Landesrecht konsolidiert Steiermark: Gesamte Rechtsvorschrift für Europaschutzgebiet Nr. 38 - Niedere Tauern (AT 2209000), Fassung vom 26.05.2024

§ 0

Langtitel

Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 29. Mai 2006 über die Erklärung des Gebietes „Niedere Tauern“ (AT 2209000) zum Europaschutzgebiet Nr. 38

Stammfassung: LGBl. Nr. 83/2006 (CELEX-Nr. 31979L0409)

Änderung

Landesgesetzblatt Nr. 162 aus 2006,

Landesgesetzblatt Nr. 21 aus 2008, (CELEX-Nr. 31979L0409, 32003R0807)

Landesgesetzblatt Nr. 35 aus 2008, (KB)

Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011, (CELEX-Nr. 32009L0147)

Landesgesetzblatt Nr. 75 aus 2021, [CELEX-Nr.: 31992L0043, 32009L0147]

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des Paragraph 13 a, Absatz eins, des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 1976, LGBl. Nr. 65, zuletzt in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 56 aus 2006,, wird verordnet:

§ 1

Text

Paragraph eins,

Gegenstand

Das Gebiet „Niedere Tauern“ mit den Gemeinden Aigen im Ennstal, Bretstein, Donnersbach, Donnersbachwald, Gaal, Gaishorn, Gössenberg, Großsölk, Haus, Hohentauern, Kalwang, Kleinsölk, Krakaudorf, Krakauhintermühlen, Lassing, Mautern in Steiermark, Michaelerberg, Oberkurzheim, Oberwölz-Umgebung, Öblarn, Oppenberg, Pichl-Preunegg, Pöls, Pruggern, Pusterwald, Rohrmoos-Untertal, Rottenmann, St. Johann am Tauern, St. Marein bei Knittelfeld, St. Nikolai im Sölktal, St. Oswald-Möderbrugg, St. Peter am Kammersberg, Schöder, Schönberg-Lachtal, Seckau, Treglwang, Trieben, Wald am Schoberpaß, Winklern bei Oberwölz wird zum Europaschutzgebiet erklärt. Dieses Gebiet wird als Europaschutzgebiet Nr. 38 bezeichnet.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 162 aus 2006,, Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011,

§ 2

Text

Paragraph 2,

Schutzzweck

Das Gebiet dient dem Schutz von Schutzgütern nach der Vogelschutz-Richtlinie (Anlage A) und bezweckt:

  1. Ziffer eins
    die Erhaltung und Wiederherstellung einer ausreichenden Vielfalt und einer ausreichenden Flächengröße der Lebensräume für die Anhang-I-Vogelarten;
  2. Ziffer 2
    die Bewahrung und Wiederherstellung des günstigen Erhaltungszustands für die Anhang-I-Vogelarten;
  3. Ziffer 3
    die Erhaltung der Vermehrungs-, Mauser- und Überwinterungsgebiete sowie der Rastplätze in den Wanderungsgebieten für die Zugvögel.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011,

§ 2a

Text

Paragraph 2 a,

Ziele

  1. Absatz einsDer günstige Erhaltungszustand der in der Anlage A genannten Schutzgüter ist dauerhaft zu sichern.
  2. Absatz 2Im Falle einer aus naturschutzfachlichen Gründen notwendigen Prioritätenreihung der Schutzgüter kommt dem Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus) bei der Umsetzung des Schutzzwecks oberste Priorität zu.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011,

§ 2b

Text

Paragraph 2 b,

Maßnahmen

  1. Absatz einsDie Ziele sollen insbesondere erreicht werden durch die Erhaltung und Entwicklung von
    1. Litera a
      zur Brut für Spechte, Kleineulen und andere Höhlenbrüter geeigneten Alt- und Totholzanteilen;
    2. Litera b
      standortypischer Ufervegetation entlang der Fließgewässer und natürlicher Stillgewässer;
    3. Litera c
      Moorstandorten und anderen Feuchtflächen;
    4. Litera d
      Wiesen- und Weideflächen.
  2. Absatz 2Die Ziele sind vorrangig im Wege des Vertragsnaturschutzes zu erreichen.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011,

§ 2c

Text

Paragraph 2 c,

Verbote

Im Europaschutzgebiet sind nachstehende Handlungen verboten:

  1. Ziffer eins
    im Großen und Kleinen Lachtal zum Schutz des Mornellregenpfeifers im unmittelbaren Brut- und Jungenaufzuchtsbereich im Zeitraum vom 10. Mai bis 10. September
    1. Litera a
      jede ungebührliche Lärmentwicklung;
    2. Litera b
      Hunde frei laufen zu lassen, ausgenommen zur Jagdausübung oder des Einsatzes von Diensthunden der Exekutive, des Militärs und von Rettungshunden;
  2. Ziffer 2
    im Bereich von verorteten Steinadlerhorsten
    1. Litera a
      das Klettern im Umkreis von 300 m;
    2. Litera b
      das Hängegleiten, Paragleiten und der Einsatz sonstiger Fluggeräte im Umkreis von 500 m.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011,

