Landesrecht konsolidiert Salzburg: Gesamte Rechtsvorschrift für Salzburger Schulbauverordnung 2018 , Fassung vom 26.08.2019

§ 0

Langtitel

Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 28. November 2018, mit der Richtlinien für die bauliche Gestaltung und Einrichtung von allgemein bildenden Pflichtschulen erlassen werden (Salzburger Schulbauverordnung 2018 – SbVO 2018)
StF: LGBl Nr 87/2018

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 16 Abs 1 des Salzburger Schulorganisations-Ausführungsgesetzes 1995 – SchuOG 1995, LGBl Nr 64, in der geltenden Fassung, werden für die bauliche Gestaltung und Einrichtung von allgemein bildenden Pflichtschulen die folgenden Richtlinien erlassen:

§ 1

Text

Anwendungsbereich; Verhältnis zu bundes- und sonstigen landesrechtlichen Vorschriften

§ 1

(1) Die Bestimmungen dieser Verordnung gelten für die folgenden, in ihrer Gesamtheit als „Schulen“ bezeichneten öffentlichen Bildungseinrichtungen im Land Salzburg:

1.

Volksschulen,

2.

Neue Mittelschulen,

3.

Sonderschulen sowie

4.

Polytechnische Schulen.

(2) Durch diese Verordnung werden die nach bundes- oder sonstigen landesrechtlichen Vorschriften bestehenden Erfordernisse sowie die Vorschriften des Dienst- und Arbeitnehmerschutzes nicht berührt.

§ 2

Text

Stand der Technik

§ 2

Als „Stand der Technik“ im Sinn der folgenden Bestimmungen ist der auf den einschlägigen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhende Entwicklungsstand erprobter fortschrittlicher technologischer Verfahren, Einrichtungen und Betriebsweisen, wie er sich zB aus technischen Normen und Richtlinien ergibt, zu verstehen.

§ 3

Text

Schulgrundstück und Schulgebäude

§ 3

(1) Das Schulgrundstück muss so gelegen sein, dass das Leben und die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler nicht gefährdet, deren Persönlichkeitsentwicklung nicht beeinträchtigt und der Schulbetrieb nicht gestört wird. Es muss sich in einer von negativen Umwelteinflüssen möglichst freien Lage befinden, sonnig und trocken sein und unter Bedachtnahme auf die Verkehrsverhältnisse im Schulsprengel von den Schülerinnen und Schülern möglichst leicht erreicht werden können.

(2) Bei der Wahl des Schulgrundstücks soll auf die Möglichkeit einer späteren Erweiterung des Schulgebäudes Bedacht genommen werden.

(3) Das Schulgebäude ist so zu gestalten, dass es sich in seiner äußeren Erscheinung harmonisch in das Orts- und Landschaftsbild einfügt. Es ist unter Bedachtnahme auf die Wirtschaftlichkeit seiner Errichtung und des Betriebs der Schule so auszuführen, dass es den unterrichtlichen und erzieherischen Grundsätzen sowie den Erfordernissen der Gesundheit, der Hygiene und Sicherheit, insbesondere auch im Hinblick auf den Bewegungsdrang der Schülerinnen und Schüler, entspricht.

(4) Das Schulgebäude ist unter Angabe der Schulform außen an sichtbarer Stelle als solches zu kennzeichnen.

§ 4

Text

Pausenhof, Freisportanlagen und Freiflächen

§ 4

(1) Bei jeder Schule sind ein Pausenhof und eine Freisportanlage zu schaffen. Die Errichtung der Freisportanlage kann entfallen, wenn in einer den schulischen Erfordernissen Rechnung tragenden Entfernung eine solche Anlage besteht und deren Benützung durch die Schule dauernd gesichert ist. Bei der Festlegung der Art und der Größe der Freisportanlagen ist auf die Schulart und Schulgröße sowie auf das zur Verfügung stehende Gelände Bedacht zu nehmen. Die Ausführung der Anlagen hat nach dem Stand der Technik zu erfolgen.

(2) Pausenhöfe sollen gut besonnt sein und nicht neben öffentlichen Verkehrsflächen liegen. Ihr Ausmaß soll mindestens 3 m2 je Schülerin oder Schüler betragen.

(3) Bei der Gestaltung von Freiflächen, die der Verkehrserschließung dienen, ist zu beachten, dass

1.

ein sicherer Zu- und Abgang zur und von der Schule und zu den Verkehrsmitteln möglich ist,

2.

die Schülerinnen und Schüler die Verkehrsmittel ungefährdet besteigen und verlassen können,

3.

zu Fuß gehende Personen nicht durch Verkehrsmittel gestört werden und

4.

für Rad fahrende Personen eine gefahrlose Zu- und Abfahrt zu den Abstellplätzen, die möglichst außerhalb der Pausenhöfe und Freisportflächen anzulegen sind und möglichst überdacht sein sollen, vorhanden ist.

