Landesrecht konsolidiert Kärnten: Gesamte Rechtsvorschrift für Kärntner Landesrechnungshofgesetz 1996 - K-LRHG, Fassung vom 23.07.2024

§ 0

Langtitel

Gesetz vom 11. Juli 1996 über die Einrichtung eines
Landesrechnungshofes (Kärntner Landesrechnungshofgesetz 1996 -
K-LRHG)
StF: LGBl Nr 91/1996

Änderung

Landesgesetzblatt Nr 73 aus 2005,

Landesgesetzblatt Nr 100 aus 2005,

Landesgesetzblatt Nr 109 aus 2012,

Landesgesetzblatt Nr 17 aus 2016,

Landesgesetzblatt Nr 28 aus 2016,

Landesgesetzblatt Nr 25 aus 2017,

Landesgesetzblatt Nr 23 aus 2018,

Landesgesetzblatt Nr 25 aus 2018,

Landesgesetzblatt Nr 97 aus 2021,

Landesgesetzblatt Nr 9 aus 2023,

Sonstige Textteile

Inhaltsverzeichnis

I. Abschnitt (Einrichtung und Organisation)

§

1 Einrichtung des Landesrechnungshofes

§

2 Zusammensetzung und Ausstattung des Landesrechnungshofes

§

 3 Bestellung und Abberufung des Leiters des Landesrechnungshofes

§

 4 Stellung des Leiters des Landesrechnungshofes

§

 5 (entfällt)

§

 6 Vertretung des Leiters des Landesrechnungshofes

§

 7 Unvereinbarkeit

II. Abschnitt (Überprüfung der Gebarung durch den Landesrechnungshof)

§

 8 Zuständigkeiten zur Gebarungsüberprüfung

§

 9 Meinungsverschiedenheiten

III. Abschnitt (Überprüfung von Großvorhaben durch den Landesrechnungshof)

§

 10 Kostenüberprüfung von Großvorhaben

§

 11 Überprüfung der Durchführung von Großvorhaben

IV. Abschnitt (Überprüfungsverfahren)

§

 12 Überprüfungen der Gebarung

§

 13 Initiative zur Überprüfung

§

 14 Überprüfungsbefugnisse

§

 15 Stellungnahme zu den vorläufigen Überprüfungsergebnissen

§

 16 Koordination der Überprüfungstätigkeiten

V. Abschnitt (Berichte)

§

 17 Überprüfungsberichte

§

 18 Bericht über den Rechnungsabschluß

§

 19 Bericht der Landesregierung

Va. Abschnitt (Stellungnahmen)

§

19a Stellungnahmen für Untersuchungsauschüsse des Landtages

§

19b Stellungnahme nach dem Kärntner Spekulationsgesetz

§

19c Stellungnahmen zur Wirkungsorientierung

VI. Abschnitt (Schluß- und Übergangsbestimmungen)

§

 20 Zuständigkeiten des Rechnungshofes

§

 21 Inkrafttreten und Übergangsbestimmungen

§ 1

Text

römisch eins. Abschnitt
Einrichtung und Organisation

Paragraph eins,

Einrichtung des Landesrechnungshofes

  1. Absatz einsDurch dieses Gesetz wird ein Landesrechnungshof mit folgenden Aufgaben eingerichtet:
    1. Litera a
      Überprüfung der Gebarung des Landes sowie anderer durch Landesverfassungsgesetz bestimmter Rechtsträger;
    2. Litera b
      Überprüfung von Großvorhaben des Landes sowie der anderen durch dieses Gesetz bestimmten Rechtsträger;
    3. Litera c
      Erstattung des Berichtes zum Rechnungsabschluß;
    4. Litera d
      Besorgung sonstiger Aufgaben, die dem Landesrechnungshof durch Landesverfassungsgesetz übertragen werden (Artikel 70, K-LVG).
  2. Absatz 2Der Landesrechnungshof untersteht unmittelbar dem Landtag, wird als dessen Organ tätig und ist nur diesem verantwortlich. Bei der Besorgung seiner Aufgaben ist der Landesrechnungshof von der Landesregierung unabhängig (Artikel 71, Absatz eins, K-LVG).
  3. Absatz 3Der Landesrechnungshof hat seinen Sitz am Sitz des Landtages. Er führt die Bezeichnung “Kärntner Landesrechnungshof” und ist zur Führung des Landeswappens sowie eines Siegels mit dem Wappen des Landes und der Umschrift “Kärntner Landesrechnungshof” berechtigt.

§ 2

Text

Paragraph 2,

Zusammensetzung und Ausstattung
des Landesrechnungshofes

  1. Absatz einsDer Landesrechnungshof besteht aus dem Leiter und den erforderlichen Bediensteten (Mitglieder des Landesrechnungshofes). Die Bediensteten des Landesrechnungshofes sind entsprechend den dienstrechtlichen Vorschriften Bedienstete des Landes; der Landesrechnungshof gilt als Dienststelle des Landes (Artikel 71, Absatz 2, K-LVG).
  2. Absatz 2Der Leiter des Landesrechnungshofes hat dem Präsidenten des Landtages alljährlich Vorschläge für die Erstellung des Landesfinanzrahmens, des Bereichs- und Globalbudgets und des Stellenplanes des Landesrechnungshofes samt Angaben zur Wirkungsorientierung zu übermitteln. Diese Vorschläge sind im Kontrollausschuss zu beraten und mit einer allfälligen Stellungnahme des Kontrollausschusses an die Landesregierung weiterzuleiten. Die Landesregierung hat die Vorschläge in den dem Landtag vorzulegenden Entwurf des Landesfinanzrahmens und des Landesvoranschlages aufzunehmen.
  3. Absatz 3Die Landesregierung hat dem Landesrechnungshof die dem jeweiligen Personalstand entsprechende räumliche und sachliche Ausstattung zur Verfügung zu stellen.

