Landesrecht konsolidiert Oberösterreich: Gesamte Rechtsvorschrift für Oö. Fischereiverordnung, Fassung vom 26.05.2024

§ 0

Langtitel

Verordnung der Oö. Landesregierung, mit der die Oö. Fischereiverordnung erlassen wird

StF: LGBl.Nr. 85/2020

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des Paragraph 2, Ziffer 5 und 6, des Paragraph 8, Absatz 7,, des Paragraph 11,, des Paragraph 19,, des Paragraph 20, Absatz 4,, des Paragraph 21, Absatz 5,, des Paragraph 23, Absatz 3,, des Paragraph 24, Absatz 3,, des Paragraph 29, Absatz 5 und des Paragraph 30, Absatz eins, des Oö. Fischereigesetzes 2020, Landesgesetzblatt Nr. 41 aus 2020,, wird verordnet:

§ 1

Text

1. Abschnitt
Fischereibuch

Paragraph eins,

Das Fischereibuch besteht aus dem Hauptbuch, der Urkundensammlung und dem Verzeichnis der Fischereiberechtigten.

§ 2

Text

Paragraph 2,
Hauptbuch

  1. Absatz einsDas Hauptbuch ist aus Einlagen zu bilden, die je aus einem A-Blatt und einem B-Blatt bestehen.
  2. Absatz 2Einzutragen sind:
    Im A-Blatt: das Fischwasser (Gewässer) unter Angabe der Grundstücksnummern (gegebenenfalls auch mit einer ortsüblichen Benennung); bei Gerinnen die Länge und durchschnittliche Breite; bei Wasseransammlungen die Fläche und die Begrenzung.
    Im B-Blatt: die bzw. der Fischereiberechtigte mit Angabe des Rechtstitels, bei Verpachtung auch die Pächterin bzw. der Pächter und gegebenenfalls die gemäß Paragraph 7, Absatz 3, Oö. Fischereigesetz 2020 bestellte Person, bei Verwaltung die Verwalterin bzw. der Verwalter.
    In die Urkundensammlung sind die Urkunden aufzunehmen, die den Bestand der Fischereirechte und Änderungen an diesen betreffen. Das Verzeichnis der Fischereiberechtigten hat die Namen der Fischereiberechtigten, der Pächterinnen und Pächter und der Verwalterinnen und Verwalter zu enthalten.
  3. Absatz 3Dem Hauptbuch ist ein Übersichtsplan über die Gewässer im Maßstab 1 : 20.000 sowie ein Gewässerverzeichnis nach dem Muster der Anlage 1 voranzustellen, welches in alphabetischer Reihenfolge und fortlaufend nummeriert die einzelnen Fischwässer (Gewässer) unter Angabe der Ordnungsnummer der jeweils dazugehörenden A- und B-Blätter enthält. Besitzt ein Fischwasser (Gewässer) mehrere Benennungen, so sind die Eintragungen unter dem in den jeweils neuesten staatlichen Landkarten verwendeten Namen vorzunehmen. Bei den sonst gebräuchlichen Namen ist auf die Eintragungen unter diesem Namen zu verweisen. Namenlose Fischwässer (Gewässer) sind im Anschluss an die benannten einzutragen.
  4. Absatz 4Das Hauptbuch selbst ist in Lose-Blatt-Form aus Einlagen zu bilden, die aus je einem A-Blatt und einem B-Blatt nach den Mustern der Anlagen 2 und 3 bestehen.
  5. Absatz 5Die Reihung der A-Blätter erfolgt unter Bedachtnahme auf die Gewässersysteme sowie den Gewässerverlauf und der Folge der einzelnen Fischereirechte entsprechend mit fortlaufender Nummerierung (Ordnungsnummer). Im A-Blatt sind die Grundstücksnummern des Fischwassers (Gewässers) und dessen Begrenzung, gegebenenfalls auch die ortsübliche Benennung anzugeben; bei Gerinnen ferner die Länge und durchschnittliche Breite, bei Wasseransammlungen die Fläche.
  6. Absatz 6Die Eintragung der Fischereiberechtigten einschließlich der dazugehörenden Angaben erfolgt im B-Blatt, das dem jeweiligen A-Blatt unmittelbar anzuschließen und mit derselben Ordnungsnummer zu versehen ist. Bestehen an einem Fischwasser (Gewässer) mehrere Fischereiberechtigte, so ist für jede Fischereiberechtigte bzw. jeden Fischereiberechtigten ein eigenes B-Blatt anzulegen, dem zusätzlich zur Ordnungsnummer eine Subzahl zu geben ist. Der für die Berechtigung maßgebliche Rechtstitel ist anzuführen. Im Fall der Verpachtung ist auch die Pächterin bzw. der Pächter und gegebenenfalls die gemäß Paragraph 7, Absatz 3, Oö. Fischereigesetz 2020 bestellte Person, bei Verwaltung die Verwalterin bzw. der Verwalter anzuführen.
  7. Absatz 7Die Eintragungen im Hauptbuch haben in Maschinschrift zu erfolgen.

