Landesrecht konsolidiert Salzburg: Gesamte Rechtsvorschrift für Ausbildungs- und Prüfungsvorschriften zur Unternehmerprüfung für Schi(Snowboard)schulleiter und Schi(Snowboard)begleiter, Fassung vom 22.10.2021

§ 0

Langtitel

Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 21. Juni 1999, mit der Ausbildungs- und Prüfungsvorschriften zur Unternehmerprüfung für Schi(Snowboard)schulleiter und Schi(Snowboard)begleiter erlassen werden
StF: LGBl Nr 72/1999

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 20 des Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetzes, LGBl Nr 83/1989, in der geltenden Fassung und des § 2 Abs 1 des Prüfungsgebührengesetzes, LGBl Nr 104/1995, wird verordnet:

§ 1

Text

1. Abschnitt
Ausbildungsvorschriften

Allgemeines

§ 1

(1) Der Salzburger Berufs-Schi- und Snowboardlehrerverband (SBSSV) hat bei Bedarf, zumindest aber einmal jährlich, einen Ausbildungslehrgang durchzuführen, in dem die für eine Tätigkeit als Schi(Snowboard)schulleiter oder Schi(Snowboard)begleiter erforderlichen Kenntnisse auf rechtlichem und betriebswirtschaftlichem Gebiet zu vermitteln sind.

(2) Der Ausbildungslehrgang ist unter Hinweis auf die Zulassungsvoraussetzungen (§ 2) sowie die Anmeldefrist mindestens vier Wochen vor Ablauf der Anmeldefrist in der Salzburger Landes-Zeitung auszuschreiben und in der für Mitteilungen des SBSSV an seine Mitglieder üblichen Art und Weise bekannt zu machen. Die Anmeldefrist darf frühestens zwei Wochen vor Kursbeginn enden.

(3) Die Dauer des Ausbildungslehrganges hat mindestens fünf Tage zu betragen. Grundsätzlich ist für Schischulleiter, Snowboardschulleiter, Schibegleiter und Snowboardbegleiter ein gemeinsamer Ausbildungslehrgang durchzuführen; getrennte Ausbildungslehrgänge sind insbesondere bei einer besonders großen Teilnehmerzahl zulässig.

(4) Die Lehrgangsteilnehmer sind verpflichtet, an sämtlichen Vortragsstunden zu jenen Gegenständen des Lehrganges, für die keine Befreiung im Sinn des § 12 besteht, teilzunehmen. Eine Versäumung einzelner Stunden ist nur aus besonders wichtigen, entschuldbaren persönlichen Gründen (zB Krankheit, Unfall, ein sonstiges unvorhergesehenes Ereignis, familiäre Gründe) zulässig.

(5) Den Lehrgangsteilnehmern ist eine Bescheinigung über die Teilnahme am Ausbildungslehrgang auszufolgen. Sieht sich der SBSSV nicht in der Lage, auf Grund der Versäumung einzelner Vortragsstunden des Lehrganges eine solche Bescheinigung auszufolgen, hat auf Antrag des Lehrgangsteilnehmers die Schischulbehörde unter Berücksichtigung der Anzahl der versäumten Stunden sowie der dafür geltend gemachten Gründe darüber zu entscheiden, ob der Teilnehmer am Lehrgang im Sinn des Abs 4 teilgenommen hat.

(6) Der SBSSV ist berechtigt, unter Bedachtnahme auf die mit der Durchführung des Lehrganges verbundenen Kosten und die Anzahl der Teilnehmer gesondert für jeden Ausbildungslehrgang einen Ausbildungsbeitrag vorzuschreiben.

§ 2

Text

Zulassung

§ 2

(1) Zum Ausbildungslehrgang für Schischulleiter sind nur Personen zugelassen, welche die Ablegung der staatlichen Schilehrerprüfung sowie der Schiführerprüfung gemäß § 18a Abs 1 des Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetzes nachweisen können und den vorgeschriebenen Ausbildungsbeitrag entrichtet haben.

(2) Zum Ausbildungslehrgang für Snowboardschulleiter sind nur Personen zugelassen, welche die Ablegung der Diplom-Snowboardlehrerprüfung sowie der Schiführerprüfung gemäß § 18a Abs 1 des Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetzes oder einer für Snowboarding als dazu gleichwertig anerkannten Prüfung nachweisen können und den vorgeschriebenen Ausbildungsbeitrag entrichtet haben.

(3) Zum Ausbildungslehrgang für Schibegleiter sind nur Personen zugelassen, welche die Ablegung der staatlichen Schilehrerprüfung oder der Landesschilehrer-Prüfung nachweisen können sowie entweder die Schiführerprüfung gemäß § 18a Abs 1 des Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetzes oder einen Alpinlehrgang gemäß § 22 Abs 2 lit b des Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetzes absolviert haben und den vorgeschriebenen Ausbildungsbeitrag entrichtet haben.

