Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Musiktherapie-Ausbildungsverordnung 2019, Fassung vom 25.06.2024

§ 0

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Langtitel

Verordnung der Bundesministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz über die Kompetenzen, die im Rahmen der Ausbildung für die mitverantwortliche und eigenverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie erworben werden müssen einschließlich der Mindestanforderungen an die Ausbildungen (Musiktherapie-Ausbildungsverordnung 2019 – Muth-AV 2019)
StF: BGBl. II Nr. 117/2019

Präambel/Promulgationsklausel

Aufgrund des Paragraph 11, des Bundesgesetzes über die berufsmäßige Ausübung der Musiktherapie (Musiktherapiegesetz – MuthG), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 93 aus 2008,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 59 aus 2018,, wird verordnet:

Inhaltsübersicht

1. Abschnitt
Regelungsgegenstand und Begriffsbestimmungen

§ 1

Regelungsgegenstand

§ 2

Begriffsbestimmungen

2. Abschnitt
Kompetenzen

und Ausbildung für die mitverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie

§ 3

Kompetenzen (mitverantwortliche Berufsausübung)

§ 4

Mindestanforderungen an die Ausbildung (mitverantwortliche Berufsausübung)

§ 5

Gestaltung der Ausbildung (mitverantwortliche Berufsausübung)

3. Abschnitt
Mindestanforderungen an die Studierenden, die Lehrenden, die Praktikumsanleitung und die Supervision für die mitverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie

§ 6

Mindestanforderungen an die Studierenden (mitverantwortliche Berufsausübung)

§ 7

Mindestanforderungen an die Lehrenden der fachspezifischen Inhalte (mitverantwortliche Berufsausübung)

§ 8

Mindestanforderungen an die Praktikumsanleitung und die Supervision (mitverantwortliche Berufsausübung)

§ 9

Studienaufenthalte

4. Abschnitt
Kompetenzen

und Ausbildung für die eigenverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie

§ 10

Kompetenzen (eigenverantwortliche Berufsausübung)

§ 11

Mindestanforderungen an die Ausbildung (eigenverantwortliche Berufsausübung)

§ 12

Gestaltung der Ausbildung (eigenverantwortliche Berufsausübung)

5. Abschnitt
Mindestanforderungen an die Studierenden, die Lehrenden, die Praktikumsanleitung und die Supervision für die eigenverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie

§ 13

Mindestanforderungen an die Studierenden (eigenverantwortliche Berufsausübung)

§ 14

Mindestanforderungen an die Lehrenden der fachspezifischen Inhalte (eigenverantwortliche Berufsausübung)

§ 15

Mindestanforderungen an die Praktikumsanleitung und die Supervision (eigenverantwortliche Berufsausübung)

§ 16

Studienaufenthalte

6. Abschnitt

§ 17

Inkrafttreten

Anlagen

Anlage 1

Fachlich-methodische Kompetenzen (mitverantwortliche Berufsausübung)

Anlage 2

Sozialkommunikative Kompetenzen und Selbstkompetenzen (mitverantwortliche Berufsausübung)

Anlage 3

Wissenschaftliche Kompetenzen (mitverantwortliche Berufsausübung)

Anlage 4

Kompetenzen in den Bereichen Rahmenbedingungen für die Berufsausübung der Musiktherapie und Fragen der Ethik (mitverantwortliche Berufsausübung)

Anlage 5

Mindestanforderungen an die praktische Ausbildung der Musiktherapeutin/des Musiktherapeuten (mitverantwortliche Berufsausübung)

Anlage 6

Fachlich-methodische Kompetenzen (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Anlage 7

Sozialkommunikative Kompetenzen und Selbstkompetenzen (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Anlage 8

Wissenschaftliche Kompetenzen (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Anlage 9

Kompetenzen in den Bereichen Rahmenbedingungen für die Berufsausübung der Musiktherapie und Fragen der Ethik (eigenverantwortliche Berufsausübung

Anlage 10

Mindestanforderungen an die praktische Ausbildung der Musiktherapeutin/des Musiktherapeuten (eigenverantwortliche Berufsausübung)

§ 1

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

1. Abschnitt
Regelungsgegenstand und Begriffsbestimmungen

Regelungsgegenstand

Paragraph eins,

Diese Verordnung regelt die Mindestanforderungen an die Ausbildungen für die mitverantwortliche und die eigenverantwortliche Ausübung der Musiktherapie und die Kompetenzen, die im Rahmen der Ausbildung für die mitverantwortliche und die eigenverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie zur Erlangung einer Berufsberechtigung gemäß den Paragraphen 12 und 13 des Bundesgesetzes über die berufsmäßige Ausübung der Musiktherapie (Musiktherapiegesetz – MuthG), Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 93 aus 2008,, in der geltenden Fassung, erworben werden müssen.

§ 2

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Begriffsbestimmungen

Paragraph 2,

Im Geltungsbereich dieser Verordnung sind folgende Begriffsbestimmungen maßgebend:

  1. Ziffer eins
    Kompetenz/Kompetenzen: die Verbindung von Kenntnissen und Fertigkeiten (Wissen, Verständnis, Anwendung, Analyse, Synthese, Beurteilung und Reflexion) in der Bewältigung von Handlungsanforderungen; die nachgewiesene Fähigkeit, Kenntnisse, Fertigkeiten sowie persönliche, soziale und methodischen Fähigkeiten in Arbeits- oder Lernsituationen und für die berufliche und persönliche Entwicklung zu nutzen und diese für aktuell gefordertes Handeln neu generieren zu können, einschließlich der Bewältigung von Anforderungen und Situationen, die im besonderen Maße ein nicht standardmäßiges Handeln und Problemlösen erfordern;
  2. Ziffer 2
    Kenntnisse: das Ergebnis der Verarbeitung von Information durch Lernen; die Gesamtheit der Fakten, Grundsätze, Theorie und Praxis in einem Arbeits- oder Lernbereich; Theorie- und Faktenwissen;
  3. Ziffer 3
    Fertigkeiten: die Fähigkeit, Kenntnisse anzuwenden und einzusetzen, um Aufgaben auszuführen und Probleme zu lösen; kognitive Fertigkeiten (unter Einsatz logischen, intuitiven und kreativen Denkens) und praktische Fertigkeiten (Geschicklichkeit und Verwendung von Methoden, Materialien, Hilfsmitteln und Instrumenten);
  4. Ziffer 4
    Einheit: ein Zeitmaß von mindestens 45 Minuten;
  5. Ziffer 5
    Stunde: ein Zeitmaß von 60 Minuten.

§ 3

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

2. Abschnitt
Kompetenzen und Ausbildung für die mitverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie

Kompetenzen (mitverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 3,

Im Rahmen von Bachelorstudien der Musiktherapie oder Fachhochschul-Bachelorstudiengängen der Musiktherapie ist sicherzustellen, dass die Absolventinnen/Absolventen mindestens folgende Kompetenzen, Kenntnisse und Fertigkeiten erworben haben:

  1. Ziffer eins
    fachlich-methodische Kompetenzen gemäß Anlage 1,
  2. Ziffer 2
    sozialkommunikative Kompetenzen und Selbstkompetenzen gemäß Anlage 2,
  3. Ziffer 3
    wissenschaftliche Kompetenzen gemäß Anlage 3 und
  4. Ziffer 4
    Kompetenzen in den Bereichen „Rahmenbedingungen für die Berufsausübung der Musiktherapie, wobei insbesondere eine Einführung in die institutionellen, gesundheitsrechtlichen und psychosozialen Rahmenbedingungen vorzusehen ist“ (Paragraph 9, Absatz 3, Ziffer 2, MuthG) und „Fragen der Ethik“ (Paragraph 9, Absatz 3, Ziffer 3, MuthG) gemäß Anlage 4.

