Landesrecht konsolidiert Vorarlberg: Gesamte Rechtsvorschrift für Genehmigung der Vereinbarung über die Bildung eines Gemeindeverbandes für Abfallwirtschaft und Umweltschutz, Fassung vom 20.11.2019

§ 0

Langtitel

Verordnung der Landesregierung betreffend die Genehmigung der Vereinbarung über die Bildung eines Gemeindeverbandes für Abfallwirtschaft und Umweltschutz

StF: LGBl.Nr. 2/1992

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 93 Abs. 1 des Gemeindegesetzes, LGBl. Nr. 40/1985, wird verordnet:

Die in der Anlage wiedergegebene Vereinbarung betreffend die Änderung der Vereinbarung über die Bildung eines Gemeindeverbandes für Abfallwirtschaft und Umweltschutz wird genehmigt.

Anl. 1

Text

Anlage

Vereinbarung
über die Bildung eines Gemeindeverbandes für Abfallwirtschaft und Umweltschutz

Präambel

Die Gemeinden sind übereingekommen, die Möglichkeiten des § 93 des Vorarlberger Gemeindegesetzes, LGBl. Nr. 40/1985, und die dazu erlassene Gemeindeverbandsverordnung, LGBl. Nr. 47/1986, in der geltenden Fassung, für eine engere Zusammenarbeit zur Bewältigung des Aufgabenbereiches Abfallwirtschaft zu nützen. Die Namensführung des Gemeindeverbandes soll darauf hinweisen, dass der Gemeindeverband wenn dies von den Mitgliedsgemeinden künftig gewünscht und mit qualifizierter Mehrheit beschlossen wird - auch andere Zuständigkeiten, die einer gemeinsamen Bewältigung von Aufgaben des Umweltschutzes dienlich sind, übernehmen kann.

Die Gemeinden haben aufgrund der Beschlüsse der Gemeindevertretung nachstehende Vereinbarung getroffen:

Name:

Gemeindevertretungsbeschluss

Alberschwende

30.09.1991

Altach

21.11.1991

Andelsbuch

09.12.1991

Au

05.09.1991

Bartholomäberg

14.11.1991

Bezau

02.09.1991

Bildstein

27.08.1991

Bizau

04.11.1991

Blons

16.12.1991

Bludenz

24.10.1991

Bludesch

26.11.1991

Brand

04.11.1991

Bregenz

17.12.1991

Buch

04.10.1991

Bürs

24.10.1991

Bürserberg

18.09.1991

Dalaas

12.09.1991

Damüls

14.11.1991

Doren

16.09.1991

Dornbirn

03.10.1991

Düns

12.09.1991

Dünserberg

29.11.1991

Egg

11.11.1991

Eichenberg

28.11.1991

Feldkirch

15.10.1991

Fontanella

16.09.1991

Frastanz

16.12.1991

Fraxern

23.10.1991

Fußach

05.11.1991

Gaißau

11.09.1991

Gaschurn

12.1.21991

Göfis

26.11.1991

Götzis

04.11.1991

Hard

20.09.1991

Hittisau

17.09.1991

Höchst

22.10.1991

Hörbranz

26.09.1991

Hohenems

28.11.1991

Hohenweiler

02.10.1991

Innerbraz

31.10.1991

Kennelbach

18.12.1991

Klaus

25.09.1991

Klösterle

21.11.1991

Koblach

23.09.1991

Krumbach

12.11.1991

Langen

07.10.1991

Langenegg

17.12.1991

Laterns

23.10.1991

Lauterach

30.9.1991

Lech

29.08.1991

Lingenau

19.12.1991

Lochau

09.09.1991

Lorüns

12.09.1991

Ludesch

08.10.1991

Lustenau

19.09.1991

Mäder

30.09.1991

Meiningen

28.08.1991

Mellau

09.09.1991

Mittelberg

05.09.1991

Möggers

22.08.1991

Nenzing

24.10.1991

Nüziders

18.10.1991

Raggal

23.08.1991

Rankweil

02.10.1991

Reuthe

29.10.1991

Riefensberg

17.09.1991

Röns

26.09.1991

Röthis

23.09.1991

Satteins

18.12.1991

Schlins

30.09.1991

Schnepfau

04.09.1991

Schnifis

11.11.1991

Schoppernau

25.11.1991

Schröcken

21.11.1991

Schruns

11.09.1991

Schwarzach

22.10.1991

Schwarzenberg

07.10.1991

Sibratsgfäll

11.12.1991

Silbertal

17.10.1991

Sonntag

15.08.1991

Stallehr

28.11.1991

St. Anton

30.09.1991

St. Gallenkirch

19.09.1991

St. Gerold

02.12.1991

Sulz

30.10.1991

Sulzberg

11.11.1991

Thüringen

18.09.1991

Thüringerberg

22.11.1991

Tschagguns

19.09.1991

Übersaxen

30.09.1991

Vandans

05.12.1991

Viktorsberg

23.09.1991

Warth

31.10.1991

Weiler

09.10.1991

Wolfurt

12.09.1991

Zwischenwasser

29.08.1991

§ 1*)
Beteiligte Gemeinden, Aufgaben, Name, Sitz

(1) Die Gemeinden Alberschwende, Altach, Andelsbuch, Au, Bartholomäberg, Bezau, Bildstein, Bizau, Blons, Bludenz, Bludesch, Brand, Bregenz, Buch, Bürs, Bürserberg, Dalaas, Damüls, Doren, Dornbirn, Düns, Dünserberg, Egg, Eichenberg, Feldkirch, Fontanella, Frastanz, Fraxern, Fußach, Gaißau, Gaschurn, Göfis, Götzis, Hard, Hittisau, Höchst, Hörbranz, Hohenems, Hohenweiler, Innerbraz, Kennelbach, Klaus, Klösterle, Koblach, Krumbach, Langen, Langenegg, Laterns, Lauterach, Lech, Lingenau, Lochau, Lorüns, Ludesch, Lustenau, Mäder, Meiningen, Mellau, Mittelberg, Möggers, Nenzing, Nüziders, Raggal, Rankweil, Reuthe, Riefensberg, Röns, Röthis, St. Anton, St. Gallenkirch, St. Gerold, Satteins, Schlins, Schnepfau, Schnifis, Schoppernau, Schröcken, Schruns, Schwarzach, Schwarzenberg, Sibratsgfäll, Silbertal, Sonntag, Stallehr, Sulz, Sulzberg, Thüringen, Thüringerberg, Tschagguns, Übersaxen, Vandans, Viktorsberg, Warth, Weiler, Wolfurt, Zwischenwasser bilden einen Gemeindeverband.

(2) Der Gemeindeverband hat als Träger von Privatrechten für die Gemeinden nachstehende Aufgaben zu besorgen:

a)

abfallwirtschaftliche Maßnahmen zur bestmöglichen Entsorgung von Altstoffen,

Problemstoffen,

Hausabfällen,

sonstigen Abfällen oder Stoffen, deren Sammlung und Entsorgung

den Gemeinden gesetzlich aufgetragen ist;

derartige Maßnahmen können sein:

Ausschreibung von Entsorgungsleistungen,

Abschluss von für die Mitgliedsgemeinden verbindlichen

Entsorgungsverträgen,

Begleitende Kontrolle zur Einhaltung bestehender Verträge, Verwaltung und Abrechnung der Entsorgungsleistungen, Zusammenarbeit mit dem Land bei der Festsetzung des Entgeltes für Abfallbeseitigungsanlagen,

Beteiligung an der Errichtung und/oder dem Betrieb von Anlagen für die Sammlung und Entsorgung von Stoffen, für die gemäß gesetzlicher Vorschriften die Gemeinden zuständig sind;

b)

Öffentlichkeitsarbeit zur Abfallvermeidung und Abfalltrennung;

c)

Schulung von Abfallberatern in den Gemeinden;

d)

langfristige Abfallplanung unter Einbeziehung des Klärschlamms;

e)

Beratung der Gemeinden in Umweltfragen und Zusammenarbeit mit Umweltinstitutionen;

f)

Übernahme von Aufgaben – über Beauftragung durch die Gemeinden – in Umweltangelegenheiten im weiteren Sinne, wie beispielsweise Unterstützung bei der Beschaffung von umweltgerechten Produkten und Dienstleistungen durch Anbieten von Beratungsleistungen und die Durchführung von Vergabeverfahren, Einrichtung von Erfahrungs- und Beratungsnetzwerken, sowie die Schaffung der dafür allenfalls erforderlichen Organisationsstrukturen (Gründung einer GesmbH oder dgl.).

(3) Aufgaben, die nur eine Region betreffen oder zweckmäßigerweise regional gelöst werden, können vom Gemeindeverband nur mit Zustimmung der betroffenen Gemeinde besorgt werden.