§ 3

Text

Paragraph 3,

Bestellung und Abberufung des Leiters
des Landesrechnungshofes

  1. Absatz einsDer Leiter des Landesrechnungshofes wird vom Landtag bei Anwesenheit von mindestens der Hälfte seiner Mitglieder mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen bestellt. Kommt es in zwei Abstimmungsgängen zu keiner Bestellung des Leiters, so wird ab dem dritten Abstimmungsgang der Leiter vom Landtag bei Anwesenheit von mindestens der Hälfte seiner Mitglieder mit einfacher Stimmenmehrheit bestellt (Artikel , Absatz 3, K-LVG).
  2. Absatz 2Der Präsident des Landtages hat die Funktion des Leiters des Landesrechnungshofes öffentlich auszuschreiben. Für die Ausschreibung sind die Bestimmungen des 3. Abschnittes des Kärntner Objektivierungsgesetzes sinngemäß anzuwenden. Vor der Bestellung hat der Präsident des Landtages eine Anhörung aller Bewerber um die Funktion des Leiters des Landesrechnungshofes, die die Voraussetzungen nach Absatz 3, erfüllen, durch den Kontrollausschuß des Landtages zu veranlassen.
  3. Absatz 3Zum Leiter des Landesrechnungshofes darf nur ein Bewerber bestellt werden, der
    1. Litera a
      ein Studium der Rechtswissenschaften, der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften oder einer technischen Studienrichtung abgeschlossen hat und die sonst nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten aufweist,
    2. Litera b
      zum Kärntner Landtag – abgesehen vom Wohnsitzerfordernis – wählbar ist,
    3. Litera c
      keinem allgemeinen Vertretungskörper oder dem Europäischen Parlament angehört,
    4. Litera d
      weder Mitglied der Bundesregierung oder Staatssekretär noch Mitglied einer Landesregierung ist,
    5. Litera e
      keine leitende Funktion in einer Unternehmung oder sonstigen Einrichtung ausübt, die der Überprüfung durch den Landesrechnungshof unterliegt, und
    6. Litera f
      keine der Funktionen nach Litera c bis e innerhalb der letzten fünf Jahre innegehabt hat.
  4. Absatz 4Der Leiter des Landesrechnungshofes hat vor dem Antritt seines Amtes gegenüber dem Präsidenten des Landtages das Gelöbnis der strengen Unparteilichkeit und der gewissenhaften Erfüllung der mit seinem Amt verbundenen Pflichten zu leisten.
  5. Absatz 5Die Amtsperiode des Leiters des Landesrechnungshofes beträgt zehn Jahre. Eine einmalige Wiederbestellung auf zehn weitere Jahre ist zulässig.
  6. Absatz 6Vor Ablauf der Amtsperiode endet das Amt des Leiters des Landesrechnungshofes
    1. Litera a
      mit Ablauf des Jahres, in dem der Amtsinhaber das 65. Lebensjahr vollendet hat,
    2. Litera b
      durch einen gegenüber dem Präsidenten des Landtages abzugebenden Verzicht des Amtsinhabers auf die weitere Ausübung seines Amtes,
    3. Litera c
      mit dem Wegfall der Voraussetzungen gemäß Absatz 3, Litera b bis e,
    4. Litera d
      durch ein auf den Verlust seines Amtes lautendes Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes gemäß Artikel 142, B-VG oder
    5. Litera e
      durch die Abberufung des Amtsinhabers durch einen Beschluß des Landtages, für den die Anwesenheit von mindestens der Hälfte seiner Mitglieder und eine Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen erforderlich ist.

§ 4

Text

Paragraph 4,

Stellung des Leiters
des Landesrechnungshofes

  1. Absatz einsDer Leiter des Landesrechnungshofes hat diesen nach außen, insbesondere im Verkehr mit den seiner Überprüfung unterliegenden Dienststellen, Unternehmungen und sonstigen Einrichtungen, zu vertreten.
  2. Absatz 2Die Diensthoheit des Landes gegenüber den Bediensteten des Landesrechnungshofes wird vom Leiter des Landesrechnungshofes ausgeübt, soweit es sich nicht um Zuständigkeiten der Prüfungs-, Disziplinar- oder Leistungsfeststellungskommissionen oder die Erlassung von Verordnungen handelt. Der Leiter des Landesrechnungshofes ist Dienstvorgesetzter sämtlicher Bediensteter des Landesrechnungshofes. Versetzungen, Dienstzuteilungen und Verwendungsänderungen von Landesbediensteten vom Landesrechnungshof zu einer sonstigen Dienststelle des Landes und umgekehrt bedürfen eines Antrages des Leiters des Landesrechnungshofes (Artikel 71, Absatz 2, K-LVG).
  3. Absatz 3Der Leiter des Landesrechnungshofes darf, wenn dies im Interesse der Zweckmäßigkeit, Raschheit und Einfachheit gelegen ist, die Besorgung der ihm nach Absatz 2, zugewiesenen dienst- und besoldungsrechtlichen Angelegenheiten dem Amt der Landesregierung übertragen, das diese Angelegenheiten in diesem Fall in seinem Namen und nach seinen Weisungen zu besorgen hat.
  4. Absatz 4Der Leiter des Landesrechnungshofes hat für die ordnungsgemäße Besorgung der dem Landesrechnungshof zugewiesenen Aufgaben, insbesondere auch durch die Ausübung der Dienstaufsicht gegenüber den sonstigen Bediensteten des Landesrechnungshofes, zu sorgen. Die Dienstaufsicht umfaßt neben der Überwachung der Einhaltung der allgemeinen Dienstpflicht auch die Überwachung der fachlichen Aufgabenbesorgung durch die Bediensteten.
  5. Absatz 5Der Leiter des Landesrechnungshofes ist für die Besorgung seiner Aufgaben als Organ des Landtages ausschließlich diesem verantwortlich. Hinsichtlich seiner rechtlichen Verantwortlichkeit ist der Leiter des Landesrechnungshofes den Mitgliedern der Landesregierung gleichgestellt (Artikel 71, Absatz 4, K-LVG).
  6. Absatz 6Der Leiter des Landesrechnungshofes ist berechtigt, die Bezeichnung “Direktor des Kärntner Landesrechnungshofes” zu führen.
  7. Absatz 7Der Leiter des Landesrechnungshofes erhält für seine Tätigkeit Bezüge, die im Kärntner Bezügegesetz 1997 geregelt sind. Dem Leiter des Landesrechnungshofes steht ein Urlaubsanspruch wie einem Landesbeamten der Dienstklasse römisch IX zu. Der Antritt und die Beendigung eines Urlaubes sind dem Präsidenten des Landtages zur Kenntnis zu bringen.