§ 4

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Mindestanforderungen an die Ausbildung (mitverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 4,
  1. Absatz einsDie Vermittlung der Kompetenzen, Kenntnisse und Fertigkeiten gemäß Paragraph 3, hat durch
    1. Ziffer eins
      eine theoretische Ausbildung,
    2. Ziffer 2
      berufsspezifische praktische Übungen an der Ausbildungseinrichtung,
    3. Ziffer 3
      eine praktische Ausbildung an Praktikumsstellen,
    4. Ziffer 4
      eine musikalische Ausbildung und
    5. Ziffer 5
      Selbsterfahrung
    zu erfolgen.
  2. Absatz 2Die praktische Ausbildung an Praktikumsstellen gemäß Absatz eins, Ziffer 3, hat den Mindestanforderungen gemäß Anlage 5 und den Grundsätzen gemäß Paragraph 5, Absatz 3, zu entsprechen.
  3. Absatz 3Selbsterfahrung gemäß Absatz eins, Ziffer 5, ist als eigenständige Lehrveranstaltung im Curriculum auszuweisen.

§ 5

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Gestaltung der Ausbildung (mitverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 5,
  1. Absatz einsDie Ausbildung ist so zu gestalten, dass die Vermittlung theoretischer Ausbildungsinhalte und Kenntnisse mit der Vermittlung berufsspezifischer Fertigkeiten koordiniert, verschränkt und ineinander greifend erfolgt.
  2. Absatz 2Im Rahmen der Ausbildung gemäß Paragraph 4, sind
    1. Ziffer eins
      theoretische fachlich-wissenschaftliche Grundlagen, berufsspezifische Zusammenhänge und Prozesse zu vermitteln,
    2. Ziffer 2
      praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten
      1. Litera a
        in Form von berufsspezifischen praktischen Übungen in Einzel- oder Gruppensetting im Umfang von zumindest 150 Einheiten und
      2. Litera b
        im Rahmen einer praktischen Ausbildung an Praktikumsstellen im Umfang von zumindest 280 Stunden nach Maßgabe des Absatz 3, Ziffer 3, in Verbindung mit Paragraph 8, Absatz eins und 2
      zu vermitteln, zu erwerben und zu reflektieren,
    3. Ziffer 3
      musikalische Kompetenzen im Umfang von zumindest 200 Einheiten weiter zu entwickeln sowie
    4. Ziffer 4
      Selbsterfahrung im Umfang von zumindest 200 Einheiten zu absolvieren.
  3. Absatz 3Bei der Durchführung der praktischen Ausbildung an Praktikumsstellen (Praktika) gemäß Absatz 2, Ziffer 2, Litera b,, Paragraph 4, Absatz eins, Ziffer 3 und Anlage 5 sind folgende Grundsätze einzuhalten:
    1. Ziffer eins
      Die praktische Ausbildung erfolgt patientinnenorientiert/patientenorientiert.
    2. Ziffer 2
      Die praktische Umsetzung von theoretischen Lehrinhalten wird kontinuierlich und aufbauend an den Praktikumsstellen gefestigt und vertieft.
    3. Ziffer 3
      Die praktische Ausbildung an Praktikumsstellen umfasst zumindest 280 Stunden Präsenzzeit in ausgewählten in Anlage 5 angeführten Praktikumsbereichen.
    4. Ziffer 4
      Die praktische Ausbildung ist im Verhältnis 1:10 begleitend musiktherapeutisch nach Maßgabe des Paragraph 8, Absatz 3, zu supervidieren.
    5. Ziffer 5
      Die Durchführung der praktischen Ausbildung gemäß Anlage 5 wird von der/dem Studierenden in anonymisierter Form dokumentiert.
    6. Ziffer 6
      Die Durchführung und Dokumentation der einzelnen Praktika wird beurteilt. Für negativ beurteilte Praktika oder Praktikumsteile sind Wiederholungsmöglichkeiten vorgesehen.
    7. Ziffer 7
      Die erfolgreiche Absolvierung der Praktika ist Voraussetzung für die Zulassung zur kommissionellen Bachelorprüfung.
    8. Ziffer 8
      Eine ausreichende Anzahl an fachlich geeigneten einschlägigen Praktikumsstellen in Krankenanstalten sowie in sonstigen Einrichtungen, sofern in diesen die Vermittlung der erforderlichen Kompetenzen (Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten) gewährleistet ist, ist durch entsprechende Vereinbarungen (Kooperationsabkommen) sichergestellt, wobei eine überwiegende Anzahl der Praktikumsstellen in Krankenanstalten ist.
    9. Ziffer 9
      Die Eignung einer Praktikumsstelle für die praktische Ausbildung ist gegeben, wenn die erforderliche Personal- und Sachausstattung sowie die Durchführung der in Anlage 5 angeführten therapeutischen Maßnahmen und Verfahren sichergestellt sind.
    10. Ziffer 10
      Die Anleitung im Rahmen der praktischen Ausbildung erfolgt im Einvernehmen und unter kontinuierlicher Rückkoppelung mit den jeweiligen Lehrenden des Bachelorstudiums oder des Fachhochschul-Bachelorstudiengangs der Musiktherapie.
    11. Ziffer 11
      An den Praktikumsstellen ist sichergestellt, dass eine fachkompetente Person gemäß Paragraph 8, Absatz eins und 2 höchstens fünf Studierende kontinuierlich über die Praktikumsdauer hinweg betreut (Schlüssel 1:5).
  4. Absatz 4Im Rahmen einer anderen reglementierten Ausbildung erfolgreich absolvierte Ausbildungsinhalte können auf die theoretische und praktische Ausbildung für die mitverantwortliche Ausübung der Musiktherapie angerechnet werden, sofern diese nach Inhalt und Umfang gleichwertig sind.

§ 6

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

3. Abschnitt
Mindestanforderungen an die Studierenden, die Lehrenden, die Praktikumsanleitung und die Supervision für die mitverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie

Mindestanforderungen an die Studierenden (mitverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 6,
  1. Absatz einsAls Voraussetzung für die Aufnahme in ein Bachelorstudium der Musiktherapie oder einen Fachhochschul-Bachelorstudiengang der Musiktherapie gemäß Paragraph 9, Absatz eins, MuthG ist festzulegen, dass
    1. Ziffer eins
      die erforderliche gesundheitliche (physische und psychische) und persönliche Eignung sowie Vertrauenswürdigkeit,
    2. Ziffer 2
      die musikalische Eignung und
    3. Ziffer 3
      die Absolvierung eines Erste-Hilfe-Kurses im Umfang von zumindest 16 Stunden
    nachzuweisen sind.
  2. Absatz 2Das Vorliegen der Voraussetzungen gemäß Absatz eins, ist in einem Aufnahme- oder Zulassungsverfahren zu prüfen. Das Aufnahme- oder Zulassungsverfahren hat zumindest einen gesundheitswissenschaftlichen Studieneignungstest, einen musikalischen Eignungstest im Einzel- und Gruppensetting sowie ein Einzelgespräch mit der Bewerberin/dem Bewerber zu umfassen.
  3. Absatz 3Die gesundheitliche Eignung gemäß Absatz eins, Ziffer eins, ist durch ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen, aus dem hervorgeht, dass die Bewerberin/der Bewerber an keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet, die die Erfüllung der Berufspflichten nicht erwarten lassen.
  4. Absatz 4Die musikalische Eignung gemäß Absatz eins, Ziffer 2, ist jedenfalls im Hinblick auf die menschliche Stimme und zumindest zwei Musikinstrumente nachzuweisen. Hierbei sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, die eigene Stimme stimmbildnerisch korrekt und improvisierend einzusetzen und auf den Instrumenten Solo- und Ensemblestücke aus verschiedenen Stilepochen, Strömungen und Gattungen (stilistische Vielfalt) eigenständig zu erarbeiten und ausdrucksvoll vorzutragen, erforderlich. Für zumindest ein Instrument ist das Niveau Mittelstufe im Sinne der Konferenz der Österreichischen Musikschulwerke nachzuweisen.
  5. Absatz 5Von der Erfüllung der Voraussetzung gemäß Absatz eins, Ziffer 3, ist abzusehen, wenn eine Berufsqualifikation in einem gesetzlich geregelten Gesundheitsberuf nachgewiesen wird.

