/2020

§ 25

Text

Paragraph 25 *,)
Geschäftsordnung der Landes-Zielsteuerungskommission

Die Landes-Zielsteuerungskommission hat sich eine Geschäftsordnung zu geben. Dabei ist der Paragraph 18, (Geschäftsordnung der Gesundheitsplattform) sinngemäß anzuwenden, wobei es möglich ist, bestimmte laufende Aufgaben der Geschäftsführung zuzuweisen. Im Fall der Geschäftsführung durch mehr als eine Person ist auch festzulegen, wie die übertragenen Aufgaben auf diese aufgeteilt werden.

*) Fassung LGBl.Nr. 26/2022

§ 26

Text

Paragraph 26 *,)Koordinatoren

  1. Absatz einsDie Landes-Zielsteuerungskommission hat zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben zwei gleichberechtigte Koordinatoren.
  2. Absatz 2Die Landesregierung muss einen Koordinator oder eine Koordinatorin namhaft machen. Der andere Koordinator oder die andere Koordinatorin wird von der gesetzlichen Krankenversicherung entsprechend den bundesrechtlichen Vorschriften namhaft gemacht.
  3. Absatz 3Der von der Landesregierung namhaft gemachte Koordinator oder die Koordinatorin ist dem für das Krankenanstaltenrecht zuständigen Mitglied der Landesregierung verantwortlich. Der andere Koordinator oder die andere Koordinatorin ist entsprechend den bundesrechtlichen Vorschriften der vorsitzenden Person des Landesstellenausschusses der Österreichischen Gesundheitskasse verantwortlich.

*) Fassung LGBl.Nr. 24/2020

§ 27

Text

Paragraph 27 A, u, f, g, a, b, e, n, der Landes-Zielsteuerungskommission

  1. Absatz einsDer Landes-Zielsteuerungskommission obliegt die Beschlussfassung in den Angelegenheiten, die im Paragraph 6, (Aufgaben in den Angelegenheiten der Zielsteuerung) angeführt sind.
  2. Absatz 2In der Landes-Zielsteuerungskommission erfolgt eine wechselseitige und rechtzeitige Information und Konsultation über Festlegungen zu wesentlichen operativen und finanziellen Angelegenheiten der Leistungserbringung im Gesundheitswesen von Land und Sozialversicherung.

§ 28

Text

4. Unterabschnitt
Geschäftsführung

Paragraph 28 *,)
Geschäftsführer oder Geschäftsführerin

  1. Absatz einsDie Landesregierung bestellt einen Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin. Eingeschränkt auf die Geschäfte des Gesundheitsförderungsfonds (Paragraph 6, Litera i, in Verbindung mit Paragraph 43, Absatz 2,) kann sie einen weiteren Geschäftsführer oder eine weitere Geschäftsführerin bestellen. Sie müssen dem Amt der Landesregierung angehören.
  2. Absatz 2Die Landesregierung kann überdies einen Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin bestellen, der oder die nicht dem Amt der Landesregierung angehört. Vor der Bestellung ist die Landesstelle der Österreichischen Gesundheitskasse anzuhören.
  3. Absatz 3Zur Unterstützung der Geschäftsführung (Absatz eins und 2) wird beim Amt der Landesregierung eine Geschäftsstelle, im Falle einer eigenen Geschäftsführung des Gesundheitsförderungsfonds eine weitere Geschäftsstelle des Landesgesundheitsfonds eingerichtet.
  4. Absatz 4Der Landesgesundheitsfonds hat dem Land die Kosten zu ersetzen, die bei sparsamer, wirtschaftlicher und zweckmäßiger Erfüllung der Aufgaben der Geschäftsführung und der Geschäftsstellen erwachsen.
  5. Absatz 5Die Landesregierung kann einen Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin jederzeit abberufen.

*) Fassung LGBl.Nr. 24/2020, 26/2022

§ 29

Text

Paragraph 29 <, b, r, /, >, A, u, f, g, a, b, e, n,

Der Geschäftsführung obliegt

  1. Litera a
    die Wahrnehmung der in den Geschäftsordnungen zugewiesenen laufenden Geschäfte des Landesgesundheitsfonds sowie
  2. Litera b
    die Durchführung der Beschlüsse der Gesundheitsplattform in den Angelegenheiten des Landesgesundheitsfonds als Fonds (Paragraph 4,);
  3. Litera c
    die Durchführung der Beschlüsse der Landes-Zielsteuerungskommission in den Angelegenheiten der Zielsteuerung, sofern es sich um Verpflichtungen des Landes handelt (Paragraph 6,).

*) Fassung LGBl.Nr. 26/2022

§ 30

Text

3. Abschnitt
Zielsteuerung-Gesundheit

1. Unterabschnitt*)
Landes-Zielsteuerungsübereinkommen

Paragraph 30 *,)
Abschluss und Dauer eines Landes-Zielsteuerungsübereinkommens

  1. Absatz einsDas Landes-Zielsteuerungsübereinkommen wird jeweils für mehrere Jahre abgeschlossen. Es muss von den Vorsitzenden (Paragraph 24,) für den jeweils eigenen Wirkungsbereich unterfertigt werden.
  2. Absatz 2Das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen bzw. deren Adaptierungen sind spätestens Ende des Jahres vor Beginn der jeweiligen Geltungsperiode durch die Landes-Zielsteuerungskommission zu vereinbaren.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 32/2023

§ 31

Text

Paragraph 31 *,)
Inhalt des Landes-Zielsteuerungsübereinkommens

  1. Absatz einsAufbauend auf den Festlegungen im Zielsteuerungsvertrag wird das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen vereinbart und verbindlich festgelegt. Es kann weitere, über den Zielsteuerungsvertrag hinausgehende strategische und operative Ziele sowie die für deren Erreichung zu setzenden Maßnahmen beinhalten. Die im Zielsteuerungsvertrag festgelegten und auf Landesebene zu realisierenden Maßnahmen zu den Steuerungsbereichen „Ergebnisorientierung“, „Versorgungsstrukturen“, „Versorgungsprozesse“ und zur Finanzzielsteuerung sind im Hinblick auf ihre termingerechte Umsetzung im Landes-Zielsteuerungsübereinkommen zu operationalisieren.
  2. Absatz 2Die Festlegung von Zielen hat so zu erfolgen, dass ein laufendes Monitoring klar festgelegter Messgrößen und Zielwerte möglich ist. Dabei ist die Anwendung eines einheitlichen Bewertungsschemas zur Beurteilung des Zielerreichungsgrades sicherzustellen. Die Messgrößen sollen auch für internationale Vergleiche und Leistungsmessungen verwendbar sein.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 32

Text

Paragraph 32 *,)Steuerungsbereich Ergebnisorientierung

  1. Absatz einsIm Landes-Zielsteuerungsübereinkommen müssen regionale Gesundheits- und Versorgungsziele festgelegt werden.
  2. Absatz 2Wenn und soweit es im Zielsteuerungsvertrag Vorgaben für wirkungsorientierte Gesundheitsziele und ergebnisorientierte Versorgungsziele sowie Schwerpunkte aus der Gesundheitsförderungsstrategie gibt, dann müssen die regionalen Gesundheits- und Versorgungsziele so festgelegt werden, dass diese Vorgaben erreicht werden können.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 33

