Landesrecht konsolidiert Salzburg: Gesamte Rechtsvorschrift für Trumerseen-Naturschutzgebietsverordnung, Fassung vom 23.01.2020

§ 0

Beachte für folgende Bestimmung

Erfassungsstichtag: 9.11.1979

Langtitel

Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 14. Feber 1979, mit der Teile der Gemeinden Berndorf, Mattsee und Seeham, politischer Bezirk Salzburg-Umgebung, zum Naturschutzgebiet erklärt werden (Trumerseen-Naturschutzgebiets-Verordnung)
StF: LGBl. Nr. 26/1979

Änderung

idF:

LGBl. Nr. 79/1979

LGBl. Nr. 31/2000

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 19 des Salzburger Naturschutzgesetzes 1999, LGBl Nr 73, in der geltenden Fassung wird verordnet:

§ 1

Text

§ 1

(1) Das im § 2 umgrenzte, in den Gemeinden Berndorf bei Salzburg, Mattsee und Seeham, politischer Bezirk Salzburg-Umgebung, liegende Gebiet des Grabensees, der den Niedertrumer und den Obertrumer See von einander trennenden Landverbindung und eines westlich daran anschließenden Uferabschnittes des Obertrumer Sees wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Es führt die Bezeichnung "Trumerseen-Naturschutzgebiet".

(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in Lageplänen im Maßstab 1:10.000 ersichtlich gemacht, die beim Amt der Salzburger Landesregierung, bei der Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung und bei den Gemeindeämtern Berndorf, Mattsee und Seeham während der für den Parteienverkehr bestimmten Amtsstunden (§ 13 Abs. 5 AVG 1950) zur allgemeinen Einsicht aufliegen.

§ 1a

Text

§ 1a

Diese Verordnung dient der Erhaltung:

1.

der weitgehenden Ursprünglichkeit des im § 1 bezeichneten Gebietes in seinen Kernbereichen einschließlich seines besonderen ästhetischen Wertes im vorhandenen Landschaftsraum;

2.

geschützter und gefährdeter Pflanzen- und Tierarten (zB Sumpf-Orchidee);

3.

der ökologischen Funktion des im § 1 bezeichneten Gebietes, besonders der Kleinseggen-Flachmoore, der Übergänge zu Zwischenmooren sowie der Hochmoore, einschließlich der Übergangszonen und Randbereiche, als Lebensraum für die typischen Lebensgemeinschaften, insbesondere als Brutplatz für geschützte und gefährdete Vogelarten und als Rastplatz für Zugvögel;

4.

geschlossener Gras-, Schilf- und Buschbestände, besonders in der Uferregion (zB Seerosen, Schilfröhricht).

§ 2

Text

§ 2

(1) Die Grenze des Naturschutzgebietes verläuft vom Schnittpunkt des Weges Edt (Land Oberösterreich) - Gransdorf (Gst. 3197 KG. Berndorf) mit der Landesgrenze zwischen Oberösterreich und Salzburg dem Ostrand dieses Weges nach Süden folgend bis zur Südwestecke des Gst. 2337/2; von hier entlang dem Südrand dieses Grundstückes und entlang der Westgrenze der Gst. 2329, 2298, 2297 und weiter dem Weg Gst. 3205 an seinem Südrand folgend bis zur Gransdorfer Landesstraße; von hier nach Süden dem Ostrand der Gransdorfer Landesstraße folgend bis zur Nordwestecke des Gst. 962/1 KG. Seeham (bei der Abzweigung der Berndorfer Landesstraße); von da nach Osten bis zur Südostecke des Gst. 962/2, weiter in einer Geraden über das Gst. 962/1 zur Nordwestecke des Gst. 960/1, dessen Westgrenze entlang bis zum Südostpunkt des Gst. 958 und schließlich von dort in einer Geraden weiter nach Ostsüdost in den Obertrumer See (Gst. 2119/2 KG. Mattsee) bis zum Südende des sogenannten "Schnabelspitzes"; von dort in südöstlicher Richtung 100 m in den Obertrumer See und von dort auf der Seefläche in einem Abstand von 100 m dem Nordufer des Sees folgend bis zum Schnittpunkt mit einer geraden Linie, die die Nordgrenze des Gst. 328 100 m von der Nordwestecke dieser Parzelle im rechten Winkel schneidet; sodann dieser Linie landeinwärts folgend bis zum Schnittpunkt mit der Mattseer Landesstraße (6 m nördlich der Nordostecke des Gst. 88/2). Von hier folgt die Grenze dem seeseitigen Rand der Mattseer Landesstraße nach Nordosten bis zur Nordostecke des Gst. 2119/4, quert dort die Landesstraße und folgt sodann der Südostgrenze des Gst. 285 KG. Mattsee und führt in Fortsetzung dieser Grundstücksgrenze in gerader Linie 100 m in den Niedertrumer See; von dort verläuft die Grenze in gerader Linie durch die Seefläche (Gst. 281/1) nach Norden bis zur Ostecke des Gst. 237/1. Von hier läuft die Grenze landeinwärts entlang der Ostgrenze des Gst. 237/1 bis zum Gst. 214/7, sodann entlang der Süd- und der Ostgrenze dieses Grundstückes nach Norden und entlang der Ostgrenze des Gst. 214/1 und weiter das Gst. 214/4 an seiner Süd- und Ostgrenze umfahrend bis zur Mattseer Landesstraße, die hier gequert wird. Nach der Querung der Mattseer Landesstraße folgt die Grenze dem Waldrand nach Norden, wobei die Gst. 215/1, 215/4, 215/3, 216/8, 216/3, 216/2, 216/6 und 226 innerhalb des Naturschutzgebietes zu liegen kommen, und trifft 20 m nördlich der Ostecke des Gst. 226 auf die Landesgrenze zwischen Oberösterreich und Salzburg, um sodann entlang der Landesgrenze nach Westen zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

