Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Lehrpläne - islam. Religionsunterricht an Pflichtschulen, mittleren und höheren Schulen, Fassung vom 23.03.2019

§ 0

Langtitel

Bekanntmachung der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur betreffend die Lehrpläne für den islamischen Religionsunterricht an Pflichtschulen, mittleren und höheren Schulen
StF: BGBl. II Nr. 234/2011

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes, BGBl. Nr. 190/1949, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. Nr. 256/1993, wird bekannt gemacht:

Art. 1

Text

Die nachstehend genannten Anlagen für Lehrpläne für den islamischen Religionsunterricht wurden von der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich hinsichtlich aller Schulstufen mit Wirksamkeit vom 1. September 2011 erlassen und werden hiermit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes bekannt gemacht:

 

1.

Allgemeine Bestimmungen der Lehrpläne für den islamischen Religionsunterricht

                            

Anlage 1

2.

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an Volksschulen

                            

Anlage 2

3.

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an Hauptschulen und der Volksschuloberstufe

                            

Anlage 3

4.

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an Polytechnischen Schulen

                            

Anlage 4

5.

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an Sonderschulen

                            

Anlage 5

6.

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an berufsbildenden Pflichtschulen, berufsbildenden mittleren und höheren Schulen und Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung

                            

Anlage 6

7.

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an allgemein bildenden höheren Schulen

                            

Anlage 7

8.

Anhang für den Lehrplan für islamische Religion

                            

Anlage 8

 

Anl. 1

Beachte für folgende Bestimmung

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Text

Anlage 1

ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN

DER LEHRPLÄNE FÜR DEN

ISLAMISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT

Allgemeines Bildungsziel des islamischen Religionsunterrichtes

Der Religionsunterricht als eigener Unterrichtsgegenstand betrachtet es als seine vornehmste Aufgabe, an der Entwicklung der Jugend nach sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen, ihrer Entwicklungsstufe entsprechenden, Unterricht – entsprechend dem §2 (1) des Schulorganisationsgesetzes i.V.m. Art. 14 (2) 5 B-VG – mitzuwirken. Die konfessionelle Prägung des Religionsunterrichtes führt zu einer klaren Orientierung der Schülerinnen und Schüler und befähigt sie dazu, einen eigenen Standpunkt einzunehmen und gleichzeitig den Standpunkt von Mitschülerinnen und Mitschülern anderer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung zu respektieren und zu akzeptieren. In der Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich soll ein Beitrag zur Bildung von Identität geleistet werden, der eine verantwortungsbewusste, unvoreingenommene, von Toleranz geprägte und selbstbestimmte Lebensführung in einer pluralistischen Gesellschaft ermöglicht.

Der Unterricht versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern sowie an der Schule und hat die Erziehung zur muslimischen Österreicherin und zum muslimischen Österreicher bzw. zu Muslimen, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben, zum Ziel. Hierbei ergibt sich eine Verbindung zur Förderung der staatsbürgerlichen Erziehung, wie sie aus Art. 14 Abs. 5a B-VG und § 2 SchOG hervorgeht. Der islamische Religionsunterricht gewinnt seinen Standpunkt aus seiner Orientierung an den Quellen des Islam und geht gleichzeitig von der konkreten Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler aus. Dabei werden die unterschiedlichen Herkunftsländer mancher Schülerinnen und Schüler durchaus wahrgenommen und als Bereicherung betrachtet – wichtigstes Ziel ist allerdings die Herausbildung einer Identität, die Österreich als Heimat und den Islam als persönliches Glaubensbekenntnis anerkennt. Erst in der Hinwendung zu Österreich kann ein verantwortungsvolles, konstruktives und sinnvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse und Identitäten umgesetzt werden.

Allgemeine Bildungs- und Lehraufgaben des islamischen Religionsunterrichtes

Im Unterricht sollen sich die Schülerinnen und Schüler der Sinnfrage stellen und einen persönlichen Weg zu Gott finden. Sie sollen sich in ihrer Verantwortung vor Gott, vor sich selbst, vor ihren Mitmenschen und vor der Schöpfung insgesamt besonders für die Weiterentwicklung der Menschheit, für Gleichheit, Respekt, Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.

Der Unterricht stellt einen Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Schule und die religiöse Bildung einen Teil der Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler dar. In seiner ethisch-moralischen Begründung unterstützt der islamische Religionsunterricht grundlegend alle Aufgabenbereiche der Schule.

