Landesrecht konsolidiert Kärnten: Gesamte Rechtsvorschrift für Kärntner Tourismusgesetz 2011 - K-TG, Fassung vom 13.05.2013

§ 0

Langtitel

Kärntner Tourismusgesetz 2011 - K-TG
StF: LGBl 18/2012

Änderung

Landesgesetzblatt Nr 7 aus 2015,

Landesgesetzblatt Nr 81 aus 2015,

Landesgesetzblatt Nr 43 aus 2017,

Landesgesetzblatt Nr 29 aus 2020,

Landesgesetzblatt Nr 84 aus 2020,

Landesgesetzblatt Nr 98 aus 2020,

Landesgesetzblatt Nr 96 aus 2021,

Sonstige Textteile

Inhaltsverzeichnis:

I. Teil:

Regionale und überregionale

Zusammenarbeit

1. Abschnitt:

Organisation und Aufgabenverteilung

§ 1 Ziele

§ 2 Aufgaben des Landes

§ 3 Regionale Aufgaben; Tourismusregionen und regionale Tourismusorganisationen

§ 4 Örtliche Aufgaben

2. Abschnitt:

Finanzierung der Tourismusaufgaben

§ 5 Aufbringung der Mittel

II. Teil:

Tourismusverbände

1. Abschnitt:

Aufgaben, Errichtung und Mitglieder

§ 6 Tourismusverband

§ 7 Mitgliedschaft

§ 8 Beginn und Ende der Mitgliedschaft

§ 9 Errichtung

§ 10 Zusammenschluss von Tourismusverbänden

§ 11 Gebiet des Tourismusverbandes

§ 12 Auflösung des Tourismusverbandes

2. Abschnitt:

Organisation

§ 13 Organe des Tourismusverbandes

§ 14 Zusammensetzung der und Stimmrecht in der Vollversammlung

§ 15 Ausübung des Stimmrechts in der Vollversammlung

§ 16 Einberufung, Beschlussfähigkeit und Abstimmung der Vollversammlung

§ 17 Aufgaben der Vollversammlung

§ 18 Zusammensetzung des Vorstands

§ 19 Wahl des Vorstands

§ 20 Verzicht auf die Zugehörigkeit zum Vorstand, Vorrückung der Ersatzmitglieder, vorzeitige Auflösung

§ 21 Aufgaben und Geschäftsbesorgung des Vorstands

§ 22 Aufgaben des Vorsitzenden, -Stellvertreters und des Finanzreferenten

§ 23 Aufgaben und Organisation des Kontrollausschusses

3. Abschnitt:

Innere Organisation

§ 24 Aufwandsentschädigung und Auslagenersatz

§ 25 Allgemeine Aufgaben der Organe

§ 26 Leiter des Tourismusverbandes, Einsatz der Bediensteten

§ 27 Geschäftsordnung

4. Abschnitt:

Haushaltsführung des Tourismusverbandes

§ 28 Haushaltswirtschaft und Rechnungswesen

§ 29 Aufbringung der Mittel

§ 30 Haushaltsplan

§ 31 Jahresabschluss

III. Teil:

Schluss- und Übergangsbestimmungen

1. Abschnitt:

Schlussbestimmungen

§ 32 Verweisungen

§ 33 Eigener Wirkungsbereich der Gemeinde

§ 34 Übertragener Wirkungsbereich der Tourismusverbände

§ 35 Aufsicht des Landes

2. Abschnitt:

Übergangs- und

Inkrafttretensbestimmungen

§ 36 Übergangsbestimmungen für Tourismusregionen und regionale Tourismusorganisationen

§ 37 Übergangsbestimmungen für Tourismusverbände

§ 38 Inkrafttretens- und Außerkrafttretensbestimmungen

§ 39 Berichtspflicht der Landesregierung

Anlage zu Paragraph 36, Absatz eins,

Artikel römisch II Landesgesetzblatt Nr 7 aus 2015, in der Fassung Landesgesetzblatt Nr 81 aus 2015,)

§ 1

Text

römisch eins. Teil

Regionale und überregionale

Zusammenarbeit

1. Abschnitt

Organisation und Aufgabenverteilung

Paragraph eins,

Ziele

  1. Absatz einsMit diesem Gesetz wird die organisatorische Struktur für die Wahrnehmung der öffentlichen Aufgaben im Bereich des Tourismus in Kärnten geregelt. Durch eine klare Kompetenz- und Aufgabenverteilung und durch eine Bündelung der finanziellen und personellen Ressourcen soll der Marktauftritt des Landes Kärnten, seiner Regionen und der Tourismusverbände und Gemeinden (Tourismusorganisationen) effektiver gestaltet werden.
  2. Absatz 2Die Tourismusorganisationen gemäß Paragraphen 2 bis 4 sind verpflichtet, bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zusammenzuarbeiten, soweit dies im Interesse einer zweckmäßigen, sparsamen, wirtschaftlichen und marktgerechten Aufgabenerfüllung geboten ist. Dies gilt insbesondere in den Bereichen
    1. Litera a
      der touristischen Markenstrategie sowie der Planungen für den Tourismus in Kärnten,
    2. Litera b
      der Beschaffung und Sicherung der Anwendung der touristischen Informations- und Kommunikationstechnologie,
    3. Litera c
      der Planung und Umsetzung der touristischen Vermarktung,
    4. Litera d
      der Planung und Umsetzung der Informations- und Verkaufsprozesse gegenüber dem Gast und
    5. Litera e
      der Planung, Umsetzung und Steuerung der touristischen Entwicklung.

§ 2

Text

Paragraph 2,

Aufgaben des Landes

  1. Absatz einsDie Wahrnehmung der zentralen touristischen Aufgaben und die Vertretung der touristischen Interessen des Landes obliegt dem Land. Das Land darf sich, sofern dies im Interesse der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit gelegen ist, zur Erfüllung dieser Aufgaben oder von Teilen davon eines Dritten bedienen, wenn dieser Gewähr dafür bietet, die Aufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen. Die Aufgaben des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds gemäß Paragraph 3, des Kärntner Wirtschaftsförderungsgesetzes werden dadurch nicht berührt.
  2. Absatz 2Die Wahrnehmung der zentralen touristischen Aufgaben umfasst:
    1. Ziffer eins
      die Wahrnehmung der überregionalen Aufgaben in den Bereichen
      1. Litera a
        der strategischen Planung für den Tourismus in Kärnten, insbesondere in den Bereichen Markenpolitik, Vermarktung, Entwicklung und Einsatz der Kommunikations- und Informationstechnologie,
      2. Litera b
        der Beschaffung und des Einsatzes landesweit verfügbarer Marketing- und Technologieinfrastruktur, insbesondere auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie,
      3. Litera c
        der Produktentwicklung durch landesweite Leitprodukte und Umsetzung der Marke,
      4. Litera d
        der Vermarktung, insbesondere durch Vermarktungskonzepte zur Sicherung der Marktpräsenz,
      5. Litera e
        der überregionalen Information der Gäste und der Tourismusbetriebe durch entsprechende Informationsmedien,
      6. Litera f
        der Planung und Umsetzung landesweiter Entwicklungskonzepte und Entwicklungsprozesse im Bereich des Tourismus;
    2. Ziffer 2
      die Sicherstellung der Zusammenarbeit der Tourismusorganisationen gemäß Paragraphen 2 bis 4 durch
      1. Litera a
        die Einbeziehung der regionalen Tourismusorganisationen sowie der Tourismusverbände und Gemeinden, die nicht Teil einer regionalen Tourismusorganisation sind, bei der Umsetzung der überregionalen Aufgaben gemäß Ziffer eins,,
      2. Litera b
        die Kommunikation mit den Tourismusbetrieben und deren Einbeziehung in die Initiativen der Tourismusorganisationen gemäß Paragraphen 2 bis 4,
      3. Litera c
        die vertragliche Regelung der Zusammenarbeit mit den regionalen Tourismusorganisationen und den Tourismusverbänden und Gemeinden, die keiner regionalen Tourismusorganisation angehören;
    3. Ziffer 3
      die Wahrnehmung aller touristischen Aufgaben, die nicht den regionalen Tourismus- organisationen und Tourismusverbänden oder Gemeinden übertragen wurden.

§ 3

Text

Paragraph 3,

Regionale Aufgaben; Tourismusregionen

und regionale Tourismusorganisationen

  1. Absatz einsUm die Kooperation der gemäß Paragraph 4, für die örtlichen Belange des Tourismus zuständigen Tourismusverbände oder Gemeinden auf regionaler Ebene sicherzustellen, hat die Landesregierung mit Verordnung Tourismusregionen derart einzurichten, dass jeder Tourismusverband oder jede Gemeinde einer Tourismusregion angehört. Die Tourismusregionen sind nach Maßgabe der geographischen Verhältnisse, der verkehrsmäßigen Erschließung und der touristischen Infrastruktur nach Anhörung der betroffenen regionalen Tourismusorganisationen und Gemeinden derart festzulegen, dass jede Tourismusregion die Voraussetzungen des Absatz 2, Ziffer eins, Litera a und b erfüllen kann.
  2. Absatz 2Zur Erfüllung der Aufgaben gemäß Abs. 1 erster Satz ist von den Tourismusverbänden und Gemeinden die Einrichtung einer juristischen Person, vorzugsweise einer Kapitalgesellschaft, anzustreben (regionale Tourismusorganisationen). An dieser juristischen Person können sich auch andere am Tourismus Interessierte beteiligen. Die Beteiligten gemäß Paragraph 4, haben sicherzustellen, dass
    1. Ziffer eins
      der regionalen Tourismusorganisation so viele Beteiligte gemäß Paragraph 4, angehören, dass
      1. Litera a
        die der regionalen Tourismusorganisation angehörigen Tourismusverbände und Gemeinden voraussichtlich insgesamt über mehr als 500.000 Nächtigungen nach dem Jahresdurchschnitt der letzten drei Kalenderjahre aufweisen oder
      2. Litera b
        die regionale Tourismusorganisation voraussichtlich über einen jährlichen Gesamthaushalt von mindestens 800.000 Euro verfügt;
    2. Ziffer 2
      ihnen im Organ, das die Eigentümer vertritt, die Mehrheit der Stimmrechte zukommt, sollten an der juristischen Person auch Interessenten gemäß dem zweiten Satz beteiligt sein;
    3. Ziffer 3
      unbeschadet der Stimmrechte Dritter (Ziffer 2,), die Verteilung der Stimmrechte auf die Beteiligten gemäß Paragraph 4, Absatz eins, in sämtlichen Organen im Verhältnis der der regionalen Tourismusorganisation von den Gemeinden gemäß Paragraph 5, Absatz 6, Litera b, aus der Ortstaxe zur Verfügung zu stellenden Beträge erfolgt; dabei ist eine entsprechende Vertretung aller beteiligten Gemeinden und Tourismusverbände sicherzustellen;
    4. Ziffer 4
      die Aufnahme von Darlehen und der Abschluss von Leasingverträgen – ausgenommen für Angelegenheiten der laufenden Verwaltung – sowie die Übernahme von Bürgschaften und sonstigen Haftungen der Genehmigung der Gesellschafter vorbehalten ist und
    5. Ziffer 5
      die regionale Tourismusorganisation der Landesregierung die zur Erfüllung der Aufgaben aus dem Österreichischen Stabilitätspakt erforderlichen Unterlagen und Informationen übermittelt.
    Die Errichtung einer regionalen Tourismusorganisation sowie jede Änderung im Sinne der Absatz 4 und 5 sind von den Beteiligten gemäß Absatz eins, erster Satz innerhalb eines Monats der Landesregierung anzuzeigen.
  3. Absatz 3Die regionalen Tourismusorganisationen haben insbesondere folgende Aufgaben:
    1. Ziffer eins
      die Wahrnehmung regionaler Aufgaben in den Bereichen:
      1. Litera a
        der Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung regionaler Tourismusstrategien unter Berücksichtigung der Strategien des Landes (Paragraph 2, Absatz 2, Ziffer eins, Litera a,),
      2. Litera b
        der Beschaffung und dem Einsatz regionaler Marketing- und Technologieinfrastruktur in Abstimmung mit den Infrastrukturen gemäß Paragraph 2, Absatz 2, Ziffer eins, Litera b,,
      3. Litera c
        der Produktentwicklung in Abstimmung mit den landesweiten Strategien (Paragraph 2, Absatz 2, Ziffer eins, Litera c,),
      4. Litera d
        des aktiven Verkaufs und der Sicherstellung einer Incomingtätigkeit sowie der Vermarktung in Abstimmung mit den landesweiten Strategien (Paragraph 2, Absatz 2, Ziffer eins, Litera d,),
      5. Litera e
        der regionalen Information der Gäste und der Tourismusbetriebe durch entsprechende Informationsmedien in Abstimmung mit Paragraph 2, Absatz 2, Ziffer eins, Litera e,,
      6. Litera f
        der Planung und Umsetzung regionaler Entwicklungskonzepte und Entwicklungsprozesse in Abstimmung mit Paragraph 2, Absatz 2, Ziffer eins, Litera f, und
      7. Litera g
        die Planung und Umsetzung regionaler, Gemeindegrenzen überschreitender Tourismusinfrastrukturprogramme;
    2. Ziffer 2
      die Sicherstellung der Zusammenarbeit mit anderen Tourismusorganisationen sowie den Tourismusbetrieben durch:
      1. Litera a
        die Einbeziehung der Tourismusverbände und Gemeinden bei der Umsetzung der regionalen Aufgaben gemäß Z 1,
      2. Litera b
        die Kommunikation mit den Tourismusbetrieben und deren Einbeziehung in die Initiativen der Tourismusorganisationen gemäß Paragraphen 2 bis 4,
      3. Litera c
        die vertragliche Regelung der Zusammenarbeit mit den Tourismusorganisationen gemäß Paragraphen 2 und 4 und
      4. Litera d
        die Mitwirkung an den landesweiten Planungs- und Steuerungsprozessen gemäß Paragraph 2, Absatz 2, Ziffer eins, Litera a,
  4. Absatz 4Der Wechsel von Tourismusverbänden und Gemeinden zu einer anderen regionalen Tourismusorganisation kann nur zu Beginn eines Kalenderjahres und nur unter der Voraussetzung erfolgen, dass
    1. Ziffer eins
      das Gebiet der Gemeinde oder des Tourismusverbandes an diese Tourismusregion angrenzt;
    2. Ziffer 2
      die regionale Tourismusorganisation der Aufnahme zustimmt und
    3. Ziffer 3
      eine Einigung über die finanzielle Abwicklung des Wechsels zwischen dem Tourismusverband oder der Gemeinde sowie den beteiligten regionalen Tourismusorganisationen vorliegt.
  5. Absatz 5Bestehende regionale Tourismusorganisationen können sich durch Vereinbarung zu größeren Organisationen zusammenschließen, wenn
    1. Litera a
      die betroffenen Tourismusregionen aneinander grenzen und
    2. Litera b
      eine Einigung über die finanzielle Abwicklung des Zusammenschlusses zwischen den regionalen Tourismusorganisationen vorliegt.

