Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Gästeflugverordnung, Fassung vom 25.07.2024

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für Verkehr, Innovation und Technologie über die Anerkennung von ausländischen Zivilluftfahrerscheinen und Bestätigungen der zulässigen Verwendung im Fluge (Gästeflugverordnung)
StF: BGBl. II Nr. 49/2017

Präambel/Promulgationsklausel

Aufgrund des Paragraph 132 a, Luftfahrtgesetz, Bundesgesetzblatt Nr. 253 aus 1957,, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz Bundesgesetzblatt Teil eins, Nr. 80 aus 2016,, wird verordnet:

§ 1

Text

Gegenstand

Paragraph eins,
  1. Absatz einsMit dieser Verordnung wird festgelegt, in welchen Fällen der Betrieb von Luftfahrzeugen durch Personen mit ausländischer Erlaubnis für die in Paragraph 25, Luftfahrtgesetz – LFG, Bundesgesetzblatt Nr. 253 aus 1957,, beschriebenen Tätigkeiten auch ohne eine Anerkennung der ausländischen Erlaubnis gemäß Paragraph 40, LFG und gegebenenfalls ohne Anerkennung der ausländischen Bestätigung über die zulässigen Verwendung im Fluge gemäß Paragraph 18, Absatz eins, Ziffer eins, LFG erfolgen darf.
  2. Absatz 2Zwischenstaatliche Vereinbarungen oder unionsrechtliche Bestimmungen, welche die in Absatz eins, angeführten Sachverhalte regeln, bleiben unberührt.

§ 2

Text

Ultraleichtluftfahrzeuge

Paragraph 2,
  1. Absatz einsDie in Absatz 2, bezeichneten ausländischen Berechtigungen für Ultraleichtluftfahrzeuge im Sinne von Paragraph 4, Ziffer eins, Litera d, der Zivilluftfahrzeug- und Luftfahrtgerät-Verordnung 2010 – ZLLV 2010, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 143 aus 2010,, dürfen im Bundesgebiet bei Tag nach Sichtflugregeln vorbehaltlich der in Absatz 3, genannten Einschränkungen und der in der Anlage zu dieser Verordnung genannten Voraussetzungen auch ohne Anerkennung gemäß Paragraph 18 und Paragraph 40, LFG im Bundesgebiet ausgeübt werden.
  2. Absatz 2Die Anerkennung gemäß Absatz eins, umfasst Berechtigungen der folgenden Staaten, welche den Klassenberechtigungen UL(A), UL(G) oder UL(T) im Sinne von Paragraph 24 a, Absatz 2, der Zivilluftfahrt-Personalverordnung 2006 – ZLPV 2006, Bundesgesetzblatt Teil 2, Nr. 205 aus 2006,, inhaltlich entsprechen:
    1. Ziffer eins
      Bundesrepublik Deutschland,
    2. Ziffer 2
      Republik Kroatien,
    3. Ziffer 3
      Slowakische Republik,
    4. Ziffer 4
      Republik Slowenien,
    5. Ziffer 5
      Tschechische Republik und
    6. Ziffer 6
      Ungarn.
  3. Absatz 3Von der Anerkennung gemäß Absatz eins und Absatz 2, ausgenommen sind:
    1. Ziffer eins
      Flüge zur entgeltlichen Beförderung,
    2. Ziffer 2
      Erprobungs- und Testflüge sowie
    3. Ziffer 3
      Flüge mit Experimentalluftfahrzeugen.

§ 3

Text

Fallschirme

Paragraph 3,
  1. Absatz einsDie in Absatz 2, bezeichneten ausländischen Berechtigungen für Fallschirme im Sinne von Paragraph 4, Ziffer 2, Litera b, ZLLV 2010 dürfen im Bundesgebiet auch ohne Anerkennung gemäß Paragraph 40, LFG im Bundesgebiet betrieben werden.
  2. Absatz 2Die Anerkennung gemäß Absatz eins, umfasst Berechtigungen der folgenden Staaten, welche der Grundberechtigung für Fallschirmspringer gemäß Paragraph 69, ZLPV 2006 inhaltlich entsprechen:
    1. Ziffer eins
      Australien,
    2. Ziffer 2
      Königreich Belgien,
    3. Ziffer 3
      Bosnien-Herzegowina,
    4. Ziffer 4
      Königreich Dänemark,
    5. Ziffer 5
      Bundesrepublik Deutschland
    6. Ziffer 6
      Republik Finnland,
    7. Ziffer 7
      Französische Republik,
    8. Ziffer 8
      Italienische Republik,
    9. Ziffer 9
      Republik Kroatien,
    10. Ziffer 10
      Lettland,
    11. Ziffer 11
      Großherzogtum Luxemburg
    12. Ziffer 12
      Republik Mazedonien,
    13. Ziffer 13
      Königreich Norwegen,
    14. Ziffer 14
      Republik Polen,
    15. Ziffer 15
      Königreich Schweden,
    16. Ziffer 16
      Schweizerische Eidgenossenschaft,
    17. Ziffer 17
      Slowakische Republik,
    18. Ziffer 18
      Republik Slowenien,
    19. Ziffer 19
      Republik Südafrika,
    20. Ziffer 20
      Tschechische Republik,
    21. Ziffer 21
      Ungarn und
    22. Ziffer 22
      Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.