(4) Zum Ausbildungslehrgang für Snowboardbegleiter sind nur Personen zugelassen, welche die Ablegung der Diplom-Snowboardlehrerprüfung oder der Snowboardlehrer-Prüfung nachweisen können sowie entweder die Schiführerprüfung gemäß § 18a Abs 1 des Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetzes oder einen Alpinlehrgang gemäß § 26a Abs 2 lit b des Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetzes absolviert haben und den vorgeschriebenen Ausbildungsbeitrag entrichtet haben.

(5) Die Anerkennung von Ausbildungen erfolgt gemäß § 21a des Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetzes.

§ 3

Text

Lehrstoff

§ 3

Gegenstände und Dauer des Ausbildungslehrganges werden mit folgenden Mindeststundenzahlen festgelegt:

1. Arbeits- und Sozialrecht                          8 Stunden

2. Zivil- und Strafrecht                             4 Stunden

3. Steuerrecht                                       4 Stunden

4. Wettbewerbsrecht                                  2 Stunden

5. Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetz    2 Stunden

6. Mitarbeiterführung                                4 Stunden

7. Betriebsorganisation                              8 Stunden

8. Rechnungswesen                                    8 Stunden

9. Marketing                                         4 Stunden

10. Freizeitpädagogik                                6 Stunden

§ 4

Text

2. Abschnitt
Prüfungsvorschriften

Prüfungskommission

§ 4

Die Unternehmerprüfung ist vor einer gemäß § 20 Abs 3 des Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetzes eingerichteten Prüfungskommission abzulegen. Die Prüfungskommission fasst die Beschlüsse mit Stimmenmehrheit, wenn nicht anderes bestimmt ist.

§ 5

Text

Ausschreibung

§ 5

(1) Die Prüfungskommission hat bei Bedarf, jedoch wenigstens einmal im Jahr, einen Termin zur Ablegung der Unternehmerprüfung für Schi(Snowboard)schulleiter und Schi(Snowboard)begleiter anzuberaumen. Die Unternehmerprüfung ist unter Hinweis auf Zeit und Ort, Zulassungsvoraussetzungen und Anmeldefrist mindestens vier Wochen vor Ablauf der Anmeldefrist in der Salzburger Landes-Zeitung auszuschreiben.

(2) Bei der Festlegung des Prüfungstermines ist anzustreben, dass die Prüfungen jeweils im Anschluss an einen Ausbildungslehrgang stattfinden, wobei jedoch zwischen Lehrgangsende und Beginn der Prüfungen ein Zeitraum von mindestens einer Woche zu liegen hat.

§ 6

Text

Prüfungsgebühr

§ 6

Die vom Prüfungswerber zu entrichtende Prüfungsgebühr beträgt 79,94 €.

§ 7

Text

Zulassung zur Prüfung

§ 7

Zur Prüfung sind nur Personen zugelassen, die den Ausbildungslehrgang gemäß § 1 absolviert und die Prüfungsgebühr entrichtet haben.

§ 8

Text

Prüfung

§ 8

(1) Die Prüfung umfasst alle Gegenstände des Ausbildungslehrganges, für die keine Befreiung im Sinn des § 12 besteht.

(2) Der Prüfungsgegenstand Rechnungswesen ist jedenfalls schriftlich abzulegen. Die übrigen Prüfungsgegenstände sind mündlich abzulegen, wenn nicht die Prüfungskommission aus Gründen der Zweckmäßigkeit, insbesondere auf Grund der Anzahl der Prüfungswerber, die schriftliche Ablegung beschließt.

(3) Der Vorsitzende legt fest, welche Prüfungsgegenstände von den einzelnen Mitgliedern der Prüfungskommission zu prüfen sind.

§ 9

Text

Leistungsbeurteilung

§ 9

(1) Die Prüfungskommission hat die Beurteilung der Leistungen des Prüfungskandidaten in den einzelnen Prüfungsgegenständen und die Gesamtbeurteilung vorzunehmen.

(2) Für die Beurteilung in den einzelnen Prüfungsgegenständen sind folgende Zensuren zu vergeben: sehr gut (1), gut (2), befriedigend (3), genügend (4) und nicht genügend (5).

(3) Die Gesamtbeurteilung hat auf “nicht bestanden” zu lauten, wenn die Leistung des Prüfungskandidaten bereits in einem Prüfungsgegenstand mit “nicht genügend” beurteilt wurde. Wenn alle Prüfungsgegenstände zumindest mit “genügend” beurteilt wurden, hat die Gesamtbeurteilung jedenfalls auf “bestanden” zu lauten. Die Prüfungskommission kann die Gesamtbeurteilung “mit ausgezeichnetem Erfolg” bzw “mit gutem Erfolg” vergeben; dafür ist Einstimmigkeit erforderlich.

(4) Über die Prüfung ist vom Vorsitzenden ein Prüfungsprotokoll zu führen. Dieses hat jedenfalls die in den einzelnen Prüfungsgegenständen vergebenen Zensuren zu enthalten; im Fall der Bewertung der Leistung des Prüfungswerbers in einem Prüfungsgegenstand mit “nicht genügend” sind die dafür maßgeblichen Gründe zu vermerken.

