Landesrecht konsolidiert Salzburg: Gesamte Rechtsvorschrift für Bauliche Gestaltung und Einrichtung von Kindergärten - Richtlinien, Fassung vom 15.12.2018

§ 0

Langtitel

Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 28. März 1991, mit der Richtlinien für die bauliche Gestaltung und Einrichtung von Kindergärten erlassen werden
StF: LGBl. Nr. 35/1991

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 9 Abs. 4 des Salzburger Kindergartengesetzes, LGBl. Nr. 81/1968, in der geltenden Fassung wird verordnet:

§ 1

Text

§ 1

 

(1) Für die bauliche Gestaltung und Einrichtung von Kindergärten werden über die baurechtlichen Vorschriften hinaus die in der Anlage enthaltenen Richtlinien erlassen.

(2) Von diesen Richtlinien kann in durch die örtlichen und sachlichen Verhältnisse besonders gelagerten Einzelfällen, insbesondere bei der Einrichtung von Kindergärten in bestehenden Bauten, abgewichen werden, wenn - allenfalls durch besondere technische Vorrichtungen - sichergestellt ist, daß trotzdem in einem den Richtlinien entsprechenden Ausmaß den Grundsätzen der Sicherheit, Hygiene und Pädagogik Rechnung getragen wird.

§ 2

Text

§ 2

 

Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 3. August 1971, LGBl. Nr. 97, mit der Richtlinien für die bauliche Gestaltung und Einrichtung von Kindergärten erlassen werden, außer Kraft.

Anl. 1

Text

Anlage

 

Richtlinien für die bauliche Gestaltung

und Einrichtung von Kindergärten

 

I. Abschnitt

 

Lage und Größe des Kindergartens

 

Lage des Kindergartens

 

§ 1

 

(1) Ein Kindergarten soll so gelegen sein, daß die Einwirkung von Abgasen oder belästigenden Geräuschentwicklungen durch Betriebe oder Verkehr nach Möglichkeit ausgeschlossen ist.

(2) Die Kindergärten sollen in der Nähe jener Wohnungen liegen, für deren Bewohner sie in erster Linie bestimmt sind, und von den Kindern nach Möglichkeit ohne Überquerung von Hauptverkehrsstraßen erreicht werden können. Der Eingang ist gegenüber den äußeren Verkehrswegen abzurücken.

 

Größe der Kindergartenliegenschaft

 

§ 2

 

Die einem Kindergarten gewidmete Liegenschaft soll so bemessen sein, daß je Kind 4O m2, jedenfalls aber für jede Kindergruppe mindestens 8OO m2 zur Verfügung stehen. Die verbleibende zusammenhängende Freispielfläche soll pro Gruppe 25O m2 betragen.

 

Gestaltung der Kindergartenliegenschaft

 

§ 3

 

(1) Das Kindergartengebäude ist so anzulegen und einzurichten, daß es den Erfordernissen der Sicherheit sowie den Grundsätzen der Kindergartenhygiene und der Pädagogik entspricht.

(2) Die Gruppen und Bewegungsräume sollen entsprechend den örtlichen klimatischen Verhältnissen nach Möglichkeit an der Ostüber die Süd- bis zur Westseite des Kindergartengebäudes angeordnet sein.

(3) Die Kindergartenliegenschaft darf nur mit giftfreien Pflanzen bepflanzt werden. Sie ist gärtnerisch zu gestalten und dauernd zu pflegen.

 

II. Abschnitt

 

Räume des Kindergartens

 

Raumerfordernisse

 

§ 4

 

Jeder Kindergarten hat folgende Räume aufzuweisen:

a)

für jede Gruppe als Einheit einen Gruppenraum mit dem Gruppenabstellraum, eine Garderobe und einen Sanitärraum;

b)

für je angefangene zwei Gruppen als Einheit einen Ruhe- und Bewegungsraum;

c)

für den ganzen Kindergarten einen Vorraum, einen Windfang, einen Büroraum, einen Gartengeräteabstellraum oder -schuppen, einen Innenabstellraum; weiters, sofern die Kinder aus eigener Küche versorgt werden, eine Küche samt Vorratsraum und Speiseraum, andernfalls eine Teeküche, ferner in Kindergärten mit mehr als einer Gruppe nach Möglichkeit einen Isolierraum und einen Personalraum, in jedem Kindergarten aber eine Personaltoilette.

