Landesrecht konsolidiert Steiermark: Gesamte Rechtsvorschrift für Europaschutzgebiet Nr. 24 - Hartberger Gmoos (AT 22110), Fassung vom 24.07.2024

§ 0

Langtitel

Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 2. Mai 2005 über die Erklärung des „Hartberger Gmoos“ (AT 22110) zum Europaschutzgebiet Nr. 24

Stammfassung: LGBl. Nr.°49/2005

Änderung

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des Paragraph 13 a, Absatz eins, des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 1976, LGBl. Nr. 65, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 56 aus 2004,, wird verordnet:

§ 1

Text

Paragraph eins,

Gegenstand

Das „Hartberger Gmoos“, ein im Bereich der Stadtgemeinde Hartberg gelegenes Feuchtbiotop, wird zum Europaschutzgebiet erklärt. Dieses Gebiet wird als Europaschutzgebiet Nr. 24 „Hartberger Gmoos“ bezeichnet.

§ 2

Text

Paragraph 2,

Schutzzweck

Die Unterschutzstellung dient:

  1. Ziffer eins
    den in der Anlage A genannten Schutzgütern nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und bezweckt die Bewahrung des günstigen Erhaltungszustandes der mit B bewerteten Schutzgüter;
  2. Ziffer 2
    den in der Anlage A genannten Schutzgütern nach der Vogelschutz-Richtlinie und bezweckt die Erhaltung der Vermehrungs-, Mauser- und Überwinterungsgebiete sowie der Rastplätze in den Wanderungsgebieten für den Zugvogel.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 60 aus 2012,

§ 2a

Text

Paragraph 2 a,

Maßnahmen

Der Schutzzweck ist durch Managementmaßnahmen, vorrangig im Wege des Vertragsnaturschutzes, zu erreichen. Solche Maßnahmen sind insbesondere:

  • Strichaufzählung
    die Extensivierung von Wiesenflächen und
  • Strichaufzählung
    die einmalige zeitlich gestaffelte Mahd.

Anm.:in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 60 aus 2012,

§ 2b

Text

Paragraph 2 b,

Verbote

Im Europaschutzgebiet sind nachstehende Handlungen, ausgenommen die bisher ausgeübte land- und forstwirtschaftliche Nutzung, verboten:

  1. Litera a
    das Errichten oder Aufstellen von Anlagen aller Art sowie
  2. Litera b
    das Aufschütten oder Ablagern von Materialien aller Art;
  3. Litera c
    Hunde frei laufen zu lassen, ausgenommen zur Jagdausübung oder des Einsatzes von Diensthunden der Exekutive, des Militärs und von Rettungshunden.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 60 aus 2012,

§ 3

Text

Paragraph 3,

Abgrenzung des Schutzgebietes

  1. Absatz einsDie Abgrenzung des Schutzgebietes erfolgt durch planliche Darstellung in Form eines Detailplanes (Anlage B) im Maßstab 1:5000.
  2. Absatz 2Sofern Grundstücke nicht zur Gänze betroffen sind, erfolgt die Abgrenzung wie folgt:
    Im Westen:
    Gst. Nr. 109/4 KG. Grazervorstadt: ca. 32 m ostwärts Grundstücksgrenze Nr. 107/2
    Gst. Nr. 109/5 KG. Grazervorstadt: ca. 54 m ostwärts Grundstücksgrenze Nr. 107/2
    Im Süden:
    Gst. Nr. 502/3 KG. Ungarvorstadt: zirka 27 m ostwärts Grundstücksgrenze 109/8
    Gst. Nr. 501/1 KG. Ungarvorstadt: zirka 38 m nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg)
    Gst. Nr. 507/5 KG. Ungarvorstadt: zirka 37 m nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg)
    Gst. Nr. 500/2 KG. Ungarvorstadt: zirka 38 m nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg)
    Gst. Nr. 499/2 KG. Ungarvorstadt: zirka 37 m nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg)
    Gst. Nr. 496/2 KG. Ungarvorstadt: zirka 37 m nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg)
    Gst. Nr. 710 KG. Safenau: von zirka 33 m im Westen bis zirka 65 m im Osten nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg)
    Der Detailplan wird durch Auflage zur öffentlichen Einsichtnahme beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachabteilung 13C, 8010 Graz, Karmeliterplatz 2, kundgemacht. Einsicht kann während der Amtsstunden genommen werden:
    1. Litera a
      beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Stelle;
    2. Litera b
      bei der Bezirkshauptmannschaft Hartberg;
    3. Litera c
      beim Gemeindeamt der Stadtgemeinde Hartberg.