(4) Der Gemeindeverband führt den Namen „Gemeindeverband für Abfallwirtschaft und Umweltschutz“. Er hat seinen Sitz in Dornbirn; hier ist auch die Geschäftsstelle eingerichtet. Im Geschäftsalltag verwendet er die Kurzbezeichnung „Umweltverband“.

*) Fassung LGBl.Nr. 21/1994, 29/2004

§ 2*)
Organe, Zuständigkeiten

(1) Die Organe des Gemeindeverbandes sind:

a)

die Verbandsversammlung,

b)

der Verbandsvorstand und

c)

der Verbandsobmann.

(2) Der Verbandsversammlung obliegen:

a)

die Wahl der Organe;

b)

Beschluss über die Auflösung des Gemeindeverbandes;

c)

Beschlüsse über Änderungen der Vereinbarung, insbesondere solche aus Anlass des Beitrittes oder Austrittes einer Gemeinde;

d)

Beschlüsse über den Voranschlag und den Rechnungsabschluss;

e)

die Festsetzung von Beiträgen und Entgelten für die Benützung von Einrichtungen und Anlagen des Gemeindeverbandes;

f)

Erwerb und Veräußerung von Gesellschaftsanteilen, Beteiligung des Verbandes an einer wirtschaftlichen Unternehmung, der Beitritt des Verbandes zu und der Austritt aus einer Genossenschaft, einem Verband oder einer ähnlichen privatrechtlichen Einrichtung.

(3) Dem Verbandsvorstand obliegen alle in den Aufgabenbereich des Gemeindeverbandes fallenden Angelegenheiten, soweit sie nach dieser Vereinbarung oder nach den Bestimmungen des 1. Abschnittes des VII. Hauptstückes des Gemeindegesetzes oder nach der Gemeindeverbandsverordnung nicht ausdrücklich anderen Organen vorbehalten sind.

(4) Dem Verbandsobmann obliegen:

a)

die Vertretung des Gemeindeverbandes nach außen;

b)

die Durchführung der durch die Kollegialorgane des Gemeindeverbandes gefassten Beschlüsse;

c)

die laufende Verwaltung des Gemeindeverbandes;

d)

die Leitung der Geschäftsstelle des Gemeindeverbandes als deren Vorstand.

(5) Die Beschlüsse in Angelegenheiten des Abs. 2 lit. b und c bedürfen einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen.

*) Fassung LGBl.Nr. 29/2004

§ 3*)
Sitz- und Stimmrecht

(1) Die Verbandsversammlung besteht aus 96 Mitgliedern. Die verbandsangehörigen Gemeinden entsenden in die Verbandsversammlung je ein Mitglied mit folgenden Stimmrechten:

bis

1.000

 

 

Einwohner

2 Stimmen

von

1.001

-

5.000

Einwohner

3 Stimmen

von

5.001

-

10.000

Einwohner

7 Stimmen

von

10.001

-

20.000

Einwohner

15 Stimmen

über

20.000

 

 

Einwohner

30 Stimmen

Im Einzelnen stellt sich die Verteilung der Sitze und Stimmrechte wie folgt dar:

Verbandsangehörige

Gemeinde

Einwohnerzahl

Stimmrechte der

einzelnen Mitglieder

Alberschwende

2504

3

Altach

4430

3

Andelsbuch

1904

3

Au

1466

3

Bartholomäberg

2001

3

Bezau

1554

3

Bildstein

693

2

Bizau

805

2

Blons

302

2

Bludenz

12891

15

Bludesch

1236

3

Brand

644

2

Bregenz

24561

30

Buch

503

2

Bürs

2799

3

Bürserberg

479

2

Dalaas

1477

3

Damüls

304

2

Doren

830

2

Dornbirn

38641

30

Düns

295

2

Dünserberg

128

2

Egg

2857

3

Eichenberg

276

2

Feldkirch

23745

30

Fontanella

401

2

Frastanz

5413

7

Fraxern

519

2

Fußach

2655

3

Gaißau

1045

3

Gaschurn

1691

3

Göfis

2433

3

Götzis

8735

7

Hard

10103

15

Hittisau

1638

3

Höchst

5893

7

Hörbranz

4997

3

Hohenems

12666

15

Hohenweiler

961

2

Innerbraz

844

2

Kennelbach

2094

3

Klaus

2369

3

Klösterle

782

2

Koblach

2633

3

Krumbach

836

2

Langen

1019

3

Langenegg

807

2

Laterns

608

2

Lauterach

6440

7

Lech

1270

3

Lingenau

1240

3

Lochau

5239

7

Lorüns

200

2

Ludesch

2146

3

Lustenau

17401

15

Mäder

2239

3

Meiningen

1284

3

Mellau

1088

3

Mittelberg

4599

3

Möggers

394

2

Nenzing

4797

3

Nüziders

3644

3

Raggal

744

2

Rankweil

9926

7

Reuthe

520

2

Riefensberg

887

2

Röns

236

2

Röthis

860

3

Satteins

2155

3

Schlins

1723

3

Schnepfau

373

2

Schnifis

567

2

Schoppernau

885

2

Schröcken

214

2

Schruns

3724

3

Schwarzach

3084

3

Schwarzenberg

1470

3

Sibratsgfäll

367

2

Silbertal

834

2

Sonntag

647

2

Stallehr

199

2

St. Anton

580

2

St. Gallenkirch

1909

3

St. Gerold

321

2

Sulz

1952

3

Sulzberg

1507

3

Thüringen

1691

3

Thüringerberg

562

2

Tschagguns

2176

3

Übersaxen

492

2

Vandans

2033

3

Viktorsberg

363

2

Warth

154

2

Weiler

1360

3

Wolfurt

6589

7

Zwischenwasser

2552

3

(2) Der Verbandsvorstand besteht aus 15 Mitgliedern. Sie sind aus der Mitte der Mitglieder der Verbandsversammlung zu wählen. Die Wahl hat so zu erfolgen, dass die Gemeinden

bis 1.000 Einwohner (Ew)

zusammen 2 Mitglieder

von 1.001 – 5.000 Ew

zusammen 3 Mitglieder

von 5.001 – 10.000 Ew

zusammen 3 Mitglieder

von 10.001 – 20.000 Ew

zusammen 3 Mitglieder

über 20.000 Ew

zusammen 4 Mitglieder

entsenden. Es ist darauf Bedacht zu nehmen, dass die vier Verwaltungsbezirke und innerhalb der Bezirke die größeren Talschaften vertreten sind. Jedes Vorstandsmitglied hat ein Stimmrecht.

(3) Für die Verteilung der Sitz- und Stimmrechte ist die Einwohnerzahl maßgebend, die sich nach dem endgültigen Ergebnis der jeweils letzten Volkszählung ergibt. Aufgrund der Durchführung einer Volkszählung sich allenfalls ergebende Änderungen sind erst mit dem der Verlautbarung des endgültigen Ergebnisses dieser Volkszählung folgenden Monatsersten zu berücksichtigen.

*) Fassung LGBl.Nr. 43/2015

§ 4
Deckung des Aufwandes, Haftung

(1) Die verbandsangehörigen Gemeinden tragen zum Aufwand des Gemeindeverbandes im Verhältnis der Einwohnerzahl bei. Aufwendungen, die ausschließlich Gemeinden einer bestimmten Region betreffen, sind von diesen Gemeinden im Verhältnis der Einwohnerzahl zu refundieren. An einem allfälligen Überschuss nehmen die verbandsangehörigen Gemeinden im selben Ausmaß teil. § 3 Abs. 3 gilt sinngemäß.

(2) Die verbandsangehörigen Gemeinden leisten auf Verlangen vierteljährlich Vorschüsse in Höhe eines Viertels des zu erwartenden Beitragsanteiles gegen nachträgliche Verrechnung. Die Vorschüsse sind auf der Grundlage des Voranschlages zu ermitteln.

(3) Für Verbindlichkeiten des Gemeindeverbandes haften die verbandsangehörigen Gemeinden untereinander in dem Ausmaß, in dem sie zum Aufwand beizutragen haben.

§ 5
Beitritt, Austritt

(1) Ein nachträglicher Beitritt von Gemeinden durch Beitrittserklärung sowie Annahme der Beitrittserklärung und dementsprechender Änderung der Vereinbarung durch Beschluss der Verbandsversammlung ist zulässig.

(2) Ein Austritt durch einseitige Erklärung ist jeweils zum Ende eines Kalenderjahres möglich. Für den Fall eines solchen Austrittes ist die zur Wirksamkeit erforderliche Änderung der Vereinbarung unverzüglich von der Verbandsversammlung zu beschließen.

§ 6
Inkrafttreten

Diese Vereinbarung tritt am 1.1.1992, frühestens jedoch mit Rechtswirksamkeit der Verordnung der Aufsichtsbehörde über die Genehmigung der Vereinbarung, in Kraft.