 

Gruppenraum

 

§ 5

 

(1) Die Bodenfläche des Gruppenraumes hat mindestens 4O m2, bei Gruppen über 2O Kinder mindestens 5O m2 und keinesfalls weniger als 2 m2 je Kind zu betragen.

(2) Die lichte Raumhöhe des Gruppenraumes hat mindestens 2,8O m zu betragen.

(3) Bei schrägen Deckenflächen darf die Raumhöhe an der niedrigsten Stelle 1,5O m nicht unterschreiten. Mindestens über die Hälfte der Fußbodenfläche hat die lichte Raumhöhe 2,8O m zu betragen.

(4) Der Gruppenraum soll die Bildung von Nischen und Ecken ermöglichen und Platz bieten für einzelne Raumteile wie Puppenecke, Bilderbuchecke, Werk- und Malecke, Haushaltsecke, Bauecke u. dgl. Der Fußboden von Galerien darf nicht höher als 1,8O m über dem Fußboden des Gruppenraumes liegen. Auf der Galerie darf die Raumhöhe an der niedrigsten Stelle 1,5O m nicht unterschreiten.

 

Garderobe

 

§ 6

 

(1) Die Größe der Garderobe richtet sich nach der Anzahl der Kinder. Für jedes Kind ist eine Garderobenbanklänge von mindestens O,3O m vorzusehen. Zwischen den Garderobenbänken soll eine Mindestdurchgangsbreite von 2 m bestehen.

(2) Drehhaken und Huthaken über den Garderobenbänken müssen so angebracht sein, daß sie die Kinder nicht gefährden.

 

Sanitärraum

 

§ 7

 

(1) Jedem Gruppenraum ist ein Sanitärraum mit mindestens 2 Klosettnischen, 3 Waschbecken, 3 Seifenspendern, 3 Handtuchspendern und 1 Abfallbehälter zuzuordnen. In jedem Geschoß muß in einem Sanitärraum eine Brausenische mit Handbrause vorhanden sein.

(2) Falls kein Isolierraum (§ 13) vorgesehen ist, ist je Geschoß in einem der Sanitärräume ein jederzeit zugänglicher, gegen ein Öffnen durch Kinder gesicherter entsprechender Verbands- und Medikamentenkasten unterzubringen.

(3) Der Sanitärraum der Gruppe soll in der Nähe des Gruppenraumes gelegen und von diesem sowie von der Garderobe und vom Spielgarten aus leicht erreichbar sein.

 

Ruhe- und Bewegungsraum

 

§ 8

 

(1) Die Bodenfläche der Ruhe- und Bewegungsräume soll betragen:

a) bei eingruppigen Kindergärten       60 m2,

b) bei zweigruppigen Kindergärten      70 m2,

c) bei drei- und viergruppigen

   Kindergärten                        60 m2 und 50 m2,

d) bei fünfgruppigen Kindergärten      60 m2, 50 m2 und 40 m2.

(2) Nebeneinanderliegende Ruhe- und Bewegungsräume sollen durch schalldämmende Faltwände so getrennt werden, daß sie gegebenenfalls zu einem großen Raum vereint werden können.

(3) Die lichte Raumhöhe des Ruhe- und Bewegungsraumes hat 2,80 m zu betragen. Bei schrägen Deckenflächen darf die Raumhöhe an der niedrigsten Stelle 2 m nicht unterschreiten.

(4) Wenn keine eingebauten Liegebetten vorhanden sind, ist ein angrenzender Lagerraum für Liegebetten mit einer Mindestgröße von 6 m2 zu schaffen.

(5) Werden Ruhe- und Bewegungsräume in einem Untergeschoß angeordnet, so darf der Fußboden solcher Räume an der Fensterfront nicht tiefer als 1 m unter dem unmittelbar angrenzenden Gelände liegen.

 

Büroraum

 

§ 9

 

(1) Der Büroraum, der auch als Sprech- und Beratungszimmer zu dienen hat, soll möglichst nahe beim Eingang gelegen sein. Er soll mindestens 12 m2 groß sein.