§ 5

Text

Paragraph 5,

(entfällt)

§ 6

Text

Paragraph 6,

Vertretung des Leiters
des Landesrechnungshofes

  1. Absatz einsDer Leiter des Landesrechnungshofes hat für den Fall seiner vorhersehbaren Verhinderung an der Ausübung seines Amtes einen Stellvertreter zu bestimmen und den Präsidenten des Landtages davon in Kenntnis zu setzen.
  2. Absatz 2Ist der Leiter des Landesrechnungshofes durch ein unvorhersehbares Ereignis an der Ausübung seines Amtes verhindert, wird er während der Dauer dieser Verhinderung durch den jeweils ranghöchsten Bediensteten des Landesrechnungshofes vertreten.
  3. Absatz 3Im Fall der Stellvertretung des Leiters des Landesrechnungshofes gilt für den Stellvertreter Paragraph 4, Absatz 5, zweiter Satz (Artikel 71, Absatz 4, K-LVG).

§ 7

Text

Paragraph 7,

Unvereinbarkeit

Kein Mitglied des Landesrechnungshofes darf an der Leitung und Verwaltung von Unternehmungen beteiligt sein, die der Überprüfung durch den Landesrechnungshof unterliegen. Ebenso wenig darf ein Mitglied des Landesrechnungshofes an der Leitung und Verwaltung sonstiger auf Gewinn gerichteter Unternehmungen teilnehmen.

§ 8

Text

römisch II. Abschnitt
Überprüfung der Gebarung
durch den Landesrechnungshof

Paragraph 8,

Zuständigkeiten zur Gebarungsüberprüfung

  1. Absatz einsDem Landesrechnungshof obliegt
    1. Litera a
      die Überprüfung der Gebarung des Landes;
    2. Litera b
      die Überprüfung der Gebarung von Fonds, Stiftungen, Anstalten und sonstigen Einrichtungen, die von Landesorganen oder von Personen (Personengemeinschaften) verwaltet werden, die dazu von Landesorganen bestellt werden, insbesondere die Überprüfung der Gebarung der Landeskrankenanstalten- Betriebsgesellschaft, der Landeskrankenanstalten, des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds, der Nationalparkfonds, der Biosphärenparkfonds, des Familienfonds, des Tierseuchenfonds für das Bundesland Kärnten, des Kärntner Regionalfonds, des Kärntner Wasserwirtschaftsfonds, des Kärntner Gesundheitsfonds, des Kärntner Bildungsbaufonds, des Wohn- und Siedlungsfonds für das Land Kärnten, des Kärntner Volksgruppen-Kindergartenfonds, der Kärntner Verwaltungsakademie, des Kärntner Landesarchivs, des Landesmuseums für Kärnten und der Kärntner Beteiligungsverwaltung;
    3. Litera c
      die Überprüfung der Gebarung von Unternehmungen, an denen das Land oder ein der Gebarungsüberprüfung des Landesrechnungshofes unterliegender Rechtsträger allein oder gemeinsam mit mindestens 25 v. H. des Stamm-, Grund- oder Eigenkapitals beteiligt ist oder die das Land oder ein solcher Rechtsträger allein oder gemeinsam betreibt;
    4. Litera d
      die Überprüfung der Gebarung von Unternehmungen und sonstigen Einrichtungen, soweit von diesen Landesvermögen treuhändig verwaltet wird oder das Land für sie eine Haftung übernommen hat;
    5. Litera e
      die Überprüfung der Gebarung öffentlich-rechtlicher Körperschaften, Fonds, Stiftungen und Anstalten mit Mitteln des Landes;
    6. Litera f
      die Überprüfung der widmungsgemäßen Verwendung sowie der Wirksamkeit der aus Landesmitteln gewährten finanziellen Förderungen und Subventionen (Artikel 70, Absatz 2 und Absatz 4, Ziffer eins, K-LVG);
    7. Litera g
      die Überprüfung der Gebarung der Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern,
    8. Litera h
      die Überprüfung der Gebarung von Stiftungen, Fonds und Anstalten, die von Organen einer Gemeinde mit weniger als 10.000 Einwohnern oder von Personen (Personengemeinschaften) verwaltet werden, die dazu von Organen einer Gemeinde mit weniger als 10.000 Einwohnern bestellt sind,
    9. Litera i
      die Überprüfung der Gebarung von Unternehmungen, an denen eine Gemeinde mit weniger als 10.000 Einwohnern allein oder gemeinsam mit anderen der Zuständigkeit des Landesrechnungshofes unterliegenden Rechtsträgern mit mindestens 50 v.H. des Stamm-, Grund- oder Eigenkapitals beteiligt ist, oder die eine Gemeinde mit weniger als 10.000 Einwohnern allein oder gemeinsam mit anderen solchen Rechtsträgern betreibt,
    10. Litera j
      die Überprüfung der Gebarung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften mit Mitteln einer Gemeinde mit weniger als 10.000 Einwohnern,
    11. Litera k
      die Überprüfung der Gebarung der Gemeinden mit mindestens 10.000 Einwohnern,
    12. Litera l
      die Überprüfung der Gebarung von Stiftungen, Fonds und Anstalten, die von Organen einer Gemeinde mit mindestens 10.000 Einwohnern oder von Personen (Personengemeinschaften) verwaltet werden, die dazu von Organen einer Gemeinde mit mindestens 10.000 Einwohnern bestellt sind,
    13. Litera m
      die Überprüfung der Gebarung von Unternehmungen, an denen eine Gemeinde mit mindestens 10.000 Einwohnern allein oder gemeinsam mit anderen der Zuständigkeit des Landesrechnungshofes unterliegenden Rechtsträgern mit mindestens 50 v.H. des Stamm-, Grund- oder Eigenkapitals beteiligt ist, oder die eine Gemeinde mit mindestens 10.000 Einwohnern allein oder gemeinsam mit anderen solchen Rechtsträgern betreibt,
    14. Litera n
      die Überprüfung der Gebarung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften mit Mitteln einer Gemeinde mit mindestens 10.000 Einwohnern.
  2. Absatz 2Einer Beteiligung des Landes oder einer Gemeinde an Unternehmungen nach Absatz eins, Litera c,, i und m gleichzuhalten ist die Beherrschung von Unternehmungen durch andere finanzielle oder sonstige wirtschaftliche oder organisatorische Maßnahmen. Die Zuständigkeit des Landesrechnungshofes zur Überprüfung der Gebarung erstreckt sich auch auf Unternehmungen jeder weiteren Stufe, bei denen die angeführten Voraussetzungen vorliegen (Artikel 70, Absatz 3, K-LVG).
  3. Absatz 3Die Überprüfung der Gebarung von anderen Unternehmungen als solchen nach Absatz , Litera c und Absatz 2, kommt dem Landesrechnungshof nur insoweit zu, als eine entsprechende Zuständigkeit zur Überprüfung der Gebarung dem Land eingeräumt oder vorbehalten ist. Vor dem Eingehen von Beteiligungen an anderen Unternehmungen als solchen nach Absatz eins, Litera c und Absatz 2, hat sich das Land eine entsprechende Zuständigkeit zur Überprüfung der Gebarung durch den Landesrechnungshof einräumen zu lassen (Artikel , Absatz 3, K-LVG).