§ 3

Text

Paragraph 3,
Urkundensammlung

  1. Absatz einsBei den in die Urkundensammlung aufzunehmenden Urkunden muss es sich um Originalurkunden oder beglaubigte Abschriften handeln. Aufzunehmen sind alle den Bestand oder den Umfang eines Fischereirechts berührenden Urkunden (wie Kauf-, Übergabe-, Schenkungs-, Tausch-, Pachtverträge, Einantwortungsurkunden, gerichtliche und behördliche Entscheidungen bzw. Verfügungen und dergleichen).
  2. Absatz 2Die Aufnahme hat in Umschlägen nach dem Muster der Anlage 4 zu erfolgen. Die Umschläge sind mit der Ordnungsnummer, gegebenenfalls auch der Subzahl der Eintragung im A- bzw. B-Blatt des Hauptbuchs zu versehen und in deren Reihenfolge aufzubewahren.

§ 4

Text

Paragraph 4,
Verzeichnis der Fischereiberechtigten

  1. Absatz einsDas Verzeichnis der Fischereiberechtigten ist in Form einer alphabetisch geordneten Kartei aus halbsteifen Blättern nach den Mustern der Anlagen 5 bis 7 zu führen. Das Verzeichnis besteht aus losen halbsteifen Karteiblättern in der Größe DIN A5 und hat für die Fischereiberechtigte bzw. den Fischereiberechtigten die Farbe Blau, für die Pächterin bzw. den Pächter die Farbe Gelb, sowie für die Verwalterin bzw. den Verwalter die Farbe Rot.
  2. Absatz 2In dieses Verzeichnis sind in Maschinschrift die Fischereiberechtigten, Pächterinnen und Pächter und Verwalterinnen und Verwalter mit Namen und Anschrift einzutragen.
  3. Absatz 3Auf die dazugehörenden Eintragungen im A- und B-Blatt des Hauptbuchs ist durch Angabe der Ordnungsnummern, gegebenenfalls auch der Subzahlen hinzuweisen.

§ 5

Text

2. Abschnitt
Fischerlegitimationen

Paragraph 5,
Jahresfischerkarte, Gastfischerkarte

  1. Absatz einsDie Jahresfischerkarten und die Gastfischerkarten sind nach den Mustern der Anlagen 8 und 9 auszustellen.
  2. Absatz 2Die Jahresfischerkarte besteht aus Kunststoff in grünen Farbtönen mit dem Logo des Oö. Landesfischereiverbands (Wassertropfen) als Hintergrund und hat das Format 85,60 mm x 54,00 mm. Sie ist zum Schutz vor Fälschungen mit entsprechenden Sicherheitsmerkmalen auszustatten.
  3. Absatz 3Die Gastfischerkarte besteht aus Karton in grünen Farbtönen mit dem Logo des Oö. Landesfischereiverbands (Wassertropfen) als Hintergrund und hat das Format DIN A6 (148.00 mm x 105,00 mm).
  4. Absatz 4Die Jahresfischerkarte und die Gastfischerkarte tragen auf der Vorderseite jeweils das Landeswappen.
  5. Absatz 5Fischerlegitimationen werden ungültig, wenn Eintragungen, Unterschriften oder die ausstellende Behörde unkenntlich geworden sind, das Lichtbild fehlt oder die Besitzerin bzw. den Besitzer nicht mehr einwandfrei erkennen lässt oder Beschädigungen oder sonstige Merkmale ihre Vollständigkeit, Einheit oder Echtheit in Frage stellen.