§ 4

Text

Paragraph 4,

Örtliche Aufgaben

  1. Absatz einsDie Wahrnehmung der örtlichen Belange des Tourismus obliegt den nach den Bestimmungen des römisch II. Teils dieses Gesetzes als Körperschaften öffentlichen Rechts eingerichteten Tourismusverbänden. Soweit solche Tourismusverbände nicht eingerichtet sind, verbleiben diese Aufgaben bei der Gemeinde.
  2. Absatz 2Die Tourismusverbände haben folgende Aufgaben:
    1. Litera a
      die Organisation des Tourismus vor Ort;
    2. Litera b
      die Sicherstellung der Verfügbarkeit der Gästeinformation;
    3. Litera c
      die Betreuung der Gäste, insbesondere durch Information, Unterhaltung und Gestaltung von Freizeitaktivitäten;
    4. Litera d
      die gemeinsame Führung von Einrichtungen, die auch für den Tourismus von besonderer Bedeutung sind;
    5. Litera e
      die Mitwirkung an den Konzepten der regionalen Tourismusorganisation;
    6. Litera f
      die Pflege und Betreuung der öffentlichen Freizeitinfrastruktur, insbesondere von Wanderwegen, Loipen, Rad- und Mountainbikestrecken, im Einvernehmen mit der Gemeinde und
    7. Litera h
      den selbständigen Betrieb von Tourismusprojekten und Tourismusinfrastruktureinrichtungen nach Maßgabe des Paragraph 29, Abs. 2.
    Bei der Erfüllung der Aufgaben gemäß Litera a bis h haben die Tourismusverbände ihre Aktivitäten mit der regionalen Tourismusorganisation abzustimmen, sofern sie einer solchen angehören. Sie haben weiters die Rahmenbedingungen für die Gestaltung des Tourismus gemäß Paragraph eins, Absatz 2,, insbesondere hinsichtlich der landesweiten Strategien und Konzepte sowie der Instrumente der Informations- und Kommunikationstechnologie, zu berücksichtigen.
  3. Absatz 3Der Tourismusverband kann einzelne Aufgaben gemäß Absatz 2, im Vereinbarungswege und gegen finanzielle Abgeltung der Gemeinde bzw. der regionalen Tourismusorganisation übertragen.
  4. Absatz 4Besteht in den Fällen des Absatz eins, letzter Satz in einer Gemeinde eine juristische Person, die den Tourismus in der Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde fördert, so hat die Gemeinde ein von dieser bestelltes Gremium zu ihrer Beratung in den Angelegenheiten des Tourismus heranzuziehen.

§ 5

Text

2. Abschnitt

Finanzierung der Tourismusaufgaben

Paragraph 5,

Aufbringung der Mittel

  1. Absatz einsDie für die Erfüllung der Aufgaben der Tourismusorganisationen gemäß Paragraphen 2 bis 4 notwendigen Mittel werden aufgebracht durch:
    1. Litera a
      Landes- und Gemeindeabgaben;
    2. Litera b
      Mitglieds- und Tourismusbeiträge an Tourismusverbände und
    3. Litera c
      sonstige Mittel der Tourismusorganisationen.
  2. Absatz 2Dem Land fließen folgende Abgabenerträge zu:
    1. Litera a
      die Tourismusabgabe gemäß dem Kärntner Tourismusabgabegesetz und
    2. Litera b
      die Nächtigungstaxe gemäß dem Kärntner Orts- und Nächtigungstaxengesetz.
  3. Absatz 3Das Land hat die ihm zukommenden Mittel gemäß Absatz 2, Litera a und b für die überregionalen Aufgaben des Tourismus sowie für die Aufgaben der regionalen Tourismusorganisationen und -verbände oder Gemeinden zu verwenden. Die Aufteilung der Mittel hat nach Maßgabe der von der Landeregierung zu beschließenden Richtlinien unter Bedachtnahme auf die Verteilung der Lasten bei der Erfüllung der Aufgaben des Tourismus zu erfolgen. Dabei hat die Landesregierung sicherzustellen, dass
    1. Litera a
      dem Land 35 v. H. des Ertrages an der Tourismusabgabe und weitere 5 v. H. des Ertrages, die als Verwaltungskostenersatz für die Einhebung der Tourismusabgabe zu verwenden sind,
    2. Litera b
      den regionalen Tourismusorganisationen ein Betrag, der 30 v.H. des Ertrages an der Tourismusabgabe entspricht, und
    3. Litera c
      den Tourismusverbänden oder Gemeinden ein Betrag, der 30 v.H. des Ertrages an der Tourismusabgabe entspricht,

zukommt. Die Anteile nach Litera b und c sind nach folgenden Schlüsseln aufzuteilen:

  • Strichaufzählung
    50 v. H. nach dem Aufkommen an der Tourismusabgabe in der Gemeinde (dem Tourismusverband) bzw. der Tourismusregion
  • Strichaufzählung
    50 v. H. nach der Anzahl der Nächtigungen im Gemeindegebiet (Gebiet des Tourismusverbandes) bzw. der Tourismusregion, die sich aus der dem Land im vergangenen Jahr übermittelten Nächtigungstaxe nach dem Kärntner Orts- und Nächtigungstaxengesetz ergibt.
  1. Absatz 4Weiters hat die Landesregierung in den Richtlinien gemäß Absatz 3, sicherzustellen, dass dem Dritten, dem die Wahrnehmung der zentralen touristischen Aufgaben gemäß Paragraph 2, Abs. 1 übertragen wurde, ein Betrag zur Verfügung gestellt wird, der
    1. Litera a
      35 v.H. des Ertrages an der Tourismusabgabe und
    2. Litera b
      90 v.H. des Ertrages an der Nächtigungstaxe
    entspricht. Wurden dem Dritten nicht alle Aufgaben im Sinne des Paragraph 2, Absatz eins, übertragen, ist dieser Betrag im Verhältnis des zu erwartenden Aufwandes für die beim Land verbleibenden Aufgaben zu kürzen. Wurde die Wahrnehmung der zentralen touristischen Aufgaben mehreren Dritten übertragen, ist der Betrag im Verhältnis des zu erwartenden Aufwandes dieser Dritten für die ihnen übertragenen Aufgaben aufzuteilen. Absatz 5, gilt sinngemäß.
  2. Absatz 5Von den nach Absatz 3, Litera b und c aufzuteilenden Beträgen gebühren den regionalen Tourismusorganisationen und den Tourismusverbänden oder Gemeinden vierteljährliche Anteile. Die vierteljährlichen Anteile sind nach dem Ertrag der Tourismusabgabe in den Monaten Jänner bis März, April bis Juni, Juli bis September und Oktober bis Dezember zu bemessen. Die gebührenden Beträge sind den regionalen Tourismusorganisationen und Tourismusverbänden oder Gemeinden bis spätestens zum Monatsletzten des dem Kalendervierteljahr folgenden Monats zu überweisen.
  3. Absatz 6Gehört eine Gemeinde oder ein Tourismusverband keiner regionalen Tourismusorganisation an, hat das Land
    1. Litera a
      die Mittel gemäß Absatz 3, Litera b, jener regionalen Tourismusorganisation zur Verfügung zu stellen, die der Tourismusregion entspricht, der die Gemeinde oder der Tourismusverband gemäß der Verordnung gemäß Paragraph 3, Absatz eins, angehört, und
    2. Litera b
      die Mittel gemäß Absatz 3, Litera c, für die Aufgaben gemäß Absatz 3, erster Satz zu verwenden.
  4. Absatz 7Die Gemeinde ist verpflichtet,
    1. Litera a
      dem Tourismusverband einen Betrag zur Verfügung zu stellen, der so hoch ist wie 50 v. H. und
    2. Litera b
      der regionalen Tourismusorganisation einen Betrag zur Verfügung zu stellen, der so hoch ist wie 45 v. H.
    des Jahresaufkommens an der Ortstaxe, einschließlich der pauschalierten Ortstaxe, in der Gemeinde, mindestens jedoch auf der Grundlage der Höhe, wie sie am 31. Dezember 2010 von der Gemeinde durch die Verordnung gemäß Paragraph 4, Absatz eins, Kärntner Orts- und Nächtigungstaxengesetz festgelegt wurde. Der Gemeinde gebührt als Verwaltungskostenersatz 5 v. H. der eingehobenen Ortstaxe. Absatz 5, gilt sinngemaß.
  5. Absatz 8Besteht in der Gemeinde kein Tourismusverband, hat die Gemeinde die Mittel gemäß Absatz 6, Litera a, für die Aufgaben des örtlichen Tourismus (Paragraph 4, Absatz 2,) zu verwenden. Gehört der Tourismusverband oder die Gemeinde keiner regionalen Tourismusorganisation an, hat die Gemeinde
    1. Litera a
      im Falle des ersten Satzes die Abgabenerträge aus der Ortstaxe für die örtlichen Aufgaben des Tourismus zu verwenden oder
    2. Litera b
      anderenfalls dem Tourismusverband einen Betrag zur Verfügung zu stellen, der so hoch ist, wie 95 v.H. des Jahresaufkommens an der Ortstaxe im Sinne des Absatz 7, in der Gemeinde.
  6. Absatz 9Die Vollversammlung eines Tourismusverbandes kann bei einem außerordentlichen Bedarf zur Finanzierung eines touristischen Projekts, nicht jedoch zur Finanzierung des laufenden Betriebs einer Infrastruktureinrichtung, für die Dauer von höchstens fünf Jahren die Einhebung eines Tourismusbeitrags von seinen Mitgliedern (Paragraph 7, Absatz eins und 2) bis zur Höhe der eingehobenen Tourismusabgabe beschließen. Im Beschluss sind die Höhe des Tourismusbeitrags (als Ausmaß der Erhöhung der Tourismusabgabe) und die Beitragsjahre, für die er eingehoben werden soll, festzulegen. Der Beschluss der Vollversammlung ist der Dienststelle für Landesabgaben bekanntzugeben und von den in Betracht kommenden Gemeinden an der Amtstafel kundzumachen. Die Dienststelle für Landesabgaben ist verpflichtet, den Tourismusbeitrag für den Tourismusverband gemeinsam mit der Tourismusabgabe unter sinngemäßer Anwendung der Bestimmungen des Kärntner Tourismusabgabegesetzes (K-TAG) auf der Grundlage der Abgabenerklärung festzusetzen sowie nach der Bundesabgabenordnung einzuheben. Für freiwillige Mitglieder (Paragraph 7, Absatz 2,) ist die Bemessungsgrundlage die Mindestabgabe gemäß Paragraph 6, Absatz eins, K-TAG. Für Mitglieder gemäß Paragraph 7, Absatz eins, Litera b, ist, abweichend von Paragraph 5, Absatz eins, Litera a, K-TAG, Paragraph 6, Absatz eins, Ziffer 27, des Umsatzsteuergesetzes 1994 nicht anzuwenden.
  7. Absatz 10Die Mitglieder (Paragraph 7, Absatz eins und 2) sind mindestens vier Monate vor der beabsichtigten Vollversammlung über das Projekt unter Angabe des Termins der Vollversammlung schriftlich zu informieren. In der Information ist darauf hinzuweisen, dass die Mitglieder die Möglichkeit haben, sich schriftlich dazu zu äußern. Für die Einhebung des Tourismusbeitrages durch die Vollversammlung gelten folgende Beschlussfassungserfordernisse:
    1. Litera a
      bis zu einer Höhe des Tourismusbeitrages bis einschließlich 50 v.H. der eingehobenen Tourismusabgabe, die einfache Mehrheit,
    2. Litera b
      ab einer Höhe von über 50 v.H. der eingehobenen Tourismusabgabe, die Zustimmung von zwei Dritteln
    der abgegebenen Stimmen.
  8. Absatz 11Sonstige Mittel der Tourismusorganisationen (Paragraphen 2 bis 4) sind:
    1. Litera a
      Zuweisungen,
    2. Litera b
      Einnahmen aus unternehmerischer Tätigkeit,
    3. Litera c
      Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung,
    4. Litera d
      freiwillige Zuwendungen,
    5. Litera e
      Darlehensaufnahmen und
    6. Litera f
      sonstige Einnahmen.

