Landesrecht konsolidiert Niederösterreich: Gesamte Rechtsvorschrift für Vereinbarung 15a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über Sozialbetreuungsberufe, Fassung vom 16.07.2024

§ 0

Langtitel

Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über Sozialbetreuungsberufe
StF: LGBl. 0822-0

Ratifikationstext

Der Landtag von Niederösterreich hat die Vereinbarung am 25. November 2004 genehmigt.

Diese Vereinbarung tritt mit 26. Juli 2005 in Kraft.

Präambel/Promulgationsklausel

Der Landeshauptmann von Niederösterreich verlautbart gemäß Artikel 44, Absatz eins, der NÖ Landesverfassung 1979, Landesgesetzblatt 0001–13:

Der Bund, vertreten durch die Bundesregierung, und die unterzeichneten Länder, jeweils vertreten durch den Landeshauptmann, - im Folgenden Vertragsparteien genannt - sind übereingekommen, gemäß Artikel 15 a, B-VG die nachstehende Vereinbarung zu schließen:

Art. 1

Text

Artikel 1

Gegenstand der Vereinbarung

  1. Absatz einsDie Vertragsparteien kommen überein, im Rahmen ihrer Zuständigkeit das Berufsbild, die Tätigkeit und die Ausbildung der Angehörigen der Sozialbetreuungsberufe nach gleichen Zielsetzungen und Grundsätzen zu regeln.
  2. Absatz 2Als Angehörige der Sozialbetreuungsberufe gelten
    1. Ziffer eins
      Diplom-Sozialbetreuer/innen
      1. Litera a
        mit dem Schwerpunkt Altenarbeit (Diplom- Sozialbetreuer/innen A),
      2. Litera b
        mit dem Schwerpunkt Familienarbeit (Diplom- Sozialbetreuer/innen F),
      3. Litera c
        mit dem Schwerpunkt Behindertenarbeit (Diplom-Sozialbetreuer/innen BA),
      4. Litera d
        mit dem Schwerpunkt Behindertenbegleitung (Diplom-Sozialbetreuer/innen BB),
    2. Ziffer 2
      Fach-Sozialbetreuer/innen
      1. Litera a
        mit dem Schwerpunkt Altenarbeit (Fach- Sozialbetreuer/innen A),
      2. Litera b
        mit dem Schwerpunkt Behindertenarbeit (Fach-Sozialbetreuer/innen BA),
      3. Litera c
        mit dem Schwerpunkt Behindertenbegleitung (Fach-Sozialbetreuer/innen BB) sowie
    3. Ziffer 3
      Heimhelfer/innen soweit in den landesrechtlichen Vorschriften vorgesehen.
  3. Absatz 3Die Anlagen 1 und 2 bilden einen integrierenden Bestandteil dieser Vereinbarung.

Art. 2

Text

Artikel 2

Berufsbild und Tätigkeitsbereiche

Die Länder verpflichten sich, im Rahmen ihrer Zuständigkeit die Berufsbilder und die Tätigkeitsbereiche der im Artikel eins, Absatz 2, Ziffer eins und 2 genannten Berufe in ihren Rechtsvorschriften nach den in der Anlage 1 festgelegten Grundsätzen zu regeln. Die Regelung des Berufes der Heimhelfer/innen ist fakultativ.

Art. 3

Text

Artikel 3

Ausbildung

  1. Absatz einsDie Länder verpflichten sich, im Rahmen ihrer Zuständigkeit die Ausbildung der Angehörigen der Sozialbetreuungsberufe in ihren Rechtsvorschriften nach einem modularen und stufenweisen System zu regeln, welches den in der Anlage 1 festgelegten Grundsätzen entspricht.
  2. Absatz 2Die Ausbildung zum/zur Pflegehelfer/in nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz bildet einen integrierenden Bestandteil der Ausbildungen zum/zur Diplom- bzw. Fach-Sozialbetreuer/in mit Schwerpunkt Alten-, Familien- oder Behindertenarbeit.
  3. Absatz 3Der Bund verpflichtet sich, in seinen Rechtsvorschriften eine gesonderte Ausbildung gemäß Anlage 2 (Ausbildungsmodul „Unterstützung bei der Basisversorgung“) vorzusehen, welche im Rahmen der Ausbildung zum/zur Diplom- bzw. Fach-Sozialbetreuer/in mit Schwerpunkt Behindertenbegleitung und im Rahmen der Ausbildung zum Heimhelfer bzw. zur Heimhelferin absolviert wird.
  4. Absatz 4Die Länder verpflichten sich, Ausbildungen und Teile von Ausbildungen, die nach dem Recht einer anderen Vertragspartei erfolgreich abgeschlossen wurden, als gleichwertig anzuerkennen, wenn sie den Grundsätzen der Anlage 1 oder einer Ausbildung in einem Gesundheits- oder Krankenpflegeberuf entsprechen.
  5. Absatz 5Die Länder verpflichten sich, in ihren Rechtsvorschriften für den Bereich der Ausbildung zum/zur Diplom-Sozialbetreuer/in Prüfungen vorzusehen, die nach Inhalt, Prüfungsform, Prüfungsdauer und Niveau als gleichwertig zu Prüfungen aus dem Fachbereich nach dem Bundesgesetz über die Berufsreifeprüfung anzusehen sind.
  6. Absatz 6Ausbildungen, deren Bildungsziel nur in der Vorbereitung einer Ausbildung gemäß Absatz eins, liegt, werden durch diese Vereinbarung nicht berührt.