§ 6

Text

3. Abschnitt
Fischereiliche Eignung

Paragraph 6,
Form und Inhalt der Unterweisung

  1. Absatz einsDie für den Nachweis der fischereilichen Eignung im Sinn des Paragraph 20, Absatz 2, Oö. Fischereigesetz 2020 erforderliche Unterweisung mit anschließender Prüfung ist vom Oö. Landesfischereiverband durchzuführen. Der Oö. Landesfischereiverband kann das jeweils örtlich zuständige Fischereirevier mit der Durchführung beauftragen.
  2. Absatz 2Im Rahmen der Unterweisung sind den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die für die Ausübung des Fischfangs erforderlichen rechtlichen und fachlichen Kenntnisse zu vermitteln.
  3. Absatz 3Die Unterweisung ist in mehrere Vortragsblöcke zu folgenden Fachgebieten aufzuteilen:
    1. Ziffer eins
      Rechtsvorschriften, die die Ausübung der Fischerei regeln;
    2. Ziffer 2
      Gewässerökologie;
    3. Ziffer 3
      Wassertierkunde - Fische und Krustentiere;
    4. Ziffer 4
      sach- und weidgerechter Gebrauch der Fanggeräte;
    5. Ziffer 5
      fischereiliche Eignung, Fischerprüfung.
  4. Absatz 4Im Anschluss an die Unterweisung wird das vermittelte Wissen im Rahmen einer beim Oö. Landesfischereiverband abzulegenden Prüfung abgefragt. Die Prüfungsfragen haben sämtliche Fachgebiete des Absatz 3, zu umfassen. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn zumindest 60 Prozent der Fragen richtig beantwortet wurden.
  5. Absatz 5Zur Unterweisung und anschließenden Prüfung sind nur Personen zugelassen, welche zum Zeitpunkt der Prüfung das 12. Lebensjahr bereits vollendet haben.

§ 7

Text

4. Abschnitt
Ersatz des Nachweises der fischereilichen Eignung

Paragraph 7,
Einschlägige Berufsausbildung

Die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung zur Facharbeiterin bzw. zum Facharbeiter Fischereiwirtschaft oder zur Meisterin bzw. zum Meister Fischereiwirtschaft (Paragraph 31, Absatz 2 und Paragraph 31, Absatz 4, Oö. Land- und forstwirtschaftliches Berufsausbildungsgesetz 1991 - Oö. LFBAG 1991), der erfolgreiche Besuch des Gegenstands „Jagd und Fischerei“ an einer höheren land- oder forstwirtschaftlichen Lehranstalt gelten als einschlägige Berufsausbildung im Sinn des Paragraph 20, Absatz 3, Ziffer eins, Oö. Fischereigesetz 2020.

§ 8

Text

Paragraph 8,
Einschlägige fischereifachliche Hochschulausbildung

Der erfolgreiche Abschluss von Lehrveranstaltungen über Limnologie, Fischereibiologie, Fischereiwirtschaft, Fischzucht, Hydrobiologie oder Fischkunde an einer Universität oder Fachhochschule gilt als einschlägige fischereifachliche Hochschulausbildung im Sinn des Paragraph 20, Absatz 3, Ziffer 2, Oö. Fischereigesetz 2020.

