Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Lehrpläne - freikirchlicher Religionsunterricht an Pflichtschulen sowie mittleren und höheren Schulen, Fassung vom 10.12.2018

§ 0

Langtitel

Bekanntmachung der Bundesministerin für Bildung betreffend die Lehrpläne für den freikirchlichen Religionsunterricht an Pflichtschulen sowie mittleren und höheren Schulen
StF: BGBl. II Nr. 194/2014

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 36/2012, wird bekannt gemacht:

Art. 1

Text

Die nachstehend genannten Lehrpläne für den freikirchlichen Religionsunterricht wurden vom Rat der „Freikirchen in Österreich“ mit Wirksamkeit vom 1. September 2014 erlassen und werden hiermit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes bekannt gemacht:

 

1.

Lehrplan für den freikirchlichen Religionsunterricht an Volksschulen (Grundschule) und Sonderschulen (1. bis 4. Schulstufe)

Anlage 1

 

 

2.

Lehrplan für den freikirchlichen Religionsunterricht an Hauptschulen, Neuen Mittelschulen, Volksschulen (Volksschuloberstufe), Sonderschulen (5. bis 8. Schulstufe) und der Unterstufe allgemeinbildender höherer Schulen

Anlage 2

 

 

3.

Lehrplan für den freikirchlichen Religionsunterricht an Polytechnischen Schulen und an der 9. Stufe der Sonderschule (Berufsvorbereitungsjahr)

Anlage 3

4.

Lehrplan für den freikirchlichen Religionsunterricht an Berufsschulen

Anlage 4

5.

Lehrplan für den freikirchlichen Religionsunterricht an mittleren und höheren Schulen (ausgenommen der Unterstufe allgemeinbildender höherer Schulen)

Anlage 5

 

Anl. 1

Beachte für folgende Bestimmung

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2014

Text

Anlage 1

 

LEHRPLAN FÜR DEN FREIKIRCHLICHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN VOLKSSCHULEN (GRUNDSCHULE) UND SONDERSCHULEN (1. BIS 4. SCHULSTUFE)

Präambel

 

INHALT UND ANLIEGEN DES RELIGIONSUNTERRICHTS

Der freikirchliche Religionsunterricht möchte in erster Linie ein Dienst an den Schülerinnen und Schülern sowie an der Schule und somit an der Gesellschaft sein. Er hat das Anliegen, den am Unterricht Teilnehmenden den christlichen Glauben vorzustellen. Auch sollen mit Hilfe des gesellschaftsverändernden Anspruchs Jesu selbstverständlich Erachtetes in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft usw. in Frage gestellt und neue Lösungsansätze gesucht werden.

Glaubensüberzeugungen und ein sich daraus ergebender Lebensstil sind ein Angebot, das man wie ein Geschenk annehmen kann. Dieser Glaube ist immer wieder zu reflektieren, damit er weiterentwickelt werden kann. Dazu kann der Religionsunterricht einen wertvollen Beitrag leisten, indem sich Lernende und Lehrende gemeinsam auf den Weg begeben, neue Einsichten zu gewinnen. Vor allem die Bibel, die inhaltlich wichtigste Grundlage des freikirchlichen Religionsunterrichts, stellt eine unerlässliche Quelle der Glaubenserkenntnis dar.

Jeder Mensch macht sich zu verschiedenen Anlässen des Lebens Gedanken über existentielle Fragen, wie nach Ursprung, möglichem Ziel und Sinn des Lebens, nach dem Grund erfahrener Ungerechtigkeit und eigener Schuldfähigkeit und Unzulänglichkeit. Der Religionsunterricht möchte den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, über Dinge zu sprechen, die sie unmittelbar betreffen und die vielleicht im schulischen Alltag nicht oft angesprochen werden. Dieses Sprechen beinhaltet die persönliche Betroffenheit sowie die gelebte Spiritualität und soll zu einer systematischen Theologie führen. Um nicht bloße Theorie zu bleiben, ist diese Theologie immer wieder mit den Glaubenserfahrungen einzelner Menschen zu konfrontieren. Der freikirchliche Religionsunterricht versteht den Glauben als etwas Lebendiges und Lebensveränderndes. Das reflektierende Reden über den Glauben soll befähigen, subjektiv Geglaubtes in Worte zu fassen und dies auch anderen weiterzuerzählen, um die Gesellschaft in einem positiven Sinn mitzuprägen. Wenngleich es darum geht, anderen Menschen den Grund der eigenen Hoffnung zu erklären, bleiben Gläubige dabei selbst auch Lernende. Ein Glaube ohne Demut ist demnach nicht möglich.

Schwerpunktartig werden in den Schulstufen folgende Themen behandelt: Identitätsentwicklung, Gemeinschaftsbildung, Schöpfungsverantwortung, Bibelkunde, Spiritualität, Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Ethik, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde. Diese Themen kommen in den Lehrplänen der verschiedenen Schulformen vor, die Lehrpläne bauen aufeinander auf und sind miteinander inhaltlich und strukturell verbunden.

 

THEMENBEREICHE UND KERNKOMPETENZEN

Der freikirchliche Religionsunterricht will neben fachlicher Kompetenz auch personale, soziale und Handlungskompetenz sowie Konfliktbewältigungs- und Friedenskompetenz vermitteln und ein Wertebewusstsein schaffen. Es ist daher auch das Anliegen des Religionsunterrichts, ein Gegenpol zu unserer leistungsorientierten Gesellschaft zu sein und besonders jene Kompetenzen zu fördern, die nicht funktional verwertet werden können. Grundlage der Beurteilung ist aber die fachliche Kompetenz.

Personale Kompetenz: Das Vertrauen, von Gott geschaffen und geliebt zu sein, ermöglicht eine Haltung der Dankbarkeit und Zuversicht. Aus dieser Erfahrung heraus gelingt die Wertschätzung Anderer leichter. An personaler Kompetenz zuzunehmen bedeutet, dass man sich einerseits von Gottes Gnade abhängig weiß, da Gott das Wollen und das Gelingen schenkt. Andererseits ist man aber auch selbst bereit, soweit dies im Bereich der eigenen Möglichkeiten liegt, sich um ein tugendhaftes Leben zu bemühen. Zur Persönlichkeits- und Charakterentwicklung gehört auch die Kompetenz, sich als Teil einer Kultur- sowie einer Glaubenstradition zu verstehen, diese Zugehörigkeit zu reflektieren und seine eigene Position zu ermitteln. (Im Lehrplan: Identitätsentwicklung, Spiritualität, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde, Religionsphilosophie)

Bibelkompetenz: Für den freikirchlichen Religionsunterricht charakteristisch ist der Glaube an die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus und durch die Bibel, das Wort Gottes. Diese soll kennengelernt und in Beziehung mit dem eigenen Leben sowie mit gesellschaftlichen Herausforderungen gebracht werden. Die Kenntnis davon, sowie ein kritischer Umgang mit verschiedenen Methoden der Exegese sind dafür unerlässlich. (Im Lehrplan: Bibelkunde, Identitätsentwicklung, Spiritualität)

Glaubenskompetenz: Im Religionsunterricht soll darauf hingewiesen werden, dass der Mensch, der als Geschöpf Gottes besondere Würde besitzt und dem unveräußerliche Menschenrechte zukommen, zu einer persönlichen Beziehung mit Gott eingeladen ist. Diese Beziehung wird dem Menschen unabhängig von seinen Verdiensten und seiner Herkunft aus Gnade angeboten, der Mensch kann seinem freien Willen entsprechend dieses Geschenk annehmen. An Gott zu glauben bedeutet, ihm zu vertrauen und dementsprechend sein Leben auszurichten. Dies zeigt sich auch in einem Lebensstil des Gebets, des Dialogs mit Gott und dem Wunsch nach geistlichem Wachstum und persönlicher Weiterentwicklung. (Im Lehrplan: Bibelkunde, Spiritualität, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde)

Gewissenskompetenz: Der Glaube ist eine persönliche Entscheidung des Menschen, die sich in einer individuellen Erfahrung ausdrückt. Diese Erfahrung ist zu reflektieren, weshalb der Vernunft im freikirchlichen Religionsunterricht eine wichtige Rolle zukommt. Diese ist auch Voraussetzung für die Willensfreiheit des Menschen und damit verbundene Gewissensentscheidungen, die sich in konkretem Einsatz für die Einhaltung von Menschenrechten und auch in sachlich begründetem Einspruch äußern können. Glaubensüberzeugungen verdanken sich sowohl der persönlichen Erfahrung, als auch einer begründeten sowie nachvollziehbaren Überzeugung und drücken sich in einem hohen Maß an Eigenverantwortung aus. Da sich der persönliche Glaube immer in einem Prozess befindet, Veränderungen unterworfen ist und sich je nach Lebenssituation anders zeigt, geht es im freikirchlichen Religionsunterricht auch um die Auseinandersetzung mit der Dialektik von vertrauen und zweifeln, auch die eigene Glaubwürdigkeit ist eine Frage, die sich immer wieder stellt. (Im Lehrplan: Identitätsentwicklung, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde, Ethik, Religionsphilosophie)

Soziale Kompetenz: Die Beziehung anderen Menschen gegenüber ist geprägt von Respekt, Wertschätzung, Nächstenliebe. Angesichts der Verschiedenheit der Menschen sollen besonders Chancengleichheit und gegenseitige Solidarität betont werden. Die Kenntnis anderer Traditionen und Überzeugungen ist dafür eine wichtige Grundvoraussetzung. (Im Lehrplan: Gemeinschaftsbildung, Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Ethik)

Gesellschaftspolitische Kompetenz: Der Religionsunterricht soll zu einer positiven Lebenseinstellung und zu Hoffnung ermutigen. Der Glaube soll vermittelt werden als von Gott geschenkte Offenbarung, die sich in Geschichte und Tradition entfaltet, sowie als Kontrast zur herrschenden Kultur und zur Gesellschaft. Als glaubender Mensch ist man zwar Teil der Kultur, hat aber auch den Anspruch, diese Kultur durch den Hinweis auf das gesellschaftspolitische Reformanliegen Jesu, wie es beispielsweise in der Bergpredigt gezeigt wird, herauszufordern und zu einer positiven Veränderung beizutragen. Das Verständnis der Menschenrechte, insbesondere Glaubens- und Gewissensfreiheit, ist für den freikirchlichen Religionsunterricht wesentlich und soll das Bewusstsein politischer Verantwortung wie auch demokratisches Denken fördern. Besonders der Hinweis auf die Verantwortung, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen und künftige Generationen sowie die uns anvertraute Schöpfung mit zu berücksichtigen, wird im Religionsunterricht hervorgehoben. Damit hängt auch das Bekenntnis zur Unantastbarkeit des Lebens in all seinen Phasen zusammen. Der Glaube wird daher als Gabe, sowie als Auf-Gabe an den Menschen verstanden. (Im Lehrplan: Schöpfungsverantwortung, Ethik)

Gemeinwohlkompetenz: Der Glaube hat immer auch einen gemeinschaftlichen Aspekt, der sich in gemeinsamen Erfahrungen in Familie, Kirchengemeinde und Schule auswirkt. In den sozialen Aufgaben des Glaubens wie Diakonie und Mission zeigt sich die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber. Jeder Einsatz für Einzelinteressen muss immer auch das Gemeinwohl mitberücksichtigen. (Im Lehrplan: Ethik, Religionssoziologie, Religionsphilosophie)

 

DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE UND FACHDIDAKTISCHE HINWEISE

Der freikirchliche Religionsunterricht erfüllt einen Teil des Bildungs- und Lehrauftrags der österreichischen Schule. Es geht ihm darum, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken (vgl. § 2 Schulorganisationsgesetz). Der Religionsunterricht soll einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler, die didaktisch und methodisch in der Mitte des Unterrichts stehen, leisten und ist daher bemüht, sie – je nach Lernvoraussetzungen, spezifischen Bedürfnissen und religiösem Vorwissen sowie Glaubenserfahrungen – differenziert und individuell zu behandeln.

Der Religionsunterricht ist in der Rolle eines Bindeglieds zwischen Elternhaus, Kirchengemeinde und Schule, es geht ihm um einen ganzheitlich verstandenen Glaubensbegriff, der stets das Wohl des Kindes im Blick zu haben versucht. Religion zu unterrichten bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung mit dem sich ändernden gesellschaftlichen Umfeld sowie mit Fragen der christlichen Identität und des Dialogs. Darüber hinaus möchte der Religionsunterricht auch zur Umsetzung des Gelernten in gelebter Spiritualität einladen.

Ein besonderes Charakteristikum des freikirchlichen Religionsunterrichts ist seine Identität durch Gemeinsames und Verbindendes, aber auch durch Unterschiedliches, das sich durch die Schwerpunkte der einzelnen Bünde der „Freikirchen in Österreich“ ergibt. Der Religionsunterricht möchte diese Einheit in der Vielfalt reflektieren, die jungen Menschen mit ihrer jeweils eigenen Tradition vertraut machen und einen Beitrag zur Bildung dieser umfassenden christlichen Identität leisten.

Die Inhalte und die Kompetenzen der in der Folge angeführten Lehrpläne entsprechen formalen Richtlinien. Die Glaubensgrundsätze, wie sie kompakt in der Verfassung der „Freikirchen Österreichs“ zu finden sind, sind hingegen inhaltliche Festschreibungen. Die Lehrpläne des freikirchlichen Religionsunterrichts möchten Kompetenzen und Grundsätze miteinander kombinieren. Jedes Themengebiet des Lehrplans eines jeweiligen Schuljahres wird – zumindest zum Teil – behandelt, bei den Unterkapiteln sind durch die Lehrkräfte nach eigenem Ermessen Schwerpunkte zu setzen. Je nach Umfang des Religionsunterrichts pro Klasse und je nach Schulform sind spezifische Schwerpunktsetzungen und Differenzierungen pädagogisch sinnvoll, weshalb sie ausdrücklich zu begrüßen sind.

Die „Freikirchen in Österreich“ sind sich bei der Nennung all dieser Ziele bewusst, dass die angeführten Anliegen und Grundsätze selbst auf vieles hinweisen, was es erst zu erreichen gilt. Besonders die Hoffnung auf das Gelingen und das Vertrauen auf Gottes Hilfe sei aber eine Ermutigung dafür, das Gute unermüdlich zu suchen und sich daran zu beteiligen, dass die Welt etwas schöner, besser und gerechter wird.

 

1. SCHULSTUFE

 

JAHRESTHEMA: GOTT LIEBT MICH – ICH BIN EIN GESCHENK GOTTES

Lernvers: Psalm 139,14

 

1. Gott ist Liebe – für mich: Identität entwickeln

1.1. Entwicklung von Selbstwertgefühl und Persönlichkeit

1.1.1. Ich bin neu hier.

1.1.2. Gott ist mit mir, wo ich hingehe (Josua 1,9)

1.1.3. Mein Weg hierher

1.1.4. Das bin ich

1.1.5. Ich und mein Name

1.1.6. Gott ruft mich bei meinem Namen (Jes. 43,1)

1.1.7. Ich bin von Gott geliebt (Zefanja 3,17, Hos. 2,21 HFA)

1.1.8. Ich bin wertvoll und gewollt

1.1.9. Ich bin anderen viel wert

 

1.2. Lebensfragen

1.2.1. Worauf ich vertraue …

1.2.2. Was ist vertrauen? Sich auf jemanden und seine Zusagen verlassen.

1.2.3. Im meinem Leben gibt es Licht und Dunkelheit (Ps. 23)

 

1.3. Identität durch Kreativität

Darstellung (mit Hilfe künstlerischer Techniken):

1.3.1. Meine Familie

1.3.2. Mein Weg hierher

1.3.3. Mein Zimmer

1.3.4. Mein Haustier/Lieblingstier

1.3.5. Die Erschaffung der Welt und des Menschen

 

2. Gott liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

2.1. Meine Familie

2.1.1. Das sind meine Eltern, Großeltern, Geschwister …

2.1.2. Ich bin Teil meiner Familie

 

2.2. Meine Klassengemeinschaft

2.2.1. Ich bin Teil meiner Klassengemeinschaft

2.2.2. Hier ist mein Platz

2.2.3. wir brauchen einander

2.2.4. Wertschätzung, Achtung, Annahme für einander

 

2.3. Freundschaft

2.3.1. Freunde finden, dazugehören

1.3.2. Freunde: Erfahrungen und Erwartungen

2.3.2. Zwei gute Freunde: David und Jonathan

2.3.4. Zwei gute Freundinnen: Noemi und Ruth

2.3.5. Das sind meine Freunde

 

2.4. Christliche Identität

2.4.1. Das ist meine Gemeinde.

2.4.2. Die lokale Gemeinde als Gemeinschaft der Glaubenden

2.4.3. Meine christlichen Freunde, meine Kindergruppe/Jungschargruppe/Gruppe in der Gemeinde

 

2.5. Feste und Feiern

Feste und Feiern – wir gehen gemeinsam durchs Kirchenjahr:

Weihnachten:

2.5.1. Jesus wird geboren

2.5.2. Jesus, das Licht für uns Menschen

Ostern:

2.5.3. Jesus geht einen schweren Weg

2.5.4. Aus dem Tod wächst neues Leben

2.5.5. Jesus nimmt uns an

Pfingsten:

2.5.6. Das Pfingstereignis

 

3. Gott liebt diese Welt! Verantwortung für seine Schöpfung

3.1. Bewahrung der Schöpfung

3.1.1. Die Schöpfungsgeschichte – so fing alles an

3.1.2. Erde, Tiere und Pflanzen sind Geschenk und Aufgabe

3.1.3. Wir passen auf die Erde gut auf

3.1.4. Gott schuf uns Menschen

3.1.5. Gott schuf für uns den Ruhetag

3.1.6. Sündenfall

3.1.7. Das Wunder Mensch

3.1.8. Schöpfungsfest: wir feiern Erntedank

3.1.9. Leben ist wachsen (werden) und vergehen

3.1.10. Jahreszeiten: eine Pflanze gibt Samen, stirbt, wächst wieder (die Lebenskraft der Natur – Aufblühen – Frühling)

 

4. Gott liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

4.1. Grundlage Bibel

4.1.1. Leben zur Zeit der Bibel

4.1.2. Umwelt des NT

4.1.3. Lebensumfeld einer orientalischen Familie/ein orientalischer Haushalt

 

4.2. Leben mit der Bibel

Altes Testament:

4.2.1. Abraham und Sarah: Mut und Vertrauen

4.2.2. Noah: Vertrauen

4.2.3. Ruth: Gott geht mit mir

4.2.4. Elia: ein mutiger Prophet

 

Neues Testament:

Jesus kümmert sich um Menschen:

4.2.5. Jesus macht sehend (Mk. 10,46-52)

4.2.6. Der Mann mit der kranken Hand (Lk. 6,6-11)

Jesus hat große Macht:

4.2.7. Jesus und der Sturm (Lk. 8,22-25)

4.2.8. Lazarus (Joh. 11,1-45)

So ist Jesus:

4.2.9. Jesus sieht meine Not (geht auf dem Wasser)

4.2.10. Jesus liebt Menschen (Heilung am Sabbat)

4.2.11. Jesus freut sich über meinen Dank (10 Aussätzige; Lk. 17,11-19)

Kinder in der Bibel:

4.2.12. Die Tochter des Jairus (Mk. 5,21-43)

4.2.13. Die Kinder, die zu Jesus kamen (Mk. 10,13-16)

 

4.3. Spiritualität

Ich gehöre zu Jesus:

4.3.1. Jesus-Nachfolge

Gebet:

4.3.2. Reden mit Gott ist Bitten

4.3.3. Reden mit Gott ist Loben

4.3.4. Reden mit Gott ist Danken

4.3.5. Reden mit Gott ist wie Reden mit einem Freund/einer Freundin

4.3.6. Menschen können überall beten (Kirche, in meinem Zimmer, in der Natur …)

4.3.7. Lobpreis und Anbetung, eine besondere Form des Gebetes: lernen und einüben

 

4.4. Christentum und andere Religionen

4.4.1. Christliche Symbole: Das Kreuz, der Fisch

4.4.2. Religionszugehörigkeiten in meiner Klasse

 

KOMPETENZEN

 

Die Lernenden geben den Lernvers (Psalm 139,14) auswendig wieder und stellen einen Bezug zu ihrer eigenen Person her.

 

1. Gott ist Liebe – für mich: Identität entwickeln

1.1. Entwicklung von Selbstwertgefühl und Persönlichkeit

Die Lernenden

nehmen wahr und beschreiben, was es bedeutet, neu/fremd zu sein

entdecken und erfassen Gottes Annahme und Begleitung

erklären die Bedeutung ihres Namens

nehmen ihre Einzigartigkeit wahr

gewinnen Selbstvertrauen

nehmen ihre Persönlichkeit wahr und beschreiben sich selbst

lernen biblische Texte von Gottes Liebe mit uns Menschen kennen und setzen sie in Bezug zu ihren Erfahrungen

wissen um ihre unabsprechbare Würde

 

1.2. Lebensfragen

Die Lernenden

erklären, was vertrauen bedeutet

nehmen wahr und nennen, worauf sie vertrauen

nehmen Glücks- und Unglücksfälle ihres Lebens wahr

können Beispiele für Glücks- und Unglücksfälle des eigenen Lebens nennen

entdecken und erfassen Gottes Annahme und Begleitung

 

1.3. Identität durch Kreativität

Die Lernenden

nehmen ihre Einzigartigkeit und Begabungen im kreativen Schaffen wahr

stellen ihre Familienzusammenhänge mit Hilfe künstlerischer Techniken dar

reflektieren ihren Weg bis zum jetzigen Zeitpunkt

stellen ihre Wohnumgebung künstlerisch dar

stellen ihr Haustier/Lieblingstier vor

stellen die Erschaffung der Welt und des Menschen mit Hilfe künstlerischer Techniken dar

bringen Wertschätzung für Gottes Schöpfungswerk in ihrem künstlerischen Gestalten zum Ausdruck

 

2. Gott liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

Die Lernenden

nehmen sich als Teil einer Gemeinschaft (Familie, Klassengemeinschaft, …) wahr

erzählen von positiven Erfahrungen in Gemeinschaft

gehen achtsam und respektvoll mit den Menschen in ihrem Alltag um

erkennen und erfassen, dass die Mitglieder einer Gemeinschaft einander brauchen

 

2.1. Meine Familie

Die Lernenden

beschreiben ihre Familienzusammenhänge

nehmen sich als Teil ihrer Familie wahr

 

2.2. Meine Klassengemeinschaft

Die Lernenden

nehmen sich als Teil ihrer Klassengemeinschaft wahr

entdecken ihren Platz in der Klassengemeinschaft

erfassen, dass die Mitglieder einer Klassengemeinschaft einander brauchen

begegnen den Menschen in ihrem Schulalltag mit Wertschätzung

 

2.3. Christliche Identität

Die Lernenden

erzählen von der eigenen Kirchengemeinde

können Angebote für Kinder aus ihrer Kirchengemeinde aufzählen

zählen Freunde aus ihrem christlichen Umfeld auf

 

2.4. Freundschaft

Die Lernenden

nehmen ihre Erfahrungen mit Freundschaften wahr

nennen ihre Erwartungen an Freunde

definieren, wer ihre Freunde sind

reflektieren an Hand der Geschichten von David mit Jonathan und Ruth mit Noemi ihre eigenen Freundschaften und ihr eigenes Verhalten in Freundschaften

beschreiben Haltungen, die für das Gelingen von Freundschaften wichtig sind

 

2.5. Feste und Feiern

Die Lernenden

beschreiben Erfahrungen mit den Festen Weihnachten – Ostern – Pfingsten

wissen, dass Weihnachten, Ostern und Pfingsten zentrale christliche Feste sind

begründen, warum Weihnachten, Ostern und Pfingsten zentrale christliche Feste sind

setzen die Weihnachtsgeschichte mit der Menschwerdung Gottes in Beziehung

geben die Geschichten rund um die Geburt von Jesus wieder

verknüpfen die Geburt Jesu mit dem Weihnachtsfest

nehmen Jesus als Licht für uns Menschen wahr

verbinden das Osterfest mit dem Erlösungswirken von Jesus und seiner Auferstehung

erzählen die Geschichten vom Leiden und Sterben Jesu, sowie von seiner Auferstehung

erkennen, dass Jesus als König gefeiert wurde, für einen Lügner und Verbrecher gehalten und gefangen genommen wurde, obwohl er nichts Böses getan hatte und am Kreuz starb

nehmen die Auferstehung Jesu als Grund zur Freude wahr.

wissen, dass Jesus gesagt hat, dass die, die an ihn glauben, so wie er auferstehen werden.

erzählen das Pfingstereignis nach

setzten sich mit der Person „Heiliger Geist“ auseinander

 

3. Gott liebt diese Welt! Verantwortung für seine Schöpfung

3.1. Bewahrung der Schöpfung

Die Lernenden

erzählen die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel nach

wissen, dass Christen Gott als Schöpfer bekennen

staunen über das Schöpfungswerk Gottes und über die wunderbare Welt

begreifen die Schöpfung als Gottes Geschenk und Aufgabe für uns

leiten aus dem Staunen über das Schöpfungswerk Gottes ab, achtsam und sorgsam mit der Schöpfung umzugehen

erkennen die Besonderheit des Menschen im Schöpfungswerk Gottes als sein Ebenbild

können die Notwendigkeit eines Ruhetages begründet vertreten

gestalten ein Erntedankfest als ein Schöpfungsfest

entdecken und erfassen den Kreislauf von Werden und Vergehen im Leben und in den Jahreszeiten

 

4. Gott liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

4.1. Grundlage Bibel

Die Lernenden

erkunden und entdecken das Leben zur Zeit der Bibel

beschreiben das Umfeld einer orientalischen Familie zur Zeit Jesu

stellen die Umwelt des Neuen Testaments dar

 

4.2. Leben mit der Bibel

Die Lernenden

nehmen Mut und Vertrauen an Gott anhand von Abraham und Sarah, Noah, Ruth und Elia wahr

leiten Mut und Gottesvertrauen für die eigene Lebenswirklichkeit ab

erfassen, dass Gott immer da ist – auch wenn sich alles rundherum ändert

erzählen, wie sich Jesus um Menschen kümmert – damals und auch heute noch

reflektieren, wo sie Gottes Eingreifen im eigenen Leben sehen können

können Auskunft geben über die Macht Jesu

geben Attribute von Jesus wieder

beschreiben die besondere Bedeutung, die Jesus den Kindern schenkte

 

4.3. Spiritualität

Die Lernenden

ordnen Gebete als Ausdruck einer realen, lebendigen, vertrauensvollen Kommunikation mit Gott ein

formulieren eigene Gebete als Bitten, Lob, Dank, mit denen sie sich Gott anvertrauen

nehmen Lobpreis und Anbetung als besondere Form des Gebets wahr

können altersgerechte Lobpreis- und Anbetungslieder wiedergeben

wissen, dass Menschen überall beten können

bringen ihre Gebete in angemessener Weise zum Ausdruck

 

4.4. Christentum und andere Religionen

Die Lernenden

nennen Mitglieder anderer Religionen in ihrer Klasse und deren Religionszugehörigkeit

erkennen christliche Symbole wie Kreuz und Fisch und erklären ihre Entstehung und Bedeutung

 

2. SCHULSTUFE

 

JAHRESTHEMA: WIR FEIERN – GEMEINSCHAFT MITEINANDER UND MIT GOTT

Lernvers: Psalm 23 und Vaterunser

 

1. Gott ist Liebe – für mich: Identität entwickeln

1.1. Entwicklung von Selbstwertgefühl und Persönlichkeit

1.1.1. Das bin ich

1.1.2. Das kann ich gut

1.1.3. Das macht mich stark

1.1.4. Ich bin wunderbar und einzigartig

1.1.5. Ich nehme meine Gefühle wahr

1.1.6. Ich lerne mit meinen Gefühlen umzugehen

1.1.7. Ich gehöre zu Gott

1.1.8. Ich bin von Gott getragen

1.1.9. Gott begleitet mich

1.1.10. Meine Vorstellung/ Idee von Gott

1.1.11. Ich bin gesegnet und werde zum Segen

 

1.2. Ethik

1.2.1. Umgang mit Schuld und Versagen – sich selbst und anderen vergeben lernen

1.2.2. Jesus vergibt uns (Grundlage aller menschlichen Vergebung; 1 Joh. 1,9; Mt. 18,21-35)

1.2.3. Wege zu Vergebung/Versöhnung

1.2.4. Versöhnliche Handlungen, so zeigt sich Versöhnung

1.2.5. Einander bestärken

1.2.6. Ich hab genug, ich kann teilen

 

1.3. Lebensfragen

1.3.1. Das ist mir wichtig/wertvoll

 

1.4. Identität durch Kreativität

Darstellung mit künstlerischen Mitteln:

1.3.2. Die Menschen um mich herum

1.3.3. Was ich nachts träume …

 

2. Gott liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

2.1. Ich lebe in Gemeinschaft

2.1.1. Menschen, die mein Leben prägen

2.1.2. Da gehöre ich hin

2.1.3. Diesen Leuten vertraue ich

2.1.4. Freude über Gemeinschaft – gemeinsam an einem Tisch essen

2.1.5. Was Zusammenleben oft schwierig macht (1. Mose 4; Röm. 3,9-24)

Meine Klassengemeinschaft:

2.1.6. Gemeinsam sind wir stark

2.1.7. Wertschätzung, Achtung, einander annehmen

2.1.8. Alle Menschen sind verschieden – Gott liebt alle gleich

(Themenbereiche: soziale, ethnische, geschlechtliche, gesundheitliche Verschiedenheit. Und: Jedes Leben ist lebenswert)

 

2.2. Christliche Identität

Hauptmerkmale freikirchlich gelebten Christentums:

2.2.1. Richtschnur ist die Bibel

2.2.2. Gott liebt mich bedingungslos

2.2.3. Gott will meine Begabungen verwenden

2.2.4. Mein Kontakt mit Gott

2.2.5. Vertrauen in Gottes Souveränität

2.2.6. Die selbständige Ortsgemeinde

 

Meine Gemeinde:

2.2.7. Gottesdienst feiern

2.2.8. Gemeinde-Kennenlern-Aktion (Gemeindeleben)

2.2.9. Eine Tauffeier

2.2.10. Gemeinde – Gemeinschaft der Glaubenden lokal & global

 

2.3. Feste und Feiern

Bei besonderen Stationen auf dem Lebensweg zB Kindersegnung (Rückschau), Taufe (Vorschau), evtl. Entlassung aus dem Gemeindeunterricht, Taufe, Hochzeit, Beerdigung.