§ 7

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Mindestanforderungen an die Lehrenden der fachspezifischen Inhalte (mitverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 7,
  1. Absatz einsDie Lehrenden der fachspezifischen Inhalte in einem Bachelorstudium der Musiktherapie oder Fachhochschul-Bachelorstudiengang der Musiktherapie müssen in die Musiktherapeutenliste eingetragen sein.
  2. Absatz 2Die Lehrenden der medizinischen, psychotherapeutischen oder klinisch-psychologischen Inhalte in einem Bachelorstudium der Musiktherapie oder Fachhochschul-Bachelorstudiengang der Musiktherapie müssen in die entsprechende Berufsliste eingetragen sein.
  3. Absatz 3Darüber hinaus können für fachspezifische Inhalte in Ausnahmefällen Personen herangezogen werden, die aufgrund ihrer einschlägigen Qualifikation und Berufserfahrung besonders für die Vermittlung spezieller Lehrinhalte geeignet sind.

§ 8

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Mindestanforderungen an die Praktikumsanleitung und die Supervision (mitverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 8,
  1. Absatz einsDie Praktikumsanleitung für die praktische Ausbildung (Paragraph 4, Absatz eins, Ziffer 3,, Paragraph 5, Absatz 2, Ziffer 2, Litera b und Absatz 3,) gemäß Anlage 5 hat durch fachkompetente Personen zu erfolgen, die
    1. Ziffer eins
      in die Musiktherapeutenliste eingetragen sind,
    2. Ziffer 2
      über eine mindestens einjährige eigenverantwortliche oder dreijährige mitverantwortliche musiktherapeutische Berufserfahrung und die erforderliche Kompetenz in einem für das jeweilige Praktikum relevanten Berufsfeld verfügen und
    3. Ziffer 3
      über die erforderlichen didaktischen Kompetenzen verfügen.
  2. Absatz 2Darüber hinaus kann die Praktikumsanleitung im Rahmen von im Ausland absolvierten Studienaufenthalten auch durch sonstige Personen erfolgen, die aufgrund ihrer einschlägigen vergleichbaren Qualifikation und Berufserfahrung für die Vermittlung der musiktherapeutischen Praxis geeignet sind.
  3. Absatz 3Die Supervision gemäß Paragraph 5, Absatz 3, Ziffer 4, hat durch fachkompetente Personen zu erfolgen, die
    1. Ziffer eins
      in die Musiktherapeutenliste eingetragen sind und
    2. Ziffer 2
      über eine mindestens einjährige eigenverantwortliche oder dreijährige mitverantwortliche musiktherapeutische Berufserfahrung verfügen.

§ 9

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Studienaufenthalte

Paragraph 9,

Zur Unterstützung der internationalen Mobilität der Studierenden sind bei gegebener Erasmus Higher Education Charta oder einer entsprechenden vergleichbaren institutionellen Kooperationsvereinbarung im Ausland erbrachte Studienleistungen ohne Verlust von Studienzeiten anrechenbar.

§ 10

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

4. Abschnitt
Kompetenzen und Ausbildung für die eigenverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie

Kompetenzen (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 10,

Im Rahmen von Diplomstudien der Musiktherapie, Masterstudien der Musiktherapie und Fachhochschul-Masterstudiengängen der Musiktherapie ist sicherzustellen, dass die Absolventinnen/Absolventen mindestens folgende Kompetenzen, Kenntnisse und Fertigkeiten erworben haben:

  1. Ziffer eins
    fachlich-methodische Kompetenzen gemäß Anlage 6,
  2. Ziffer 2
    sozialkommunikative Kompetenzen und Selbstkompetenzen gemäß Anlage 7,
  3. Ziffer 3
    wissenschaftliche Kompetenzen gemäß Anlage 8 und
  4. Ziffer 4
    Kompetenzen in den Bereichen „Rahmenbedingungen für die Berufsausübung der Musiktherapie, wobei insbesondere eine Einführung in die institutionellen, gesundheitsrechtlichen und psychosozialen Rahmenbedingungen vorzusehen ist“ (Paragraph 10, Absatz 3, Ziffer 2, MuthG), und „Fragen der Ethik“ (Paragraph 10, Absatz 3, Ziffer 3, MuthG) gemäß Anlage 9.

§ 11

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Mindestanforderungen an die Ausbildung (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 11,
  1. Absatz einsDie Vermittlung der Kompetenzen, Kenntnissen und Fertigkeiten gemäß Paragraph 10, hat durch
    1. Ziffer eins
      eine theoretische Ausbildung,
    2. Ziffer 2
      berufsspezifische praktische Übungen an der Ausbildungseinrichtung,
    3. Ziffer 3
      eine praktische Ausbildung an Praktikumsstellen,
    4. Ziffer 4
      eine musikalische Ausbildung (Diplomstudium der Musiktherapie) oder eine musikalische Praxis (Masterstudium der Musiktherapie oder Fachhochschul-Masterstudiengang der Musiktherapie) und
    5. Ziffer 5
      Selbsterfahrung (Diplomstudium der Musiktherapie)
    zu erfolgen.
  2. Absatz 2Die praktische Ausbildung an Praktikumsstellen gemäß Absatz eins, Ziffer 3, hat den Mindestanforderungen gemäß Anlage 10 und den Grundsätzen gemäß Paragraph 12, Absatz 3, zu entsprechen.
  3. Absatz 3Selbsterfahrung gemäß Absatz eins, Ziffer 5, ist als eigenständige Lehrveranstaltung im Curriculum auszuweisen.

§ 12

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Gestaltung der Ausbildung (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 12,
  1. Absatz einsDie Ausbildung ist so zu gestalten, dass die Vermittlung theoretischer Ausbildungsinhalte und Kenntnisse mit der Vermittlung berufsspezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten koordiniert, verschränkt und ineinander greifend erfolgt.
  2. Absatz 2Im Rahmen der Ausbildung gemäß Paragraph 11, sind
    1. Ziffer eins
      theoretische fachlich-wissenschaftliche Grundlagen, berufsspezifische Zusammenhänge und Prozesse zu vermitteln,
    2. Ziffer 2
      praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten
      1. Litera a
        in Form von berufsspezifischen praktischen Übungen in Einzel- oder Gruppensetting im Umfang von zumindest 130 Einheiten (Masterstudium der Musiktherapie oder Fachhochschul-Masterstudiengang der Musiktherapie) bzw. 290 Einheiten (Diplomstudium der Musiktherapie) und
      2. Litera b
        im Rahmen der praktischen Ausbildung an Praktikumsstellen im Umfang von zumindest 200 Stunden (Masterstudium der Musiktherapie oder Fachhochschul-Masterstudiengang der Musiktherapie) bzw. 480 Stunden (Diplomstudium der Musiktherapie) nach Maßgabe des Absatz 3, Ziffer 3 und des Paragraph 15, Absatz eins und 2 (Diplomstudium der Musiktherapie)
      zu vermitteln, zu erwerben und zu reflektieren,
    3. Ziffer 3
      musikalische Kompetenzen weiter zu entwickeln sowie
    4. Ziffer 4
      Selbsterfahrung im Umfang von zumindest 200 Einheiten zu absolvieren (Diplomstudium der Musiktherapie).
  3. Absatz 3Bei der Durchführung der praktischen Ausbildung an Praktikumsstellen (Praktika) gemäß Absatz 2, Ziffer 2, Litera b,, Paragraph 11, Absatz eins, Ziffer 3 und Anlage 10 sind folgende Grundsätze einzuhalten:
    1. Ziffer eins
      Die praktische Ausbildung erfolgt patientinnenorientiert/patientenorientiert.
    2. Ziffer 2
      Die praktische Umsetzung von theoretischen Lehrinhalten wird kontinuierlich und aufbauend an den Praktikumsstellen gefestigt und vertieft.
    3. Ziffer 3
      Die praktische Ausbildung an Praktikumsstellen umfasst mindestens 200 Stunden (Masterstudium der Musiktherapie oder Fachhochschul-Masterstudiengang der Musiktherapie gemäß Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer 3 und 4 MuthG) bzw. 480 Stunden (Diplomstudium der Musiktherapie gemäß Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer eins, MuthG) Präsenzzeit in ausgewählten in Anlage 10 angeführten Praktikumsbereichen.
    4. Ziffer 4
      Die praktische Ausbildung ist begleitend musiktherapeutisch nach Maßgabe des Paragraph 15, Absatz 3, zu supervidieren.
    5. Ziffer 5
      Die Durchführung der praktischen Ausbildung gemäß Anlage 10 wird von der/dem Studierenden in anonymisierter Form dokumentiert.
    6. Ziffer 6
      Die Durchführung und Dokumentation der einzelnen Praktika wird beurteilt. Für negativ beurteilte Praktika oder Praktikumsteile sind Wiederholungsmöglichkeiten vorgesehen.
    7. Ziffer 7
      Die erfolgreiche Absolvierung der Praktika ist Voraussetzung für die Zulassung zur kommissionellen Diplomprüfung oder Masterprüfung.
    8. Ziffer 8
      Eine ausreichende Anzahl an fachlich geeigneten einschlägigen Praktikumsstellen in Krankenanstalten sowie in sonstigen Einrichtungen, sofern in diesen die Vermittlung der erforderlichen Kompetenzen (Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten) gewährleistet ist, ist durch entsprechende Vereinbarungen (Kooperationsabkommen) sichergestellt, wobei eine überwiegende Anzahl der Praktikumsstellen in Krankenanstalten ist.
    9. Ziffer 9
      Die Eignung einer Praktikumsstelle für die praktische Ausbildung ist gegeben, wenn die erforderliche Personal- und Sachausstattung sowie die Durchführung der in Anlage 10 angeführten therapeutischen Maßnahmen und Verfahren sichergestellt sind.
    10. Ziffer 10
      Die Anleitung im Rahmen der praktischen Ausbildung im Rahmen eines Diplomstudiums der Musiktherapie erfolgt im Einvernehmen und unter kontinuierlicher Rückkoppelung mit den jeweiligen Lehrenden des Diplomstudiums der Musiktherapie.
    11. Ziffer 11
      An den Praktikumsstellen im Rahmen eines Diplomstudiums der Musiktherapie gemäß Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer eins, MuthG ist sichergestellt, dass eine fachkompetente Person gemäß Paragraph 8, höchstens fünf Studierende kontinuierlich über die Praktikumsdauer hinweg betreut (Schlüssel 1:5).
  4. Absatz 4Im Rahmen einer anderen reglementierten Ausbildung erfolgreich absolvierte Ausbildungsinhalte können auf die theoretische und praktische Ausbildung für die eigenverantwortliche Ausübung der Musiktherapie angerechnet werden, sofern diese nach Inhalt und Umfang gleichwertig sind.