(2) Bei eingruppigen Kindergärten kann das Büro gleichzeitig als Isolierraum, Arztraum und Personalraum verwendet werden. In diesem Fall hat die Größe des Raumes mindestens 15 m2 zu betragen und ist die Einrichtung durch die für einen Isolierraum und einen Personalraum vorgesehenen Gegenstände zu ergänzen.

 

Innenabstellraum

 

§ 10

 

Der Innenabstellraum dient zur Aufbewahrung von Reinigungsgeräten und -mitteln. Er ist mit den nötigen Regalen auszustatten. Für Reinigungszwecke ist eine Entnahmestelle für Warm- und Kaltwasser und ein Ausgußbecken vorzusehen.

 

Küche mit Vorratsraum, Teeküche

 

§ 11

 

(1) Die Größe der Küche, des Vorratsraumes, der Teeküche und der nachstehenden Einrichtungsgegenstände ergibt sich aus der Zahl der zu versorgenden Kinder.

(2) Der Vorratsraum soll unmittelbar neben der Küche liegen und neben dem Zugang von dort auch einen Wirtschaftseingang aufweisen.

(3) Die Küche ist mit den erforderlichen elektrischen oder gleichwertigen Kochstellen und Backrohren, mit einem ausreichend großen Abwaschbecken, einem Geschirrspüler, Abtropfbrett, Ausgußbecken, Kühlschrank, Schrank für Geschirr, einer zuverlässig bakteriologische Sterilität des Geschirrs bewirkenden Einrichtung (z.B. Thermo-Desinfektor, Autoklav, chemische Methode) und entsprechenden Arbeitsflächen auszustatten.

(4) Die Teeküche ist wie eine Küche, jedoch den Erfordernissen entsprechend kleiner auszustatten; ein Ausgußbecken muß nicht vorgesehen sein. Wenn die Kinder aus fremder Küche versorgt werden, sind in der Teeküche auch die erforderlichen Einrichtungen für das Warmhalten von Speisen und die Geschirreinigung vorzusehen.

 

Speiseraum

 

§ 12

 

(1) Der Speiseraum soll eine direkte Verbindung (Tür, Durchreiche, Aufzug u.dgl.) mit der Küche aufweisen. Er muß zum Vorraum und zu den Gängen nicht abgeschlossen sein.

(2) Der Speiseraum soll mindestens 15 und nicht mehr als 20 Eßplätze aufweisen und ist mit einem Schrank für das Eßgeschirr der Kinder auszustatten.

 

Isolierraum

 

§ 13

 

(1) Der Isolierraum, der auch als Arztzimmer dient, hat eine Größe von mindestens 9 m2 aufzuweisen. Er ist so anzulegen, daß er von einer Betreuungsperson durch ein Fenster unmittelbar eingesehen werden kann.

(2) Der Isolierraum ist mit einem Kasten, Tisch, einer Sitzgelegenheit, einem Ruhebett, Waschtisch, einer Personenwaage, einem Körpermaß und einem gegen ein Öffnen durch Kinder gesicherten Verbands- und Medikamentenkasten auszustatten.

 

Personalraum

 

§ 14

 

(1) Der Personalraum hat eine Mindestgröße von 15 m2 aufzuweisen.

(2) Der Personalraum ist mit einer Waschgelegenheit, einer Liegemöglichkeit, einem Materialschrank und einem entsprechend großen Tisch auszustatten. Für jede Person ist ein Garderobenkasten oder zumindest ein getrenntes Garderobenabteil sowie ein Sessel vorzusehen.

(3) Bei zweigruppigen Kindergärten können Isolierraum und Personalraum zu einem Raum mit einer Mindestgröße von 15 m2 zusammengelegt werden.

 

III. Abschnitt

 

Besondere Erfordernisse hinsichtlich einzelner

Bauteile

 

Allgemeines

 

§ 15

 

Die besonderen Bestimmungen dieses Abschnittes gelten für jene Bauteile des Kindergartens, die von den Kindern im gewöhnlichen Kindergartenbetrieb benützt werden.

 

Fußböden

 

§ 16

 

(1) Fußböden müssen sicher begehbar, eben, leicht zu reinigen und keimfrei zu halten, fußwarm, trocken und möglichst fugenlos sein.

