Landesrecht konsolidiert Salzburg: Gesamte Rechtsvorschrift für Bauliche Gestaltung und Einrichtung von Horten - Richtlinien, Fassung vom 24.04.2018

§ 0

Langtitel

Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 24. Feber 1981, mit der Richtlinien für die bauliche Gestaltung und Einrichtung von Horten erlassen werden
StF: LGBl. Nr. 27/1981

Art. 1

Text

Auf Grund des § 6 Abs. 4 des Salzburger Hortgesetzes, LGBl. Nr. 42/1976, werden für die bauliche Gestaltung und Einrichtung von Horten über die baurechtlichen Vorschriften hinaus die in der Anlage enthaltenen Richtlinien erlassen.

 

Von diesen Richtlinien kann nur in durch die örtlichen und sachlichen Verhältnisse besonders gelagerten Einzelfällen, insbesondere bei der Einrichtung von Horten in bestehenden Bauten, dann abgewichen werden, wenn - allenfalls durch besondere technische Vorrichtungen - sichergestellt ist, daß trotzdem in einem den Richtlinien entsprechenden Ausmaß den Grundsätzen der Pädagogik, Hygiene und Sicherheit Rechnung getragen wird.

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Text

Anlage

 

Richtlinien für die bauliche Gestaltung und Einrichtung

von Horten

 

I. Abschnitt

 

Lage und Größe des Hortes

 

§ 1

 

(1) Ein Hort soll so gelegen sein, daß das Leben und die Gesundheit der Kinder nicht gefährdet, ihre seelische und sittliche Entwicklung nicht beeinträchtigt und der Hortbetrieb nicht gestört wird.

(2) Die Horte sollen im Anschluß an Schulen bzw. im Schulsprengel, in der die Schule liegt, deren Kinder einen Hort besuchen, und nach Möglichkeit in der Nähe jener Wohnungen liegen, für deren Bewohner sie in erster Linie bestimmt sind. Der Eingang ist gegenüber den äußeren Verkehrswegen abzurücken.

 

Größe des Hortgrundstückes

 

§ 2

 

Das einem Hort gewidmete Grundstück soll so bemessen sein, daß für Horte mit einer Hortgruppe 1.200 m2, für Horte mit zwei Hortgruppen 2.200 m2, für Horte mit drei Hortgruppen 3.000 m2 und je weitere Hortgruppe zusätzlich 600 m2 zur Verfügung stehen. Falls ein Hort im Anschluß an eine Schule errichtet wird und ein Schulspielplatz dem Hort zur Verfügung steht bzw. ein Freispielplatz in der näheren Umgebung (bis 15 Minuten Gehzeit) erreichbar ist, kann der Grundbedarf angemessen reduziert werden.

 

Gestaltung der Hortliegenschaft

 

§ 3

 

(1) Das Hortgebäude soll so angelegt und eingerichtet sein, daß es den Grundsätzen der Pädagogik und der Hortgygiene sowie den Erfordernissen der Sicherheit entspricht.

(2) Die Gruppen- und Bewegungsräume sollen entsprechend den örtlichen klimatischen Verhältnissen so angeordnet sein, daß bestmögliche Licht- und Sonnenverhältnisse gewährleistet sind.

(3) Die Hortliegenschaft ist nach Möglichkeit zweckmäßig zu bepflanzen, gärtnerisch zu gestalten und dauernd zu pflegen.

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Text

II. Abschnitt

 

Räume des Hortes

 

Raumerfordernisse

 

§ 4

 

Jeder Hort hat folgende Räume aufzuweisen:

a)

für jede Gruppe als Einheit einen Gruppenraum mit dem Gruppenabstellraum, eine Garderobe, eine nach Geschlechtern getrennte sanitäre Anlage;

b)

für den ganzen Hort einen Vorraum, einen Bewegungsraum mit Nebenräumen, einen Büroraum, eine Küche samt Vorratsraum, sofern die Kinder aus eigener Küche versorgt werden, andernfalls eine Teeküche, einen Mehrzweckraum, der auch als Speiseraum dienen kann, einen Isolierraum, einen Personalraum, der bei ein- bis zweigruppigen Horten mit dem Büro kombiniert werden kann, eine Personaltoilette, bei mehrgruppigen Horten einen allgemeinen Abstellraum, einen Putzmittelraum, einen Abstellraum für Außengeräte sowie einen Raum für technische Anlagen.

 

Gruppenraum

 

§ 5

 

(1) Die Bodenfläche des Gruppenraumes hat mindestens 70 m2 zu betragen.