§ 9

Text

5. Abschnitt

Paragraph 9,
Kurs über die Gewässerbewirtschaftung

  1. Absatz einsDer für den Nachweis der Pächterfähigkeit im Sinn des Paragraph 2, Ziffer 6, Oö. Fischereigesetz 2020 ab 1. Jänner 2022 erforderliche Kurs über die Gewässerbewirtschaftung besteht aus zwei Modulen und kann beim Oö. Landesfischereiverband absolviert werden.
  2. Absatz 2Das Modul A umfasst ein Mindestausmaß von 10 Stunden und folgende Fachgebiete:
    1. Ziffer eins
      Rechte und Pflichten der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter;
    2. Ziffer 2
      Wasser und Gewässerkunde, Gewässertypen;
    3. Ziffer 3
      Bewirtschaftung von Fließgewässern sowie natürlichen und künstlichen stehenden Gewässern;
    4. Ziffer 4
      Erstellung von Bewirtschaftungsplänen (Ertragsfaktoren, Auswirkungen von Besatzmaß-nahmen);
    5. Ziffer 5
      Verhalten bei Fischsterben.
    Die erfolgreich abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung im Sinn des Paragraph 7, bzw. einschlägige fischereifachliche Hochschulausbildung im Sinn des Paragraph 8, ersetzt die Ablegung des Moduls A.
  3. Absatz 3Das Modul B besteht in einem praktischen Teil, der ein Mindestausmaß von 3 Stunden umfasst und durch den die erforderlichen Kenntnisse über die Ausübung des Fischfangs mit Netzen vermittelt werden sollen. Dieses Modul ist in Kooperation mit jenem Fischereirevier und unter Leitung von dessen Obfrau bzw. Obmann zu absolvieren, in welchem ein Fischereirecht erstmals bewirtschaftet werden soll. Es ist nur dann zu absolvieren, wenn ein Fischereirecht bewirtschaftet werden soll, in welchem der Netzfischfang aktiv ausgeübt wird.
  4. Absatz 4Über den erfolgreichen Abschluss des Kurses wird nach dessen Absolvierung seitens des Oö. Landesfischereiverbands eine Bestätigung ausgestellt.

§ 10

Text

6. Abschnitt
Fischereischutz

Paragraph 10,
Dienstausweis und Dienstabzeichen

  1. Absatz einsDie von der Behörde betrauten und angelobten Fischereischutzorgane haben bei Ausübung ihres Dienstes den von der Behörde nach dem Muster der Anlage 10 ausgestellten Dienstausweis mit sich zu führen und auf Verlangen vorzuweisen sowie ihre Dienstnummer auf Verlangen bekanntzugeben. Der Dienstausweis besteht aus Bondpapier in hellgrauem Farbton im Ausmaß von 148,00 mm x 105,00 mm und ist einmal gefaltet.
  2. Absatz 2Die im Absatz eins, genannten Personen haben bei Ausübung ihres Dienstes auch das in der Anlage 11 dargestellte und beschriebene Dienstabzeichen deutlich sichtbar auf der linken Brustseite zu tragen.

§ 11

Text

Paragraph 11,
Fischereischutzprüfung; Prüfungskommission

  1. Absatz einsDie Fischereischutzprüfung ist vor einer beim Amt der Landesregierung einzurichtenden Prüfungskommission abzulegen.
  2. Absatz 2Für die Anerkennung von Fischereischutzprüfungen anderer Bundesländer im Sinn des Paragraph 24, Absatz 5, Oö. Fischereigesetz 2020 müssen im Rahmen einer Zusatzprüfung ausreichende Kenntnisse des oberösterreichischen Fischereirechts nachgewiesen werden. Diese Zusatzprüfung ist vor einer bzw. einem rechtskundigen Bediensteten des Amtes der Landesregierung abzulegen.
  3. Absatz 3Die Prüfungskommission besteht aus einer bzw. einem rechtskundigen Bediensteten des Amtes der Landesregierung als Vorsitzende bzw. Vorsitzendem und einem weiteren Mitglied, das fachkundig sein muss.
  4. Absatz 4Die Mitglieder der Prüfungskommission sind von der Landesregierung auf die Dauer von vier Jahren zu bestellen. Scheidet ein Mitglied der Prüfungskommission vorzeitig aus, so ist für die restliche Dauer der vierjährigen Funktionsperiode ein neues Mitglied zu bestellen.
  5. Absatz 5Zur Vertretung der Mitglieder der Prüfungskommission ist die erforderliche Anzahl von Ersatzmitgliedern zu bestellen. Die Bestimmungen der Absatz 3 und 4 gelten sinngemäß.