§ 4

Text

Hänge- und Paragleiter

Paragraph 4,
  1. Absatz einsDie in Absatz 2, bezeichneten ausländischen Berechtigungen für Hänge- und Paragleiter im Sinne von Paragraph 4, Ziffer 2, Litera c und Litera d, ZLLV 2010 dürfen im Bundesgebiet auch ohne Anerkennung gemäß Paragraph 40, LFG im Bundesgebiet betrieben werden.
  2. Absatz 2Die Anerkennung gemäß Absatz eins, umfasst Berechtigungen der folgenden Staaten, welche der Grundberechtigung für Hänge- beziehungsweise Paragleiter gemäß Paragraph 79, ZLPV 2006 und gegebenenfalls der Überlandberechtigung für Hänge- beziehungsweise Paragleiter gemäß Paragraph 84, ZLPV 2006 inhaltlich entsprechen:
    1. Ziffer eins
      Australien,
    2. Ziffer 2
      Königreich Dänemark,
    3. Ziffer 3
      Bundesrepublik Deutschland
    4. Ziffer 4
      Französische Republik,
    5. Ziffer 5
      Italienische Republik,
    6. Ziffer 6
      Republik Kroatien,
    7. Ziffer 7
      Litauen,
    8. Ziffer 8
      Königreich der Niederlande,
    9. Ziffer 9
      Königreich Norwegen,
    10. Ziffer 10
      Republik Polen,
    11. Ziffer 11
      Republik Portugal,
    12. Ziffer 12
      Rumänien,
    13. Ziffer 13
      Königreich Schweden,
    14. Ziffer 14
      Schweizerische Eidgenossenschaft,
    15. Ziffer 15
      Slowakische Republik,
    16. Ziffer 16
      Republik Slowenien,
    17. Ziffer 17
      Tschechische Republik,
    18. Ziffer 18
      Ukraine,
    19. Ziffer 19
      Ungarn und
    20. Ziffer 20
      Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland.

§ 5

Text

Verweise

Paragraph 5,

Soweit in dieser Verordnung auf Bestimmungen in anderen Bundesgesetzen oder Verordnungen verwiesen wird, sind diese in ihrer jeweils geltenden Fassung anzuwenden.

§ 6

Text

Inkrafttreten und Übergangsbestimmungen

Paragraph 6,

Diese Verordnung tritt mit 1. März 2017 in Kraft.

Anl. 1

Text

Anlage

Mindestanforderungen für den Betrieb ausländisch registrierter Ultraleichtluftfahrzeuge im Österreichischen Bundesgebiet
Register/Kennzeichnung

Eintragungsschein oder gleichwertig, der Halter muss ersichtlich sein (Haftungsgründe)

Kennzeichen am Rumpf mindestens 5 cm hoch

Datenschild mit Type und Kennzeichen

Lufttüchtigkeit und Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit

Lufttüchtigkeitszeugnis oder gleichwertig (Permit to Fly)

System und Nachweis einer periodischen Prüfung zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit (insbesondere Annual Inspection und Nachprüfbescheinigung)

Flug und/oder Betriebshandbuch

Nachweis der letzten Instandhaltung

Umweltanforderungen (Lärm)

Nachweis (z. B. Lärmzeugnis oder Lärmmessbericht) eines Lärmwertes geringer als 70dBA für Startfall (2,5 km vom Abflugpunkt)

Lizenzierung (Pilotenschein, Tauglichkeitszeugnis)

Pilotenschein/Lizenz des Staates, in dessen Register das Luftfahrzeug eingetragen ist (Registerstaat)

Gültiges flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis des Registerstaates oder ein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis gemäß den Bestimmungen der Verordnung (EU) Nr. 1178/2011.

Flugbetrieb (NCO National)

Sämtliche anzuwendenden österreichischen Betriebsregeln einschließlich der LVR 2014 sind zu beachten sowie Maßnahmen der Flugvorbereitung (Wetter, NOTAM, Flugplanung, Vorflugkontrolle, Mindestkraftstoffmenge 30 min Reserve, Mindestflughöhen usw.) und Einholung gegebenenfalls erforderlicher weiterer Bewilligungen (zum Beispiel Außenlandungen und Abflüge).

Bordbuch oder gleichwertig (Flight Log)

Gewichts und Schwerpunktlage

Mindestausrüstung: Fahrtmesser, Höhenmesser, Kompass,

Periodische Prüfung der elektronischen Bordausrüstung inclusive der Pitot Static Systeme nach LTH 40 oder gleichwertig.

ELT oder PLB

Kontrollierte Lufträume

Sämtliche in österreichischen Regelungen enthaltene Anforderungen an den Betrieb von Luftfahrzeugen in kontrollierten Lufträumen insbesondere im Hinblick auf die Ausrüstung des Luftfahrzeugs sind zu beachten.

Versicherung

Haftpflichtversicherung entsprechend Paragraph 164, LFG beziehungsweise Verordnung (EG) Nr. 785/2004

Fernmeldebehördliche Bewilligung

Bewilligung der Funkanlagen entsprechend den Regelungen des Registerstaates.

Luftfahrtrechtliches Aufsichtssystem

Eine zuständige Behörde oder gleichwertige ermächtigte Organisation des Registerstaates muss vorhanden sein und in luftfahrtüblicher Weise (AIP) veröffentlicht sein. Im Anlassfall muss es der in Österreich zuständigen Behörde möglich sein, sicherheitsrelevante Informationen über den Betrieb in Österreich auszutauschen.

Grundbedingungen und Grenzen auf deren Basis die Mindestanforderungen erstellt wurden

Alle Auflagen und Betriebseinschränkungen der Betriebsregelungen des Registerstaates gelten auch beim Betrieb im österreichischen Luftraum.