Durch Wissensvermittlung im Bereich der islamischen Religion und der Betonung der österreichisch-islamischen Identität erfolgt ein Beitrag zur ethisch-moralischen Werte-Erziehung junger Menschen, welcher sie befähigt, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und eigenverantwortlich und in Respekt anderen gegenüber zu handeln.

Allgemeine didaktische Grundsätze des islamischen Religionsunterrichtes

Am islamischen Konsens orientiert – authentisch

Der Unterricht ist ein konfessioneller Unterricht, dessen Inhalte authentisch aus den islamischen Quellen heraus begründet und auf Österreich und die österreichische Gesellschaft als Ort und das 21. Jahrhundert als Zeit bezogen werden. Er orientiert sich am Islam der Mitte und lehnt jeglichen Radikalismus und Extremismus ab. Ermutigend zu einer Wahrnehmung der dem Islam innewohnenden Dynamik, stellt sich der islamische Religionsunterricht den Herausforderungen der modernen Zeit. Mit der zunehmenden Mobilität und dem schnellen Wandel der Bedürfnisse der Menschen steigt auch die Frage nach der Flexibilität seiner Ansichten und methodischen Vorgehensweisen. In diesem Kontext berücksichtigen die islamischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer die dem Islam innewohnende Prioritätenregel und stellen den Schülerinnen und Schülern zeitgemäße und gleichzeitig religiöse Handlungsoptionen zur Verfügung.

Ganzheitlich

Der Unterricht ist ein ganzheitlicher Unterricht, welcher die Dimensionen Körper, Seele und Geist gleichermaßen anspricht. Dies ergibt sich direkt aus der Lehre des Islam als einer Religion, welche alle Dimensionen des menschlichen Daseins thematisiert und um eine Balance zwischen ihnen bemüht ist. Die Lehrkräfte haben daher die jeweiligen Inhalte aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und innerhalb des islamischen Kontextes didaktisch und methodisch so aufzubereiten, dass die Schülerinnen und Schüler ein ganzheitliches Verständnis für ihre Religion entwickeln können.

Schülerorientiert

Im Unterricht stehen die Schülerin und der Schüler im Mittelpunkt des Unterrichtes. Die Lehrerin und der Lehrer bemühen sich darum, die jeweiligen Themen mit der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler zu verbinden und schüleraktivierende sowie handlungsorientierte Methoden anzuwenden. Dies kann nur bei Beachtung der unterschiedlichen Bedürfnisse sowie der sozialen und kognitiven Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler geschehen.

Geschlechtergerecht

In der Behandlung der Themen werden die unterschiedlichen Bedürfnisse und Zugänge der jungen Frauen und Männer berücksichtigt. In diesem Zusammenhang werden traditionelle Rollenzuschreibungen aus religiöser Perspektive thematisiert und konstruktiv kritisiert.

Zur Mündigkeit erziehend

Die Schülerinnen und Schüler werden zur Mündigkeit erzogen. In der Auseinandersetzung mit den Themen und Inhalten des Unterrichts werden die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt, Sachverhalte aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und selbstständig einen eigenen Standpunkt zu entwickeln und zu begründen. Ziel ist die, bzw. der aktive, verständige, verantwortungsbewusste, selbstbestimmte und an der Gesellschaft partizipierende Schülerin und Schüler.

Individualisierend

Die Lehrkraft hat jede ihrer Schülerinnen und Schüler als Individuum mit unterschiedlichen Grundvoraussetzungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten anzuerkennen. Die Einzigartigkeit jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers ist im Rahmen des Möglichen zu berücksichtigen. Darauf aufbauend werden sie in der Entwicklung ihrer Talente und Fähigkeiten unterstützt. Auf diese Weise entsteht ein geschützter Raum, der die Entfaltung der jedem Menschen von Gott gegebenen Potentiale ermöglicht und Unterschiede nicht wertend, sondern einander ergänzend und befruchtend wahrnimmt. Individualisierung setzt insofern bei den Schülerinnen und Schülern an, als die Kompetenz vermittelt werden soll, sich selbstgesteuert Wissen anzueignen und zu selbständigen und eigenen Erkenntnissen zu gelangen.