§ 12

Text

Paragraph 12,
Prüfungsstoff

Die Prüfungswerberin bzw. der Prüfungswerber hat bei der Prüfung ausreichende Kenntnisse in folgenden Prüfungsgegenständen nachzuweisen:

  1. Ziffer eins
    Fischkunde;
  2. Ziffer 2
    Fischhege;
  3. Ziffer 3
    Regeln der Weidgerechtigkeit;
  4. Ziffer 4
    Rechtsvorschriften, die die Ausübung der Fischerei regeln;
  5. Ziffer 5
    Rechtsvorschriften über den Fischereischutz sowie die Rechte und Pflichten der Fischereischutzorgane.

§ 13

Text

Paragraph 13,
Ausschreibung der Prüfungstermine

  1. Absatz einsDie Fischereischutzprüfung ist nach Bedarf, mindestens jedoch einmal im Kalenderjahr auszuschreiben. Die Prüfungstermine sind von der Vorsitzenden bzw. vom Vorsitzenden der Prüfungskommission festzusetzen.
  2. Absatz 2Um die Zulassung zur Prüfung ist bei der Landesregierung schriftlich anzusuchen, die darüber bescheidmäßig zu entscheiden hat. Zur Prüfung dürfen nur Personen zugelassen werden, die das 19. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens drei Jahren im Besitz einer (Jahres)Fischerkarte sind.
  3. Absatz 3Die zur Prüfung zugelassenen Personen sind mindestens vier Wochen vor dem festgesetzten Prüfungstermin unter Angabe des Prüfungsorts nachweislich zur Prüfung zu laden. Prüfungswerberinnen und Prüfungswerber, die zur Prüfung nicht antreten, müssen, wenn sie die Prüfung zu einem späteren Termin ablegen wollen, erneut um Zulassung zur Prüfung ansuchen.

§ 14

Text

Paragraph 14,
Durchführung der Prüfung

  1. Absatz einsDie Fischereischutzprüfung ist öffentlich.
  2. Absatz 2Die Fischereischutzprüfung ist mündlich abzulegen. Die mündliche Prüfung einer Prüfungswerberin bzw. eines Prüfungswerbers darf insgesamt nicht länger als eine Stunde dauern.
  3. Absatz 3Die bzw. der Vorsitzende der Prüfungskommission leitet die Prüfung. Sie bzw. er hat dafür zu sorgen, dass die Prüfung ordnungsgemäß durchgeführt wird. Prüfungswerberinnen und Prüfungswerber, die sich ordnungswidrig verhalten, hat sie bzw. er nach erfolgter Ermahnung erforderlichenfalls von der Prüfung auszuschließen.
  4. Absatz 4Tritt eine Prüfungswerberin bzw. ein Prüfungswerber während der Prüfung zurück oder wird sie bzw. er von der Prüfung ausgeschlossen, so gilt die Prüfung als nicht bestanden.
  5. Absatz 5Auf Grund des Ergebnisses hat die Prüfungskommission in nicht öffentlicher Beratung zu entscheiden, ob die Prüfungswerberin bzw. der Prüfungswerber die Prüfung bestanden hat oder nicht. Im Zweifel gibt die Stimme der bzw. des Vorsitzenden den Ausschlag.
  6. Absatz 6Das Ergebnis der Beratung ist der Prüfungswerberin bzw. dem Prüfungswerber von der Vorsitzenden bzw. vom Vorsitzenden der Prüfungskommission bekanntzugeben.
  7. Absatz 7Über den Verlauf der Prüfung ist eine Niederschrift zu führen, in der jedenfalls der Tag der Prüfung, die Zusammensetzung der Prüfungskommission, die Personalien der Prüfungswerberinnen und Prüfungswerber und das Ergebnis der Beratung festzuhalten sind. Die Niederschrift ist von den Mitgliedern der Prüfungskommission zu unterfertigen.
  8. Absatz 8Die Prüfung darf jeweils erst nach Ablauf von vier Monaten wiederholt werden.