(2) Die lichte Raumhöhe des Gruppenraumes soll 3 m betragen.

(3) Für eine genügende Besonnung, Belichtung und Belüftung des Raumes ist vorzusorgen. Bei einseitiger Belichtung ist eine Raumtiefe von 6,50 m nicht zu überschreiten. Eine reine Süd- oder reine Nordlage soll vermieden werden.

(4) Der Gruppenraum ist so zu gliedern, daß ein Bereich der Durchführung der Schulaufgaben vorbehalten ist, der andere Bereich für die Freizeitgestaltung entsprechend verwendet werden kann. Er hat die nach der Kinderzahl erforderliche Anzahl von Arbeitstischen und Stühlen sowie Kästen und Regale für die Schultaschen, für Bücher, Bildungsmittel und Spielmaterial aufzuweisen.

 

Gruppenabstellraum

 

§ 6

 

Der Gruppenabstellraum soll unmittelbar vom Gruppenraum erreichbar sein. Er dient der Lagerung von Materialien (Papier, flüssige Farben, Geräte u. dgl.). Er ist mit den erforderlichen Regalen auszustatten.

 

Garderoben

 

§ 7

 

(1) Garderoben sollen in der Nähe des Einganges gelegen und von diesem unmittelbar über einen Windfang oder den Vorraum erreichbar sein.

(2) Die Größe der Garderobe richtet sich nach der Anzahl der Kinder in der Gruppe.

(3) Die Garderobe ist mit Garderobenbänken mit eingeschobenen Rosten für Schuhe und je Kind mit einem Doppelgarderobehaken auszustatten.

 

Sanitäranlage

 

§ 8

 

(1) Der Sanitärraum der Gruppe soll in der Nähe des Gruppenraumes und von diesem sowie von der Garderobe und vom Spielgarten aus leicht erreichbar sein. Er ist für Knaben und Mädchen getrennt einzurichten.

(2) Der Sanitärraum hat für je zehn Kinder, für Knaben und Mädchen getrennt, je eine WC-Nische und einen Waschtisch aufzuweisen. Bei den Waschtischen darf das Wasser nur eine Temperatur von höchstens 30 Grad Celsius haben. Zum Händetrocknen sollen hygienische Papiertücher oder auskochbare Stoffhandtücher verwendet werden. Je nach Wahl ist ein Papierhandtuchspender mit Papierkorb oder eine Handtuchleiste in entsprechender Länge anzubringen. Eine Anbringung von Warmlufthandtrocknern soll vermieden werden.

(3) Soferne auskochbare Stoffhandtücher verwendet werden, ist an der Handtuchleiste oder dgl. für jedes Kind ein gekennzeichneter Haken für dessen Handtuch anzubringen und sind die Handtücher zu merken. Stoffhandtücher sind zumindest einmal in der Woche auszukochen.

 

Vorraum

 

§ 9

 

(1) Die Größe des Vorraumes ergibt sich aus der Anzahl der Gruppen. Vom Vorraum aus sollen alle Räume direkt zu erreichen sein.

(2) Schaukästen, ein Wandbrett zum Anbringen der Mal- und Zeichenarbeiten sowie eine Anschlagtafel sind vorzusehen.

 

Bewegungsraum

 

§ 10

 

(1) Der Bewegungsraum soll eine Bodenfläche von mindestens 80 m2 aufweisen. Bei Horten mit mehr als zwei Gruppen soll der Bewegungsraum das Flächenausmaß einer Kleinsthalle gemäß der ÖNORM B 2608, Ausgabe März 1975, aufweisen. Die Höhe des Bewegungsraumes muß mindestens 4 m betragen.

(2) Außerdem ist ein Geräteraum im Ausmaß von 18 m2, ein Umkleideraum im Ausmaß von 12 m2 und eine Sanitäranlage vorzusehen. Die Sanitäranlage muß neben je einem WC für Knaben und Mädchen und je zwei Kopf-Fußbrause-Kombinationen auch zwei Waschtische enthalten. Das Warmwasser bei Brausen und Waschtischen darf nur eine Höchsttemperatur von 35 Grad Celsius haben.

Auf WC kann verzichtet werden, wenn der Hort nicht mehr als zwei Gruppen enthält und die Gruppen-Sanitäranlagen in unmittelbarer Nähe und auf gleichem Niveau mit dem Bewegungsraum liegen.

 

Büroraum

 

§ 11

 

(1) Der Büroraum, der auch als Sprech- und Beratungszimmer zu dienen hat, soll möglichst nahe beim Eingang gelegen sein.