(2) Innerhalb der im Abs. 1 beschriebenen Grenzen gehören nicht zum Naturschutzgebiet:

a)

das Gebiet um den Zellhof mit den Gst. 269/1, 267/4, 254/1 KG. Mattsee sowie der an den Grabensee anschließende nördliche Teil des Gst. 254/2 KG. Mattsee und eine diesem Teil vorgelagerte 20 m breite Wasserfläche aus dem Seegrundstück 2188 KG. Berndorf, ferner die Gst. 251 und 253 sowie Teile der Gst. 252, 250, 246 und 269/2 KG. Mattsee, die wie folgt begrenzt sind: von der Nordecke des Gst. 254/1 durch eine gerade Linie nach Osten bis zum Schnittpunkt mit dem Weggrundstück 2137 und von diesem Schnittpunkt durch eine gerade Linie nach Süden bis zum Schnittpunkt mit der Mattseer Landesstraße;

b)

die Gst. 239/2, 239/3, 239/4 und 239/1 KG. Mattsee am Nordwestufer des Niedertrumer Sees.

§ 3

Text

§ 3

(1) Im Naturschutzgebiet sind alle Eingriffe in die Natur untersagt.

(2) Vom Verbot ausgenommen sind lediglich:

a)

auf den bereits meliorierten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen die Ausübung der jeweils üblichen landwirtschaftlichen Nutzung einschließlich der Anlegung von landwirtschaftlichen Bringungswegen sowie Kulturgattungsänderungen, soweit es sich nicht um Aufforstungen handelt;

b)

die forstwirtschaftliche Nutzung, soweit es sich um Streugewinnung, um Einsatz und Anwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln, um behördliche Anordnungen oder um freie Fällungen (§ 86 des Forstgesetzes 1975) handelt, wenn eine standortgemäße Mischwaldaufforstung mit einem Mindestanteil an Laubgehölz von 20 v.H. erfolgt;

c)

die bisher übliche Nutzung einschließlich notwendiger Pflegemaßnahmen und die Räumung bestehender Abzugsgräben;

d)

die notwendigen Betreuungsarbeiten an behördlich genehmigten öffentlichen Betriebsanlagen und sonstigen Einrichtungen;

e)

die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Einschränkung, daß alle Sumpfschnepfen, Wachteln und Entenarten - ausgenommen Stock- und Krickenten - sowie Birkwild nicht bejagt werden dürfen;

f)

die rechtmäßige Ausübung der Fischereiwirtschaft;

g)

der Besuch des Naturschutzgebietes auf Straßen und Wegen;

h)

das Baden durch den Grundeigentümer und dessen Familienangehörigen im bisherigen Umfang, das Baden im unmittelbaren Bereich bisher gekennzeichneter Badeplätze in Zellhof und das Baden innerhalb der gekennzeichneten und nachstehend abgegrenzten Badezone im Bereich des Bades Perwang. Das Baden durch den Grundeigentümer und dessen Familienangehörige sowie von den bisher gekennzeichneten Badeplätzen aus ist seewärts innerhalb eines Bereiches bis zu 100 m gestattet. Die Grenze der Badezone im Bereich des Seebades verläuft, ausgehend von einem bestehenden Graben im westlichen Teil des Gst. 538/3 KG. Perwang, der sich landeinwärts als Grenze zwischen den Gst. 535 und 536 KG. Perwang fortsetzt, im rechten Winkel zum Ufer 200 m seewärts, sodann etwa 200 m parallel zum Ufer nach Westen und wiederum im rechten Winkel zum Ufer bis zum südlichen Eck der Gst. 518/2 KG. Perwang. Zu den Bereichen, in welchen das Baden gestattet ist, gehören jedoch nicht die mit Schilf und Binsen bewachsenen Flächen;

i)

die Durchführung von Pflegemaßnahmen, welche von der Landesregierung selbst durchgeführt oder über deren Auftrag verwirklicht werden.