§ 6

Text

römisch II. Teil

Tourismusverbände

1. Abschnitt

Aufgaben, Errichtung und Mitglieder

Paragraph 6,

Tourismusverband

  1. Absatz einsZur Wahrung, Förderung und Vertretung der örtlichen Belange des Tourismus einschließlich der Freizeitwirtschaft und zur Erfüllung der Aufgaben gemäß Paragraph 4, Absatz 2, können die unmittelbar oder mittelbar am Tourismus interessierten Unternehmer (Paragraph 7, Absatz eins,) in jeder Gemeinde zu einem Tourismusverband zusammengeschlossen werden.
  2. Absatz 2Abweichend von Absatz eins, können die Unternehmer zweier oder mehrerer Gemeinden oder jeweils eines Gemeindeteils (Paragraph 12, Absatz 2,) zu einem Tourismusverband zusammengeschlossen werden, soweit dies auf Grund der örtlichen, wirtschaftlichen, verkehrs- oder tourismusmäßigen Verhältnisse oder im Interesse der bestmöglichen Erfüllung der Aufgaben gemäß Paragraph 4, Absatz 2, zur Schaffung leistungsfähiger Tourismusverbände zweckmäßig ist. Diese Voraussetzungen liegen insbesondere dann vor, wenn das Gebiet des zu errichtenden Tourismusverbandes eine natur- oder kulturräumliche Einheit bildet, im zu errichtenden Tourismusverband dessen Mitglieder und die Gäste besser betreut werden können oder die Vereinigung der Geschäftsstellen der zusammenzulegenden Tourismusverbände der Wirtschaftlichkeit dient.
  3. Absatz 3Der Tourismusverband führt die Bezeichnung „Tourismusverband“ unter Anfügung des Namens der Gemeinde, für die er gebildet ist. In dieser Gemeinde hat der Tourismusverband auch seinen Sitz. Bei Tourismusverbänden für mehrere Gemeinden oder für jeweils einen Gemeindeteil sind der Name des Tourismusverbandes und sein Sitz nach Anhörung der betroffenen Gemeinden in der Verordnung gemäß Paragraph 9, festzulegen.

§ 7

Text

Paragraph 7,

Mitgliedschaft

  1. Absatz einsPflichtmitglieder (Unternehmer) des Tourismusverbandes sind die
    1. Litera a
      selbständig Erwerbstätigen im Sinne des Paragraph 3, Kärntner Tourismusabgabegesetz (K-TAG), die aufgrund eines Abgabenbescheides gemäß Paragraph 9, K-TAG eine Tourismusabgabe zu entrichten haben, und
    2. Litera b
      Unterkunftgeber, die gemäß Paragraph 6, Absatz eins, Kärntner Orts- und Nächtigungstaxengesetz verpflichtet sind, eine Ortstaxe von Abgabenschuldnern einzuheben, soweit sie nicht bereits gemäß Litera a, Pflichtmitglieder sind,
    im Gebiet des Tourismusverbandes.
  2. Absatz 2Natürliche Personen, die nicht Pflichtmitglieder des Tourismusverbandes sind, können auf ihren Antrag durch Beschluss des Vorstands (Paragraph 21, Absatz eins, Ziffer 13,) in den Tourismusverband aufgenommen werden (freiwillige Mitglieder), wenn sie am Tourismus im Gebiet des Tourismusverbandes unmittelbar oder mittelbar interessiert sind. Das Gleiche gilt für eingetragene Personengesellschaften und juristische Personen, die nicht Pflichtmitglieder sind. Freiwillige Mitglieder haben an den Tourismusverband einen Mitgliedsbeitrag in der Höhe der Mindestabgabe gemäß Paragraph 6, Absatz eins, K-TAG zu entrichten.
  3. Absatz 3Auf Antrag des Vorstands können Personen, die sich um den Tourismus im Land Kärnten oder seine örtlichen Belange besondere Verdienste erworben haben, von der Vollversammlung zu Ehrenmitgliedern des Tourismusverbandes ernannt werden. Ein Stimm- oder Wahlrecht in der Vollversammlung kommt ihnen als Ehrenmitgliedern nicht zu.

§ 8

Text

Paragraph 8,

Beginn und Ende der Mitgliedschaft

  1. Absatz einsDie Pflichtmitgliedschaft beginnt mit dem Inkrafttreten der Verordnung der Landesregierung gemäß Paragraph 9, Absatz eins und Ausübung einer Tätigkeit im Sinne des Paragraph 7, Absatz eins, oder mit der späteren Aufnahme einer solchen Tätigkeit.
  2. Absatz 2Die Pflichtmitgliedschaft erlischt mit der Auflösung des Tourismusverbandes (Paragraph 12,) sowie mit Ablauf des Monats, in dem das Mitglied alle Tätigkeiten im Sinne des Paragraph 7, Absatz eins, beendet. Durch eine vorübergehende saisonbedingte Aufgabe einer solchen Tätigkeit wird der Bestand der Pflichtmitgliedschaft nicht berührt.
  3. Absatz 3Bei einer Verlegung des Sitzes oder der Betriebsstätte gemäß Paragraph 3, Absatz 2, Kärntner Tourismusabgabegesetz im Sinne der Paragraphen 27,, 29 und 30 Bundesabgabenordnung in eine andere Gemeinde des Landes endet die Pflichtmitgliedschaft mit Ablauf des Monats, in dem die Verlegung erfolgt ist. Die Pflichtmitgliedschaft beim Tourismusverband dieser Gemeinde beginnt mit Beginn des auf die Verlegung folgenden Monats.
  4. Absatz 4Die freiwillige Mitgliedschaft beginnt mit dem Tag der Beschlussfassung durch den Vorstand und erlischt mit der Auflösung des Tourismusverbandes sowie mit Ablauf des Jahres, in dem das Mitglied seinen Austritt erklärt oder der Vorstand den Aufnahmebeschluss aufhebt.

§ 9

Text

Paragraph 9,

Errichtung

  1. Absatz einsEin Tourismusverband ist durch Verordnung der Landesregierung zu errichten. Eine solche Verordnung ist zu erlassen, wenn sich nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen die Mehrheit der teilnehmenden Unternehmer, die als Pflichtmitglieder in Betracht kommen, dafür ausspricht. Bei einem Tourismusverband für zwei oder mehrere Gemeinden muss diese Mehrheit in jeder der erfassten Gemeinden gegeben sein, bei Tourismusverbänden für jeweils einen Gemeindeteil in jedem der Teile. Wird in der konstituierenden Sitzung der Vollversammlung (Paragraph 37, Absatz 4,) kein oder kein gültiger Wahlvorschlag eingebracht, hat die Landesregierung die im ersten Satz genannte Verordnung aufzuheben.
  2. Absatz 2Die Feststellung der Zustimmung der Unternehmer zur Errichtung eines Tourismusverbandes ist von der Landesregierung anzuordnen,
    1. Litera a
      von Amts wegen, wenn die Wahrnehmung der örtlichen Belange des Tourismus durch einen Tourismusverband zweckmäßig erscheint; dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Gemeinde mehr als 50.000 nach dem Kärntner Orts- und Nächtigungstaxengesetz abgabepflichtige Nächtigungen im Jahresdurchschnitt der letzten drei Kalenderjahre aufweist;
    2. Litera b
      wenn die Gemeinde oder betroffenen Gemeinden dies verlangen oder
    3. Litera c
      wenn mindestens 10 v. H. der Unternehmer einer (Paragraph 6, Absatz eins,) oder mehrerer Gemeinden oder jeweils eines Gemeindeteils (Paragraph 6, Abs. 2), die als Pflichtmitglieder in Betracht kommen, dies verlangen,
    und in den Fällen der Litera b und c die Voraussetzungen der Litera a, erster Halbsatz vorliegen.
  3. Absatz 3Für die Feststellung der Zustimmung der Unternehmer zur Errichtung des Tourismusverbandes hat der Bürgermeister der Gemeinde nach der Anordnung durch die Landesregierung (Absatz eins,) ein Verzeichnis aller Unternehmer zu erstellen, die als Pflichtmitglieder in Betracht kommen (Stimmverzeichnis). Für die Erstellung des Stimmverzeichnisses ist ein Muster zu verwenden, das durch Verordnung der Landesregierung festzulegen ist. Für die Erstellung des Stimmverzeichnisses und zur Feststellung, ob die Voraussetzungen des Absatz 2, Litera c, vorliegen, sind die Daten der Dienststelle für Landesabgaben als Abgabenbehörde nach dem Kärntner Tourismusabgabegesetz (K-TAG) und der Gemeinde als Abgabenbehörde nach dem Kärntner Orts- und Nächtigungstaxengesetz heranzuziehen.
  4. Absatz 4Das Stimmverzeichnis ist zur Feststellung seiner Vollständigkeit und Richtigkeit vom Bürgermeister für die Dauer von zwei Wochen zur allgemeinen Einsicht aufzulegen. Die Auflage ist vor Beginn des Einsichtszeitraums unter Hinweis auf die Möglichkeit des Einspruchs ortsüblich kundzumachen. Wegen der Nichtaufnahme eines vermeintlich als Pflichtmitglied des Tourismusverbandes in Betracht kommenden Unternehmers oder wegen der Aufnahme eines vermeintlich als Pflichtmitglied nicht in Betracht kommenden Unternehmers steht jedem in das Stimmverzeichnis Aufgenommenen bzw. dem vermeintlich Übergangenen während der Auflagefrist das Recht des Einspruchs zu. Der Einspruch ist schriftlich oder mündlich beim Gemeindeamt einzubringen. Auf erhobene Einsprüche finden die Bestimmungen der Paragraphen 25 bis 31 der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlordnung 2002 (K-GBWO) mit der Maßgabe sinngemäß Anwendung, dass in erster Instanz der Bürgermeister und in zweiter und letzter Instanz die Bezirkshauptmannschaft, in der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee und der Stadt Villach die Landesregierung, zu entscheiden hat.
  5. Absatz 5Die Abstimmung ist nach Möglichkeit an einem Sonntag oder gesetzlichem Feiertag durchzuführen. Der Abstimmungstag und die Abstimmungszeiten sind vom Bürgermeister so festzusetzen, dass nach Ablauf der Fristen gemäß Absatz 4, einem möglichst großen Kreis von Abstimmungsberechtigten die Ausübung ihres Stimmrechtes ermöglicht wird. Der Abstimmungstag, die Abstimmungszeiten und das Abstimmungslokal sind vom Bürgermeister spätestens zwei Wochen vorher öffentlich kundzumachen.
  6. Absatz 6Die Abstimmung hat vor der Gemeindewahlbehörde (Paragraph 4, K-GBWO) zu erfolgen. In der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee und der Stadt Villach können von der Gemeindewahlbehörde erforderlichenfalls auch die Sprengelwahlbehörden (Paragraph 5, K-GWBO) herangezogen werden. Diesfalls ist in der Kundmachung gemäß Absatz 5, auch auf die Sprengeleinteilung und die betreffenden Wahllokale hinzuweisen. Das Stimmverzeichnis ist diesfalls auf die gebildeten Sprengel aufzuteilen. Auf die Stimmenabgabe finden, soweit nicht Besonderes geregelt ist, die Bestimmungen der Paragraphen 10 bis 13 des Kärntner Volksbefragungsgesetzes (K-VbefrG) sinngemäß mit der Maßgabe Anwendung, dass Abstimmungszeugen nicht in Betracht kommen, und dass für die Ausübung des Stimmrechtes durch juristische Personen und eingetragene Personengesellschaften Paragraph 15, dieses Gesetzes gilt.
  7. Absatz 7Auf die Stimmenzählung finden die Paragraphen 14, Absatz eins bis 7 und 15 K-VbefrG mit der Maßgabe Anwendung, dass die gemäß Paragraph 14, Absatz 7, K-VbefrG zu übermittelnde Niederschrift an die Landesregierung zu übermitteln ist. Die Landesregierung hat auf Grund der übermittelten Niederschrift festzustellen, ob die erforderliche Zustimmung der Unternehmer zur Errichtung des Tourismusverbandes vorliegt.
  8. Absatz 8Zur Erleichterung der Stimmabgabe kann die Landesregierung durch Verordnung auch die briefliche Stimmabgabe zulassen und die dafür notwendigen näheren Bestimmungen treffen. In diesem Fall ist die Niederschrift erst nach dem Zeitpunkt auszufertigen, der vom Bürgermeister für das Einlangen der auf dem Postweg brieflich abgegebenen Stimmen bestimmt ist.
  9. Absatz 9Soll der Tourismusverband für zwei oder mehrere Gemeinden oder für jeweils einen Gemeindeteil errichtet werden, ist das Verfahren nach Absatz 3 bis 6 in jeder Gemeinde oder jedem Gemeindeteil gesondert und gleichzeitig durchzuführen.
  10. Absatz 10Hat ein Verfahren nach den vorstehenden Bestimmungen nicht die erforderliche Zustimmung ergeben, kann ein solches Verfahren nur innerhalb von sechs Monaten ab Beginn einer neuen Amtsperiode des Gemeinderates aufgrund allgemeiner Gemeinderatswahlen neuerlich durchgeführt werden.

§ 10

Text

Paragraph 10,

Zusammenschluss von Tourismusverbänden

  1. Absatz einsBei einem Zusammenschluss von Tourismusverbänden zu einem Tourismusverband für mehrere Gemeinden oder einem Beitritt eines Tourismusverbandes zu einem Tourismusverband für mehrere Gemeinden entfällt eine Abstimmung nach den Bestimmungen des Paragraph 9, An Stelle dessen hat die Vollversammlung der beteiligten Verbände Beschlüsse über den Zusammenschluss (Beitritt bzw. Aufnahme) zu fassen. Diese Abstimmung hat mit Stimmzetteln zu erfolgen. War die Vollversammlung nicht beschlussfähig oder hat die Abstimmung nicht die erforderliche Mehrheit erbracht, kann eine Vollversammlung zu diesem Gegenstand frühestens ein Jahr später stattfinden.
  2. Absatz 2Der Zusammenschluss von Tourismusverbänden oder der Beitritt eines Tourismusverbandes zu einem Tourismusverband für mehrere Gemeinden kann nur zum Beginn eines Kalenderjahres erfolgen.