§ 13

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

5. Abschnitt
Mindestanforderungen an die Studierenden, die Lehrenden, die Praktikumsanleitung und die Supervision für die eigenverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie

Mindestanforderungen an die Studierenden (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 13,
  1. Absatz einsAls Voraussetzung für die Aufnahme in ein Masterstudium der Musiktherapie oder einen Fachhochschul-Masterstudiengang der Musiktherapie gemäß Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer 3 und 4 MuthG ist festzulegen, dass    die Erfüllung der Voraussetzungen für die mitverantwortliche Berufsausübung der Musiktherapie gemäß Paragraph 13, MuthG nachzuweisen ist.
  2. Absatz 2Als Voraussetzung für die Aufnahme in ein Diplomstudium der Musiktherapie gemäß Paragraph 10, Absatz eins, Ziffer eins, MuthG ist festzulegen, dass
    1. Ziffer eins
      die erforderliche gesundheitliche (physische und psychische) Eignung und Vertrauenswürdigkeit,
    2. Ziffer 2
      die musikalische Eignung und
    3. Ziffer 3
      die Absolvierung eines Erste-Hilfe-Kurses im Umfang von zumindest 16 Stunden
    nachzuweisen sind.
  3. Absatz 3Das Vorliegen der Voraussetzungen gemäß Absatz eins und 2 ist in einem Aufnahme- oder Zulassungsverfahren zu prüfen. Das Aufnahme- oder Zulassungsverfahren gemäß Absatz 2, hat zumindest einen gesundheitswissenschaftlichen Studieneignungstest, einen musikalischen Eignungstest im Einzel- und Gruppensetting sowie ein Einzelgespräch mit der Bewerberin/dem Bewerber zu umfassen.
  4. Absatz 4Die gesundheitliche Eignung gemäß Absatz 2, Ziffer eins, ist durch ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen, aus dem hervorgeht, dass die Bewerberin/der Bewerber an keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet, die die Erfüllung der Berufspflichten nicht erwarten lassen.
  5. Absatz 5Die musikalische Eignung gemäß Absatz 2, Ziffer 2, ist jedenfalls im Hinblick auf die menschliche Stimme und zumindest zwei Musikinstrumente nachzuweisen. Hierbei sind Fähigkeiten und Fertigkeiten, die eigene Stimme stimmbildnerisch korrekt und improvisierend einzusetzen und auf den Instrumenten Solo- und Ensemblestücke aus verschiedenen Stilepochen, Strömungen und Gattungen (stilistische Vielfalt) eigenständig zu erarbeiten und ausdrucksvoll vorzutragen, erforderlich. Für zumindest ein Instrument ist das Niveau Mittelstufe im Sinne der Konferenz der Österreichischen Musikschulwerke nachzuweisen.
  6. Absatz 6Von der Erfüllung der Voraussetzung gemäß Absatz 2, Ziffer 3, ist abzusehen, wenn eine Berufsqualifikation in einem gesetzlich geregelten Gesundheitsberuf nachgewiesen wird.

§ 14

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Mindestanforderungen an die Lehrenden der fachspezifischen Inhalte (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 14,
  1. Absatz einsDie Lehrenden der fachspezifischen Inhalte in einem Diplomstudium der Musiktherapie, Masterstudium der Musiktherapie oder Fachhochschul-Masterstudiengang der Musiktherapie müssen in die Musiktherapeutenliste eingetragen sein.
  2. Absatz 2Die Lehrenden der medizinischen, psychotherapeutischen oder klinisch-psychologischen Inhalte in einem Diplomstudium der Musiktherapie, Masterstudium der Musiktherapie oder Fachhochschul-Masterstudiengang der Musiktherapie müssen in die entsprechende Berufsliste eingetragen sein.
  3. Absatz 3Darüber hinaus können für fachspezifische Inhalte in Ausnahmefällen Personen herangezogen werden, die aufgrund ihrer einschlägigen Qualifikation und Berufserfahrung besonders für die Vermittlung spezieller Lehrinhalte geeignet sind.

§ 15

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Mindestanforderungen an die Praktikumsanleitung und die Supervision (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Paragraph 15,
  1. Absatz einsDie Praktikumsanleitung für die praktische Ausbildung (Paragraph 11, Absatz eins, Ziffer 3,, Paragraph 12, Absatz 2, Ziffer 2, Litera b und Absatz 3,) in einem Diplomstudium der Musiktherapie gemäß der Anlage 10 hat durch fachkompetente Personen zu erfolgen, die
    1. Ziffer eins
      in die Musiktherapeutenliste eingetragen sind,
    2. Ziffer 2
      über eine mindestens einjährige eigenverantwortliche musiktherapeutische Berufserfahrung und die erforderliche Kompetenz in einem für das jeweilige Praktikum relevanten Berufsfeld verfügen und
    3. Ziffer 3
      über die erforderlichen didaktischen Kompetenzen verfügen.
  2. Absatz 2Darüber hinaus kann die Praktikumsanleitung im Rahmen von im Ausland absolvierten Studienaufenthalten auch durch sonstige Personen erfolgen, die aufgrund ihrer einschlägigen vergleichbaren Qualifikation und Berufserfahrung für die Vermittlung der musiktherapeutischen Praxis geeignet sind.
  3. Absatz 3Die Supervision gemäß Paragraph 12, Absatz 3, Ziffer 4, in einem Diplomstudium der Musiktherapie, Masterstudium der Musiktherapie oder Fachhochschul-Masterstudiengang der Musiktherapie hat durch fachkompetente Personen zu erfolgen, die
    1. Ziffer eins
      in die Musiktherapeutenliste eingetragen sind und
    2. Ziffer 2
      über eine mindestens einjährige eigenverantwortliche musiktherapeutische Berufserfahrung verfügen.