(2) In den Gruppenräumen können durch Niveauunterschiede abgetrennte Bereiche geschaffen werden. Alle anderen Räume innerhalb eines Geschosses müssen auf gleichem Niveau liegen.

 

Stiegen

 

§ 17

 

(1) Stiegenstufen und sonstige Stufen sollen die Höhe von 0,15 m nicht überschreiten und müssen eine trittsichere Oberfläche aufweisen.

(2) Die Stäbe von ausgefachten Stiegengeländern sind lotrecht anzuordnen und dürfen keine größere Stablichte als 10 cm aufweisen.

(3) An einer Seite der Stiege ist in einer für die Kinder angemessenen Höhe ein Handlauf vorzusehen.

 

Farbgebung

 

§ 18

 

Die Farben der Wände, Decken und Fußböden, der Vorhänge und der Möbel sind nicht nur nach beleuchtungstechnischen, sondern auch nach psychologischen Gesichtspunkten zu wählen.

 

Wände und Decken

 

§ 19

 

(1) Wände und Decken der Gruppen- und Bewegungsräume müssen schalldämmend sein. Ihr Anstrich muß giftfrei sein und darf die Keimbildung nicht begünstigen.

(2) Für Gruppen-, Bewegungs- und Speiseräume soll ein Wandschutz bis zu einer Höhe von 0,90 bis 1 m vorgesehen werden; für Garderoben ist ein solcher bis zu einer Höhe von 1,25 m erforderlich. Im Sanitärraum der Gruppe sind alle Wände bis zu einer Höhe von 1,20 m, in Brausenischen aber bis zu einer Höhe von 2 m zu verfliesen oder zumindest mit einem abwaschbaren Wandschutz auszustatten.

 

Türen

 

§ 20

 

(1) Türen müssen in der Richtung zum nächstgelegenen Ausgang ins Freie aufgehen. Sie sind tunlichst einflügelig und keinesfalls als Pendeltüren auszubilden.

(2) Türen von Gruppen- und Bewegungsräumen müssen mindestens 0,90 m breit sein.

(3) Türdrücker sollen 90 cm über dem Fußboden angebracht werden. Die Tür ist im Bereich des Drückers und Sockels verschleißfest auszuführen. Türdrücker in Bewegungsräumen sind versenkt auszubilden.

(4) Glastüren und Glasfüllungen in Türen sind aus Sicherheitsglas herzustellen.

 

Belichtung

 

§ 21

 

(1) Alle Räume, Gänge und Stiegen müssen ausreichend belichtet sein.

(2) Fensterbrüstungen sollen in den Gruppen- und Bewegungsräumen ca. 0,60 m hoch sein. Bis zur Höhe von 1,20 m ist das Fenster fix und bis zur Höhe von 2 m aus Sicherheitsglas auszuführen.

(3) Die Fenster sind gegen ein Öffnen durch Kinder abzusichern. Geöffnete Fenster müssen bei einer Spaltbreite von höchstens 10 cm sperrbar sein. Eine einwandfreie, möglichst rasche Lüftung aller Räume ist sicherzustellen.

(4) Geeignete Sonnenschutzeinrichtungen sind vorzusehen.

(5) Die Gesamtfläche der lichten Fensteröffnungen eines Gruppen- und eines Bewegungsraumes hat bei freier Lage mindestens ein Sechstel, wenn jedoch der Lichteinfall durch Nachbargebäude beschränkt ist, mindestens ein Fünftel der Bodenfläche zu betragen.

 

Künstliche Beleuchtung

 

§ 22

 

(1) In den Gruppen- und Bewegungsräumen dürfen nur abgeschirmte Lichtquellen benützt werden.

(2) Die Beleuchtungskörper sind so anzubringen, daß eine starke Schattenwirkung vermieden wird und eine möglichst gleichmäßige und ausreichende Ausleuchtung der Spiel- und Arbeitsfläche erfolgt. Die Beleuchtungsstärke hat zu betragen:

a)

im Gruppenraum, Bewegungsraum, Eßraum, in der Küche, Teeküche, Garderobe, im Arztzimmer und im Büro ca. 200 Lux,

b)

auf Stiegen, in Gängen und in Sanitärräumen ca. 60 Lux.