§ 11

Text

Paragraph 11,

Gebiet des Tourismusverbandes

  1. Absatz einsDas Gebiet des Tourismusverbandes ist das Gebiet der Gemeinde, in der er seinen Sitz hat. Bei Tourismusverbänden für mehrere Gemeinden umfasst der Tourismusverband das Gebiet dieser Gemeinden.
  2. Absatz 2Nach Maßgabe der geographischen Verhältnisse und der vorhandenen touristischen Infrastruktur können in einer Gemeinde mehrere Tourismusverbände eingerichtet werden, wenn diese gemeinsam das gesamte Gemeindegebiet umfassen. Das Gebiet dieser Tourismusverbände wird durch die Gemeindegrenzen und im übrigen so begrenzt, wie es sich aus der den Tourismusverband errichtenden Verordnung der Landesregierung (Paragraph 9, Absatz eins,) ergibt. Für die Errichtung solcher Tourismusverbände ist die Willensäußerung der Unternehmer sämtlicher Tourismusverbände in der Gemeinde in sinngemäßer Anwendung des Paragraph 9, erforderlich. Für Gebietsänderungen gelten die Absatz 3 und 4 sinngemäß. Bestehen in einer Gemeinde mehrere Tourismusverbände, ist das Aufkommen an Ortstaxe nach dem Verhältnis der abgabepflichtigen Nächtigungen aufzuteilen.
  3. Absatz 3Gebietsänderungen, die sich nicht aus Änderungen der Gemeindegrenzen ergeben, können nur bei Vorliegen besonders berücksichtigungswürdiger örtlicher Umstände und nur mit Beginn eines Kalenderjahres vorgenommen werden. Sie erfolgen durch Verordnung der Landesregierung.
  4. Absatz 4Wird ein Gemeindegebiet von einem Tourismusverband für mehrere Gemeinden abgetrennt oder diesem zugeschlagen, hat dies einen Beschluss der Vollversammlung des Tourismusverbandes zur Voraussetzung. Die betroffenen Gemeinden sind zu hören. Wird ein bisher keinem Tourismusverband zugehöriges Gemeindegebiet in das Gebiet eines Tourismusverbandes einbezogen, ist diesbezüglich die Willensäußerung der neu zu erfassenden Unternehmer in sinngemäßer Anwendung des Paragraph 9, erforderlich.
  5. Absatz 5Wird vom Gebiet eines Tourismusverbandes für mehrere Gemeinden ein Gemeindegebiet abgetrennt und dem Gebiet eines anderen Tourismusverbandes zugeschlagen, hat der Gebietsänderung die Aufstellung eines Plans über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung durch die davon betroffenen Tourismusverbände voranzugehen. Dieser Plan bedarf der Genehmigung der Landesregierung. Die Genehmigung ist durch Bescheid zu erteilen, wenn der Plan auf die Interessen der Pflichtmitglieder und auf die bestehenden Verbindlichkeiten der Tourismusverbände Bedacht nimmt. Kommt eine Einigung über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung nicht zu Stande, hat die Landesregierung über die Aufteilung des Vermögens unter den betroffenen Tourismusverbänden in sinngemäßer Anwendung der Bestimmungen des § 12 Absatz 2, letzter Satz durch Bescheid zu entscheiden.
  6. Absatz 6Wird vom Gebiet eines Tourismusverbandes für mehrere Gemeinden ein Gemeindegebiet abgetrennt und für dieses Gebiet ein eigener Tourismusverband errichtet, hat darüber die Landesregierung, sofern zwischen den betroffenen Tourismusverbänden innerhalb von drei Monaten nach der Neuerrichtung des Tourismusverbandes über die vermögensrechtliche Auseinandersetzung keine Einigung zu Stande gekommen ist, nach Anhörung der beteiligten Gemeinden und Tourismusverbände, in sinngemäßer Anwendung der Bestimmungen des Paragraph 12, Absatz 2, letzter Satz durch Bescheid zu entscheiden.

§ 12

Text

Paragraph 12,

Auflösung des Tourismusverbandes

  1. Absatz einsDie Landesregierung hat einen Tourismusverband durch Verordnung aufzulösen, wenn die Vollversammlung dies mit zumindest zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen auf Antrag des Vorstands oder von 5 v. H. der Mitglieder gemäß Paragraph 7, Absatz eins und 2 beschlossen hat, eine Notwendigkeit zur Wahrnehmung der örtlichen Belange des Tourismus nicht mehr besteht, der Tourismusverband nicht für fremde Schulden haftet und seine Verbindlichkeiten erfüllt hat.
  2. Absatz 2Im Falle der Auflösung eines Tourismusverbandes hat sein bisheriger Vorstand für die bestmögliche Verwertung eines allfällig vorhandenen Vermögens zu sorgen. Der nach der Verwertung und nach Abzug der Kosten allfällig verbleibende Geldbetrag geht in das Vermögen der Gemeinde über, in der der Tourismusverband seinen Sitz hatte. Hat sich das Gebiet des Tourismusverbandes auf zwei oder mehrere Gemeinden erstreckt, bestimmt sich die Höhe des Anteils jeder Gemeinde nach dem Verhältnis der Höhe der von den ehemaligen Pflichtmitgliedern in den einzelnen Gemeindegebieten im Durchschnitt der letzten drei Jahre geleisteten Tourismusabgabe zur Durchschnittshöhe der im Gebiet des Tourismusverbandes im gleichen Zeitraum insgesamt eingehobenen Tourismusabgabe.
  3. Absatz 3Die Auflösung eines Tourismusverbandes kann nur mit Ende eines Kalenderjahres erfolgen.

§ 13

Text

2. Abschnitt

Organisation

Paragraph 13,

Organe des Tourismusverbandes

  1. Absatz einsDie Organe des Tourismusverbandes sind die Vollversammlung, der Vorstand, der Vorsitzende und der Kontrollausschuss.
  2. Absatz 2Der Tourismusverband hat nach den Bestimmungen des Paragraph 26, Absatz eins, einen Leiter des Tourismusverbandes zu bestellen.
  3. Absatz 3Gehört der Tourismusverband einer regionalen Tourismusorganisation an, ist der Geschäftsführer der regionalen Tourismusorganisation zu allen Sitzungen der Organe des Tourismusverbandes einzuladen. Der Geschäftsführer der regionalen Tourismusorganisation ist berechtigt, an allen Sitzungen der Organe des Tourismusverbandes mit beratender Stimme teilzunehmen.

§ 14

Text

Paragraph 14,

Zusammensetzung der und Stimmrecht

in der Vollversammlung

  1. Absatz einsDie Vollversammlung besteht aus sämtlichen Mitgliedern (Paragraph 7, Absatz eins und 2) des Tourismusverbandes. Jedes Mitglied des Tourismusverbandes hat in der Vollversammlung eine Stimme. Die Wahlen in den Vorstand haben in Wählergruppen entsprechend den nachstehenden Bestimmungen zu erfolgen.
  2. Absatz 2Zur Ermittlung der Wählergruppen sind die Mitglieder in die Wählergruppen A und B geteilt:
    1. Litera a
      der Wählergruppe A gehören die Mitglieder gemäß Paragraph 7, Absatz eins, Litera b, sowie jene Mitglieder gemäß Paragraph 7, Absatz eins, Litera a, an, welche hinsichtlich der Höhe der Tourismusabgabe gemäß dem Abgabenbescheid (Paragraph 9, Kärntner Tourismusabgabegesetz – K-TAG) in die Abgabengruppen A und B eingestuft sind;
    2. Litera b
      der Wählergruppe B gehören jene Mitglieder gemäß Paragraph 7, Absatz eins, Litera a, an, die in die übrigen Abgabengruppen des K-TAG eingestuft sind sowie die freiwilligen Mitglieder (Paragraph 7, Absatz 2,).
    Bei Zuordnung von Mitgliedern in beide Wählergruppen ist lediglich die Zuordnung zur Wählergruppe A maßgeblich.
  3. Absatz 3Der Vorsitzende des Tourismusverbandes hat die Wählergruppenliste unverzüglich für die Dauer einer Woche zur allgemeinen Einsicht aufzulegen. Für die Erstellung der Wählergruppenliste gilt Paragraph 9, Absatz 3, letzter Satz. Die Auflage ist ortsüblich kundzumachen. Wegen der Nichtaufnahme eines vermeintlichen Mitgliedes sowie wegen der Aufnahme eines vermeintlichen Nichtmitgliedes des Tourismusverbandes können das vermeintliche Mitglied bzw. Nichtmitglied sowie der Vorsitzende des Tourismusverbandes während der Auflagefrist Einspruch erheben. Das gleiche Recht steht jedem aufgenommenen Mitglied gegen seine Reihung in eine Wählergruppe zu. Für die Entscheidung über Einsprüche gelten die Paragraphen 27 und 29 Absatz eins und 2 der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlordnung 2002 mit der Maßgabe, dass in erster Instanz der Bürgermeister und in zweiter Instanz die Landesregierung entscheiden.

§ 15

Text

Paragraph 15,

Ausübung des Stimmrechts

in der Vollversammlung

  1. Absatz einsNatürliche Personen haben ihr Stimmrecht persönlich oder durch schriftlich Bevollmächtigte auszuüben.
  2. Absatz 2Juristische Personen und eingetragene Personengesellschaften haben ihr Stimmrecht durch ein vertretungsbefugtes Organ (Vorstandsmitglied, Geschäftsführer, Gesellschafter, Prokurist) oder durch schriftlich Bevollmächtigte auszuüben. Bei Zweifel über Bestand und Umfang der Vertretungsbefugnis ist das Stimmrecht durch einen schriftlich Bevollmächtigten auszuüben.
  3. Absatz 3Ein Bevollmächtigter darf neben sich selbst jeweils nur ein Mitglied vertreten.

§ 16

Text

Paragraph 16,

Einberufung, Beschlussfähigkeit und

Abstimmungen der Vollversammlung

  1. Absatz einsDie Vollversammlung wird vom Vorsitzenden einberufen und geleitet. Die Einberufung hat schriftlich und – soweit nicht gemäß Paragraph 5, Absatz 10, Abweichendes bestimmt wird – mindestens zwei Wochen vor dem Tag der Vollversammlung zu erfolgen. In der Einberufung ist die Tagesordnung bekannt zu geben. An der Vollversammlung können auch Personen mit beratender Funktion teilnehmen, wenn sie vom Vorsitzenden oder vom Leiter des Tourismusverbandes beigezogen werden.
  2. Absatz 2Die Einberufung ist darüber hinaus auf Ersuchen des Vorsitzenden durch den Bürgermeister durch Anschlag an der Amtstafel der Gemeinden, auf deren Gebiet sich der Tourismusverband erstreckt, auf die Dauer von mindestens zwei Wochen vor der Vollversammlung kundzumachen. Unabhängig von der persönlichen Einladung wird durch die öffentliche Kundmachung jedenfalls eine ordnungsgemäße Zustellung der Einberufung der Vollversammlung an alle Mitglieder bewirkt.
  3. Absatz 3Die Vollversammlung ist beschlussfähig, wenn die Einberufung nach Absatz eins, rechtzeitig und richtig erfolgt ist und mindestens ein Drittel aller Mitglieder anwesend ist. Ist zu der für den Beginn festgesetzten Zeit nicht mindestens ein Drittel aller Mitglieder vertreten, ist die Vollversammlung nach einer Wartezeit von einer halben Stunde ohne Rücksicht auf die Anzahl der anwesenden oder vertretenen Mitglieder beschlussfähig, wenn in der Einberufung ausdrücklich darauf hingewiesen wurde.
  4. Absatz 4Die Beschlüsse der Vollversammlung werden, sofern nicht anderes bestimmt ist, mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst. Stimmenthaltungen werden nicht gezählt. Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als angenommen, dem der Vorsitzende beigetreten ist. Zur Abstimmung dürfen nur Angelegenheiten gebracht werden, die auf der Tagesordnung stehen, jedoch ist eine Erweiterung der Tagesordnung mit Zustimmung von mindestens zwei Dritteln der anwesenden Mitglieder zulässig. Beschlüsse der Vollversammlung über die Einhebung eines Tourismusbeitrags (Paragraph 5, Absatz 9,) und über die Aufnahme eines Darlehens dürfen nur auf Antrag des Vorstandes gefasst werden.
  5. Absatz 5Die Vollversammlung ist mindestens einmal jährlich einzuberufen. Die Vollversammlung ist innerhalb eines Monats einzuberufen, wenn dies der Vorstand beschließt oder wenn dies mindestens 10 v. H. der Mitglieder (Paragraph 7, Absatz eins und 2) schriftlich unter Angabe der Gründe beim Vorsitzenden begehrt.
  6. Absatz 6Soweit nicht gemäß Paragraph 5, Absatz 10, abweichendes bestimmt wird, sind Beschlüsse der Vollversammlung, durch die eine Verpflichtung oder Belastung der Mitglieder begründet wird, vom Vorsitzenden binnen einer Woche nach der Beschlussfassung für die Dauer einer Woche zur Einsicht für die Mitglieder aufzulegen. Die Auflage ist ortsüblich kundzumachen.