§ 15

Text

Paragraph 15,
Prüfungszeugnis

Den Prüfungswerberinnen und Prüfungswerbern, die die Prüfung bestanden haben, ist ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 12 auszustellen.

§ 16

Text

Paragraph 16,
Fortbildungsveranstaltung

  1. Absatz einsDer Oö. Landesfischereiverband hat zumindest ein Mal pro Kalenderjahr eine Fortbildungsveranstaltung für Fischereischutzorgane im Sinn des Paragraph 21, Absatz 3, Oö. Fischereigesetz 2020 anzubieten.
  2. Absatz 2Zum Besuch dieser Fortbildungsveranstaltung sind jedenfalls bestellte und angelobte Fischereischutzorgane berechtigt.
  3. Absatz 3Die Fortbildungsveranstaltung umfasst ein Mindestausmaß von drei Stunden und folgende Fachgebiete:
    1. Ziffer eins
      Rechtsvorschriften, die die Ausübung der Fischerei regeln;
    2. Ziffer 2
      Rechte und Pflichten der Fischereischutzorgane;
    3. Ziffer 3
      Aufgaben der Fischereischutzorgane im Zuge von Amtshandlungen (praktische Beispiele);
    4. Ziffer 4
      fischereifachliche Themenstellungen (insbesondere Fragen zur Gewässerbewirtschaftung, Verhalten bei Fischsterben, Artenschutz).
  4. Absatz 4Nach vollständiger Absolvierung der Fortbildungsveranstaltung wird seitens des Oö. Landes-fischereiverbands eine Bestätigung über die Teilnahme ausgestellt.
  5. Absatz 5Die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen und Fachtagungen des Österreichischen Fischereiverbands ersetzt die Teilnahme an der Fortbildungsveranstaltung für Fischereischutzorgane im Sinn dieser Bestimmung. Die Bestätigung über die Teilnahme an einer solchen Fortbildungsveranstaltung oder Fachtagung ist dem Oö. Landesfischereiverband zum Zweck der Anerkennung zu übermitteln.

    Ziffer 7 Abschnitt
    Heimische Wassertiere, Schonzeiten und Mindestfangmaße (Brittelmaße)

§ 17

Text

Paragraph 17,
Allgemeine Bestimmungen

  1. Absatz einsDie nachstehend genannten Wassertiere (Fische, Neunaugen, Krustentiere und Muscheln) gelten als heimisch. Für sie werden - soweit sie sich in Fischwässern befinden - folgende Schonzeiten und Mindestfangmaße (Brittelmaße) festgesetzt:

 

Wassertier

Schonzeit

Mindestfangmaß
(Brittelmaß)

 

 

 

 

A.

Fische

 

 

 

 

 

 

1.

Aalrutte

(Lota lota)

16. Nov. - 28. Febr.

40 cm

2.

Aitel

(Squalius cephalus)

16. März - 31. Mai

25 cm

3.

Äsche

(Thymallus thymallus)

1. März - 30. April

30 cm

4.

Bachforelle

(Salmo trutta f. fario)

16. Sept. - 15. März

22 cm

5.

Bachsaibling

(Salvelinus fontinalis)

16. Sept. - 15. März

22 cm

6.

Bachschmerle oder Bartgrundel

(Barbatula barbatula)

1. März - 31. Mai

10 cm

7.

Barbe

(Barbus barbus)

16. April - 31. Mai

35 cm

8.

Bitterling

(Rhodeus amarus)

ganzjährig geschont

9.

Brachse

(Abramis brama)

1. Mai - 31. Mai

25 cm

10.

Donaukaulbarsch

(Gymnocephalus baloni)

ganzjährig geschont

11.

Donau-Steinbeißer oder Dorngrundel

(Cobitis elongatoides)

ganzjährig geschont

12.

Elritze oder Pfrille

(Phoxinus phoxinus)

1. April - 31. Mai

8 cm

13.

Flussbarsch

(Perca fluviatilis)

1. März - 30. April

10 cm

14.