§ 3a

Text

Paragraph 3 a,

Kennzeichnung des Schutzgebietes

Die Kennzeichnung des Schutzgebietes erfolgt durch Tafeln gemäß Paragraph 24, Absatz eins, des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 1976.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 60 aus 2012,

§ 4

Text

Paragraph 4,

Gemeinschaftsrecht

Durch diese Verordnung werden folgende Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft umgesetzt:

  1. Ziffer eins
    Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten, ABl. Nr. L103, Sitzung 1, zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 807/2003 des Rates vom 14. April 2003, ABl. Nr. L 122, Sitzung 36 ff, Vogelschutz-Richtlinie (VS-RL).
  2. Ziffer 2
    Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen, ABl. Nr. L 206/S. 7, zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 1882/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. September 2003, ABl. Nr. L 284, Sitzung 1 ff., Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL).

§ 5

Text

Paragraph 5,

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 11. Juni 2005, in Kraft.

§ 6

Text

Paragraph 6,

Inkrafttreten von Novellen

  1. Absatz einsDie Änderung des Paragraph 2 und der Anlage A sowie die Einfügung der Paragraphen 2 a,, 2b und 3a durch die Novelle Landesgesetzblatt Nr. 60 aus 2012, treten mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 12. Juli 2012, in Kraft.
  2. Absatz 2In der Fassung der Verordnung Landesgesetzblatt Nr. 75 aus 2021, tritt Anlage A mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 29. Juni 2021, in Kraft.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 60 aus 2012,, Landesgesetzblatt Nr. 75 aus 2021,

Anl. 1

Text

Anlage A

Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensraumtypen, Tier- und Vogelarten gemäß Paragraph 4, Ziffer 11,, Ziffer 20, Litera a und b und Ziffer 25, StNSchG 2017:

Lebensräume nach der FFH-RL Anhang I

Code-Nr.

Lebensraumtyp

6510

Magere Flachland-Mähwiesen

7230

Kalkreiche Niedermoore

Wirbellose nach der FFH-RL Anhang II

Code-Nr.

Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

1014

Schmale Windelschnecke

Vertigo angustior

1060

Großer Feuerfalter

Lycaena dispar

6179

Dunkler Ameisenbläuling

Phengaris nausithous

Vögel nach der VS-RL Anhang I

Code-Nr.

Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

A022

Zwergdommel

Ixobrychus minutus

A081

Rohrweihe

Circus aeruginosus

A119

Tüpfelsumpfhuhn

Porzana porzana

Regelmäßig vorkommender Zugvögel

Code-Nr.

Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

A118

Wasserralle

Rallus aquaticus

A153

Bekassine

Gallinago gallinago

A251

Rauchschwalbe

Hirundo rustica

A290

Feldschwirl

Locustella naevia

A291

Schlagschwirl

Locustella fluviatilis

A292

Rohrschwirl

Locustella luscinioides

A295

Schilfrohrsänger

Acrocephalus schoenobaenus

A296

Sumpfrohrsänger

Acrocephalus palustris

A297

Teichrohrsänger

Acrocephalus scirpaceus

A309

Dorngrasmücke

Sylvia communis

A336

Beutelmeise

Remiz pendulinus

A381

Rohrammer

Emberiza schoeniclus

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 60 aus 2012,, Landesgesetzblatt Nr. 75 aus 2021,