Text

Paragraph 33 *,)Steuerungsbereich Versorgungsstrukturen

  1. Absatz einsDas Landes-Zielsteuerungsübereinkommen hat die Inhalte aus dem Zielsteuerungsvertrag im Steuerungsbereich „Versorgungsstrukturen“ ausgehend vom regionalen Bedarf zu konkretisieren und Zielwerte für die jeweilige Betrachtungsperiode festzulegen.
  2. Absatz 2Zudem sind im Landes-Zielsteuerungsübereinkommen Festlegungen über die maßnahmenbezogene Umsetzung sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht zu treffen, wobei insbesondere folgende Maßnahmen hinsichtlich Versorgungsstrukturen, die wesentliche Auswirkungen auf die Leistungserbringung im jeweils anderen Sektor bewirken, zu berücksichtigen sind:
    1. Litera a
      Erhöhung der Effektivität und Effizienz bzw. die Überwindung von kleinteiligen Organisationsformen durch die Bündelung komplexer Leistungen an geeigneten Standorten und die Nutzung der krankenanstaltenrechtlichen und im Österreichischen Strukturplan Gesundheit vorgesehenen Möglichkeiten;
    2. Litera b
      gemeinsame Planung der ambulanten fachärztlichen Versorgung im Regionalen Strukturplan Gesundheit (niedergelassene Fachärztinnen/Fachärzte, selbstständige Ambulatorien und Spitalsambulanzen) – soweit noch nicht vorliegend – gesamthaft bis Ende 2018 unter der Voraussetzung, dass die Grundlagen auf Bundesebene vorliegen;
    3. Litera c
      Ergänzung einer konkretisierten Planung zur Einrichtung von Primärversorgungseinheiten im Regionalen Strukturplan Gesundheit bis spätestens Ende 2018 unter der Voraussetzung, dass die Grundlagen auf Bundesebene vorliegen;
    4. Litera d
      Festlegung der Aufgabengebiete und Versorgungsaufträge pro ambulanter Versorgungsstufe im Sinne von „best points of service“ und verbindliche sektorenübergreifende Angebotsplanung über die Regionalen Strukturpläne Gesundheit (inkl. Rücknahmemöglichkeit von aufrechten Bewilligungen bei Rückbau von parallelen Strukturen).

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 34

Text

Paragraph 34 *,)Steuerungsbereich Versorgungsprozesse

  1. Absatz einsDas Landes-Zielsteuerungsübereinkommen hat die Inhalte aus dem Zielsteuerungsvertrag im Steuerungsbereich „Versorgungsprozesse“ ausgehend vom regionalen Bedarf zu konkretisieren und für die jeweilige Betrachtungsperiode festzulegen.
  2. Absatz 2Zudem sind im Landes-Zielsteuerungsübereinkommen Festlegungen über die maßnahmenbezogene Umsetzung sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht zu treffen, wobei insbesondere folgende Maßnahmen hinsichtlich der Versorgungsprozesse zu berücksichtigen sind:
    1. Litera a
      Festlegung von Roll-out-Plänen zum gezielten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Systemsteuerung und -innovation gemäß Artikel 7, der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens;
    2. Litera b
      Umsetzung der intersektoralen Behandlungsprozesse (BQLL Präoperative Diagnostik, BQLL Aufnahme- und Entlassungsmanagement);
    3. Litera c
      Umsetzung von bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards für priorisierte Bereiche, wobei die Sicherstellung einer integrierten und sektorenübergreifenden Versorgung von chronischen Erkrankungen ein wesentlicher Schwerpunkt ist.
  3. Absatz 3Im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit werden zur Sicherstellung einer sektoren- und bundesländerübergreifend abgestimmten, effektiven und effizienten Versorgung mit Medikamenten jedenfalls folgende Themen bearbeitet:
    1. Litera a
      Entwicklung und Umsetzung eines gemeinsamen sektoren- und bundesländer- und EU-mitgliedstaatenübergreifenden Einkaufs und einer Bewirtschaftung von Medikamenten einschließlich von Finanzierungslösungen; dazu sind die notwendigen bundes- und landesgesetzlichen Bestimmungen – insbesondere das Vergabewesen und das Sozialversicherungsrecht betreffend – zu schaffen,
    2. Litera b
      für definierte hochpreisige und spezialisierte Medikamente sind auf Bundes- und/oder Landesebene gemeinsame Versorgungsmodelle sowie sektorenübergreifende Finanzierungskonzepte mit gemeinsamer Finanzverantwortung zu entwickeln und in der Folge umzusetzen,
    3. Litera c
      dazu ist ein wechselseitiger Datenaustausch über Mengen und Kosten der im intra- und extramuralen Bereich verordneten bzw. dispensierten Medikamente in einer einheitlich zu vereinbarenden, standardisierten Form sicherzustellen; diese Informationen sind auch dem für das Gesundheitswesen zuständigen Bundesministerium zur Verfügung zu stellen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 35

Text

Paragraph 35 *,)Finanzzielsteuerung

Das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen hat die Finanzzielsteuerung des Zielsteuerungsvertrages zu konkretisieren. Die Finanzzielsteuerung legt die Ausgabenobergrenze für die von den Vertragspartnern zu verantwortenden Gesundheitsausgaben fest und hat für die jeweilige Periode der Zielsteuerung-Gesundheit jedenfalls folgenden Inhalt zu umfassen:

  1. Litera a
    Darstellung des Ausgabendämpfungspfades der für die Finanzzielsteuerung relevanten laufenden öffentlichen Gesundheitsausgaben des Landes:
    1. Ziffer eins
      der Ausgangswert für das erste Jahr der jeweiligen Periode;
    2. Ziffer 2
      die jährlichen Ausgabenobergrenzen.
  2. Litera b
    Darstellung des Ausgabendämpfungspfades der für die Finanzzielsteuerung relevanten laufenden öffentlichen Gesundheitsausgaben der Sozialversicherung im Land:
    1. Ziffer eins
      den Ausgangswert für das erste Jahr der jeweiligen Periode;
    2. Ziffer 2
      die jährlichen Ausgabenobergrenzen der Sozialversicherung.
  3. Litera c
    Darstellung des zusammengeführten Ausgabendämpfungspfades gemäß Litera a und b für die Landesebene;
  4. Litera d
    Investitionen getrennt nach Land und Sozialversicherung;
  5. Litera e
    Darstellung der Ausgaben beider Sektoren nach einer funktionalen Gliederung aufgrund einer bundeseinheitlichen Berichtsvorlage:

Für den extramuralen Bereich ist eine differenzierte Darstellung der Ausgaben entsprechend der bisherigen funktionalen Gliederung vorzunehmen; für den intramuralen Bereich ist jedenfalls eine differenzierte Darstellung der wesentlichen Finanzierungspositionen der Landesgesundheitsfonds sowie der Länder und Gemeinden vorzunehmen; darüber hinaus ist für den intramuralen Bereich ausgehend von den Voranschlägen und Rechnungsabschlüssen der Krankenanstaltenträger und ausgehend von den bundesweit einheitlichen Datengrundlagen zur Krankenanstalten-Kostenrechnung eine nach materiellen und funktionellen Gesichtspunkten differenzierte, aus diesen Rechenwerken ableitbare Ausgaben- bzw. Kostendarstellung (Ausgaben/Kosten für Personal, für medizinische und nichtmedizinische Ge- und Verbrauchsgüter einschließlich einer gesonderten Darstellung der Heilmittel, für den Bezug von medizinischen und nichtmedizinischen Fremdleistungen und für Investitionen) zu definieren und zu ergänzen; eine differenzierte Darstellung nach Funktions- und Fachbereichen ist anzustreben.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 36