Feste im Jahreskreis: (Auswahl)

2.3.1. Kirchliche Feste: Martin, Nikolaus, Reformationstag, Weihnachten, Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam

2.3.2. Kommerzfeste: Halloween, Valentinstag, Muttertag, Vatertag

2.3.3. Staatliche Anlässe: Staatsfeiertag, Maifeiertag

Weihnachten: Schenken und beschenkt werden, Sinn des Schenkens

2.3.4. Gott schenkt Kinder: Elisabeth/Maria

2.3.5. Gott schenkt uns seinen Sohn

2.3.6. Gott schenkt sich uns in seinem Sohn

2.3.7. Jesus bekommt Besuch (Hirten – arme Menschen sind Gott wichtig – hören als erste von Jesu Geburt/Weise – Geschenke)

2.3.8. Die Prophetin Hannah und das lang ersehnte Geschenk

Ostern: Fest der Versöhnung mit Gott durch Jesus

2.3.9. Der König zieht ein in Jerusalem

2.3.10. Das letzte Abendmahl (ein ganz besonderes Essen)

2.3.11. Verraten/gefangen/verleugnet (Lk. 22,54ff)

2.3.12. Golgatha

2.3.13. Jesus lebt!

Pfingsten:

2.3.14. Begeisterung über das Geschenk des Heiligen Geistes

2.3.15. Von Gottes Geist erfüllt werden

 

3. Gott liebt diese Welt! Verantwortung für seine Schöpfung

3.1. Bewahrung der Schöpfung

3.1.1. Wunderbare Welt – staunen über Gottes Schöpfung

3.1.2. Ökosystem Erde, Mensch, Tier, Umwelt

3.1.3. Dank für die Schöpfung: Erntedank

3.1.4. Zukunft der Schöpfung und unser Anteil daran

3.1.5. Umweltschutz fängt zu Hause/in der Klasse an

 

3.2. Ethik für das Leben

3.2.1. Umgang mit dem Nächsten – Mitmenschlichkeit

Jesus sagt: Mach’s wie ich:

3.2.2. Ein Ausländer hilft (Barmherziger Samariter)

3.2.3. Helfer gesucht

Goldene Regel:

3.2.4. Regeln für ein gutes Miteinander Verantwortung für Mitmenschen und sich selbst

3.2.5. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

 

4. Gott liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

4.1. Grundlage Bibel

4.1.1. Inhalt und Einteilung (Altes Testament, neues Testament)

4.1.2. Entstehung der Bibel

4.1.3. Israel, das Land in dem Jesus lebte

 

4.2. Leben mit der Bibel

4.2.1. Namen Gottes – Gottes Versprechen an uns

4.2.2. Jona: Gott ermöglicht Umkehr

4.2.3. Hannah: ersehnt, erhofft, erwartet: Kinder

AT: Vom Streiten und Versöhnen:

4.2.4. Isaak und Rebekka

4.2.5. Jakob und Esau – zwei ungleiche Brüder

4.2.6. Abenteuer auf der Flucht

4.2.7. Jakob muss arbeiten

4.2.8. Rahel und Lea

4.2.9. Zwei Brüder vertragen sich

Josef, der Träumer:

4.2.10. Streit unter Brüdern

4.2.11. Ausgeträumt

4.2.12. Ungerecht (Josef im Gefängnis)

4.2.13. Endlich frei (Josef als Stellvertreter des Pharao)

4.2.14. Versöhnung (Josef trifft seine Familie wieder)

NT:

4.2.15. Jesus wird im Jordan getauft

4.2.16. Hochzeit zu Kana

4.2.17. Das Festessen (Gott lädt zu seinem Fest; Mt. 22, 1-14))

4.2.18. Ein Geschenk für Gott (arme Witwe; Mk. 12, 41-44)

Jesus und sein Vater:

4.2.19. Ganz nah bei seinem Vater (12jähriger Jesus im Tempel)

4.2.20. Reden mit Papa (Vater unser)

Jesus schenkt Vergebung:

4.2.21. Gelähmter und 4 Freunde (Mk. 2,1-12)

4.2.22. Zachäus

4.2.23. Ehebrecherin (Joh. 8, 1-11)

4.2.24. Der barmherzige Vater (verlorener Sohn)

4.2.25. Petrus liebst du mich? (Joh. 21,1-14)

4.2.26. Heil für das ganze Haus (Apg. 16,23-40)

4.2.27. Sündenvergebung (Mk. 2, 13-17)

Kinder in der Bibel:

4.2.28. Josef und sein Mantel

4.2.29. Josia und das Buch des Gesetzes

 

4.3. Spiritualität

4.3.1. Jesus schenkt neues Leben

4.3.2. Gott lieben

4.3.3. Schuld und Vergebung

4.3.4. Taufe im NT

Gebet: Antwort auf Gottes Gegenwart

4.3.5. Reden mit Gott ist Bitten – Loben – Danken

4.3.6. Gebet ist Schweigen – auf Gott hören

4.3.7. Reden mit Gott ist Singen

4.3.8. Reden mit Gott ist Tanzen

4.3.9. Vater unser

4.3.10. Lobpreis- und Anbetungslieder: lernen und einüben

 

4.4. Christentum und andere Religionen

4.4.1. Kinder in unserem Land haben verschiedene Religionsbekenntnisse

 

KOMPETENZEN

 

Die Lernenden geben die Lernverse (Psalm 23, 5-6) auswendig wieder und stellen Bezüge zu ihrer eigenen Lebenssituation her.

 

1. Gott ist Liebe – für mich: Identität entwickeln

1.1. Entwicklung von Selbstwertgefühl und Persönlichkeit

Die Lernenden

nehmen ihre Persönlichkeit wahr und beschreiben sich selbst

entdecken und beschreiben ihre eigenen Fähigkeiten

erkennen eigene Stärken und Schwächen

erkunden, entdecken und geben Auskunft darüber, was sie stärkt

nehmen ihre Einzigartigkeit wahr

erfassen, dass sie wunderbar gemacht sind und können darüber Auskunft geben

gewinnen Selbstvertrauen

nehmen ihre Gefühle wahr

können ihre Gefühle angemessen zum Ausdruck bringen

finden Wege, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen

entdecken, dass Gott ihnen hilft

nennen Situationen wo sie Gottes Begleitung erlebt haben

spüren ihrer eigenen Vorstellung/Idee von Gott nach und bringen diese zum Ausdruck

nehmen wahr, dass sie gesegnet sind

erkunden und entdecken, wo und wie sie zum Segen für andere werden und bringen dies zur Sprache

 

1.2. Ethik

Die Lernenden

nehmen Fehler und Versagen im menschlichen Leben wahr und tauschen sich darüber aus

nehmen wahr, dass sie auch anderen Menschen Schaden zufügen können (Schuld)

nehmen wahr, dass ihr Handeln Auswirkungen und Konsequenzen hat

erkennen, dass Schadenersatz und Wiedergutmachung Werkzeuge zur Versöhnung sind und erproben diese, da, wo es möglich ist

entdecken, dass die Vergebung Jesu eine Grundlage dafür ist, sich selbst und anderen zu vergeben und nennen Beispiele dafür

erkunden und finden Wege zur Vergebung und Versöhnung

erklären die Auswirkungen von echter Versöhnung

nennen Beispiele für Handlungen zur Versöhnung

nennen eigene Erfahrungen mit Versöhnung und beschreiben den Wert von Versöhnung

benennen, was „andere bestärken“, bedeutet

bringen in Beispielen zum Ausdruck, wie sie andere bestärken können

nehmen wahr, dass es eine Bereicherung ist, vom Überfluss abzugeben und zu teilen

zeigen Einfühlungsvermögen und können teilen

 

1.3. Lebensfragen

Die Lernenden

spüren nach, was für sie wichtig, wertvoll oder etwas Besonderes ist

begründen, was ihnen wichtig und wertvoll ist

nehmen wahr, was den anderen wichtig und wertvoll ist

respektieren, was den anderen wichtig und wertvoll ist

 

1.4. Identität durch Kreativität

Die Lernenden

nehmen ihre Einzigartigkeit und Begabungen im kreativen Schaffen wahr

stellen die Menschen in ihrem Lebensumfeld mit Hilfe künstlerischer Techniken dar

stellen nächtliche Träume mit künstlerischen Mitteln dar

gestalten und beschreiben ihre Vorstellungen/Ideen von Gott mit Hilfe von künstlerischen Mitteln und tauschen sich darüber aus

 

2. Gott liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

Die Lernenden

nehmen sich als Teil einer Gemeinschaft (Familie, Klassengemeinschaft …) wahr

erzählen von positiven/negativen Erfahrungen in einer Gemeinschaft

begegnen ihren Mitmenschen mit Achtung und Respekt

erkennen und erfassen, warum die Mitglieder einer Gemeinschaft aufeinander angewiesen sind

 

2.1. Ich lebe in Gemeinschaft

Die Lernenden

spüren nach, von welchen Menschen ihr Leben geprägt wird und zählen diese auf

formulieren ihre Zugehörigkeit

reflektieren, welchen Menschen sie vertrauen

erfassen das gemeinsame Essen als ein praktisches Zeichen einer Gemeinschaft

Entdecken Schwierigkeiten des Zusammenlebens und tauschen sich darüber aus

 

Meine Klassengemeinschaft:

Die Lernenden

denken über den Wert des Klassenzusammenhalts nach und überlegen, wie sie ihn stärken können

spüren nach, was sie an den Mitschülerinnen und Mitschülern schätzen oder was ihnen Mühe bereitet

bringen Wertschätzung verbal zum Ausdruck

überlegen, wie sie Unbehagen angemessen ausdrücken können

nehmen sozial, ethnische, geschlechtliche und gesundheitliche Unterschiede wahr

erkennen den Wert und die Würde eines jeden Menschenlebens

üben einen achtsamen und respektvollen Umgang miteinander

 

2.2. Christliche Identität

Die Lernenden

nennen die Hauptmerkmale freikirchlich geprägten Christentums

entdecken die Merkmale freikirchlich geprägten Christentums in den Ausdrucksweisen ihres persönlich gelebten Glaubens und tauschen sich darüber aus

beschreiben eine Gottesdienstfeier ihrer Kirchengemeinde

erforschen das Gemeindeleben ihrer Kirchengemeinde (Gemeinde-Kennenlern-Aktion) und berichten darüber

beschreiben den Ablauf und die Voraussetzungen einer Taufe im biblischen Kontext

erfassen, dass die Gemeinde als Gemeinschaft der Glaubenden – sowohl lokal, als auch global zu verstehen ist

 

2.3. Feste und Feiern

Die Lernenden

nennen Feste und Feiern zu besonderen Stationen auf dem Lebensweg und berichten von persönlichen Erlebnissen

beschreiben Erfahrungen mit den Festen im Jahreskreis – kirchlichen Festen, Kommerzfesten und staatlichen Anlässen

geben Hintergrundwissen zu persönlich relevanten Festen wieder

wissen, das Weihnachten, Ostern und Pfingsten zentrale christliche Feste sind

erzählen ihre Erfahrungen mit schenken und beschenkt werden

beschreiben ihre Familientraditionen zum Thema „Schenken und Beschenkt werden“

hinterfragen Werthaltungen solcher Familientraditionen

erkunden den Sinn des Schenkens

finden eigene Überzeugungen zum Thema „Schenken und Beschenkt werden“

nehmen den schenkenden und „sich schenkenden“ Gott wahr – in den biblischen Geschichten um Weihnachten und im eigenen Leben

erzählen von eigenen Erfahrungen solcher Begegnungen mit Gott

verbinden das Osterfest mit dem Versöhnungswerk von Gott durch Jesus

entdecken, dass Jesus Christus die unmittelbare Verbindung zu Gott, dem Schöpfer darstellt

geben die Geschichten vom Leiden und Sterben Jesu, sowie von seiner Auferstehung mit eigenen Worten wieder

entdecken in Jesu Leidensweg seine Identifikation mit unserer Trauer, unserer Angst, unserem Leid und unserer Sünde

wissen von der Befreiung aus der Macht der Sünde durch Jesu Tod und Auferstehung

nehmen die Auferstehung Jesu als Grund zur Freude und Hoffnung wahr

erfahren in seiner Auferstehung eine Ermutigung zum Weitergehen

wissen um die eigene Auferstehung durch den Glauben an Jesus

erkunden, was es bedeutet, dass der Heilige Geist „der Stellvertreter Christi“ auf Erden ist

entdecken durch biblische Berichte, was es bedeutet, mit Gottes Geist erfüllt zu sein/zu werden

geben mit eigenen Worten die Bedeutung des Heiligen Geistes als „Geschenk an uns Menschen“ wieder

betrachten den Zusammenhang „Begeisterung“ und „Heiliger Geist“ an Hand des Pfingstgeschehens und eigener Erfahrungen

 

3. Gott liebt diese Welt! Verantwortung für seine Schöpfung

3.1. Bewahrung der Schöpfung

Die Lernenden

wissen, dass Christen Gott als Schöpfer bekennen

staunen über das Schöpfungswerk Gottes und über die wunderbare Welt

entdecken Zusammenhänge und Kreisläufe im Ökosystem Erde, Mensch, Tier, Umwelt

leiten aus dem Staunen über das Schöpfungswerk Gottes ab, achtsam und sorgsam mit der Schöpfung umzugehen

erkennen das jeder einzelne Verantwortung hat für die Zukunft der Schöpfung

erfassen, dass Umweltschutz bei mir/in der Familie/in der Klasse anfängt

zählen Möglichkeiten auf, was sie konkret zum Umweltschutz beitragen können

können die Notwendigkeit eines Ruhetages begründet vertreten

gestalten ein Erntedankfest als Dankfest für die Schöpfung

entdecken und erfassen den Kreislauf von Werden und Vergehen im Leben und in den Jahreszeiten

 

3.2. Ethik für das Leben

Die Lernenden

übertragen gemeinsam die Geschichte vom Barmherzigen Samariter in unsere Zeit

bringen Empathie für das „Opfer“ zum Ausdruck

geben die „Goldene Regel“ mit eigenen Worten wieder und übertragen sie in ihren Alltag und ihr Handeln

nennen Regeln für ein gutes Miteinander und erproben sie in ihrem Alltag

übersetzen Nächstenliebe und Selbstliebe in ihren alltäglichen Kontext

erfassen den Zusammenhang zwischen Selbstliebe/Selbstannahme und Nächstenliebe

erklären, was es bedeutet, Verantwortung für Mitmenschen und für sich selbst zu übernehmen

begreifen, warum Jesus möchte, dass wir die Not unserer Mitmenschen sehen, mitfühlen und Nächstenliebe zeigen

entwickeln die Fähigkeit, emotional und aktiv angemessen zu reagieren

reflektieren ihre Erfahrungen damit

 

4. Gott liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

4.1. Grundlage Bibel

Die Lernenden

ordnen die Bibel als zentrales Buch der Christenheit ein

unterscheiden in der Bibel das Alte und das Neue Testament

beschreiben die Entstehung der Bibel

wissen, dass die Bibel eine Sammlung von verschiedenen Büchern ist, die von Menschen mit Hilfe göttlicher Eingebung geschrieben und zusammengestellt wurde

wissen, dass Christen die Bibel als das „Wort Gottes“ anerkennen

erkunden das Land Israel, in dem Jesus lebte und wirkte

 

4.2. Leben mit der Bibel

Die Lernenden

verstehen die Namen Gottes als Gottes Versprechen an uns

erklären 3 Namen Gottes, von welchen sie sich besonders angesprochen fühlen

reflektieren an Hand der biblischen Geschichten rund um den Erzvater Jakob ihr eigenes Verhalten in Streit und im Ringen um Versöhnung

erkennen, dass sie mit allen Problemen und Sorgen zu Gott kommen können

erfassen, dass Lüge und Betrug menschliches Zusammenleben belastet

erkennen, dass Gott helfen will, sich zu versöhnen

erkennen an Hand der Geschichte von Josef, dass Gott schlimme Dinge in unserem Leben zum Guten wenden kann

betrachten, wie Josef mit den Ungerechtigkeiten umging

denken nach über eigene besondere Träume und tauschen sich darüber aus

reflektieren an Hand der Geschichte von Jona den Umgang Gottes mit Fehlverhalten

deuten die Geschichte von Hannah, die ihr Herz vor Gott ausschüttet und dann von ihm beschenkt wird für ihre eigene Lebenswirklichkeit

reflektieren, wo sie Gottes Eingreifen im eigenen Leben erfahren haben

geben die Geschichte von der Taufe Jesu wieder

erzählen das erste Wunder Jesu bei der Hochzeit von Kana nach

erkennen, das wir Feste feiern und fröhlich sein können

entdecken, dass Gott uns zu seinem Festmahl (zum großen Abendmahl am Ende unserer Zeit) einlädt

beschreiben die Beziehung Jesu zu seinem Vater

entdecken in ausgewählten Berichten der Evangelien, wie Jesus Vergebung schenkt

beschreiben, wie Gott durch Josef und König Josia handelte

deuten die Geschichten von Josef und König Josia für ihr eigenes Leben

 

4.3. Spiritualität

Die Lernenden

entdecken, wie Jesus neues Leben schenkt und tauschen sich darüber aus

geben wieder, was es bedeutet, Gott zu lieben

reflektieren, wie sich „Gott zu lieben“ konkret in ihrem eigenen Leben zeigt

erklären den Weg von Schuld zur Vergebung in einzelnen Schritten

beschreiben die Taufe im Neuen Testament

ordnen Gebete als Ausdruck einer realen, lebendigen und vertrauensvollen Kommunikation mit Gott ein

deuten Gebet als Antwort auf Gottes Gegenwart

erproben das Hören auf Gott im Schweigen

formulieren eigene Gebete als Bitten, Lob und Dank

nehmen Lobpreis und Anbetung als besondere Form des Gebets wahr

kennen altersgerechte Lobpreis- und Anbetungslieder

wissen, dass Menschen überall beten können

erproben religiöse Ausdrucksweisen, wie schweigen, tanzen, singen

sagen das Vater unser auswendig

 

4.4. Christentum und andere Religionen

Die Lernenden

nennen Mitglieder anderer Religionen (und deren Religionszugehörigkeit) aus ihrer Klasse/Schule/Ort/Stadt/Bekanntenkreis

nehmen Merkmale anderer Religionen wahr und beschreiben sie

reflektieren ihren eigenen Umgang mit dem Anderssein

 

3. SCHULSTUFE

 

JAHRESTHEMA: GEMEINSAM AUFBRECHEN – GOTT FÜHRT MICH, NEUES WAGEN

Lernvers: Ps 91

 

1. Gott ist Liebe – für mich:Identität entwickeln

1.1. Entwicklung von Selbstwertgefühl und Persönlichkeit

1.1.1. Meine Erfahrungen auf meinem Weg

1.1.2. Ich erlebe Nähe und Distanz

1.1.3. Ich darf Grenzen setzen und NEIN sagen

1.1.4. Wie kann ich Gefährdungen widerstehen

1.1.5. Ich kann immer wieder von vorne anfangen

1.1.6. Bewusster Umgang mit mir selbst und meinem Körper (Nahrung, Bewegung, geistliche Nahrung, …)

1.1.7. Ich habe viele Fragen (Jesus als 12-Jähriger im Tempel, Jesus und Nikodemus)

 

1.2. Ethik

1.2.1. Ich erlebe Konflikte und suche Lösungen

1.2.2. Ich nehme meine Gefühle und Bedürfnisse wahr und drücke sie aus (gewaltfreie Kommunikation)

1.2.3. Ich gerate in einen Streit und finde konstruktive Klärungswege

1.2.4. Ich helfe einen Streit zu schlichten

1.2.5. Wiedergutmachung

1.2.6. Kann ich verzeihen, mich entschuldigen?

 

1.3. Lebensfragen

1.3.1. Klagen über einen Verlust

1.3.2. Ich begegne Angst/Trauer/Trennung/Tod

1.3.3. Getragen sein im Leid

1.3.4. Gottes Zusage: „Ich bin bei dir“

1.3.5. Sterben und Tod und mein christlicher Glaube

1.3.6. Ein Zuhause bei Gott (Weg nach Hause zum Vater)

1.3.7. Partnerschaft: Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen

 

1.4. Identität durch Kreativität

Darstellung apersonaler Gottesbegriffe: zB:

1.4.1. Licht

1.4.2. Liebe

1.4.3. Weg

1.4.4. Quelle des Lebens

Entdecken und mit künstlerischen Mitteln zum Ausdruck bringen

 

2. Gott liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

2.1. Ethik in Gemeinschaft

2.1.1. Wir leben in Gemeinschaft

2.1.2. Gemeinschaft stärkt und fordert heraus

2.1.3. Zueinander finden und einander ermutigen

2.1.4. Wertschätzung, Achtung, Annahme für einander

 

2.2. Christliche Identität

2.2.1. Geschichte der Freikirchen

2.2.2. Wer sind die „Freikirchen in Österreich“?

Die Bünde:

2.2.3. Wir gehören zusammen: unterschiedliche christliche Kirchen

2.2.4. Glaube lebt in Gemeinschaft

2.2.5. Jesu Zusage und Auftrag: „Friede sei mit euch“

 

2.3. Feste und Feiern

Weihnachten:

2.3.1. Hoffnung auf den Retter (Erlöser)

2.3.2. Messias-Prophetien im AT

2.3.3. Erfüllte Verheißung: Gott kommt in die Welt – ein Kind

2.3.4. Die Sterndeuter

2.3.5. Flucht nach Ägypten

Ostern:

2.3.6. Abendmahl – Passahmahl

2.3.7. Passion Jesu

2.3.8. Weg ins Leiden – Weg ins Leben

2.3.9. Trauer

2.3.10. Jesus lebt!

2.3.11. Emmaus

Himmelfahrt:

2.3.12. Jesus geht zum Vater

2.3.13. Jesus verspricht einen Begleiter

Pfingsten:

2.3.14. Der Heilige Geist und seine Gaben

 

3. Gott liebt diese Welt! Verantwortung für seine Schöpfung:

3.1. Bewahrung der Schöpfung

3.1.1. Der Auftrag, zu bewahren und unser Umgang mit Ressourcen: Wasser, Nahrung, Luft, Energie

3.1.2. Der Begriff „Nachhaltigkeit“: Dinge reparieren, tauschen, selbst herstellen, etc.

 

3.2. Ethik für das Leben

3.2.1. Regeln, Schul- bzw. Klassenordnung

3.2.2. Recht – Menschenrechte (und spezifiziert in : Kinderrechten)

3.2.3. Wir arbeiten für eine gerechte Welt

3.2.4. Wir achten auf die Geringsten (praktische Nächstenliebe zB Flüchtlingsarbeit, etc./Werke der Barmherzigkeit)

 

4. Gott liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

4.1. Grundlage Bibel

4.1.1. Evangelien: eine Geschichte – mehrere Versionen – Zeugenschaft

 

4.2. Leben mit der Bibel

AT:

4.2.1. Gottes neue Welt suchen: Frieden (Jes. 11,1-6)

Mose – Gott rettet die Israeliten

4.2.2. Die israelitischen Hebammen

4.2.3. Das Baby im Nil (Mutter und Schwester von Mose)

4.2.4. Tochter des Pharao/Prinz von Ägypten

4.2.5. Der Dornbusch brennt!

4.2.6. Das erste Passah

4.2.7. Endlich frei/Gottes Volk ist unterwegs

4.2.8 10. Gebote

4.2.9. Zelt der Begegnung/Bundeslade

4.2.10. Einzug ins verheißene Land

NT:

Das Leben Jesu: ein Überblick

Leben in Fülle:

Gleichnisse:

4.2.11. Sauerteig

4.2.12. Senfkorn

4.2.13. Schatz im Acker

4.2.14. Perle

Seligpreisungen:

4.2.15. wen Jesus als glückselig bezeichnet (Mt. 5,1-8)

Jesus begegnet uns:

4.2.16. Jesus richtet auf (gekrümmte Frau) (Lk. 13,10-17)

4.2.17. Speisung der 5000 (Mk. 6,35-44)

4.2.18. Samariterin (Joh. 6,35)

4.2.19. Brot des Lebens (Joh. 6,35)

Mit Jesus unterwegs zu den Menschen:

4.2.20. Aussendung der Jünger (Mk. 6,7-13)

Kinder in der Bibel:

4.2.21. Miriam und ihr Bruder Mose

4.2.22. Der Junge, der sein Brot teilte

 

4.3. Spiritualität

4.3.1. Feier des Abendmahles

4.3.2. Der Glaube in meinem Alltag/Praxis der „Stillen Zeit“, (Gebets-)Tagebuch, Bibelleseplan und regelmäßige Bibellese

Gebet:

4.3.3. Reden mit Gott ist Bitten – Loben – Danken – Schweigen/Hören – Singen – Tanzen

4.3.4. Reden mit Gott ist Klagen

4.3.5. Das freie Gebet

4.3.6. Vom Vertrauen beim Beten

4.3.7. Lobpreis und Anbetung, eine Herzenshaltung

Neues wagen unter Gottes Schutz

 

4.4. Christentum und andere Religionen

Christliche Kirchen in Österreich und weltweit:

4.4.1. Konfessionen

4.4.2. Das Gespräch zwischen den Konfessionen (einander in Wertschätzung begegnen)

4.4.3. Mit Verschiedenheiten umgehen (1. Kor. 12,12-31a) ein Leib, viele Glieder

Elemente des jüdischen Lebens und Glaubens: Thora, Sabbat, Passah-Fest, Synagoge

Bezüge Judentum – Christentum

4.4.4. Verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen begegnen

 

KOMPETENZEN

 

Die Lernenden geben die Lernverse (Psalm 91,14-16) auswendig wieder und stellen Bezüge zu ihrer eigenen Lebenssituation her.