Art. 4

Text

Artikel 4

Berufsberechtigung

  1. Absatz einsDie Länder verpflichten sich, in ihren Rechtsvorschriften Bestimmungen vorzusehen, wonach Personen, welche eine den Grundsätzen der Anlage 1 entsprechende Ausbildung absolviert haben, zur Ausübung der im Artikel eins, Absatz 2, genannten Berufe nach Maßgabe der Anlage 1 berechtigt sind.
  2. Absatz 2Die Länder verpflichten sich, in den Rechtsvorschriften nach Absatz eins, die Ausübung der im Artikel eins, Absatz 2, genannten Berufe auch Personen zu gestatten, die eine gleichwertige im In- oder Ausland erworbene Qualifikation nachweisen können. In diesen Bestimmungen ist auch vorzusehen, dass allfällige Qualifikationsunterschiede durch eine entsprechende Ergänzung der Ausbildung ausgeglichen werden können.
  3. Absatz 3Sind zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Vereinbarung nach landesrechtlichen Vorschriften Heimhelfer/innen zur Führung der Berufsbezeichnung Heimhelfer/in berechtigt, die über keine Qualifikation im Sinne des Absatz eins, oder 2 verfügen, hat die betreffende Vertragspartei in ihren Rechtsvorschriften sicherzustellen, dass spätestens nach Ablauf von vier Jahren nach Inkrafttreten der Vereinbarung die Ausübung der Heimhilfe nur zulässig ist, wenn durch eine entsprechende Ergänzung der Ausbildung die Qualifikationsunterschiede ausgeglichen worden sind. Für Länder, die der Vereinbarung gemäß Artikel 9, beitreten, gilt diese Frist von vier Jahren ab Wirksamwerden des Beitrittes.
  4. Absatz 4Die Vereinbarung hindert die Länder nicht daran, Regelungen zu treffen, wonach die Ausübung der in der Anlage 1 umschriebenen Tätigkeiten jenen Personen vorbehalten ist, die über eine entsprechende Qualifikation im Sinne des Absatz eins, oder 2 verfügen, soweit sie nicht in das Berufsbild eines anderen gesetzlich geregelten Berufes fallen.
  5. Absatz 5Die Länder verpflichten sich, zur Ausübung der im Artikel , Absatz 2, genannten Berufe nur Personen zuzulassen, welche die für die Erfüllung der Berufspflichten erforderliche gesundheitliche Eignung und Vertrauenswürdigkeit besitzen, und bei Verlust einer dieser Voraussetzungen die Berufsausübung zu untersagen.
  6. Absatz 6Die Länder verpflichten sich, für Personen, die einen im Artikel eins, Absatz 2, genannten Beruf ausüben, einen Mindeststandard zur Weiterbildung im Ausmaß der Anlage 1 festzulegen.

Art. 5

Text

Artikel 5

Berufsbezeichnung

Die Länder verpflichten sich, Personen, welche eine den Grundsätzen der Anlage 1 entsprechende Ausbildung absolviert haben oder eine gleichwertige Qualifikation im Sinne des Artikel 4, Absatz 2, nachweisen können, zur Führung der in Artikel eins, Absatz 2, genannten Berufsbezeichnungen zu ermächtigen.

Art. 6

Text

Artikel 6

Gegenseitige Anerkennung

Die Länder werden von einer Prüfung gemäß Artikel 4, Absatz 2, absehen, wenn bereits in einem Land das Vorliegen dieser Voraussetzungen festgestellt wurde.

Art. 7

Text

Artikel 7

Unterstützung bei der Basisversorgung einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln

Der Bund verpflichtet sich zur Erlassung der erforderlichen Regelungen, welche die Diplom- bzw. Fach-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Behindertenbegleitung sowie Heimhelfer/innen nach Absolvierung des Ausbildungsmoduls gemäß der Anlage 2 berechtigen, bestimmte unterstützende Tätigkeiten bei der Basisversorgung einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln durchzuführen.

Art. 8

Text

Artikel 8

Inkrafttreten

  1. Absatz einsDiese Vereinbarung tritt zwei Monate nach Ablauf des Tages in Kraft, an dem
    1. Ziffer eins
      in zumindest fünf Ländern die nach den Landesverfassungen erforderlichen Voraussetzungen für das Inkrafttreten erfüllt sind und beim Bundeskanzleramt die Mitteilungen darüber vorliegen sowie
    2. Ziffer 2
      die nach der Bundesverfassung erforderlichen Voraussetzungen für das Inkrafttreten erfüllt sind.
  2. Absatz 2Das Bundeskanzleramt hat den Ländern die Erfüllung der Voraussetzungen nach Absatz eins, sowie den Tag des Inkrafttretens der Vereinbarung mitzuteilen.
  3. Absatz 3Für Länder, die die Vereinbarung unterzeichnet haben, die aber erst nach dem Inkrafttreten der Vereinbarung gemäß Absatz eins, mitgeteilt haben, dass ihre verfassungsrechtlichen Voraussetzungen für das Inkrafttreten der Vereinbarung erfüllt sind, tritt diese Vereinbarung einen Monat nach dieser Mitteilung in Kraft.

Art. 9

Text

Artikel 9

Beitritt

Diese Vereinbarung steht den Ländern, die sie im Zeitpunkt ihres Inkrafttretens gemäß Artikel 8, Absatz eins, noch nicht unterzeichnet haben, zum Beitritt offen. Der Beitritt wird einen Monat nach seiner schriftlichen Mitteilung an das Bundeskanzleramt wirksam.

Art. 10

Text

Artikel 10

Durchführung

  1. Absatz einsDie Vertragsparteien verpflichten sich, die in ihre Kompetenzbereiche fallenden gesetzlichen Regelungen, die zur Durchführung dieser Vereinbarung erforderlich sind, bis spätestens zwei Jahre nach Inkrafttreten dieser Vereinbarung bzw. zwei Jahre nach Wirksamwerden ihres Beitrittes in Kraft zu setzen.
  2. Absatz 2Jede Vertragspartei wird vor der Erlassung oder Änderung von Rechtsvorschriften nach Absatz eins, den anderen Vertragsparteien Gelegenheit zur Stellungnahme geben.

Art. 11

Text

Artikel 11

Änderung

Die Vertragsparteien werden auf begründetes Ersuchen einer Vertragspartei Gespräche über eine Änderung dieser Vereinbarung führen.

Art. 12

Text

Artikel 12

Geltungsdauer, Kündigung

  1. Absatz einsDiese Vereinbarung wird auf unbestimmte Zeit geschlossen.
  2. Absatz 2Sie kann von jeder Vertragspartei durch schriftliche Mitteilung gekündigt werden. Diese wird ein Jahr nach Ablauf des Tages, an dem sie beim Bundeskanzleramt einlangt, wirksam. Für die übrigen Vertragsparteien bleibt die Vereinbarung jedoch weiterhin in Kraft.