§ 16

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Studienaufenthalte

Paragraph 16,

Zur Unterstützung der internationalen Mobilität der Studierenden sind bei gegebener Erasmus Higher Education Charta oder einer entsprechenden vergleichbaren institutionellen Kooperationsvereinbarung im Ausland erbrachte Studienleistungen ohne Verlust von Studienzeiten anrechenbar.

§ 17

Text

6. Abschnitt

Inkrafttreten

Paragraph 17,
  1. Absatz einsDiese Verordnung tritt mit 1. Juli 2019 in Kraft.
  2. Absatz 2Für alle zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung gemäß Absatz eins, an einer österreichischen Universität oder einer österreichischen Fachhochschule bestehenden Bachelorstudiengänge der Musiktherapie, Fachhochschul-Bachelorstudiengänge der Musiktherapie, Diplomstudien der Musiktherapie, Fachhochschul-Diplomstudiengänge der Musiktherapie, Masterstudien der Musiktherapie und Fachhochschul-Masterstudiengänge der Musiktherapie tritt diese Verordnung mit 1. Jänner 2024 in Kraft.

Anl. 1

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Anlage 1

Fachlich-methodische Kompetenzen der Musiktherapeutin/des Musiktherapeuten (mitverantwortliche Berufsausübung)

Die Absolventinnen/Absolventen haben die fachlich-methodischen Kompetenzen zur mitverantwortlichen Berufsausübung der Musiktherapie gemäß Paragraph 8, MuthG erworben. Die Absolventinnen/Absolventen haben gelernt, musiktherapeutische Kenntnisse und Fertigkeiten mit Kenntnissen aus anderen relevanten Disziplinen zum mitverantwortlichen musiktherapeutischen Handeln zu verknüpfen, um diese im Rahmen ihrer Berufsausübung anzuwenden. Sie verfügen über die Voraussetzungen, um in der Prävention einschließlich Gesundheitsförderung, der Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen, der Rehabilitation, der Förderung von sozialen Kompetenzen einschließlich Supervision sowie in der Lehre und Forschung im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses musiktherapeutisch tätig zu werden. Mit Abschluss der Ausbildung haben sie eine berufsethische Haltung entwickelt, die ihr Wahrnehmen, Denken und Handeln im musiktherapeutischen und gesellschaftlichen Kontext leitet.

Die Absolventin/Der Absolvent

  1. Ziffer eins
    ist in der Lage die musiktherapeutische Behandlung in klinischen oder sonstigen institutionellen Kontexten mitverantwortlich durchzuführen;
  2. Ziffer 2
    kann rechtzeitig erkennen, ob Musiktherapie indiziert ist;
  3. Ziffer 3
    beherrscht grundlegende aktive und rezeptive musiktherapeutische Methoden und Techniken;
  4. Ziffer 4
    ist in der Lage musiktherapeutische Methoden und Techniken indikationsspezifisch zur Krankenbehandlung, zur Förderung von sozialen Kompetenzen sowie in der Supervision anzuwenden;
  5. Ziffer 5
    versteht es musikalische und verbale Interventionen gezielt und zweckmäßig einzusetzen;
  6. Ziffer 6
    kann differenzierend einschätzen, welche Musik und welche Art des musikalischen Interagierens oder Zuhörens in welcher klinischen Situation zielführend ist;
  7. Ziffer 7
    ist in der Lage einen musiktherapeutischen Prozess mitverantwortlich zu gestalten und zu begleiten;
  8. Ziffer 8
    verfügt über grundlegende Kenntnisse klinischer Störungsbilder und Diagnosen und ist in der Lage auf Basis dieser adäquat musiktherapeutisch zu handeln;
  9. Ziffer 9
    kann anhand vorliegender Diagnose/n musiktherapeutische Ziele formulieren und die Behandlung planen und umsetzen;
  10. Ziffer 10
    ist in der Lage die therapeutische Beziehung professionell und zielführend zu gestalten und zu reflektieren;
  11. Ziffer 11
    verfügt über die Kompetenz im klinischen oder sonstigen institutionellen Rahmen sowohl in Einzel- als auch Gruppensettings mitverantwortlich musiktherapeutisch zu arbeiten;
  12. Ziffer 12
    ist in der Lage mit verschiedenen Altersgruppen zu arbeiten;
  13. Ziffer 13
    kann Patientinnen/Patienten mit akuten und chronischen Erkrankungen, unterschiedlichen Störungsbildern und Problemstellungen mitverantwortlich musiktherapeutisch behandeln;
  14. Ziffer 14
    ist in der Lage den Behandlungsverlauf zu dokumentieren und vor dem Hintergrund evidenzbasierter Interventionen zu reflektieren;
  15. Ziffer 15
    hat einen Überblick über die Grundlagen und Anwendungsgebiete der Musiktherapie und ist in der Lage, dieses Wissen fallspezifisch anzuwenden;
  16. Ziffer 16
    kann im musiktherapeutischen Kontext adäquat kommunizieren;
  17. Ziffer 17
    kann das gesundheitsfördernde Potential von Musik einschätzen und anwenden;
  18. Ziffer 18
    kann musiktherapeutische Techniken und Methoden im Rahmen von Prävention einschließlich Gesundheitsförderung anwenden;
  19. Ziffer 19
    kann lebensbedrohende Zustände erkennen und die entsprechende Erste Hilfe leisten;
  20. Ziffer 20
    verfügt über grundlegende Kenntnisse zu Gewalt als multifaktorielles gesellschaftliches Phänomen;
  21. Ziffer 21
    ist mit Setting, Krisensituationen und den Arbeitskriterien bei Traumatisierung vertraut;
  22. Ziffer 22
    kann nach berufsrechtlichen, berufsethischen, ökonomischen und ökologischen Grundsätzen arbeiten;
  23. Ziffer 23
    kann den Anforderungen des Qualitätsmanagements Rechnung tragen;
  24. Ziffer 24
    wird den Anforderungen des lebenslangen Lernens und der Fortbildungsverpflichtung unter dem Aspekt einer kontinuierlichen Anpassung an wissenschaftliche Erkenntnisse gerecht, um die Qualität der Berufsausübung zu gewährleisten;
  25. Ziffer 25
    kann zur Weiterentwicklung des Berufs beitragen.

Anl. 2

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Anlage 2

Sozialkommunikative Kompetenzen und Selbstkompetenzen (mitverantwortliche Berufsausübung)

Die Absolventinnen/Absolventen haben sozialkommunikative Kompetenzen und Selbstkompetenzen wie insbesondere Kommunikationsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Rollendistanz, Frustrationstoleranz, Selbstbestimmungsfähigkeit, Selbstreflexionsfähigkeit, Gestaltungs- und Mitbestimmungsfähigkeit, Teamfähigkeit und professionelles Selbstverständnis für die Berufsausübung erworben.