Text

2. Unterabschnitt
Sanktionsmechanismus für die Zielsteuerung-Gesundheit

Paragraph 36 *,)Verstöße

  1. Absatz einsFolgende Verstöße unterliegen einer Sanktion:
    1. Litera a
      Nicht-Erreichen von Zielen, die im Zielsteuerungsvertrag oder im Landes-Zielsteuerungsübereinkommen festgelegt worden sind;
    2. Litera b
      Verstöße gegen die Vereinbarung Zielsteuerung-Gesundheit, den Zielsteuerungsvertrag oder das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen;
    3. Litera c
      Nicht-Zustandekommen des Landes-Zielsteuerungsübereinkommens.
  2. Absatz 2Die finanziellen Sanktionen für das Nichterreichen von Finanzzielen richten sich ausschließlich nach dem Österreichischen Stabilitätspakt 2012.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 37

Text

Paragraph 37 *,)
Nicht-Erreichung von Zielen aus dem Zielsteuerungsvertrag und
dem Landes-Zielsteuerungsübereinkommen

  1. Absatz einsWenn die Ziele, die im Zielsteuerungsvertrag oder im Landes-Zielsteuerungsübereinkommen festgelegt worden sind, nicht erreicht werden, dann muss die Landes-Zielsteuerungskommission der Bundes-Zielsteuerungskommission einen schriftlichen Bericht zur Genehmigung vorlegen.
  2. Absatz 2Der Bericht muss spätestens acht Wochen nach dem Zeitpunkt vorgelegt werden, an dem feststeht, dass die Ziele nicht erreicht werden.
  3. Absatz 3Der Bericht muss beinhalten: die Gründe, warum die Ziele nicht erreicht wurden, und die Maßnahmen, mit denen die Ziele zum ehestmöglichen Zeitpunkt erreicht werden können.
  4. Absatz 4Wenn die Bundes-Zielsteuerungskommission den Bericht nicht genehmigt, dann muss ein überarbeiteter Bericht vorgelegt werden.
  5. Absatz 5Die Landesregierung hat den Bericht nach Genehmigung durch die Bundes-Zielsteuerungskommission mindestens zwei Monate auf dem Veröffentlichungsportal im Internet zu veröffentlichen (Paragraph 4, ALReg-G). Wenn der Bericht nicht genehmigt worden ist, dann muss er mit dem Kommentar der Bundes-Zielsteuerungskommission und den Stellungnahmen der jeweils Betroffenen veröffentlicht werden.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 4/2022

§ 38

Text

Paragraph 38 *,)Verstöße gegen das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen

  1. Absatz einsJede in der Landes-Zielsteuerungskommission vertretene Kurie kann jederzeit Verstöße gegen das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen bei der Landes-Zielsteuerungskommission schriftlich anzeigen. Die Anzeige muss begründet werden.
  2. Absatz 2Wenn die Landes-Zielsteuerungskommission feststellt, dass gegen das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen verstoßen wurde, dann hat sie unverzüglich Maßnahmen zur Wiederherstellung des vertragskonformen Zustandes aufzutragen.
  3. Absatz 3Die Kurie, die einen Verstoß angezeigt hat, kann das Schlichtungsverfahren einleiten, wenn die Landes-Zielsteuerungskommission nicht binnen zwei Monaten nach der Anzeige das Einvernehmen darüber herstellen kann, ob ein Verstoß vorliegt oder welche Maßnahmen zur Wiederherstellung des vertragskonformen Zustandes aufgetragen werden sollen.
  4. Absatz 4Über das Schlichtungsverfahren entscheidet die beim Bundesministerium für Gesundheit eingerichtete Schlichtungsstelle.
  5. Absatz 5Sofern aus einem im Schlichtungsverfahren festgestellten Verstoß gegen das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen Mehrausgaben resultieren, sind diese vom dafür Verantwortlichen zu tragen. Die daraus resultierenden Mehrausgaben sind den finanzzielsteuerungsrelevanten Ausgaben des für den Verstoß Verantwortlichen zuzuschlagen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 39

Text

Paragraph 39 *,)Nicht-Zustandekommen des Landes-Zielsteuerungsübereinkommens

  1. Absatz einsDie Landes-Zielsteuerungskommission kann beim Bund beantragen, die Frist für die Beschlussfassung des Landes-Zielsteuerungsübereinkommens (Paragraph 30,) zu verlängern; der Antrag muss begründet sein.
  2. Absatz 2Wenn ein Landes-Zielsteuerungsübereinkommen nicht in der eingeräumten Frist abgeschlossen wird, dann muss die Landes-Zielsteuerungskommission der Bundes-Zielsteuerungskommission einen Bericht vorlegen.
  3. Absatz 3Aus dem Bericht muss hervorgehen, worauf sich die Verhandlungspartner bereits geeinigt haben und über welche Punkte keine Einigung erzielt werden konnte.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 40

Text

Paragraph 40 *,)Schlichtungsentscheidungen

Entscheidungen der beim Bundesministerium für Gesundheit eingerichteten Schlichtungsstelle darüber, ob gegen den Zielsteuerungsvertrag oder gegen das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen verstoßen wurde, müssen vom Land anerkannt werden.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 41

Text

4. Abschnitt*)
Planung der Gesundheitsversorgungsstruktur

Paragraph 41 *,)Regionaler Strukturplan Gesundheit

  1. Absatz einsDer Regionale Strukturplan Gesundheit ist durch die Landes-Zielsteuerungskommission entsprechend den Vorgaben des Österreichischen Strukturplans Gesundheit bezüglich Inhalten, Planungshorizonten und Planungsrichtwerten zu beschließen. Er hat dabei jedenfalls folgende Inhalte aufzuweisen:
    1. Litera a
      Festlegung der Kapazitätsplanungen standortbezogen für den akutstationären Bereich mit Angabe der Kapazitäten, Organisationsformen, Versorgungsstufen, Referenz-, Spezial- und Expertisezentren je Fachbereich;
    2. Litera b
      Festlegung der Kapazitätsplanungen für die ambulante Versorgung für die Leistungserbringer (ambulanter Bereich der Sachleistung, d.h. niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte mit Kassenverträgen, Gruppenpraxen mit Kassenverträgen und sonstige in der Gesundheitsversorgung frei praktizierende Berufsgruppen mit Kassenverträgen, selbstständige Ambulatorien mit Kassenverträgen einschließlich der eigenen Einrichtungen der Versicherungsträger, Spitalsambulanzen) – soweit noch nicht vorliegend – gesamthaft mit Angabe der Kapazitäten und Betriebsformen von Spitalsambulanzen sowie Versorgungstypen im ambulanten Bereich sowie Versorgungsaufträgen nach Fachbereichen auf Ebene der Versorgungsregionen;
    3. Litera c
      Stärkung der Primärversorgung durch Ausbau von wohnortnahen multiprofessionellen und/oder interdisziplinären Versorgungsangeboten entsprechend Artikel 6, der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens sowie insbesondere durch rasche flächendeckende Entwicklung von Primärversorgungsstrukturen und ambulanten Fachversorgungsstrukturen, wobei in der Umsetzung vor allem bestehende Vertragspartner berücksichtigt werden, und Bereinigung von Parallelstrukturen; beim Ausbau der Primärversorgung nach dem Primärversorgungsgesetz ist, um den unterschiedlichen Versorgungsbedürfnissen der Bevölkerung nachkommen zu können, im Hinblick auf das im Artikel 31, Absatz eins, letzter Satz der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens genannte Planungsziel ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Versorgungsangeboten als Netzwerk oder Zentrum sicherzustellen;
    4. Litera d
      Abbildung der überregionalen Versorgungsplanung für hochspezialisierte komplexe Leistungen von überregionaler Bedeutung in Form von Bedarfszahlen zu Kapazitäten sowie der Festlegung von Leistungsstandorten und deren jeweiliger Zuständigkeit für zugeordnete Versorgungsregionen, inklusive Definition von Versorgungsgebieten je Standort;
    5. Litera e
      transparente Berücksichtigung der Versorgung inländischer und ausländischer Gastpatientinnen und -patienten.