Identitätsstiftend

Im Unterricht befinden sich Schülerinnen und Schüler mit und ohne Migrationshintergrund, aus verschiedenen Kulturkreisen, religiösen Traditionen und Schulstufen sowie mit divergierendem Wissensniveau. Die Schülerinnen und Schüler werden befähigt, sich mit der eigenen Identität auseinander zu setzen und zu lernen, dass Identität immer kontextbezogen und situativ verstanden werden muss und dass jeder Mensch viele verschiedene Teilidentitäten in sich vereint. Die Gemeinsamkeiten der Schülerinnen und Schüler im islamischen Religionsunterricht bestehen in ihrer Zugehörigkeit zu Österreich und zum Islam – davon ausgehend sollen die Lehrerinnen und Lehrer in jeder Schulstufe die Elemente der österreichisch-islamischen Identität sowohl theoretisch als auch praktisch vermitteln.

Befähigend zu kritischem Denken und Handeln

Wie der Islam in seiner Lehre Mut zur produktiven Selbstkritik und zur Kritik der Tatbestände durch sachlichen, auf Fakten beschränkten Ratschlag predigt, so werden die Schülerinnen und Schüler zum kritischen Denken und Handeln befähigt. Es werden keine Tabus zugelassen und auch keine unantastbaren Inhalte vermittelt – es wird jedoch auch ein methodisch reflektierter Umgang mit Texten und Inhalten, der von Respekt und Achtung geprägt ist, erlernt.

Interdisziplinär – fächerübergreifend

Der Unterricht ist ein fester Bestandteil der Schulen und hat viele thematische Überschneidungen mit anderen Disziplinen. In der Durchführung fächerübergreifender Unterrichtseinheiten bemühen sich die Lehrerin und der Lehrer in jedem Jahr entweder an einem interdisziplinären oder interkonfessionellen Projekt zu beteiligen oder zumindest ein interdisziplinäres Projekt mit Kolleginnen und Kollegen zu planen und durchzuführen. Dies etwa mit Kolleginnen und Kollegen aus den Fächern Biologie, Geschichte, Geographie, künstlerische Bildung, da in den Lehrplänen dieser Fächer viele Anknüpfmöglichkeiten bestehen. Die interreligiöse Zusammenarbeit mit den Religionslehrerinnen und Religionslehrern anderer Konfessionen wird ausdrücklich empfohlen.

Diskursiv – diskussionsorientiert

Die sinnvolle Absicherung von Erkenntnissen entsteht im Diskurs. Weder der Monolog noch die stete Instruktion führen zu einer ernsthaften und wahrhaftigen Überzeugung und Identifikation mit den islamischen Idealen. Im Gegenteil - in der Diskussion erwerben die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit, Inhalte anhand der Quellen zu begründen und in Form einer sachlichen und themenbezogenen Argumentation mit ihren Schulkolleginnen und -kollegen auszutauschen.

Pflege der Lektüre religiöser Quellentexte im Original / Verwendung religiöser Fachbegriffe

Da religiöse Handlungen wie etwa das Gebet nicht ohne die arabische Rezitation etwa von Qur´anversen und anderen arabischen Texten verrichtet werden können, müssen die Schülerinnen und Schüler an die Lektüre von Qur´an und Hadith im Original herangeführt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen den Qur´an auf Arabisch im Original lesen und rezitieren können – wenn möglich in der kunstvollen Vortragsweise des Tadschwid.

Um dieses Ziel erreichen zu können wird den Unterrichtenden empfohlen, in der Volksschule wie in allen weiteren Schulstufen und Schulformen einen bestimmten Teil der Stunde (Anfang oder Ende) speziell zur Pflege der Rezitation und Lektüre zu reservieren. Da ein sehr unterschiedliches Niveau der Klasse in diesem Punkt zum Alltag gehört, sollen die Lehrkräfte hier besonders auf die individuelle Förderung achten.

Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler im Laufe ihres Religionsunterrichtes die wichtigsten religiösen Fachbegriffe sowohl in arabischer Sprache als auch in ihrer ungefähren Bedeutung erlernen. Dies ist deshalb notwendig, da oftmals keine äquivalenten bzw. eindeutigen Übersetzungen dieser Begriffe existieren.

In diesem Lehrplan wurde aus technischen Gründen eine vereinfachte Transkription für die arabischen Begriffe verwendet, die sich an der englischen Umschrift orientiert.

Akzentuierungen durch die Lehrkraft

Lehrerinnen und Lehrer erhalten mit den vorliegenden Lehrplänen einen Überblick über Inhalte und Ziele des Unterrichts. Allerdings steht es der Lehrperson zu, im eigenen Unterricht unterschiedliche Akzentuierungen vorzunehmen und Schwerpunkte zu setzen, so dass Inhalte je nach Klassensituation mit unterschiedlicher Intensität und unterschiedlichen Methoden vermittelt werden können. Dies umso mehr, als der IRU je nach situativen Gegebenheiten entweder eine oder zwei Wochenstunden umfasst – es liegt demnach im Verantwortungsbereich der Lehrerin und des Lehrers, aus den vorgegebenen Lehrstoffen gegebenenfalls nur eine begründete Auswahl zu lehren.

