Landesrecht konsolidiert Tirol: Gesamte Rechtsvorschrift für Naturschutzgebiet Afrigal und Festlegung der Erhaltungsziele für das Natura 2000-Gebiet Afrigal, Fassung vom 11.12.2018

§ 0

Langtitel

LGBl. Nr. 81/2010

Präambel/Promulgationsklausel

Verordnung der Landesregierung vom 7. Dezember 2010, mit der Teile der Gemeinde Nassereith zum Naturschutzgebiet (Naturschutzgebiet Afrigal) erklärt werden und mit der Erhaltungsziele für das Natura 2000-Gebiet Afrigal festgelegt werden

Aufgrund der §§ 14 Abs. 3 lit. a und 21 Abs. 1 bis 3 des Tiroler Naturschutzgesetzes 2005, LGBl. Nr. 26, zuletzt geändert durch das Gesetz LGBl. Nr. 98/2009, wird verordnet:

§ 1

Text

§ 1

Erklärung zum Naturschutzgebiet, Schutzzweck

(1) Das in der Anlage dargestellte, blau unterlegte und als Natura 2000-Gebiet gemeldete Gebiet in der Gemeinde Nassereith wird zum Zweck des Schutzes seiner besonders naturnahen Bergkiefern- oder Spirkenwälder und zur Erhaltung der Biodiversität im Wald zum Naturschutzgebiet erklärt (Naturschutzgebiet Afrigal).

(2) Das Naturschutzgebiet dient insbesondere der Erhaltung der Bergkiefern- oder Spirkenwälder auf Gips- oder Kalksubstrat, der Buschvegetation mit Latsche und behaarter Almrose sowie der Bodensauren Fichtenwälder.

(3) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 71,6 ha.

(4) Das Naturschutzgebiet umfasst Teile der Grundstücke Nr. 2728, 2730 und 2733/1, alle GB 80008 Nassereith.

(5) Die Anlage wird durch Auflegung zur öffentlichen Einsichtnahme bei der Abteilung Umweltschutz des Amtes der Tiroler Landesregierung, der Bezirkshauptmannschaft Imst und der Gemeinde Nassereith während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden verlautbart.

§ 2

Text

§ 2

Verbote, Ausnahmen

(1) Im Naturschutzgebiet sind verboten:

a)

die Errichtung, Aufstellung und Anbringung von Anlagen sowie die Änderung von Anlagen, sofern die Interessen des Naturschutzes nach § 1 Abs. 1 des Tiroler Naturschutzgesetzes 2005 berührt werden,

b)

der Neubau, der Ausbau und die Verlegung von Straßen und Wegen,

c)

die Errichtung von oberirdischen elektrischen Leitungsanlagen für Starkstrom sowie von Luftkabelleitungen,

d)

Geländeabtragungen und Geländeaufschüttungen außerhalb eingefriedeter bebauter Grundstücke,

e)

die Durchführung von Außenlandungen und Außenabflügen,

f)

jede erhebliche Lärmentwicklung,

g)

die Verwendung von Giftstoffen in solcher Weise, dass dadurch der Tier- oder Pflanzenbestand beeinträchtigt oder gefährdet werden kann,

h)

die Verwendung von Kraftfahrzeugen und

i)

Neuaufforstungen mit standortfremden Baumarten.

(2) Von den Verboten nach Abs. 1 lit. a bis h sind ausgenommen:

a)

Maßnahmen der üblichen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung sowie die Jagd und Fischerei, soweit dadurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird,

b)

die Verwendung von Kraftfahrzeugen im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Instandhaltung oder Instandsetzung bestehender Wege für deren dafür bestimmte forstliche Nutzung,

c)

notwendige Bekämpfungsmaßnahmen von flächig auftretenden Schädlingen.

(3) Von den Verboten nach Abs. 1 können Ausnahmen nach § 29 Abs. 2 lit. c des Tiroler Naturschutzgesetzes 2005 bewilligt werden.

§ 3

Text

§ 3

Als Maßnahmen der üblichen land- und fortwirtschaftlichen Nutzung, die den Schutzzweck beeinträchtigen können, gelten:

a)

die Verwendung von Pestiziden und die Ausbringung von mineralischem Dünger sowie organischem Flüssigdünger,

b)

jede Änderung der bisher üblichen Art der Nutzung von Grundstücken.

§ 4

Text

§ 4

Schutzumfang der Lebensräume

Die Waldbestände, insbesondere die Bergkiefern- oder Spirkenwaldbestände auf Gips- oder Kalksubstrat, sind zu erhalten und zu bewahren und gegebenenfalls ist deren günstiger Erhaltungszustand zu bewirken.

§ 5

Text

§ 5

Erhaltungsziele für das Natura 2000-Gebiet

Für das Natura 2000-Gebiet Afrigal, kundgemacht durch LGBl. Nr. 27/2009, werden folgende Erhaltungsziele festgelegt:

a)

die Erhaltung der für das Natura 2000-Gebiet Afrigal typischen Bergkiefern- oder Spirkenwälder auf Gips oder Kalksubstrat mit den daran anschließenden Latschenbeständen einschließlich der charakteristischen Vegetation,

b)

die Verhinderung des Eintrages von Düngemitteln und/oder Giftstoffen aus den umgebenden Flächen in solcher Weise, dass dadurch der Tier- oder Pflanzenbestand beeinträchtigt oder gefährdet werden kann,

c)

die Freihaltung der Flächen des Natura 2000-Gebietes Afrigal von Anlagen jeder Art,

d)

die Erhaltung der landschaftlichen Eigenart und Schönheit des gesamten Natura 2000-Gebietes Afrigal.

§ 6

Text

§ 6

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt mit dem Ablauf des Tages der Kundmachung in Kraft.