Landesrecht konsolidiert Steiermark: Gesamte Rechtsvorschrift für Jägerprüfungsverordnung, Fassung vom 29.07.2021

§ 0

Langtitel

Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 23. November 1964 über die Durchführung der Jägerprüfung (Jägerprüfungsverordnung)

Stammfassung: LGBl. Nr. 356/1964

Änderung

LGBl. Nr. 48/1972

LGBl. Nr. 67/1982

LGBl. Nr. 26/1986

LGBl. Nr. 27/1989

LGBl. Nr. 45/2001

LGBl. Nr. 47/2001 (KB)

LGBl. Nr. 38/2017

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 44 Abs. 5 des Steiermärkischen Jagdgesetzes 1954, LGBl. Nr. 58, in der Fassung des LGBl. Nr. 10/1957, wird verordnet:

§ 1

Text

§ 1

(1) Die Durchführung der Jägerprüfung obliegt der bei jeder Bezirksverwaltungsbehörde zu bestellenden Prüfungskommission, die aus 4 Mitgliedern besteht, und zwar dem Bezirkshauptmann oder dem von ihm bestimmten Vertreter als Vorsitzenden, dem Bezirksjägermeister (Stellvertreter), sowie einem Jagdschutzorgan und einem Sachverständigen aus der Land- und Forstwirtschaft. Für die beiden letztgenannten Mitglieder der Prüfungskommission ist je ein Ersatzmitglied zu bestellen.

(2) Die Mitglieder und Ersatzmitglieder sind vom Vorsitzenden auf die gewissenhafte und unparteiische Erfüllung ihrer Pflichten anzugeloben.

(3) Die Mitglieder üben ihr Amt ehrenamtlich aus, haben aber im Rahmen der von den Prüfungswerbern zu leistenden Gebühren und Abgaben Anspruch auf einen Pauschalbarauslagenersatz von 6 € je Kandidat.

Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 48/1972, LGBl. Nr. 67/1982, LGBl. Nr. 26/1986, LGBl. Nr. 27/1989, LGBl. Nr. 45/2001

§ 2

Text

§ 2

(1) Die Bezirksverwaltungsbehörde hat Ort und Zeit der Prüfungen durch Anschlag an der Amtstafel und in der Jagdzeitschrift der Steirischen Landesjägerschaft zu verlautbaren.

(2) Gesuche um Zulassung zur Jägerprüfung sind spätestens 2 Wochen vor dem Prüfungstermin bei der für den Wohnsitz des Prüfungswerbers zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde einzubringen. Die Prüfungswerber sind schriftlich über Ort und Zeit der Prüfungen zu verständigen. Sie haben vor Ablegung der Prüfung den Nachweis zu erbringen, daß keiner der in § 41 des Steiermärkischen Jagdgesetzes 1986 genannten Verweigerungsgründe vorliegt; insbesondere ist die geistige und körperliche Eignung durch ein amtsärztliches Gutachten nachzuweisen. Abweichend von § 41 Abs. 1 des Steiermärkischen Jagdgesetzes ist für die Prüfungszulassung und Prüfungsablegung die Ausnahmegenehmigung für den Besitz von Waffen nach dem Waffengesetz nicht erforderlich und dürfen auch Personen, die zum Prüfungstermin das 15. Lebensjahr vollendet haben, zur Prüfung zugelassen werden.

Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 26/1986, LGBl. Nr. 38/2017

§ 3

Text

§ 3

(1) Die Jägerprüfung hat sich zu erstrecken auf:

1.

die jagdgesetzlichen Bestimmungen, die mit der Ausübung der Jagd zusammenhängenden gesetzlichen Bestimmungen über den Natur- und Tierschutz, die Kenntnis der Einflüsse des Wildes auf die Land- und Forstwirtschaft und den Biotop;

2.

die Grundregeln für die Handhabung der Jagdwaffen und Munition, die Vorsichtsmaßregeln im praktischen Jagdbetrieb;

3.

die Grundregeln der Wildhege und der Jagdausübung sowie die wichtigsten Wildkrankheiten;

4.

die Weidgerechtigkeit, jagdliche Fachausdrücke (Weidmannssprache) und Jagdbräuche;

5.

die Erkennungsmerkmale der heimischen Wildarten, des Raubwildes und Raubzeuges;

6.

die Grundlehren der Jagdhundehaltung und der Jagdhundeführung;

7.

die Grundlehren der Behandlung des gestreckten Wildes;

8.

die Grundlehren der Ersten Hilfeleistung bei jagdlichen Unfällen und bei alpinem Notruf.

(2) Die Jägerprüfungen bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil (Schießprüfung; Nachweis weidgerechter Schußleistung mit dem Jagdgewehr); sie sind teilweise im geschlossenen Raum, teils im Freien abzuhalten. Die Jägerprüfung ist nicht öffentlich.