(5) Das Prüfungsprotokoll ist von allen Mitgliedern der Prüfungskommission zu unterfertigen. Dem Prüfungskandidaten ist nach Abschluss der Prüfung auf Verlangen Einsicht zu gewähren.

§ 10

Text

Prüfungszeugnis

§ 10

Über die Prüfung ist ein von allen Mitgliedern der Prüfungskommission unterzeichnetes Prüfungszeugnis auszustellen, aus welchem die Gesamtbeurteilung ersichtlich ist.

§ 11

Text

Wiederholungsprüfungen

§ 11

(1) Wurde die Leistung des Prüfungskandidaten in mehr als zwei Prüfungsgegenständen mit “nicht genügend” beurteilt, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen. Wurde die Leistung des Prüfungskandidaten in einem oder zwei Prüfungsgegenständen mit “nicht genügend” beurteilt, beschränkt sich die Wiederholung auf die betreffenden Prüfungsgegenstände.

(2) Die Prüfung darf in jedem Prüfungsgegenstand grundsätzlich nur einmal wiederholt werden. Eine zweite und jede weitere Wiederholung ist nur nach einem neuerlichen Besuch des Ausbildungslehrganges in den betroffenen Gegenständen zulässig.

§ 12

Text

Ersatz der Unternehmerprüfung

§ 12

(1) Der Nachweis des erfolgreichen Abschlusses einer der nachstehend angeführten Ausbildungen beschränkt den Besuch des Ausbildungslehrganges sowie die Prüfung auf die Gegenstände Zivil- und Strafrecht, Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetz, Betriebsorganisation und Freizeitpädagogik:

a)

Studium der Betriebswirtschaft oder der Handelswissenschaften,

b)

kaufmännische Fachhochschulen oder höhere oder mittlere kaufmännische Fachschulen,

c)

Befähigungsprüfungen,

d)

Meisterprüfungen,

e)

Jungunternehmer-Diplom eines Wirtschaftsförderungsinstitutes.

(2) Der Nachweis einer erfolgreich abgelegten Unternehmerprüfung für Schi(Snowboard)schulleiter oder Schi(Snowboard)begleiter nach den Bestimmungen anderer Bundesländer beschränkt den Besuch des Ausbildungslehrganges und die Prüfung auf den Gegenstand Salzburger Schischul- und Snowboardschulgesetz.

(3) Die Schischulbehörde kann darüber hinaus den Ersatz einzelner Ausbildungs- und Prüfungsgegenstände gestatten, wenn auf Grund der vom Prüfungskandidaten nachgewiesenen Ausbildungen und Prüfungen (zB Studium der Rechtswissenschaften) oder auf Grund sonstiger Umstände (zB langjährige Tätigkeit als Unternehmer) gewährleistet erscheint, dass der Prüfungskandidat über die durch den Ausbildungslehrgang zu vermittelnden Kenntnisse bereits verfügt.

§ 13

Text

Behörde

§ 13

Schischulbehörde im Sinn dieser Verordnung ist der Vorsitzende des SBSSV.

§ 14

Text

3. Abschnitt
In- und Außerkrafttreten, Übergangsbestimmungen

§ 14

(1) Diese Verordnung tritt mit dem auf die Kundmachung folgenden Tag in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 13. November 1989, LGBl Nr 97, mit der eine Ausbildungs- und Prüfungsvorschrift für die Unternehmerprüfung für Schischulleiter erlassen wird (Salzburger Schischulleiter-Prüfungsverordnung), in der Fassung der Verordnung LGBl Nr 57/1992 außer Kraft.

(2) Zum Ausbildungslehrgang für Snowboardschulleiter sind bis zum 31.12.2000 auch Personen zugelassen, welche die im § 2 Abs. 2 als Zulassungsvoraussetzung genannten Prüfungen noch nicht abgelegt haben.

(3) Die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung bestellten Mitglieder und Ersatzmitglieder der Prüfungskommission für die Unternehmerprüfung für Schischulleiter gelten solange auch als Mitglieder und Ersatzmitglieder der Prüfungskommission für Bewerber um eine Snowboardschul- bzw Schibegleiterbewilligung, bis ein Snowboardschulleiter bzw Schibegleiter als Mitglied der Kommission zur Verfügung steht und die Landesregierung eine Neubestellung der Kommission bzw einzelner Mitglieder (Ersatzmitglieder) vornimmt.

(4) § 6 in der Fassung der Verordnung LGBl Nr 111/2001 tritt mit 1. Jänner 2002 in Kraft.

(5) Die §§ 1 Abs 1, 2, 3 und 5, (§) 2, 4, 5, 12 Abs 2 und 3 sowie (§) 13 in der Fassung der Verordnung LGBl Nr 21/2019 treten mit 1. Mai 2019 in Kraft.