 

1. Gott ist Liebe – für mich: Identität entwickeln

1.1. Entwicklung von Selbstwertgefühl und Persönlichkeit

Die Lernenden

deuten ihr Leben als einen Weg

erzählen von ihren Erfahrungen auf ihrem Weg

nehmen Nähe und Distanz in Beziehungen wahr

ordnen Situationen, in denen sie Nähe oder Distanz erleben, ein

erfassen die Notwendigkeit von eigenen Grenzen und warum es wichtig ist, auch NEIN zu sagen

geben mit eigenen Worten wieder, mit welchen Gefährdungen sie konfrontiert sind

entwickeln und erläutern Strategien, mit denen sie diesen Gefährdungen wiederstehen können

deuten eigenes Fehlverhalten, als Chance, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen, den Schaden gutzumachen und von vorne anzufangen

entdecken, was ihnen selber gut tut (seelisch, körperlich) und tauschen sich darüber aus

erklären, warum ein bewusster und gesunder Umgang mit sich selbst und ihren Körper notwendig ist (Nahrung, Bewegung, geistliche Nahrung …)

achten auf einen bewussten Umgang mit sich selbst

bringen ihre eigenen Fragen zum Ausdruck an Hand der Geschichten von Jesus im Tempel und Nikodemus

suchen gemeinsam nach Antworten für ihre Fragen

erleben, dass nicht alle Fragen beantwortet werden

 

1.2. Ethik

Die Lernenden

erzählen von eigenen Konflikten in der Vergangenheit und gefundenen Lösungen

nehmen aktuelle eigene Konflikte wahr

spüren dem eigenen Bedürfnis nach einer Lösung des Konfliktes nach

denken über eigene oder gemeinsame Lösungsmöglichkeiten nach

versuchen gefundene Konfliktlösungsansätze anzuwenden

nehmen ihre Gefühle wahr und beschreiben ihre Empfindungen

stellen ihre Gefühle mit künstlerischen Mitteln dar (szenisch, bildnerisch, musikalisch-rhythmisch, …)

nehmen Gefühle bei anderen wahr und deuten sie

erproben Hilfsmittel für den angemessenen Umgang mit den eigenen Gefühlen und denen anderer

ordnen ihre Gefühle ihren Bedürfnissen zu

formulieren, ihre Bedürfnisse

nennen konstruktive Lösungsmöglichkeiten, einen Streit zu schlichten und wenden diese in ihrem Alltag an

suchen Friedensbotschaften, um den Kontakt mit dem/den Streitgegner/n wieder herzustellen

nennen angemessene Möglichkeiten für Schadenersatz und Wiedergutmachung

erklären die Bedeutung von „verzeihen“

vergleichen Jesu Haltung zum Thema „Vergebung“ mit ihrem eigenen Handeln

gehen empathisch miteinander um und bringen Bedauern/Entschuldigung zum Ausdruck

 

1.3. Lebensfragen

Die Lernenden

setzen sich mit menschlichen Grenzsituationen (Ängste, Trennung, Misserfolg, Krankheit, Tod, Trauer, …) auseinander

erzählen von ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen mit Grenzsituationen

drücken Trauer, Angst, Wut, Enttäuschung,… aus

begegnen den Erzählungen ihrer Mitlernenden mit Empathie und bringen ihre eigene Betroffenheit verbal zum Ausdruck

finden in der Bibel Zuspruch und Trost

denken über Gottes Zusage „Ich bin bei dir“ in Bezug auf menschliche Grenzsituationen nach

finden heraus, was die Bibel zu den Themen „Sterben und Tod“, „Leben nach dem Tod“ und „ewiges Leben“ sagt

erfahren, dass Jesus für uns ein Zuhause in der Gegenwart Gottes vorbereitet

setzen sich mit dem biblischen Bild von Partnerschaft auseinander und vergleichen es mit ihrem persönlichen Lebensumfeld

 

1.4. Identität durch Kreativität

Die Lernenden

stellen apersonale Gottesbegriffe mit künstlerischen Mitteln dar

bringen ihre Gefühle auf künstlerische Art und Weise zum Ausdruck

stellen ihre Konflikte mit kreativen Mitteln dar

 

2. Gott liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

2.1. Ethik in Gemeinschaft

Die Lernenden

nehmen sich als Teil einer Gemeinschaft wahr

beschreiben, in welchen Gemeinschaften sie leben

nehmen wahr, wo sie die Gemeinschaft stärkt, und was sie in der Gemeinschaft herausfordert

entdecken Brücken auf dem Weg zueinander

gehen achtsam und respektvoll mit ihren Mitmenschen um

artikulieren Wertschätzung

ermutigen einander

erkennen und erfassen, dass die Mitglieder einer Gemeinschaft einander brauchen

 

2.2. Christliche Identität

Die Lernenden

umreißen die Geschichte der Freikirchen in Österreich und weltweit

nennen die Bünde der Freikirchen in Österreich

entdecken Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Bünde

entdecken die Bedeutung des Leibes Christi als Gemeinschaft der Glaubenden und beschreiben die Vielfalt der Konfessionen

entdecken, wie sie gemeinsam Kirche mitgestalten können

 

2.3 Feste und Feiern

Die Lernenden

betrachten die Advents- und Weihnachtszeit unter dem Aspekt „Jesus der Retter“

entdecken die Messias-Prophetien im Alten Testament

geben mit eigenen Worten die Geschichte der Sterndeuter und die Flucht nach Ägypten wieder

geben Auskunft über das letzte Abendmahl (Passahmahl)

spüren der Trauer nach Jesu Tod nach

spüren der Freude über Jesu Auferstehung nach

Erzählen von der Himmelfahrt Jesu

Charakterisieren an Hand der Bibel den Begleiter, den Jesus verspricht

Entdecken die Gaben des Heiligen Geistes und geben darüber Auskunft

 

3. Gott liebt diese Welt! Verantwortung für seine Schöpfung

3.1. Bewahrung der Schöpfung

Die Lernenden

reflektieren ihren Umgang mit den Ressourcen Wasser, Nahrung, Luft, Energie

erklären den Begriff „Nachhaltigkeit“

finden Wege, selber nachhaltig umzugehen zu Hause und in der Schule

 

3.2. Ethik für das Leben

Die Lernenden

erläutern den Sinn von Regeln

geben Schul- und Klassenregeln mit eigenen Worten wieder

spüren dem Begriff „Recht“, „Menschenrecht“, „Kinderrecht“ nach

nennen Beispiele für Kinderrechte

erzählen Lebensschicksale von Kindern in Armut und Unrecht

zeigen Empathie für Benachteiligte

finden Wege, Solidarität und Nächstenliebe zu zeigen

zeigen auf, wie wir für eine gerechtere Welt arbeiten können

nennen Beispiele für praktische Nächstenliebe

entdecken, wer die „Geringsten“ in ihrer Umgebung sind

überlegen, wie den „Geringsten“ Achtung entgegengebracht werden kann

entwickeln die Fähigkeit, emotional und aktiv angemessen zu reagieren

reflektieren Erfolg und Misserfolg bei der Umsetzung

 

4. Gott liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

4.1. Grundlage Bibel

Die Lernenden

entdecken verschiedene Versionen der gleichen Geschichte in den vier Evangelien

betrachten unterschiedliche Zeugenberichte aus verschiedenen Blickwinkeln

 

4.2. Leben mit der Bibel

Die Lernenden

erkennen, dass Gott Männer, Frauen und Kinder für seine Aufträge einsetzt

erkennen, dass Gott Menschen aus höchster Gefahr retten kann (Mose im Nil)

erfassen Gott als den Retter und Befreier des Volkes Israel

beschreiben Gott als den, der sein Volk immer da „abholt“, wo es grade ist

deuten die Gleichnisse Jesu als Veranschaulichung des Reiches Gottes

betrachten Maßstäbe Jesu fürs Leben (Seligpreisungen) im Vergleich mit gesellschaftlichen Maßstäben

entdecken an Hand der Geschichte von der Aussendung der Jünger, die Bedeutung, von Gott abhängig zu sein und alles von ihm geschenkt zu bekommen

beschreiben, wie Jesus den Menschen damals begegnet (in ausgewählten Geschichten) und folgern daraus, wie Jesus uns heute begegnen will

nehmen die Person Jesus als geschichtliche Person wahr

geben überblicksmäßig das Leben Jesu wieder

 

4.3. Spiritualität

Die Lernenden

beschreiben die Feier des Abendmahles und dessen Bedeutung

erläutern, wie sich Glaube im Alltag zeigt

reflektieren ihre Erfahrungen mit: „Stiller Zeit“, Tagebuch schreiben, Bibelleseplan und regelmäßiger Bibellese und tauschen sich darüber aus

finden für sich passende Ausdrucksformen des Glaubens in ihrem Alltag

entdecken in den Psalmen Gebetsformen, wie: bitten, loben, danken, schweigen, singen, tanzen, klagen

formulieren eigene Gebete und/oder Liedtexte

erkennen, dass Lobpreis und Anbetung eine christliche Lebenshaltung ist

wagen Herausforderungen im Vertrauen auf Gottes Begleitung und Schutz

definieren die Herausforderungen

 

4.4. Christentum und andere Religionen

Die Lernenden

nehmen andere Konfessionen wahr

nennen verschiedene christliche Konfessionen

nennen Mitglieder anderer Konfessionen aus ihrer Klasse/Schule

finden Wege für einen wertschätzenden Umgang mit Mitgliedern anderer Konfessionen

finden Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit anderen Konfessionen

transponieren das Bild von einem Leib und vielen Gliedern in ihre Bezugswelt

nennen Elemente des jüdischen Lebens und Glaubens

finden Bezüge zwischen Judentum und Christentum

 

4. SCHULSTUFE

 

JAHRESTHEMA: DIE WELT MITGESTALTEN – GOTTES RUF ANNEHMEN UND VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

Lernvers: Mt. 28,18-20, Apostolisches Glaubensbekenntnis

 

1. Gott ist Liebe – für mich: Identität entwickeln

1.1. Entwicklung von Selbstwertgefühl und Persönlichkeit

1.1.1. Ich sehne mich nach einem geglückten Leben

1.1.2. Gestaltung meines Lebensraumes

1.1.3. Ich bin gerufen und gemeint

1.1.4. Ich kann entscheiden und antworten

1.1.5. Das ist mir heilig/wertvoll/kostbar

1.1.6. Was kann ich gut?

1.1.7. Biographiearbeit: Mein bisheriger Weg – ein neuer Abschnitt liegt vor mir

1.1.8. Ich kann verzichten

 

1.2. Ethik

1.2.1. Erfahrungen von Abschied – Verlust – Sterben

1.2.2. Jesus tröstet uns, wenn wir traurig sind. Er fühlt mit, er trägt mit, …

1.2.3. Menschen stehen einander bei – mitfühlen – mittragen – mittrösten

1.2.4. Menschen als Wegweiser

1.2.5. Glück und Unglück im Leben/Ruth und ihre Schwiegertöchter

 

1.3. Lebensfragen

1.3.1. Unsichtbarer Gott

1.3.2. Unfassbarer Gott

1.3.3. Die „Abwesenheit“ Gottes

 

1.4. Identität durch Kreativität

Darstellung mit künstlerischen Mitteln: zB:

1.4.1. Mein Lebenstraum (Hoffnungsbilder)

1.4.2. Stationen meines Lebens

 

2. Gott liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

2.1. Ethik in Gemeinschaft

2.1.1. Wir arbeiten miteinander – wir lernen voneinander und aneinander

2.1.2. Klassengemeinschaft: Wertschätzung, Achtung und Annahme contra Mobbing

 

2.2. Christliche Identität

2.2.1. Gott bei den Menschen: Glaube lebt in Gemeinschaft (zwei oder drei versammelt in meinem Namen – Mt. 18,20): Großveranstaltungen und große Verbände für Kinder und Jugendliche

2.2.2. Dienste/Dienstgaben in der Gemeinde (Eph. 4,11-12)

2.2.3. Das trägt mich (meine Identität in Christus) Wer ich in Christus Jesus bin!

2.2.4. Leben in Gottes Hand und unter Gottes Segen (Ps. 31,16a; 4. Mose 6,24-26 = Segen Aarons)

 

2.3. Feste und Feiern

Zeiten der Erwartung:

2.3.1. Advent

2.3.2. Fastenzeit/vorösterliche Zeit

Zeiten der Feste:

Weihnachten:

2.3.3. Engel überbringen die Botschaft und Auftrag an Zacharias, Maria, Josef und die Weisen aus dem Morgenland

2.3.4. Weihnachten in aller Welt

Ostern:

2.3.5. Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens

2.3.6. Auferstehung und Vergebung der Sünden

Pfingsten:

2.3.7. Die Jünger und Jüngerinnen handeln im Geist Jesu (Übertragung: Wir handeln im Geist Jesu!) – Die frohe Botschaft von Jesus breitet sich aus

Übertragung: Wir sind ausgesandt

2.3.8. Die Dreieinigkeit Gottes

Der Sonntag als Feiertag

Feste und die begleitenden Bräuche:

2.3.9. hinterfragen und

2.3.10. interpretieren

 

3. Gott liebt diese Welt! Verantwortung für seine Schöpfung

3.1. Bewahrung der Schöpfung

Wir sind EINE Welt:

3.1.1. In verschiedenen Welten leben

3.1.2. Verantwortung gegenüber Armut und Unrecht (Mt. 25,31-40: Werke der Barmherzigkeit)

3.1.3. Entwicklungszusammenarbeit

Ich stehe für Gerechtigkeit:

3.1.4. Nehemia

3.1.5. Ester

3.1.6. Martin Luther King

3.1.7. Corrie ten Boom

 

3.2. Ethik für das Leben

3.2.1. Schutz des Lebens von Anfang an

3.2.2. Vom Beginn und von der Würde des Menschen

Gedenkarbeit: Shoah:

3.2.3. Unterdrückung

3.2.4. Widerstand

3.2.5. Krieg

3.2.6. Schlimme Zeit

 

4. Gott liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

4.1. Grundlage Bibel

Die Einteilung des AT:

4.1.1. Pentateuch

4.1.2. Geschichtsbücher

4.1.3. Prophetische Bücher

4.1.4. Psalmen

Die Einteilung des NT:

4.1.5. Evangelien

4.1.6. Apostelgeschichte

4.1.7. Briefe

4.1.8. Offenbarung

Länder und Völker der Bibel

Das römische Reich

 

4.2. Leben mit der Bibel

AT (Auswahl aus):

Samuel:

4.2.1. Gott beruft ein Kind zum Propheten!

David wird König:

4.2.2. König gesucht

4.2.3. Klein, aber oho!

4.2.4. Musik für Gott

4.2.5. Endlich König

4.2.6. Die Bundeslade kommt zurück

Der weise König Salomo

4.2.7. Ein neuer König

4.2.8. Salomo wünscht sich was

4.2.9. Ein Haus für Gott

Daniel: Abenteuer mit Gott

4.2.10. Gemüse macht klug und stark

4.2.11. In heißer Gefahr

4.2.12. Achtung! Bissige Löwen!

Klagepsalmen:

4.2.13. Warum lässt Gott uns leiden?

NT (Auswahl aus):

Jesus und sein Team:

4.2.14. Simon wird Menschenfischer (Lk. 5,1-11)

4.2.15. Nathanael begegnet Jesus Jesus (Joh. 1,35-51)

4.2.16. Jesus sucht Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen (Mt. 9,35-10,42)

Jesus unser Vorbild:

4.2.17. Jesus hört die Not (Bartimäus)

4.2.18. Jesus spürt die Not (Blutflüssige Frau)

4.2.19. Jesus liebt vorbehaltslos (Ehebrecherin)

4.2.20. Jesus im Tempel

4.2.21. Jesus hasst Heuchelei (Pharisäer)

Paulus:

4.2.22. Paulus begegnet Jesus

4.2.23. Paulus ist für Jesus unterwegs

4.2.24. Steh auf (Heilung des Verkrüppelten)

4.2.25. Paulus und Silas

Kinder in der Bibel:

4.2.26. Samuel – siehe oben

4.2.27. Timotheus und die gute Nachricht

 

4.3. Spiritualität

4.3.1. Das apostolische Glaubensbekenntnis

4.3.2. Gebet: gemeinsam praktizieren

4.3.3. Lobpreis und Anbetung: ein Lebensstil

4.3.4. Von Gott erzählen

4.3.5. Missionsbefehl: Ein Versprechen und ein Auftrag

4.3.6. Mission – für/mit Jesus unterwegs

4.3.7. Lebensbilder: Hudson Taylor, Mathilda Wrede, etc.

4.3.8. Christenverfolgungen in Vergangenheit und Gegenwart

4.3.9. Märtyrertum

 

4.4. Christentum und andere Religionen

Elemente – Islamischer Glaube:

4.4.1. Koran, Mohammed, Ramadan, Moschee

Bezüge Christentum – Islam

4.4.2. Verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen begegnen

 

KOMPETENZEN

 

Die Lernenden geben die Lernverse (Mt 28,18-20) auswendig wieder und stellen Bezüge zu ihrer eigenen Lebenssituation her. Sie sprechen das Apostolische Glaubensbekenntnis auswendig

 

1. Gott ist Liebe – für mich: Identität entwickeln

1.1. Entwicklung von Selbstwertgefühl und Persönlichkeit

Die Lernenden

beschreiben ihre Sehnsucht nach Erfüllung und Glück im Leben

verbalisieren ihre Vorstellung von Erfüllung und Glück im Leben

entdecken, dass Gott Menschen in besonderer Weise gebraucht (Berufung; Querverbindung: Samuel)

fragen konkret nach Gottes Plan für ihr eigenes Leben

erkennen Gottes Berufung für ihr eigenes Leben

treffen begründete Entscheidungen

entdecken, was ihnen heilig (wichtig, kostbar) ist und tauschen sich darüber aus

nehmen ihre Fähigkeiten und Stärken wahr und geben darüber Auskunft

reflektieren ihren bisherigen Lebensweg und denken nach über den neuen Abschnitt (Schulwechsel, …), der vor ihnen liegt

formulieren Hoffnungen, Erwartungen, Ängste, Unsicherheiten, … in Bezug auf den neuen Abschnitt

geben die Bedeutung des Wortes „verzichten“ mit eigenen Worten und Beispielen wieder

versuchen, das Verzichten auf etwas zu üben, was sie selbst bestimmt haben

reflektieren die Erfahrungen beim Verzichten

 

1.2. Ethik

Die Lernenden

setzen sich mit Grenzerfahrungen (Abschied, Verlust, Sterben, …) auseinander

erzählen von ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen mit solchen Grenzerfahrungen

bringen Hoffnung, Trauer, Angst, Wut, Enttäuschung, Resignation, … durch Worte, Bilder, Gesten, Aktionen zum Ausdruck

begegnen ihren Mitlernenden mit Empathie und drücken ihre eigene Betroffenheit verbal aus

finden in der Bibel Zuspruch und Trost

finden heraus, was die Bibel zu den Themen „Sterben und Tod“, „Leben nach dem Tod“ und „ewiges Leben“ sagt

schöpfen Hoffnung aus den biblischen Referenzgeschichten

denken über Gottes Zusage „Ich bin bei dir“ in Bezug auf menschliche Grenzsituationen nach

erfahren, dass Jesus für uns ein Zuhause in der Gegenwart Gottes vorbereitet

erarbeiten Möglichkeiten, wie sie anderen Mitgefühl, Verständnis und Trost vermitteln können

reflektieren ihre Erfahrungen beim Mitfühlen, Mittragen und Mittrösten

überlegen, wo ihnen Menschen ihn Entscheidungssituationen eine Hilfe waren (Wegweiser)

betrachten an Hand der Geschichte von Ruth und ihren Schwiegertöchtern den Umgang mit Glück und Unglück (Grenzerfahrungen im Leben)

zeigen auf, wie Ruth und Noemi auf Gott vertraut haben und sich dadurch ihr Leben verändert hat

 

1.3. Lebensfragen

Die Lernenden:

verbalisieren ihre Gedanken und Empfindungen zu den Themen „Unsichtbarer Gott“, „Unfassbarer Gott“ und „Abwesender Gott“

finden Möglichkeiten der Interpretation

 

1.4. Identität durch Kreativität

Die Lernenden

stellen ihren Lebenstraum (Hoffnungsbilder) mit künstlerischen Mitteln dar

stellen Stationen ihres Lebens auf kreative Art und Weise dar

 

2. Gott liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

2.1. Ethik in Gemeinschaft

Die Lernenden:

nehmen wahr, dass gemeinsames Arbeiten eine Bereicherung ist, wo sie voneinander lernen können

entwickeln Teamfähigkeit

gehen achtsam und respektvoll mit ihren Mitmenschen um

artikulieren Wertschätzung

beschreiben Mobbing und die daraus resultierenden Folgen

nehmen Ausgrenzung oder Mobbing in der Klasse wahr und reagieren angemessen

erarbeiten Möglichkeiten, die zur Erhaltung und zum Schutz eines guten Klassenklimas beitragen und setzen diese um

 

2.2. Christliche Identität

Die Lernenden

erfahren, dass der Glaube in der Gemeinschaft wächst

nennen Angebote aus ihrer Gemeinde und Verbände für Kinder und Jugendliche und tauschen darüber aus

berichten von Großveranstaltungen für Glaubende

beschreiben Dienste und Gaben in ihrer Gemeinde

beschreiben ihre Identität in Jesus Christus sind

deuten ihr Leben in Gottes Hand und unter Gottes Segen

 

2.3. Feste und Feiern

Die Lernenden

erleben den Advent bewusst als Zeit der Erwartung und der inneren Einkehr

gestalten eine Adventsfeier

reflektieren, was es heißt „den Ruf Gottes annehmen“ an Hand der Geschichten von Zacharias und Elisabeth, Maria und Josef und den Sterndeutern

charakterisieren Engel als Botschafter Gottes

erklären beispielhaft, wie Weihnachten rund um den Globus gefeiert wird

beschreiben die zentrale Bedeutung des Osterfestes

erleben die Fastenzeit (vorösterliche Zeit) bewusst als Vorbereitung auf das Osterfest und als Zeit der inneren Einkehr

üben Verzicht in der Fastenzeit (zB Verzicht auf Fernsehen, Süßigkeiten,…)

gestalten eine Besinnungsfeier in der Fastenzeit

interpretieren den Tod Jesu am Kreuz als Konsequenz seiner Liebe zu Gott und zu uns Menschen

verstehen den Tod und die Auferstehung Jesu als wesentliche Grundlage des christlichen Glaubens und als Beginn des neuen Bundes zwischen Gott und Mensch

reflektieren die Folgen der Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger beim ersten Pfingstfest

deuten die Erfüllung mit dem Heiligen Geist als kraftvolle Dynamik zur Verkündigung des Evangeliums in aller Welt

übertragen die Pfingstgeschichte auf ihr eigenes Leben: Aussendung (Missionsbefehl)

erläutern die Bedeutung des Sonntags aus christlicher und aus gesellschaftlicher Sicht

hinterfragen und interpretieren Feste und die begleitenden Bräuche

beschreiben die Bedeutung der Dreieinigkeit

 

3. Gott liebt diese Welt! Verantwortung für seine Schöpfung

3.1. Bewahrung der Schöpfung

Die Lernenden

erklären den Satz „Wir sind EINE Welt“

erkennen, dass wir zwar verschiedenen Kulturräumen leben, aber auf einer Erde

erkennen, dass weltweit gesehen Ressourcen und deren Verbrauch ungerecht verteilt sind

lesen und reflektieren den Text „Wenn die Welt ein Dorf wäre“

wissen, was Entwicklungszusammenarbeit bedeutet

erfahren an Hand von Beispielgeschichten mit Kindern den Wert von Entwicklungszusammenarbeit

finden Wege, selbst aktiv zu werden gegen Armut und Unrecht

nehmen Teil an Aktionen, wie zB „Weihnachten im Schuhkarton“

entdecken in den Berichten von Nehemia, Ester, Martin Luther King und Corrie ten Boom solidarisches Handeln und Verantwortung gegenüber Benachteiligten

entdecken, dass erst Glaube in Taten die Liebe zu den Mitmenschen zeigt

reflektieren an Hand der Berichte von Nehemia, Ester, Martin Luther King und Corrie ten Boom, wie sie selbst für Gerechtigkeit einstehen können

 

3.2. Ethik für das Leben

Die Lernenden

beschreiben den Werdegang eines Menschen von Anbeginn an

positionieren sich für den Schutz des Lebens von Anfang an

beschreiben die Würde des Menschen mit eigenen Worten

denken nach über die schlimme Zeit im 2. Weltkrieg

beschreiben mit eigenen Worten die Verbrechen am Volk Israel, an anderen Völkern, an Menschen mit Beeinträchtigung …, die da geschehen sind

reagieren mit Empathie auf ausgewählte Geschichten und Lebensberichte

nennen und beschreiben im Kontrast zu den schlimmen Ereignissen der Shoah positive Werte, wie zB der Zusammenhalt der Familie, die Hilfsbereitschaft der Nachbarn, persönliche Nähe und Wärme und Integration

 

4. Gott liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

4.1. Grundlage Bibel

Die Lernenden

erklären die Einteilung der Bibel

verstehen das Alte Testament als jüdische Grundlage, aus dem der christliche Glauben gewachsen ist

zählen Länder der Bibel auf

nennen die Völker der Bibel und charakterisieren ihre Lebensweisen

nennen Sprachen der Bibel

beschreiben das römische Reich zur Zeit von Jesus und Paulus

 

4.2. Leben mit der Bibel

Die Lernenden

erzählen oder inszenieren biblische Szenen aus der Sicht verschiedener involvierter Personen

erzählen die Berufungsgeschichte von Samuel und David mit eigenen Worten nach

entdecken in der Berufungsgeschichte von David, dass Gott sich den Jüngsten ausgesucht hat und damit andere Maßstäbe setzt

diskutieren König Salomos Wunsch nach Weisheit und dem daraus folgendem Segen in Bezug auf ihr eigenes Leben

denken nach, was sie sich selbst von Gott wünschen würden

erkennen an Hand des Verhaltens von Daniel die Hilfe Gottes in schwierigen oder lebensbedrohlichen Situationen

skizzieren die Wunder in den Berichten Daniels: Traumdeutung, Feuerofen, Löwengrube

erkennen im Bericht von Daniel in der Löwengrube, dass Gott bei ihnen ist, auch wenn andere gegen sie sind

nennen menschliche Klagen in den Klagepsalmen

erfassen, dass Jesus heute wie damals Menschen sucht, die ihm nachfolgen und anderen von ihm erzählen

erkennen, dass auch eine Freundschaft mit Jesus nicht davon abhängt, alles zu können, zu wissen und richtig zu machen

deuten, dass Jesus sie persönlich kennt und liebt, so wie sie sind und dass auch sie eine persönliche Freundschaft mit ihm eingehen können

erkennen, dass Jesus auf die Not von Menschen reagiert

erfassen, dass Jesus die Menschen vorbehaltslos liebt

entdecken, dass Jesus Scheinheiligkeit und Doppelmoral hasst

erkennen, das Jesus unser Vorbild ist (Christ – Christus)

geben die Bekehrungsgeschichte von Paulus mit eigenen Worten wieder und folgern daraus, dass Gott Menschen total verändern kann.

erzählen, wie Paulus berufen wurde

erfassen, dass Menschen mit Gottes Hilfe Dinge tun können, die sonst nicht möglich sind

entdecken, dass Gott Menschen im Gefängnis begegnet

erkennen, an Hand des jungen Timotheus, dass Gott Menschen jeden Alters zur Mitarbeit gebraucht

 

4.3. Spiritualität

Die Lernenden

sprechen das Apostolische Glaubensbekenntnis auswendig

sprechen gemeinsam vorgegebene oder frei formulierte Gebete

erkennen, dass Lobpreis und Anbetung Ausdruck einer christlichen Lebenshaltung sind, die das ganze Leben prägen

erfassen den Sinn des Missionsbefehls als Auftrag der Christen

spüren dem Auftrag für sich persönlich nach um zu erkennen, wie Jesus sie selbst gebrauchen möchte und erwarten seine Anleitung und Hilfe

finden Wege, von Gott zu erzählen und teilen ihre Erfahrungen bei der Umsetzung mit

entdecken in den Lebensbildern von Hudson Taylor und Mathilda Wrede was Nachfolge Christi“ bedeuten kann

beschreiben an Hand ausgewählter Beispiele Christenverfolgung in der Vergangenheit und in der Gegenwart

nennen Menschen, die für ihren Glauben an Jesus Christus starben

 

4.4. Christentum und andere Religionen

Die Lernenden

nennen Elemente des islamischen Glaubens

finden Bezüge zwischen Christentum und Islam

finden Bezüge zwischen Judentum, Christentum und Islam

Anl. 2

Beachte für folgende Bestimmung

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2014

Text

Anlage 2

LEHRPLAN FÜR DEN FREIKIRCHLICHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN HAUPTSCHULEN, NEUEN MITTELSCHULEN, VOLKSSCHULEN (VOLKSSCHULOBERSTUFE), SONDERSCHULEN (5. BIS 8. SCHULSTUFE) UND DER UNTERSTUFE ALLGEMEINBILDENDER HÖHERER SCHULEN

Präambel

 

INHALT UND ANLIEGEN DES RELIGIONSUNTERRICHTS

Der freikirchliche Religionsunterricht möchte in erster Linie ein Dienst an den Schülerinnen und Schülern sowie an der Schule und somit an der Gesellschaft sein. Er hat das Anliegen, den am Unterricht Teilnehmenden den christlichen Glauben vorzustellen. Auch sollen mit Hilfe des gesellschaftsverändernden Anspruchs Jesu selbstverständlich Erachtetes in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft usw. in Frage gestellt und neue Lösungsansätze gesucht werden.