§ 9

Text

Paragraph 9,

Meinungsverschiedenheiten

Entstehen zwischen dem Landesrechnungshof und einem Rechtsträger Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen, die die Zuständigkeit des Landesrechnungshofes regeln, so entscheidet auf Antrag der Landesregierung oder des Landesrechnungshofes der Verfassungsgerichtshof. Dem Landtag ist – unabhängig von einer Anrufung des Verfassungsgerichtshofes – über derartige Meinungsverschiedenheiten zu berichten (Artikel 70, Absatz 5, K-LVG).

§ 10

Text

römisch III. Abschnitt
Überprüfung von Großvorhaben
durch den Landesrechnungshof

Paragraph 10,

Kostenüberprüfung von Großvorhaben

  1. Absatz einsDem Landesrechnungshof obliegt vor der Durchführung von beabsichtigten Großvorhaben die Überprüfung der Soll-Kosten-Berechnungen und der Folge-Kosten-Berechnungen (Artikel 70, Absatz 4, Ziffer 2, K-LVG).
  2. Absatz 2Als Großvorhaben gilt ein Vorhaben, das
    1. Litera a
      einen in wirtschaftlicher, rechtlicher und finanzieller Hinsicht einheitlichen Anschaffungs- oder Herstellungsvorgang, der aufgrund einer gesamtheitlichen Planung durchgeführt werden soll, zum Gegenstand hat, und zwar unabhängig davon,
      1. Sub-Litera, a, a
        ob das Vorhaben in einer oder in mehreren Phasen durchgeführt wird und
      2. Sub-Litera, b, b
        ob die Finanzierung einmalig erfolgt oder sich aus einer Mehrzahl von sachlich abgrenzbaren finanziellen Leistungen zusammensetzt,
    2. Litera b
      von außergewöhnlicher finanzieller Bedeutung ist und
    3. Litera c
      von einem Rechtsträger nach Absatz 4, durchgeführt werden soll. Vermögensübertragungen zwischen Rechtsträgern im Sinne des Absatz 4, gelten nicht als Großvorhaben.
  3. Absatz 3Von außergewöhnlicher finanzieller Bedeutung ist jedenfalls ein Vorhaben, dessen Gesamtkosten 2 Promille der Gesamtauszahlungen des Finanzierungshaushaltes des letztgültigen Landesvoranschlages übersteigen.
  4. Absatz 4Der Kostenüberprüfung durch den Landesrechnungshof unterliegen Großvorhaben,
    1. Litera a
      die das Land oder ein der Gebarungsprüfung des Landesrechnungshofes nach Paragraph 8, Absatz eins, Litera b, unterliegender Rechtsträger allein oder gemeinsam durchführt,
    2. Litera b
      bei denen sich das Land oder ein der Gebarungsprüfung des Landesrechnungshofes nach Paragraph 8, Absatz eins, Litera b, unterliegender Rechtsträger allein oder gemeinsam anderer Rechtsträger bedient oder
    3. Litera c
      die von einer Unternehmung durchgeführt werden, an der das Land oder ein der Gebarungsüberprüfung des Landesrechnungshofes unterliegender Rechtsträger allein oder gemeinsam mit mindestens 25 v.H. des Stamm-, Grund- oder Eigenkapitals beteiligt ist, oder die das Land oder ein solcher Rechtsträger allein oder gemeinsam betreibt, sofern in diesen Fällen mindestens 50 v.H. der für die Durchführung des Vorhabens erforderlichen Mittel, insbesondere durch die Gewährung von Förderungen, Subventionen oder Darlehen oder durch die Übernahme von Ausfallshaftungen, vom Land zur Verfügung gestellt werden, oder
    4. Litera d
      bei denen sich eine Unternehmung nach Litera , zur Durchführung anderer Rechtsträger bedient.
  5. Absatz 5Bei Großvorhaben, die der Kostenüberprüfung durch den Landesrechnungshof unterliegen, sind detaillierte Soll-Kosten- und Folge-Kosten-Berechnungen anzustellen und in übersichtlicher und nachvollziehbarer Weise darzustellen. Ist die Durchführung von Großvorhaben in mehreren Phasen geplant, sind die Kostenberechnungen für die einzelnen Durchführungsphasen jeweils getrennt darzustellen. Diese Berechnungsunterlagen sind zu erstellen:
    1. Litera a
      bei Vorhaben nach Absatz 4, Litera a und b von der Landesregierung und der der Gebarungsprüfung des Landesrechnungshofes unterliegende Rechtsträger,
    2. Litera b
      bei Vorhaben nach Absatz 4, Litera c und d von der Unternehmung.
  6. Absatz 6Die Berechnungsunterlagen sind vor der Beschlußfassung über die Durchführung von Großvorhaben durch jene Stelle, die die Berechnungsunterlagen zu erstellen hat (Absatz 5,), dem Landesrechnungshof zu übermitteln. Der Landesrechnungshof hat innerhalb von drei Monaten nach der Übermittlung die Berechnungsunterlagen auf ihre ziffernmäßige Richtigkeit sowie auf ihre Nachvollziehbarkeit zu prüfen und in einem Bericht zusammenfassend darzustellen (Artikel 70, Absatz 4, Ziffer 2, K-LVG). Der Bericht ist jedenfalls der Landesregierung, dem Kontrollausschuss des Landtages und gegebenenfalls dem geprüften Rechtsträger zu übermitteln.

