Landesrecht konsolidiert Tirol: Gesamte Rechtsvorschrift für Heimhilfe-Ausbildungsverordnung, Fassung vom 18.08.2019

§ 0

Langtitel

Verordnung der Landesregierung vom 19. Mai 2009 über die Ausbildung in der Heimhilfe (Heimhilfe-Ausbildungsverordnung)

LGBl. Nr. 46/2009

Präambel/Promulgationsklausel

Aufgrund des § 42 des Tiroler Sozialbetreuungsberufegesetzes, LGBl. Nr. 9/2009, wird verordnet:

§ 1

Text

§ 1

Allgemeines

 

(1) Diese Verordnung regelt die Ausbildung zum Heimhelfer nach dem Tiroler Sozialbetreuungsberufegesetz. Die Ausbildung zum Heimhelfer erfolgt in Kursen und umfasst 200 Unterrichtseinheiten (UE) theoretischen Unterricht und 200 Stunden Praktika.

(2) Die Dauer der wöchentlichen theoretischen und praktischen Ausbildung darf 40 Wochenstunden nicht übersteigen. Eine Unterrichtseinheit im Rahmen der theoretischen Ausbildung dauert mindestens 45 und höchstens 50 Minuten. Eine Praktikumsstunde im Rahmen der praktischen Ausbildung dauert 60 Minuten.

(3) Die Regelungen des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes, BGBl. I Nr. 108/1997, zuletzt geändert durch das Gesetz BGBl. I Nr. 101/2008, und der Gesundheits- und Krankenpflege-Basisversorgungs-Ausbildungsverordnung – GuK-BAV, BGBl. II Nr. 281/2006, bleiben unberührt.

§ 2

Text

§ 2

Theoretische Ausbildung

 

(1) Inhalt und Umfang der theoretischen Ausbildung:

Dokumentation      4 UE

Ethik und Berufskunde      8 UE

Erste Hilfe    20 UE

Grundzüge der angewandten Hygiene      6 UE

Grundpflege und Beobachtung    60 UE

Grundzüge der Pharmakologie    20 UE

Grundzüge der angewandten

Ernährungslehre und Diätkunde      8 UE

Grundzüge der Ergonomie und Mobilisation    20 UE

Haushaltsführung    12 UE

Grundzüge der Gerontologie    10 UE

Grundzüge der Kommunikation und Konfliktbewältigung    26 UE

Grundzüge der Sozialen Sicherheit      6 UE

(2) Die theoretische Ausbildung nach der GuK-BAV wird im Fach "Gesundheits- und Krankenpflege" durch das Fach "Grundpflege und Beobachtung" im Ausmaß von 60 UE sowie durch das Fach "Grundzüge der Ergonomie und Mobilisation" im Ausmaß von 20 UE abgedeckt. Das Fach "Einführung in die Arzneimittellehre" wird durch das Fach "Grundzüge der Pharmakologie" zur Gänze abgedeckt. Die Qualifikation der Lehrkräfte für diese Fächer hat den in der Anlage 1 zur GuK-BAV angeführten Qualifikationen zu entsprechen.

§ 3

Text

§ 3

Praktische Ausbildung

 

(1) Die praktische Ausbildung beinhaltet Praktikumsvorbereitung und Praktikumsreflexion.

(2) Im Rahmen der praktischen Ausbildung sind den Auszubildenden die zur Ausübung des Berufes Heimhelfer notwendigen praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln. Dabei sind die theoretischen Lehrinhalte in die berufliche Praxis umzusetzen, wobei eine umfassende Anleitung, Unterstützung und Kontrolle der Auszubildenden gewährleistet sein muss.

(3) Die Auszubildenden dürfen nur zu Tätigkeiten herangezogen werden, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der Ausbildung stehen und zur Erreichung der Ausbildungsziele erforderlich sind.

(4) Ein Praktikum darf frühestens nach Absolvierung von mindestens 80 UE theoretischen Unterrichts durchgeführt werden.

§ 4

Text

§ 4

Beurteilung der theoretischen Ausbildung

 

(1) Im Rahmen einer kommissionellen Abschlussprüfung nach § 37 TSBBG sind insbesondere jene Fächer, die nicht von der GuK-BAV erfasst sind, zu beurteilen.

(2) Die Abschlussprüfung ist mit "mit Erfolg bestanden" oder "nicht bestanden" zu beurteilen.

(3) Ist ein Auszubildender durch Krankheit oder aus anderen berücksichtigungswürdigen Gründen, wie insbesondere Erkrankung oder Tod eines Kindes, Wahl- oder Pflegekindes, schwere Erkrankung oder Tod eines sonstigen nahen Angehörigen, Entbindung der Ehegattin oder Lebensgefährtin, verhindert, zur Abschlussprüfung anzutreten, ist die Prüfung zum ehest möglichen Termin, spätestens jedoch innerhalb von vier Wochen nach Wegfall des Verhinderungsgrundes oder vier Wochen nach einem Todesfall, nachzuholen.

(4) Im Fall des Nichtbestehens der kommissionellen Abschlussprüfung darf die erste Wiederholungsprüfung frühestens zwei Wochen nach der kommissionellen Abschlussprüfung angesetzt werden, die zweite Wiederholungsprüfung frühestens zwei Wochen nach der ersten Wiederholungsprüfung.

§ 5

Text

§ 5

Beurteilung der praktischen Ausbildung

 

(1) Die praktische Ausbildung ist von der Lehr- bzw. Fachkraft, unter deren Aufsicht und Anleitung das Praktikum absolviert wurde, mit "bestanden" oder "nicht bestanden" zu beurteilen.