Diese Beleuchtungsstärke muß bei den in lit. a angeführten Räumen auf den Spiel- und Arbeitsflächen, bei den unter lit. b angeführten Räumen 1 m über dem Fußboden gegeben sein.

(3) Die Beleuchtungskörper in Bewegungsräumen sind gegen Beschädigungen zu schützen.

(4) Für den Anschluß elektrisch betriebener Reinigungsgeräte ist vorzusorgen; alle Steckdosen sind durch versperrbare Deckel abzuschließen.

 

Heizung

 

§ 23

 

(1) Die Heizungsanlage ist so einzurichten, daß die Kinder nicht gefährdet sind. Heizkörper, die eine Verletzungsgefahr bilden können, sind zu verkleiden.

(2) Nach Möglichkeit soll eine Zentralheizung eingerichtet werden. Elektrische Raumheizungen mit offenen Glühkörpern sind keinesfalls zulässig.

(3) Bei der Dimensionierung der Heizungsanlage ist in den Gruppen- und Bewegungsräumen mindestens ein zweimaliger Luftwechsel pro Stunde zu berücksichtigen.

(4) Sämtliche Räume des Kindergartens, die für den Aufenthalt von Personen bestimmt sind, einschließlich der Gänge, Stiegen und Garderoben, sind so zu beheizen, daß die Temperatur 20 Grad C in Gruppen- und Sanitärräumen 22 Grad C und im Arztzimmer 25 Grad C beträgt.

(5) Erfolgt die Beheizung durch Einzelöfen, sollen diese vom Vorraum aus bedient werden.

 

Lüftung

 

§ 24

 

(1) Die Lufterneuerung in allen Räumen, Gängen und Stiegen muß durch Fenster erfolgen, wenn nicht eine entsprechend wirksame Be- und Entlüftungs- oder Klimaanlage vorhanden ist.

(2) Bei Zentralheizungen ist für die erforderliche Luftbefeuchtung Sorge zu tragen.

 

Feuer- und Blitzschutz

 

§ 25

 

(1) Es muß sichergestellt sein, daß im Brandfall Löschwasser (Hydranten mit entsprechender Leistung oder Löschwasserbehälter oder natürliche Wasserbezugsstellen) in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Zur ersten Löschhilfe sind im Kindergarten geeignete normgerechte Handfeuerlöscher in ausreichender Anzahl bereitzustellen und betriebsfähig zu halten.

(2) Jedes Kindergartengebäude ist mit einer nach den Erfahrungen der technischen Wissenschaften einwandfreien und leistungsfähig zu haltenden Blitzschutzanlage zu versehen.

(3) In jedem Kindergarten haben die elektrischen Installationen und die elektrischen Geräte den einschlägigen elektrotechnischen Sicherheitsvorschriften zu entsprechen.

 

IV. Abschnitt

 

Anlage für das Spiel im Freien

 

Spielgarten

 

§ 26

 

(1) Die Größe und die Gestaltung des Spielgartens hängen von den Bedürfnissen der Kinder der verschiedenen Altersgruppen ab. Die Gestaltung des Spielgartens soll auch die schöpferischen und geistigen Fähigkeiten der Kinder anregen.

(2) Der Spielgarten hat eine Rasenfläche aufzuweisen. Nach Möglichkeit ist auch eine Hartspielfläche vorzusehen.

(3) Im Spielgarten ist je ein Sandkasten, ein Kombigerät mit Rutsche, für alle Gruppen gemeinsam ein unbegrenzter Sandspielplatz und eine Wasserstelle (zur Wasserentnahme und für Pritschelspiele) vorzusehen. Bei Wippschaukelgeräten ist ein Aufprall auf den Boden durch geeignete Vorrichtungen zu verhindern. Der Rahmen der Sandkästen ist mit einer Sitzfläche aus splitterfreiem Holz zu versehen. Bei Klettergeräten und Rutschbrettern ist eine ihrer Größe angemessene Bodenfläche mit Sand aufzufüllen; auch Fallschutzplatten können verwendet werden.

(4) Die Rasenfläche soll möglichst groß sein und unterschiedliche Geländeformen aufweisen.

(5) Hartspiel- und Rasenflächen sollen mit schattenspendenden Bäumen bepflanzt werden. Obst- und fruchttragenden Bäumen ist gegenüber Zierbäumen der Vorrang zu geben.