Dabei ist auf die Bestimmungen in Artikel 6, Absatz 3 und 5 der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens sowie in Paragraph 18, Absatz 2 und Paragraph 18 a, Absatz 2 und 3 des Spitalgesetzes Bedacht zu nehmen.

  1. Absatz 2Bei der Umsetzung der Vorgaben des Artikel 6, der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG über die Organisation und Finanzierung im Gesundheitswesen ist bei der Kapazitätsplanung für den gesamten ambulanten Bereich im Regionalen Strukturplan Gesundheit insbesondere auf die Stärkung der ambulanten Versorgung durch Ausbau von wohnortnahen multiprofessionellen und/oder interdisziplinären Versorgungsangeboten und die Bereinigung von Parallelstrukturen zu achten.
  2. Absatz 3Der Bund ist bereits im Entwurfsstadium des Regionalen Strukturplans Gesundheit entsprechend zu informieren und es ist mit dem Bund vor Einbringung zur Beschlussfassung insbesondere das Vorliegen der Rechtskonformität und der Konformität mit dem Österreichischen Strukturplan Gesundheit abzustimmen.
  3. Absatz 4Die Landes-Zielsteuerungskommission hat den betroffenen gesetzlichen Interessenvertretungen mindestens vier Wochen vor der Beschlussfassung des Regionalen Strukturplans Gesundheit die Möglichkeit zur Stellungnahme einzuräumen, der Ärztekammer für Vorarlberg insbesondere hinsichtlich der Umsetzbarkeit im Stellenplan (Paragraph 342, Absatz eins, Ziffer eins, des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes).
  4. Absatz 5Die Festlegungen im Regionalen Strukturplan Gesundheit sind hinsichtlich ihrer Umsetzung laufend zu überprüfen (RSG Monitoring). Dieses Monitoring ist inhaltlich so zu gestalten, dass es eine entsprechende Grundlage für das Monitoring im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit bereitstellen kann.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 42

Text

Paragraph 42 *,)Verordnungen der Gesundheitsplanungs GmbH

  1. Absatz einsDie Gesundheitsplanungs GmbH hat jene Teile des Österreichischen Strukturplans Gesundheit (Paragraph 2, Litera h,) sowie des Regionalen Strukturplans Gesundheit (Paragraph 41, Absatz eins,), die von der Bundes-Zielsteuerungskommission bzw. der Landes-Zielsteuerungskommission als Teile ausgewiesen wurden, die rechtliche Verbindlichkeit erlangen sollen, durch Verordnung für verbindlich zu erklären, soweit diese Angelegenheiten des Artikel 12, B-VG betreffen. Die Verordnung ist nach Information der Landesregierung durch die Gesundheitsplanungs GmbH im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS - www.ris.bka.gv.at) kundzumachen.
  2. Absatz 2Die Tätigkeiten der Gesundheitsplanungs GmbH nach Absatz eins, unterliegen der Aufsicht und den Weisungen der Landesregierung. Der Landesregierung sind auf Verlangen unverzüglich, längstens aber binnen zwei Wochen, alle Auskünfte zu erteilen und die entsprechenden Unterlagen zu übermitteln.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 43

Text

5. Abschnitt*)
Mittel des Landesgesundheitsfonds

Paragraph 43 *,)
Mittel

  1. Absatz einsDer Landesgesundheitsfonds erhält seine Mittel aus
    1. Litera a
      Beiträgen der Bundesgesundheitsagentur;
    2. Litera b
      Beiträgen der Länder (Umsatzsteueranteile);
    3. Litera c
      Beiträgen aller österreichischen Gemeinden nach Maßgabe einer besonderen bundesgesetzlichen Regelung (Umsatzsteueranteile);
    4. Litera d
      Beiträgen des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger für Rechnung der ihm angeschlossenen Träger der Sozialversicherung;
    5. Litera e
      Beiträgen des Landes, der Gemeinden und der Rechtsträger der Fondskrankenanstalten (Paragraph 44,);
    6. Litera f
      zusätzlichen Mitteln, die für die Gesundheitsreform aufgrund der Vereinbarung über den Finanzausgleich 2005 bis 2008 zur Verfügung gestellt wurden;
    7. Litera g
      Beihilfen nach dem Gesundheits- und Sozialbereich-Beihilfengesetz;
    8. Litera h
      Kostenbeiträgen und Finanzierungsbeiträgen der Patienten und Patientinnen nach dem Spitalgesetz und nach den sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen;
    9. Litera i
      Erträgen aus dem Fondsvermögen;
    10. Litera j
      sonstigen Einnahmen.
  2. Absatz 2Der Landesgesundheitsfonds muss zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention ein Sondervermögen ohne Rechtspersönlichkeit mit eigenem Verrechnungskreis einrichten. Das Sondervermögen trägt die Bezeichnung „Gesundheitsförderungsfonds“. Die Dotierung des Fonds erfolgt durch das Land und die Träger der Sozialversicherung entsprechend dem Artikel 10, Absatz 2, der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens. Im Geschäftsjahr nicht verwendete Mittel sind im Folgejahr den zur Verfügung stehenden Gesundheitsförderungsmitteln zuzuschlagen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 24/2020, 26/2022

§ 44

Text

Paragraph 44 *,)Beiträge des Landes, der Gemeinden und der Rechtsträger

  1. Absatz einsDer Landesgesundheitsfonds hat die gemäß Paragraph 3, Absatz 2, des Spitalbeitragsgesetzes zu entrichtenden Beiträge des Landes, der Gemeinden und der Rechtsträger der Fondskrankenanstalten nach dem im Land anzuwendenden leistungsorientierten Finanzierungssystem auf die einzelnen Krankenanstalten zu verteilen.
  2. Absatz 2In den Richtlinien über das in Vorarlberg anzuwendende leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierungssystem sowie die Abgeltung ambulanter Leistungen in Fondskrankenanstalten kann eine Aufrechnung der vierteljährlichen Vorschüsse des Landes und der Gemeinden an die Rechtsträger der Krankenanstalten in der Höhe je eines Sechstels des zu erwartenden Beitrages gemäß Paragraph 3, Absatz eins, des Spitalbeitragsgesetzes mit den Teilzahlungen des Landesgesundheitsfonds an die Krankenanstalten vorgesehen werden. Die Aufrechnung der Vorschüsse ist anlässlich der Endabrechnung zu berücksichtigen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 45

Text

Paragraph 45 *,)Grundsätze über die Mittelverwendung

  1. Absatz einsFinanzielle Zuwendungen werden nur nach Maßgabe der Richtlinien gemäß Paragraph 4, Litera a und b oder der Entscheidung der zuständigen Organe sowie der dem Landesgesundheitsfonds zur Verfügung stehenden Mittel gewährt.
  2. Absatz 2Die Gewährung finanzieller Zuwendungen darf nur nach Maßgabe des Paragraph 94, Absatz 7, des Spitalgesetzes erfolgen. Die Gewährung kann von der Einhaltung näher bestimmter Auflagen und Bedingungen abhängig gemacht werden.
  3. Absatz 3Der Landesgesundheitsfonds ist berechtigt, durch eigene oder beauftragte Organe in alle für die Abrechnung maßgebenden Bücher und Aufzeichnungen (einschließlich der Krankengeschichten) der Empfänger von Zuwendungen Einsicht zu nehmen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 24/2020