(2) Im Rahmen der Ausbildung darf höchstens ein Praktikum einmal wiederholt werden. Ein mit "nicht bestanden" beurteiltes Praktikum ist zum ehest möglichen Termin zu wiederholen. Das zu wiederholende Praktikum ist nach Möglichkeit in einer anderen Organisationseinheit durchzuführen und darf nicht durch dieselbe Lehr- oder Fachkraft beurteilt werden.

§ 6

Text

§ 6

Prüfungsprotokoll

 

(1) Über die kommissionelle Abschlussprüfung ist ein Protokoll zu führen.

(2) Dieses Protokoll hat zu enthalten:

a)

Namen und Funktion der Mitglieder der Prüfungskommission,

b)

Datum der Prüfung,

c)

Namen der Prüfungskandidaten,

d)

Prüfungsfragen und

e)

Beurteilung der Prüfung.

(3) Das Prüfungsprotokoll ist von den Mitgliedern der Prüfungskommission zu unterzeichnen.

(4) Das Prüfungsprotokoll, ausgenommen die Prüfungsfragen nach Abs. 2 lit. d, ist

a)

vom Leiter des Ausbildungslehrganges oder

b)

im Fall des mangelnden Fortbestehens des Ausbildungslehrganges vom Rechtsträger des Ausbildungslehrganges oder

c)

im Fall des mangelnden Fortbestehens des Rechtsträgers von der Landesregierung

mindestens 50 Jahre nach Ablegung der kommissionellen Abschlussprüfung aufzubewahren.

§ 7

Text

§ 7

Ausbildungsbestätigung

 

(1) Am Ende der Ausbildung hat der Leiter des Ausbildungslehrganges den Auszubildenden eine Ausbildungsbestätigung nach dem Muster der Anlage 1 über die im Rahmen der Ausbildung absolvierten Unterrichtsfächer und Praktika auszustellen.

(2) Die Ausbildungsbestätigung ist vom Leiter des Ausbildungslehrganges zu unterzeichnen und mit dem Rundsiegel der Ausbildungseinrichtung zu versehen.

(3) Die Ausstellung der Ausbildungsbestätigung mittels automationsunterstützter Datenverarbeitung ist zulässig. Die DVR-Nummer ist nur im Fall einer automationsunterstützten Datenverarbeitung anzuführen.

§ 8

Text

§ 8

Zeugnis

 

(1) Personen, die die Ausbildung zum Heimhelfer positiv abgeschlossen haben, ist ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 2 auszustellen.

(2) Die Ausstellung des Zeugnisses mittels automationsunterstützter Datenverarbeitung ist zulässig. Die DVR-Nummer ist nur im Fall einer automationsunterstützten Datenverarbeitung anzuführen.

(3) Das Zeugnis ist vom Leiter des Ausbildungslehrganges zu unterzeichnen und mit dem Rundsiegel der Ausbildungseinrichtung zu versehen.

§ 9

Text

§ 9

Inkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt mit dem Ablauf des Tages der Kundmachung in Kraft.

Anl. 1

Text

                                              Anlage 1

 

Bezeichnung, Adresse und Rechtsträger der

Ausbildungseinrichtung sowie DVR-Nummer

 

Ausbildungsbestätigung

Frau/Herr

..............................................................

...................................................

geboren am

..................................................... in

.....................................................

hat an der Ausbildung zur Heimhilfe nach der Heimhilfe-

Ausbildungsverordnung, LGBl. Nr. 46/2009, in der Zeit vom

......................................... bis

......................................... teilgenommen und

nachstehende Fächer absolviert:

 

Theoretische Ausbildung

 

  Unterrichtsfach                        Stunden

  Dokumentation                             4 UE

  Ethik und Berufskunde                     8 UE

  Erste Hilfe                              20 UE

  Grundzüge der angewandten Hygiene         6 UE

  Grundpflege und Beobachtung              60 UE

  Grundzüge der Pharmakologie              20 UE

  Grundzüge der angewandten Ernährungslehre und

  Diätkunde                                 8 UE

  Grundzüge der Ergonomie und Mobilisation  20 UE

  Haushaltsführung                          12 UE

  Grundzüge der Gerontologie                10 UE

  Grundzüge der Kommunikation und

  Konfliktbewältigung                       26 UE

  Grundzüge der Sozialen Sicherheit          6 UE

 

Praktische Ausbildung

  Fachbereich/Praktikum     Stunden

 

 

Die Leiterin/Der Leiter des Ausbildungslehrganges

 

Rundsiegel der Ausbildungseinrichtung

Anl. 2

Text

Anlage 2

 

Bezeichnung, Adresse und Rechtsträger der Ausbildungseinrichtung sowie DVR-Nummer

 

Zeugnis

Frau/Herr

..............................................................

...................................................

geboren am

..................................................... in

.....................................................

hat die Ausbildung zur Heimhelferin / zum Heimhelfer nach dem

Tiroler Sozialbetreuungsberufegesetz, LGBl. Nr. 9/2009, in

Verbindung mit der Heimhilfe-Ausbildungsverordnung, LGBl. Nr.

46/2009, sowie der Gesundheits- und Krankenpflege-

Basisversorgungs-Ausbildungsverordnung, BGBl. II Nr. 281/2006,

absolviert und die kommissionelle Abschlussprüfung mit Erfolg

bestanden.

Frau/Herr

..............................................................

.............................. ist zur Führung der

Berufsbezeichnung

Heimhelferin/Heimhelfer

berechtigt.

........................................................ , am

.........................................................

 

Die Leiterin/Der Leiter des Ausbildungslehrganges

 

Rundsiegel der Ausbildungseinrichtung