§ 11

Text

Paragraph 11,

Überprüfung der Durchführung
von Großvorhaben

  1. Absatz einsDem Landesrechnungshof obliegt die Überprüfung der Durchführung von Großvorhaben (Paragraph 10,) dahingehend, ob bei einzelnen oder bei mehreren Durchführungsphasen die tatsächlich angefallenen Kosten die Soll-Kosten-Berechnungen übersteigen (Artikel 70, Absatz 4, Ziffer 3, K-LVG).
  2. Absatz 2Treten während der Durchführung von Großvorhaben bei einzelnen Durchführungsphasen Kostenüberschreitungen von mehr als 20 v. H. gegenüber den Soll-Kosten-Berechnungen auf oder ist mit Kostenüberschreitungen zumindest in dieser Höhe zu rechnen, sind die nach Paragraph 10, Absatz 5, zur Erstellung der Kostenberechnungsunterlagen verhaltenen Stellen verpflichtet, diese Umstände umgehend dem Landesrechnungshof, versehen mit einer ausführlichen Begründung für die Ursachen der Kostenüberschreitungen, zur Kenntnis zu bringen. Kostenüberschreitungen, die allein auf die Erhöhung des Baukostenindexes zurückzuführen sind, haben dabei unberücksichtigt zu bleiben.
  3. Absatz 3Der Landesrechnungshof hat über das Ergebnis von Überprüfungen nach Absatz eins und Absatz 2, der Landesregierung, dem Kontrollausschuss des Landtages und gegebenenfalls auch dem Rechtsträger nach Paragraph 10, Absatz 4 und jener Stelle, die das Verlangen nach der Durchführung der Überprüfung gestellt hat (Paragraph 13, Absatz eins,), zu berichten.

§ 12

Text

römisch IV. Abschnitt

Überprüfungsverfahren

Paragraph 12,

Überprüfungen der Gebarung

  1. Absatz einsDie Überprüfungen der Gebarung durch den Landesrechnungshof haben sich, soweit in Paragraph 8, Absatz eins, Litera f und in den Paragraphen 10 und 11 nicht anderes bestimmt ist, auf die Kriterien der ziffernmäßigen Richtigkeit, der Übereinstimmung mit den bestehenden Rechtsvorschriften sowie der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit der Gebarung zu erstrecken (Artikel 71, Absatz 5, K-LVG).

  1. Absatz 2Die Überprüfungen dürfen auch auf einzelne oder mehrere Kriterien nach Absatz eins, eingeschränkt durchgeführt werden (Artikel 71, Absatz 5, K-LVG). Sie dürfen sich auf die Gebarung eines Rechtsträgers im Gesamten erstrecken oder auf bestimmte Teilgebiete der Gebarung beschränkt werden. Stichprobenartige Überprüfungen dürfen durchgeführt werden, wenn dadurch ein aussagekräftiger Einblick in die Gebarung des überprüften Rechtsträgers vermittelt wird. Die Art und die näheren Modalitäten der Durchführung von Überprüfungen werden vom Leiter des Landesrechnungshofes im Einzelfall festgelegt.

  1. Absatz 3Aus Anlaß von Überprüfungen darf der Landesrechnungshof auch
    1. Litera a
      Vorschläge für die Beseitigung von Mängeln erstatten sowie
    2. Litera b
      Hinweise auf die Möglichkeit der Verminderung oder Vermeidung von Ausgaben sowie der Erhöhung oder Schaffung von Einnahmen geben.