Art. 13

Text

Artikel 13

Hinterlegung

Diese Vereinbarung wird in einer Urschrift ausgefertigt. Die Urschrift wird beim Bundeskanzleramt hinterlegt. Dieses hat den Ländern als gegenbeteiligten Vertragspartnern beglaubigte Abschriften der Vereinbarung zu übermitteln.

Anl. 1

Text

ANLAGE 1

Ausbildung und Tätigkeitsbereiche der Sozialbetreuungsberufe

  1. Ziffer eins
    Grundsätzliches – Allgemeine Bestimmungen:
    Sozialbetreuungs-Berufe sind gegliedert in 3 Qualifikationsniveaus:
    1. Ziffer eins
      Helfer/innen-Niveau:
      Heimhelfer/innen mit 200 UE Theorie + 200 h Praxis
    2. Ziffer 2
      Fachniveau:
      Fach-Sozialbetreuer/innen mit 1.200 UE Theorie + 1.200 h Praxis
    3. Ziffer 3
      Diplomniveau:
      Diplom-Sozialbetreuer/innen mit 1.800 UE Theorie + 1.800 h Praxis
    Auf Fach- und Diplomniveau gibt es im Hinblick auf unterschiedliche Zielgruppen und Arbeitsschwerpunkte folgende Spezialisierungen:
    1. Ziffer eins
      Altenarbeit (“A”)
    2. Ziffer 2
      Familienarbeit (nur auf Diplomniveau) (“F”)
    3. Ziffer 3
      Behindertenarbeit (“BA”)
    4. Ziffer 4
      Behindertenbegleitung (“BB”)
    Sozialbetreuer/innen mit den Ausbildungsschwerpunkten A, BA und F verfügen neben Kompetenzen der Sozialbetreuung auch über die Qualifikation als Pflegehelfer/in gemäß GuKG, jene mit Ausbildungsschwerpunkt BB sowie Heimhelfer/innen über die Berechtigung zur Ausübung von Unterstützung bei der Basisversorgung einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln.
    Die Erhebung und Feststellung des Pflege- und Betreuungsbedarfes ist in der Hauskrankenpflege ausschließlich von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege vorzunehmen. Ihnen obliegt die Entscheidung und Verantwortung für den kompetenzgerechten Einsatz der jeweiligen Berufsgruppen. Die Funktion der Pflegedienstleitung ist Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege mit Sonderausbildung für Führungsaufgaben vorbehalten. Das Bundespflegegeldgesetz und die Landespflegegeldgesetze sowie die dazu ergangenen Verordnungen werden von dieser Regelung nicht berührt.
  2. Ziffer 2
    Heimhelfer/in
    Der/die Heimhelfer/in unterstützt betreuungsbedürftige Menschen, das sind Personen aller Altersstufen, die durch Alter, gesundheitliche Beeinträchtigung oder schwierige soziale Umstände nicht in der Lage sind, sich selbst zu versorgen, bei der Haushaltsführung und den Aktivitäten des täglichen Lebens im Sinne der Unterstützung von Eigenaktivitäten und der Hilfe zur Selbsthilfe. Dies sind insbesondere Personen, die aber dennoch in ihrer Wohnung bzw. betreuten Wohneinheit oder Wohngemeinschaft bleiben möchten. Als wichtiges Bindeglied zwischen dem Klienten/der Klientin, dessen/deren sozialem Umfeld und allen anderen Bezugspersonen arbeitet der Heimhelfer/die Heimhelferin im Team mit der Hauskrankenpflege und den Angehörigen der Mobilen Betreuungsdienste.
    Im Rahmen der Betreuungsplanung führt der/die Heimhelfer/in Aufgaben im hauswirtschaftlichen Bereich eigenverantwortlich auf Anordnung von Klienten/innen und Angehörigen der Sozial- und Gesundheitsberufe, die Tätigkeiten der Basisversorgung ausschließlich unter Anleitung und Aufsicht von Angehörigen der Gesundheitsberufe durch.
    Der Beruf der Heimhelfer/innen darf ausschließlich im Rahmen einer Einrichtung ausgeübt werden, deren Rechtsträger der Verantwortung des Berufes entsprechende Qualitätssicherungsmaßnahmen vorzunehmen hat. Eine freiberufliche Ausübung der Heimhilfe ist nicht vorgesehen.
    Mindestalter für die Tätigkeit als Heimhelfer/in: 18Jahre
  3. 2 Punkt eins
    Aufgaben:
    • Strichaufzählung
      Hauswirtschaftliche Tätigkeiten (insbesondere für Sauberkeit und Ordnung in der unmittelbaren Umgebung des Klienten/der Klientin sorgen)
    • Strichaufzählung
      Beheizen der Wohnung, Beschaffen des Brennmaterials
    • Strichaufzählung
      Unterstützung bei Besorgungen außerhalb des Wohnbereiches (Einkauf, Post, Behörden, Apotheke, u.a.)
    • Strichaufzählung
      Unterstützung bei der Zubereitung und Einnahme von Mahlzeiten
    • Strichaufzählung
      Einfache Aktivierung (z. B. Anregung zur Beschäftigung)
    • Strichaufzählung
      Förderung von Kontakten im sozialen Umfeld
    • Strichaufzählung
      Hygienische Maßnahmen (z. B. Wäschegebarung)
    • Strichaufzählung
      Beobachtung des Allgemeinzustandes und rechtzeitiges Herbeiholen von Unterstützung durch andere Berufsgruppen
    • Strichaufzählung
      Unterstützung von Pflegepersonen
    • Strichaufzählung
      Dokumentation
    • Strichaufzählung
      Unterstützung bei der Basisversorgung einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln (Anlage 2)
  4. 2 Punkt 2
    Ausbildung:
    Die Ausbildung zur/zum Heimhelfer/in erfolgt in Kursen und umfasst 200 UE Unterricht und 200 h Praktika.
    Inhalte der Ausbildung:

Dokumentation

4 UE

Ethik und Berufskunde

8 UE

Erste Hilfe

20 UE

Grundzüge der angewandten Hygiene

6 UE

Grundpflege und Beobachtung

60 UE

Grundzüge der Pharmakologie

20 UE

Grundzüge der angewandten Ernährungslehre und Diätkunde


8 UE

Grundzüge der Ergonomie und Mobilisation


20 UE

Haushaltsführung

12 UE

Grundzüge der Gerontologie

10 UE

Grundzüge der Kommunikation und Konfliktbewältigung


26 UE

Grundzüge der Sozialen Sicherheit

6 UE

Die praktische Ausbildung hat 200 Stunden zu umfassen und beinhaltet die Praktikumsvorbereitung und Praktikumsreflexion. Davon sind 120 Stunden im ambulanten Bereich und 80 Stunden im (teil-) stationären Bereich zu absolvieren. In diesen Inhalten der Ausbildung ist das Ausbildungsmodul „Unterstützung bei der Basisversorgung“ inkludiert.
  1. 2 Punkt 3
    Fort- und Weiterbildung:
    Heimhelfer/Heimhelferinnen sind verpflichtet, im Zeitraum von 2 Jahren mindestens 16 Stunden an Fortbildung zu absolvieren.
  2. Ziffer 3
    Fach-Sozialbetreuer/in
    Fach-Sozialbetreuer/innen verfügen neben einer breiten spartenübergreifenden Grundausbildung über zumindest einen der folgenden Schwerpunkte:
    Altenarbeit (“A”)
    Behindertenarbeit (“BA”)
    Behindertenbegleitung (“BB”)
    Fach-Sozialbetreuer/innen mit den Spezialisierungen A und BA verfügen auch über eine Qualifikation als Pflegehelfer/in gemäß GuKG.
    Mindestalter für die Tätigkeit als Fach-Sozialbetreuer/in: 19 Jahre
  3. 3 Punkt eins
    Aufgaben von Fach-Sozialbeteuer/innen
    Fach-Sozialbetreuer/innen sind ausgebildete Fachkräfte für die Mitgestaltung der Lebenswelt von Menschen, die aufgrund von Alter, Behinderung oder einer anderen schwierigen Lebenslage in ihrer Lebensgestaltung benachteiligt sind. Sie verfügen über umfängliches Wissen um die vielfältigen Aspekte eines Lebens mit Benachteiligung und können eine breite Palette an Möglichkeiten der Begleitung, Unterstützung und Hilfe realisieren, und zwar in allen Fragen der Daseinsgestaltung, von Alltagsbewältigung bis hin zu Sinnfindung.
    Das Besondere dieses Berufes besteht nicht in hoher Spezialisierung auf eng umrissene Felder oder in Konzentration auf Pflege, sondern in der Bündelung all jener Kompetenzen, die für eine umfassende, lebensweltorientierte Begleitung in den unmittelbaren Lebensbereichen der betreffenden Menschen erforderlich sind.
    Fach-Sozialbetreuer/innen erfassen die spezifische Lebenssituation älterer oder behinderter bzw. benachteiligter Menschen ganzheitlich und entsprechen den individuellen Bedürfnissen durch gezielte Maßnahmen. Sie leisten dadurch einen Beitrag zur Erhöhung und/oder Erhaltung ihrer Lebensqualität, unterstützen die Gestaltung eines für sie lebenswerten sozialen Umfeldes und leisten damit einen Beitrag zu einem Leben in Würde.
    Fach-Sozialbetreuer/innen arbeiten mit allen Bezugspersonen der unterstützungsbedürftigen Menschen und mit allen betreuenden Stellen zusammen, besonders aber – je nach Bedarf – mit Expert/inn/en aus den Bereichen Therapie, Medizin, Recht, Gesundheits- und Krankenpflege usw.
    In ihrem beruflichen Selbstverständnis sind Fach-Sozialbetreuer/innen den heute allgemein anerkannten und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Grundsätzen der sozialen Betreuung verpflichtet: Normalisierung der Lebensbedingungen, Integration und Selbstbestimmung.
  4. 3 Punkt eins Punkt eins
    Fach-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Altenarbeit (A)
    Der Aufgaben- und Tätigkeitsbereich gliedert sich in einen eigenverantwortlichen Bereich und einen Bereich, der die pflegerischen Befugnisse nach GuKG, die die Fach-Sozialbetreuer/innen – Altenarbeit aufgrund ihrer Pflegehilfe-Ausbildung haben, betrifft.
    Der eigenverantwortliche Bereich besteht in der möglichst umfassenden Begleitung, Unterstützung und Betreuung älterer Menschen, einzeln oder in Gruppen, abgestimmt auf ihren Bedarf, gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse.
    • Strichaufzählung
      Präventive, unterstützende, aktivierende, reaktivierende, beratende, organisatorische und administrative Maßnahmen zur täglichen Lebensbewältigung
    • Strichaufzählung
      Eingehen auf körperliche, seelische, soziale und geistige Bedürfnisse und Ressourcen
    • Strichaufzählung
      Hilfen zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten für ein möglichst selbstständiges und eigenverantwortliches Leben im Alter
    • Strichaufzählung
      Individuelle Begleitung bei der Sinnfindung und Neuorientierung in der Lebensphase Alter
    • Strichaufzählung
      Unterstützung bei der psychosozialen Bewältigung von Krisensituationen
    • Strichaufzählung
      Entlastung, Begleitung und Anleitung von Angehörigen und Laienhelfer/innen
    • Strichaufzählung
      Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen
  5. 3 Punkt eins Punkt 2
    Fach-Sozialbetreuer/innen mit den Schwerpunkten Behindertenarbeit (BA) und Behindertenbegleitung (BB)
    Fach-Sozialbetreuer/innen mit den Schwerpunkten BA und BB üben ihre Tätigkeit in den zentralen Lebensfeldern von behinderten Menschen, wie Wohnen, Arbeit/Beschäftigung, Freizeit und Bildung, aus.
    Die konkreten Tätigkeiten bestehen in Maßnahmen der Anleitung, Anregung, Beratung, Assistenz, Förderung und erforderlichenfalls der Intervention. Bei Bedarf übernehmen Fach-Sozialbetreuer/innen eine weitergehende oder gänzliche stellvertretende Durchführung von Verrichtungen.
    Sie verfügen in folgenden Bereichen über spezifische Kompetenzen:
    Soziale Bedürfnisse: Unterstützung bei Kontakten zu anderen Menschen, Förderung der Teilnahme am sozialen Leben sowie Begleitung in Fragen der Partnerschaft und Sexualität
    Beschäftigung/Arbeit: Interessensabklärung, Förderung und Training
    Freizeit: Freizeitgestaltung, Entspannung und Erholung, Hobbys, Feste und Feiern
    Bildung - Persönlichkeitsentfaltung: Einsatz musisch- kreativer Mittel und Bewegung. Förderung von Wahrnehmung, Kreativität, Sinnesschulung und ästhetischer Bildung.
    Kritische Lebensereignisse: Begleitung bei Krankheit, Trauer, Tod (z. B. von Angehörigen) mit dem Ziel der Sinnstiftung, Sterbebegleitung.
    Pflegerische Aufgaben nehmen Fach-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Behindertenarbeit (BA) entsprechend ihrer Qualifikation als Pflegehelfer/innen gem. GuKG wahr. Fach-Sozialbetreuer /innen mit Schwerpunkt Behindertenbegleitung (BB) leisten Unterstützung bei der Basisversorgung einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln.
    Anstelle des pflegerischen Anteils im Qualifikationsprofil stehen bei Fach-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Behindertenbegleitung verstärkt und vertieft Kompetenzen der Beratung, Begleitung und Assistenz.
    In jenen Bereichen, für deren eigenverantwortliche Durchführung Diplom-Sozialbetreuer/innen kompetent sind, leisten sie Unterstützung und führen Teilaufgaben aus.
  6. 3 Punkt 2
    Ausbildung von Fach-Sozialbetreuer/inne/n
    Um als “Fach-Sozialbetreuer/in” beruflich tätig sein zu können, muss eine den unten stehenden Kriterien entsprechende Ausbildung absolviert werden, entweder durch Absolvierung eines entsprechenden Ausbildungsganges an einer dazu ermächtigten Bildungseinrichtung oder durch die Absolvierung der einzelnen Module in verschiedenen Ausbildungsangeboten.
    Die Pflegehilfe-Ausbildung bildet einen integralen Bestandteil. Davon ausgenommen ist der Ausbildungsschwerpunkt “Behindertenbegleitung”, bei welchem nur die Inhalte des Moduls “Unterstützung bei der Basisversorgung” gemäß GuKG (Anlage 2) abgedeckt werden.
    Die Ausbildung umfasst in Summe 1.200 h Theorie (Heimhilfe-Ausbildung miteingerechnet), die auf mindestens 2 Ausbildungsjahre aufzuteilen sind.
    Module für alle Ausbildungsschwerpunkte:
    1. Ziffer eins
      Persönlichkeitsbildung … 220 UE
      (Schwerpunkt BB: 340 UE)
      Das Modul beinhaltet u.a.: Supervision, musisch- kreative Bildung, Kommunikation/ Konfliktbewältigung, Bewegung und Körpererfahrung; Die Inhalte müssen in einem einschlägigen Kontext zur Sozialbetreuung stehen. Das Modul deckt 100 h der Pflegehilfe-Ausbildung ab.
    2. Ziffer 2
      Sozialbetreuung / allgemein … 200 UE
      Das Modul umfasst: Berufskunde und Berufsethik, Methodik, Rehabilitation und Mobilisation, Gerontologie; es deckt 170 h der Pflegehilfe-Ausbildung ab.
    3. Ziffer 3
      Humanwissenschaftliche Grundbildung ... 80 UE
      Das Modul beinhaltet Einführung in Pädagogik, Psychologie und Soziologie. Es deckt 30 h der Pflegehilfe-Ausbildung ab.
    4. Ziffer 4
      Politische Bildung und Recht … 40 UE
      (Schwerpunkt BB: 80 UE)
      Das Modul deckt 30 h der Pflegehilfe-Ausbildung ab.
    5. Ziffer 5
      Medizin und Pflege ... 480 UE
      (Schwerpunkt BB: 120 UE)
      Das Modul beinhaltet alle medizinisch-pflegerischen Gegenstände der Pflegehilfe-Ausbildung; in Ausbildungsschwerpunkt BB werden die Inhalte des Moduls “Unterstützung bei der Basisversorgung” abgedeckt.
    6. Ziffer 6
      Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung ... 20 UE
    7. Ziffer 7
      Haushalt, Ernährung, Diät … 80 UE
      Das Modul deckt 25 h der Pflegehilfe-Ausbildung ab.
    Ausbildungsschwerpunkt-spezifische Module:
    1. Ziffer 8
      Sozialbetreuung / A / F / BA / ... 80 UE
      (Schwerpunkt BB: 280 UE)
      Praktikum: muss im Ausmaß von 1.200 h geleistet werden.
  7. 3 Punkt 3
    Fort- und Weiterbildung von Fach-Sozialbetreuer/inne/n
    Fach-Sozialbetreuer/innen sind verpflichtet, im Zeitraum von 2 Jahren mindestens 32Stunden an Fortbildung zu absolvieren.