(2) Die Bodenfläche des Raumes soll ca. 15 m2 und, falls der Personalraum auf Grund der Hortgröße entbehrlich ist, ca. 20 m2 betragen. Er ist, wenn im Hort kein eigener Personalraum vorgesehen ist, mit dessen Einrichtungsgegenständen (§ 15), ausgenommen die Liegemöglichkeit, auszustatten.

 

Küche mit Vorratsraum und Teeküche

 

§ 12

 

(1) Die Größe der Küche, des Vorratsraumes, der Teeküche und der nachstehenden Einrichtungsgegenstände richtet sich nach der Zahl der vorhandenen Kinder.

(2) Der Vorratsraum soll möglichst neben der Küche liegen, kühl und gut durchlüftbar sein.

(3) Die Raumgruppe soll nach Möglichkeit mit einem eigenen Wirtschaftseingang aufgeschlossen werden. Falls dies nicht möglich ist, soll sie in der Nähe des Windfanges situiert werden.

(4) Die Küche ist mit allen für die Zubereitung, Warmhaltung oder Frischhaltung von Speisen sowie mit den für die Benützung- und Aufbewahrung des Geschirrs erforderlichen Einrichtungsgegenständen auszustatten. Aus Gründen der Hygiene ist an geeigneter Stelle - wenn möglich, in der Nähe der Abwasch - ein Ausgußbecken zu montieren.

(5) Die Einrichtung der Teeküche ist auf die Warmhaltung und Ausgabe der Speisen sowie auf die Reinigung und Aufbewahrung des Geschirrs abzustimmen.

 

Speiseraum

 

§ 13

 

(1) Der Speiseraum soll so bemessen sein, daß Tische und Stühle für mindestens eine Hortgruppe Platz haben.

(2) Er ist mit Tischen und Stühlen für mindestens eine Hortgruppe sowie mit einem Schrank für das Eßgeschirr der Kinder auszustatten.

(3) Die Möblierung soll neben den Tischen und Stühlen auch einen Schrank für das Eßgeschirr, für das Besteck und für die Tischwäsche enthalten.

 

Isolierraum

 

§ 14

 

(1) Der Isolierraum, der auch als Arztzimmer dient, soll neben dem Büroraum liegen.

(2) Er ist mit einem Tisch, einer Sitzgelegenheit, einem Kasten, einem Waschtisch, einer Personenwaage, einem Körpermaß, einem Ruhebett sowie mit einem vor Öffnung durch Kinder gesicherten Verbands- und Medikamentenkasten auszustatten, der entsprechend mit Verbandmaterial, Desinfektionsmittel, Kreislaufmittel, Schmerzmittel und Beruhigungsmittel zu versehen ist.

(3) Bei entsprechender Größe des Büroraumes kann der Isolierraum Bestandteil des Büroraumes sein. In diesem Fall ist bei der Aufstellung des Ruhebettes auf eine hinreichende Abschirmung vom Bürogeschehen Bedacht zu nehmen.

 

Personalraum

 

§ 15

 

(1) Die Bodenfläche des Personalraumes richtet sich nach dem vorhandenen Personalstand.

(2) Der Personalraum ist mit einer Waschgelegenheit, einer Liegemöglichkeit, pro Person mit einem Sitz- und Arbeitsplatz sowie einem versperrbaren Garderobeschrank mit Schrankabteilen auszustatten.

 

Personaltoilette

 

§ 16

 

Die Personaltoilette soll möglichst nahe dem Personalraum gelegen sein. In einem dazugehörigen entlüfteten Vorraum ist eine Waschgelegenheit einzurichten.

 

Abstellräume

 

§ 17

 

(1) Für den Materialvorrat aller Hortgruppen und für die periodisch verwendeten Dekorationen ist ein ausreichend großer Abstellraum vorzusehen.

(2) Für Reinigungsgeräte, Putz- und Pflegemittel ist ein eigener Abstellraum im Wirtschaftsbereich zu situieren.

(3) Für die Gartengeräte und die am Spielplatz (Garten) verwendeten Spiel- und Sportbehelfe ist ein vom Spielgarten bzw. der Sportanlage zugänglicher Raum einzuplanen.

(4) Die Abstellräume sind mit den notwendigen und zweckmäßigen Flächen und Einrichtungen auszustatten. Im Abstellraum für Reinigungsgeräte ist außerdem ein Ausgußbecken mit Zapfmöglichkeit für Heiß- und Kaltwasser anzubringen.