§ 46

Text

Paragraph 46 *,)Zustimmung zu Investitionsvorhaben und Investitionszuschüsse

  1. Absatz einsInvestitionsvorhaben betreffend bauliche Maßnahmen oder die Aufstellung von Großgeräten in Fondskrankenanstalten bedürfen der vorherigen Zustimmung des Landesgesundheitsfonds. Die Zustimmung ist zu erteilen, wenn das Investitionsvorhaben mit dem Regionalen Strukturplan Gesundheit für Krankenanstalten, den Strukturqualitätskriterien und den Grundsätzen der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit, insbesondere unter Berücksichtigung der Folgekosten, vereinbar ist.
  2. Absatz 2Werden die Investitionsvorhaben ohne Zustimmung des Landesgesundheitsfonds durchgeführt, so dürfen Zuschüsse für Investitionen nicht gewährt werden und sind die leistungsorientierten Zahlungen bezüglich der jeweiligen Fondskrankenanstalt entsprechend zu kürzen.
  3. Absatz 3In den Richtlinien über die Gewährung finanzieller Zuwendungen aus Fondsmitteln kann dazu Näheres bestimmt werden. Dabei kann auch festgelegt werden, für welche Investitionsvorhaben und bis zu welcher Höhe Investitionen keiner Zustimmung bedürfen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 47

Text

Paragraph 47 *,)
Festsetzung und Gewährung der Mittel für Planungen
und Strukturreformen

  1. Absatz einsDer Landesgesundheitsfonds hat jährlich jeweils einen Gesamtbetrag für die Finanzierung von Planungen im intramuralen Bereich und für Strukturreformen zur Entlastung der Fondskrankenanstalten festzusetzen. Die beiden Beträge dürfen zusammen höchstens 7 % der nach Paragraph 43, Absatz eins, Litera a bis d zur Verfügung stehenden Mittel betragen.
  2. Absatz 2Der Landesgesundheitsfonds hat die Mittel für Strukturreformen ausschließlich für Maßnahmen zu verwenden, die folgende Voraussetzungen erfüllen:
    1. Litera a
      Die Maßnahmen müssen folgenden Zielen dienen:
      1. Ziffer eins
        Abbau von Kapazitäten in den Bereichen der Akutversorgung oder der Pflegeausbildung von Fondskrankenanstalten;
      2. Ziffer 2
        Schaffung und Ausbau alternativer Versorgungseinrichtungen, insbesondere Pflegebetten, Hauskrankenpflege und mobile Dienste sowie sozialmedizinische und psychosoziale Betreuungseinrichtungen;
      3. Ziffer 3
        Ausbau integrierter Versorgungssysteme, insbesondere Sozial- und Gesundheitssprengel; oder
      4. Ziffer 4
        Ausbau von Kapazitäten im Bereich der Kinder- und Jugendrehabilitation.
    2. Litera b
      Die Maßnahmen müssen von Personen oder Einrichtungen durchgeführt werden, deren Tätigkeit nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist, davon ausgenommen sind befristete Schnittstellenprojekte zwischen den verschiedenen leistungsanbietenden Einrichtungen des Gesundheitswesens.
    3. Litera c
      Die Maßnahmen müssen außerhalb von Fondskrankenanstalten gesetzt werden oder mit Maßnahmen außerhalb von Fondskrankenanstalten zwangsläufig zusammenhängen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 2/2021

§ 48

Text

Paragraph 48 *,)Mittel für Zielsteuerungsprojekte

  1. Absatz einsDer Landesgesundheitsfonds kann gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern Projekte finanzieren, die im Landes-Zielsteuerungsübereinkommen vereinbart sind. Dazu gehören insbesondere:
    1. Litera a
      Projekte der integrierten Versorgung, wie insbesondere die Versorgung von Diabetes- und Schlaganfallpatienten und -patientinnen, von Patienten und Patientinnen mit koronaren Herzerkrankungen oder mit nephrologischen Erkrankungen und die Verbesserung des Entlassungsmanagements;
    2. Litera b
      Projekte, die Leistungsverschiebungen zwischen dem intra- und extramuralen Bereich zur Folge haben; und
    3. Litera c
      Pilotprojekte zur sektorenübergreifenden Finanzierung des ambulanten Bereichs.
  2. Absatz 2Aus den zur Verfügung stehenden Mitteln können auch laufende Reformpoolvorhaben verlängert werden.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 49

Text

6. Abschnitt*)
Schlussbestimmungen

Paragraph 49 *,)Handlungsform und Bindungswirkung

  1. Absatz einsDer Landesgesundheitsfonds wird als Träger von Privatrechten tätig, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist.
  2. Absatz 2Durch die Beschlüsse des Landesgesundheitsfonds werden – vorbehaltlich des Paragraph 42, – die gesetzlichen Zuständigkeiten des Bundes, des Landes, der Gemeinden (Gemeindeverbände), der Sozialversicherungsträger sowie der weiteren in der Gesundheitsplattform vertretenen Rechtsträger nicht berührt. Das Land, die Gemeinden (Gemeindeverbände) sowie – nach Maßgabe bundesrechtlicher Vorschriften – die Sozialversicherungsträger haben die im Landesgesundheitsfonds abgestimmten Ergebnisse in ihrem Verwaltungshandeln und bei der Planung und Sicherstellung der Gesundheitsversorgung zu beachten.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 50

Text

Paragraph 50 *,)
Informationspflichten

  1. Absatz einsDer Landesgesundheitsfonds hat der Bundesgesundheitsagentur zu übermitteln:
    1. Litera a
      das Landes-Zielsteuerungsübereinkommen innerhalb eines Monats nach Unterfertigung;
    2. Litera b
      den Voranschlag und den Rechnungsabschluss des Landesgesundheitsfonds für das jeweilige Geschäftsjahr unmittelbar nach Beschlussfassung in der Gesundheitsplattform;
    3. Litera c
      standardisierte Berichte über die Gebarung des Landesgesundheitsfonds auf Basis eines bundesweit einheitlich strukturierten Voranschlags und Rechnungsabschlusses und weitere wesentliche Eckdaten in periodischen Abständen nach Maßgabe der strukturellen und inhaltlichen Festlegungen durch die Bundesgesundheitsagentur;
    4. Litera d
      Diagnosen- und Leistungsberichte der Fondskrankenanstalten;
    5. Litera e
      Berichte über den Stand der Entwicklung im Zusammenhang mit der Umsetzung und Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitsakte und den Rahmenbedingungen für den Einsatz von Kommunikations- und Informationstechnologien;
    6. Litera f
      Berichte über die Erfüllung der Rahmenvorgaben im Zusammenhang mit dem Nahtstellenmanagement.
  2. Absatz 2Im Rahmen des Landes-Zielsteuerungsübereinkommens hat das Land alle Vertragspartner über alle Maßnahmen zu informieren, die es in seinem Wirkungsbereich trifft oder zu treffen beabsichtigt, und die Auswirkungen auf die Vertragspartner haben könnten.
  3. Absatz 3Die Landesregierung hat den von der Landes-Zielsteuerungskommission beschlossenen Regionalen Strukturplan Gesundheit in der jeweils aktuellen Fassung für die Dauer seiner Geltung auf der Homepage des Landes im Internet zu veröffentlichen.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 4/2022