  8. Ziffer 4
    Diplom-Sozialbetreuer/in
    Diplom-Sozialbetreuer/innen verfügen über zumindest eine der folgenden Spezialisierungen:
    Altenarbeit (“A”)
    Familienarbeit (“F”)
    Behindertenarbeit (“BA”)
    Behindertenbegleitung (“BB”)
    Mindestalter für die Tätigkeit als Diplom-Sozialbetreuer/in: 20 Jahre
  9. 4 Punkt eins
    Aufgaben von Diplom-Sozialbetreuer/inne/n:
    Diplom-Sozialbetreuer/innen üben sämtliche Tätigkeiten aus, die auch von Fach-Sozialbetreuer/innen ausgeführt werden, können dies aber auf Basis ihrer vertieften, wissenschaftlich fundierten Ausbildung und den bei der Verfassung einer Diplomarbeit erworbenen Kompetenzen mit höherer Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit.
    Diplom-Sozialbetreuer/innen nehmen über die unmittelbaren Betreuungsaufgaben hinausgehend konzeptive und planerische Aufgaben betreffend die Gestaltung der Betreuungsarbeit wahr.
    Diplom-Sozialbetreuer/innen verfügen über Kompetenzen der Koordination und der fachlichen Anleitung von Mitarbeiter/inne/n und Helfer/inne/n in Fragen der Sozialbetreuung.
    Diplom-Sozialbetreuer/innen wirken mit an der fachlichen Weiterentwicklung des Dienstleistungsangebotes der eigenen Organisation oder Einrichtung und führen Maßnahmen und Prozesse der Qualitätsentwicklung durch, wie z. B. Reflexion und Evaluation mit Hilfe anerkannter Verfahren und Instrumente.
  10. 4 Punkt eins Punkt eins
    Diplom-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Altenarbeit (A) :
    Diplom-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Altenarbeit entwickeln auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Konzepte und Projekte, führen sie eigenverantwortlich durch und evaluieren sie.
    Sie sind insbesondere für folgende Maßnahmen kompetent – erforderlichenfalls in Zusammenarbeit mit entsprechenden Fachleuten (z. B. Ärzt/inn/en, Psychotherapeut/inn/en, Physiotherapeut/inn/en):
    Altersgerechte Umgestaltung der Wohnumgebung inkl. Beratung über und Besorgung von entsprechenden Hilfsmitteln und Behelfen sowie Organisation der dafür nötigen Behörden- bzw. Versicherungswege.
    Spezielle Animationsprogramme für Kleingruppen und Einzelpersonen zur Förderung motorischer Fähigkeiten durch Bewegungsübungen.
    Spezielle Animationsprogramme zur Förderung der Hirnleistungsfähigkeit.
    Anregung von Kommunikationsprozessen in Kleingruppen und für Einzelne zur Verbesserung des sozialen Klimas unter den Bewohnern und zu den Pflegepersonen.
    Erarbeitung von Strategien im Fall akuter Krisensituationen, wie z. B. bei Tod von Angehörigen oder Mitbewohnern, Depression und Suizidgefährdung, Verwirrung und Desorientierung, Suchtproblematik.
    Methodische Kompetenzen bestehen vor allem hinsichtlich Validation, Kinästhetik, Biografiearbeit.
  11. 4 Punkt eins Punkt 2
    Diplom-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Familienarbeit (F):
    Diplom-Sozialbetreuer/innen – Familienarbeit arbeiten im Rahmen von mobilen Diensten und üben ihre Tätigkeit im Privatbereich der Familie oder familienähnlicher Lebensformen aus. Die Betreuung erfolgt mit dem Ziel, den gewohnten Lebensrhythmus aufrecht zu erhalten und die Familie/familienähnliche Gemeinschaft dabei zu unterstützen, ihre schwierige Lebenssituation zu überwinden.
    Schwierige Lebenssituationen sind insbesondere:
    • Strichaufzählung
      Erkrankung eines Elternteils, eines Kindes oder eines anderen in der Familie bzw. im familienähnlichen Verband lebenden Angehörigen,
    • Strichaufzählung
      Psychische Krisensituationen, wie Trennung, Scheidung, Tod von Angehörigen.
      Überforderung, Überlastung oder Ausfall der Betreuungsperson.
    Diplom-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Familienarbeit verfügen über die Pflegehilfe-Qualifikation und üben die entsprechenden Tätigkeiten aus.
    Die Aufgaben im Detail:
    • Strichaufzählung
      Planung und Organisation des Alltags (Zeitplan, Haushaltskassa, Familienorganisation, gesunde Lebensführung)
    • Strichaufzählung
      Haushaltsorganisation und -führung (z. B. Wohnungspflege, Wäschepflege, Zubereitung von Mahlzeiten bzw. Diätkost im Tagesablauf auch für Säuglinge und Kleinkinder)
    • Strichaufzählung
      Altersspezifische Betreuung der Kinder und Jugendlichen, Spiel-Lernanimation sowie Hausaufgabenbegleitung
    • Strichaufzählung
      Anleitung, Beratung und Unterstützung der Betreuungsperson(en) von Familienangehörigen
    • Strichaufzählung
      Mitbetreuung von älteren, kranken oder behinderten Familienmitgliedern
    • Strichaufzählung
      Begleitung und Unterstützung bei der Bewältigung von Krisensituationen
    • Strichaufzählung