Die Absolventin/Der Absolvent

  1. Ziffer eins
    ist sich der Grundzüge der eigenen psychischen Struktur und ihrer interpersonellen Dynamik, der eigenen Lebensführung sowie der Besonderheiten des eigenen Erlebens und Verhaltens weitgehend bewusst und kann sie bearbeiten;
  2. Ziffer 2
    hat im Rahmen der musiktherapeutischen Selbsterfahrung ihre/seine eigene Biographie und Persönlichkeitsentwicklung hinreichend reflektiert;
  3. Ziffer 3
    kann ihre/seine intrapsychischen Verarbeitungsmuster, sozialen und kommunikativen Verhaltensweisen, Kognitionsmuster, Affektregulationsmodelle, Emotions- und Motivationslagen seinem Ausbildungsstand angemessen einschätzen und konstruktiv mitteilen;
  4. Ziffer 4
    ist in der Lage, im musiktherapeutischen Prozess auf der interaktionellen Ebene zwischen projektiven Inhalten und Realanteilen in der Kommunikation zu unterscheiden und bezieht diese in den Prozess mit ein;
  5. Ziffer 5
    kann sich anteilig in die Rolle und Wahrnehmung eines anderen Menschen hinein versetzen, besitzt empathische Fähigkeiten, ist achtsam im Umgang mit Antworten und Interpretationen und ist sich in ihrem/seinem Verhalten eines möglichen Modellcharakters bewusst;
  6. Ziffer 6
    kann eigene Anteile von durch Patientinnen/Patienten oder Klientinnen/Klienten evozierten Impulsen und Affekten sowie assoziativen oder impliziten Wahrnehmungen unterscheiden;
  7. Ziffer 7
    kann interpersonelle Konflikte und Spannungen tolerieren, deren Ursachen einschätzen und ausreichend Distanz wahren sowie Hilfestellung durch anleitende Personen oder Supervision einholen;
  8. Ziffer 8
    entwickelt die Bereitschaft sowie die Vorstellungs- und Abstraktionsfähigkeit, sich selbst und sich in Bezug auf andere Menschen zu reflektieren und vertieft einzuschätzen;
  9. Ziffer 9
    ist bereit und in der Lage sich auf einer musikalischen Symbol- und Kommunikationsebene mit anderen Menschen in Beziehung zu setzen und diese therapeutisch einzusetzen;
  10. Ziffer 10
    vernetzt sich im beruflichen Kontext und zeigt Interesse an weiterer fachlicher Qualifikation;
  11. Ziffer 11
    kann die eigenen Fähigkeiten hinsichtlich fachlicher, organisatorischer, koordinierender sowie administrativer Berufsanforderungen realistisch einschätzen;
  12. Ziffer 12
    kann eigene Entscheidungen verantwortungsbewusst nach außen vertreten;
  13. Ziffer 13
    verfügt über kommunikative und organisatorische Fähigkeiten, die für die Bewältigung einfacher interdisziplinärer Aufgaben erforderlich sind;
  14. Ziffer 14
    kann Informations- und Aufklärungsgespräche professionell führen und eine Vertrauensbasis zur Patientin/zum Patienten oder den Angehörigen aufbauen;
  15. Ziffer 15
    ist in der Lage unterschiedliche Bedürfnisse, Lebensweisen und Wertehaltungen insbesondere in Bezug auf Kultur, Religion, sexuelle Orientierung etc. zu reflektieren und im musiktherapeutischen Kontext verantwortungsvoll umzugehen.

Anl. 3

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Anlage 3

Wissenschaftliche Kompetenzen (mitverantwortliche Berufsausübung)

Die Absolventinnen/Absolventen haben wissenschaftliche Grundkompetenzen erworben, um die Aufgaben des Berufsfeldes dem Stand der Wissenschaft und den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Praxis entsprechend zu lösen.

Die Absolventin/Der Absolvent kann

  1. Ziffer eins
    aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse im nationalen und internationalen Bereich recherchieren, einordnen und kritisch reflektieren;
  2. Ziffer 2
    einfache wissenschaftliche Fragestellungen aus dem berufsspezifischen Bereich formulieren;
  3. Ziffer 3
    einen Bezug zwischen gängigen wissenschaftlichen Theorien und dem Praxisfeld herstellen;
  4. Ziffer 4
    die Grundprinzipien der guten wissenschaftlichen Praxis in ihren/seinen eigenen Arbeiten umsetzen.

Anl. 4

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Anlage 4

Kompetenzen in den Bereichen „Rahmenbedingungen für die Berufsausübung der Musiktherapie“ und „Fragen der Ethik“ (mitverantwortliche Berufsausübung)

Die Absolventinnen/Absolventen haben die Kompetenzen in den Bereichen „Rahmenbedingungen für die Berufsausübung der Musiktherapie, insbesondere eine Einführung in die institutionellen, gesundheitsrechtlichen und psychosozialen Rahmenbedingungen“ im Umfang von zumindest 30 Einheiten gemäß Paragraph 9, Absatz 3, Ziffer 2, MuthG und „Fragen der Ethik“ im Umfang von zumindest 30 Einheiten gemäß Paragraph 9, Absatz 3, Ziffer 3, MuthG erworben.

Die Absolventinnen/Absolventen haben eine geistige Grundhaltung der Achtung vor dem Leben, der Würde und den Grundrechten jedes Menschen, ungeachtet der Nationalität, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion, der Hautfarbe, des Alters, einer Behinderung, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Sprache, der politischen Einstellung und der sozialen Zugehörigkeit erworben. Insbesondere haben sie eine Sensibilisierung für Besonderheiten jener Patientinnen/Patienten erworben, die Betroffene von Menschenhandel und/oder psychischer und/oder physischer Gewalt sind, insbesondere Kinder, Frauen oder Menschen mit Behinderung.

Die Absolventin/Der Absolvent

  1. Ziffer eins
    kann die Grenzen des Berufsbildes erkennen und einhalten;
  2. Ziffer 2
    kennt die gesetzlichen Berufspflichten und kann diese im Berufsfeld einhalten und umsetzen;
  3. Ziffer 3
    kennt die allgemeinen und speziellen Grundsätze der Ethik- und Berufsrichtlinie und kann sie im beruflichen Alltag anwenden und umsetzen;
  4. Ziffer 4
    kann die ethischen Aspekte einer Situation erkennen und verfügt über Kompetenzen, ethisch zu argumentieren und zu urteilen;
  5. Ziffer 5
    verfügt über eine Achtsamkeit und Bewusstheit gegenüber ihren/seinen eigenen Gefühlen und Werten und kann den Einfluss dieser auf ethische Entscheidungsprozesse adäquat einschätzen;
  6. Ziffer 6
    versteht die Grundsätze einer musiktherapeutischen Beziehung und kann diese zum Wohle der Patientinnen/Patienten anwenden;
  7. Ziffer 7
    ist sich der Grenzen ihres/seines musiktherapeutischen Handelns bewusst und kann diese wahren;
  8. Ziffer 8
    kann mit dem besonderen Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis in der musiktherapeutischen Beziehung verantwortungsvoll umgehen;
  9. Ziffer 9
    kennt die berufsrechtlichen Verpflichtungen und die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit mit internen und externen Hilfsstrukturen im Hinblick auf die zivil- und strafrechtliche Relevanz von Gewalttaten;
  10. Ziffer 10
    nimmt Aggression und Gewalt in den eigenen Arbeitsstrukturen wahr und sorgt für Abhilfe;
  11. Ziffer 11
    nimmt die professionelle und persönliche Selbstfürsorge wahr;
  12. Ziffer 12
    erkennt die Überschneidungen mit angrenzenden Gesundheitsberufen und kann einen wertschätzenden und kooperativen Umgang mit Berufskolleginnen/Berufskollegen und Vertreterinnen/Vertretern angrenzender Gesundheitsberufe pflegen.

Anl. 5

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Anlage 5

Mindestanforderungen an die praktische Ausbildung der Musiktherapeutin/des Musiktherapeuten (mitverantwortliche Berufsausübung)

Die praktische Ausbildung hat überwiegend in Krankenanstalten und klinikartigen Settings zu erfolgen, wobei weitere Teile der praktischen Ausbildung in Einrichtungen des Gesundheitswesens, die unter ärztlicher Aufsicht stehen, oder in Einrichtungen des Gesundheits- oder Sozialwesens wie insbesondere Pflegeheimen und heilpädagogischen Einrichtungen durchgeführt werden können, sofern die Vermittlung der erforderlichen Kenntnisse sowie der Erwerb der erforderlichen Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten gewährleistet ist. Es ist auf eine entsprechende Diversität der Krankheitsbilder, Beeinträchtigungen und Altersgruppen zu achten, wobei Kinder und Jugendliche, erwachsene Menschen und alte Menschen in gleicher Weise zu berücksichtigen sind.

Die praktische Ausbildung hat in mindestens drei der folgenden Bereiche stattzufinden:

  1. Ziffer eins
    Behinderung und Entwicklungsverzögerung
  2. Ziffer 2
    Geriatrie
  3. Ziffer 3
    Kinder- und Jugendpsychiatrie
  4. Ziffer 4
    Neonatologie
  5. Ziffer 5
    Neurologie
  6. Ziffer 6
    Rehabilitation
  7. Ziffer 7
    Palliativmedizin
  8. Ziffer 8
    Psychiatrie
  9. Ziffer 9
    Psychosomatik.
Darüber hinaus kann die praktische Ausbildung insbesondere auch im heilpädagogischen und interkulturellen Bereich stattfinden.