§ 5

Text

Allgemeine Raum- und Ausstattungserfordernisse

§ 5

(1) In jeder Schule sind die notwendigen Unterrichts- und Nebenräume sowie Pausenflächen vorzusehen. Der Raumbedarf für die zur Errichtung, Erweiterung oder Erneuerung gelangende Schule ist in einem Raum- und Funktionsprogramm festzulegen, das nach Möglichkeit partizipativ erstellt werden soll. Grundlage dafür sind die Schulart, die Schulorganisation, die jeweils gültigen Lehrpläne, das pädagogische Konzept der Schule sowie die voraussichtliche Zahl der zu unterrichtenden Schülerinnen und Schüler. Es ist von einer möglichst hohen Auslastung aller Räume auszugehen, wobei Synergien und Mehrfachnutzungen anzustreben sind. Dies gilt auch für Gänge und Pausenflächen, welche nach Möglichkeit und unter Bedachtnahme auf das pädagogische Konzept der Schule auch als offene Lernbereiche genutzt werden können.

(2) Für jede Klasse ist ein Klassenraum vorzusehen. Den Lehrplanerfordernissen der jeweiligen Schulart entsprechend sind überdies die entsprechenden Fachunterrichtsräume vorzusehen.

(3) In Schulen, in denen der Unterricht in Schülergruppen erteilt wird, sind die erforderlichen zusätzlichen Unterrichtsräume vorzusehen.

(4) In jeder Schule sind jedenfalls ein Büro für die Schulleitung (bei Bedarf mit Vorzimmer), ein Zimmer für die Lehrpersonen, ein Archivraum und die nach der Schulart und der Schulgröße notwendige Zahl der Lehrmittelzimmer einzurichten.

(5) Die Arbeitsplätze der an der Schule tätigen Lehrpersonen können zentral oder dezentral situiert sein. Dabei ist auf die Erfordernisse der Unterrichtsvor- und -nachbereitung, der Kommunikation, der Bürotechnik sowie der Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten Bedacht zu nehmen. Die Größe des Zimmers für die Lehrpersonen hat sich nach der Anzahl der Lehrer, für die es bestimmt ist, zu richten, darf aber 20 m2 nicht unterschreiten.

(6) Turn- und Sporthallen müssen dem Stand der Technik und Sicherheit entsprechen und geeignet sein, die Inhalte der für die Schule vorgesehenen Lehrpläne zu vermitteln.

(7) Die Schulmöbel haben dem Stand der Technik und der jeweiligen Größe der Schülerinnen und Schüler zu entsprechen.

(8) Die Schule ist mit geeigneten Kleiderablagen oder Garderoben außerhalb der Unterrichtsräume auszustatten.

(9) Gänge, Stiegen und Pausenflächen müssen so angelegt werden, dass sie ausreichend belichtet und be- und entlüftbar sind.

§ 6

Text

Unterrichtsräume

§ 6

(1) Die Bodenfläche eines Klassenzimmers muss mindestens so groß sein, dass auf jede Schülerin und auf jeden Schüler 1,60 m2 entfallen. Eine Bodenfläche von 60 m2 soll nicht überschritten werden. Die Form eines Klassenzimmers ist so zu gestalten, dass von keinem Sitzplatz einer Schülerin oder eines Schülers die Sicht auf die Schultafel oder die Präsentationsfläche behindert ist.

(2) Der umbaute Raum eines Klassenzimmers muss so groß sein, dass ein Luftraum von mindestens 125 m3 vorhanden ist. Die lichte Höhe muss mindestens 3 m betragen.

(3) Die Bestimmungen der Abs 1 und 2 gelten sinngemäß auch für Fachunterrichtsräume. Die Ausstattungen der Fachunterrichtsräume müssen dem Stand der Technik und Sicherheit entsprechen und geeignet sein, die Inhalte der für die Schule vorgesehenen Lehrpläne zu vermitteln.

§ 7

Text

Ausnahmen im Einzelfall

§ 7

Soweit es die örtlichen Verhältnisse erfordern oder ein Vorhaben sonst nicht oder nur mit unverhältnismäßigem Aufwand realisierbar ist, kann von den in den §§ 3 bis 6 enthaltenen Festlegungen im Einzelfall abgegangen werden, wenn trotzdem die Sicherheit, die Schulhygiene und die Grundsätze der Pädagogik und Schulorganisation gewährleistet sind.

§ 8

Text

In- und Außerkrafttreten

§ 8

(1) Diese Verordnung tritt mit 14. Dezember 2018 in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 27. August 1984, LGBl Nr 60, mit der Richtlinien für die Situierung, bauliche Gestaltung und Einrichtung von allgemein bildenden Pflichtschulen erlassen werden (Schulbauverordnung), in der Fassung der Verordnungen LGBl Nr 17/1986, LGBl Nr 73/2002 und LGBl Nr 55/2014, außer Kraft.