(3) Als verbotene Eingriffe im Sinne des Abs. 1 gelten insbesondere:

a)

das Befahren mit Kraftfahrzeugen außerhalb öffentlicher Verkehrsflächen und das Abstellen von Kraftfahrzeugen und Wohnwagen aller Art, ausgenommen für Zwecke der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung von Grundstücken;

b)

die Anlage von Reitwegen;

c)

das Zelten, Lagern, Errichten von Feuerstellen;

d)

jede Bodenverletzung, wie Aufschüttungen und Abtragungen, das Lagern und Stapeln von Materialien jeder Art, Sprengarbeiten, die Beseitigung oder Beschädigung von Felsen, Findlingsteinen u.dgl., Anlage von Gräben, Torfstichen, Schottergruben und Steinbrüchen u.dgl.;

e)

alle Baumaßnahmen wie auch die Errichtung von Hütten, Unterständen, Sichtschutzwänden, Zäunen und Einfriedungen jeder Art, Tischen, Sitz- und Liegegelegenheiten u.dgl.;

f)

die Errichtung von Boots- und Badestegen, die Einbringung und Benützung von Booten jeder Art und Schwimmflößen, ausgenommen Ruderboote, Schlauchboote und Schwimmhilfen innerhalb der Bereiche, in welchen gemäß Abs. 2 lit. h das Baden gestattet ist, sowie höchstens zwei Elektroboote zur Benützung durch die Wasserrettung;

g)

jede Veränderung des natürlichen Ufers, wie die Anlage von Ufermauern, Uferbefestigungen, Einbringung von Trittplatten, Sand, Kies u.dgl.;

h)

jede Beeinträchtigung oder Beschädigung der Pflanzenwelt außerhalb der forstwirtschaftlichen Nutzung - das ist die Fällung von Baumgruppen und Einzelbäumen außerhalb des geschlossenen Waldes; die Beseitigung von Gebüsch, Latschen und Hecken, das Abreißen von Ästen, die Beseitigung von Schilf und Binsen sowie das Pflücken und Ausgraben von Pflanzen; die Durchführung von Drainagen, Meliorationen;

i)

die Anlage künstlicher Teiche oder Wasserläufe;

j)

jede Veränderung des ortsgemäßen Pflanzenbestandes;

k)

jegliches nicht unter Abs. 2 lit. h fallendes Baden;

l)

jede Beunruhigung des Wildes und jede Störung der Kleintierwelt;

m)

jede Verunreinigung, das Ablagern von Abfällen, Müll und Schutt jeder Form außerhalb von Müllablagerungsstätten (§ 19 des Salzburger Müllabfuhrgesetzes 1974);

n)

die Erregung von ungebührlichem Lärm und Unfug, der Betrieb von Kofferradios u. dgl.;

o)

die Errichtung von Energiefreileitungen oder sonstigen Drahtleitungen, die Einbringung von Leitungen unter der Erdoberfläche zur Versorgung mit Wasser, Gas, elektrischer Energie oder zur Ableitung von Wasser und Abwässern;

p)

unbeschadet der Kennzeichnung nach § 5 jede Anbringung von Werbe- und Inschrifttafeln oder sonstigen Schildern.

§ 4

Text

§ 4

Die Landesregierung kann auf Ansuchen im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des § 3 bewilligen, soweit der Eingriff dem beabsichtigten Zweck der Schutzmaßnahmen nicht widerspricht.

§ 5

Text

§ 5

Die Kennzeichnung des Naturschutzgebietes erfolgt durch Tafeln, die auf grünem Farbgrund die Aufschrift "Trumerseen-Naturschutzgebiet" und das Salzburger Landeswappen tragen. Weitere Hinweise sind zulässig.

§ 6

Text

§ 6

Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des § 3 oder der gemäß § 4 erlassenen Bescheide sowie die Beschädigung oder Entfernung der Kennzeichen des Naturschutzgebietes werden als Verwaltungsübertretung gemäß § 61 des Salzburger Naturschutzgesetzes 1999 bestraft.

§ 7

Text

§ 7

(1) Diese Verordnung tritt mit dem Beginn des ihrer Kundmachung folgenden Monats in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt gemäß § 49 Abs. 1 des Salzburger Naturschutzgesetzes 1977 die nach dieser Bestimmung als gesetzliche Vorschrift geltende Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 20. November 1972, LGBl. Nr. 122, mit der Teile der Gemeinden Berndorf, Mattsee und Seeham, politischer Bezirk Salzburg-Umgebung, zum Naturschutzgebiet erklärt werden (Trumerseen-Naturschutzgebiets-Verordnung), in der Fassung der Verordnung LGBl. Nr. 13/1975 außer Kraft.