§ 51

Text

Paragraph 51 *,)
Datenverarbeitung

  1. Absatz einsDie für die gemeinsam im Zielsteuerungsvertrag auf Bundesebene und im Landes-Zielsteuerungsübereinkommen vereinbarten Ziele, Maßnahmen bzw. Projekte erforderlichen Daten sind einvernehmlich durch die Zielsteuerungspartner zu definieren. Auf dieser Basis sind die erforderlichen projektspezifischen Rohdaten wechselseitig den Zielsteuerungspartnern in ausreichender Qualität zur Verfügung zu stellen, gemeinsam zu analysieren und zu interpretieren.
  2. Absatz 2Die Landes-Zielsteuerungskommission (Paragraph 6, Litera a,, b und f in Verbindung mit Paragraph 27, Absatz eins,) und die Geschäftsführung (Paragraph 29, Litera a,) sind zur Erstellung des Regionalen Strukturplanes Gesundheit und zur Qualitätssicherung einschließlich der Sicherstellung der Angelegenheiten der Zielsteuerung-Gesundheit ermächtigt, Daten nach Absatz 3, betreffend Ärzte, Ärztinnen sowie Angehörige des zahnärztlichen Berufs oder des Dentistenberufs über standardisierte elektronische Schnittstellen zu verarbeiten, sofern die betroffene Person einen Berufssitz oder Dienstort im Landesgebiet hat.
  3. Absatz 3Daten nach Absatz 2, sind:
    1. Litera a
      Daten aus der Ärzteliste (Paragraph 27, Absatz eins, ÄrzteG 1998) gemäß Paragraph 27 a, Absatz 2, ÄrzteG 1998,
    2. Litera b
      Daten aus der Ausbildungsstellenverwaltung (Paragraph 13 a, Absatz eins und 2 ÄrzteG 1998) gemäß Paragraph 27 a, Absatz 3, ÄrzteG 1998 und
    3. Litera c
      Daten aus der Zahnärzteliste (Paragraph 11, Absatz eins, Zahnärztegesetz – ZÄG) gemäß Paragraph 11 a, Absatz 2, ZÄG.
  4. Absatz 4Die Landes-Zielsteuerungskommission und die Geschäftsführung sind für die gemäß Absatz 2, und 3 verarbeiteten Daten Verantwortliche gemäß Artikel 4, Ziffer 7, Datenschutz-Grundverordnung.
  5. Absatz 5Daten gemäß Absatz eins bis 3 dürfen nach Beendigung der Vorhaben bzw. Projekte nicht mehr verarbeitet werden und sind zu löschen, sobald sie für die verfolgten Zwecke nicht mehr erforderlich sind, die Daten gemäß Absatz 2 und 3 jedoch spätestens nach der Streichung der betroffenen Person aus der Ärzteliste gemäß Paragraph 59, Absatz 3, ÄrzteG 1998 bzw. aus der Zahnärzteliste gemäß Paragraphen 43, Absatz 2 und 45 Absatz 2, ZÄG.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018, 26/2022, 32/2023

§ 52

Text

Paragraph 52 *,)Aufsicht über den Landesgesundheitsfonds

  1. Absatz einsDer Landesgesundheitsfonds steht unter der Aufsicht der Landesregierung.
  2. Absatz 2Die Landesregierung hat durch Verordnung nähere Bestimmungen festzulegen über Art, Form und Inhalt der Berichtspflichten der vorsitzenden Person der Gesundheitsplattform und der Landes-Zielsteuerungskommission und des Geschäftsführers oder der Geschäftsführerin gegenüber der Gesundheitsplattform und der Landes-Zielsteuerungskommission, sowie über Form und Inhalt der Fondsstrategie, des Voranschlages, des Rechnungsabschlusses und des Tätigkeitsberichtes sowie allenfalls weiterer, zur Wahrnehmung des Aufsichtsrechtes erforderlicher Unterlagen.
  3. Absatz 3Die Landesregierung hat das Recht, die Gebarung des Landesgesundheitsfonds auf ihre Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit sowie auf die ziffernmäßige Richtigkeit und die Übereinstimmung mit den bestehenden Vorschriften sowie der Fondsstrategie zu überprüfen.
  4. Absatz 4Beschlüsse der Gesundheitsplattform über die Verwendung von Mitteln für Planungen und Strukturreformen (Paragraph 47,) und Beschlüsse der Landes-Zielsteuerungskommission über die Verwendung von Mitteln für Zielsteuerungsprojekte (Paragraph 48,) bedürfen der aufsichtsbehördlichen Genehmigung der Landesregierung, soweit eine solche Genehmigung in der Geschäftsordnung der Landesregierung der kollegialen Beschlussfassung der Landesregierung vorbehalten ist. Die Landesregierung hat die Genehmigung zu erteilen, wenn die Beschlüsse den im Absatz 3, genannten Kriterien entsprechen.
  5. Absatz 5Der Landesgesundheitsfonds hat der Landesregierung auf Verlangen alle zur Ausübung der Gebarungskontrolle erforderlichen Auskünfte zu erteilen, Bücher, Belege und sonstige Behelfe vorzulegen und Einschauhandlungen zu ermöglichen.
  6. Absatz 6Die Fondsstrategie und deren Änderungen sind der Landesregierung ohne unnötigen Aufschub vorzulegen. Unmittelbar nach Beschlussfassung in der Gesundheitsplattform hat der Landesgesundheitsfonds der Landesregierung den Rechnungsabschluss und einen Tätigkeitsbericht vorzulegen.
  7. Absatz 7Die Fondsstrategie und deren Änderungen, der Voranschlag, der Rechnungsabschluss und der Tätigkeitsbericht des Landesgesundheitsfonds bedürfen der Genehmigung der Landesregierung.
  8. Absatz 8Die Landesregierung hat dem Landtag jährlich den Rechnungsabschluss und den Tätigkeitsbericht des Landesgesundheitsfonds zur Kenntnis zu bringen. Eine Ausfertigung des Rechnungsabschlusses und des Tätigkeitsberichtes ist dem Vorarlberger Gemeindeverband zu übermitteln.