Frauennerfling

(Rutilus virgo)

ganzjährig geschont

15.

Giebel

(Carassius gibelio)

1. Mai - 31. Mai

25 cm

16.

Goldsteinbeißer

(Sabanejewia balcanica)

ganzjährig geschont

17.

Gründling

(Gobio gobio)

1. Mai - 31. Mai

10 cm

18.

Güster

(Blicca bjoerkna)

1. Mai - 31. Mai

25 cm

19.

Hasel

(Leuciscus leuciscus)

16. März - 31. Mai

20 cm

20.

Hecht

(Esox lucius)

1. Febr. - 30. April

60 cm

21.

Huchen

(Hucho hucho)

16. Febr. - 31. Mai

85 cm

22.

Karausche

(Carassius carassius)

ganzjährig geschont

23.

Karpfen

(Cyprinus carpio)

1. Mai - 31. Mai

35 cm

24.

Kaulbarsch

(Gymnocephalus cernuus)

1. April - 31. Mai

-

25.

Kesslergründling

(Romanogobio kesslerii)

ganzjährig geschont

26.

Koppe oder Groppe

(Cottus gobio)

1. Febr. - 30. April

8 cm

27.

Laube oder Ukelei

(Alburnus alburnus)

1. Mai - 30. Juni

10 cm

28.

Maräne oder Reinanke

(Coregonus spp.)

16. Okt. - 31. Dez.

30 cm

29.

Moderlieschen

(Leucaspius delineatus)

ganzjährig geschont

30.

Nase

(Chondrostoma nasus)

16. März - 31. Mai

35 cm

31.

Nerfling oder Seider oder Aland

(Leuciscus idus)

ganzjährig geschont

32.

Perlfisch

(Rutilus meidingeri)

ganzjährig geschont

33.

Regenbogenforelle

(Onchorhynchus mykiss)

1. Dez. - 15. März

22 cm

34.

Rotauge

(Rutilus rutilus)

1. April - 31. Mai

12 cm

35.

Rotfeder

(Scardinius erythrophthalmus)

1. April - 31. Mai

15 cm

36.

Russnase oder Blaunase

(Vimba vimba)

16. April - 31. Mai

25 cm

37.

Schied oder Rapfen

(Aspius aspius)

16. April - 31. Mai

45 cm

38.

Schlammpeitzger

(Misgurnus fossilis)

ganzjährig geschont

39.

Schleie

(Tinca tinca)

1. Mai - 30. Juni

25 cm

40.

Schneider

(Alburnoides bipunctatus)

ganzjährig geschont

41.

Schrätzer

(Gymnocephalus schraetser)

ganzjährig geschont

42.

Seeforelle

(Salmo trutta f. lacustris)

16. Sept. - 15. März

50 cm

43.

Seelaube oder Mairenke

(Alburnus mento)

16. Mai - 30. Juni

20 cm

44.

Seesaibling

(Salvelinus umbla)

16. Sept. - 15. März

22 cm

45.

Semling oder Hundsbarbe

(Barbus balcanicus)

ganzjährig geschont

46.

Sichling oder Ziege

(Pelecus cultratus)

ganzjährig geschont

47.

Steingressling

(Romanogobio uranoscopus)

ganzjährig geschont

48.

Sterlet

(Acipenser ruthenus)

ganzjährig geschont

49.

Streber

(Zingel streber)

ganzjährig geschont

50.

Strömer

(Telestes souffia)

ganzjährig geschont

51.

Weißflossengründling

(Romanogobio vladykovi)

ganzjährig geschont

52.

Wels oder Waller

(Silurus glanis)

1. Juni - 30. Juni

80 cm

53.

Wolgazander

(Sander volgensis)

1. März - 30. April

35 cm

54.

Zander oder Schill

(Sander lucioperca)

1. März - 30. April

50 cm

55.

Zingel

(Zingel zingel)

1. März - 30. April

20 cm

56.

Zobel

(Ballerus sapa)

ganzjährig geschont

57.

Zope

(Ballerus ballerus)

ganzjährig geschont

 

 

 

B.