Glaubensüberzeugungen und ein sich daraus ergebender Lebensstil sind ein Angebot, das man wie ein Geschenk annehmen kann. Dieser Glaube ist immer wieder zu reflektieren, damit er weiterentwickelt werden kann. Dazu kann der Religionsunterricht einen wertvollen Beitrag leisten, indem sich Lernende und Lehrende gemeinsam auf den Weg begeben, neue Einsichten zu gewinnen. Vor allem die Bibel, die inhaltlich wichtigste Grundlage des freikirchlichen Religionsunterrichts, stellt eine unerlässliche Quelle der Glaubenserkenntnis dar.

Jeder Mensch macht sich zu verschiedenen Anlässen des Lebens Gedanken über existentielle Fragen, wie nach Ursprung, möglichem Ziel und Sinn des Lebens, nach dem Grund erfahrener Ungerechtigkeit und eigener Schuldfähigkeit und Unzulänglichkeit. Der Religionsunterricht möchte den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, über Dinge zu sprechen, die sie unmittelbar betreffen und die vielleicht im schulischen Alltag nicht oft angesprochen werden. Dieses Sprechen beinhaltet die persönliche Betroffenheit sowie die gelebte Spiritualität und soll zu einer systematischen Theologie führen. Um nicht bloße Theorie zu bleiben, ist diese Theologie immer wieder mit den Glaubenserfahrungen einzelner Menschen zu konfrontieren. Der freikirchliche Religionsunterricht versteht den Glauben als etwas Lebendiges und Lebensveränderndes. Das reflektierende Reden über den Glauben soll befähigen, subjektiv Geglaubtes in Worte zu fassen und dies auch anderen weiterzuerzählen, um die Gesellschaft in einem positiven Sinn mitzuprägen. Wenngleich es darum geht, anderen Menschen den Grund der eigenen Hoffnung zu erklären, bleiben Gläubige dabei selbst auch Lernende. Ein Glaube ohne Demut ist demnach nicht möglich.

Schwerpunktartig werden in den Schulstufen folgende Themen behandelt: Identitätsentwicklung, Gemeinschaftsbildung, Schöpfungsverantwortung, Bibelkunde, Spiritualität, Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Ethik, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde. Diese Themen kommen in den Lehrplänen der verschiedenen Schulformen vor, die Lehrpläne bauen aufeinander auf und sind miteinander inhaltlich und strukturell verbunden.

 

THEMENBEREICHE UND KERNKOMPETENZEN

Der freikirchliche Religionsunterricht will neben fachlicher Kompetenz auch personale, soziale und Handlungskompetenz sowie Konfliktbewältigungs- und Friedenskompetenz vermitteln und ein Wertebewusstsein schaffen. Es ist daher auch das Anliegen des Religionsunterrichts, ein Gegenpol zu unserer leistungsorientierten Gesellschaft zu sein und besonders jene Kompetenzen zu fördern, die nicht funktional verwertet werden können. Grundlage der Beurteilung ist aber die fachliche Kompetenz.

Personale Kompetenz: Das Vertrauen, von Gott geschaffen und geliebt zu sein, ermöglicht eine Haltung der Dankbarkeit und Zuversicht. Aus dieser Erfahrung heraus gelingt die Wertschätzung Anderer leichter. An personaler Kompetenz zuzunehmen bedeutet, dass man sich einerseits von Gottes Gnade abhängig weiß, da Gott das Wollen und das Gelingen schenkt. Andererseits ist man aber auch selbst bereit, soweit dies im Bereich der eigenen Möglichkeiten liegt, sich um ein tugendhaftes Leben zu bemühen. Zur Persönlichkeits- und Charakterentwicklung gehört auch die Kompetenz, sich als Teil einer Kultur- sowie einer Glaubenstradition zu verstehen, diese Zugehörigkeit zu reflektieren und seine eigene Position zu ermitteln. (Im Lehrplan: Identitätsentwicklung, Spiritualität, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde, Religionsphilosophie)

Bibelkompetenz: Für den freikirchlichen Religionsunterricht charakteristisch ist der Glaube an die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus und durch die Bibel, das Wort Gottes. Diese soll kennengelernt und in Beziehung mit dem eigenen Leben sowie mit gesellschaftlichen Herausforderungen gebracht werden. Die Kenntnis davon, sowie ein kritischer Umgang mit verschiedenen Methoden der Exegese sind dafür unerlässlich. (Im Lehrplan: Bibelkunde, Identitätsentwicklung, Spiritualität)

Glaubenskompetenz: Im Religionsunterricht soll darauf hingewiesen werden, dass der Mensch, der als Geschöpf Gottes besondere Würde besitzt und dem unveräußerliche Menschenrechte zukommen, zu einer persönlichen Beziehung mit Gott eingeladen ist. Diese Beziehung wird dem Menschen unabhängig von seinen Verdiensten und seiner Herkunft aus Gnade angeboten, der Mensch kann seinem freien Willen entsprechend dieses Geschenk annehmen. An Gott zu glauben bedeutet, ihm zu vertrauen und dementsprechend sein Leben auszurichten. Dies zeigt sich auch in einem Lebensstil des Gebets, des Dialogs mit Gott und dem Wunsch nach geistlichem Wachstum und persönlicher Weiterentwicklung. (Im Lehrplan: Bibelkunde, Spiritualität, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde)

Gewissenskompetenz: Der Glaube ist eine persönliche Entscheidung des Menschen, die sich in einer individuellen Erfahrung ausdrückt. Diese Erfahrung ist zu reflektieren, weshalb der Vernunft im freikirchlichen Religionsunterricht eine wichtige Rolle zukommt. Diese ist auch Voraussetzung für die Willensfreiheit des Menschen und damit verbundene Gewissensentscheidungen, die sich in konkretem Einsatz für die Einhaltung von Menschenrechten und auch in sachlich begründetem Einspruch äußern können. Glaubensüberzeugungen verdanken sich sowohl der persönlichen Erfahrung, als auch einer begründeten sowie nachvollziehbaren Überzeugung und drücken sich in einem hohen Maß an Eigenverantwortung aus. Da sich der persönliche Glaube immer in einem Prozess befindet, Veränderungen unterworfen ist und sich je nach Lebenssituation anders zeigt, geht es im freikirchlichen Religionsunterricht auch um die Auseinandersetzung mit der Dialektik von vertrauen und zweifeln, auch die eigene Glaubwürdigkeit ist eine Frage, die sich immer wieder stellt. (Im Lehrplan: Identitätsentwicklung, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde, Ethik, Religionsphilosophie)

Soziale Kompetenz: Die Beziehung anderen Menschen gegenüber ist geprägt von Respekt, Wertschätzung, Nächstenliebe. Angesichts der Verschiedenheit der Menschen sollen besonders Chancengleichheit und gegenseitige Solidarität betont werden. Die Kenntnis anderer Traditionen und Überzeugungen ist dafür eine wichtige Grundvoraussetzung. (Im Lehrplan: Gemeinschaftsbildung, Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Ethik)

Gesellschaftspolitische Kompetenz: Der Religionsunterricht soll zu einer positiven Lebenseinstellung und zu Hoffnung ermutigen. Der Glaube soll vermittelt werden als von Gott geschenkte Offenbarung, die sich in Geschichte und Tradition entfaltet, sowie als Kontrast zur herrschenden Kultur und zur Gesellschaft. Als glaubender Mensch ist man zwar Teil der Kultur, hat aber auch den Anspruch, diese Kultur durch den Hinweis auf das gesellschaftspolitische Reformanliegen Jesu, wie es beispielsweise in der Bergpredigt gezeigt wird, herauszufordern und zu einer positiven Veränderung beizutragen. Das Verständnis der Menschenrechte, insbesondere Glaubens- und Gewissensfreiheit, ist für den freikirchlichen Religionsunterricht wesentlich und soll das Bewusstsein politischer Verantwortung wie auch demokratisches Denken fördern. Besonders der Hinweis auf die Verantwortung, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen und künftige Generationen sowie die uns anvertraute Schöpfung mit zu berücksichtigen, wird im Religionsunterricht hervorgehoben. Damit hängt auch das Bekenntnis zur Unantastbarkeit des Lebens in all seinen Phasen zusammen. Der Glaube wird daher als Gabe, sowie als Auf-Gabe an den Menschen verstanden. (Im Lehrplan: Schöpfungsverantwortung, Ethik)

Gemeinwohlkompetenz: Der Glaube hat immer auch einen gemeinschaftlichen Aspekt, der sich in gemeinsamen Erfahrungen in Familie, Kirchengemeinde und Schule auswirkt. In den sozialen Aufgaben des Glaubens wie Diakonie und Mission zeigt sich die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber. Jeder Einsatz für Einzelinteressen muss immer auch das Gemeinwohl mitberücksichtigen. (Im Lehrplan: Ethik, Religionssoziologie, Religionsphilosophie)

 

DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE UND FACHDIDAKTISCHE HINWEISE

Der freikirchliche Religionsunterricht erfüllt einen Teil des Bildungs- und Lehrauftrags der österreichischen Schule. Es geht ihm darum, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken (vgl.§ 2 Schulorganisationsgesetz). Der Religionsunterricht soll einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler, die didaktisch und methodisch in der Mitte des Unterrichts stehen, leisten und ist daher bemüht, sie – je nach Lernvoraussetzungen, spezifischen Bedürfnissen und religiösem Vorwissen sowie Glaubenserfahrungen – differenziert und individuell zu behandeln.

Der Religionsunterricht ist in der Rolle eines Bindeglieds zwischen Elternhaus, Kirchengemeinde und Schule, es geht ihm um einen ganzheitlich verstandenen Glaubensbegriff, der stets das Wohl des Kindes im Blick zu haben versucht. Religion zu unterrichten bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung mit dem sich ändernden gesellschaftlichen Umfeld sowie mit Fragen der christlichen Identität und des Dialogs. Darüber hinaus möchte der Religionsunterricht auch zur Umsetzung des Gelernten in gelebter Spiritualität einladen.

Ein besonderes Charakteristikum des freikirchlichen Religionsunterrichts ist seine Identität durch Gemeinsames und Verbindendes, aber auch durch Unterschiedliches, das sich durch die Schwerpunkte der einzelnen Bünde der „Freikirchen in Österreich“ ergibt. Der Religionsunterricht möchte diese Einheit in der Vielfalt reflektieren, die jungen Menschen mit ihrer jeweils eigenen Tradition vertraut machen und einen Beitrag zur Bildung dieser umfassenden christlichen Identität leisten.

Die Inhalte und die Kompetenzen der in der Folge angeführten Lehrpläne entsprechen formalen Richtlinien. Die Glaubensgrundsätze, wie sie kompakt in der Verfassung der „Freikirchen Österreichs“ zu finden sind, sind hingegen inhaltliche Festschreibungen. Die Lehrpläne des freikirchlichen Religionsunterrichts möchten Kompetenzen und Grundsätze miteinander kombinieren. Jedes Themengebiet des Lehrplans eines jeweiligen Schuljahres wird – zumindest zum Teil – behandelt, bei den Unterkapiteln sind durch die Lehrkräfte nach eigenem Ermessen Schwerpunkte zu setzen. Je nach Umfang des Religionsunterrichts pro Klasse und je nach Schulform sind spezifische Schwerpunktsetzungen und Differenzierungen pädagogisch sinnvoll, weshalb sie ausdrücklich zu begrüßen sind.

Die „Freikirchen in Österreich“ sind sich bei der Nennung all dieser Ziele bewusst, dass die angeführten Anliegen und Grundsätze selbst auf vieles hinweisen, was es erst zu erreichen gilt. Besonders die Hoffnung auf das Gelingen und das Vertrauen auf Gottes Hilfe sei aber eine Ermutigung dafür, das Gute unermüdlich zu suchen und sich daran zu beteiligen, dass die Welt etwas schöner, besser und gerechter wird.

 

5. bis 8. SCHULSTUFE

 

In jedem Schuljahr sind vier Bereiche vorgesehen, die zusammen die Lebenswelt der Lernenden einigermaßen umfassen sollen:

1.

Identität (Wer bin ich? Wie bin ich gedacht?)

2.

Gemeinschaft (Leben in Kirche und Gesellschaft)

3.

Schöpfung (Welt und Umwelt)

4.

Glaube (Verkündigung und Dialog)

 

Der Bogen religionspädagogischer Inhalte im freikirchlichen Unterricht spannt sich damit von der Entwicklung eines persönlichen Zugangs zum Glauben über diverse Gemeinschafts-Erfahrungen in christlichem oder säkularem Kontext und über die Auseinandersetzung mit Umwelt und Natur bis hin zur Frage, was die christliche Botschaft alles beinhaltet, und für wen.

Weiters: Mit den Jahresthemen sollen Brücken gebaut werden zwischen den alterstypischen Herausforderungen der Lernenden und den hoffentlich immer wieder korrespondierenden Inhalten im jeweiligen Lehrplan.

Aus einer womöglich „rätselhaft“ klingenden Formulierung zu Beginn des Schuljahres kann eine Entdeckungsreise werden, die schließlich zur besonderen Wertschätzung des allmählich angeeigneten Inhalts führt. Nicht zuerst die Wiedergabe von Inhalten, sondern der persönliche Weg der Erarbeitung derselben soll den Unterricht leiten. Das Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden soll von der gemeinsamen Suche nach tiefen, echten und tragfähigen Antworten leben. Der Glaube ist auf dem Weg zur Selbständigkeit, was auch darin nachvollziehbar ist, dass die Lernenden in den Jahren der fünften bis achten Schulstufe sowohl nach jüdischer Tradition als auch nach aktuellem Recht religionsmündig werden. Jetzt soll auch die Heilige Schrift ganz in ihre Hand „übergehen“, sie sollen sich u.a. durch das Memorieren wesentliche Texte aneignen.

Daneben wird in der Altersgruppe die „Leitkultur“ der Familie durch die der Peergroup abgelöst. Damit wird die religiöse Zugehörigkeit erstmals ernsthaft hinterfragt. Es braucht bei den Lehrenden eine ehrliche und transparente Haltung, mit der die Lernenden klar ihre eigene Freiheit erkennen und dabei zugleich die tiefe Bedeutung des Glaubens spüren und dann auch Stück für Stück verstehen können.

Der Umfang der Inhalte dieses Lehrplans ist für ein Schuljahr mit 38 Schulwochen und zwei Stunden pro Woche angelegt. Kommt nur eine Stunde pro Woche zustande, ist der/die Lehrende angehalten, einerseits alle vier Bereiche (Identität, Gemeinschaft, Schöpfung und Glaube) in die Jahresplanung aufzunehmen, andererseits klare Schwerpunkte zu setzen und entsprechend die anderen Inhalte weg zu lassen. Von einer Verdichtung der Stunden, um möglichst viele Inhalte unterzubringen, ist dringend abzuraten. Im Gegensatz empfiehlt es sich, genügend Zeit einzuräumen, um jede Stunde mit einer Schlussrunde zu beenden, bei der die Frage im Raum steht, was sich die Lernenden jeweils aus der Stunde mit „nach Hause“ nehmen.

 

KOMPETENZZIELE im freikirchlichen Religionsunterricht der 5. bis 8. Schulstufe

 

Der Erwerb der folgenden Kompetenzen ist die Zielsetzung des freikirchlichen Religionsunterrichts im Laufe der 5. bis 8. Schulstufe. Aufgrund der Planung von zwei Wochenstunden muss bei einer Wochenstunde Religion auch bei der Zielsetzung, was die Kompetenzen angeht, entsprechende Abstriche gemacht werden.

Weiters ist zu beachten, dass sich der Erwerb der diversen Kompetenzen aufgrund der altersmäßigen Entwicklung oder auch der Vertrautheit zum Beispiel im Umgang mit der Bibel früher oder später innerhalb der vier Jahre ergeben kann. Eine dem Unterrichtsstil entsprechende sachgemäße Zielüberprüfung wird selbstverständlich zur Planung des Unterrichts dazu gehören.

Entwicklung von Persönlichkeit und Selbstwertgefühl

Die Lernenden können sich in ihrer Persönlichkeit beschreiben und sich auch als kreative Persönlichkeiten vorstellen. Sie können über die Gottesebenbildlichkeit des Menschen reflektieren. Sie sind in der Lage, ihre eigene Lebensplanung darzustellen und zu begründen. Sie erkennen in den diversen Vorstellungen und Zielen innerhalb der Klassengemeinschaft Gemeinsamkeiten und Unterschiede und können sich gegenseitig beraten.

Die Lernenden lernen, im religiösen Feld zwischen offenen Angeboten einerseits und manipulativen Versuchen andererseits zu unterscheiden. Sie sind in der Lage, Vergleiche zu Manipulationsversuchen in anderen Bereichen anzustellen. Sie erfassen ihr Potential zum Selbstschutz ebenso wie ihre Freiheit, sich neuen Prozessen zu öffnen. Sie können schließlich Bezüge herstellen zu christlichen Bewegungen und Errungenschaften sowie Sackgassen erkennen.

Ethik des Einzelnen

Die Lernenden können das christliche Verständnis von Vergebung erläutern und mit ein bis zwei divergierenden Ansätzen in anderen Religionen vergleichen. Auch der Vergleich der wichtigsten Merkmale der kirchlichen Praxis von Vergebung ist bekannt, Unterschiede in der Wirkungsgeschichte können gewürdigt werden.

Die Lernenden können die Rolle des menschlichen Gewissens beschreiben. Sie können erklären, was Einfluss auf das Gewissen nimmt. Sie habe sich damit auseinandergesetzt, woher sie selbst ethische Grundsätze geholt haben.

Lebensfragen

Die Lernenden haben sich mit der Frage nach dem Umgang mit Spannungen, Sehnsucht und Sucht auseinandergesetzt. Die Vorstellung, mit unerfüllten Wünschen leben zu können, ist bekannt und wird als Folie im Diskurs unter den Gleichaltrigen kompetent verwendet.

Die Lernenden können die Unterschiede zwischen realer und virtueller Gemeinschaft erklären und bewerten. Sie sind in der Lage, selbstbestimmt temporäre Veränderungen in Bezug auf soziale Netzwerke zu begründen, zu planen und gemeinschaftlich oder individuell durchzuführen.

Liebe und Sexualität

Die Lernenden haben sich mit der Frage nach sicheren Umgebungen für die Entwicklung der persönlichen Sexualität auseinandergesetzt. Die Lernenden können eigenständig die an ihrem persönlichen Bibelverständnis orientierten Überlegungen in Bezug auf Partnerschaft und Sexualität formulieren. Sie können die Vergleichspunkte zwischen dem antiken, der Bibel zugrunde liegenden und dem christlichen Eheverständnis benennen und diskutieren. Sie sind in der Lage, Gruppendruck einerseits und innere Freiheit andererseits zu erkennen und die eigene Position zu argumentieren. Die grundlegenden Dimensionen von Sexualität und Fortpflanzung sind bekannt.

 

Ethik in Gemeinschaft

Die Lernenden können markante Konfliktgeschichten in der Bibel anhand der verschiedenen Hintergründe einordnen. Sie können Familienkonflikte in Bezug bringen zu ihnen vertrauten Familienkonstellationen und sich mindestens in triangulierte Konfliktsituationen hinein versetzen. Weiters können sie sich damit mögliche Wege der Konfliktlösung eröffnen und können Vergleiche anstellen und ihre bzw. andere Lösungsansätze beurteilen.

Christliche Identität

Die Lernenden können die Freikirchen in ihren Eigenschaften beschreiben und Vergleiche zwischen den Traditionen anstellen. Die Bünde der Freikirchen werden in ihrer inneren und äußeren Verfassung auch im Gegenüber zu den anders verfassten Kirchen diskutiert und gewürdigt. Die Eckpunkte der geschichtlichen Entwicklung sind bekannt und können in Bezug gesetzt werden zur historischen und aktuellen Bedeutung. Die Lernenden können neben den Verhältnissen in Österreich auch überblicksmäßig die jeweiligen Größenverhältnisse weltweit wiedergeben.

Die Lernenden erfassen die gesellschaftliche Randsituation der Täufer bzw. diverser folgender Erneuerungsbewegungen. Sie erfassen den prophetischen und zugleich dissidenten Charakter dieser Bewegungen und können Vergleiche zu heute anstellen. Sie sind in der Lage, die Frage nach einer Aktualisierung von Erneuerungsbewegungen in die Gegenwart zu ventilieren.

Die Lernenden diskutieren die Charakterisierung der Kirche Jesu Christi in ihrer zweifachen Bedeutung als göttliche Stiftung und menschliche Gemeinschaft. Sie bringen sich in Bezug zu dieser Gemeinschaft. Sie sind in der Lage, die Vielfalt der weltweiten Kirche anhand von Eckpunkten zu erfassen und persönlich zu bewerten. Sie klären ihre eigenen Verbindungen zur weltweiten Kirche.

Die Lernenden verstehen das Prinzip des Dialogs und können Alternativen zum Dialog sachlich einordnen und bewerten. Sie können die Begriffe Dialog und Identität in Beziehung zueinander setzen und persönlich Stellung beziehen.

Bewahrung der Schöpfung

Die Lernenden können den Auftrag, den die Vorstellung von Schöpfung beinhaltet, in seinen verschiedenen Aspekten erklären und die Bedeutung der Schöpfungsgeschichten würdigen.

Die Lernenden wissen um einzelne ethische Spannungsfelder in Bezug auf biotechnologische Fortschritte. Sie befassen sich mit den Fragen nach Freiheit und Grenzen und können ihre Beurteilung artikulieren, gegebenenfalls sich auch an der öffentlichen Meinungsbildung beteiligen.

Die Diskussion um den Klimawandel kann von den Lernenden in Bezug auf den biblischen Bewahrungsauftrag für die Schöpfung eingeordnet werden. Bezüglich eines möglichen persönlichen Beitrags finden die Lernenden selbständig und respektvoll im Umgang mit Andersdenkenden zu einer eigenen Entscheidung.

Ethik für das Leben

Die Lernenden sind aufgrund der Kenntnis christlicher Grundwerte imstande, selbständig Grundhaltungen in Bezug auf den Schutz des Lebens in diversen Situationen zu formulieren. Sie können u.a. die palliativmedizinischen Angebote von einer euthanasieorientierten Sterbehilfe unterscheiden und einen eigenen Standpunkt argumentieren.

Grundlage Bibel

Die Lernenden verfügen über ein Grundwissen über die Bibel und können in Bezug auf Entstehung, Gestalt und Vielfalt der biblischen Bücher kompetent Auskunft geben. Sie sind außerdem in der Lage, Bibeltexte aufzufinden und die wesentlichen Typen von biblischen Texten zu erkennen.

Die Lernenden verstehen anhand eines Beispiels aus der Geschichte der Auslegung von Bibeltexten, wie eine interessengeleitete Interpretation zu Irrwegen in der Kirchengeschichte führen konnte.

Sie trainieren im Diskurs ihre Entscheidungsfähigkeit in Bezug auf die Einbeziehung diverser Kriterien bei der Auslegung von Bibeltexten.

Leben mit der Bibel

Die Lernenden können die wesentlichen Epochen der alttestamentlichen Geschichte unterscheiden und beispielhaft Persönlichkeiten aus jeder Epoche nennen.

Die Lernenden können Redeformen im Alten Testament und Reden Jesu hinsichtlich ihrer Zielrichtung erklären. Sie können u.a. die Umstände der Entstehung apokalyptischer Texte selbständig erklären. Sie verstehen es, Parallelen in die Gegenwart zu ziehen. Sie formulieren eigenständig aktuelle prophetische Ansagen.

Am Beispiel prophetisch auftretender Persönlichkeiten der jüngeren Geschichte setzen sich die Lernenden mit dem Wechselspiel zwischen Wirkmächtigkeit und Ohnmacht auseinander. Schließlich geben sie eine persönliche Beurteilung über die Bedeutung der individuellen Leistungen einzelner Persönlichkeiten für die „Freikirchen in Österreich“ ab.

Die Lernenden können die wesentlichen Grundzüge der Lehre Jesu, die Bedeutung des Heiligen Geistes und das Heilsgeschehen in Passion und Ostern bzw. den nachösterlichen Ereignissen erklären und im altersgemäßen Diskurs persönliche Stellungnahmen abgeben.

Spiritualität

Die Lernenden haben sich ein allgemeines und ein persönliches Verständnis von Gebet und spirituellem Zwiegespräch angeeignet. Sie können Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu Meditationsformen und Gebetsriten in den Weltreligionen diskutieren.

Die Lernenden können persönliche religiöse Entwicklungsschritte und Glaubensentscheidungen differenzieren. Sie haben verschiedene Initiations- und Aufnahmeformen der Kirchen kennengelernt und sind in der Lage, die Glaubenstaufe als Eintritt in die Kirchenmitgliedschaft der Freikirchen dialogisch hin zu den anderen Kirchen zu besprechen.

Die Lernenden können angesichts unterschiedlicher Vorstellungen von Tod und Jenseits die grundsätzlich christliche Auffassung unterscheiden und beschreiben.

Das gleiche gilt für einige typische Redensarten und übliche Auffassungen vom Sterben im Sinne von Abschied und Ende des Lebens.

Die Lernenden sind weiters in der Lage, die christliche Hoffnung auf Auferstehung anhand biblischer Leittexte zu erklären und in ihrer Bedeutung zu beurteilen.

Schließlich sind die Lernenden so weit, dass sie ihre eigene Hoffnung bzw. Vorstellung vom Leben nach dem Tod artikulieren und begründen können.

Christentum und andere Religionen

Die Lernenden haben die Eckdaten der Weltreligionen im Religionsvergleich wahrgenommen und können sie mit eigenen Worten beschreiben.

Sie können außerdem einige Eckpunkte benennen, die in der Gegenüberstellung zwischen den anderen Weltreligionen und dem Christentum und vor allem im persönlichen Dialog in Bezug auf einen respektvollen Umgang besondere Aufmerksamkeit brauchen.

Anhand der gemeinsamen Geschichte der Weltreligionen beginnen die Lernenden, die Unterschiede zwischen historisch-politischen, ethnischen und religiös motivierten Konflikten zu verstehen und können die diversen Aspekte auch im Vergleich zu historischen Konflikten in Mitteleuropa wahrnehmen.

Die Lernenden können die unterschiedlichen Konditionen für Christinnen und Christen im römischen Reich vor und nach der konstantinischen Wende beschreiben.

Erweitert: Die Lernenden können die Unterschiede zwischen der Verfolgung der Juden und der Verfolgung der Christen im Römischen Reich beschreiben.

Die Lernenden sind in der Lage, die Verschärfungen in der Christenverfolgung im 19. und 20. Jahrhundert und die Umstände für diese Entwicklung zu beschreiben. Außerdem können sie anhand von der Einteilung der Welt in Nationalstaaten einen aktuellen Überblick geben über die besonders kritischen Regionen.

Die Lernenden können anhand von biblischen Aussagen, Menschenrechten und Grundgesetzen Stellung beziehen und die Christenverfolgung im Rahmen der Menschenrechte einordnen. Außerdem können sie über die Möglichkeiten persönlichen Engagements Auskunft geben und selbst dazu Position beziehen.