§ 13

Text

Paragraph 13,

Initiative zur Überprüfung

  1. Absatz einsDer Landesrechnungshof hat Überprüfungen gemäß Paragraph 8, Absatz eins, Litera a bis f und gemäß Paragraph 11, von Amts wegen oder aufgrund eines Verlangens durchzuführen, das
    1. Ziffer eins
      vom Landtag,
    2. Ziffer 2
      vom Kontrollausschuss des Landtages oder von einzelnen seiner Mitglieder oder
    3. Ziffer 3
      von der Landesregierung oder von einzelnen ihrer Mitglieder hinsichtlich der jeweils in ihren Referatsbereich fallenden Akte der Gebarung
    gestellt wird (Artikel 71, Absatz 7, K-LVG).
  2. Absatz 2Der Landesrechnungshof hat Überprüfungen gemäß Paragraph 8, Absatz eins, Litera g bis j und gemäß Paragraph 10, von Amts wegen durchzuführen (Artikel 71, Absatz 7 a, K-LVG).
  3. Absatz 3Der Landesrechnungshof hat Überprüfungen gemäß Paragraph 8, Absatz eins, Litera k bis n auf Beschluss des Landtages oder auf begründetes Ersuchen der Landesregierung durchzuführen. In jedem Jahr dürfen nur zwei derartige Anträge des Landtages und zwei derartige Ersuchen der Landesregierung gestellt werden. Solche Anträge und Ersuchen sind nur hinsichtlich jener Gemeinden zulässig, die im Vergleich mit anderen Gemeinden über eine auffällige Entwicklung bei Schulden oder Haftungen verfügen (Artikel 71, Absatz 7 b, K-LVG).
  4. Absatz 4Ein Verlangen eines einzelnen Mitgliedes des Kontrollausschusses gemäß Absatz eins, Ziffer 2, darf nur schriftlich in einer Sitzung dieses Ausschusses und nur zweimal jährlich gestellt werden. Ein solches Verlangen ist ebenso wie ein Verlangen des Kontrollausschusses gemäß Absatz eins, Ziffer 2, vom Obmann dieses Ausschusses dem Landesrechnungshof zu übermitteln. Ein Verlangen der Landesregierung gemäß Absatz eins, Ziffer 3, oder ein begründetes Ersuchen der Landesregierung gemäß Absatz 3, ist ebenso wie ein Verlangen einzelner Mitglieder der Landesregierung gemäß Absatz eins, Ziffer 3, dem Präsidenten des Landtages zuzuleiten und von diesem unter gleichzeitiger Verständigung des Obmannes des Kontrollausschusses dem Landesrechnungshof zu übermitteln. Ein Verlangen des Landtages gemäß Absatz eins, Ziffer eins, oder ein Antrag des Landtages gemäß Absatz 3, kann aufgrund eines selbständigen Antrages von Mitgliedern des Landtages oder eines Ausschusses beschlossen werden und ist vom Präsidenten des Landtages unter gleichzeitiger Verständigung des Obmannes des Kontrollausschusses dem Landesrechnungshof zu übermitteln (Artikel 71, Absatz 8, K-LVG).
  5. Absatz 5In einem Verlangen, einem Antrag oder einem Ersuchen gemäß Absatz eins, oder 3 ist der Gegenstand der Überprüfung genau zu umschreiben; weiters ist anzugeben, ob die Überprüfung auf einzelne oder mehrere Überprüfungskriterien eingeschränkt durchgeführt werden soll (Paragraph 12, Absatz 2,). In einem Antrag oder einem Ersuchen gemäß Absatz 3, ist die auffällige Entwicklung bei Schulden oder Haftungen möglichst genau darzulegen.
  6. Absatz 6Die Zurücknahme eines Verlangens, eines Antrages oder eines Ersuchens kann nur durch denjenigen erfolgen, der das Verlangen, den Antrag oder das Ersuchen gestellt hat.

§ 14

Text

Paragraph 14,

Überprüfungsbefugnisse

  1. Absatz einsDer Landesrechnungshof verkehrt mit allen seiner Überprüfung unterliegenden Dienststellen, Unternehmungen und sonstigen Einrichtungen unmittelbar.

  1. Absatz 2Alle Dienststellen des Landes sowie die Organe der der Überprüfung des Landesrechnungshofes unterliegenden Unternehmungen und sonstigen Einrichtungen sind verpflichtet, dem Landesrechnungshof alle verlangten Auskünfte zu erteilen und jedem Verlangen zu entsprechen, das der Landesrechnungshof im Zusammenhang mit der Wahrnehmung seiner Aufgaben im Einzelfall stellt. Insbesondere ist der Landesrechnungshof befugt,
    1. Litera a
      durch seine Organe an Ort und Stelle in die mit der Gebarung im Zusammenhang stehenden Rechnungsbücher, Rechnungsbelege und sonstigen Behelfe (wie Geschäftsstücke, Korrespondenzen, Verträge) Einsicht zu nehmen und deren Übermittlung zu verlangen sowie Zugang zu automationsunterstützt gespeicherten Daten zu erhalten;
    2. Litera b
      die Vorlage von Voranschlägen und Rechnungsabschlüssen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Bilanzen udgl. zu verlangen;
    3. Litera c
      Lokalerhebungen (wie Kassenprüfungen) durchzuführen;
    4. Litera d
      Personen, die nicht bei der überprüften Stelle tätig sind, als Auskunftspersonen anzuhören.

  1. Absatz 3Der Landesrechnungshof kann sich bei der Durchführung seiner Überprüfungstätigkeiten geeigneter Sachverständiger bedienen. Die Sachverständigen sind vom Leiter des Landesrechnungshofes zu beeiden, wenn dies nicht schon für die Erstattung von Gutachten der geforderten Art im allgemeinen geschehen ist. Die Sachverständigen sind zur Wahrung von Amts-, Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen verpflichtet, die ihnen aufgrund ihrer Tätigkeit zugänglich werden.

  1. Absatz 4Dem Landesrechnungshof steht bei der Durchführung seiner Überprüfungstätigkeiten keine Einflußnahme auf die Verwaltung oder Führung der seiner Überprüfung unterliegenden Dienststellen, Unternehmungen oder sonstigen Einrichtungen zu. Die Überprüfungen haben so zu erfolgen, daß die Amtstätigkeit oder der Betrieb der überprüften Dienststelle, Unternehmung oder sonstigen Einrichtung keine unnötige Behinderung erfährt und daß keine Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisse verletzt werden.