Anl. 6

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Anlage 6

Fachlich-methodische Kompetenzen der Musiktherapeutin/des Musiktherapeuten (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Die Absolventinnen/Absolventen haben die fachlich-methodischen Kompetenzen zur eigenverantwortlichen Berufsausübung der Musiktherapie gemäß Paragraph 7, MuthG erworben. Die Absolventinnen und Absolventen haben gelernt, musiktherapeutische Kenntnisse und Fertigkeiten mit Kenntnissen aus anderen relevanten Disziplinen zum eigenverantwortlichen musiktherapeutischen Handeln zu verknüpfen, um diese im Rahmen ihrer Berufsausübung anzuwenden. Sie verfügen über die Voraussetzungen, um in der Prävention einschließlich Gesundheitsförderung, der Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen, der Rehabilitation, der Förderung von sozialen Kompetenzen einschließlich Supervision sowie in der Lehre und Forschung eigenverantwortlich musiktherapeutisch tätig zu werden. Mit Abschluss der Ausbildung haben sie eine berufsethische Haltung entwickelt, die ihr Wahrnehmen, Denken und Handeln im musiktherapeutischen und gesellschaftlichen Kontext leitet.

Die Absolventin/Der Absolvent

  1. Ziffer eins
    ist in der Lage die musiktherapeutische Behandlung in klinischen oder sonstigen institutionellen Kontexten selbstbestimmt und eigenverantwortlich durchzuführen;
  2. Ziffer 2
    kann rechtzeitig erkennen, ob Musiktherapie indiziert ist;
  3. Ziffer 3
    beherrscht aktive und rezeptive musiktherapeutische Methoden und Techniken;
  4. Ziffer 4
    ist in der Lage musiktherapeutische Methoden und Techniken indikationsspezifisch zur Krankenbehandlung, zur Förderung von sozialen Kompetenzen sowie in der Supervision anzuwenden;
  5. Ziffer 5
    versteht es musikalische und verbale Interventionen gezielt und zweckmäßig einzusetzen;
  6. Ziffer 6
    kann differenzierend einschätzen, welche Musik und welche Art des musikalischen Interagierens oder Zuhörens in welcher musiktherapeutischen Situation zielführend ist;
  7. Ziffer 7
    ist in der Lage einen musiktherapeutischen Prozess eigenverantwortlich zu gestalten und zu begleiten;
  8. Ziffer 8
    verfügt über differenzierte Kenntnisse klinischer Störungsbilder und Diagnosen und ist in der Lage auf Basis dieser adäquat musiktherapeutisch zu handeln;
  9. Ziffer 9
    kann anhand vorliegender Diagnose/n einen differenzierten musiktherapeutischen Behandlungsplan erstellen und umsetzen;
  10. Ziffer 10
    verfügt über Kenntnisse und Fertigkeiten musiktherapeutischer Diagnostik
  11. Ziffer 11
    ist in der Lage die therapeutische Beziehung professionell und zielführend zu gestalten und zu reflektieren;
  12. Ziffer 12
    verfügt über die Kompetenz im klinischen oder sonstigen Rahmen sowohl in Einzel- als auch Gruppensettings eigenverantwortlich musiktherapeutisch zu arbeiten;
  13. Ziffer 13
    ist in der Lage mit verschiedenen Altersgruppen zu arbeiten;
  14. Ziffer 14
    kann Patientinnen/Patienten mit akuten und chronischen Erkrankungen, unterschiedlichen Störungsbildern und Problemstellungen eigenverantwortlich musiktherapeutisch behandeln;
  15. Ziffer 15
    ist in der Lage den Behandlungsverlauf zu dokumentieren und vor dem Hintergrund evidenzbasierter Interventionen zu reflektieren;
  16. Ziffer 16
    hat einen umfassenden Überblick über die Grundlagen und Anwendungsgebiete der Musiktherapie und ist in der Lage, dieses Wissen eigenverantwortlich und fallspezifisch anzuwenden;
  17. Ziffer 17
    kann im musiktherapeutischen Kontext adäquat kommunizieren;
  18. Ziffer 18
    kann das gesundheitsfördernde Potential von Musik einschätzen und eigenverantwortlich anwenden;
  19. Ziffer 19
    kann musiktherapeutische Techniken und Methoden im Rahmen von Prävention einschließlich Gesundheitsförderung eigenverantwortlich anwenden;
  20. Ziffer 20
    kann lebensbedrohende Zustände erkennen und die entsprechende Erste Hilfe leisten;
  21. Ziffer 21
    verfügt über grundlegende Kenntnisse zu Gewalt als multifaktorielles gesellschaftliches Phänomen;
  22. Ziffer 22
    ist mit Setting, Krisensituationen und den Arbeitskriterien bei Traumatisierung vertraut;
  23. Ziffer 23
    kann nach berufsrechtlichen, berufsethischen, ökonomischen und ökologischen Grundsätzen arbeiten;
  24. Ziffer 24
    kann den Anforderungen des Qualitätsmanagements Rechnung tragen;
  25. Ziffer 25
    wird den Anforderungen des lebenslangen Lernens und der Fortbildungsverpflichtung unter dem Aspekt einer kontinuierlichen Anpassung an medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse gerecht, um die Qualität der Berufsausübung zu gewährleisten;
  26. Ziffer 26
    kann zur Weiterentwicklung des Berufs beitragen.

Anl. 7

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Anlage 7

Sozialkommunikative Kompetenzen und Selbstkompetenzen (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Die Absolventinnen/Absolventen haben sozialkommunikative Kompetenzen und Selbstkompetenzen wie insbesondere Kommunikationsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Rollendistanz, Frustrationstoleranz, Selbstbestimmungsfähigkeit, Selbstreflexionsfähigkeit, Gestaltungs- und Mitbestimmungsfähigkeit, Teamfähigkeit und professionelles Selbstverständnis für die Berufsausübung erworben. Darüber hinaus haben sie eine für die eigenverantwortliche Tätigkeit notwendige verantwortliche Haltung für Patientinnen/Patienten im ambulanten Setting entwickelt.

Die Absolventin/Der Absolvent

  1. Ziffer eins
    ist sich der eigenen psychischen Struktur und ihrer interpersonellen Dynamik, der eigenen Lebensführung sowie der Besonderheiten des eigenen Erlebens und Verhaltens weitgehend bewusst und kann sie bearbeiten;
  2. Ziffer 2
    hat im Rahmen fortlaufender Selbstreflexion ihre/seine eigene Biographie und Persönlichkeitsentwicklung vertiefend bearbeitet;
  3. Ziffer 3
    kann ihre/seine intrapsychischen Verarbeitungsmuster, sozialen und kommunikativen Verhaltensweisen, Kognitionsmuster, Affektregulationsmodelle, Emotions- und Motivationslagen einschätzen und konstruktiv mitteilen;
  4. Ziffer 4
    ist in der Lage im musiktherapeutischen Prozess zwischen eigenen und fremden Anteilen und Wahrnehmungen zu unterscheiden und danach zu handeln;
  5. Ziffer 5
    kann sich anteilig in die Rolle und Wahrnehmung eines anderen Menschen hinein versetzen, besitzt empathische Fähigkeiten, ist achtsam im Umgang mit Antworten und Interpretationen und ist sich in ihrem/seinem Verhalten eines möglichen Modellcharakters bewusst;
  6. Ziffer 6
    kann eigene Anteile von durch Patientinnen/Patienten oder Klientinnen/Klienten evozierten Impulsen und Affekten sowie assoziativen oder impliziten Wahrnehmungen unterscheiden;
  7. Ziffer 7
    kann interpersonelle Konflikte und Spannungen tolerieren, deren Ursachen einschätzen und ausreichend Distanz wahren sowie Hilfestellung durch andere Personen oder Supervision einholen;
  8. Ziffer 8
    entwickelt die Bereitschaft sowie die Vorstellungs- und Abstraktionsfähigkeit, sich selbst und sich in Bezug auf andere Menschen zu reflektieren und vertieft einzuschätzen;
  9. Ziffer 9
    ist bereit und in der Lage, sich auf einer musikalischen Symbol- und Kommunikationsebene mit anderen Menschen in Beziehung zu setzen und diese therapeutisch einzusetzen;
  10. Ziffer 10
    vernetzt sich im beruflichen Kontext und zeigt Interesse an weiterer fachlicher Qualifikation;
  11. Ziffer 11
    kann die eigenen Fähigkeiten hinsichtlich fachlicher, organisatorischer, koordinierender sowie administrativer Berufsanforderungen realistisch einschätzen;
  12. Ziffer 12
    kann eigene Entscheidungen verantwortungsbewusst nach außen vertreten;
  13. Ziffer 13
    verfügt über kommunikative und organisatorische Fähigkeiten, die für die Bewältigung komplexer interdisziplinärer Aufgaben erforderlich sind;
  14. Ziffer 14
    kann Informations- und Aufklärungsgespräche professionell führen und eine Vertrauensbasis zur Patientin/zum Patienten oder den Angehörigen aufbauen;
  15. Ziffer 15
    ist in der Lage unterschiedliche Bedürfnisse, Lebensweisen und Wertehaltungen insbesondere in Bezug auf Kultur, Religion, sexuelle Orientierung etc. zu reflektieren und im musiktherapeutischen Kontext verantwortungsvoll umzugehen.

