Landesrecht konsolidiert Salzburg: Gesamte Rechtsvorschrift für Piffkar - Sonderschutzgebietsverordnung, Fassung vom 17.01.2021

§ 0

Langtitel

Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 22. Dezember 1988, mit der Teile der Gemeinde Fusch an der Großglocknerstraße zu einem Sonderschutzgebiet im Nationalpark Hohe Tauern erklärt werden (Piffkar-Sonderschutzgebietsverordnung)
StF: LGBl. Nr. 107/1988

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 6 des Gesetzes über die Errichtung des Nationalparkes Hohe Tauern im Land Salzburg, LGBl. Nr. 106/1983, wird verordnet:

§ 1

Text

§ 1

(1) Teile der in der Gemeinde Fusch an der Großglocknerstraße, politischer Bezirk Zell am See, im Nationalpark Hohe Tauern östlich der Großglockner-Hochalpenstraße gelegenen Piffalm werden zum Sonderschutzgebiet erklärt.

(2) Die Grenzen des Sonderschutzgebietes sind in Lageplänen im Maßstab 1:5.000 festgelegt. Diese Pläne sind wesentlicher Inhalt dieser Verordnung und liegen beim Amt der Salzburger Landesregierung, bei der Bezirkshauptmannschaft Zell am See sowie bei der Gemeinde Fusch an der Großglocknerstraße während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden (§ 13 Abs. 2 AVG 1950) zur allgemeinen Einsicht auf.

§ 2

Text

§ 2

Schutzzweck dieser Verordnung ist die volle Erhaltung der landschaftlichen und ökologischen Bedeutung des unter Schutz gestellten Gebietes einschließlich seiner Tier- und Pflanzenwelt. Dadurch soll vor allem eine natürliche Entwicklung im Hochgebirge ermöglicht und das Landschaftsbild dieses Gebietes sowie seine Unberührtheit erhalten werden.

§ 3

Text

§ 3

(1) In dem gemäß § 1 festgelegten Sonderschutzgebiet ist jeder Eingriff in die Natur und Landschaft untersagt.

(2) Vom Verbot ausgenommen sind lediglich:

a)

der Besuch des Sonderschutzgebietes auf den hiefür vorgesehenen Wegen, Steigen und Plätzen;

b)

die Rekultivierung bestehender Steige im Einvernehmen mit dem Eigentümer des geschützten Gebietes;

c)

unbedingt erforderliche Maßnahmen im Zuge der Dienstausübung durch Organe der Hoheitsverwaltung, der öffentlichen Aufsicht, der Almaufsicht sowie durch Mitarbeiter des Salzburger Nationalparkfonds;

d)

der Durchtrieb von Weidevieh der Landes-Landwirtschaftsschule Bruck (Eigen- und Fremdvieh) durch das Piffkühkar auf das Oberstattkar.

(3) Als verbotene Eingriffe im Sinne des Abs. 1 gelten insbesondere:

a)

forstliche Maßnahmen;

b)

die Ausübung der Jagd;

c)

der Abbau und das Sammeln von Bodenbestandteilen, Mineralien und Versteinerungen sowie jede sonstige Bodenverletzung;

d)

die Errichtung und Aufstellung baulicher und anderer Anlagen;

e)

das Betreten des Sonderschutzgebietes, ausgenommen für Maßnahmen gemäß Abs. 2;

f)

Verunreinigungen und Beeinträchtigungen des Gebietes durch Lagern, Ablagern oder Wegwerfen von Materialien und Abfällen aller Art;

g)

das Zelten, Biwakieren und Lagern abseits der Wege und Steige, die Errichtung von Feuerstätten, das Abbrennen von Feuern und das Rauchen;

h)

das Pflücken und Sammeln von Beeren, Pilzen und sonstigen Pflanzen oder Pflanzenteilen;

i)

Beeinträchtigungen und Veränderungen der Vegetation;

j)

das Mitführen und Freilaufenlassen von Hunden;

k)

jede vermeidbare Lärmerregung;

l)

das Reiten;

m)

das Befahren mit Fahrzeugen und Motorschlitten;

n)

die Verwendung von Flugzeugen und Fluggeräten aller Art einschließlich von Hubschraubern, Segelflugzeugen, Modellflugzeugen, Hängegleitern, Gleit- und Fallschirmen in weniger als 5.000 m Seehöhe; dies gilt auch für Übungsflüge des Bundesheeres und der Exekutive;

o)

landwirtschaftliche Maßnahmen einschließlich der Almwirtschaft;

p)

jede Art des Schisportes, z.B. Tourenschilauf, Schiwandern, Schilanglauf, und der Alpinsportausbildung.

§ 4

Text

§ 4

(1) Die Landesregierung kann auf Ansuchen im Einzelfall hinsichtlich der im Abs. 2 angeführten Maßnahmen Ausnahmen von den Verboten des § 3 bewilligen, soweit diese Maßnahmen dem Schutzzweck des Sonderschutzgebietes nicht zuwiderlaufen. Eine solche Bewilligung kann auch unter Auflagen und befristet erteilt werden.

(2) Als Maßnahmen, die einer Bewilligung im Sinne des Abs. 1 zugänglich sind, werden festgelegt:

a)

wissenschaftliche Forschungsmaßnahmen;

b)

die Erhaltung und allenfalls der notwendige Ausbau bestehender Gebäude zu Forschungsstationen;

c)

Hegemaßnahmen zur Regulierung des Schalenwildbestandes (ausgenommen Steinwild) aus wildbiologischer und gesamtökologischer Sicht auf wissenschaftlicher Grundlage sowie Maßnahmen zur Bekämpfung von Wildseuchen im unbedingt erforderlichen Ausmaß;

d)

die Erhaltung vorhandener Wege, Steige und Plätze;

e)

Pflege- und Aufsichtsmaßnahmen zur Sicherung des Schutzzweckes des Sonderschutzgebietes;

f)

mechanische Waldhygienemaßnahmen im unbedingt erforderlichen Ausmaß.

§ 5

Text

§ 5

Die Kennzeichnung des Sonderschutzgebietes erfolgt durch Tafeln, welche die Aufschrift "Nationalpark Hohe Tauern - Sonderschutzgebiet Piffkar" und ein Nationalparksymbol tragen. Weitere dem Schutzzweck entsprechende Hinweise sind zulässig.

§ 6

Text

§ 6

Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Verordnung sowie der gemäß § 4 erlassenen Bescheide sowie die Beschädigung, eigenmächtige Entfernung, Verdeckung oder eine sonstige Beeinträchtigung der Wirksamkeit der Kennzeichen des Sonderschutzgebietes werden als Verwaltungsübertretung gemäß § 27 des Gesetzes über die Errichtung des Nationalparkes Hohe Tauern im Land Salzburg bestraft.

§ 7

Text

§ 7

(1) Das Sonderschutzgebiet untergliedert sich in die Teile A, B und C, deren Grenzen aus den im § 1 Abs. 2 genannten Lageplänen ersichtlich sind.

(2) Das Betreten des Sonderschutzgebietes, die Ausübung der Almwirtschaft und des Schisports ist abweichend von § 3 Abs. 3 lit. e, o und p in den mit A und C bezeichneten Teilen des Sonderschutzgebietes noch bis zum 31. Dezember 1998 zulässig.

(3) Im übrigen tritt diese Verordnung mit Beginn des ihrer Kundmachung folgenden Monats in Kraft.