 

5. SCHULSTUFE

JAHRESTHEMA: SIE HATTEN ALLE DINGE GEMEINSAM

 

1. GOTT ist Liebe – für mich! Identität entwickeln

Zum Auswendiglernen: Psalm 23

1.1. Entwicklung von Persönlichkeit und Selbstwertgefühl

1.1.1. Wer bin ich jetzt? Was kann ich, was macht mir Spaß? Vom Wechsel in neue Lebenswelten

1.1.2. Wertschätzung contra Mobbing

1.1.3. Erstbegegnung mit jugendkulturellen Ausdrucksformen (Wie mache ich das: Ausprobieren, dabei sein, und sich auch abgrenzen können)

1.1.4. Selbstachtung – weil ich ein von Gott geliebtes Kind bin (Jes. 43,1; Mk. 10,13ff; Lk. 15,11ff.)

 

1.2. Lebensfragen

1.2.1. Umgang mit Sterben und Tod aus Sicht des christlichen Glaubens

 

1.3. Liebe und Sexualität

1.3.1. Am Beispiel der Erzelterngeschichten: Gelingende und scheiternde familiäre Beziehungen

 

2. GOTT liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

Zum Auswendiglernen: Apg. 2, 41-47

2.1. Verhältnis zur eigenen Familie

2.1.1. Was weiß ich von meinen Eltern, Großeltern, Geschwistern, ...? Familie ist verschieden – und bleibt die erste Instanz menschlicher Gemeinschaft

 

2.2. Christliche Identität

2.2.1. Wohin gehen wir in die Gemeinde? Gemeinde oder Kirche? Warum Freikirchen? Verschiedene christliche Kirchen. Die Gemeinde als Gemeinschaft der Glaubenden.

2.2.2. Einführung: Die Bünde in den „Freikirchen in Österreich“

 

2.3. Feste und Feiern

2.3.1. Feste und Feiern – wir gehen gemeinsam durchs Kirchenjahr

 

3. GOTT liebt diese Welt! Verantwortung für Seine Schöpfung

Zum Auswendiglernen: Psalm 8, 1-7

3.1. Bewahrung der Schöpfung

3.1.1. Erde, Tiere und Pflanzen als Geschenk und Aufgabe – die Schöpfungsgeschichte(n) der Bibel

3.1.2. Symbole des Lebens in der Bibel (ua. Wasser, Regenbogen, Baum, Brot, etc.)

 

4. GOTT liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

Zum Auswendiglernen: Joh. 3,16

4.1. Grundlage Bibel

4.1.1. Inhalt und Einteilung, Alter und Entstehung der Bibel

4.1.2. Einübung im Umgang mit der Bibel: Texte finden

 

4.2. Leben mit der Bibel

4.2.1. Altes Testament

4.2.1.1. Davids Aufstieg und Königtum

4.2.1.2. Salomo

4.2.1.3. Teilung des Reiches

 

4.2.2. Neues Testament

4.2.2.1. Der Heilige Geist und die Entstehung der ersten Gemeinde

 

4.2.3. Lebensbilder aus vorreformatorischer Zeit

4.2.3.1. Hildegard von Bingen

4.2.3.2. (Petrus) Valdes

4.2.3.3. John Wycliffe

4.2.3.4. Jan Hus

 

4.3. Spiritualität

4.3.1. Beten ist kein Monolog – wann ich rede, wann ich hinhöre (Davids Psalmen als Beispiel)

4.3.2. Beten ist kein Monolog – die Zwiesprache mit Gott lernen und einüben

 

4.4. Christentum und andere Religionen

4.4.1. Der Islam als zweitgrößte Glaubensgemeinschaft: erste Begegnungen

 

6. SCHULSTUFE

JAHRESTHEMA: WAS IST DER MENSCH?!

 

1. GOTT ist Liebe – für mich! Identität entwickeln

Zum Auswendiglernen: Doppelgebot der Liebe (Mt. 22, 37-40)

1.1. Zur Entwicklung von Persönlichkeit und zum Selbstwertgefühl

1.1.1. Der Mensch als Ebenbild Gottes – Würde und Verantwortung

1.1.2. Zur Wertschätzung menschlicher Kreativität und anderer Fähigkeiten in den Lernenden

 

1.2. Ethik

1.2.1. Umgang mit Schuld und Versagen – sich selbst und anderen vergeben können

 

1.3. Lebensfragen

1.3.1. Sucht und Sehnsucht – unbändige Kräfte verstehen und ein Leben mit Spannungen einüben

 

1.4. Liebe und Sexualität

1.4.1. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden 1. Teil: Als Mann und Frau leben lernen (ua. Vergleiche zwischen orientalisch-antiker und moderner Kultur)

1.4.2. Sichere Räume für die sexuelle Identitätsentwicklung heute

 

2. GOTT liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

Zum Auswendiglernen: Dekalog (Ex. 20, 2-17)

2.1. Ethik in Gemeinschaft

2.1.1. Der Dekalog (zweiter Teil) als Grundlage für Gemeinschaft. Regeln und Gebote als Hilfsmittel für das Zusammenleben

2.1.2. Die menschliche Gemeinschaft und ihre Randgruppen: Respekt und Hilfsbereitschaft, Praxis der Diakonie

 

2.2. Christliche Identität

2.2.1. Geschichte und Selbstverständnis der Freikirchen (Grundlagen): seit wann können wir von Freikirchen sprechen (Beispiele der Geschichte portraitiert)

2.2.2. Freikirchliches Gemeindeverständnis (Ekklesiologie) 1. Teil: lokal und global – kleine „Einheiten“ und die weltweiten Bewegungen

 

2.3. Feste und Feiern

2.3.1. Feste und Feiern – bei jedem neuen Lebensabschnitt (Kindersegnung, Entlassung aus dem Gemeindeunterricht, Taufe, Hochzeit, Begräbnis)

 

3. GOTT liebt diese Welt! Verantwortung für Seine Schöpfung

Zum Auswendiglernen: Psalm 104 (in Auszügen)

3.1. Bewahrung der Schöpfung

3.1.1. Nachhaltige Lebensführung im Privaten – Vorbild sein, auch wenn keiner zuschaut

3.1.2. Globale Probleme zwischen Fernsehnachrichten und Bibellektüre: Hunger

 

3.2. Ethik für das Leben

3.2.1. Courage und Mitmenschlichkeit – wenn die Überzeugung etwas kostet

 

4. GOTT liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

Zum Auswendiglernen: Mt. 28, 18-20

4.1. Grundlage Bibel

4.1.1. Wir lernen die Vielfalt in der Bibel kennen (Textgattungen): Wie kreativ Menschen von und für Gott gesprochen haben.

4.1.2. Die Bibel als Gottes Wort – Übersetzungen und Bibelausgaben zum besseren verstehen.

 

4.2. Leben mit der Bibel

4.2.1. Altes Testament

4.2.1.1. Urgeschichte Gen. 1-11

 

4.2.2. Neues Testament

4.2.2.1. Jesus von Nazareth und seine Botschaft (die Verkündigung vom Reich Gottes)

 

4.2.3. Lebensbilder aus reformatorischer Zeit

4.2.3.1. Balthasar Hubmaier

4.2.3.2. Menno Simons

4.2.3.2. Jakob Huter

4.2.3.3. Huldreych Zwingli

4.2.3.4. Katharina von Bora (Ehefrau Martin Luther)

 

4.3. Spiritualität

4.3.1. Bekehrung und Taufe als Elemente unserer Glaubenspraxis

 

4.4. Christentum und andere Religionen

4.4.1. Das Judentum allgemein

4.4.2. Das Judentum als gemeinsame Wurzel für Christentum und Islam

4.4.3. Das Judentum – Shoah und modernes Israel

 

7. SCHULSTUFE

JAHRESTHEMA: ZUR FREIHEIT SIND WIR BEFREIT!

 

1. GOTT ist Liebe – für mich! Identität entwickeln

Zum Auswendiglernen: Gal. 5,1

1.1. Entwicklung von Persönlichkeit und Selbstwertgefühl

1.1.1. Leistung und Selbstwert – Ethik der Arbeit kontra Selbstwert aufgrund von Leistung

1.1.2. Nähe und Distanz: Grenzen setzen, sich öffnen, Erfahrungen reflektieren

 

1.2. Ethik

1.2.1. Konflikte und ihre Lösungen; gewaltfreie Sprache, Streitigkeiten und konstruktive Klärungswege

 

1.3. Lebensfragen

1.3.1. Sinnsuche in Weltanschauungsangeboten (Esoterik, Sekten, Okkultismus)

 

1.4. Liebe und Sexualität

1.4.1. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden 2. Teil: Als Mann und Frau leben lernen: Konventionelle und untypische Rollenverteilungen in der Bibel

 

2. GOTT liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

Zum Auswendiglernen: Eph. 4,3-6

2.1. Ethik in Gemeinschaft

2.1.1. Der Dekalog (erster Teil): das Ruhetaggebot als soziale Errungenschaft

 

2.2. Christliche Identität

2.2.1. Geschichte und Selbstverständnis der Freikirchen (Fortsetzung): Wie ging und geht es einer Minderheit?

2.2.2. Freikirchliches Gemeindeverständnis (Ekklesiologie) 2. Teil: Delegieren und Leiten, Entscheidungsfindung und Hierarchiekritik

 

3. GOTT liebt diese Welt! Verantwortung für Seine Schöpfung

Zum Auswendiglernen: Gen. 1,27f.

3.1. Bewahrung der Schöpfung

3.1.1. Globale Probleme zwischen Fernsehnachrichten und Bibellektüre: Wasser und andere Ressourcen (zB Wasseraufbereitung mit Moringa Oleifera in Ex. 15,22ff.)

 

3.2. Ethik für das Leben

3.2.1. Schutz des Lebens von Anfang an: Von der Zeugung bis zum Erwachsenen

 

4. GOTT liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

Zum Auswendiglernen: Röm. 3,22-24

4.1. Grundlage Bibel

4.1.1. Die Bibel – Gottes Wort in Menschenhand: Was macht das Buch der Bücher einzigartig

4.1.2. Der biblische Kanon und die außerbiblischen Schriften

4.1.3. Die Geschichte der weltweiten Verbreitung der Bibel

 

4.2. Leben mit der Bibel

4.2.1. Altes Testament

4.2.1.1. Exodus und Landnahme (exemplarische Geschichten)

 

4.2.2. Neues Testament

4.2.2.1. Kreuz und Auferstehung in Evangelien und Briefen

 

4.2.3. Gott erfahren

4.2.3.1. Diverse Vorstellungen von Gott, und die Namen Gottes in der Bibel

 

4.2.4. Lebensbilder aus Pietismus, Aufklärung, Erweckungsbewegung

4.2.4.1. Francke, Zinzendorf, Matthias Claudius

4.2.4.2. John Wesley, John Bunyan (Pilgerreise), Roger Williams (Religionsfreiheit)

4.2.4.3. J.C.Blumhardt, H. Wichern, H.H. Grafe, J.G. Oncken

 

4.3. Spiritualität

4.3.1. Nachfolge: Leben in der Nähe Gottes

4.3.2. Vom Beginn des Lebens – theologische und ethische Aspekte

4.3.3. Erstes Hineinnehmen in die Gemeinde: Kindersegnung

 

4.4. Christentum und andere Religionen

4.4.1. Buddhismus

 

8. SCHULSTUFE

JAHRESTHEMA: SIEHE, ICH MACHE ALLES NEU!

 

1. GOTT ist Liebe – für mich! Identität entwickeln

Zum Auswendiglernen: Psalm 50,15

1.1. Entwicklung von Persönlichkeit und Selbstwertgefühl

1.1.1. Lebensziele und Lebensplanung – wie gehe ich vor?!

1.1.2. Nähe und Distanz: Grenzen setzen, sich öffnen, Erfahrungen reflektieren

 

1.2. Ethik

1.2.1. Mein eigenes Gewissen und die allgemeine Moral: was zählt mehr? Woher hole ich mir meine persönlichen Maßstäbe?

 

1.3. Lebensfragen

1.3.1. Facebook und Co: Soziale Netzwerke und ihre Wirkungen

 

1.4. Liebe und Sexualität

1.4.1. Eine altersgemäße und christlich orientierte Auseinandersetzung mit Freundschaft, Partnerschaft, Liebe, Selbstbestimmung, Fruchtbarkeit, etc.

 

2. GOTT liebt uns alle! In Gemeinschaft leben

Zum Auswendiglernen: Gen. 50,20

2.1. Ethik in Gemeinschaft

2.1.1. Vergebung und Versöhnung: Biblische Modelle (ua. Joseph)

 

2.2. Christliche Identität

2.2.1. Geschichte und Selbstverständnis der Freikirchen (Fortsetzung): Ursprünge bei den Täufern, in Pietismus und Erweckungsbewegung

2.2.2. Freikirchliches Gemeindeverständnis (Ekklesiologie) 3. Teil: Der eine Leib weltweit und die Gemeinschaft der Heiligen?

2.2.3. Der Dialog mit den anderen Religionen

 

3. GOTT liebt diese Welt! Verantwortung für Seine Schöpfung

Zum Auswendiglernen: Röm. 8, 19-22

3.1. Bewahrung der Schöpfung

3.1.1. Aktuelle bioethische Fragen: Machbarkeit und Selbstbegrenzung

3.1.2. Globale Probleme zwischen Fernsehnachrichten und Bibellektüre: Energiekrise und Klimawandel

 

3.2. Ethik für das Leben

3.2.1. Schutz des Lebens bis zum Ende: zweifelsfreie Sterbebegleitung

3.2.2. Palliativmedizin in christlicher Sicht

 

4. GOTT liebt seine Kinder! Wir sind zum Glauben eingeladen

Zum Auswendiglernen: Jes. 65,17

4.1. Grundlage Bibel

4.1.1. Wirkungsgeschichte der Bibelauslegung

 

4.2. Leben mit der Bibel

4.2.1. Altes Testament

4.2.1.1. Prophetisches Reden und Handeln

 

4.2.2. Neues Testament

4.2.2.1. Jesus als Prophet

4.2.2.1. Deutung der antichristlichen Umwelt in der Offenbarung

 

4.2.3. Lebensbilder des 19. und 20. Jahrhunderts

4.2.3.1. Florence Nightingale

4.2.3.2. Dietrich Bonhoeffer und Franz Jägerstetter

4.2.3.3. Corrie Ten Boom

4.2.3.4. Martin Luther King

4.2.3.5. Charles Fox Parham und William J. Seymour

4.2.3.6. Smith Wigglesworth, Nikolaus Betschel und Klaus Korhonen

 

4.3. Spiritualität

4.3.1. Vom Ende des Lebens: Sterben, Abschied und Tod

4.3.2. Auferstehungshoffnung und Jenseitsvorstellungen

 

4.4. Christentum und andere Religionen

4.4.1. Hinduismus

4.4.2. Christenverfolgung in Vergangenheit und Gegenwart

Anl. 3

Text

Anlage 3

Lehrplan für den freikirchlichen Religionsunterricht an Polytechnischen Schulen und an der 9. Stufe der Sonderschule (Berufsvorbereitungsjahr)

Präambel

 

Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

Der freikirchliche Religionsunterricht möchte in erster Linie ein Dienst an den Schülerinnen und Schülern sowie an der Schule und somit an der Gesellschaft sein. Er hat das Anliegen, den am Unterricht Teilnehmenden den christlichen Glauben vorzustellen. Auch sollen mit Hilfe des gesellschaftsverändernden Anspruchs Jesu selbstverständlich Erachtetes in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft usw. in Frage gestellt und neue Lösungsansätze gesucht werden.

Glaubensüberzeugungen und ein sich daraus ergebender Lebensstil sind ein Angebot, das man wie ein Geschenk annehmen kann. Dieser Glaube ist immer wieder zu reflektieren, damit er weiterentwickelt werden kann. Dazu kann der Religionsunterricht einen wertvollen Beitrag leisten, indem sich Lernende und Lehrende gemeinsam auf den Weg begeben, neue Einsichten zu gewinnen. Vor allem die Bibel, die inhaltlich wichtigste Grundlage des freikirchlichen Religionsunterrichts, stellt eine unerlässliche Quelle der Glaubenserkenntnis dar.

Jeder Mensch macht sich zu verschiedenen Anlässen des Lebens Gedanken über existentielle Fragen, wie nach Ursprung, möglichem Ziel und Sinn des Lebens, nach dem Grund erfahrener Ungerechtigkeit und eigener Schuldfähigkeit und Unzulänglichkeit. Der Religionsunterricht möchte den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, über Dinge zu sprechen, die sie unmittelbar betreffen und die vielleicht im schulischen Alltag nicht oft angesprochen werden. Dieses Sprechen beinhaltet die persönliche Betroffenheit sowie die gelebte Spiritualität und soll zu einer systematischen Theologie führen. Um nicht bloße Theorie zu bleiben, ist diese Theologie immer wieder mit den Glaubenserfahrungen einzelner Menschen zu konfrontieren. Der freikirchliche Religionsunterricht versteht den Glauben als etwas Lebendiges und Lebensveränderndes. Das reflektierende Reden über den Glauben soll befähigen, subjektiv Geglaubtes in Worte zu fassen und dies auch anderen weiterzuerzählen, um die Gesellschaft in einem positiven Sinn mitzuprägen. Wenngleich es darum geht, anderen Menschen den Grund der eigenen Hoffnung zu erklären, bleiben Gläubige dabei selbst auch Lernende. Ein Glaube ohne Demut ist demnach nicht möglich.

Schwerpunktartig werden in den Schulstufen folgende Themen behandelt: Identitätsentwicklung, Gemeinschaftsbildung, Schöpfungsverantwortung, Bibelkunde, Spiritualität, Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Ethik, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde. Diese Themen kommen in den Lehrplänen der verschiedenen Schulformen vor, die Lehrpläne bauen aufeinander auf und sind miteinander inhaltlich und strukturell verbunden.

 

Themenbereiche und Kernkompetenzen

Der freikirchliche Religionsunterricht will neben fachlicher Kompetenz auch personale, soziale und Handlungskompetenz sowie Konfliktbewältigungs- und Friedenskompetenz vermitteln und ein Wertebewusstsein schaffen. Es ist daher auch das Anliegen des Religionsunterrichts, ein Gegenpol zu unserer leistungsorientierten Gesellschaft zu sein und besonders jene Kompetenzen zu fördern, die nicht funktional verwertet werden können. Grundlage der Beurteilung ist aber die fachliche Kompetenz.

Personale Kompetenz: Das Vertrauen, von Gott geschaffen und geliebt zu sein, ermöglicht eine Haltung der Dankbarkeit und Zuversicht. Aus dieser Erfahrung heraus gelingt die Wertschätzung Anderer leichter. An personaler Kompetenz zuzunehmen bedeutet, dass man sich einerseits von Gottes Gnade abhängig weiß, da Gott das Wollen und das Gelingen schenkt. Andererseits ist man aber auch selbst bereit, soweit dies im Bereich der eigenen Möglichkeiten liegt, sich um ein tugendhaftes Leben zu bemühen. Zur Persönlichkeits- und Charakterentwicklung gehört auch die Kompetenz, sich als Teil einer Kultur- sowie einer Glaubenstradition zu verstehen, diese Zugehörigkeit zu reflektieren und seine eigene Position zu ermitteln. (Im Lehrplan: Identitätsentwicklung, Spiritualität, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde, Religionsphilosophie)

Bibelkompetenz: Für den freikirchlichen Religionsunterricht charakteristisch ist der Glaube an die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus und durch die Bibel, das Wort Gottes. Diese soll kennengelernt und in Beziehung mit dem eigenen Leben sowie mit gesellschaftlichen Herausforderungen gebracht werden. Die Kenntnis davon, sowie ein kritischer Umgang mit verschiedenen Methoden der Exegese sind dafür unerlässlich. (Im Lehrplan: Bibelkunde, Identitätsentwicklung, Spiritualität)

Glaubenskompetenz: Im Religionsunterricht soll darauf hingewiesen werden, dass der Mensch, der als Geschöpf Gottes besondere Würde besitzt und dem unveräußerliche Menschenrechte zukommen, zu einer persönlichen Beziehung mit Gott eingeladen ist. Diese Beziehung wird dem Menschen unabhängig von seinen Verdiensten und seiner Herkunft aus Gnade angeboten, der Mensch kann seinem freien Willen entsprechend dieses Geschenk annehmen. An Gott zu glauben bedeutet, ihm zu vertrauen und dementsprechend sein Leben auszurichten. Dies zeigt sich auch in einem Lebensstil des Gebets, des Dialogs mit Gott und dem Wunsch nach geistlichem Wachstum und persönlicher Weiterentwicklung. (Im Lehrplan: Bibelkunde, Spiritualität, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde)

Gewissenskompetenz: Der Glaube ist eine persönliche Entscheidung des Menschen, die sich in einer individuellen Erfahrung ausdrückt. Diese Erfahrung ist zu reflektieren, weshalb der Vernunft im freikirchlichen Religionsunterricht eine wichtige Rolle zukommt. Diese ist auch Voraussetzung für die Willensfreiheit des Menschen und damit verbundene Gewissensentscheidungen, die sich in konkretem Einsatz für die Einhaltung von Menschenrechten und auch in sachlich begründetem Einspruch äußern können. Glaubensüberzeugungen verdanken sich sowohl der persönlichen Erfahrung, als auch einer begründeten sowie nachvollziehbaren Überzeugung und drücken sich in einem hohen Maß an Eigenverantwortung aus. Da sich der persönliche Glaube immer in einem Prozess befindet, Veränderungen unterworfen ist und sich je nach Lebenssituation anders zeigt, geht es im freikirchlichen Religionsunterricht auch um die Auseinandersetzung mit der Dialektik von vertrauen und zweifeln, auch die eigene Glaubwürdigkeit ist eine Frage, die sich immer wieder stellt. (Im Lehrplan: Identitätsentwicklung, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde, Ethik, Religionsphilosophie)

Soziale Kompetenz: Die Beziehung anderen Menschen gegenüber ist geprägt von Respekt, Wertschätzung, Nächstenliebe. Angesichts der Verschiedenheit der Menschen sollen besonders Chancengleichheit und gegenseitige Solidarität betont werden. Die Kenntnis anderer Traditionen und Überzeugungen ist dafür eine wichtige Grundvoraussetzung. (Im Lehrplan: Gemeinschaftsbildung, Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Ethik)

Gesellschaftspolitische Kompetenz: Der Religionsunterricht soll zu einer positiven Lebenseinstellung und zu Hoffnung ermutigen. Der Glaube soll vermittelt werden als von Gott geschenkte Offenbarung, die sich in Geschichte und Tradition entfaltet, sowie als Kontrast zur herrschenden Kultur und zur Gesellschaft. Als glaubender Mensch ist man zwar Teil der Kultur, hat aber auch den Anspruch, diese Kultur durch den Hinweis auf das gesellschaftspolitische Reformanliegen Jesu, wie es beispielsweise in der Bergpredigt gezeigt wird, herauszufordern und zu einer positiven Veränderung beizutragen. Das Verständnis der Menschenrechte, insbesondere Glaubens- und Gewissensfreiheit, ist für den freikirchlichen Religionsunterricht wesentlich und soll das Bewusstsein politischer Verantwortung wie auch demokratisches Denken fördern. Besonders der Hinweis auf die Verantwortung, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen und künftige Generationen sowie die uns anvertraute Schöpfung mit zu berücksichtigen, wird im Religionsunterricht hervorgehoben. Damit hängt auch das Bekenntnis zur Unantastbarkeit des Lebens in all seinen Phasen zusammen. Der Glaube wird daher als Gabe, sowie als Auf-Gabe an den Menschen verstanden. (Im Lehrplan: Schöpfungsverantwortung, Ethik)

Gemeinwohlkompetenz: Der Glaube hat immer auch einen gemeinschaftlichen Aspekt, der sich in gemeinsamen Erfahrungen in Familie, Kirchengemeinde und Schule auswirkt. In den sozialen Aufgaben des Glaubens wie Diakonie und Mission zeigt sich die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber. Jeder Einsatz für Einzelinteressen muss immer auch das Gemeinwohl mitberücksichtigen. (Im Lehrplan: Ethik, Religionssoziologie, Religionsphilosophie)

 

Beiträge zu den Bildungsbereichen

Sprache und Kommunikation:

Sprache ist das wichtigste menschliche Verständigungsmedium, zentrale Grundvoraussetzung für gelingendes Sprechen sind Wertschätzung und Respekt. Im freikirchlichen Religionsunterricht werden daher Kompetenzen wie Dialog und Kommunikation als Themen gelebter Spiritualität sowie gelebten sozialen Einsatzes behandelt.

Mensch und Gesellschaft:

In seinem persönlichen Glauben ist der Mensch zwar alleine vor Gott, Auswirkungen von Gewissensentscheidungen und Handlungen betreffen aber immer auch Mitwelt und Umwelt. Die Erziehung zur Gemeinwohlkompetenz ist daher dem freikirchlichen Religionsunterricht ein großes Anliegen. Das reflektierende Reden über den Glauben soll befähigen, subjektiv Geglaubtes in Worte zu fassen und dies auch anderen weiterzuerzählen, um die Gesellschaft in einem positiven Sinn mitzuprägen.

Natur und Technik:

Natur ist alles, worin und wodurch wir unser gegenwärtiges Leben entfalten. Natur ist aber auch Gabe des Schöpfers, der uns Menschen den Auftrag gegeben hat, Verantwortung zu übernehmen und zum Wohl der Umwelt und unserer Mitmenschen beizutragen. Technik ist Mittel und Methode, um die menschlichen Lebensbedingungen zu verbessern. Folgenabschätzung und Nachhaltigkeit sind die Prinzipien, mit denen sich jede verantwortungsvolle technische Forschung und Anwendung auseinandersetzen muss.

Gesundheit und Bewegung:

Der christlichen Botschaft gemäß ist Jesus gekommen, damit die Menschen das Leben in Fülle genießen können (Joh. 10:10). Einem ganzheitlich verstandenen Glaubensbegriff entspricht umfassendes Heil und Wohlergehen aller Menschen. Im freikirchlichen Religionsunterricht soll das Bewusstsein gestärkt werden, dass mit der eigenen körperlichen und seelischen Gesundheit dankbar und achtsam umzugehen ist.

Kreativität und Gestaltung:

Die Welt in ihrer Fülle und Schönheit ist Inspiration und Herausforderung für den Menschen, selbst kreativ tätig zu werden. Kreativ kann man im Nachahmen und vor allem im eigenständigen Gestalten sein, für beides bietet der christliche Glaube, der von Gott als dem kreativ Schöpfenden berichtet, Anregungen.

 

Didaktische Grundsätze:

Der freikirchliche Religionsunterricht erfüllt einen Teil des Bildungs- und Lehrauftrags der österreichischen Schule. Es geht ihm darum, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken (Vgl. SchOG § 2). Der Religionsunterricht soll einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler, die didaktisch und methodisch in der Mitte des Unterrichts stehen, leisten und ist daher bemüht, sie – je nach Lernvoraussetzungen, spezifischen Bedürfnissen und religiösem Vorwissen sowie Glaubenserfahrungen – differenziert und individuell zu behandeln.

Der Religionsunterricht ist in der Rolle eines Bindeglieds zwischen Elternhaus, Kirchengemeinde und Schule, es geht ihm um einen ganzheitlich verstandenen Glaubensbegriff, der stets das Wohl des Kindes im Blick zu haben versucht. Religion zu unterrichten bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung mit dem sich ändernden gesellschaftlichen Umfeld sowie mit Fragen der christlichen Identität und des Dialogs. Darüber hinaus möchte der Religionsunterricht auch zur Umsetzung des Gelernten in gelebter Spiritualität einladen.

Ein besonderes Charakteristikum des freikirchlichen Religionsunterrichts ist seine Identität durch Gemeinsames und Verbindendes, aber auch durch Unterschiedliches, das sich durch die Schwerpunkte der einzelnen Bünde der „Freikirchen in Österreich“ ergibt. Der Religionsunterricht möchte diese Einheit in der Vielfalt reflektieren, die jungen Menschen mit ihrer jeweils eigenen Tradition vertraut machen und einen Beitrag zur Bildung dieser umfassenden christlichen Identität leisten.