Neunaugen

 

 

 

 

 

 

1.

Bachneunauge

(Lampetra planeri)

ganzjährig geschont

2.

Ukrainisches Bachneunauge

(Eudontomyzon mariae)

ganzjährig geschont

 

 

 

C.

Krustentiere

 

 

 

 

 

 

1.

Edelkrebs

(Astacus astacus)

männl. 1. Okt. - 31. Dez.

weibl. ganzjährig geschont

12 cm

2.

Steinkrebs

(Austropotamobius torr.)

ganzjährig geschont

 

 

 

 

 

D.

Muscheln

 

 

 

 

 

 

1.

Aufgeblasene Flussmuschel

(Unio tumidus)

ganzjährig geschont

2.

Flache Teichmuschel

(Pseudanodonta complanata)

ganzjährig geschont

3.

Flussmuschel

(Unio crassus)

ganzjährig geschont

4.

Flussperlmuschel

(Margaritifera margaritifera)

ganzjährig geschont

5.

Große Teichmuschel

(Anodonta cygnea)

ganzjährig geschont

6.

Malermuschel

(Unio pictorum)

ganzjährig geschont

7.

Teichmuschel

(Anodonta anatina)

ganzjährig geschont.

  1. Absatz 2Die in den einzelnen Fischereiordnungen festgesetzten Schonzeiten und Mindestfangmaße werden durch die Bestimmung des Absatz eins, nicht berührt.
  2. Absatz 3Die im Absatz eins, angeführten Schonzeiten und Mindestfangmaße (Brittelmaße) gelten nicht für Angelteiche im Sinn des Paragraph 2, Ziffer eins, Oö. Fischereigesetz 2020.
  3. Absatz 4Alle nicht im Absatz eins, angeführten Wassertiere gelten als nicht heimisch und dürfen nicht bzw. nur mit Bewilligung der Oö. Landesregierung gemäß Paragraph 11, Absatz eins, Oö. Fischereigesetz 2020 ausgesetzt werden.
  4. Absatz 5Wassertiere, welche gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Prävention und das Management der Einführung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten als invasive gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung gelten, sind sofort nach dem Fang weidgerecht zu töten und dürfen nicht wieder in das Fischwasser zurückgesetzt werden.

§ 18

Text

Paragraph 18,
Netzfischfang, Legschnüre und Fischreusen

In der Zeit vom 1. April bis 31. Mai ist in den fließenden Taggewässern samt ihren Altarmen und Begleitgerinnen das Fischen mit Stellnetzen, Zugnetzen, Daubeln, Fischreusen und Legschnüren verboten.

§ 19

Text

Paragraph 19,
Inkrafttreten

  1. Absatz einsDiese Verordnung tritt mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Landesgesetzblatt für Oberösterreich in Kraft.
  2. Absatz 2Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung der Oö. Landesregierung vom 24. Oktober 1983 betreffend Durchführungsbestimmungen zum Oö. Fischereigesetz (Oö. Fischerei-verordnung), Landesgesetzblatt Nr. 97 aus 1983,, in der Fassung der Verordnung Landesgesetzblatt Nr. 101 aus 2014,, außer Kraft.
  3. Absatz 3Im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung anhängige Verfahren auf Ausstellung von Fischerkarten und Fischergastkarten sind nach den bisher geltenden Rechtsvorschriften weiterzuführen.
  4. Absatz 4Die nach dem Muster der bisherigen Anlagen 8 und 9 ausgestellten Fischerkarten und Fischergastkarten gelten weiter, Fischergastkarten jedoch nur bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit.
  5. Absatz 5Die nach dem Muster der bisherigen Anlage 13 ausgestellten Zeugnisse der Fischereischutzorganprüfung sind weiterhin gültig.
  6. Absatz 6Die nach dem Muster der bisherigen Anlage 12 ausgestellten Dienstausweise sind weiterhin gültig.

Anl. 1

Anl. 2

Anl. 3

Anl. 4

Anl. 5

Anl. 6

Anl. 7

Anl. 8

Anl. 9

Anl. 10

Anl. 11

Anl. 12