      Beratung, Begleitung und Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Sozial- und Gesundheitseinrichtungen sowie öffentlichen Stellen, Ämtern und Behörden
    • Strichaufzählung
      Zusammenarbeit mit dem Betreuungsteam und mit Einrichtungen der öffentlichen und freien Wohlfahrt im sozialen Umfeld (Teilnahme an Helferkonferenzen und Vernetzungsgesprächen)
  12. 4 Punkt eins Punkt 3
    Diplom-Sozialbetreuer/innen mit den Schwerpunkten Behindertenarbeit (BA) und Behindertenbegleitung (BB):
    Sie entwickeln auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Konzepte und Projekte, führen diese eigenverantwortlich durch und evaluieren sie.
    Sie sind insbesondere für folgende Maßnahmen kompetent:
    • Strichaufzählung
      Eigenverantwortliche Durchführung der “Personenzentrierten Lebensplanung”
    • Strichaufzählung
      Eigenverantwortliche Anwendung der aktuell anerkannten und wissenschaftlich fundierten Konzepte und Methoden der Basalen Pädagogik, wie z. B. Basale Stimulation, Basale Kommunikation, Basale Aktivierung.
    • Strichaufzählung
      Eigenverantwortliche Anwendung unterstützender, erweiternder und alternativer Kommunikationsmittel (z. B. Gebärden und Symbole) unter Einsatz elektronischer Hilfsmittel.
    Pflegerische Aufgaben nehmen Diplom-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Behindertenarbeit entsprechend ihrer Qualifikation als Pflegehelfer/innen gemäß GuKG wahr. Diplom-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Behindertenbegleitung leisten Unterstützung bei der Basisversorgung (Modul laut Anlage 2).
    Anstelle des pflegerischen Anteils im Qualifikationsprofil stehen bei Diplom-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Behindertenbegleitung verstärkt und vertieft Kompetenzen der Beratung, Begleitung und Assistenz. Sie realisieren bzw. koordinieren insbesondere auch Maßnahmen und Projekte der Integration in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Freizeit und Bildung.
  13. 4 Punkt 2
    Ausbildung von Diplom-Sozialbetreuer/inne/n:
    Um als “Diplom-Sozialbetreuer/in” beruflich tätig sein zu können, muss eine den unten stehenden Kriterien entsprechende Ausbildung absolviert werden, entweder durch Absolvierung eines entsprechenden Ausbildungsganges an einer dazu ermächtigten Bildungseinrichtung oder durch die Absolvierung der einzelnen Module in verschiedenen Ausbildungsangeboten.
    Betreffend die Pflegehilfe-Qualifikation bzw. das Modul “Unterstützung bei der Basisversorgung” (Anlage 2) finden sämtliche Bestimmungen Anwendung, die bereits für Fach-Sozialbetreuer/innen gelten.
    Die Ausbildung umfasst in Summe 1.800 UE Theorie (Heimhilfe-Ausbildung und Sozialbetreuer/innen- Ausbildung mit eingerechnet), die auf mindestens 3Ausbildungsjahre aufzuteilen sind.
    Module für alle Ausbildungsschwerpunkte:
    1. Ziffer eins
      Persönlichkeitsbildung ... 340 UE (Schwerpunkt BB: 460 UE)
      Aufbauend auf den Inhalten der Fachausbildung, erfolgt in der Diplomausbildung eine Vertiefung und Erweiterung.
    2. Ziffer 2
      Sozialbetreuung / allgemein … 200 UE
      Dieses Modul wird bereits auf Fachniveau abgeschlossen.
    3. Ziffer 3
      Humanwissenschaftliche Grundbildung … 200 UE
      Aufbauend auf den Inhalten der Fachausbildung, erfolgt in der Diplomausbildung eine Vertiefung und Erweiterung.
    4. Ziffer 4
      Politische Bildung und Recht … 80 UE (Schwerpunkt BB: 120 UE)
      Aufbauend auf den Inhalten der Fachausbildung, erfolgt in der Diplomausbildung eine Vertiefung und Erweiterung.
    5. Ziffer 5
      Medizin und Pflege … 480 UE (Schwerpunkt BB: 120 UE)
      Dieses Modul wird bereits auf Fachniveau abgeschlossen.
    6. Ziffer 6
      Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung … 20 UE
      Dieses Modul wird bereits auf Fachniveau abgeschlossen.
    7. Ziffer 7
      Haushalt, Ernährung, Diät … 80 UE
      Dieses Modul wird bereits auf Fachniveau abgeschlossen.
    8. Ziffer 8
      Management und Organisation … 80 UE
      Ausbildungsschwerpunkt-spezifische Module:
    9. Ziffer 9
      Sozialbetreuung / A / F / BA / ... 320 UE (Schwerpunkt BB: 520 UE)
      Praktikum: muss im Ausmaß von 1.800 Stunden geleistet werden.
  14. 4 Punkt 3
    Abschluss der Ausbildung von Diplom-Sozialbetreuer/inne/n:
    Als Abschluss der Ausbildung ist eine fünfstündige schriftliche Klausurarbeit über ein Thema aus dem Berufsfeld des Prüfungskandidaten (einschließlich des fachlichen Umfeldes) und eine diesbezügliche mündliche Prüfung mit dem Ziel einer Auseinandersetzung auf höherem Niveau vorzusehen.
  15. 4 Punkt 4
    Fort- und Weiterbildung von Diplom-Sozialbetreuer/inne/n:
    Diplom-Sozialbetreuer/innen sind verpflichtet, im Zeitraum von 2 Jahren mindestens 32 Stunden an Fortbildung zu absolvieren.