Die Inhalte und die Kompetenzen der in der Folge angeführten Lehrpläne entsprechen formalen Richtlinien. Die Glaubensgrundsätze, wie sie kompakt in der Verfassung der „Freikirchen Österreichs“ zu finden sind, sind hingegen inhaltliche Festschreibungen. Die Lehrpläne des freikirchlichen Religionsunterrichts möchten Kompetenzen und Grundsätze miteinander kombinieren. Jedes Themengebiet des Lehrplans eines jeweiligen Schuljahres wird – zumindest zum Teil – behandelt, bei den Unterkapiteln sind durch die Lehrkräfte nach eigenem Ermessen Schwerpunkte zu setzen. Je nach Umfang des Religionsunterrichts pro Klasse und je nach Schulform sind spezifische Schwerpunktsetzungen und Differenzierungen pädagogisch sinnvoll, weshalb sie ausdrücklich zu begrüßen sind.

Die „Freikirchen in Österreich“ sind sich bei der Nennung all dieser Ziele bewusst, dass die angeführten Anliegen und Grundsätze selbst auf vieles hinweisen, was es erst zu erreichen gilt. Besonders die Hoffnung auf das Gelingen und das Vertrauen auf Gottes Hilfe sei aber eine Ermutigung dafür, das Gute unermüdlich zu suchen und sich daran zu beteiligen, dass die Welt etwas schöner, besser und gerechter wird.

 

Bildungs- und Lehraufgabe, Lehrstoff:

Inhaltsbezogene Kompetenzen

Kompetenzdimension Menschen und ihre Lebensorientierung

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Bewusstsein entwickeln für:

die Frage nach dem (Un)Sinn des Lebens

die eigene Suche nach Orientierung und eigener Identität, Veränderung des eigenen Körpers; nach Sinn und deren Ausdrucksformen

jede Person als Schöpfung Gottes

die neue Identität durch Christus

Beziehungen als kostbare Gaben

Benennen:

der Erfahrung von Glück und Leid, Trennung und Verlust, Niederlage und Sieg

der eigenen Orientierungssuche in Freundschaft, Sexualität und Partnerschaft

persönlicher Erfahrungen in der Nachfolge Jesu

 

B Verstehen/ Deuten

Problembewusstsein entwickeln für:

die Gefahren der Informations- und Kommunikationstechnologie; der Genussfähigkeit und des Suchtverhaltens; von Esoterik, Okkultismus, Spiritismus

Auseinandersetzen mit:

Beziehungen, verschiedenen Rollen des Individuums in der Gesellschaft (Familie, Peers, Schule, Gemeinde, Jugendgruppe, Vereine, Konsument, Staatsbürger, Rechtsperson, etc.); verschiedenen Idealbildern, Vorbildern und Idolen

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren über:

die Bedeutung des individuellen Glaubenszeugnisses

eigene Kommunikation und wesentliche Aspekte der Gesprächskultur

 

Kompetenzdimension Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und darstellen:

der Verfassung und Organisation der Bündnisgemeinschaft „Freikirchen in Österreich“

der einzelnen Bündnisgemeinschaften im Überblick und der Strukturen der einzelnen Bünde

der Rechtssituation der „Freikirchen in Österreich“

gemeinsamer Glaubensgrundlagen im Überblick

Lektüre:

5 Mosebücher und synoptische Evangelien

 

B Verstehen/ Deuten

Einordnen:

der Kirchengeschichte: von den Anfängen bis zum karolingischen Kaiserreich

Nennen und erklären:

der Vielfalt der biblischen Gottesvorstellungen und Namen Gottes sowie des 1. Gebots

des Monotheismus des AT als historisch-kulturelles und als spirituelles Phänomen; Polytheismus in Kulturen des Altertums (insbesondere Zeugnisse aus dem AT und die griechisch-römische Götterwelt)

Israel zur Zeit Jesu (religiöse Gruppierungen)

Verstehen und Deuten von biblischen Aussagen:

aus dem AT: der Messias und entsprechende Aussagen von Propheten

aus dem NT: Jesus Christus, als Messias und Erlöser: damals und heute

zur Nachfolge Jesu, Bekehrung und Taufe

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Unterscheiden von:

Idealbildern und Götzen im biblischen Kontext und heute

 

C Gestalten/ handeln

Anwenden:

biblischer Lebensbilder als Vorbilder christlichen Glaubens und für die persönliche Nachfolge: die Apostel und die Zeug(inn)en des Lebens und Wirkens Jesu

 

Kompetenzdimension Religion in Gesellschaft und Kultur

B Verstehen/ Deuten

Problembewusstsein entwickeln für:

Autoritäten, Hierarchien und die Rolle des Staates im persönlichen Leben des Individuums

Erfahrungen und Auseinandersetzung mit der Natur; ökonomischer, ökologischer und sozialer Fortschritt; Chancen und Gefahren des Fortschritts

Grenzen des Wachstums, nachhaltige Entwicklungen, Machbarkeitswahn

Aufteilung der Welt in unterschiedliche ökonomische Zonen und damit verbundene Probleme

Wirtschaftssysteme (Kapitalismus, Kommunismus und der „Dritte Weg der christlichen Sozialreform“)

Verteilung des Reichtums in der Welt

Verhältnis von Glauben und Wissen

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Stellung beziehen zum Thema:

Schöpfer und Schöpfung/ Geschöpfe

Tierethik

Ethik für das Leben

 

C Gestalten/ Handeln + E Teilhaben/ entscheiden

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

im Konsum- und Umweltverhalten, Umgang mit Geld und Gütern

Beziehungen, verschiedene Rollen des Individuums in der Gesellschaft (Familie, Peers, Schule, Gemeinde, Jugendgruppe, Vereine, Konsument, Staatsbürger, Rechtsperson, etc.)

 

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Kennen und unterscheiden:

anderer christlicher Konfessionen, deren Gemeinsamkeiten und Besonderheiten

Erläutern:

der Trennung von Kirche und Staat in Österreich

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und darstellen:

unterschiedlicher Erscheinungsformen und Funktionen von Religion und Weltanschauung

der Religionen der Welt

der wichtigsten religiösen Riten und Gebräuche des Judentums heute, aufbauend auf den alttestamentlichen Schriften

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

(An)erkennen:

des alttestamentlichen Judentums als Grundlage für das Christentum

Vergleichen und in Beziehung setzen:

des alttestamentlichen Judentums mit dem Christentum

Reflektieren und (kritisch) beurteilen:

der Geschichte des Judentums in der Diaspora, von Antisemitismus und Shoah

Anl. 4

Text

Anlage 4

Lehrplan für den freikirchlichen Religionsunterricht an Berufsschulen

Präambel

 

Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

Der freikirchliche Religionsunterricht möchte in erster Linie ein Dienst an den Schülerinnen und Schülern sowie an der Schule und somit an der Gesellschaft sein. Er hat das Anliegen, den am Unterricht Teilnehmenden den christlichen Glauben vorzustellen. Auch sollen mit Hilfe des gesellschaftsverändernden Anspruchs Jesu selbstverständlich Erachtetes in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft usw. in Frage gestellt und neue Lösungsansätze gesucht werden.

Glaubensüberzeugungen und ein sich daraus ergebender Lebensstil sind ein Angebot, das man wie ein Geschenk annehmen kann. Dieser Glaube ist immer wieder zu reflektieren, damit er weiterentwickelt werden kann. Dazu kann der Religionsunterricht einen wertvollen Beitrag leisten, indem sich Lernende und Lehrende gemeinsam auf den Weg begeben, neue Einsichten zu gewinnen. Vor allem die Bibel, die inhaltlich wichtigste Grundlage des freikirchlichen Religionsunterrichts, stellt eine unerlässliche Quelle der Glaubenserkenntnis dar.

Jeder Mensch macht sich zu verschiedenen Anlässen des Lebens Gedanken über existentielle Fragen, wie nach Ursprung, möglichem Ziel und Sinn des Lebens, nach dem Grund erfahrener Ungerechtigkeit und eigener Schuldfähigkeit und Unzulänglichkeit. Der Religionsunterricht möchte den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, über Dinge zu sprechen, die sie unmittelbar betreffen und die vielleicht im schulischen Alltag nicht oft angesprochen werden. Dieses Sprechen beinhaltet die persönliche Betroffenheit sowie die gelebte Spiritualität und soll zu einer systematischen Theologie führen. Um nicht bloße Theorie zu bleiben, ist diese Theologie immer wieder mit den Glaubenserfahrungen einzelner Menschen zu konfrontieren. Der freikirchliche Religionsunterricht versteht den Glauben als etwas Lebendiges und Lebensveränderndes. Das reflektierende Reden über den Glauben soll befähigen, subjektiv Geglaubtes in Worte zu fassen und dies auch anderen weiterzuerzählen, um die Gesellschaft in einem positiven Sinn mitzuprägen. Wenngleich es darum geht, anderen Menschen den Grund der eigenen Hoffnung zu erklären, bleiben Gläubige dabei selbst auch Lernende. Ein Glaube ohne Demut ist demnach nicht möglich.

Schwerpunktartig werden in den Schulstufen folgende Themen behandelt: Identitätsentwicklung, Gemeinschaftsbildung, Schöpfungsverantwortung, Bibelkunde, Spiritualität, Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Ethik, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde. Diese Themen kommen in den Lehrplänen der verschiedenen Schulformen vor, die Lehrpläne bauen aufeinander auf und sind miteinander inhaltlich und strukturell verbunden.

 

Themenbereiche und Kernkompetenzen

Der freikirchliche Religionsunterricht will neben fachlicher Kompetenz auch personale, soziale und Handlungskompetenz sowie Konfliktbewältigungs- und Friedenskompetenz vermitteln und ein Wertebewusstsein schaffen. Es ist daher auch das Anliegen des Religionsunterrichts, ein Gegenpol zu unserer leistungsorientierten Gesellschaft zu sein und besonders jene Kompetenzen zu fördern, die nicht funktional verwertet werden können. Grundlage der Beurteilung ist aber die fachliche Kompetenz.

Personale Kompetenz: Das Vertrauen, von Gott geschaffen und geliebt zu sein, ermöglicht eine Haltung der Dankbarkeit und Zuversicht. Aus dieser Erfahrung heraus gelingt die Wertschätzung Anderer leichter. An personaler Kompetenz zuzunehmen bedeutet, dass man sich einerseits von Gottes Gnade abhängig weiß, da Gott das Wollen und das Gelingen schenkt. Andererseits ist man aber auch selbst bereit, soweit dies im Bereich der eigenen Möglichkeiten liegt, sich um ein tugendhaftes Leben zu bemühen. Zur Persönlichkeits- und Charakterentwicklung gehört auch die Kompetenz, sich als Teil einer Kultur- sowie einer Glaubenstradition zu verstehen, diese Zugehörigkeit zu reflektieren und seine eigene Position zu ermitteln. (Im Lehrplan: Identitätsentwicklung, Spiritualität, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde, Religionsphilosophie)

Bibelkompetenz: Für den freikirchlichen Religionsunterricht charakteristisch ist der Glaube an die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus und durch die Bibel, das Wort Gottes. Diese soll kennengelernt und in Beziehung mit dem eigenen Leben sowie mit gesellschaftlichen Herausforderungen gebracht werden. Die Kenntnis davon, sowie ein kritischer Umgang mit verschiedenen Methoden der Exegese sind dafür unerlässlich. (Im Lehrplan: Bibelkunde, Identitätsentwicklung, Spiritualität)

Glaubenskompetenz: Im Religionsunterricht soll darauf hingewiesen werden, dass der Mensch, der als Geschöpf Gottes besondere Würde besitzt und dem unveräußerliche Menschenrechte zukommen, zu einer persönlichen Beziehung mit Gott eingeladen ist. Diese Beziehung wird dem Menschen unabhängig von seinen Verdiensten und seiner Herkunft aus Gnade angeboten, der Mensch kann seinem freien Willen entsprechend dieses Geschenk annehmen. An Gott zu glauben bedeutet, ihm zu vertrauen und dementsprechend sein Leben auszurichten. Dies zeigt sich auch in einem Lebensstil des Gebets, des Dialogs mit Gott und dem Wunsch nach geistlichem Wachstum und persönlicher Weiterentwicklung. (Im Lehrplan: Bibelkunde, Spiritualität, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde)

Gewissenskompetenz: Der Glaube ist eine persönliche Entscheidung des Menschen, die sich in einer individuellen Erfahrung ausdrückt. Diese Erfahrung ist zu reflektieren, weshalb der Vernunft im freikirchlichen Religionsunterricht eine wichtige Rolle zukommt. Diese ist auch Voraussetzung für die Willensfreiheit des Menschen und damit verbundene Gewissensentscheidungen, die sich in konkretem Einsatz für die Einhaltung von Menschenrechten und auch in sachlich begründetem Einspruch äußern können. Glaubensüberzeugungen verdanken sich sowohl der persönlichen Erfahrung, als auch einer begründeten sowie nachvollziehbaren Überzeugung und drücken sich in einem hohen Maß an Eigenverantwortung aus. Da sich der persönliche Glaube immer in einem Prozess befindet, Veränderungen unterworfen ist und sich je nach Lebenssituation anders zeigt, geht es im freikirchlichen Religionsunterricht auch um die Auseinandersetzung mit der Dialektik von vertrauen und zweifeln, auch die eigene Glaubwürdigkeit ist eine Frage, die sich immer wieder stellt. (Im Lehrplan: Identitätsentwicklung, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde, Ethik, Religionsphilosophie)

Soziale Kompetenz: Die Beziehung anderen Menschen gegenüber ist geprägt von Respekt, Wertschätzung, Nächstenliebe. Angesichts der Verschiedenheit der Menschen sollen besonders Chancengleichheit und gegenseitige Solidarität betont werden. Die Kenntnis anderer Traditionen und Überzeugungen ist dafür eine wichtige Grundvoraussetzung. (Im Lehrplan: Gemeinschaftsbildung, Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Ethik)

Gesellschaftspolitische Kompetenz: Der Religionsunterricht soll zu einer positiven Lebenseinstellung und zu Hoffnung ermutigen. Der Glaube soll vermittelt werden als von Gott geschenkte Offenbarung, die sich in Geschichte und Tradition entfaltet, sowie als Kontrast zur herrschenden Kultur und zur Gesellschaft. Als glaubender Mensch ist man zwar Teil der Kultur, hat aber auch den Anspruch, diese Kultur durch den Hinweis auf das gesellschaftspolitische Reformanliegen Jesu, wie es beispielsweise in der Bergpredigt gezeigt wird, herauszufordern und zu einer positiven Veränderung beizutragen. Das Verständnis der Menschenrechte, insbesondere Glaubens- und Gewissensfreiheit, ist für den freikirchlichen Religionsunterricht wesentlich und soll das Bewusstsein politischer Verantwortung wie auch demokratisches Denken fördern. Besonders der Hinweis auf die Verantwortung, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen und künftige Generationen sowie die uns anvertraute Schöpfung mit zu berücksichtigen, wird im Religionsunterricht hervorgehoben. Damit hängt auch das Bekenntnis zur Unantastbarkeit des Lebens in all seinen Phasen zusammen. Der Glaube wird daher als Gabe, sowie als Auf-Gabe an den Menschen verstanden. (Im Lehrplan: Schöpfungsverantwortung, Ethik)

Gemeinwohlkompetenz: Der Glaube hat immer auch einen gemeinschaftlichen Aspekt, der sich in gemeinsamen Erfahrungen in Familie, Kirchengemeinde und Schule auswirkt. In den sozialen Aufgaben des Glaubens wie Diakonie und Mission zeigt sich die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber. Jeder Einsatz für Einzelinteressen muss immer auch das Gemeinwohl mitberücksichtigen. (Im Lehrplan: Ethik, Religionssoziologie, Religionsphilosophie)

 

Beiträge zu den Bildungsbereichen

Sprache und Kommunikation:

Sprache ist das wichtigste menschliche Verständigungsmedium, zentrale Grundvoraussetzung für gelingendes Sprechen sind Wertschätzung und Respekt. Im freikirchlichen Religionsunterricht werden daher Kompetenzen wie Dialog und Kommunikation als Themen gelebter Spiritualität sowie gelebten sozialen Einsatzes behandelt.

Mensch und Gesellschaft:

In seinem persönlichen Glauben ist der Mensch zwar alleine vor Gott, Auswirkungen von Gewissensentscheidungen und Handlungen betreffen aber immer auch Mitwelt und Umwelt. Die Erziehung zur Gemeinwohlkompetenz ist daher dem freikirchlichen Religionsunterricht ein großes Anliegen. Das reflektierende Reden über den Glauben soll befähigen, subjektiv Geglaubtes in Worte zu fassen und dies auch anderen weiterzuerzählen, um die Gesellschaft in einem positiven Sinn mitzuprägen.

Natur und Technik:

Natur ist alles, worin und wodurch wir unser gegenwärtiges Leben entfalten. Natur ist aber auch Gabe des Schöpfers, der uns Menschen den Auftrag gegeben hat, Verantwortung zu übernehmen und zum Wohl der Umwelt und unserer Mitmenschen beizutragen. Technik ist Mittel und Methode, um die menschlichen Lebensbedingungen zu verbessern. Folgenabschätzung und Nachhaltigkeit sind die Prinzipien, mit denen sich jede verantwortungsvolle technische Forschung und Anwendung auseinandersetzen muss.

Gesundheit und Bewegung:

Der christlichen Botschaft gemäß ist Jesus gekommen, damit die Menschen das Leben in Fülle genießen können (Joh. 10:10). Einem ganzheitlich verstandenen Glaubensbegriff entspricht umfassendes Heil und Wohlergehen aller Menschen. Im freikirchlichen Religionsunterricht soll das Bewusstsein gestärkt werden, dass mit der eigenen körperlichen und seelischen Gesundheit dankbar und achtsam umzugehen ist.

Kreativität und Gestaltung:

Die Welt in ihrer Fülle und Schönheit ist Inspiration und Herausforderung für den Menschen, selbst kreativ tätig zu werden. Kreativ kann man im Nachahmen und vor allem im eigenständigen Gestalten sein, für beides bietet der christliche Glaube, der von Gott als dem kreativ Schöpfenden berichtet, Anregungen.

 

Didaktische Grundsätze:

Der freikirchliche Religionsunterricht erfüllt einen Teil des Bildungs- und Lehrauftrags der österreichischen Schule. Es geht ihm darum, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken (Vgl. SchOG § 2). Der Religionsunterricht soll einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler, die didaktisch und methodisch in der Mitte des Unterrichts stehen, leisten und ist daher bemüht, sie – je nach Lernvoraussetzungen, spezifischen Bedürfnissen und religiösem Vorwissen sowie Glaubenserfahrungen – differenziert und individuell zu behandeln.

Der Religionsunterricht ist in der Rolle eines Bindeglieds zwischen Elternhaus, Kirchengemeinde und Schule, es geht ihm um einen ganzheitlich verstandenen Glaubensbegriff, der stets das Wohl des Kindes im Blick zu haben versucht. Religion zu unterrichten bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung mit dem sich ändernden gesellschaftlichen Umfeld sowie mit Fragen der christlichen Identität und des Dialogs. Darüber hinaus möchte der Religionsunterricht auch zur Umsetzung des Gelernten in gelebter Spiritualität einladen.

Ein besonderes Charakteristikum des freikirchlichen Religionsunterrichts ist seine Identität durch Gemeinsames und Verbindendes, aber auch durch Unterschiedliches, das sich durch die Schwerpunkte der einzelnen Bünde der „Freikirchen in Österreich“ ergibt. Der Religionsunterricht möchte diese Einheit in der Vielfalt reflektieren, die jungen Menschen mit ihrer jeweils eigenen Tradition vertraut machen und einen Beitrag zur Bildung dieser umfassenden christlichen Identität leisten.

Die Inhalte und die Kompetenzen der in der Folge angeführten Lehrpläne entsprechen formalen Richtlinien. Die Glaubensgrundsätze, wie sie kompakt in der Verfassung der „Freikirchen Österreichs“ zu finden sind, sind hingegen inhaltliche Festschreibungen. Die Lehrpläne des freikirchlichen Religionsunterrichts möchten Kompetenzen und Grundsätze miteinander kombinieren. Jedes Themengebiet des Lehrplans eines jeweiligen Schuljahres wird – zumindest zum Teil – behandelt, bei den Unterkapiteln sind durch die Lehrkräfte nach eigenem Ermessen Schwerpunkte zu setzen. Je nach Umfang des Religionsunterrichts pro Klasse und je nach Schulform sind spezifische Schwerpunktsetzungen und Differenzierungen pädagogisch sinnvoll, weshalb sie ausdrücklich zu begrüßen sind.

Die „Freikirchen in Österreich“ sind sich bei der Nennung all dieser Ziele bewusst, dass die angeführten Anliegen und Grundsätze selbst auf vieles hinweisen, was es erst zu erreichen gilt. Besonders die Hoffnung auf das Gelingen und das Vertrauen auf Gottes Hilfe sei aber eine Ermutigung dafür, das Gute unermüdlich zu suchen und sich daran zu beteiligen, dass die Welt etwas schöner, besser und gerechter wird.

 

Bildungs- und Lehraufgabe, Lehrstoff:

Inhaltsbezogene Kompetenzen der einzelnen Schulstufen (Module)

1. Klasse (1. und 2. Semester)

Kompetenzdimension Menschen und ihre Lebensorientierung

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Bewusstsein entwickeln für:

die Frage nach dem (Un)Sinn des Lebens

die eigene Suche nach Orientierung und eigener Identität, Veränderung des eigenen Körpers; nach Sinn und deren Ausdrucksformen

jede Person als Schöpfung Gottes

die neue Identität durch Christus

Beziehungen als kostbare Gaben

Benennen:

der Erfahrung von Glück und Leid, Trennung und Verlust, Niederlage und Sieg

der eigenen Orientierungssuche in Freundschaft, Sexualität und Partnerschaft

persönlicher Erfahrungen in der Nachfolge Jesu

 

B Verstehen/ Deuten

Problembewusstsein entwickeln für:

die Gefahren der Informations- und Kommunikationstechnologie; der Genussfähigkeit und des Suchtverhaltens; von Esoterik, Okkultismus, Spiritismus

Auseinandersetzen mit:

Beziehungen, verschiedenen Rollen des Individuums in der Gesellschaft (Familie, Peers, Schule, Gemeinde, Jugendgruppe, Vereine, Konsument, Staatsbürger, Rechtsperson, etc.); verschiedenen Idealbildern, Vorbildern und Idolen

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren über:

die Bedeutung des individuellen Glaubenszeugnisses

eigene Kommunikation und wesentliche Aspekte der Gesprächskultur

 

Kompetenzdimension Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und darstellen:

der Verfassung und Organisation der Bündnisgemeinschaft „Freikirchen in Österreich“

der einzelnen Bündnisgemeinschaften im Überblick und der Strukturen der einzelnen Bünde

der Rechtssituation der „Freikirchen in Österreich“

gemeinsamer Glaubensgrundlagen im Überblick

Lektüre:

5 Mosebücher und synoptische Evangelien

 

B Verstehen/ Deuten

Einordnen:

der Kirchengeschichte: von den Anfängen bis zum karolingischen Kaiserreich

Nennen und erklären:

der Vielfalt der biblischen Gottesvorstellungen und Namen Gottes sowie des 1. Gebots

des Monotheismus des AT als historisch-kulturelles und als spirituelles Phänomen; Polytheismus in Kulturen des Altertums (insbesondere Zeugnisse aus dem AT und die griechisch-römische Götterwelt)

Israel zur Zeit Jesu (religiöse Gruppierungen)

Verstehen und Deuten von biblischen Aussagen:

aus dem AT: der Messias und entsprechende Aussagen von Propheten

aus dem NT: Jesus Christus, als Messias und Erlöser: damals und heute

zur Nachfolge Jesu, Bekehrung und Taufe

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Unterscheiden von:

Idealbildern und Götzen im biblischen Kontext und heute

 

C Gestalten/ handeln

Anwenden:

biblischer Lebensbilder als Vorbilder christlichen Glaubens und für die persönliche Nachfolge: die Apostel und die Zeug(inn)en des Lebens und Wirkens Jesu

 

Kompetenzdimension Religion in Gesellschaft und Kultur

B Verstehen/ Deuten

Problembewusstsein entwickeln für:

Autoritäten, Hierarchien und die Rolle des Staates im persönlichen Leben des Individuums

Erfahrungen und Auseinandersetzung mit der Natur; ökonomischer, ökologischer und sozialer Fortschritt; Chancen und Gefahren des Fortschritts

Grenzen des Wachstums, nachhaltige Entwicklungen, Machbarkeitswahn

Aufteilung der Welt in unterschiedliche ökonomische Zonen und damit verbundene Probleme

Wirtschaftssysteme (Kapitalismus, Kommunismus und der „Dritte Weg der christlichen Sozialreform“)

Verteilung des Reichtums in der Welt

Verhältnis von Glauben und Wissen

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Stellung beziehen zum Thema:

Schöpfer und Schöpfung/ Geschöpfe

Tierethik

Ethik für das Leben

 

C Gestalten/ Handeln + E Teilhaben/ entscheiden

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

im Konsum- und Umweltverhalten, Umgang mit Geld und Gütern

Beziehungen, verschiedene Rollen des Individuums in der Gesellschaft (Familie, Peers, Schule, Gemeinde, Jugendgruppe, Vereine, Konsument, Staatsbürger, Rechtsperson, etc.)