§ 17

Text

Paragraph 17,

Aufgaben der Vollversammlung

Der Vollversammlung ist vom Vorstand über seine Tätigkeit umfassend zu berichten. Ihr sind neben den in diesem Gesetz besonders geregelten Aufgaben vorbehalten:

  1. Litera a
    die Wahl des Vorstands und Antrag auf Abberufung seiner Mitglieder oder Ersatzmitglieder;
  2. Litera b
    die Wahl des Kontrollausschusses;
  3. Litera c
    die Festsetzung eines allfälligen Tourismusbeitrags (Paragraph 5, Absatz 9,);
  4. Litera d
    die Beschlussfassung über die Aufnahme von Darlehen deren Höhe zusammen mit allfällig aushaftenden sonstigen Krediten 30 % der im Haushaltsplan vorgesehenen Einnahmen übersteigt;
  5. Litera e
    die Genehmigung des vom Vorstand beschlossenen Haushaltsplans und des Jahresabschlusses;
  6. Litera f
    die Ernennung von Ehrenmitgliedern (Paragraph 7, Absatz 3,);
  7. Litera g
    Vereinbarungen über den Zusammenschluss (Beitritt) zu einem Tourismusverband für mehrere Gemeinden;
  8. Litera h
    die Beschlussfassung über Investitionen des Tourismusverbandes, deren Kosten das in Litera d, festgelegte Ausmaß übersteigen.

§ 18

Text

Paragraph 18,

Zusammensetzung des Vorstands

  1. Absatz einsDie zu wählenden Mitglieder und Ersatzmitglieder des Vorstands werden von der Vollversammlung auf die Dauer von fünf Jahren gewählt. Aus der Wählergruppe A haben dem Vorstand drei Mitglieder und aus der Wählergruppe B zwei Mitglieder anzugehören. Für jedes Vorstandsmitglied ist ein Ersatzmitglied zu wählen. Der Gemeinderat jeder Gemeinde, auf die sich der Tourismusverband ausstreckt, hat den Bürgermeister oder das für die Angelegenheiten des Tourismus zuständige Mitglied des Gemeindevorstands als Vertreter sowie einen Stellvertreter zu entsenden.
  2. Absatz 2Aus dem Kreis der Mitglieder des Vorstands sind im Wahlvorschlag die Funktionen des Vorsitzenden, des Vorsitzenden-Stellvertreters und des Finanzreferenten zu bestimmen. Der Vorsitzende hat der Wählergruppe A anzugehören.
  3. Absatz 3Erstreckt sich der Tourismusverband auf das Gebiet mehrerer Gemeinden, ist der Vertreter jener Gemeinde, welche im Durchschnitt der letzten drei Jahre die meisten abgabepflichtigen Nächtigungen nach dem Kärntner Orts- und Nächtigungstaxengesetz aufweist, stimmberechtigtes Mitglied. Die übrigen Gemeindevertreter sind beratende Mitglieder.

§ 19

Text

Paragraph 19,

Wahl des Vorstands

  1. Absatz einsDie Wahl des Vorstands ist vom bisherigen Vorsitzenden (Vorsitzenden-Stellvertreter) zu leiten (Wahlleiter). Zur Unterstützung des Wahlleiters bei der Überwachung der Stimmabgabe und bei der Auszählung der Stimmen hat die Vollversammlung aus ihrer Mitte zwei Beisitzer mit einfacher Stimmenmehrheit zu wählen (Wahlkommission).
  2. Absatz 2Wahlberechtigt und wählbar sind nur die Mitglieder des Tourismusverbandes (Paragraph 7, Absatz eins und 2). Auf die Ausübung der Mitgliedschaft im Vorstand ist Paragraph 15, Absatz 2, mit der Maßgabe sinngemäß anzuwenden, dass juristische Personen und eingetragene Personengesellschaften bei der Vorstandswahl ihren Vertretungsbefugten oder bevollmächtigten Vertreter zu benennen haben und eine spätere Benennung einer anderen Person als Vertretungsbefugter oder bevollmächtigter Vertreter in der laufenden Funktionsperiode nur zulässig ist, wenn der ursprünglich Benannte stirbt oder aus der eingetragen Personengesellschaft als vollhaftender Gesellschafter ausscheidet oder seine Geschäftsführertätigkeit nicht mehr ausübt. Mit dem Entzug der Vollmacht endet die Funktion eines Vorstandmitglieds. Personen, die nach Paragraph 18, der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlordnung 2002 vom Wahlrecht ausgeschlossen sind, sind auch von der Wählbarkeit als Vorstandsmitglied ausgeschlossen.
  3. Absatz 3Jeder Wahlberechtigte hat die Möglichkeit, einen schriftlichen, unterfertigten Wahlvorschlag einzureichen, der spätestens am dritten Werktag vor der Vollversammlung in der Geschäftsstelle des Tourismusverbandes eingelangt sein muss. Darauf ist in der Einladung zur Vollversammlung hinzuweisen. Jeder Wahlvorschlag muss so viele Namen enthalten als Mitglieder und Ersatzmitglieder aus jeder Wählergruppe zu wählen sind. Er hat überdies zu bezeichnen, wer die Funktionen des Vorsitzenden, seines Stellvertreters und des Finanzreferenten ausüben soll. Von den Kandidaten müssen schriftliche Zustimmungserklärungen vorliegen. Wahlvorschläge, die nicht die erforderliche Anzahl wählbarer Personen oder Funktionen aufweisen, sind ungültig. Der Wahlleiter hat die Wahlvorschläge zu prüfen, den Einbringer allenfalls zur Ergänzung aufzufordern und die gültigen Wahlvorschläge in der Reihenfolge der Einbringung mit A, B, C usw. zu bezeichnen. Die Wahlvorschläge sind am Tag der Vollversammlung im Wahllokal kundzumachen.
  4. Absatz 4Werden vor der Vollversammlung keine gültigen Wahlvorschläge eingebracht, hat der Wahlleiter vor Beginn der Wahl eine Frist in der Dauer von mindestens einer Viertelstunde und höchstens einer Stunde festzusetzen, innerhalb deren jeder Wahlberechtigte dem Wahlleiter einen schriftlichen Wahlvorschlag übergeben kann. Die Frist kann vom Wahlleiter je nach den Erfordernissen um eine halbe Stunde verlängert werden. Für die Wahlvorschläge gilt Absatz 3, dritter bis siebenter Satz sinngemäß mit der Maßgabe, dass Wahlvorschläge ohne die erforderliche Zahl wählbarer Personen dem Übergeber mit der Aufforderung zur unverzüglichen Ergänzung zurückzustellen sind. Wird ein solcher Wahlvorschlag trotz Aufforderung nicht ergänzt, ist er ungültig. Die gültigen Wahlvorschläge sind der Vollversammlung vom Wahlleiter bekannt zu geben.
  5. Absatz 5Die Wahl ist mit Stimmzetteln durchzuführen. Stimmzettel, auf denen der gewählte Wahlvorschlag nicht eindeutig bezeichnet ist, sind ungültig. Zusätzliche Bemerkungen oder Hinweise auf den Stimmzetteln gelten als nicht beigesetzt. Über die Gültigkeit von Stimmzetteln hat die Wahlkommission mit Stimmenmehrheit zu entscheiden.
  6. Absatz 6Der Wahlleiter hat jenen Wahlvorschlag als gewählt zu erklären, der mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinigt hat.
  7. Absatz 7Hat kein Wahlvorschlag eine Mehrheit im Sinne des Absatz 6, für sich, so findet ein zweiter Wahlgang zwischen jenen beiden Wahlvorschlägen statt, auf die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen entfallen sind. Trifft dies auf mehrere Wahlvorschläge zu, gilt der dritte Satz sinngemäß. Entfallen im zweiten Wahlgang auf beide Wahlvorschläge gleich viele Stimmen, entscheidet das vom jüngsten Mitglied der Wahlkommission zu ziehende Los, welcher Wahlvorschlag als gewählt gilt.
  8. Absatz 8Wird nur ein gültiger Wahlvorschlag eingebracht, gilt dieser abweichend von Absatz 5 bis 7 mit dem Zusammentreten der Vollversammlung zur Wahl als gewählt.
  9. Absatz 9Im Fall des Zusammenschlusses von Tourismusverbänden zu einem Tourismusverband für mehrere Gemeinden oder des Beitritts eines Tourismusverbandes zu einem Tourismusverband für mehrere Gemeinden kann, wenn die Abstimmungen gemäß Paragraph 10, Absatz eins, ein Ergebnis für den Zusammenschluss bzw. den Beitritt gezeitigt haben, noch vor Erlassung der Verordnung gemäß Paragraph 9, Absatz eins, eine gemeinsame Vollversammlung und eine Sitzung des künftigen Vorstands durchgeführt werden. Für die Wahl des künftigen Vorstands haben die Vorsitzenden der bisherigen Tourismusverbände der Landesregierung eine aktuelle Wählergruppenliste zu übermitteln. Die Landesregierung hat eine gemeinsame Wählergruppenliste zu erstellen und den Vorsitzenden der bisherigen Tourismusverbände zu übermitteln. Paragraph 14, Absatz 3, gilt mit der Maßgabe, dass die Auflage der Wählergruppenliste durch die Landesregierung erfolgt und das Einspruchsrecht auch jedem der Vorsitzenden der bisherigen Tourismusverbände zukommt. Die Vollversammlung wird vom Vorsitzenden oder Vorsitzenden-Stellvertreter des mitgliederstärksten Tourismusverbandes bzw. vom Vorsitzenden oder Vorsitzenden-Stellvertreter des bisher schon bestehenden Verbandes für mehrere Gemeinden geleitet, der auch die Funktion des Wahlleiters (Absatz eins,) ausübt. Werden die Vollversammlung und die Sitzung des Vorstands noch vor Erlassung der Verordnung gemäß Paragraph 9, Absatz eins, durchgeführt, sind die Wahlen und Beschlüsse nur unter der Bedingung der Erlassung der Verordnung wirksam.

§ 20

Text

Paragraph 20,

Verzicht auf die Zugehörigkeit zum Vorstand,

Vorrückung der Ersatzmitglieder,

vorzeitige Auflösung

  1. Absatz einsEin Mitglied oder Ersatzmitglied kann auf seine Zugehörigkeit zum Vorstand oder die Funktion des Vorsitzenden, Vorsitzenden-Stellvertreters oder Finanzreferenten verzichten. Der Verzicht ist schriftlich zu erklären und wird eine Woche nach dem Einlangen der Verzichtserklärung beim Vorsitzenden, wenn es sich um den Vorsitzenden handelt, beim Vorsitzenden-Stellvertreter, rechtswirksam. Innerhalb dieser Frist kann der Verzicht schriftlich widerrufen werden. Der Verzicht auf eine Funktion berührt, soweit der Verzicht nicht ausdrücklich auch die Mitgliedschaft zum Vorstand umfasst, nicht die Mitgliedschaft zum Vorstand.
  2. Absatz 2Wird gegen ein Mitglied oder Ersatzmitglied des Vorstands eine gerichtliche Voruntersuchung wegen einer strafbaren Handlung eingeleitet, die nach Paragraph 18, der Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlordnung 2002 einen Wahlausschließungsgrund darstellt, ruht, solange das Verfahren anhängig ist, die Zugehörigkeit zum Vorstand.
  3. Absatz 3Ein Mitglied oder Ersatzmitglied des Vorstands ist auf Antrag des Vorstands nach Beschluss der Vollversammlung von der Landesregierung durch Bescheid abzuberufen, wenn
    1. Litera a
      ein noch fortdauernder Umstand bekannt wird, der ursprünglich seine Wählbarkeit gehindert hätte;
    2. Litera b
      es nach erfolgter Wahl die Wählbarkeit verliert oder
    3. Litera c
      es sich ohne triftigen Entschuldigungsgrund trotz Aufforderung weigert, sein Amt auszuüben; als Weigerung, das Amt auszuüben, gilt ein dreimal aufeinander folgendes, unentschuldigtes Fernbleiben von ordnungsgemäß einberufenen Sitzungen des Vorstands.
  4. Absatz 4Für ein ausgeschiedenes oder verhindertes Vorstandsmitglied ist das nächstfolgende der betreffenden Wählergruppe zuzurechnende Ersatzmitglied einzuberufen. Eine anderweitige Vertretung ist nicht zulässig.
  5. Absatz 5Der Vorstand ist vor Ablauf der Funktionsperiode neu zu wählen, wenn so viele Mitglieder und Ersatzmitglieder ausgeschieden sind, dass weniger als die Hälfte der erforderlichen Mitgliederzahl (Paragraph 18, Absatz eins,) besetzt werden kann, oder wenn er vor Ablauf der Funktionsperiode seine Auflösung beschließt. Eine Neuwahl hat der Vorsitzende unverzüglich zu veranlassen.
  6. Absatz 6Scheidet der Vorsitzende, sein Stellvertreter oder der Finanzreferent vorzeitig aus, ist vom Vorsitzenden (seinem Stellvertreter) unverzüglich eine Neuwahl zu veranlassen.
  7. Absatz 7Der Vorstand bleibt nach Ablauf der Funktionsperiode bis zur erfolgten Wahl des neuen Vorstands im Amt.