§ 15

Text

Paragraph 15,

Stellungnahmen zu den vorläufigen
Überprüfungsergebnissen

  1. Absatz einsDer Leiter des Landesrechnungshofes hat unverzüglich nach Abschluss einer Überprüfung im Bereich des Landes – ausgenommen bei Überprüfungen nach den Paragraphen 10,, 11 und Berichten gemäß Paragraph 18, – die Mitglieder des Kontrollausschusses des Landtages über den Abschluss der Überprüfung zu informieren und im Rahmen der unmittelbar folgenden Sitzung des Kontrollausschusses über das vorläufige Ergebnis dieser Überprüfung mündlich zu berichten.
  2. Absatz 2Der Landesrechnungshof hat das vorläufige Ergebnis einer Überprüfung im Bereich des Landes – ausgenommen bei Überprüfungen nach den Paragraphen 10,, 11 und Berichten gemäß Paragraph 18, – der Landesregierung, gegebenenfalls auch den nach außen vertretungsbefugten Organen der überprüften Unternehmung oder sonstigen Einrichtung, mit der Aufforderung bekannt zu geben, dazu innerhalb einer Frist von acht Wochen eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. Werden in früheren Berichten aufgezeigte Mängel vom Landesrechnungshof neuerlich festgestellt, ist in der Stellungnahme zu begründen, warum diese Mängel nicht behoben worden sind.
  3. Absatz 3Der Landesrechnungshof hat das vorläufige Ergebnis einer Überprüfung im Bereich einer Gemeinde dem Bürgermeister, gegebenenfalls auch den nach außen vertretungsbefugten Organen der überprüften Unternehmung oder sonstigen Einrichtung, mit der Aufforderung bekanntzugeben, dazu innerhalb einer Frist von acht Wochen eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. Werden in früheren Berichten aufgezeigte Mängel vom Landesrechnungshof neuerlich festgestellt, ist in der Stellungnahme zu begründen, warum diese Mängel nicht behoben worden sind. Aufgrund des Prüfungsergebnisses getroffene Maßnahmen sind dem Landesrechnungshof innerhalb von drei Monaten mitzuteilen.
  4. Absatz 4Das vorläufige Ergebnis einer durchgeführten Überprüfung ist vertraulich zu behandeln.
  5. Absatz 5Der Landesrechnungshof hat rechtzeitig abgegebene Stellungnahmen bei der Erstellung des endgültigen Berichtes über seine Überprüfung zu berücksichtigen. Von einer Stellungnahme abweichende Auffassungen des Landesrechnungshofes sind im endgültigen Bericht zu begründen. Die abgegebenen Stellungnahmen sind dem endgültigen Bericht als Beilagen anzuschließen.

§ 16

Text

Paragraph 16,

Koordination der Überprüfungstätigkeiten

Der Landesrechnungshof hat seine Überprüfungstätigkeiten zur Vermeidung von Mehrfachprüfungen mit denen des Rechnungshofes und des Landes hinsichtlich der Gebarung der Gemeinden (Artikel 119 a, Absatz 2, B-VG) abzustimmen. Auf die Tätigkeiten anderer Kontrolleinrichtungen ist tunlichst Bedacht zu nehmen.

§ 17

Text

römisch fünf. Abschnitt
Berichte

Paragraph 17,

Überprüfungsberichte

  1. Absatz einsÜber die Ergebnisse seiner Überprüfung hat der Landesrechnungshof schriftliche Berichte zu verfassen. Soweit durch einen Bericht Geschäfts-, Betriebs- oder Amtsgeheimnisse berührt werden, sind diese in einem vertraulichen Zusatzbericht zu behandeln.
  2. Absatz 2Der Landesrechnungshof hat seine Berichte im Wege des Landtagsamtes den Mitgliedern des Kontrollausschusses und gleichzeitig der Landesregierung sowie der überprüften Unternehmung oder sonstigen Einrichtung, bei Überprüfungen im Bereich einer Gemeinde auch dem Gemeinderat und dem Bürgermeister, zu übermitteln. Das Landtagsamt hat die Berichte des Landesrechnungshofes unverzüglich den Mitgliedern des Kontrollausschusses und – ausgenommen die vertraulichen Zusatzberichte – fünf Tage nach ihrem Einlangen den übrigen Mitgliedern des Landtages zu übermitteln. Der Landtag ist mit den dem Kontrollausschuss zugeleiteten Berichten des Rechnungshofes und des Landesrechnungshofes über Überprüfungen im Bereich des Landes – ausgenommen die vertraulichen Zusatzberichte – zu befassen. Mit Berichten des Rechnungshofes oder des Landesrechnungshofes über Überprüfungen im Bereich der Gemeinden – ausgenommen die vertraulichen Zusatzberichte – ist der Landtag zu befassen, wenn der Landtag die Überprüfung gemäß Artikel 71, Absatz 7 b, K-LVG oder gemäß Artikel 127 a, Absatz 8, B-VG beantragt hat oder ein Viertel der Mitglieder des Landtages es verlangt. Eine Woche nach ihrer Vorlage an den Kontrollausschuss des Landtages sind die Berichte des Landesrechnungshofes, mit Ausnahme der vertraulichen Zusatzberichte, im Internet auf der Homepage des Landesrechnungshofes zu veröffentlichen (Artikel 71, Absatz 9 a, K-LVG).
  3. Absatz 3Bei der Veröffentlichung von Berichten hat der Landesrechnungshof geeignete Vorkehrungen zur Wahrung berechtigter Geheimhaltungsinteressen, insbesondere im Hinblick auf den Datenschutz und auf Betriebs-, Geschäfts- und Amtsgeheimnisse zu treffen (Artikel 71, Absatz 10, K-LVG).

§ 18

Text

Paragraph 18,

Bericht über den Rechnungsabschluß

Der Landesrechnungshof hat zu dem von der Landesregierung dem Landtag vorgelegten Rechnungsabschluß innerhalb einer angemessenen, sechs Wochen nicht übersteigenden Frist einen Bericht zu erstatten. Darin ist jedenfalls dazu Stellung zu nehmen, ob die Abwicklung der Gebarung im abgelaufenen Finanzjahr im Einklang mit dem Landesvoranschlag sowie den dazu erteilten Vollmachten, Zustimmungen und sonstigen voranschlagswirksamen Beschlüssen des Landtages erfolgt ist. Zu diesem Zweck hat die Landesregierung dem Landesrechnungshof jeweils spätestens bis 1. April einen vorläufigen Rechnungsabschluss zur Verfügung zu stellen.

§ 19

Text

Paragraph 19,

Bericht der Landesregierung

Enthält ein Bericht des Landesrechnungshofes Beanstandungen oder Vorschläge für die Beseitigung von Mängeln, die die Landesregierung zu vertreten hat, hat die Landesregierung dem Landtag innerhalb eines Jahres nach der Übermittlung des Berichtes an den Kontrollausschuss und die Landesregierung über die aufgrund des Berichtes getroffenen Maßnahmen schriftlich zu berichten. In diesem Bericht hat die Landesregierung gegebenenfalls zu begründen, warum den Beanstandungen oder Vorschlägen zur Beseitigung von Mängeln nicht, nur teilweise oder anders als vorgeschlagen entsprochen worden ist (Artikel 71, Absatz 11, K-LVG).