 

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Kennen und unterscheiden:

anderer christlicher Konfessionen, deren Gemeinsamkeiten und Besonderheiten

Erläutern:

der Trennung von Kirche und Staat in Österreich

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und darstellen:

unterschiedlicher Erscheinungsformen und Funktionen von Religion und Weltanschauung

der Religionen der Welt

der wichtigsten religiösen Riten und Gebräuche des Judentums heute, aufbauend auf den alttestamentlichen Schriften

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

(An)erkennen:

des alttestamentlichen Judentums als Grundlage für das Christentum

Vergleichen und in Beziehung setzen:

des alttestamentlichen Judentums mit dem Christentum

Reflektieren und (kritisch) beurteilen:

der Geschichte des Judentums in der Diaspora, von Antisemitismus und Shoah

 

2. Klasse (3. Semester)

Kompetenzdimension Menschen und ihre Lebensorientierung

A Wahrnehmen/ Beschreiben + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Erkennen, mitteilen, vergleichen und bewerten von:

Freiheiten und Zwängen in der Lebenswelt Jugendlicher

Glück-Erfahrungen und Glücksvorstellungen

Identitätssuche durch Freiheitsideale sowie Ausprobieren/ Überschreiten von Grenzen

unterschiedlicher Qualität von Sinnangeboten; Jugendkulturen, Trends, Szenen; Symbolen der Lebenssituation Jugendlicher, Ritualen, Initiationsriten

Krisen und Schicksalsschlägen, Ängsten, Suizid

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Unterscheiden können von:

Lebensfreude und Hedonismus

Einsicht erlangen in und beurteilen von:

Fragen bzw. Erfahrungen von Sinn, Sinnverlust und Sinnlosigkeit

gesellschaftlichen Phänomenen wie Aggression, Gewalt und Gewaltlosigkeit, Konflikten und Konflikt-bewältigung, Krieg und Frieden

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten + C Gestalten/ Handeln

Reflektieren von, Sensibilität und Achtsamkeit entwickeln für:

den Umgang mit der eigenen Sexualität, die Verantwortung für den/die Partner/in, biblisch-christliche Werte in diesem Bereich

Anerkennen, interpretieren und selbst gestalten von:

Kunst und künstlerischer Tätigkeit als Ausdrucksformen des Lebens, religiösen/ spirituellen Themen in der Kunst, künstlerischer Gestaltung kirchlicher Bereiche

 

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten + C Gestalten/ Handeln

Kennenlernen/ beschreiben, auseinandersetzen mit, mitgestalten:

von freikirchlicher Gemeinde als Organisationsform und soziales Modell

christlichen Lebens in der Gemeinde

der diakonischen Arbeit (frei)kirchlicher Hilfsorganisationen

kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit und verschiedener Formen der Mission

 

E Teilhaben/ Entscheiden

Motivation entwickeln für:

christliches Engagement im gemeindlichen und über-/ außergemeindlichen Kontext

 

B Verstehen/ Deuten

Einordnen:

der Kirchengeschichte: Kirche und Reformbewegungen im Mittelalter (Orden, Klöster, Armutsbewegung, Franziskus), Vor-Reformation (Waldenser, Wyclif, Hus), Reformation (Luther, Zwingli, Calvin) sowie der Täuferbewegung (als Vorläufer freikirchlichen Glaubenslebens)

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Lektüre:

Geschichtsbücher des AT

Johannes-Evangelium und Apostelgeschichte

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten + C Gestalten/ Handeln

Kennenlernen und erarbeiten:

der Einordnung biblischer Texte im gesamtbiblischen/ heilsgeschichtlichen Kontext am Beispiel des Buches Ruth

verschiedener Interpretationsmöglichkeiten biblischer Texte am Beispiel des Hohelieds Salomos

von Methoden der Auslegung und Anwendung biblischer Texte am Beispiel der geschichtlichen Bücher im AT und NT, insbesondere der Apostelgeschichte

Erkennen, unterscheiden und anwenden:

der Bibel als Textsammlung, Erkenntnisquelle und Selbstoffenbarung Gottes im täglichen Leben

der Bedeutung des Heiligen Geistes und seines Wirkens in der Apostelgeschichte und heute: die Charismen und die Geistestaufe

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Sich einen Überblick verschaffen und untersuchen:

des Themas Liebe (im Sinne der Partnerschaft) in biblischen Texten

Unterscheiden von:

Liebe als Agape, Philia und Eros; Liebesgebot Jesu; Feindesliebe; 1. Korinther 13

– eine Sichtweise entwickeln für:

Gemeinde als Leib Christi

Verstehen und aneignen:

des Apostolischen Glaubensbekenntnisses

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Verständnis entwickeln für, sich eine Meinung bilden, diskutieren über:

theologische Themen/ Fragestellungen wie allgemeines Priestertum, Gemeinschaft der Heiligen, Missionsauftrag, die Frage nach der Rechtfertigung

Auseinandersetzen mit:

Themen wie Konfrontation mit dem Tod, Begräbnisritualen, Jenseitsvorstellungen, Auferstehung, Welt-untergang und Endzeiterwartung

Sich klar werden über:

die Relevanz eines persönlichen Glaubenslebens

die Relevanz der biblischen Neugeburt (Johanes 3) für den eigenen Heilsweg

 

2. Klasse (4. Semester)

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Kennen, darlegen, erläutern:

der wichtigsten Grundbegriffe und zentralen Botschaften des Islam

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Vergleichen und in Beziehung setzen:

der drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Wahrnehmen und beschreiben von:

Unterschieden bei Ausdrucksformen des Lebens sowie religiöser Themen in der Kunst/ der künstlerischen Gestaltung in einzelnen christlichen Konfessionen bzw. in den Weltreligionen

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Kenntnis erlangen von, beurteilen von, Stellung beziehen zu, abgrenzen von:

religiösen Sondergemeinschaften, Sekten, Zivilreligion

funktionalisierten Formen der Religiosität, Aberglaube

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Auseinandersetzen:

mit der Begegnung mit dem Fremden (individuell, kulturell, religiös)

Reflektieren, beurteilen von:

eigenen Vorurteilen und denen anderer; Sündenbockmechanismen, Rassismus, Antisemitismus

Sensibilität und Problembewusstsein entwickeln für:

multikulturelle und religiös-plurale Formen des Zusammenlebens in der Gesellschaft

 

C Gestalten/ Handeln + E Teilhaben/ Entscheiden

Verantwortungs- und respektvoll und wertschätzend umgehen:

mit Fremden (individuell, kulturell, religiös), auf der Grundlage biblischer Wertvorstellungen

 

Kompetenzdimension Religion in Gesellschaft und Kultur

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Kennenlernen:

der Bereiche Ethik und Moral allgemein,

verschiedener Möglichkeiten ethischen Denkens (zB Pflichtethik, Utilitarismus)

ethischer Argumentationsarten

Bewusstsein entwickeln für und auseinandersetzen mit:

ethischen Begriffen wie Gewissen, Gut und Böse

psychischen sowie moralischen Prozessen der Wahrnehmung, Urteilsbildung, verantwortliches Handeln

Verhalten wie Zivilcourage und humanitärem Engagement

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Erarbeiten und Beurteilen:

der Menschenrechte und ihrer Umsetzung in verschiedenen Gesellschaftsformen

der Weltanschauung des Humanismus

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen + C Gestalten/ Handeln + E Teilhaben/ Entscheiden

Erarbeiten, Vergleichen, Bewerten, Anwenden und Aneignen:

individueller und biblischer Wertvorstellungen sowie daraus folgenden Einstellungen und Verhaltensweisen im Umgang mit sich selbst, anderen Menschen, der Schöpfung

 

B Verstehen/ Deuten + E Teilhaben/ Entscheiden

Problembewusstsein bzw. Bereitschaft entwickeln für:

Abhängigkeiten und sozial verantwortete Selbstbestimmung, gesellschaftlich sowie individuell

Umgang mit Verantwortung

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Bewusstsein entwickeln für und Stellung beziehen zu:

Formen alternativer und naturbezogener Lebensführung

wichtigen Aspekten der Umwelt-, Sozial- und Medizinethik

 

C Gestalten/ Handeln + E Teilhaben/ entscheiden

Sensibilität, Achtsamkeit, respektvollen Umgang entwickeln für:

die Würde des Menschen und Schutz des Lebens als Grundlagen für das Zusammenleben

Leben mit Einschränkungen und Behinderungen

 

3. Klasse (5. Semester)

Kompetenzdimension Menschen und ihre Lebensorientierung

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Bewusstsein entwickeln für:

Reifungsprozesse und die eigene Adoleszenz

den Wunsch, anders zu sein

die Ich-Findung in der Spannung zwischen Selbstwertgefühl und Geltungsdrang

Kennen und Darstellen:

der Erlösungsangebote der Jugendkultur

verschiedener Persönlichkeitsmodelle

eines Selbstkonzepts

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Bewusstsein entwickeln für:

das Phänomen des Bösen

Be- und Entschleunigung

 

C Gestalten/ Handeln

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

für einen verantwortungsbewussten Umgang mit sexuellen Wünschen und Bedürfnissen; für den Umgang mit Tabus

im Umgang mit Leistung und Leistungsdruck; im Umgang mit Kritik, Zweifel und Fehlern

Anwenden:

von Vergebung und Versöhnung

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren über:

Weisheitsbücher

Männer und Frauen zwischen Geschlecht und gesellschaftlicher Erwartung, Feminismus, Gender-Studies

 

Kompetenzdimension Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und Darstellen:

der Kirchengeschichte vom 16. – 19. Jahrhundert

der Erweckungsbewegungen

von Säkularisierung und Aufklärung

der Entstehung und Bedeutung der Bibel als Textsammlung

Lektüre:

Paulinische Briefe

Weisheitsbücher

Kenntnisse aneignen von:

bedeutenden Theologen und Persönlichkeiten in der Geschichte der Freikirchen und der Kirchengeschichte

der Herrnhuter Brüdergemeine

(An)erkennen:

der Bedeutung der Inspiration der Bibel

 

B Verstehen/ Deuten

Verstehen und Deuten von biblischen Aussagen:

biblisches Menschenbild: Seele und Geist als untrennbare Bestandteile der Persönlichkeit

Schuld und Sünde: (nicht)religiöse Bewältigungsversuche

Auseinandersetzen mit:

Entstehung und Bedeutung der Bibel als Textsammlung

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren und (kritisches) Beurteilen:

von Sondergemeinschaften und Kirchen; von lebensfördernden und einengenden religiösen Wegen; von Fundamentalismus im religiösen, politischen und gesellschaftlichen Bereich

verschiedener Zugänge und Möglichkeiten der Textauslegung: Interpretation, Exegese, Hermeneutik, die Bedeutung der Inspiration der Bibel

Religionskritik, Theologie als Wissenschaft

Darwinismus, Evolutionstheorie und biblische Schöpfung

 

3. Klasse (6. Semester)

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und Darstellen von:

Hinduismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus

verschiedenen Naturreligionen

 

B Verstehen/ Deuten

Auseinandersetzen mit:

Mythen der Menschwerdung

 

E Teilhaben/ Entscheiden

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

in mystischen und spirituellen Traditionen

in verschiedenen Formen der Heiligung

 

Kompetenzdimension Religion in Gesellschaft und Kultur

B Verstehen/ Deuten

Einordnen:

des Dekalogs und anderen Rechtssystemen bzw. Regulationen im AT (religiös und säkular)

der Bergpredigt, das Revolutionäre an der Botschaft Jesu im NT (religiös und säkular)

Vergleichen und in Beziehung setzen:

des biblischen Menschenbilds, mit Seele und Geist als untrennbare Bestandteile der Persönlichkeit

 

C Gestalten/ Handeln

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

im Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen, Raubbau und Umweltprobleme; Technisierung und Industrialisierung, Mobilität und Verkehr

im Blick auf den Klimawandel als Herausforderung der Gegenwart

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren und (kritisches) Beurteilen von:

verschiedenen Bereichen der Technik-Ethik: Gentechnik, Biotechnik, Reproduktionstechnik, Informationstechnologie

Wirtschaftstheorien und –modellen (Entwickeln einer Ethik in der Wirtschaft)

Gefährdung der Würde des Lebens

Reflektieren über:

Gesellschaftsverträge und Utopien; Staat, Rechte und Pflichten des Individuums

Sozialethik und Widerstand

Stellung beziehen zu:

politischen Strömungen wie Sozialismus, Kommunismus, Liberalismus, Nationalismus

gesellschaftlicher Solidarität

Fragen nach der Gerechtigkeit im persönlichen, sozialen und globalen Leben, Initiativen

 

4. Klasse (7. Semester)

Kompetenzdimension Menschen und ihre Lebensorientierung

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Bewusstsein entwickeln für:

Aufbrüche und Umbrüche im Jugendalter (erwachsen werden in der Spannung zwischen Reife und Neuanfang)

Kennen und Darstellen:

von Verständnisebenen der Wirklichkeit (Mythos, Wahrheit, Symbole, Realität und Virtualität)

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Kennen und unterscheiden:

von philosophischen, psychologischen und soziologischen Menschenbilds; und diese mit christlichen in Beziehung setzen

 

B Verstehen/ Deuten

Auseinandersetzen mit:

Zukunftsentwürfen, Utopien und Apokalypsen

dem Gegensatz von Gut und Böse im biblischen Kontext, Theodizee (Frage nach dem Leid, dem Bösen, etc.)

der Veränderung eigener Gottesvorstellungen

der Frage nach der Beweisbarkeit Gottes

Verstehen und Deuten von biblischen Aussagen:

aus dem AT: Psalmen als prophetische Texte

 

C Gestalten/ Handeln

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

im Blick auf Arbeit und neuen Formen der Arbeit

Entwickeln:

von eigenen Lebensentwürfen

der eigenen beruflichen Zukunft

Anwenden:

von Psalmen, Klageliedern und Sprüchen als Spiegelbild des persönlichen Glaubenslebens und der alltäglichen Lebensführung

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren und (kritisches) Beurteilen:

der Vielfalt familiären Zusammenlebens und der individuellen Familienplanung

von Partnerschaft (Wunschvorstellungen und Wirklichkeit)

der aktuellen Diskussion über geschlechtsspezifische Lebensstile

der biblischen Sicht von Ehe und Familie

Stellung beziehen zu:

der Frage nach den Zielen im Leben

 

E Teilhaben/ Entscheiden

Bezeugen von:

eigenen Glaubenserfahrungen

 

Kompetenzdimension Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und Darstellen:

der Rolle der Freikirchen als gesellschaftlicher Faktor in Österreich

Lektüre:

Offenbarung

Bewusstsein entwickeln für:

Christenverfolgung in der Geschichte und Gegenwart

 

B Verstehen/ Deuten

Auseinandersetzen mit:

modernen gesellschaftlichen Tendenzen und Trends im Bereich der Religionen

Einordnen:

der Kirchengeschichte: 20. und 21. Jahrhundert

von Glaubensvorbildern: Märtyrer und Heilige in dieser Zeit

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren über:

Gebrauch und Missbrauch religiöser Ausdrucksformen

unser Leben jetzt und in der Zukunft anhand der Offenbarung

 

4. Klasse (8. Semester)

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ eschreiben + B Verstehen/ Deuten

Erläutern:

des Weltethos

 

B Verstehen/ Deuten

Auseinandersetzen mit:

Erscheinungsformen des Atheismus

 

C Gestalten/ Handeln

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

im Dialog mit anderen Religionen

in der Herausforderung mit Atheismus und christlichen Antworten

 

Kompetenzdimension Religion in Gesellschaft und Kultur

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Lektüre

AT: Prophetenbücher

NT: Nicht-paulinische Briefe

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Erläutern:

eines Beitrags des Christentums zur Entwicklung von Zivilisation, Kunst und Kultur

wesentlicher ideologischer Systeme der Gegenwart und ihrer Dynamik (Faschismus und Totalitarismus, Demokratie, Pluralismus, Relativismus)

des Wertewandels in der postindustriellen Gesellschaft, zB Kultur des Infotainments, Synkretismus

 

B Verstehen/ Deuten

Auseinandersetzen mit:

alternativen Modellen im naturwissenschaftlichen, sozialen, ökologischen, ökonomischen Bereich

 

C Gestalten/ Handeln

Entwickeln:

von Gesellschaftsverantwortung und Zivilcourage durch das Vorbild der Propheten im AT

einer Berufsethik

von Gewaltlosigkeit und Frieden mit der gesamten Schöpfung als Lebensprinzipien

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren und (kritisches) Beurteilen von:

der Verantwortung der Wissenschaft: Fortschrittsdenken, Machbarkeitswahn versus Zukunftsangst

dem Umgang mit Atomenergie

aktuellen Aspekten naturwissenschaftlicher Forschung

Anl. 5

Text

Anlage 5

Lehrplan für den freikirchlichen Religionsunterricht an mittleren und höheren Schulen (ausgenommen der Unterstufe allgemeinbildender höherer Schulen)

Präambel

 

Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts

Der freikirchliche Religionsunterricht möchte in erster Linie ein Dienst an den Schülerinnen und Schülern sowie an der Schule und somit an der Gesellschaft sein. Er hat das Anliegen, den am Unterricht Teilnehmenden den christlichen Glauben vorzustellen. Auch sollen mit Hilfe des gesellschaftsverändernden Anspruchs Jesu selbstverständlich Erachtetes in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft usw. in Frage gestellt und neue Lösungsansätze gesucht werden.

Glaubensüberzeugungen und ein sich daraus ergebender Lebensstil sind ein Angebot, das man wie ein Geschenk annehmen kann. Dieser Glaube ist immer wieder zu reflektieren, damit er weiterentwickelt werden kann. Dazu kann der Religionsunterricht einen wertvollen Beitrag leisten, indem sich Lernende und Lehrende gemeinsam auf den Weg begeben, neue Einsichten zu gewinnen. Vor allem die Bibel, die inhaltlich wichtigste Grundlage des freikirchlichen Religionsunterrichts, stellt eine unerlässliche Quelle der Glaubenserkenntnis dar.

Jeder Mensch macht sich zu verschiedenen Anlässen des Lebens Gedanken über existentielle Fragen, wie nach Ursprung, möglichem Ziel und Sinn des Lebens, nach dem Grund erfahrener Ungerechtigkeit und eigener Schuldfähigkeit und Unzulänglichkeit. Der Religionsunterricht möchte den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, über Dinge zu sprechen, die sie unmittelbar betreffen und die vielleicht im schulischen Alltag nicht oft angesprochen werden. Dieses Sprechen beinhaltet die persönliche Betroffenheit sowie die gelebte Spiritualität und soll zu einer systematischen Theologie führen. Um nicht bloße Theorie zu bleiben, ist diese Theologie immer wieder mit den Glaubenserfahrungen einzelner Menschen zu konfrontieren. Der freikirchliche Religionsunterricht versteht den Glauben als etwas Lebendiges und Lebensveränderndes. Das reflektierende Reden über den Glauben soll befähigen, subjektiv Geglaubtes in Worte zu fassen und dies auch anderen weiterzuerzählen, um die Gesellschaft in einem positiven Sinn mitzuprägen. Wenngleich es darum geht, anderen Menschen den Grund der eigenen Hoffnung zu erklären, bleiben Gläubige dabei selbst auch Lernende. Ein Glaube ohne Demut ist demnach nicht möglich.

Schwerpunktartig werden in den Schulstufen folgende Themen behandelt: Identitätsentwicklung, Gemeinschaftsbildung, Schöpfungsverantwortung, Bibelkunde, Spiritualität, Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Ethik, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde. Diese Themen kommen in den Lehrplänen der verschiedenen Schulformen vor, die Lehrpläne bauen aufeinander auf und sind miteinander inhaltlich und strukturell verbunden.

 

Themenbereiche und Kernkompetenzen

Der freikirchliche Religionsunterricht will neben fachlicher Kompetenz auch personale, soziale und Handlungskompetenz sowie Konfliktbewältigungs- und Friedenskompetenz vermitteln und ein Wertebewusstsein schaffen. Es ist daher auch das Anliegen des Religionsunterrichts, ein Gegenpol zu unserer leistungsorientierten Gesellschaft zu sein und besonders jene Kompetenzen zu fördern, die nicht funktional verwertet werden können. Grundlage der Beurteilung ist aber die fachliche Kompetenz.

Personale Kompetenz: Das Vertrauen, von Gott geschaffen und geliebt zu sein, ermöglicht eine Haltung der Dankbarkeit und Zuversicht. Aus dieser Erfahrung heraus gelingt die Wertschätzung Anderer leichter. An personaler Kompetenz zuzunehmen bedeutet, dass man sich einerseits von Gottes Gnade abhängig weiß, da Gott das Wollen und das Gelingen schenkt. Andererseits ist man aber auch selbst bereit, soweit dies im Bereich der eigenen Möglichkeiten liegt, sich um ein tugendhaftes Leben zu bemühen. Zur Persönlichkeits- und Charakterentwicklung gehört auch die Kompetenz, sich als Teil einer Kultur- sowie einer Glaubenstradition zu verstehen, diese Zugehörigkeit zu reflektieren und seine eigene Position zu ermitteln. (Im Lehrplan: Identitätsentwicklung, Spiritualität, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde, Religionsphilosophie)

Bibelkompetenz: Für den freikirchlichen Religionsunterricht charakteristisch ist der Glaube an die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus und durch die Bibel, das Wort Gottes. Diese soll kennengelernt und in Beziehung mit dem eigenen Leben sowie mit gesellschaftlichen Herausforderungen gebracht werden. Die Kenntnis davon, sowie ein kritischer Umgang mit verschiedenen Methoden der Exegese sind dafür unerlässlich. (Im Lehrplan: Bibelkunde, Identitätsentwicklung, Spiritualität)

Glaubenskompetenz: Im Religionsunterricht soll darauf hingewiesen werden, dass der Mensch, der als Geschöpf Gottes besondere Würde besitzt und dem unveräußerliche Menschenrechte zukommen, zu einer persönlichen Beziehung mit Gott eingeladen ist. Diese Beziehung wird dem Menschen unabhängig von seinen Verdiensten und seiner Herkunft aus Gnade angeboten, der Mensch kann seinem freien Willen entsprechend dieses Geschenk annehmen. An Gott zu glauben bedeutet, ihm zu vertrauen und dementsprechend sein Leben auszurichten. Dies zeigt sich auch in einem Lebensstil des Gebets, des Dialogs mit Gott und dem Wunsch nach geistlichem Wachstum und persönlicher Weiterentwicklung. (Im Lehrplan: Bibelkunde, Spiritualität, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde)

Gewissenskompetenz: Der Glaube ist eine persönliche Entscheidung des Menschen, die sich in einer individuellen Erfahrung ausdrückt. Diese Erfahrung ist zu reflektieren, weshalb der Vernunft im freikirchlichen Religionsunterricht eine wichtige Rolle zukommt. Diese ist auch Voraussetzung für die Willensfreiheit des Menschen und damit verbundene Gewissensentscheidungen, die sich in konkretem Einsatz für die Einhaltung von Menschenrechten und auch in sachlich begründetem Einspruch äußern können. Glaubensüberzeugungen verdanken sich sowohl der persönlichen Erfahrung, als auch einer begründeten sowie nachvollziehbaren Überzeugung und drücken sich in einem hohen Maß an Eigenverantwortung aus. Da sich der persönliche Glaube immer in einem Prozess befindet, Veränderungen unterworfen ist und sich je nach Lebenssituation anders zeigt, geht es im freikirchlichen Religionsunterricht auch um die Auseinandersetzung mit der Dialektik von vertrauen und zweifeln, auch die eigene Glaubwürdigkeit ist eine Frage, die sich immer wieder stellt. (Im Lehrplan: Identitätsentwicklung, Kirchengeschichte und Freikirchenkunde, Ethik, Religionsphilosophie)

Soziale Kompetenz: Die Beziehung anderen Menschen gegenüber ist geprägt von Respekt, Wertschätzung, Nächstenliebe. Angesichts der Verschiedenheit der Menschen sollen besonders Chancengleichheit und gegenseitige Solidarität betont werden. Die Kenntnis anderer Traditionen und Überzeugungen ist dafür eine wichtige Grundvoraussetzung. (Im Lehrplan: Gemeinschaftsbildung, Religionssoziologie, Religionsphilosophie, Ethik)

Gesellschaftspolitische Kompetenz: Der Religionsunterricht soll zu einer positiven Lebenseinstellung und zu Hoffnung ermutigen. Der Glaube soll vermittelt werden als von Gott geschenkte Offenbarung, die sich in Geschichte und Tradition entfaltet, sowie als Kontrast zur herrschenden Kultur und zur Gesellschaft. Als glaubender Mensch ist man zwar Teil der Kultur, hat aber auch den Anspruch, diese Kultur durch den Hinweis auf das gesellschaftspolitische Reformanliegen Jesu, wie es beispielsweise in der Bergpredigt gezeigt wird, herauszufordern und zu einer positiven Veränderung beizutragen. Das Verständnis der Menschenrechte, insbesondere Glaubens- und Gewissensfreiheit, ist für den freikirchlichen Religionsunterricht wesentlich und soll das Bewusstsein politischer Verantwortung wie auch demokratisches Denken fördern. Besonders der Hinweis auf die Verantwortung, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen und künftige Generationen sowie die uns anvertraute Schöpfung mit zu berücksichtigen, wird im Religionsunterricht hervorgehoben. Damit hängt auch das Bekenntnis zur Unantastbarkeit des Lebens in all seinen Phasen zusammen. Der Glaube wird daher als Gabe, sowie als Auf-Gabe an den Menschen verstanden. (Im Lehrplan: Schöpfungsverantwortung, Ethik)

Gemeinwohlkompetenz: Der Glaube hat immer auch einen gemeinschaftlichen Aspekt, der sich in gemeinsamen Erfahrungen in Familie, Kirchengemeinde und Schule auswirkt. In den sozialen Aufgaben des Glaubens wie Diakonie und Mission zeigt sich die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber. Jeder Einsatz für Einzelinteressen muss immer auch das Gemeinwohl mitberücksichtigen. (Im Lehrplan: Ethik, Religionssoziologie, Religionsphilosophie)

 

Beiträge zu den Bildungsbereichen

Sprache und Kommunikation:

Sprache ist das wichtigste menschliche Verständigungsmedium, zentrale Grundvoraussetzung für gelingendes Sprechen sind Wertschätzung und Respekt. Im freikirchlichen Religionsunterricht werden daher Kompetenzen wie Dialog und Kommunikation als Themen gelebter Spiritualität sowie gelebten sozialen Einsatzes behandelt.

Mensch und Gesellschaft:

In seinem persönlichen Glauben ist der Mensch zwar alleine vor Gott, Auswirkungen von Gewissensentscheidungen und Handlungen betreffen aber immer auch Mitwelt und Umwelt. Die Erziehung zur Gemeinwohlkompetenz ist daher dem freikirchlichen Religionsunterricht ein großes Anliegen. Das reflektierende Reden über den Glauben soll befähigen, subjektiv Geglaubtes in Worte zu fassen und dies auch anderen weiterzuerzählen, um die Gesellschaft in einem positiven Sinn mitzuprägen.

Natur und Technik:

Natur ist alles, worin und wodurch wir unser gegenwärtiges Leben entfalten. Natur ist aber auch Gabe des Schöpfers, der uns Menschen den Auftrag gegeben hat, Verantwortung zu übernehmen und zum Wohl der Umwelt und unserer Mitmenschen beizutragen. Technik ist Mittel und Methode, um die menschlichen Lebensbedingungen zu verbessern. Folgenabschätzung und Nachhaltigkeit sind die Prinzipien, mit denen sich jede verantwortungsvolle technische Forschung und Anwendung auseinandersetzen muss.

Gesundheit und Bewegung:

Der christlichen Botschaft gemäß ist Jesus gekommen, damit die Menschen das Leben in Fülle genießen können (Joh. 10:10). Einem ganzheitlich verstandenen Glaubensbegriff entspricht umfassendes Heil und Wohlergehen aller Menschen. Im freikirchlichen Religionsunterricht soll das Bewusstsein gestärkt werden, dass mit der eigenen körperlichen und seelischen Gesundheit dankbar und achtsam umzugehen ist.

Kreativität und Gestaltung:

Die Welt in ihrer Fülle und Schönheit ist Inspiration und Herausforderung für den Menschen, selbst kreativ tätig zu werden. Kreativ kann man im Nachahmen und vor allem im eigenständigen Gestalten sein, für beides bietet der christliche Glaube, der von Gott als dem kreativ Schöpfenden berichtet, Anregungen.

 

Didaktische Grundsätze:

Der freikirchliche Religionsunterricht erfüllt einen Teil des Bildungs- und Lehrauftrags der österreichischen Schule. Es geht ihm darum, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken (Vgl. SchOG § 2). Der Religionsunterricht soll einen wesentlichen Beitrag zur Allgemein- und Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler, die didaktisch und methodisch in der Mitte des Unterrichts stehen, leisten und ist daher bemüht, sie – je nach Lernvoraussetzungen, spezifischen Bedürfnissen und religiösem Vorwissen sowie Glaubenserfahrungen – differenziert und individuell zu behandeln.

Der Religionsunterricht ist in der Rolle eines Bindeglieds zwischen Elternhaus, Kirchengemeinde und Schule, es geht ihm um einen ganzheitlich verstandenen Glaubensbegriff, der stets das Wohl des Kindes im Blick zu haben versucht. Religion zu unterrichten bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung mit dem sich ändernden gesellschaftlichen Umfeld sowie mit Fragen der christlichen Identität und des Dialogs. Darüber hinaus möchte der Religionsunterricht auch zur Umsetzung des Gelernten in gelebter Spiritualität einladen.

Ein besonderes Charakteristikum des freikirchlichen Religionsunterrichts ist seine Identität durch Gemeinsames und Verbindendes, aber auch durch Unterschiedliches, das sich durch die Schwerpunkte der einzelnen Bünde der „Freikirchen in Österreich“ ergibt. Der Religionsunterricht möchte diese Einheit in der Vielfalt reflektieren, die jungen Menschen mit ihrer jeweils eigenen Tradition vertraut machen und einen Beitrag zur Bildung dieser umfassenden christlichen Identität leisten.

Die Inhalte und die Kompetenzen der in der Folge angeführten Lehrpläne entsprechen formalen Richtlinien. Die Glaubensgrundsätze, wie sie kompakt in der Verfassung der „Freikirchen Österreichs“ zu finden sind, sind hingegen inhaltliche Festschreibungen. Die Lehrpläne des freikirchlichen Religionsunterrichts möchten Kompetenzen und Grundsätze miteinander kombinieren. Jedes Themengebiet des Lehrplans eines jeweiligen Schuljahres wird – zumindest zum Teil – behandelt, bei den Unterkapiteln sind durch die Lehrkräfte nach eigenem Ermessen Schwerpunkte zu setzen. Je nach Umfang des Religionsunterrichts pro Klasse und je nach Schulform sind spezifische Schwerpunktsetzungen und Differenzierungen pädagogisch sinnvoll, weshalb sie ausdrücklich zu begrüßen sind.