§ 21

Text

Paragraph 21,

Aufgaben und Geschäftsbesorgung

des Vorstands

  1. Absatz einsDem Vorstand obliegen die ihm in diesem Gesetz besonders zugewiesenen Aufgaben sowie die Besorgung aller Angelegenheiten, die in diesem Gesetz nicht einem anderen Organ des Tourismusverbandes zugewiesen sind, insbesondere:
    1. Ziffer eins
      die Erlassung der Geschäftsordnung;
    2. Ziffer 2
      die Beschlussfassung des Haushaltsplans;
    3. Ziffer 3
      die Beschlussfassung über außerplanliche Investitionen;
    4. Ziffer 4
      die Beschlussfassung über die vom Vorsitzenden bzw. Leiter des Tourismusverbands erstellten fachlichen Konzepte für die Aufgabenbesorgung des Tourismusverbandes;
    5. Ziffer 5
      die Zustimmung zur Mitwirkung an den von der regionalen Tourismusorganisation erstellten Konzepten für die Aufgabenbesorgung innerhalb der Tourismusregion;
    6. Ziffer 6
      die Beschlussfassung über eine Beteiligung des Tourismusverbandes an Gesellschaften und Vereinen;
    7. Ziffer 7
      die Bestellung und Abberufung des Leiters des Tourismusverbandes;
    8. Ziffer 8
      die Beschlussfassung über die Errichtung oder wesentliche Änderung von Gebäuden des Tourismusverbandes;
    9. Ziffer 9
      die Beschlussfassung über den Abschluss von Miet- oder Pachtverträgen auf unbestimmte Dauer oder auf die Dauer von mehr als einem Jahr;
    10. Ziffer 10
      die Beschlussfassung über die Belastung von unbeweglichem oder beweglichem Vermögen des Tourismusverbandes, die Übernahme von Bürgschaften und die Sicherungsübereignung von beweglichen Gegenständen sowie das Eingehen von Wechselverbindlichkeiten;
    11. Ziffer 11
      die Beschlussfassung über den Abschluss und die Auflösung von Dienstverhältnissen;
    12. Ziffer 12
      die Antragstellung an die Vollversammlung, insbesondere betreffend die Einhebung eines Tourismusbeitrags oder die Aufnahme eines Darlehens (Paragraph 17, Litera c und d) und
    13. Ziffer 13
      die Aufnahme freiwilliger Mitglieder (Paragraph 7, Absatz 2,).
  2. Absatz 2Den Vorsitz im Vorstand führt der Vorsitzende. Er hat den Vorstand mindestens viermal im Jahr sowie dann einzuberufen, wenn dies ein Drittel der Vorstandsmitglieder schriftlich verlangt. Die Einberufung hat mindestens eine Woche vorher schriftlich unter Angabe der Tagesordnung zu erfolgen. Bei besonderer Dringlichkeit einer Angelegenheit kann die Einberufungsfrist bis auf drei Tage verkürzt werden.
  3. Absatz 3Der Vorstand ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen wurden und der Vorsitzende (sein Stellvertreter) sowie mindestens die Hälfte der übrigen stimmberechtigten Mitglieder anwesend sind. Jedes stimmberechtigte Mitglied hat eine Stimme. Die Beschlüsse werden mit einfacher Stimmenmehrheit gefasst. Stimmenthaltung gilt als Ablehnung. Bei Stimmengleichheit gilt die Meinung als angenommen, der der Vorsitzende beigetreten ist. Der Beschluss über die vorzeitige Auflösung des Vorstands kann nur mit Zweidrittelmehrheit gefasst werden.
  4. Absatz 4Zu den Sitzungen des Vorstands können von diesem Personen mit beratender Stimme beigezogen werden.

§ 22

Text

Paragraph 22,

Aufgaben des Vorsitzenden, -Stellvertreters und des Finanzreferenten

  1. Absatz einsDer Vorsitzende leitet den Tourismusverband. Er führt den Vorsitz in den Sitzungen des Vorstands und der Vollversammlung. Er ist an die Beschlüsse dieser Organe gebunden. Unbeschadet der Aufgaben des Leiters des Tourismusverbandes, ist der Vorsitzende für die Vollziehung der Beschlüsse des Vorstands und der Vollversammlung verantwortlich sowie Vorgesetzter aller Bediensteten des Tourismusverbandes.
  2. Absatz 2Der Vorsitzende vertritt den Tourismusverband – unbeschadet der Befugnisse des Leiters des Tourismusverbandes gemäß Paragraph 26, Absatz 2, – nach außen. Der Unterschrift des Vorsitzenden und des Finanzreferenten oder im Fall von deren Verhinderung des Vorsitzenden-Stellvertreters, bedürfen folgende Rechtsgeschäfte:
    1. Ziffer eins
      Darlehensverträge;
    2. Ziffer 2
      Verfügungen über bewegliches Vermögen;
    3. Ziffer 3
      Gesellschaftsverträge und Verträge über den Erwerb oder die Übertragung von Gesellschaftsanteilen.
  3. Absatz 3Im Fall der Verhinderung des Vorsitzenden wird dieser durch den Vorsitzenden-Stellvertreter vertreten. Ist auch der Vorsitzenden-Stellvertreter an der Ausübung der Amtsgeschäfte verhindert, gehen die Befugnisse des Vorsitzenden auf den Finanzreferenten über.
  4. Absatz 4Im Falle der Verhinderung des Vorsitzenden, des Vorsitzenden-Stellvertreters und des Finanzreferenten sind unaufschiebbare Aufgaben gemäß Absatz 2 und 3 von dem an Jahren ältesten Mitglied des Vorstands wahrzunehmen.
  5. Absatz 5Dem Finanzreferenten obliegen – unbeschadet der Aufgaben des Leiters des Tourismusverbandes – die Obsorge für die Erstellung des Haushaltsplans und des Jahresabschlusses sowie die ordnungsgemäße Führung der Kassen- und Rechnungsbücher des Tourismusverbandes.

§ 23

Text

Paragraph 23,

Aufgaben und Organisation

des Kontrollausschusses

  1. Absatz einsDer Kontrollausschuss besteht aus zwei Mitgliedern, die von der Vollversammlung zu wählen sind, und aus einem Mitglied, das vom Gemeinderat jener Gemeinde entsendet wird, in der der Tourismusverband seinen Sitz hat. Der Kontrollausschuss ist auf die Funktionsdauer des Vorstands zu berufen. Seine Mitglieder dürfen nicht dem Vorstand angehören. Die Mitglieder des Kontrollausschusses wählen aus ihrer Mitte den Vorsitzenden.
  2. Absatz 2Dem Kontrollausschuss obliegt die Überwachung der laufenden Gebarung und Kassenführung sowie die Vorprüfung des Jahresabschlusses des Tourismusverbandes.
  3. Absatz 3Der Kontrollausschuss ist verpflichtet, das Ergebnis der Prüfungen in einer Niederschrift festzuhalten. Diese Niederschrift ist dem Vorstand vorzulegen, der die erforderlichen Anordnungen zur Behebung festgestellter Mängel zu treffen hat. Die Niederschrift über die Vorprüfung des Jahresabschlusses ist vom Vorstand zusammen mit dem Jahresabschluss der Vollversammlung vorzulegen.
  4. Absatz 4Auf Antrag des Kontrollausschusses sowie dann, wenn dies in der Vollversammlung beantragt wird und sich zumindest ein Drittel der anwesenden Mitglieder dafür ausgesprochen hat, ist ein Wirtschaftstreuhänder mit der Prüfung der Gebarung des Tourismusverbandes oder des zu bezeichnenden Gebarungsteils zu betrauen. Die Ergebnisse der Prüfung sind dem Kontrollausschuss sowie den Mitgliedern des Tourismusverbandes zugänglich zu machen.

§ 24

Text

3. Abschnitt

Innere Organisation

Paragraph 24,

Aufwandsentschädigung und Auslagenersatz

Die Vollversammlung kann einzelnen Mitgliedern des Vorstands bei einem besonderen Arbeits- oder Zeitaufwand für die Besorgung der Aufgaben eine angemessene Aufwands­entschädigung gewähren. Weiters kann in der Geschäftsordnung (Paragraph 27,) für besondere Aufwendungen im Rahmen der notwendigen Aufgabenbesorgung ein Auslagenersatz vorgesehen werden. Dies gilt insbesondere für Dienstreisen.

§ 25

Text

Paragraph 25,

Allgemeine Aufgaben der Organe

  1. Absatz einsBei der Erfüllung ihrer Aufgaben haben die Organe des Tourismusverbandes auf die Auswirkungen des Tourismus auf kulturelle, soziale, ökonomische und ökologische Belange zu achten.
  2. Absatz 2Hinsichtlich der Befangenheit von Mitgliedern des Vorstands gilt Paragraph 40, der Kärntner Allgemeinen Gemeindeordnung sinngemäß.

§ 26

Text

Paragraph 26,

Leiter des Tourismusverbandes, Einsatz

der Bediensteten

  1. Absatz einsDer Vorstand hat einen Leiter des Tourismusverbandes zu bestellen. Der Tourismusverband kann sich mit Beschluss der Vollversammlung zur Besorgung dieser Funktion eines Bediensteten der regionalen Tourismusorganisation bedienen, wenn das Weisungsrecht der Organe des Tourismusverbandes gegenüber dem Leiter des Tourismusverbandes in fachlicher Hinsicht sichergestellt wird.
  2. Absatz 2Der Leiter des Tourismusverbandes leitet die Verwaltung des Tourismusverbandes und vertritt, mit Ausnahme der im Paragraph 22, Absatz 2, angeführten Rechtsgeschäfte, den Tourismusverband. Er ist an die Weisungen des Vorsitzenden und in den Angelegenheiten der Paragraphen 28 und 30 bis 31 des Finanzreferenten sowie an die Beschlüsse des Vorstands und der Vollversammlung gebunden. Seine Aufgaben umfassen insbesondere:
    1. Litera a
      die Haushaltsführung, Haushaltsplanung und den Haushaltsabschluss;
    2. Litera b
      die Umsetzung der Beschlüsse der Organe des Tourismusverbandes;
    3. Litera c
      die Unterstützung des Vorsitzenden bei den administrativen Tätigkeiten;
    4. Litera d
      die Leitung der Geschäftsstelle des Tourismusverbandes und seiner sonstigen Einrichtungen;
    5. Litera e
      die Wahrnehmung der Funktion des Vorgesetzten aller Bediensteten des Tourismusverbandes und
    6. Litera f
      die Entwicklung von Konzepten für die Aufgabenbesorgung des Tourismusverbandes und deren Verwirklichung nach Beschluss­fassung durch den Vorstand.
  3. Absatz 3Die Funktion des Leiters des Tourismusverbandes ist mit der eines Mitgliedes des Vorstands unvereinbar. Dies gilt nicht in jenen Fällen, in denen der Vorsitzende die Geschäftsführung auf Grund eines Beschlusses der Vollversammlung übernimmt. Einem solchen geschäftsführenden Vorsitzenden kommen auch die Zuständigkeiten des Leiters des Tourismusverbandes nach diesem Gesetz zu.
  4. Absatz 4Der Leiter des Tourismusverbandes ist berechtigt, an allen Sitzungen der Organe des Verbandes mit beratender Stimme teilzunehmen und Anträge an diese Organe, mit Ausnahme der Vollversammlung, zu stellen. Der Leiter hat die organisatorischen Vorbereitungen für die Sitzungen der Organe des Verbandes zu treffen und für die Protokollführung vorzusorgen.
  5. Absatz 5Der Tourismusverband, der einer regionalen Tourismusorganisation angehört, ist verpflichtet, durch vertragliche Vereinbarungen mit der regionalen Tourismusorganisation sicherzustellen, dass zum Zwecke des Ausgleichs des regionalen und saisonalen Bedarfs Arbeitnehmer des Tourismusverbandes bei der regionalen Tourismusorganisation, jeweils gegen Ersatz der damit verbundenen Kosten, Dienst zu verrichten haben. Sofern dies im Interesse der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit der Aufgabenerfüllung gelegen ist, darf der Tourismusverband die Personalangelegenheiten oder Teile davon der regionalen Tourismusorganisation, jeweils gegen Ersatz der damit verbundenen Kosten, übertragen, wenn sichergestellt ist, dass dem Vorsitzenden und dem Leiter des Tourismusverbandes das erforderliche Personal zur Verfügung steht.

§ 27

Text

Paragraph 27,

Geschäftsordnung

  1. Absatz einsDer Tourismusverband hat sich eine Geschäftsordnung zu geben, die insbesondere nähere Bestimmungen über die Führung der Geschäfte durch den Vorsitzenden, die Einberufung und Abwicklung der Vollversammlung, der Sitzungen des Vorstands und des Kontrollausschusses, über die Ausübung des Stimmrechtes und des Wahlrechtes sowie die sonstige Geschäfts- und Wirtschaftsführung zu enthalten hat.
  2. Absatz 2Die Geschäftsordnung bedarf der Genehmigung der Landesregierung. Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn die Bestimmungen der Geschäftsordnung gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen.
  3. Absatz 3Für einen Tourismusverband, der innerhalb von sechs Monaten nach dem Inkrafttreten der Verordnung gemäß Paragraph 9, Absatz eins, keine Geschäftsordnung erlässt, gilt bis zur Nachholung dieser Maßnahme die von der Landesregierung im Verordnungswege zu erlassende Mustergeschäftsordnung.

§ 28

Text

4. Abschnitt

Haushaltsführung des Tourismusverbandes

Paragraph 28,

Haushaltswirtschaft und Rechnungswesen

  1. Absatz einsDie Tourismusverbände sind zum Wohl der Mitglieder nach den Grundsätzen der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit zu führen. Für das Rechnungswesen der Tourismusverbände gelten die Grundsätze der unternehmerischen Rechnungslegung.
  2. Absatz 2Unbeschadet weiterreichender Planungen ist die Haushaltswirtschaft des Tourismusverbandes als Jahreswirtschaft alljährlich in einem Haushaltsplan festzulegen und in einem Jahresabschluss nachzuweisen. Die Wirtschaftspläne der erwerbswirtschaftlichen Unternehmen des Tourismusverbandes bilden einen Bestandteil des Haushaltsplans.
  3. Absatz 3Die Landesregierung hat durch Verordnung einen einheitlichen Kontenplan für die Tourismusverbände zu erlassen, der auch die sich aus der Erfüllung der Verpflichtungen des Landes aus dem Österreichischen Stabilitätspakt ergebenden Gliederungserfordernisse zu berücksichtigen hat. Die Tourismusverbände sind verpflichtet, sicherzustellen, dass dieser Kontenplan auch in den regionalen Tourismusorganisationen Anwendung findet. Dies gilt für die Übertragung von Aufgaben des Landes an Dritte (Paragraph 2, Absatz eins,) sinngemäß.
  4. Absatz 4Wenn dies im Interesse der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit gelegen ist, sind die Tourismusverbände, die einer regionalen Tourismusorganisation angehören, verpflichtet, eine zentrale Koordination der Verwaltungsaufgaben der Tourismusverbände sicherzustellen, dies gilt insbesondere für die Aufgaben der Buchhaltung.
  5. Absatz 5Als Haushaltsjahr des Tourismusverbandes und als Wirtschaftsjahr seiner erwerbswirtschaftlichen Unternehmen gilt das Kalenderjahr, wenn nicht der Vorstand für das Haushaltsjahr und das Wirtschaftsjahr übereinstimmend etwas anderes bestimmt.
  6. Absatz 6Die Abwicklung des Haushaltsplans ist laufend in den Kassen- und Rechnungsbüchern aufzuzeichnen. Die Kassen- und Rechnungsbücher sind nach den Grundsätzen einer ordnungsgemäßen Buchführung im Sinne der Bundesabgabenordnung einzurichten, wobei für Betriebe gewerblicher Art auf die besonderen steuerrechtlichen Erfordernisse Bedacht zu nehmen ist. Wird die Besorgung der Aufzeichnungen an Dritte übertragen, hat der Tourismusverband selbst ein Kassenbuch zu führen, in dem täglich alle Bareinnahmen und Barausgaben einschließlich der Bankkontenbuchungen zu verzeichnen sind.