§ 19a

Text

römisch fünf a. Abschnitt
Stellungnahmen

Paragraph 19 a, <, b, r, /, >, S, t, e, l, l, u, n, g, n, a, h, m, e, n, für Untersuchungsausschüsse des Landtages

Auf Verlangen eines Untersuchungsausschusses des Landtages hat der Landesrechnungshof zu einer einzelnen Angelegenheit, die zum Untersuchungsgegenstand gehört, im Lichte der Kriterien der ziffernmäßigen Richtigkeit, der Übereinstimmung mit den bestehenden Rechtsvorschriften sowie der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit der Gebarung, gegebenenfalls eingeschränkt auch auf einzelne oder mehrere der angeführten Kriterien, innerhalb einer angemessenen, nach Möglichkeit sechs Wochen nicht übersteigenden Frist nach Einlangen des Verlangens Stellung zu nehmen. Eine solche Stellungnahme ist zugleich an den Obmann, die Mitglieder des Untersuchungsausschusses und den Rechtsbeistand zu übermitteln.

§ 19b

Text

Paragraph 19 b, <, b, r, /, >, S, t, e, l, l, u, n, g, n, a, h, m, e, nach dem Kärntner Spekulationsverbotsgesetz

Der Landesrechnungshof kann eine Stellungnahme gemäß Paragraph 16, Absatz 2, letzter Satz des Kärntner Spekulationsverbotsgesetzes abgeben.

§ 19c

Text

19c
Stellungnahmen zur Wirkungsorientierung

Der Landesrechnungshof kann zu den im Entwurf des Landesvoranschlages enthaltenen Angaben zur Wirkungsorientierung eine Stellungnahme an den mit der Vorberatung des Landesvoranschlages betrauten Ausschuss des Landtages abgeben (Artikel 70, Absatz 4 d, K-LVG).

§ 20

Text

römisch VI. Abschnitt

Schluß- und Übergangsbestimmungen

Paragraph 20,

Zuständigkeiten des Rechnungshofes

Durch dieses Gesetz werden die Zuständigkeiten des Rechnungshofes nicht berührt.

§ 21

Text

Paragraph 21,

Inkrafttreten und Übergangsbestimmungen

  1. Absatz einsDieses Gesetz tritt am 1. Jänner 1997 in Kraft.
  2. Absatz 2Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes tritt das Gesetz vom 25. Mai 1977 über das Kontrollamt, Landesgesetzblatt Nr 44 aus 1977,, außer Kraft.
  3. Absatz 3Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes geht die Besorgung der Aufgaben des Kontrollamtes auf den Landesrechnungshof über. Zu diesem Zeitpunkt beim Kontrollamt anhängige Überprüfungsverfahren sind entsprechend dem jeweiligen Verfahrensstand vom Landesrechnungshof nach den Bestimmungen dieses Gesetzes fortzuführen.
  4. Absatz 4Mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ist der bisherige Leiter des Kontrollamtes - abweichend von Paragraph 3, Absatz eins und Absatz 2, - Leiter des mit diesem Gesetz eingerichteten Landesrechnungshofes. Mit diesem Zeitpunkt beginnt seine Amtsperiode nach Paragraph 3, Absatz 5, erster Satz zu laufen. Diese Bestellung gilt nicht als Wiederbestellung nach Paragraph 3, Absatz 5, zweiter Satz. Die Verpflichtung zur Leistung des Gelöbnisses nach Paragraph 3, Absatz 4, entfällt. Die besoldungsrechtlichen Bestimmungen dieses Gesetzes für den Leiter des Landesrechnungshofes (Paragraph 5, Absatz 4 bis Absatz 8,) finden auf den bisherigen Leiter des Kontrollamtes keine Anwendung.
  5. Absatz 5Die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes dem Kontrollamt beigestellten Landesbediensteten sind mit diesem Zeitpunkt dem Landesrechnungshof zur Verfügung gestellt.
  6. Absatz 6Maßnahmen, die erforderlich sind, damit der Landesrechnungshof mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes die ihm zugewiesenen Aufgaben wahrnehmen kann, dürfen bereits ab dem der Kundmachung dieses Gesetzes folgenden Tag gesetzt werden.
  7. Absatz 7Landesbedienstete, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes Landesgesetzblatt Nr. 109 aus 2012, beim Landesrechnungshof ihren Dienst verrichten, gelten als aufgrund dieses Gesetzes dort beschäftigte Bedienstete.
  8. Absatz 8Der römisch fünf a. Abschnitt in der Fassung des Landesgesetzes Landesgesetzblatt Nr. 17 aus 2016, ist nicht auf Untersuchungsausschüsse anzuwenden, die am Tag des Inkrafttretens des Landesgesetzes Landesgesetzblatt Nr. 17 aus 2016, eingesetzt sind.
  9. Absatz 9Paragraph 3, Absatz 3 und Absatz 6, Litera c,, Paragraph 8, Absatz eins, Litera b und c, Paragraph 19, erster Satz und die Überschrift des Paragraph 21, in der Fassung des Landesgesetzes Landesgesetzblatt Nr. 25 aus 2017, treten mit dem der Kundmachung folgenden Monatsersten in Kraft. Gleichzeitig tritt die Absatzbezeichnung „(1)“ in Paragraph 16, außer Kraft. Paragraph eins, Absatz eins, Litera a,, Paragraph 8, Absatz eins, Litera g bis n, Paragraph 8, Absatz 2, erster Satz, Paragraph 11, Absatz 3,, Paragraph 13,, Paragraph 15,, Paragraph 16, erster Satz und Paragraph 17, Absatz 2, in der Fassung des Landesgesetzes Landesgesetzblatt Nr. 25 aus 2017, treten mit Beginn der römisch XXXII. Gesetzgebungsperiode des Landtages in Kraft.
  10. Absatz 10Paragraph 2, Absatz 2,, Paragraph 10, Absatz 3 und Paragraph 19 c, in der Fassung des Gesetzes Landesgesetzblatt Nr. 23 aus 2018, sind erstmals bei der Erstellung des Landesfinanzrahmens für das Finanzjahr 2019 und die drei nächstfolgenden Finanzjahre sowie bei der Erstellung des Landesvoranschlages für das Finanzjahr 2019 anzuwenden.