Anl. 8

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Anlage 8

Wissenschaftliche Kompetenzen (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Die Absolventinnen/Absolventen haben wissenschaftliche Kompetenzen erworben, um die Aufgaben des Berufsfeldes dem Stand der Wissenschaft und den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Praxis entsprechend zu lösen.

Die Absolventin/Der Absolvent kann

  1. Ziffer eins
    aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse im nationalen und internationalen Bereich recherchieren, einordnen und kritisch reflektieren;
  2. Ziffer 2
    wissenschaftliche Fragestellungen aus dem berufsspezifischen Bereich formulieren;
  3. Ziffer 3
    einen Bezug zwischen gängigen wissenschaftlichen Theorien und dem Praxisfeld herstellen;
  4. Ziffer 4
    relevante wissenschaftliche Forschungsmethoden auswählen und anwenden sowie die erhobenen Daten für die Beantwortung der Fragestellungen aufbereiten;
  5. Ziffer 5
    wissenschaftliche Erkenntnisse und Phänomene zur beruflichen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung nutzbar machen.
  6. Ziffer 6
    die Grundprinzipien der guten wissenschaftlichen Praxis in ihren/seinen eigenen Arbeiten umsetzen.

Anl. 9

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Anlage 9

Kompetenzen in den Bereichen „Rahmenbedingungen für die Berufsausübung der Musiktherapie“ und „Fragen der Ethik“ (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Die Absolventinnen/Absolventen haben die Kompetenzen in den Bereichen „Rahmenbedingungen für die Berufsausübung der Musiktherapie, insbesondere eine Einführung in die institutionellen, gesundheitsrechtlichen und psychosozialen Rahmenbedingungen“ im Umfang von zumindest 60 gemäß Paragraph 10, Absatz 3, Ziffer 2, bzw. Paragraph 10, Absatz 4, MuthG bzw. 30 Einheiten und „Fragen der Ethik“ im Umfang von zumindest 60 bzw. 30 Einheiten gemäß Paragraph 10, Absatz 3, Ziffer 3, bzw. Paragraph 10, Absatz 4, MuthG erworben.

Die Absolventinnen/Absolventen haben eine geistige Grundhaltung der Achtung vor dem Leben, der Würde und den Grundrechten jedes Menschen, ungeachtet der Nationalität, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion, der Hautfarbe, des Alters, einer Behinderung, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Sprache, der politischen Einstellung und der sozialen Zugehörigkeit erworben. Insbesondere haben sie eine Sensibilisierung für Besonderheiten jener Patientinnen/Patienten erworben, die Betroffene von Menschenhandel und/oder psychischer und/oder physischer Gewalt sind, insbesondere Kinder, Frauen oder Menschen mit Behinderung.

Die Absolventin/Der Absolvent

  1. Ziffer eins
    kann die Grenzen des Berufsbildes erkennen und einhalten;
  2. Ziffer 2
    kennt die gesetzlichen Berufspflichten und kann diese im Berufsfeld einhalten und umsetzen;
  3. Ziffer 3
    kennt die allgemeinen und speziellen Grundsätze der Ethik- und Berufsrichtlinie und kann sie im beruflichen Alltag anwenden und umsetzen;
  4. Ziffer 4
    kann die ethischen Aspekte einer Situation erkennen und verfügt über Kompetenzen, ethisch zu argumentieren und zu urteilen;
  5. Ziffer 5
    verfügt über eine Achtsamkeit und Bewusstheit gegenüber ihren/seinen eigenen Gefühlen und Werten und kann den Einfluss dieser auf ethische Entscheidungsprozesse adäquat einschätzen;
  6. Ziffer 6
    kann eine musiktherapeutische Beziehung bewusst und reflektiert gestalten und diese zum Wohle der Patientinnen/Patienten anwenden;
  7. Ziffer 7
    ist sich der Grenzen ihres/seines musiktherapeutischen Handelns bewusst und kann diese wahren;
  8. Ziffer 8
    kann mit dem besonderen Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnis in der musiktherapeutischen Beziehung verantwortungsvoll umgehen;
  9. Ziffer 9
    kennt die berufsrechtlichen Verpflichtungen und die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit mit internen und externen Hilfsstrukturen im Hinblick auf die zivil- und strafrechtliche Relevanz von Gewalttaten;
  10. Ziffer 10
    nimmt Aggression und Gewalt in den eigenen Arbeitsstrukturen wahr und sorgt für Abhilfe;
  11. Ziffer 11
    nimmt die professionelle und persönliche Selbstfürsorge wahr;
  12. Ziffer 12
    erkennt die Überschneidungen mit angrenzenden Gesundheitsberufen und kann einen wertschätzenden und kooperativen Umgang mit Berufskolleginnen/Berufskollegen und Vertreterinnen/Vertretern angrenzender Gesundheitsberufe pflegen.

Anl. 10

Beachte für folgende Bestimmung

Zum Inkrafttreten vgl. § 17 Abs. 2.

Text

Anlage 10

Mindestanforderungen an die praktische Ausbildung der Musiktherapeutin/des Musiktherapeuten (eigenverantwortliche Berufsausübung)

Die praktische Ausbildung hat überwiegend in Krankenanstalten und klinikartigen Settings zu erfolgen, wobei weitere Teile der praktischen Ausbildung in Einrichtungen des Gesundheitswesens, die unter ärztlicher Aufsicht stehen, oder in Einrichtungen des Gesundheits- oder Sozialwesens wie insbesondere Pflegeheimen und heilpädagogischen Einrichtungen durchgeführt werden können, sofern die Vermittlung der erforderlichen Kenntnisse sowie der Erwerb der erforderlichen Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten gewährleistet ist. Es ist auf eine entsprechende Diversität der Krankheitsbilder, Beeinträchtigungen und Altersgruppen zu achten, wobei Kinder und Jugendliche, erwachsene Menschen und alte Menschen in gleicher Weise zu berücksichtigen sind.

Die praktische Ausbildung hat in mindestens drei der folgenden Bereiche stattzufinden:

  1. Ziffer eins
    Behinderung und Entwicklungsverzögerung
  2. Ziffer 2
    Geriatrie
  3. Ziffer 3
    Kinder- und Jugendpsychiatrie
  4. Ziffer 4
    Neonatologie
  5. Ziffer 5
    Neurologie
  6. Ziffer 6
    Rehabilitation
  7. Ziffer 7
    Palliativmedizin
  8. Ziffer 8
    Psychiatrie
  9. Ziffer 9
    Psychosomatik.
Darüber hinaus kann die praktische Ausbildung insbesondere auch im pädagogischen, heilpädagogischen und interkulturellen Bereich stattfinden.