§ 29

Text

Paragraph 29,

Aufbringung der Mittel

  1. Absatz einsDie für den Haushalt des Tourismusverbandes erforderlichen Geldmittel werden durch die in Paragraph 5, genannten Einnahmen des Tourismusverbandes aufgebracht.
  2. Absatz 2Tourismusverbände dürfen eine erwerbswirtschaftliche Tätigkeit (Unternehmen) nur aufnehmen, wenn dies den Grundsätzen des § 28 Absatz eins, entspricht. Diesen Grundsätzen ist insbesondere dann entsprochen, wenn
    1. Litera a
      das Unternehmen zur Förderung des Tourismus erforderlich ist und
    2. Litera b
      die Art und der Umfang des Unternehmens in einem angemessenen Verhältnis zur voraussichtlichen dauernden Leistungsfähigkeit des Tourismusverbandes und zum voraussichtlichen Bedarf steht.
      Die Ausübung des Gewerbes der Zimmervermittlung steht nicht im Widerspruch zu den Grundsätzen des Paragraph 28, Absatz eins,

§ 30

Text

Paragraph 30,

Haushaltsplan

  1. Absatz einsDer Finanzreferent hat den Entwurf des Haushaltsplans für das kommende Haushaltsjahr bis Ende November im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden zu erstellen und dem Vorstand zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen. Vor der Behandlung durch den Vorstand ist der Haushaltsplan eine Woche lang zur Einsichtnahme durch die Mitglieder aufzulegen. Ort und Zeit der Einsichtnahme sind ortsüblich kundzumachen. Jedes Mitglied des Tourismusverbandes kann während der Einsichtsfrist zum Entwurf des Haushaltsplans dem Vorstand seine Anregungen und Einwendungen schriftlich bekannt geben. Solche Stellungnahmen sind in die Vorstandsberatungen über den Haushaltsplan einzubeziehen und der Vollversammlung bei der Genehmigung des Haushaltsplans bekannt zu geben.
  2. Absatz 2Ist der Haushaltsplan zu Beginn des Haushaltsjahres noch nicht festgesetzt, sind der Vorsitzende und im Rahmen seiner Befugnisse der Leiter des Tourismusverbandes nur zur Leistung von Ausgaben ermächtigt, die sich für den Tourismusverband aus gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtungen ergeben.
  3. Absatz 3Ein Nachtragsplan ist vom Vorstand festzusetzen, wenn im Lauf des Haushaltsjahres
    1. Litera a
      der im Haushaltsplan vorgesehene Ausgleich der Erträge und Aufwendungen auch bei Ausnutzung aller Sparmöglichkeiten nur durch eine Änderung des Haushaltsplans erreicht werden kann oder
    2. Litera b
      erhebliche Aufwendungen, die im Haushaltsplan nicht oder nicht in ausreichender Höhe vorgesehen sind, geleistet werden müssen.
  4. Absatz 4Die Darstellung des Haushaltsplans hat nach dem in Paragraph 31, Absatz eins und 2 und dem in der dazu ergangenen Verordnung der Landesregierung festgelegten Schema für eine Gewinn- und Verlustrechnung zu erfolgen, wobei den einzelnen Positionen die entsprechenden Zahlen des letzten genehmigten Jahresabschlusses und des Haushaltsplans für das laufende Jahr gegenüber zu stellen sind. Diese Verordnung hat darüber hinaus auch den sich aus der Erfüllung der Verpflichtungen des Landes aus dem Österreichischen Stabilitätspakt ergebenden Erfordernissen zu entsprechen.
  5. Absatz 5Der Haushaltsplan und allfällige Nachtragspläne sind spätestens mit der Auflage gemäß Absatz eins, zweiter Satz der Landesregierung vorzulegen.

§ 31

Text

Paragraph 31,

Jahresabschluss

  1. Absatz einsNach Ablauf des Haushaltsjahres hat der Finanzreferent im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden den Jahresabschluss aufzustellen. Dieser umfasst eine Jahresbilanz zum Ende des Kalenderjahres sowie eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung. Sie sind nach den Grundsätzen der unternehmerischen Rechnungslegung zu erstellen. Erhebliche Abweichungen von den Ansätzen im Haushaltsplan sind zu begründen.
  2. Absatz 2Die Gliederung der Jahresbilanz und der jährlichen Gewinn- und Verlustrechnung ist durch Verordnung der Landesregierung festzulegen. Die Gliederung hat unter Bedachtnahme auf die Besonderheiten der Tourismusverbände in der wirtschaftsüblichen Weise zu erfolgen. Sie hat darüber hinaus auch den sich aus der Erfüllung der Verpflichtungen des Landes aus dem Österreichischen Stabilitätspakt ergebenden Erfordernissen zu entsprechen.
  3. Absatz 3Der Jahresabschluss für das abgelaufene Haushaltsjahr ist bis 31. März des Folgejahres zu erstellen und bis spätestens 30. April dem Vorstand zur Prüfung vorzulegen. Der Vorstand hat den Jahresabschluss der Vollversammlung so rechtzeitig vorzulegen, dass er vor dem 31. Mai festgestellt werden kann. Paragraph 89 a, der Kärntner Allgemeinen Gemeindeordnung ist anzuwenden. Vor der Vorlage ist die Jahresrechnung durch eine Woche zur Einsichtnahme aufzulegen. Ort und Zeit der Einsichtnahmemöglichkeit sind ortsüblich kundzumachen. Paragraph 30, Absatz eins, ist sinngemäß anzuwenden.
  4. Absatz 4Die Vollversammlung hat den Jahresabschluss bis 31. Mai jeden Jahres festzustellen. Der Jahresabschluss ist nach der Feststellung unverzüglich der Landesregierung zu übermitteln.

§ 32

Text

römisch III. Teil

Schluss- und Übergangsbestimmungen

1. Abschnitt:

Schlussbestimmungen

Paragraph 32,

Verweisungen

  1. Absatz einsSoweit in diesem Gesetz auf Landesgesetze verwiesen wird, verstehen sich diese als Verweisungen auf diese Landesgesetze in ihrer jeweils geltenden Fassung.
  2. Absatz 2Soweit in diesem Gesetz auf Bundesgesetze verwiesen wird, verstehen sich diese Verweisungen als Verweisungen auf die Bundesgesetze in der nachstehend angeführten Fassung:
    1. Litera a
      Bundesabgabenordnung – BAO, Bundesgesetzblatt Nr. 194 aus 1961,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. römisch eins Nr. 76/2011;
    2. Litera b
      Umsatzsteuergesetz 1994 – UStG 1994, Bundesgesetzblatt Nr. 663 aus 1994,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 76 aus 2011,.

§ 33

Text

Paragraph 33,

Eigener Wirkungsbereich der Gemeinde

Die in den Paragraphen 4, Absatz eins und 4, 5 Absatz 7 und 8, 6 Absatz 3,, 9 Absatz 2, Litera b,, 11 Absatz 4 und 6, 12 Absatz 2,, 18 Absatz eins,, 23 Absatz eins,, 36 Absatz 2 und 5 und 37 dieses Gesetzes angeführten Aufgaben sind solche des eigenen Wirkungsbereiches der Gemeinde.

§ 34

Text

Paragraph 34,

Übertragener Wirkungsbereich

der Tourismusverbände

  1. Absatz einsDie in den Paragraphen 14, Absatz 3 und 19 Absatz 9, dieses Gesetzes angeführten Aufgaben sind solche des übertragenen Wirkungsbereiches des Tourismusverbandes.
  2. Absatz 2In den in Absatz eins, genannten Angelegenheiten unterliegen die Tourismusverbände dem Weisungsrecht der Landesregierung.

§ 35

Text

Paragraph 35,

Aufsicht des Landes

  1. Absatz einsFür die Aufsicht des Landes über die Tourismusverbände gelten – unbeschadet der in diesem Gesetz geregelten Aufgaben der Landesregierung – die Bestimmungen des 21. Abschnitts der Kärntner Allgemeinen Gemeindeordnung (K-AGO) mit der Maßgabe, dass an die Stelle der Gemeindeorgane die entsprechenden Organe des Tourismusverbandes treten und die Bestimmungen über Bescheide und Verordnungen der Gemeindeorgane nicht anzuwenden sind.
  2. Absatz 2Für die Genehmigung des Haushaltsplans durch die Landesregierung gilt Paragraph 86, Absatz 11 und 12 K-AGO mit der Maßgabe, dass an die Stelle der Gemeinde der Tourismusverband tritt. Für den Jahresabschluss des Tourismusverbandes gilt Paragraph 90, Absatz 3, K-AGO mit der Maßgabe, dass an die Stelle des Gemeinderats die Vollversammlung tritt.
  3. Absatz 3Für die Errichtung regionaler Tourismusorganisationen gilt Paragraph 104, Absatz eins, Litera d, K-AGO mit der Maßgabe, dass die Genehmigung der Landesregierung zu erteilen ist, wenn der Gesellschaftsvertrag oder seine allfälligen Änderungen den Voraussetzungen des Paragraph 3, Absatz 2, entsprechen.
  4. Absatz 4Die Tourismusverbände und Gemeinden bedürfen für Gesellschafterbeschlüsse im Sinne des Paragraph 3, Absatz 2, Ziffer 4, der vorherigen Genehmigung durch die Landesregierung im Sinne des Paragraph 104, Absatz eins, Litera a und b K-AGO.
  5. Absatz 5Der Tourismusverband hat im aufsichtbehördlichen Verfahren Parteistellung.

§ 36

Text

2. Abschnitt:

Übergangs- und Inkrafttretensbestimmungen

Paragraph 36,

Übergangsbestimmungen

für Tourismusregionen und regionale

Tourismusorganisationen

  1. Absatz einsDie in der Anlage zu diesem Gesetz angeführten Tourismusregionen und ihre Mitgliedsgemeinden gelten mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes als vorläufige Tourismusregionen im Sinne des Paragraph 3, Absatz eins,
  2. Absatz 2Gemeinden oder Tourismusverbände, die keiner der in Absatz eins, angeführten Tourismusregionen angehören, können sich bis 31. Dezember 2013 freiwillig einer der in Absatz eins, genannten Tourismusregionen anschließen.
  3. Absatz 3Tourismusregionen gemäß Absatz eins, können sich bis 31. Dezember 2013 freiwillig zu einer größeren regionalen Tourismusorganisation zusammenschließen. Abweichend von Paragraph 3, Absatz 2, Ziffer eins, Litera a und b gelten jedoch diese Voraussetzungen für die Errichtung von regionalen Tourismusorganisationen für bestehende Tourismusregionen gemäß Absatz eins, auch nach dem 1. Jänner 2014 nicht.
  4. Absatz 4Die Landesregierung hat die Verordnung gemäß Paragraph 3, Absatz eins, nach dem 1. Jänner 2014 zu erlassen. In dieser Verordnung sind die Vereinbarungen gemäß Absatz eins bis 3 sowie Absatz 3, letzter Satz zu berücksichtigen.
  5. Absatz 5Unbeschadet der Absatz eins bis 3 haben die Gemeinden und Tourismusverbände bis 31. Dezember 2013 sicherzustellen, dass die Organisation bestehender regionaler Tourismusor-ganisationen den Anforderungen gemäß Paragraph 3, Absatz 2, entspricht. Erweist sich eine vertragliche Anpassung der Bestimmungen über die Errichtung der regionalen Tourismusorganisation innerhalb eines Jahres nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes (Paragraph 38, Absatz eins,) als nicht möglich, sind die Gemeinden verpflichtet, die Auflösung der Vereinbarung über die Errichtung der Tourismusregion zum ehest möglichen Zeitpunkt anzustreben. Nach der Auflösung dieser Vereinbarung haben die Tourismusverbände und Gemeinden gemäß Paragraph 3, Absatz 3, vorzugehen.

