Landesrecht konsolidiert Steiermark: Gesamte Rechtsvorschrift für Schwarzwildverordnung 2012, Fassung vom 14.06.2021

§ 0

Langtitel

Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. Juli 2012, mit der nähere Regelungen für Kirrstellen und Lebendfallen für Schwarzwild erlassen werden (Schwarzwildverordnung 2012)

Stammfassung: LGBl.Nr. 66/2012

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 50 des Steiermärkischen Jagdgesetzes 1986, LGBl. Nr. 23/1986, zuletzt in der Fassung LGBl. Nr. 42/2012, wird verordnet:

§ 1

Text

§ 1

Kirrstellen für Schwarzwild

Die Vorlage von Lockfutter für Schwarzwild ist nur zum Zwecke des Abschusses an dieser Kirrstelle erlaubt.

§ 2

Text

§ 2

Einschränkungen der Kirrfütterungen und Kirrautomaten

(1) Zur Kirrfütterung (Kirrung) von Schwarzwild darf maximal 1 Kirrstelle pro angefangene 100 Hektar Jagdgebietsfläche vorhanden sein. Bei jeder Kirrstelle darf maximal ein Kilogramm pro Tag eines artgerechten Futtermittels vorgelegt werden, wobei zu keinem Zeitpunkt mehr als ein Kilogramm vorliegen darf.

(2) Als artgerechtes Futtermittel gelten jedenfalls Ganzkornmais, Getreide (z. B. Gerste), Baumfrüchte (z. B. Eicheln, Buckeckern) sowie Hackfrüchte (z. B. Futter- oder Zuckerrüben). Verboten sind insbesondere nicht als Ergänzungsfuttermittel zugelassene Kirr- oder Lockstoffe, verdorbene Futtermittel (z. B. verpilzte Futtermittel), fischmehlhaltige Futtermittel, ablieferungspflichtige Nebenprodukte (z. B. Schlachtabfälle), Fische und Fischteile sowie tierische Eiweiße – ausgenommen Wildtiere oder Teile von diesen, sofern sie nicht seuchenverdächtig sind oder Trichinenträger sein können.

(3) Die verwendeten Kirrautomaten müssen den Anforderungen des Abs. 1 entsprechen.

(4) Kirrungen von Schwarzwild sind so zu gestalten, dass das Kirrmittel von anderen Schalenwildarten nicht aufgenommen werden kann.

§ 3

Text

§ 3

Lebendfallen für Schwarzwild (Saufänge)

(1) Lebendfallen für Schwarzwild sind Fanggeräte, deren Fangraum aus Holz, Metallgitterstäben oder anderen Materialien mit gleichwertiger Festigkeit bestehen, die in einem Abstand von 3 bis 5 Zentimetern angeordnet sind. Sie müssen mit einem Boden versehen sein. Die Beschaffenheit der Fangtore und deren Auslösemechanismus müssen gewährleisten, dass nur Frischlinge gefangen werden.

(2) Lebendfallen müssen so beschaffen sein, dass die Tiere unversehrt gefangen werden. Die Lebendfalle muss mit einem funktionstüchtigen Kirralarm ausgestattet sein.

(3) Der Fangraum der Lebendfalle muss mindestens 95 Zentimeter breit und hoch sowie mindestens 165 Zentimeter lang sein (Innenmaße).

(4) Für die verwendeten Kirrmittel (Menge und Art) gelten die Bestimmungen des § 2 Abs. 1.

§ 4

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§ 4

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 24. Juli 2012, in Kraft.