(3) Der praktische Teil der Prüfung besteht aus einem Kugel- und einem Schrotschießen; liegt eine dauerhafte körperliche Behinderung vor, die das Führen einer Flinte ausschließt, hat sich der praktische Teil der Prüfung auf das Kugelschießen zu beschränken. Oberstes Gebot bei der Schießprüfung ist die Sicherheit in der Handhabung der Waffe. Das Kugelschießen besteht aus 3 Schüssen mit einem Jagdgewehr, mindestens Kaliber .243 oder darüber, auf eine lebensgroße Wildscheibe (Anlage C), Entfernung 100 m, sitzend, vorne aufgelegt. Treffererfordernis: mindestens 18 Ringe. Ein Probeschuss ist möglich, muss aber vor der Schussabgabe mitgeteilt werden. Beim Schrotschießen werden 10 einfache, konstant eingestellte Wurfscheiben bei freiem Anschlag beschossen. Treffererfordernis: mindestens 2 Scheiben (Doubliermöglichkeit).

Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 26/1986, LGBl. Nr. 38/2017

§ 4

Text

§ 4

(1) Nach Beendigung der Prüfung beschließt die Prüfungskommission in geheimer Beratung mit Stimmenmehrheit über das Prüfungsergebnis. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Vorsitzende. Bei ungenügendem Erfolg ist eine Frist für die Wiederholungsprüfung festzusetzen, die nicht weniger als zwei Monate betragen darf.

(2) Über den Verlauf der Jägerprüfung ist ein Prüfungsvermerk aufzunehmen und vom Vorsitzenden und den übrigen Mitgliedern der Prüfungskommission zu unterfertigen.

§ 5

Text

§ 5

(1) Über die mit Erfolg bestandene Prüfung ist dem Prüfungswerber ein Zeugnis (Anlage A) auszufolgen. Das Zeugnis ist vom Vorsitzenden und den Mitgliedern der Prüfungskommission zu unterfertigen und mit dem Amtssiegel der Bezirksverwaltungsbehörde zu versehen.

(2) Hat ein Prüfungswerber die Prüfung nicht bestanden, so ist er hievon durch eine Zuschrift (Anlage B) zu verständigen.

Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 26/1986

§ 6

Text

§ 6

Ein Prüfungswerber kann vor Beginn der Prüfung zurücktreten. Die eingezahlten Gebühren und Abgaben werden ihm, soweit sie anläßlich der Behandlung des Parteiansuchens noch nicht fällig geworden sind, rückerstattet.

§ 7

Text

§ 7

Die Jägerprüfung kann nur zweimal wiederholt werden. Die Wiederholungsprüfung findet bei der Behörde statt, bei der die erste Jägerprüfung abgenommen wurde.

Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 26/1986

§ 8

Text

§ 8

Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Kundmachung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung vom 20. Februar 1951, VuABl. Nr. 91, außer Kraft.

Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 27/1989

§ 9

Text

§ 9

(1) Die Änderung des § 1 Abs. 3 durch die Novelle LGBl. Nr. 48/1972 ist am 9. Juni 1972 in Kraft getreten.

(2) Die Änderung des § 1 Abs. 3 durch die Novelle LGBl. Nr. 67/1982 ist am 1. November 1982 in Kraft getreten.

(3) Die Änderungen der §§ 1 Abs. 1, 2 Abs. 1 und 2, 3 Abs. 1 Z 1, 3 Abs. 2, 5 Abs. 1 und 7 sowie der Anlagen A und B durch die Novelle LGBl. Nr. 26/1986 sind am 3. April 1986 in Kraft getreten.

(4) Die Änderungen der §§ 1 Abs. 3 und 8 durch die Novelle LGBl. Nr. 27/1989 sind am 29. April 1989 in Kraft getreten.

(5) Die Neufassung des § 1 Abs. 3 durch die Novelle LGBl. Nr. 44/2001 tritt am 1. Jänner 2002 in Kraft.

(6) In der Fassung der Verordnung LGBl. Nr. 38/2017 treten der Titel, § 2 Abs. 2, § 3 Abs. 3 und die Anlagen A, B und C mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 29. April 2017, in Kraft.

Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 45/2001, LGBl. Nr. 38/2017

Anl. 1

Text

Anlage A

(Anm: Das Zeugnis ist als PDF dokumentiert.)

Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 26/1986, LGBl. Nr. 38/2017

Anl. 2

Text

Anlage B

(Anm: Die Anlage B ist als PDF dokumentiert.)

Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 26/1986, LGBl. Nr. 38/2017

Anl. 3

Text

Anlage C

(Anm: Die Anlage C ist als PDF dokumentiert.)

Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 38/2017