Landesrecht konsolidiert Steiermark: Gesamte Rechtsvorschrift für Naturschutzgebiet Nr. XIV - Riesachtal in den Schladminger Tauern, Fassung vom 20.06.2024

§ 0

Langtitel

Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 17. Februar 2011 über die Erklärung des Riesachtales in den Schladminger Tauern zum Naturschutzgebiet Nr. XIV

Stammfassung: LGBl. Nr. 16/2011

Änderung

Landesgesetzblatt Nr.°24 aus 2011, (KB)

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des Paragraph 5, Absatz eins, des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 1976 – NschG 1976, LGBl. Nr. 65, zuletzt in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 49 aus 2010,, wird verordnet:

§ 1

Text

Paragraph eins,

Gegenstand

Das Gebiet des Riesachtales in den Schladminger Tauern, Gemeinden Rohrmoos-Untertal und Haus im Ennstal, Politische Expositur der Bezirkshauptmannschaft Liezen in Gröbming, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Dieses Gebiet wird als „Naturschutzgebiet Nr. römisch XIV Riesachtal in den Schladminger Tauern“ bezeichnet.

§ 2

Text

Paragraph 2,

Abgrenzung des Schutzgebietes

  1. Absatz einsDie Abgrenzung des Schutzgebietes erfolgt durch planliche Darstellung (Anlage A) in Form eines Plans im Maßstab 1:40.000.
  2. Absatz 2Der Plan wird durch Auflage zur öffentlichen Einsichtnahme kundgemacht. Einsicht kann während der Amtsstunden genommen werden:
    1. Ziffer eins
      beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Stelle;
    2. Ziffer 2
      bei der Bezirkshauptmannschaft Liezen, Politische Expositur Gröbming und
    3. Ziffer 3
      bei den Gemeindeämtern der Gemeinde Rohrmoos-Untertal und Haus im Ennstal.

§ 3

Text

Paragraph 3,

Schutzzweck

Zweck des Naturschutzgebietes Riesachtal ist es, die Natur- und Kulturlandschaft in ihrer weitgehenden Ursprünglichkeit und Eigenart sowie der Eignung zur naturnahen Erholung zu erhalten. Geschützt werden insbesondere:

  • Strichaufzählung
    die natürlichen und naturnahen Landschaftselemente und die alpinen Hochlagen,
  • Strichaufzählung
    die Bereiche der Kampfwaldzone
  • Strichaufzählung
    die Bereiche der bergbäuerlichen Kulturlandschaft, insbesondere die Almweiden und Feuchtwiesen,
  • Strichaufzählung
    die Quellen, Fließgewässer und Wasserflächen mit ihrer Begleitvegetation,
  • Strichaufzählung
    die Lebensräume und Rückzugsgebiete für die im Schutzgebiet vorkommende Tier- und Pflanzenwelt.

§ 4

Text

Paragraph 4,

Verbote

  1. Absatz einsIm Naturschutzgebiet sind nachstehende Handlungen verboten:
    1. Litera a
      das Sammeln von Pilzen und Beeren, ausgenommen durch die Grundeigentümer (Verfügungsberechtigte);
    2. Litera b
      das Campieren außerhalb genehmigter Plätze mit Ausnahme von Notbiwaks im Rahmen alpiner Touren;
    3. Litera c
      jede übermäßige Lärmentwicklung, insbesondere die Verwendung von Knall- und Feuerwerkskörpern;
    4. Litera d
      das Befahren mit Motorfahrzeugen aller Art sowie das Überfliegen mit Motorflugzeugen unter einer Seehöhe von 3500 m, soweit sie unerlässlich sind;
    5. Litera e
      die Errichtung von Anlagen aller Art;
    6. Litera f
      der Abbau von Bodenbestandteilen, die Vornahme von Grabungen und Sprengungen sowie die Ablagerung von Schutt und Bodenbestandteilen, ebenso die Verunreinigung der Landschaft und die Vornahmen von schädigenden Eingriffen in die Bodenbeschaffenheit;
    7. Litera g
      die Schädigung und Veränderung von Quellen, Wasserläufen und Wasserflächen hinsichtlich ihrer natürlichen Wasserführung und Wassergüte;
    8. Litera h
      Kulturumwandlungen oder schädigende Eingriffe in die Pflanzenwelt; das mutwillige Beunruhigen von freilebenden Tieren;
    9. Litera i
      das Anbringen von Tafeln, Ankündigungen, Anschriften und Werbeeinrichtungen, soweit sie nicht dem Naturschutz, der land-, forst-, jagd- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung oder der Sicherheit im Bergland dienen;
    10. Litera j
      Änderungen der land-, forst-, jagd- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung, die zu einer wesentlichen Veränderung der Pflanzen- und Tierwelt führen.

§ 5

Text

Paragraph 5,

Ausnahmen von den Verboten

  1. Absatz einsAusnahmen vom Verbot nach Paragraph 4, Litera d, sind zulässig; für Fahrten und Flüge, die für die land-, forst-, jagd- und fischereiwirtschaftliche Nutzung unerlässlich sind, Fahrten und Flüge der öffentlichen Dienste sowie Fahrten und Flüge zur Ver- und Entsorgung bestehender Schutzhütten.
  2. Absatz 2Ausnahmen vom Verbot nach Paragraph 4, Litera e, sind zulässig; für Anlagen im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen oder für öffentliche Zwecke, sowie die Erneuerung von Weidezäunen, für den Zu- und Umbau bestehender Gebäude bzw. Instandhaltung Alpiner Schutzhütten.
  3. Absatz 3Ausnahmen von den im Paragraph 4, Litera f bis j genannten Verboten können von der Landesregierung bewilligt werden, wenn der Eingriff dem Schutzzweck nicht widerspricht.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr.°24 aus 2011,

§ 6

Text

Paragraph 6,

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 11. März 2011, in Kraft.

§ 7

Text

Paragraph 7,

Außerkrafttreten

Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 14. Dezember 1987 über die Erklärung des Gebiets des Riesachtales in den Schladminger Tauern zum Naturschutzgebiet, Landesgesetzblatt Nr. 12 aus 1991,, außer Kraft.