Anl. 2

Text

ANLAGE 2

Ausbildungsmodul “Unterstützung bei der Basisversorgung”

  1. Ziffer eins
    Allgemeines
    Der Entwurf der Vereinbarung gemäß Artikel 15 a, B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über Sozialbetreuungsberufe enthält in Artikel 3, Absatz 3 und Artikel 7, eine Verpflichtung des Bundes zur Schaffung von Regelungen eines Ausbildungsmoduls “Unterstützung bei der Basisversorgung“. Dieses Ausbildungsmodul soll im Rahmen der Ausbildung von Fach-Sozialbetreuer/innen und Diplom- Sozialbetreuer/innen der Ausbildungsrichtung Behindertenbegleitung sowie von Heimhelfer/innen absolviert werden. Die Regelungen fallen in den Kompetenzbereich des Bundes (Artikel 10, Absatz eins, Ziffer 12, B-VG – Gesundheitswesen).
    Durch das Ausbildungsmodul „Unterstützung bei der Basisversorgung“ soll Angehörigen dieser Sozialbetreuungsberufe ein pflegerisches Grundwissen vermittelt werden, welches die Einräumung von einzelnen Befugnissen rechtfertigt, die derzeit nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz den Angehörigen der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe vorbehalten sind. Diese Befugnisse bedürfen einer Anpassung im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz.
    Da die Verabreichung von Arzneimitteln eine ärztliche Tätigkeit ist, fällt die in diesem Ausbildungsmodul vorgesehene “unterstützende Mitwirkung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln” in den Bereich des Ärzterechts. Allfällige erforderliche Anpassungen sind daher im Ärztegesetz 1998 zu treffen.
  2. Ziffer 2
    Ausbildung gemäß Artikel 3 Absatz 3,
    Die für das Modul relevanten Ausbildungsinhalte wurden dem Curriculum für Pflegehilfe entnommen und unterscheiden sich bezüglich der Anzahl der Unterrichtseinheiten nur in dem Fach Medikamentenlehre, das im Gegensatz zur Pflegehilfeausbildung nur 20 statt 30 Stunden umfasst. Begründet wird dies mit der Tatsache, dass für die angeführten Berufsgruppen nur eine unterstützende Mitwirkung bei der oralen Verabreichung von Arzneimitteln vorgesehen ist und keine Durchführung von Insulininjektionen.
    Die Ausbildung umfasst insgesamt 100 Unterichtseinheiten (UE) Theorie, die sich wie folgt zusammensetzen:
    Sich pflegen 20 UE
    • Strichaufzählung
      Körperpflege
    • Strichaufzählung
      Unterstützung bei der Körperpflege
    • Strichaufzählung
      Haarwäsche und -pflege
    • Strichaufzählung
      Zahnpflege
    • Strichaufzählung
      Pediküre und Maniküre
    • Strichaufzählung
      Beobachtung der Haut
    • Strichaufzählung
      Pflegeutensilien und Hilfsmittel
    Essen und Trinken 15 UE
    • Strichaufzählung
      Beobachtung – Ernährungszustand
    • Strichaufzählung
      Beobachtung – Verdauungsstörungen
    • Strichaufzählung
      Beobachtung – Schluckstörungen
    • Strichaufzählung
      Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
    • Strichaufzählung
      Flüssigkeitsbilanz
    • Strichaufzählung
      Verabreichung von Arzneimitteln
    Ausscheiden 20 UE
    • Strichaufzählung
      Bedeutung
    • Strichaufzählung
      Beobachtung der Urinausscheidung
    • Strichaufzählung
      Beobachtung der Stuhlausscheidung
    • Strichaufzählung
      Obstipation
    • Strichaufzählung
      Erbrechen
    • Strichaufzählung
      Anwendung von Inkontinenzhilfsmitteln
    Sich kleiden 5 UE
    • Strichaufzählung
      Umgang mit der Kleidung
    • Strichaufzählung
      Hilfestellung bei der Auswahl der Kleidung
    • Strichaufzählung
      Hilfsmittel zum Ankleiden
    • Strichaufzählung
      Methoden und Techniken zum An- und Auskleiden
    Sich bewegen 20 UE
    • Strichaufzählung
      Bedeutung der Bewegung
    • Strichaufzählung
      Beobachtung – Körperhaltung etc.
    • Strichaufzählung
      Risikofaktoren
    • Strichaufzählung
      Prophylaxen – Dekubitus, Thrombose, Kontraktur
    • Strichaufzählung
      Unterstützung bei der Bewegung
    Medikamentenlehre 20 UE
    • Strichaufzählung
      Inhalte konform mit der Pflegehilfeausbildung
    • Strichaufzählung
      exklusive der Insulininjektionen
      Das Praktikum umfasst 40 Stunden und muss in einer Behindertenbetreuungseinrichtung oder einem Pflegeheim unter Anleitung und Aufsicht einer diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegeperson absolviert werden.
  3. Ziffer 3
    Tätigkeiten
    Die erfolgreiche Absolvierung des Ausbildungsmoduls “Unterstützung bei der Basisversorgung” berechtigt zur Durchführung nachstehender Tätigkeiten:
    1. Ziffer eins
      Unterstützung bei der Körperpflege
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Aufstehen aus dem Bett
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Waschen
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Duschen
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Baden in der Badewanne
    • Strichaufzählung
      Assistenz bei der Zahnpflege
    • Strichaufzählung
      Assistenz bei der Haarpflege
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Rasieren
    • Strichaufzählung
      Erkennen von Veränderungen des Allgemeinzustandes oder der Haut und sofortige Meldung an den zuständigen Arzt/die zuständige Ärztin oder an die/den zuständige/n Angehörige/n des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege
  4. Ziffer 2
    Unterstützung beim An- und Auskleiden
    • Strichaufzählung
      Assistenz bei der Auswahl der Kleidung
    • Strichaufzählung
      Bereitlegen der Kleidung
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Anziehen bzw. Ausziehen von
      • Strichaufzählung
        Kleidungsstücken
      • Strichaufzählung
        Strümpfen, Strumpfhosen, Socken etc.
      • Strichaufzählung
        Stützstrümpfen
  5. Ziffer 3
    Unterstützung bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme
    • Strichaufzählung
      Zubereiten und Vorbereiten von Mahlzeiten wie
      • Strichaufzählung
        Wärmen von Tiefkühlkost
      • Strichaufzählung
        Portionieren und eventuell Zerkleinern der Speisen
      • Strichaufzählung
        Herrichten von Zwischenmahlzeiten etc.
    • Strichaufzählung
      Beachtung von Diätvorschriften
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Essen
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Trinken
    • Strichaufzählung
      Achten auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr
    • Strichaufzählung
      Erkennen von Essstörungen, Schluckstörungen, nicht ausreichender Flüssigkeitsaufnahme und sofortige Meldung an den zuständigen Arzt/die zuständige Ärztin oder an die/den zuständige/n Angehörige/n des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege
  6. Ziffer 4
    Unterstützung im Zusammenhang mit Ausscheidungen
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Toilettengang
    • Strichaufzählung
      Assistenz bei der Intimpflege nach dem Toilettengang
    • Strichaufzählung
      Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln wie
      • Strichaufzählung
        Wechseln von Schutzhosen
      • Strichaufzählung
        Assistenz bei der Verwendung von Einlagen
    • Strichaufzählung
      Erkennen einer Veränderung von Ausscheidungen und sofortige Meldung an den zuständigen Arzt/die zuständige Ärztin oder an die/den zuständige/n Angehörige/n des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege
  7. Ziffer 5
    Unterstützung und Förderung der Bewegungsfähigkeit
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Aufstehen oder Niederlegen
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Niedersetzen
    • Strichaufzählung
      Assistenz beim Gehen
  8. Ziffer 6
    Unterstützung beim Lagern
    • Strichaufzählung
      Anwendung von Hilfsmitteln zur Dekubitusprophylaxe bei Menschen im Rollstuhl
    • Strichaufzählung
      Anwendung von Hilfsmitteln bei Menschen mit rheumatischen Veränderungen zur Erleichterung täglicher Verrichtungen
  9. Ziffer 7
    Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln
    • Strichaufzählung
      Assistenz bei der Einnahme von oral zu verabreichenden Arzneimitteln, dazu zählt auch das Erinnern an die Einnahme von Arzneimitteln oder das Herausnehmen der Arzneimittel aus dem Wochendispenser
    • Strichaufzählung
      Assistenz bei der Applikation von ärztlich verordneten Salben, Cremen, Lotionen etc. oder von Pflegeprodukten, die von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege angeordnet wurden.