§ 37

Text

Paragraph 37,

Übergangsbestimmungen

für Tourismusverbände

  1. Absatz einsMit der Feststellung der Landesregierung, dass die erforderliche Zustimmung der Unternehmer zur Errichtung eines Tourismusverbandes vorliegt (Paragraph 9, Absatz 7,), haben die Gemeinden Vereinbarungen gemäß Paragraph 8, Absatz 3, Litera d, Fremdenverkehrsgesetz 1992 zum ehest möglichen Zeitpunkt aufzulösen. Paragraph 5, Absatz 7, lit. a ist für die Dauer des laufenden Vertrages nicht anzuwenden, soweit nicht Absatz 3, Anwendung findet.
  2. Absatz 2Unbeschadet des Absatz eins, haben die Gemeinden anlässlich der Gründung eines Tourismusverbandes hinsichtlich des Übergangs von unbeweglichem Vermögen, soweit nicht Absatz 5, Anwendung findet, und hinsichtlich der Rechtsnachfolge bei nicht unter Absatz eins, fallenden Vereinbarungen, einvernehmlich vorzugehen. Dabei ist sicherzustellen, dass den Gemeinden aus dem Übergang der Zuständigkeit von der Gemeinde auf den Tourismusverband keine wesentlichen finanziellen Nachteile erwachsen. Insbesondere sind die Tourismusverbände – soferne dies rechtlich möglich ist – verpflichtet, in bestehende Vereinbarungen der Gemeinden über Großveranstaltungen für den tourismusrelevanten Anteil einzutreten. Die Tourismusverbände und Gemeinden sind weiters verpflichtet, darauf hinzuwirken, dass sich an diesen Vereinbarungen auch die regionalen Tourismusorganisationen beteiligen.
  3. Absatz 3Juristische Personen, deren satzungsgemäßer Zweck die umfassende Wahrnehmung der Interessen des Tourismus in der Gemeinde ist, können innerhalb eines Jahres nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes, wenn die Landesregierung eine Verordnung gemäß Paragraph 9, Absatz eins, erlassen hat, beantragen, dass durch Bescheid der Landesregierung der Tourismusverband, der in der Gemeinde seinen Sitz hat, in die Gesamtheit ihrer Rechte und Pflichten eingesetzt wird. Die Landesregierung hat darüber nach Anhörung der Gemeinde zu entscheiden. Bestehen in einer Gemeinde mehrere solcher juristischen Personen, kommt diese Einsetzung in die Rechtsnachfolge – ausgenommen in den Fällen des Paragraph 11, Absatz 2, – nur für den Rechtsträger in Betracht, dem bei der Wahrnehmung der Interessen des Tourismus die größte Bedeutung zukommt. Ein Bescheid, der die Nachfolge des Tourismusverbandes gegenüber einer juristischen Person ausspricht, wird mit dem Zeitpunkt wirksam, in dem die juristische Person satzungsgemäß und nach den in Betracht kommenden Rechtsvorschriften ihre Auflösung rechtswirksam beschlossen hat. Wird eine solche Maßnahme nicht gesetzt, verliert der Bescheid nach Ablauf eines Jahres seine Wirksamkeit.
  4. Absatz 4Die Landesregierung hat den Zeitpunkt der konstituierenden Sitzung der Vollversammlung des Tourismusverbandes festzulegen und der Gemeinde, in der er seinen Sitz hat (Paragraph 6, Absatz 3,), mitzuteilen. Die Einladung zu dieser Sitzung hat durch die Sitzgemeinde zu erfolgen. Zu diesem Zweck ist der Sitzgemeinde von den gegebenenfalls weiteren betroffenen Gemeinden eine Liste der Mitglieder, gegliedert nach Wählergruppen, zu übermitteln. Paragraph 14, Absatz 3, ist mit der Maßgabe anzuwenden, dass die Abgabenbehörde nach dem Tourismusabgabegesetz bis 31. Dezember 2012 der Bürgermeister ist. Der Vorsitzende der konstituierenden Sitzung ist von der Sitzgemeinde, gegebenenfalls nach Anhörung der weiteren betroffenen Gemeinden, zu bestimmen. Das Stimmrecht für die Wahl des Vorstands richtet sich diesfalls nach der von der Sitzgemeinde, gegebenenfalls aufgrund der von den weiteren Gemeinden übermittelten Daten, erstellten Wählergruppenliste der Mitglieder des Tourismusverbandes.
  5. Absatz 5Zum Zeitpunkt der Errichtung eines Tourismusverbandes bestehende Einrichtungen, die auch für den Tourismus von besonderer Bedeutung sind, (Paragraph 4, Absatz 2, Litera d,) verbleiben – soweit mit dem Tourismusverband nicht Abweichendes vereinbart wurde – bei der Gemeinde.
  6. Absatz 6Die Tourismusverbände sind verpflichtet, die Bediensteten der Gemeinde, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung der Landesregierung gemäß Paragraph 9, Absatz eins, mit Aufgaben des Tourismus betraut sind, und die den Tourismusverbänden nach den dienstrechtlichen Bestimmungen (Paragraphen 19 a, Gemeindevertragsbedienstetengesetz, 18a Gemeindebedienstetengesetz 1992, 53 ff Kärntner Gemeindemitarbeiterinnengesetz) zur Dienstleistung zugewiesen werden, unter Wahrung ihrer Rechte und Pflichten jedenfalls bis zum Ablauf des 31. Dezember 2015 zur Erfüllung der Aufgaben des Tourismusverbandes einzusetzen. Diese Verpflichtung gilt jedoch nur insoweit, als die Personalkosten für diese Bediensteten nicht 35 v.H. des Gesamthaushalts des Tourismusverbandes übersteigen.
  7. Absatz 7Maßnahmen, die erforderlich sind, damit die Tourismusverbände und ihre Organe mit dem Inkrafttreten einer Verordnung gemäß Paragraph 9, Absatz eins, die ihnen übertragenen Aufgaben wahrnehmen können, dürfen bereits ab dem der Kundmachung einer solchen Verordnung folgenden Tag gesetzt werden.

§ 38

Text

Paragraph 38,

Inkrafttretens- und

Außerkrafttretensbestimmungen

  1. Absatz einsDieses Gesetz tritt – unbeschadet der Bestimmungen der Paragraphen 36 und 37 sowie der Absatz 3 und 4 – am 1. Jänner 2013 in Kraft.
  2. Absatz 2Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes tritt das Fremdenverkehrsgesetz 1992, LGBl. Nr. 43, in der Fassung des Gesetzes Landesgesetzblatt Nr. 6 aus 1993,, außer Kraft.
  3. Absatz 3Verordnungen aufgrund dieses Gesetzes dürfen bereits ab der Kundmachung dieses Gesetzes erlassen werden. Sie dürfen jedoch frühestens gleichzeitig mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes (Absatz eins und 4) in Kraft gesetzt werden.
  4. Absatz 4Paragraph 9, tritt am 1. Mai 2012 in Kraft. Vorbereitungsmaßnahmen, insbesondere für die Feststellung der Zustimmung der Unternehmer (Paragraph 9, Absatz 2,), dürfen bereits ab der Kundmachung dieses Gesetzes durchgeführt werden.

§ 39

Text

Paragraph 39,

Berichtspflicht der Landesregierung

Die Landesregierung hat dem Landtag bis spätestens 31. Dezember 2015 einen Bericht über die Entwicklung im Bereich der Tourismusverbände und der regionalen Tourismusorganisationen zu übermitteln. In diesem Bericht ist auch darzulegen, welche Probleme im Bereich der Vollziehung dieses Gesetzes aufgetreten sind und ob die Landesregierung aufgrund dieser Erfahrungen in Erwägung zieht, im Landtag einen Gesetzesvorschlag zu Änderungen dieses Gesetzes einzubringen.

Anl. 1

Text

Anlage (zu § 36 Abs. 1)

Tourismusregionen: Regionale

Tourismusorganisationen in Kärnten

und ihre Mitgliedsgemeinden

Hohe Tauern:

Tourismusregion Nationalpark Hohe Tauern

Flattach, Großkirchheim, Heiligenblut am Großglockner, Lurnfeld, Mallnitz, Mörtschach, Mühldorf, Obervellach, Rangersdorf, Reisseck, Stall, Winklern

Karnische Region:

Tourismusregion Karnische Region

Naturarena Kärnten

Dellach im Gailtal, Feistritz an der Gail, Gitschtal, Hermagor-Presseggersee, Kirchbach, Kötschach-Mauthen, Lesachtal, Nötsch im Gailtal, Sankt Stefan im Gailtal, Weißensee

Kärnten Mitte:

Erlebnisregion Hochosterwitz –

Tourismusregion Kärnten : Mitte

Althofen, Brückl, Deutsch-Griffen, Eberstein, Frauenstein, Friesach, Glödnitz, Gurk, Guttaring, Hüttenberg, Kappel am Krappfeld, Klein Sankt Paul, Liebenfels, Magdalensberg, Maria Saal, Metnitz, Micheldorf, Mölbling, Sankt Georgen am Längsee, Sankt Veit an der Glan, Strassburg, Weitensfeld im Gurktal

Katschberg:

Tourismusregion Katschberg-Rennweg

Marketing GmbH

Rennweg am Katschberg

Klopeinersee:

Tourismusregion Klopeinersee –

Südkärnten GmbH

Bleiburg, Diex, Eberndorf, Eisenkappel – Vellach, Feistritz ob Bleiburg, Gallizien, Globasnitz, Griffen, Neuhaus, Ruden, Sankt Kanzian am Klopeiner See, Sittersdorf, Völkermarkt

Lavanttal:

Tourismusregion Regionalmanagement

Lavanttal GmbH

Bad Sankt Leonhard im Lavanttal, Frantschach St. Gertraud, Lavamünd, Reichenfels, Sankt Andrä, Sankt Georgen im Lavanttal, Sankt Paul im Lavanttal, Wolfsberg

Lieser-Maltatal:

Tourismusverband Lieser – Maltatal

Gmünd in Kärnten, Krems in Kärnten

Malta, Trebesing

Millstätter See:

Tourismusregion Millstätter See

Tourismus GmbH

Baldramsdorf, Radenthein, Ferndorf, Fresach, Lendorf, Millstatt, Seeboden, Spittal an der Drau

Nockberge:

Tourismusregion Nockberge Tourismus

Marketing GmbH

Albeck, Bad Kleinkirchheim, Reichenau, Feld am See, Gnesau

Oberes Drautal:

Tourismusregion Outdoorpark Oberdrautal

Berg im Drautal, Dellach im Drautal, Greifenburg, Irschen, Kleblach-Lind, Oberdrauburg, Sachsenburg, Steinfeld

Rosental:

Tourismusregion Carnica- Region Rosental

Feistritz im Rosental, Ferlach, Köttmannsdorf, Ludmannsdorf, Maria Rain, Rosegg, St. Jakob im Rosental, St. Margareten im Rosental, Zell

Villach und Seen:

Tourismusregion Villach-Warmbad-Faaker See-Ossiacher See (ViFaOs)

Afritz am See, Arnoldstein, Arriach, Bad Bleiberg, Finkenstein am Faaker See, Ossiach, Steindorf am Ossiacher See, Treffen am Ossiacher See, Villach, Wernberg

Wörthersee:

Tourismusregion Wörthersee Tourismus GmbH

Keutschach am See, Krumpendorf am Wörther See, Maria Wörth, Moosburg, Pörtschach am Wörther See, Schiefling am Wörthersee, Techelsberg am Wörther See, Velden am Wörther See

Artikel II

Landesgesetzblatt Nr 7 aus 2015,)
Inkrafttretens- und Übergangsbestimmungen

  1. Absatz einsDieses Gesetz tritt mit dem auf die Kundmachung folgenden Monatsersten in Kraft.
  2. Absatz 2Bestehende juristische Personen, die als regionale Tourismusorganisationen in der Anlage zu Paragraph 36, Absatz eins, K-TG angeführt sind, gelten mit dem Tag des Inkrafttretens dieses Gesetzes als anerkannte regionale Tourismusorganisationen im Sinne des Paragraph 3, Absatz 2 a, K-TG in der Fassung des Art. römisch eins Ziffer 9, Paragraph 3, Absatz 2, Ziffer eins, K-TG gilt für solche juristischen Personen nicht. Unbeschadet eines Vorgehens nach Paragraph 3, Absatz 2 a, letzter Satz K-TG in der Fassung des Art. römisch eins Ziffer 9, hat die Landesregierung die Anerkennung als regionale Tourismusorganisation auch zu entziehen, wenn solche juristische Personen die Voraussetzungen gemäß Paragraph 3, Absatz 2, Ziffer 2 bis 5 K-TG nicht erfüllen.     
  3. Absatz 3Art. römisch eins Ziffer 20, gilt für die ab dem Kalenderjahr 2017 gebührenden Akontierungen. Bis dahin gilt Art. römisch eins Ziffer 20, mit der Maßgabe, dass als Grundlage
    1. Ziffer eins
      der im  Kalenderjahr 2015 gebührenden  Akontierungen die im Kalenderjahr 2012 im Sinne des Paragraph 5, Absatz 3, Litera b und c K-TG ermittelten Beträge und
    2. Ziffer 2
      der im Kalenderjahr 2016 gebührenden Akontierungen die Durchschnittswerte der nach Paragraph 5, Absatz 3, Litera b und c K-TG aufgeteilten Beträge aus den Kalenderjahren 2013, 2014 und 2015 heranzuziehen sind.

    Eine allfällige Differenz zwischen den seitens des Landes vor dem 1. Jänner 2015 freiwillig gewährten Akontierungen (oder vergleichbaren Zahlungen unter sonstiger Bezeichnung) und den vor diesem Zeitpunkt nach Paragraph 5, Absatz 3, Litera b und c K-TG zustehenden Beträgen ist bei der im Jahr 2016 durchzuführenden Abrechnung im Sinne des Paragraph 5, Absatz 5, vorletzter Satz K-TG in der Fassung des Art. römisch eins Ziffer 20, zu berücksichtigen. 

  4. Absatz 4Absatz 3, gilt sinngemäß für die Gesellschaft nach Paragraph 5, Absatz 4, in Verbindung mit Paragraph 2, Absatz eins, K-TG in der Fassung dieses Gesetzes.
  5. Absatz 5Paragraph 9, Absatz eins, zweiter Satz in der Fassung des Art. römisch eins Ziffer 26, gilt nicht für die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes errichteten Tourismusverbände. 
  6. Absatz 6Die Frist nach Paragraph 39, K-TG in der Fassung des Art. römisch eins Ziffer 66, beginnt mit 1. Jänner 2015 zu laufen.