*) Fassung LGBl.Nr. 39/2018, 24/2020

§ 53

Text

Paragraph 53 *,)
Schiedskommission

  1. Absatz einsBeim Amt der Landesregierung wird eine Schiedskommission zur Entscheidung in folgenden Angelegenheiten eingerichtet:
    1. Litera a
      die Entscheidung über den Abschluss von Verträgen zwischen den Trägern öffentlicher Krankenanstalten, die am 31. Dezember 1996 bestanden haben und nicht zu den Fondskrankenanstalten gehören, und dem Dachverband der Sozialversicherungsträger;
    2. Litera b
      die Entscheidung über Streitigkeiten aus zwischen den Rechtsträgern der Fondskrankenanstalten und dem Dachverband der Sozialversicherungsträger (oder einem Sozialversicherungsträger) abgeschlossenen Verträgen einschließlich der Entscheidung über die aus diesen Verträgen erwachsenden Ansprüche gegenüber einem Sozialversicherungsträger oder gegenüber dem Landesgesundheitsfonds; weiters die Entscheidung über Streitigkeiten über die aus diesem Gesetz erwachsenden Ansprüche eines Rechtsträgers einer Fondskrankenanstalt gegenüber dem Landesgesundheitsfonds;
    3. Litera c
      die Entscheidung über Streitigkeiten zwischen dem Dachverband der Sozialversicherungsträger oder einem Sozialversicherungsträger und dem Landesgesundheitsfonds über die wechselseitigen Verpflichtungen und Ansprüche aus der Artikel 15 a, B-VG Vereinbarung über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens bzw. den dazu ergangenen Umsetzungsvorschriften sowie
    4. Litera d
      die Entscheidung über Ansprüche, die sich auf den Sanktionsmechanismus (Paragraph 4, Litera g,) gründen.
  2. Absatz 2Die Schiedskommission besteht aus:
    1. Litera a
      einem Richter oder einer Richterin des Aktivstandes der zum Sprengel des Oberlandesgerichtes Innsbruck gehörenden Gerichte;
      diese Person wird vom Präsidenten oder von der Präsidentin des Oberlandesgerichtes Innsbruck bestellt und führt den Vorsitz;
    2. Litera b
      einem Beisitzer oder einer Beisitzerin, entsendet vom Dachverband der Sozialversicherungsträger;
    3. Litera c
      einem Beisitzer oder einer Beisitzerin aus dem Kreis der Landesbediensteten, entsendet von der Landesregierung;
    4. Litera d
      zwei Beisitzer oder Beisitzerinnen aus dem Kreis der Mitglieder der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, je einer oder eine entsendet von der Landesregierung und dem Dachverband der Sozialversicherungsträger.
  3. Absatz 3Wenn in einem Verfahren ein Rechtsträger einer Fondskrankenanstalt Streitpartei ist, hat nicht die Landesregierung, sondern der betroffene Rechtsträger den Beisitzer oder die Beisitzerin gemäß Absatz 2, Litera d, aus dem Kreis der Mitglieder der Kammer der Wirtschaftstreuhänder zu entsenden.
  4. Absatz 4Für jedes Mitglied nach Absatz 2 und 3 ist in gleicher Weise ein Ersatzmitglied zu bestellen bzw. zu entsenden, welches das Mitglied im Falle der Verhinderung oder Befangenheit vertritt.
  5. Absatz 5Die Mitglieder nach Absatz 2, sind für die Dauer von vier Jahren zu bestellen bzw. zu entsenden. Scheidet ein Mitglied vorzeitig aus, so ist für den Rest der Amtsdauer ein neues Mitglied zu bestellen bzw. zu entsenden.
  6. Absatz 6Die Mitglieder der Schiedskommission sind in Ausübung ihres Amtes an keine Weisungen gebunden. Die Schiedskommission muss die Landesregierung auf ihr Verlangen über alle Gegenstände der Geschäftsführung informieren. Die Landesregierung hat das Recht, die Mitglieder aus einem wichtigen Grund abzuberufen, z.B. wenn Umstände eintreten oder nachträglich bekannt werden, die eine Bestellung ausgeschlossen hätten.
  7. Absatz 7Ein Antrag auf Entscheidung kann von jeder der nach Absatz eins, in Betracht kommenden Streitparteien gestellt werden. Die Schiedskommission entscheidet mit Bescheid.
  8. Absatz 8Von der Schiedskommission durchgeführte mündliche Verhandlungen sind öffentlich. Die Beratungen und Abstimmungen der Schiedskommission sind nicht öffentlich. Die Schiedskommission ist beschlussfähig, wenn die den Vorsitz führende Person und zwei Beisitzer oder Beisitzerinnen anwesend sind.
  9. Absatz 9Die Beratung hat mit dem Vortrag der den Vorsitz führenden Person zu beginnen. Nach einer allfälligen Erörterung des Vortrages hat sie die erforderlichen Anträge zu stellen. Die Beisitzer oder Beisitzerinnen können Gegen- und Abänderungsanträge stellen. Alle Anträge sind zu begründen. Die Anträge sind in jener Reihenfolge, die von der den Vorsitz führenden Person bestimmt wird, zur Abstimmung zu bringen. Kein Mitglied der Schiedskommission darf sich der Stimme enthalten. Die Beisitzer oder Beisitzerinnen haben ihre Stimme in alphabetischer Reihenfolge, die den Vorsitz führende Person hat ihre Stimme zuletzt abzugeben. Ein Antrag gilt als angenommen, wenn die Mehrheit der abgegebenen Stimmen auf ihn fällt.
  10. Absatz 10Über die Beratung und Abstimmung ist ein Beratungsprotokoll zu führen. Es hat die Namen der Anwesenden, alle Anträge, die gestellt wurden, und die Beratungs- und Abstimmungsergebnisse zu enthalten. Wenn dem Standpunkt einer Partei nicht vollinhaltlich Rechnung getragen oder über Einwendungen oder Anträge von Beteiligten abgesprochen wird, hat das Beratungsprotokoll außerdem die wesentlichen Punkte der Begründung der von der Schiedskommission angenommenen Anträge zu enthalten. Das Beratungsprotokoll ist von der den Vorsitz führenden Person zu fertigen.
  11. Absatz 11Bescheide der Schiedskommission sind schriftlich zu erlassen. Sie haben die Namen der Mitglieder, welche an der Abstimmung teilgenommen haben, anzuführen und sind von der den Vorsitz führenden Person zu fertigen.
  12. Absatz 12Über Beschwerden gegen Bescheide der Schiedskommission entscheidet das Landesverwaltungsgericht mit Senat.
  13. Absatz 13Den Mitgliedern der Schiedskommission – soweit es nicht Landesbedienstete sind – gebührt der Ersatz der notwendigen Fahrtauslagen und eine Entschädigung für Zeitversäumnis, deren Höhe von der Landesregierung tarifmäßig festzusetzen ist.

*) Fassung LGBl.Nr. 24/2020

§ 53a

Text

Paragraph 53 a, *,)
Videokonferenzen, Umlaufbeschlüsse

  1. Absatz einsAuf Anordnung der den Vorsitz führenden Person kann die Beratung und Abstimmung der Schiedskommission auch in Form einer Videokonferenz bzw. die Abstimmung auch in Form eines Umlaufbeschlusses erfolgen, sofern die Beratung bzw. Abstimmung nicht im Anschluss an die mündliche Verhandlung stattfindet. Die den Vorsitz führende Person hat bei ihrer Entscheidung die technischen, organisatorischen und datenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
  2. Absatz 2Im Falle der Beratung und Abstimmung im Rahmen einer Videokonferenz
    1. Litera a
      gelten die an der Videokonferenz teilnehmenden Mitglieder der Schiedskommission als anwesend und nehmen an der Abstimmung in der Weise teil, dass sie ihre Stimme nach persönlichem Aufruf durch die den Vorsitz führende Person mündlich abgeben; besteht die Möglichkeit einer authentifizierten elektronischen Stimmabgabe, kann die Stimmabgabe auch in elektronischer Form erfolgen;
    2. Litera b
      ist durch die einzelnen Mitglieder sicherzustellen, dass die Nichtöffentlichkeit der Beratung und Abstimmung gewahrt bleibt;
    3. Litera c
      hat ein Mitglied, welches aufgrund eines technischen Gebrechens der Beratung akustisch nicht mehr folgen kann oder an der Stimmabgabe gehindert ist, die den Vorsitz führende Person unverzüglich von diesem Umstand zu verständigen; die den Vorsitz führende Person hat daraufhin die Beratung und Abstimmung für die notwendige Dauer der Behebung des technischen Gebrechens zu unterbrechen; kann eine Behebung des technischen Gebrechens innerhalb eines vertretbaren Zeitraumes nicht bewirkt werden, dann kann die Beratung und Abstimmung in Abwesenheit dieses Mitgliedes fortgesetzt werden, soweit das erforderliche Anwesenheitsquorum nach wie vor gegeben ist; ansonsten ist die Beratung und Abstimmung zu vertagen; Beschlüsse, welche vor einer solchen Verständigung, unter der Berücksichtigung der Anwesenheit des verhinderten Mitgliedes mit der erforderlichen Mehrheit gefasst wurden, behalten ihre Gültigkeit.
  3. Absatz 3Die Abstimmung im Umlaufweg hat in der Weise zu erfolgen, dass ein Beschlussentwurf von der den Vorsitz führenden Person allen Mitgliedern der Schiedskommission unter Setzung einer angemessenen Frist zu übermitteln ist; die Übermittlung kann auch per E-Mail oder in einer anderen technisch möglichen Form erfolgen, wenn das jeweilige Mitglied entsprechende Kontaktdaten bekanntgegeben hat. Die Mitglieder können innerhalb der gesetzten Frist schriftlich ihre Zustimmung oder Ablehnung zum übermittelten Beschlussentwurf erklären oder sich gegen die Abstimmung im Umlaufweg aussprechen. Diese Erklärungen sind an eine der von der den Vorsitz führenden Person hiefür bekanntgegebenen Adressen zu übermitteln; sie müssen im Falle der physischen Übermittlung mit der eigenhändigen Unterschrift versehen sein; im Falle der elektronischen Übermittlung müssen sie mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen sein oder sonst im Rahmen einer allenfalls zur Verfügung stehenden Möglichkeit zur authentifizierten elektronischen Stimmabgabe erfolgen. Der Zeitpunkt, zu dem die gesetzte Frist abläuft, ist ausschlaggebend für die Beurteilung, ob ein Beschluss zustande gekommen ist. Der Beschluss kommt zustande, wenn sich die sonst für die Anwesenheit erforderliche Anzahl von Mitgliedern an der Abstimmung im Umlaufweg beteiligt, die erforderliche Mehrheit dem Beschlussentwurf zugestimmt und sich kein Mitglied gegen die Abstimmung im Umlaufweg ausgesprochen hat. Der Verlauf und das Ergebnis der Abstimmung im Umlaufweg sind zu dokumentieren und das Ergebnis der Abstimmung ist allen Mitgliedern mitzuteilen.