§ 3

Text

Paragraph 3,

Abgrenzung des Schutzgebietes

  1. Absatz einsDie Abgrenzung des Schutzgebietes erfolgt durch planliche Darstellung in Form eines Übersichtsplanes im Maßstab 1 : 280.000 (Anlage B) und eines Detailplanes im Maßstab 1 : 5.000 (Anlage C).
  2. Absatz 2Der Übersichtsplan (Anlage B) und der Detailplan (Anlage C) werden durch Auflage zur öffentlichen Einsichtnahme kundgemacht. Einsicht kann während der Amtsstunden genommen werden:
    1. Ziffer eins
      in den Übersichtsplan (Anlage B):
      1. Litera a
        beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Stelle;
      2. Litera b
        bei den Bezirkshauptmannschaften Judenburg, Knittelfeld, Leoben, Liezen und Murau sowie bei der Politischen Expositur Gröbming;
      3. Litera c
        bei allen Gemeindeämtern der in Paragraph eins, genannten Gemeinden;
    2. Ziffer 2
      in den Detailplan (Anlage C) beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Stelle.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 21 aus 2008,

§ 3a

Text

Paragraph 3 a,

Kennzeichnung des Schutzgebietes

Die Kennzeichnung des Schutzgebietes erfolgt durch Tafeln gemäß Paragraph 24, Absatz eins, Steiermärkisches Naturschutzgesetz 1976.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011,

§ 4

Text

Paragraph 4,

EU-Recht

Durch diese Verordnung wird die Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (Vogelschutz-Richtlinie, VS-RL), ABl. L 20 vom 26. Jänner 2010, S. 7 umgesetzt.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011,

§ 5

Text

Paragraph 5,

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 23. Juni 2006, in Kraft.

§ 6

Text

Paragraph 6,

Inkrafttreten von Novellen

  1. Absatz einsDie Änderung des Paragraph eins, durch die Novelle Landesgesetzblatt Nr. 162 aus 2006, tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 30. Dezember 2006, in Kraft.
  2. Absatz 2Die Änderung des Paragraph 3 und der Anlage A sowie die Neuerlassung der Anlagen B und C durch die Novelle Landesgesetzblatt Nr. 21 aus 2008, treten mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 19. März 2008, in Kraft.
  3. Absatz 3Die Änderungen der Paragraphen eins,, 2, 4 und der Anlage A, die Einfügung der Paragraphen 2 a bis 2c und Paragraph 3 a, sowie die Neuerlassung der Anlagen B und C durch die Novelle Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011, treten mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 31. März 2011, in Kraft.
  4. Absatz 4In der Fassung der Verordnung Landesgesetzblatt Nr. 75 aus 2021, tritt Anlage A mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 29. Juni 2021, in Kraft.

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011,, Landesgesetzblatt Nr. 75 aus 2021,

Anl. 1

Text

Anlage A

Schutzgüter sind folgende Vogelarten gemäß Paragraph 4, Ziffer 20, Litera b und Ziffer 25, StNSchG 2017:

Vögel nach der VS-RL Anhang I

Code-Nr.

Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

A076

Bartgeier

Gypaetus barbatus

A091

Steinadler

Aqulia chrysaetos

A103

Wanderfalke

Falco peregrinus

A104

Haselhuhn

Bonasa bonasia

A215

Uhu

Bubo bubo

A217

Sperlingskauz

Glaucidium passerinum

A223

Raufußkauz

Aegolius funereus

A234

Grauspecht

Picus canus

A236

Schwarzspecht

Dryocopus martius

A241

Dreizehenspecht

Picoides tridactylus

A480

Blaukehlchen

Cyanecula svecica

A659

Auerhuhn

Tetrao urogallus

A713

Alpenschneehuhn

Lagopus muta helvetica

A727

Mornellregenpfeifer

Eudromias morinellus

A876

Birkhuhn

Lyrurus tetrix tetrix

Regelmäßig vorkommende Zugvögel

Code-Nr.

Deutscher Name

Wissenschaftlicher Name

A099

Baumfalke

Falco subbuteo

A155

Waldschnepfe

Scolopax rusticola

A247

Feldlerche

Alauda arvensis

A250

Felsenschwalbe

Ptyonoprogne rupestris

A251

Rauchschwalbe

Hirundo rustica

A256

Baumpieper

Anthus trivialis

A259

Bergpieper

Anthus spinoletta

A261

Gebirgsstelze

Motacilla cinerea

A266

Heckenbraunelle

Prunella modularis

A267

Alpenbraunelle

Prunella collaris

A277

Steinschmätzer

Oenanthe oenanthe

A282

Ringdrossel

Turdus torquatus

A333

Mauerläufer

Tichodroma muraria

A499

Berglaubsänger

Phylloscopus bonelli

A574

Klappergrasmücke

Sylvia curruca

A687

Ringeltaube

Columba palumbus palumbus

A738

Mehlschwalbe

Delichon urbicum

Anmerkung, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr. 21 aus 2008,, Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2011,, Landesgesetzblatt Nr. 75 aus 2021,