Dabei ist zu beachten, dass die Ordnung der Themenbereiche keinen notwendigen inneren Zusammenhang bzw. keine zeitliche Reihenfolge vorschreibt.

Es soll darüber hinaus im Unterricht immer auch möglich sein, Bezüge zu aktuellen Themenstellungen herzustellen und diese genauer zu betrachten.

Zusätzliche Hinweise

Die Lehrerinnen und Lehrer sind dazu angehalten, in ihrer konkreten Planung für das Schuljahr die Lehrinhalte in Kernbereiche und Erweiterungsbereiche, die je nach Möglichkeit absolviert werden können, zu teilen, da einige Schülerinnen und Schüler zwei Wochenstunden Religionsunterricht erhalten und andere nur eine.

Weiterhin ist auf unterschiedliche Bedingungen in Hauptschulen Rücksicht zu nehmen: je nach Aufnahmefähigkeit der Schülerinnen und Schüler können von den Lehrerinnen und Lehrern jederzeit Themen des AHS-Lehrplans für den islamischen Religionsunterricht zu den Themenfeldern der Hauptschule hinzugefügt werden (Differenzierung).

Es soll beachtet werden, dass diese Lehrpläne sowohl für die jeweils angegebenen Schularten gelten, als auch – nach Adaptierung durch die Lehrpersonen auch für die Höheren Anstalten der Lehrer- und der Erzieherbildung (in Anlehnung an AHS), die Volksschuloberstufe (in Anlehnung an die Hauptschule) sowie die Berufsschulen (in Anlehnung an BMHS).

Die Inhalte des Lehrplans für islamische Religion in den unterschiedlichen Schularten und Schulstufen gründen sich auf die Interpretation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich als offizielle Vertretung der Musliminnen und Muslime in diesem Land und steht in keinem Widerspruch zu staatlichem Recht.

Anl. 2

Beachte für folgende Bestimmung

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Text

Anlage 2

LEHRPLAN FÜR DEN ISLAMISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN VOLKSSCHULEN

Allgemeine didaktische Überlegungen zum Volksschullehrplan

Der Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an der Volksschule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Jeder Schulstufe ist ein Motto vorangestellt, welches die Inhalte dieses Jahrganges zusammenfassend beschreibt und definiert. In den darauf folgenden, in jeder Schulstufe wiederkehrenden Themenkreisen befinden sich konkretere Beschreibungen des Lehrstoffs, welche die Grundlage für die eigenverantwortliche Planung und Durchführung des Unterrichts durch die Lehrerin bzw. durch den Lehrer darstellen. In ihrer jeweiligen Planung soll die Lehrerin bzw. der Lehrer beachten, dass die Inhalte mit Rücksicht auf die jeweiligen Voraussetzungen der Kinder erarbeitet werden. Bei der konkreten Planung ist weiterhin die Wochenstundenzahl zu beachten und eine eventuelle Beschränkung der Themen zu begründen.

Der Lehrplan ist mit dem allgemeinen Bildungsziel und den Bildungs- und Lehraufgaben zielorientiert, gleichzeitig erhalten die Lehrpersonen mit den didaktischen Grundsätzen klare Leitlinien für ihr unterrichtliches Entscheiden und Handeln.

Der Inhaltsaspekt des Unterrichtes wird durch den Lehrinhalt abgedeckt, der von den Lehrerinnen und Lehrern möglichst ausgehend von den Erfahrungen, Interessen und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler vermittelt werden soll. Sinn im Leben eines Menschen kann nur im Bezug auf seine eigene Lebenswelt erfahren werden – ein persönlichkeitsbildender Religionsunterricht soll daher schülerzentriert gestaltet werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich als von Gott geliebte Geschöpfe erfahren und lernen, über ihr Leben und die Ereignisse in ihrem Leben zu reflektieren. Weiterhin sollen sie erkennen, dass jeder Mensch für sein eigenes Leben Verantwortung trägt und grundsätzlich befähigt ist, es innerhalb eines gewissen Rahmens selbst zu gestalten. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin erfahren, dass sie als Mitglieder der österreichischen Gesellschaft religiös sein können und ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in das gesellschaftliche Leben einzubringen haben.