*) Fassung LGBl.Nr. 4/2022

§ 54

Text

Paragraph 54 *,)Übergangsbestimmungen

  1. Absatz einsDer Landesgesundheitsfonds ist Gesamtrechtsnachfolger des nach Paragraph eins, des Landesgesundheitsfondsgesetzes, Landesgesetzblatt Nr. 7 aus 2006, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 68 aus 2008,, eingerichteten Landesgesundheitsfonds. Beschlüsse dieses bisherigen Landesgesundheitsfonds bleiben solange anwendbar, bis die zuständigen Gremien des Landesgesundheitsfonds etwas anderes beschließen.
  2. Absatz 2Die nach den bisherigen Vorschriften erfolgte Bestellung der Mitglieder der Gesundheitsplattform – mit Ausnahme des Mitgliedes, das von der Pensionsversicherungsanstalt und der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt gemeinsam entsendet wurde – bleibt solange gültig, bis die Stelle, die das Mitglied entsandt hat, ein anderes Mitglied entsendet. Die den Vorsitz führende Person erstellt die Tagesordnung der ersten Sitzung der Gesundheitsplattform und hat diese einzuberufen. Erster Tagesordnungspunkt dieser Sitzung ist die Beschlussfassung der Geschäftsordnung.
  3. Absatz 3Die erste Sitzung der Landes-Zielsteuerungskommission wird von den vorsitzenden Personen einberufen; sie haben auch die Tagesordnung zu erstellen. Erster Tagesordnungspunkt dieser Sitzung ist die Beschlussfassung der Geschäftsordnung.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 55

Text

Paragraph 55 *,)Inkrafttretensbestimmung zur Novelle LGBl.Nr. 11/2018

Das Gesetz über eine Änderung des Landesgesundheitsfondsgesetzes, LGBl.Nr. 11/2018, tritt rückwirkend am 1. Jänner 2017 in Kraft.

*) Fassung LGBl.Nr. 11/2018

§ 56

Text

Paragraph 56 *,)Inkrafttretensbestimmungen zur Novelle LGBl.Nr. 39/2018

  1. Absatz einsArtikel römisch III des Gesetzes über Landesfonds – Sammelnovelle, LGBl.Nr. 39/2018, tritt am 1. Jänner 2019 in Kraft.
  2. Absatz 2Die Verordnung aufgrund des Paragraph 52, Absatz 2, in der Fassung LGBl.Nr. 39/2018 kann von dem der Kundmachung dieses Gesetzes folgenden Tag an erlassen werden. Sie darf jedoch frühestens am 1. Jänner 2019 in Kraft treten.

*) Fassung LGBl.Nr. 39/2018

§ 57

Text

Paragraph 57 *,)
Inkrafttretensbestimmung zur Novelle LGBl.Nr. 24/2020

Artikel römisch XI des Gesetzes über Anpassungen aufgrund von Neuerungen im Krankenanstalten-, Sozialversicherungs- und Erwachsenenschutzrecht – Sammelnovelle, LGBl.Nr. 24/2020, tritt rückwirkend am 1. Jänner 2020 in Kraft.

*) Fassung LGBl.Nr. 24/2020

§ 59

Text

Paragraph 59 *,)
Inkrafttretensbestimmung zur Novelle LGBl.Nr. 2/2021

Das Gesetz über eine Änderung des Landesgesundheitsfondsgesetzes, LGBl.Nr. 2/2021 tritt am 1. Jänner 2021 in Kraft.

*) Fassung LGBl.Nr. 2/2021

§ 60

Text

Paragraph 60 *,)
Inkrafttretensbestimmungen zur Novelle LGBl.Nr. 4/2022

  1. Absatz einsArt. römisch XXXVIII des Gesetzes über Neuerungen im Zusammenhang mit Digitalisierung – Sammelnovelle, LGBl.Nr. 4/2022, ausgenommen die Änderungen betreffend die Paragraphen 37, Absatz 5 und 50 Absatz 3,, tritt am 1. Jänner 2022 in Kraft.
  2. Absatz 2Die Änderungen betreffend die Paragraphen 37, Absatz 5 und 50 Absatz 3, durch LGBl.Nr. 4/2022 treten am 1. Juli 2022 in Kraft.

*) Fassung LGBl.Nr. 4/2022

§ 61

Text

Paragraph 61 <, b, r, /, >, eins n, k, r, a, f, t, t, r, e, t, e, n, s, b, e, s, t, i, m, m, u, n, g, zur Novelle LGBl.Nr. 26/2022

  1. Absatz einsDie Änderungen der Paragraphen 18, Absatz 2 und Absatz 3,, 25, 28 Absatz eins bis 4, 29 und 43 durch das Gesetz über eine Änderung des Landesgesundheitsfondsgesetzes, LGBl.Nr. 26/2022, einschließlich der Inkrafttretensbestimmung des Paragraph 61,, treten rückwirkend am 1. Jänner 2022 in Kraft.
  2. Absatz 2Beschlüsse der Landesregierung über die Bestellung eines Geschäftsführers oder einer Geschäftsführerin für den Gesundheitsförderungsfonds gemäß Paragraph 28, Absatz eins, in der Fassung LGBl.Nr. 26/2022 können bereits vor in Kraft treten dieses Gesetzes gefasst werden, sie dürfen jedoch frühestens mit Inkrafttreten dieses Gesetzes Wirksamkeit erlangen.

*) Fassung LGBl.Nr. 26/2022

§ 62

Text

Paragraph 62 <, b, r, /, >, eins n, k, r, a, f, t, t, r, e, t, e, n, s, b, e, s, t, i, m, m, u, n, g, zur Novelle LGBl.Nr. 32/2023

  1. Absatz einsParagraph 14, Absatz 2, in der Fassung LGBl.Nr. 32/2023 tritt rückwirkend am 1. Jänner 2021 in Kraft.
  2. Absatz 2Paragraph 30, Absatz eins, in der Fassung LGBl.Nr. 32/2023 tritt rückwirkend am 1. Jänner 2022 in Kraft.