Die „Freikirchen in Österreich“ sind sich bei der Nennung all dieser Ziele bewusst, dass die angeführten Anliegen und Grundsätze selbst auf vieles hinweisen, was es erst zu erreichen gilt. Besonders die Hoffnung auf das Gelingen und das Vertrauen auf Gottes Hilfe sei aber eine Ermutigung dafür, das Gute unermüdlich zu suchen und sich daran zu beteiligen, dass die Welt etwas schöner, besser und gerechter wird.

 

Semesterübergreifendes Kompetenzmodell

Das zumindest europaweit Besondere an diesem Kompetenzmodell und den 14 Kompetenzen für die mündliche Reifeprüfung ist, dass sich alle Kirchen und Religionsgesellschaften, die in Österreich Religionsunterricht verantworten, darauf verständigt haben, welche Kompetenzbereiche und -dimensionen in den Blick genommen werden sowie welche Kompetenzen eine religiös gebildete Person auszeichnen.

 

14 Kompetenzbereiche und Kompetenzdimensionen

Das Kompetenzmodell für den freikirchlichen Religionsunterricht beinhaltet prozessbezogene Kompetenzbereiche und inhaltsbezogene Kompetenzdimensionen. Die Kompetenzbereiche werden durch Buchstaben A bis E gekennzeichnet. Die Zuordnung der schulstufenspezifischen inhaltsbezogenen Kompetenzen zu den Kompetenzbereichen erfolgt mithilfe dieser Buchstaben.

A

Wahrnehmen und beschreiben religiös bedeutsamer Phänomene (Perzeption)

B

Verstehen und deuten religiös bedeutsamer Sprache und Glaubenszeugnisse (Kognition)

C

Gestalten und handeln in religiösen und ethischen Fragen (Performanz)

D

Kommunizieren und (be)urteilen von Überzeugungen mit religiösen Argumenten und im Dialog (Interaktion)

E

Teilhaben und entscheiden begründeter (Nicht-)Teilhabe an religiöser und gesellschaftlicher Praxis (Partizipation)

Entsprechend der Domänenspezifität eines kompetenzorientierten Religionsunterrichts ist es gleichermaßen wichtig, dass darüber hinaus Kompetenzdimensionen identifiziert werden, die für religiöse Bildung grundlegend sind: Es handelt sich dabei um „Menschen und ihre Lebensorientierung“, „Gelehrte gelebte Bezugsreligion“, „Religion in Gesellschaft und Kultur“ sowie um „Religiöse und weltanschauliche Vielfalt“. Eine ausgewogene Thematisierung dieser Dimensionen ist wichtig, damit sich Schülerinnen und Schüler angesichts der Individualisierung und Pluralisierung von Religion kompetent verhalten können.

 

Kompetenzen für die mündliche Reifeprüfung „Freikirchliche Religion“

Die in der Oberstufe zu erwerbenden Kompetenzen sind besonders in Hinblick auf die Reifeprüfung folgende:

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, sich selbst, ihr Lebensumfeld und die Welt mit ihren Chancen, Problemen, Grenzen und Entwicklungsmöglichkeiten offen und differenziert wahrzunehmen und diese Wahrnehmung zum Ausdruck zu bringen.

Die Schülerinnen und Schüler können religiös bedeutsame Phänomene wahrnehmen. Sie (er)kennen und verstehen Sprach-, Kommunikations- und Gestaltungsformen, die für das religiöse Selbst- und Weltverständnis charakteristisch sind.

Sie erkennen die vielfältigen Dimensionen religiösen Denkens und Handelns und reflektieren die unterschiedlichen Zugänge zur Religion sowie verschiedene Ausdrucksformen von Spiritualität.

Die Schülerinnen und Schüler können die zentrale Botschaft, die Grundbegriffe, die Aussagen der wichtigsten Texte bzw. Lehren, sowie entscheidende Phasen und geschichtliche Schlüsselereignisse ihrer Religion/Konfession wiedergeben und deuten. Sie können in der Fülle des Einzelnen religionsspezifische bzw. theologische Leitmotive entdecken.

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, zwischen verschiedenen kulturellen Ausprägungen ihrer Religion zu differenzieren, deren Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede zu erkennen und sensibel darzustellen.

Die Schülerinnen und Schüler können Grundformen religiöser Praxis (zB Rituale bzw. religiöse Riten und Feiern) in ihrer allgemeinen und persönlichen Bedeutung beschreiben und reflektieren.

Die Schülerinnen und Schüler können eigene religiöse Vorstellungen auf Grund der zentralen Deutungsmuster ihrer Religion reflektieren. Sie können wichtige Grundlagen anderer Religionen/Konfessionen/Weltanschauungen darlegen.

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, die zentralen Deutungsmuster ihrer Religion mit den Deutungsmustern anderer religiöser Traditionen/Weltanschauungen/Weltbilder in Beziehung zu setzen.

Auf Basis ihres Wissens und der erworbenen dialogischen Grundhaltung sind die Schülerinnen und Schüler in der Lage, in der (religions)pluralen Gesellschaft mit Angehörigen anderer Kulturen, Konfessionen und Religionen respektvoll zu kommunizieren.

Die Schülerinnen und Schüler können verschiedene (religiös fundierte) Modelle ethischen Handelns beschreiben und beurteilen.

Die Schülerinnen und Schüler sind fähig, auf der Basis religiöser Grundwerte zu ethischen Konflikten sowie den damit verbundenen gesellschaftlichen Diskursen Stellung zu nehmen.

Die Schülerinnen und Schüler sind fähig, die zentrale Botschaft und die Deutungsmuster ihrer Religion als relevant für das Leben des/der Einzelnen und das Leben in der Gemeinschaft aufzuzeigen und zu würdigen.

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, in (inter)kulturellen und ethischen Herausforderungen unserer Welt Handlungsoptionen zu entwickeln und zu begründen, sowie Möglichkeiten von eigenem verantwortlichem Handeln zu beschreiben.

Die Schülerinnen und Schüler können einen verantwortlichen Umgang mit Mensch und Natur darlegen

 

Bildungs- und Lehraufgabe, Lehrstoff:

Inhaltsbezogene Kompetenzen der einzelnen Schulstufen (Module)

Der Lehrplan gliedert die Bildungs- und Lehraufgaben sowie die Lehrstoffe in Lernstufen (Klassen) und darüber hinaus ab der 2. Klasse in Semester. An zumindest dreijährigen mittleren und höheren Schulen (neue Oberstufe) bilden die Semester von der 10. bis zur vorletzten Schulstufe Kompetenzmodule und bildet die jeweils letzte Schulstufe dieser Schulen ein Kompetenzmodul. An der Oberstufe der allgemein bildenden höheren Schule entsprechen die 1. bis 4. bzw. 5. Klassen den 5. bis 8. bzw. 9. Klassen, an berufsbildenden höheren Schulen entsprechen die 1. bis 5. Klassen den I. bis V. Jahrgängen.

1. Klasse (1. und 2. Semester)

Kompetenzdimension Menschen und ihre Lebensorientierung

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Bewusstsein entwickeln für:

die Frage nach dem (Un)Sinn des Lebens

die eigene Suche nach Orientierung und eigener Identität, Veränderung des eigenen Körpers; nach Sinn und deren Ausdrucksformen

jede Person als Schöpfung Gottes

die neue Identität durch Christus

Beziehungen als kostbare Gaben

Benennen:

der Erfahrung von Glück und Leid, Trennung und Verlust, Niederlage und Sieg

der eigenen Orientierungssuche in Freundschaft, Sexualität und Partnerschaft

persönlicher Erfahrungen in der Nachfolge Jesu

 

B Verstehen/ Deuten

Problembewusstsein entwickeln für:

die Gefahren der Informations- und Kommunikationstechnologie; der Genussfähigkeit und des Suchtverhaltens; von Esoterik, Okkultismus, Spiritismus

Auseinandersetzen mit:

Beziehungen, verschiedenen Rollen des Individuums in der Gesellschaft (Familie, Peers, Schule, Gemeinde, Jugendgruppe, Vereine, Konsument, Staatsbürger, Rechtsperson, etc.); verschiedenen Idealbildern, Vorbildern und Idolen

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren über:

die Bedeutung des individuellen Glaubenszeugnisses

eigene Kommunikation und wesentliche Aspekte der Gesprächskultur

 

Kompetenzdimension Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und darstellen:

der Verfassung und Organisation der Bündnisgemeinschaft „Freikirchen in Österreich“

der einzelnen Bündnisgemeinschaften im Überblick und der Strukturen der einzelnen Bünde

der Rechtssituation der „Freikirchen in Österreich“

gemeinsamer Glaubensgrundlagen im Überblick

Lektüre:

5 Mosebücher und synoptische Evangelien

 

B Verstehen/ Deuten

Einordnen:

der Kirchengeschichte: von den Anfängen bis zum karolingischen Kaiserreich

Nennen und erklären:

der Vielfalt der biblischen Gottesvorstellungen und Namen Gottes sowie des 1. Gebots

des Monotheismus des AT als historisch-kulturelles und als spirituelles Phänomen; Polytheismus in Kulturen des Altertums (insbesondere Zeugnisse aus dem AT und die griechisch-römische Götterwelt)

Israel zur Zeit Jesu (religiöse Gruppierungen)

Verstehen und Deuten von biblischen Aussagen:

aus dem AT: der Messias und entsprechende Aussagen von Propheten

aus dem NT: Jesus Christus, als Messias und Erlöser: damals und heute

zur Nachfolge Jesu, Bekehrung und Taufe

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Unterscheiden von:

Idealbildern und Götzen im biblischen Kontext und heute

 

C Gestalten/ handeln

Anwenden:

biblischer Lebensbilder als Vorbilder christlichen Glaubens und für die persönliche Nachfolge: die Apostel und die Zeug(inn)en des Lebens und Wirkens Jesu

 

Kompetenzdimension Religion in Gesellschaft und Kultur

B Verstehen/ Deuten

Problembewusstsein entwickeln für:

Autoritäten, Hierarchien und die Rolle des Staates im persönlichen Leben des Individuums

Erfahrungen und Auseinandersetzung mit der Natur; ökonomischer, ökologischer und sozialer Fortschritt; Chancen und Gefahren des Fortschritts

Grenzen des Wachstums, nachhaltige Entwicklungen, Machbarkeitswahn

Aufteilung der Welt in unterschiedliche ökonomische Zonen und damit verbundene Probleme

Wirtschaftssysteme (Kapitalismus, Kommunismus und der „Dritte Weg der christlichen Sozialreform“)

Verteilung des Reichtums in der Welt

Verhältnis von Glauben und Wissen

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Stellung beziehen zum Thema:

Schöpfer und Schöpfung/ Geschöpfe

Tierethik

Ethik für das Leben

 

C Gestalten/ Handeln + E Teilhaben/ entscheiden

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

im Konsum- und Umweltverhalten, Umgang mit Geld und Gütern

Beziehungen, verschiedene Rollen des Individuums in der Gesellschaft (Familie, Peers, Schule, Gemeinde, Jugendgruppe, Vereine, Konsument, Staatsbürger, Rechtsperson, etc.)

 

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Kennen und unterscheiden:

anderer christlicher Konfessionen, deren Gemeinsamkeiten und Besonderheiten

Erläutern:

der Trennung von Kirche und Staat in Österreich

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und darstellen:

unterschiedlicher Erscheinungsformen und Funktionen von Religion und Weltanschauung

der Religionen der Welt

der wichtigsten religiösen Riten und Gebräuche des Judentums heute, aufbauend auf den alttestamentlichen Schriften

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

(An)erkennen:

des alttestamentlichen Judentums als Grundlage für das Christentum

Vergleichen und in Beziehung setzen:

des alttestamentlichen Judentums mit dem Christentum

Reflektieren und (kritisch) beurteilen:

der Geschichte des Judentums in der Diaspora, von Antisemitismus und Shoah

 

2. Klasse (3. Semester)

Kompetenzdimension Menschen und ihre Lebensorientierung

A Wahrnehmen/ Beschreiben + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Erkennen, mitteilen, vergleichen und bewerten von:

Freiheiten und Zwängen in der Lebenswelt Jugendlicher

Glück-Erfahrungen und Glücksvorstellungen

Identitätssuche durch Freiheitsideale sowie Ausprobieren/ Überschreiten von Grenzen

unterschiedlicher Qualität von Sinnangeboten; Jugendkulturen, Trends, Szenen; Symbolen der Lebenssituation Jugendlicher, Ritualen, Initiationsriten

Krisen und Schicksalsschlägen, Ängsten, Suizid

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Unterscheiden können von:

Lebensfreude und Hedonismus

Einsicht erlangen in und beurteilen von:

Fragen bzw. Erfahrungen von Sinn, Sinnverlust und Sinnlosigkeit

gesellschaftlichen Phänomenen wie Aggression, Gewalt und Gewaltlosigkeit, Konflikten und Konflikt-bewältigung, Krieg und Frieden

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten + C Gestalten/ Handeln

Reflektieren von, Sensibilität und Achtsamkeit entwickeln für:

den Umgang mit der eigenen Sexualität, die Verantwortung für den/die Partner/in, biblisch-christliche Werte in diesem Bereich

Anerkennen, interpretieren und selbst gestalten von:

Kunst und künstlerischer Tätigkeit als Ausdrucksformen des Lebens, religiösen/ spirituellen Themen in der Kunst, künstlerischer Gestaltung kirchlicher Bereiche

 

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten + C Gestalten/ Handeln

Kennenlernen/ beschreiben, auseinandersetzen mit, mitgestalten:

von freikirchlicher Gemeinde als Organisationsform und soziales Modell

christlichen Lebens in der Gemeinde

der diakonischen Arbeit (frei)kirchlicher Hilfsorganisationen

kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit und verschiedener Formen der Mission

 

E Teilhaben/ Entscheiden

Motivation entwickeln für:

christliches Engagement im gemeindlichen und über-/ außergemeindlichen Kontext

 

B Verstehen/ Deuten

Einordnen:

der Kirchengeschichte: Kirche und Reformbewegungen im Mittelalter (Orden, Klöster, Armutsbewegung, Franziskus), Vor-Reformation (Waldenser, Wyclif, Hus), Reformation (Luther, Zwingli, Calvin) sowie der Täuferbewegung (als Vorläufer freikirchlichen Glaubenslebens)

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Lektüre:

Geschichtsbücher des AT

Johannes-Evangelium und Apostelgeschichte

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten + C Gestalten/ Handeln

Kennenlernen und erarbeiten:

der Einordnung biblischer Texte im gesamtbiblischen/ heilsgeschichtlichen Kontext am Beispiel des Buches Ruth

verschiedener Interpretationsmöglichkeiten biblischer Texte am Beispiel des Hohelieds Salomos

von Methoden der Auslegung und Anwendung biblischer Texte am Beispiel der geschichtlichen Bücher im AT und NT, insbesondere der Apostelgeschichte

Erkennen, unterscheiden und anwenden:

der Bibel als Textsammlung, Erkenntnisquelle und Selbstoffenbarung Gottes im täglichen Leben

der Bedeutung des Heiligen Geistes und seines Wirkens in der Apostelgeschichte und heute: die Charismen und die Geistestaufe

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Sich einen Überblick verschaffen und untersuchen:

des Themas Liebe (im Sinne der Partnerschaft) in biblischen Texten

Unterscheiden von:

Liebe als Agape, Philia und Eros; Liebesgebot Jesu; Feindesliebe; 1. Korinther 13

– eine Sichtweise entwickeln für:

Gemeinde als Leib Christi

Verstehen und aneignen:

des Apostolischen Glaubensbekenntnisses

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Verständnis entwickeln für, sich eine Meinung bilden, diskutieren über:

theologische Themen/ Fragestellungen wie allgemeines Priestertum, Gemeinschaft der Heiligen, Missionsauftrag, die Frage nach der Rechtfertigung

Auseinandersetzen mit:

Themen wie Konfrontation mit dem Tod, Begräbnisritualen, Jenseitsvorstellungen, Auferstehung, Welt-untergang und Endzeiterwartung

Sich klar werden über:

die Relevanz eines persönlichen Glaubenslebens

die Relevanz der biblischen Neugeburt (Johanes 3) für den eigenen Heilsweg

 

2. Klasse (4. Semester)

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Kennen, darlegen, erläutern:

der wichtigsten Grundbegriffe und zentralen Botschaften des Islam

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Vergleichen und in Beziehung setzen:

der drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Wahrnehmen und beschreiben von:

Unterschieden bei Ausdrucksformen des Lebens sowie religiöser Themen in der Kunst/ der künstlerischen Gestaltung in einzelnen christlichen Konfessionen bzw. in den Weltreligionen

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Kenntnis erlangen von, beurteilen von, Stellung beziehen zu, abgrenzen von:

religiösen Sondergemeinschaften, Sekten, Zivilreligion

funktionalisierten Formen der Religiosität, Aberglaube

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Auseinandersetzen:

mit der Begegnung mit dem Fremden (individuell, kulturell, religiös)

Reflektieren, beurteilen von:

eigenen Vorurteilen und denen anderer; Sündenbockmechanismen, Rassismus, Antisemitismus

Sensibilität und Problembewusstsein entwickeln für:

multikulturelle und religiös-plurale Formen des Zusammenlebens in der Gesellschaft

 

C Gestalten/ Handeln + E Teilhaben/ Entscheiden

Verantwortungs- und respektvoll und wertschätzend umgehen:

mit Fremden (individuell, kulturell, religiös), auf der Grundlage biblischer Wertvorstellungen

 

Kompetenzdimension Religion in Gesellschaft und Kultur

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Kennenlernen:

der Bereiche Ethik und Moral allgemein,

verschiedener Möglichkeiten ethischen Denkens (zB Pflichtethik, Utilitarismus)

ethischer Argumentationsarten

Bewusstsein entwickeln für und auseinandersetzen mit:

ethischen Begriffen wie Gewissen, Gut und Böse

psychischen sowie moralischen Prozessen der Wahrnehmung, Urteilsbildung, verantwortliches Handeln

Verhalten wie Zivilcourage und humanitärem Engagement

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Erarbeiten und Beurteilen:

der Menschenrechte und ihrer Umsetzung in verschiedenen Gesellschaftsformen

der Weltanschauung des Humanismus

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen + C Gestalten/ Handeln + E Teilhaben/ Entscheiden

Erarbeiten, Vergleichen, Bewerten, Anwenden und Aneignen:

individueller und biblischer Wertvorstellungen sowie daraus folgenden Einstellungen und Verhaltensweisen im Umgang mit sich selbst, anderen Menschen, der Schöpfung

 

B Verstehen/ Deuten + E Teilhaben/ Entscheiden

Problembewusstsein bzw. Bereitschaft entwickeln für:

Abhängigkeiten und sozial verantwortete Selbstbestimmung, gesellschaftlich sowie individuell

Umgang mit Verantwortung

 

B Verstehen/ Deuten + D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Bewusstsein entwickeln für und Stellung beziehen zu:

Formen alternativer und naturbezogener Lebensführung

wichtigen Aspekten der Umwelt-, Sozial- und Medizinethik

 

C Gestalten/ Handeln + E Teilhaben/ entscheiden

Sensibilität, Achtsamkeit, respektvollen Umgang entwickeln für:

die Würde des Menschen und Schutz des Lebens als Grundlagen für das Zusammenleben

Leben mit Einschränkungen und Behinderungen

 

3. Klasse (5. Semester)

Kompetenzdimension Menschen und ihre Lebensorientierung

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Bewusstsein entwickeln für:

Reifungsprozesse und die eigene Adoleszenz

den Wunsch, anders zu sein

die Ich-Findung in der Spannung zwischen Selbstwertgefühl und Geltungsdrang

Kennen und Darstellen:

der Erlösungsangebote der Jugendkultur

verschiedener Persönlichkeitsmodelle

eines Selbstkonzepts

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Bewusstsein entwickeln für:

das Phänomen des Bösen

Be- und Entschleunigung

 

C Gestalten/ Handeln

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

für einen verantwortungsbewussten Umgang mit sexuellen Wünschen und Bedürfnissen; für den Umgang mit Tabus

im Umgang mit Leistung und Leistungsdruck; im Umgang mit Kritik, Zweifel und Fehlern

Anwenden:

von Vergebung und Versöhnung

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren über:

Weisheitsbücher

Männer und Frauen zwischen Geschlecht und gesellschaftlicher Erwartung, Feminismus, Gender-Studies

 

Kompetenzdimension Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und Darstellen:

der Kirchengeschichte vom 16. – 19. Jahrhundert

der Erweckungsbewegungen

von Säkularisierung und Aufklärung

der Entstehung und Bedeutung der Bibel als Textsammlung

Lektüre:

Paulinische Briefe

Weisheitsbücher

Kenntnisse aneignen von:

bedeutenden Theologen und Persönlichkeiten in der Geschichte der Freikirchen und der Kirchengeschichte

der Herrnhuter Brüdergemeine

(An)erkennen:

der Bedeutung der Inspiration der Bibel

 

B Verstehen/ Deuten

Verstehen und Deuten von biblischen Aussagen:

biblisches Menschenbild: Seele und Geist als untrennbare Bestandteile der Persönlichkeit

Schuld und Sünde: (nicht)religiöse Bewältigungsversuche

Auseinandersetzen mit:

Entstehung und Bedeutung der Bibel als Textsammlung

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren und (kritisches) Beurteilen:

von Sondergemeinschaften und Kirchen; von lebensfördernden und einengenden religiösen Wegen; von Fundamentalismus im religiösen, politischen und gesellschaftlichen Bereich

verschiedener Zugänge und Möglichkeiten der Textauslegung: Interpretation, Exegese, Hermeneutik, die Bedeutung der Inspiration der Bibel

Religionskritik, Theologie als Wissenschaft

Darwinismus, Evolutionstheorie und biblische Schöpfung

 

3. Klasse (6. Semester)

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und Darstellen von:

Hinduismus, Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus

verschiedenen Naturreligionen

 

B Verstehen/ Deuten

Auseinandersetzen mit:

Mythen der Menschwerdung

 

E Teilhaben/ Entscheiden

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

in mystischen und spirituellen Traditionen

in verschiedenen Formen der Heiligung

 

Kompetenzdimension Religion in Gesellschaft und Kultur

B Verstehen/ Deuten

Einordnen:

des Dekalogs und anderen Rechtssystemen bzw. Regulationen im AT (religiös und säkular)

der Bergpredigt, das Revolutionäre an der Botschaft Jesu im NT (religiös und säkular)

Vergleichen und in Beziehung setzen:

des biblischen Menschenbilds, mit Seele und Geist als untrennbare Bestandteile der Persönlichkeit

 

C Gestalten/ Handeln

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

im Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen, Raubbau und Umweltprobleme; Technisierung und Industrialisierung, Mobilität und Verkehr

im Blick auf den Klimawandel als Herausforderung der Gegenwart

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren und (kritisches) Beurteilen von:

verschiedenen Bereichen der Technik-Ethik: Gentechnik, Biotechnik, Reproduktionstechnik, Informationstechnologie

Wirtschaftstheorien und –modellen (Entwickeln einer Ethik in der Wirtschaft)

Gefährdung der Würde des Lebens

Reflektieren über:

Gesellschaftsverträge und Utopien; Staat, Rechte und Pflichten des Individuums

Sozialethik und Widerstand

Stellung beziehen zu:

politischen Strömungen wie Sozialismus, Kommunismus, Liberalismus, Nationalismus

gesellschaftlicher Solidarität

Fragen nach der Gerechtigkeit im persönlichen, sozialen und globalen Leben, Initiativen

 

4. Klasse (7. Semester)

Kompetenzdimension Menschen und ihre Lebensorientierung

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Bewusstsein entwickeln für:

Aufbrüche und Umbrüche im Jugendalter (erwachsen werden in der Spannung zwischen Reife und Neuanfang)

Kennen und Darstellen:

von Verständnisebenen der Wirklichkeit (Mythos, Wahrheit, Symbole, Realität und Virtualität)

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Kennen und unterscheiden:

von philosophischen, psychologischen und soziologischen Menschenbilds; und diese mit christlichen in Beziehung setzen

 

B Verstehen/ Deuten

Auseinandersetzen mit:

Zukunftsentwürfen, Utopien und Apokalypsen

dem Gegensatz von Gut und Böse im biblischen Kontext, Theodizee (Frage nach dem Leid, dem Bösen, etc.)

der Veränderung eigener Gottesvorstellungen

der Frage nach der Beweisbarkeit Gottes

Verstehen und Deuten von biblischen Aussagen:

aus dem AT: Psalmen als prophetische Texte

 

C Gestalten/ Handeln

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

im Blick auf Arbeit und neuen Formen der Arbeit

Entwickeln:

von eigenen Lebensentwürfen

der eigenen beruflichen Zukunft

Anwenden:

von Psalmen, Klageliedern und Sprüchen als Spiegelbild des persönlichen Glaubenslebens und der alltäglichen Lebensführung

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren und (kritisches) Beurteilen:

der Vielfalt familiären Zusammenlebens und der individuellen Familienplanung

von Partnerschaft (Wunschvorstellungen und Wirklichkeit)

der aktuellen Diskussion über geschlechtsspezifische Lebensstile

der biblischen Sicht von Ehe und Familie

Stellung beziehen zu:

der Frage nach den Zielen im Leben

 

E Teilhaben/ Entscheiden

Bezeugen von:

eigenen Glaubenserfahrungen

 

Kompetenzdimension Gelehrte und gelebte Bezugsreligion

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Kennen und Darstellen:

der Rolle der Freikirchen als gesellschaftlicher Faktor in Österreich

Lektüre:

Offenbarung

Bewusstsein entwickeln für:

Christenverfolgung in der Geschichte und Gegenwart

 

B Verstehen/ Deuten

Auseinandersetzen mit:

modernen gesellschaftlichen Tendenzen und Trends im Bereich der Religionen

Einordnen:

der Kirchengeschichte: 20. und 21. Jahrhundert

von Glaubensvorbildern: Märtyrer und Heilige in dieser Zeit

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren über:

Gebrauch und Missbrauch religiöser Ausdrucksformen

unser Leben jetzt und in der Zukunft anhand der Offenbarung

 

4. Klasse (8. Semester)

Kompetenzdimension Religiöse und weltanschauliche Vielfalt

A Wahrnehmen/ eschreiben + B Verstehen/ Deuten

Erläutern:

des Weltethos

 

B Verstehen/ Deuten

Auseinandersetzen mit:

Erscheinungsformen des Atheismus

 

C Gestalten/ Handeln

Achtsamkeit und Sensibilität aneignen:

im Dialog mit anderen Religionen

in der Herausforderung mit Atheismus und christlichen Antworten

 

Kompetenzdimension Religion in Gesellschaft und Kultur

A Wahrnehmen/ Beschreiben

Lektüre

AT: Prophetenbücher

NT: Nicht-paulinische Briefe

 

A Wahrnehmen/ Beschreiben + B Verstehen/ Deuten

Erläutern:

eines Beitrags des Christentums zur Entwicklung von Zivilisation, Kunst und Kultur

wesentlicher ideologischer Systeme der Gegenwart und ihrer Dynamik (Faschismus und Totalitarismus, Demokratie, Pluralismus, Relativismus)

des Wertewandels in der postindustriellen Gesellschaft, zB Kultur des Infotainments, Synkretismus

 

B Verstehen/ Deuten

Auseinandersetzen mit:

alternativen Modellen im naturwissenschaftlichen, sozialen, ökologischen, ökonomischen Bereich

 

C Gestalten/ Handeln

Entwickeln:

von Gesellschaftsverantwortung und Zivilcourage durch das Vorbild der Propheten im AT

einer Berufsethik

von Gewaltlosigkeit und Frieden mit der gesamten Schöpfung als Lebensprinzipien

 

D Kommunizieren/ (Be)urteilen

Reflektieren und (kritisches) Beurteilen von:

der Verantwortung der Wissenschaft: Fortschrittsdenken, Machbarkeitswahn versus Zukunftsangst

dem Umgang mit Atomenergie

aktuellen Aspekten naturwissenschaftlicher Forschung

 

5. Klasse (9. Semester)

Die Kompetenzbereiche des 7. Semesters (8. Klasse 1. Modul) sind zu vertiefen und zu ergänzen.

 

5. Klasse (10. Semester)

Die Kompetenzbereiche des 8. Semesters (8. Klasse 2. Modul) sind zu vertiefen und zu ergänzen.