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III. Abschnitt

 

Besondere Erfordernisse hinsichtlich einzelner Bauteile

 

Allgemeines

 

§ 18

 

Durch die Bestimmungen dieses Abschnittes, die für besondere Bauteile eines Hortes gelten, werden die Vorschreibungen des Bautechnikgesetzes und anderer einschlägiger Gesetze und Verordnungen nicht berührt.

 

Fußböden

 

§ 19

 

(1) Fußböden müssen sicher begehbar, eben, leicht zu reinigen, fußwarm und trocken sein.

(2) Die Fußböden in den Feuchträumen und deren Anschlüsse an die Wände sind so herzustellen, daß eine leichte Reinigung und eine größtmögliche Hygiene erreicht wird.

(3) Fußböden sollen jedenfalls in den einzelnen Arbeits- und Spielbereichen der Gruppe im gleichen Niveau liegen. Podeste und Absenkungen sind dann zulässig, wenn sie dem Zweck und der Gestaltung der Räume dienen.

(4) Im Bewegungsraum ist ein für die besondere Nutzung (Sportausübung, Rhythmik u. dgl.) geeigneter Fußboden zu verlegen.

 

Stiegen

 

§ 20

 

(1) Stiegenstufen und sonstige Stufen sollen die Höhe von 0,15 m bis 0,16 m nicht überschreiten und müssen eine trittsichere Oberfläche aufweisen.

(2) Stiegengeländer müssen solid konstruiert und hinreichend hoch sein.

(3) An einer Seite der Stiege ist in einer für die Kinder angemessenen Höhe ein Handläufer vorzusehen.

 

Farbgebung

 

§ 21

 

Die Farben der Wände, der Decken, der Fußböden, der Vorhänge und der Möbel sind nicht nur nach beleuchtungstechnischen, sondern auch nach wohnpsychologischen Gesichtspunkten zu wählen.

 

Wände und Decken

 

§ 22

 

(1) Wände und Decken sind so auszubilden, daß eine dem Verwendungszweck entsprechende akustische Wirkung erwartet werden kann.

(2) Die Wände sollen dem Verwendungszweck der Räume angepaßt eine hygienisch einwandfreie Verkleidung oder Beschichtung erhalten. Mindesthöhen solcher Verkleidungen bzw. Beschichtungen sind für Gruppenräume, Bewegungs- und Speiseräume 1 m, für Garderoben 1,40 m, für Sanitärräume 1,50 m, für Brausenischen mindestens 2 m.

 

Türen

 

§ 23

 

(1) Türen müssen in der Richtung zum nächstgelegenen Ausgang ins Freie aufgehen. Sie sind tunlichst einflügelig auszubilden. Pendeltüren müssen mit Bodentürschließern versehen sein. Federtürschließer (Bommerbänder) dürfen nicht verwendet werden.

(2) Die Tür ist im Bereich des Drückers und Sockels verschleißfest auszuführen.

(3) Glastüren und Glasfüllungen in Türen sind aus Sicherheitsglas herzustellen.

(4) Türen von Gruppenräumen müssen mindestens 0,90 m breit und 1,94 m hoch sein. Türen von Turnräumen sollen 1,30 m breit und zweiflügelig (0,90 m + 0,40 m) sowie 2,00 m hoch sein, aus Sicherheitsgründen nach außen aufschlagen und innen bündig mit der Wand sein. Der Türdrücker muß versenkt (Drückermuschel) angebracht werden.

 

Belichtung

 

§ 24

 

(1) Alle Räume, Gänge und Stiegen müssen ausreichend belichtet sein.

(2) Fensterbrüstungen sollen in den Gruppen-, Speise-, Werk- und Mehrzweckräumen 0,90 m hoch sein. In den Bewegungsräumen soll die Brüstungshöhe mindestens 1,80 m betragen. Die Bewegungsraumfenster sind mit Sicherheitsglas zu verglasen.

(3) Geeignete Sonnenschutzeinrichtungen sind vorzusehen.

(4) Für die Fenster ist ein Beschlag zu wählen, der bestmögliche Sicherheit und Zweckmäßigkeit garantiert.

 

Künstliche Beleuchtung

 

§ 25

 

(1) In den Gruppen-, Speise-, Werk- und Mehrzweckräumen dürfen nur abgeschirmte Lichtquellen benützt werden. Die Beleuchtungskörper sind so anzubringen, daß eine möglichst gleichmäßige, ausreichende und blendungsfreie Ausleuchtung der Arbeits- und Spielflächen erfolgt.

(2) Im Bewegungsraum muß die Beleuchtung ausreichend und tunlichst in der Längsachse angeordnet sein. Die Beleuchtung soll blendungsfrei und nicht schattenlos sein. Die Beleuchtungskörper sind gegen Herabfallen gesichert in die Decke einzubauen und gegen Ballwurf durch bruchsicheres Glas, Gitter, etc. zu schützen.

(3) Die Beleuchtungsstärke hat zu betragen:

a)

in den im Abs. 1 genannten Räumen ca. 300 Lux und

b)

in den Turnräumen 1 m über dem Fußboden 250 bis 400 Lux.

(4) Für den Anschluß elektrisch betriebener Reinigungsgeräte ist vorzusorgen; alle Steckdosen sind durch versperrbare Deckel abzuschließen.

 

Heizung

 

§ 26

 

(1) Die Heizungsanlage ist so einzurichten, daß die Kinder nicht gefährdet sind.

(2) Nach Möglichkeit sollen die Räume von einer zentralen Anlage aus beheizt werden. Elektrische Raumheizung mit offenen Glühkörpern ist nicht zulässig.

(3) Bei der Dimensionierung der Heizungsanlage ist in den Gruppen-, Speise-, Werk- und Mehrzweckräumen mindestens ein zweimaliger Luftwechsel pro Stunde zu berücksichtigen.

(4) Für die Beheizung des Bewegungsraumes kann sowohl eine statische als auch eine Luftheizung oder eine Kombination beider Systeme verwendet werden. Es ist ein zumindest zweimaliger Luftwechsel pro Stunde zu berücksichtigen. Bei der Wahl einer Luftheizung ist zu beachten, daß die Luftgeschwindigkeit nicht als Zugluft empfunden wird.

(5) Sämtliche Räume des Hortes, die für den Aufenthalt von Personen bestimmt sind, einschließlich der Gänge, Stiegen und Garderoben, sind so zu beheizen, daß die Temperatur 18 Grad Celsius, in Gruppen- und Sanitärräumen 20 Grad Celsius und im Isolierraum bzw. Arztzimmer 22 Grad Celsius beträgt.

(6) Beheizung durch Einzelöfen ist möglichst zu vermeiden. Falls aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen Einzelofenheizung gewählt werden muß, sind für den einzelnen Fall entsprechende Sicherheitsvorkehrungen vorzusehen.

 

Lüftung

 

§ 27

 

(1) Die Lufterneuerung in allen Räumen, Gängen und Stiegen muß durch Fenster erfolgen, sofern nicht eine entsprechend wirksame Be- und Entlüftung oder Klimaanlage vorhanden ist.

(2) Bei Zentralheizungen ist für die erforderliche Luftbefeuchtung Sorge zu tragen.

(3) Die Bewegungsräume sollen durch eine Querdurchlüftung möglichst im oberen Drittel der Halle be- und entlüftet werden. Bei Anordnung einer mechanischen Be- und Entlüftung sollen geräuscharme Lüfter (Lüftungsaggregate) verwendet werden. Die einzublasende Luft ist mittels Filter zu reinigen und entsprechend vorzuwärmen.

 

Brand- und Blitzschutz

 

§ 28

 

(1) Es muß sichergestellt sein, daß im Brandfall Löschwasser (Hydranten mit entsprechender Leistung oder Löschwasserbehälter oder natürliche Wasserbezugsstellen) in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Zur ersten Löschhilfe sind im Hort geeignete normgerechte Handfeuerlöscher (Naßlöscher oder Sonderlöscher für die Brandklasse A und B) in ausreichender Anzahl bereitzustellen und betriebsfähig zu halten.

(2) Jedes Hortgebäude ist mit einer nach den Erfahrungen der technischen Wissenschaften einwandfrei und leistungsfähig zu haltenden Blitzschutzanlage zu versehen.

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IV. Abschnitt

 

Anlage für das Spiel im Freien

 

§ 29

 

(1) Die Größe und die Gestaltung der Anlage für das Spiel im Freien hängt von den Bedürfnissen der Kinder der verschiedenen Altersgruppen ab.

(2) Die Anlage im Freien soll im wesentlichen bestehen aus einem Allwetterplatz, einem Rasenplatz, einer Sprunganlage für Hoch- und Weitsprung, einer Ballwand, einem Turnbereich mit entsprechenden Geräten, einer Roller-, Rollschuh- und Radfahrbahn, einem Platz für das Tischtennis, einem Kleingolfplatz, einem Robinsonplatz und ortsfesten Tischen und Sitzgelegenheiten.

(3) Hinsichtlich der Ausmaße, Anordnung und Ausstattung ist die ÖNORM B 2607 maßgebend.