Diese und die im Folgenden beschriebenen Ziele können auch durch situationsorientierte Lernanlässe und fächerübergreifenden Unterricht erreicht werden, wobei zu beachten ist, dass die Konzentrations- und Lernfähigkeit der Schülerinnen und Schüler so weit wie möglich individuell berücksichtigt wird. Im Lehrplan werden Anregungen zu sinnvollem Methodeneinsatz gegeben, wichtig ist ein maßvoller Methodenwechsel, der ein Bild der Vielfalt der jeweiligen Themen widerspiegelt und dadurch den Unterricht abwechslungsreicher werden lässt. Im islamischen Religionsunterricht bietet sich die Durchführung von Rollenspielen dazu an, erlebte Erfahrungen ausdrücken zu lernen und kreative und sinnhaltige Lösungen für Problemstellungen zu entwickeln. Sinnvoll ist weiterhin eine Bezugnahme der Inhalte auf den Jahreskreis und die jeweiligen kalendarischen Ereignisse.

Aufgrund der religiösen Erfordernis ist die Lehrperson dazu angehalten, die Schülerinnen und Schüler zum Lesen des Qur´ans im Original zu befähigen und Texte und Suren für das tägliche Gebet memorisieren zu lassen.

Lehrstoff der einzelnen Schulstufen:

1. Schulstufe: Ich bin nicht allein

Ich gehe (endlich) in die Schule – in meine Klasse gehen viele nette Schulkolleginnen und Schulkollegen

Wir sind eine Gemeinschaft – trotz aller Unterschiede

Obwohl die Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Kindergärten kommen, die Eltern vielleicht aus unterschiedlichen Ländern, sie zu Hause eventuell unterschiedliche Sprachen sprechen und sich auch im Essen unterscheiden, sind doch alle Mitglieder dieser einen und besonderen Klassengemeinschaft: sie unterstützen einander und profitieren von den vielen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie in die Schule mitgebracht haben. Sie sind Freunde, spielen gemeinsam, lernen gemeinsam, sitzen nebeneinander, teilen miteinander, feiern gemeinsam etc.

Ich habe viele Freunde – ohne sie ist mir fad

Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, Freundschaft zu schließen und anderen Menschen gegenüber freundlich und freundschaftlich zu begegnen – auch über die Freundschaft hinaus. „Die vollkommensten Gläubigen sind diejenigen, die den besten Charakter haben (…) und den anderen Menschen in Zuneigung und Freundlichkeit begegnen. Und es ist nichts Gutes in einem, der nicht anderen in Zuneigung und Freundlichkeit begegnet und dem andere nicht in Zuneigung und Freundlichkeit begegnen“. (Tabarani)

Sie sollen darüber hinaus erfahren, dass Freundschaft nicht unvermittelt entsteht, sondern es Bemühungen bedarf, um eine Freundschaft aufzubauen und zu pflegen: „Der Mensch hat den Charakter seines engsten Freundes. Darum soll jeder von euch schauen, wen er sich als engsten Freund nimmt.“ (Abu Dawud und Tirmidhi)

Wenn wir uns streiten, versöhnen wir uns wieder – so bleiben wir gute Freunde

Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, dass Streit und Versöhnung in einer Beziehung vorkommen und eine Freundschaft nicht belasten müssen. Sie sollen den respektvollen Umgang mit anderen Meinungen erlernen und befähigt werden, die eigene Meinung unabhängig von der Person auf eine Art und Weise zu präsentieren, die Andere nicht verletzt. Die Lehrkraft kann ausgehend vom Vers:“Stiftet Frieden zwischen ihnen“ (Hudschurat 49/9) diese Inhalte vermitteln und die Schülerinnen und Schüler dazu ermuntern, im Streitfall den ersten Schritt zur Versöhnung zu tun, wie es im Hadith empfohlen wird:“Es ist einem Menschen nicht erlaubt, dass er sich über drei Nächte von seinen Geschwistern fernhält, sie begegnen einander, und er wendet sich von diesem ab, und jener wendet sich von diesem ab. Und der Bessere der beiden ist der, welcher mit dem Friedensgruß beginnt.“ (Bukhari)

Sie sollen Verständnis erhalten, dass durch die Begrüßung eigene Gefühle, Aufmerksamkeit, Liebe und Respekt zwischen Mitmenschen zum Ausdruck kommen.

Salam alaikum – Der Friede sei mir Dir!

Die Schülerinnen und Schüler sollen den Friedensgruß erlernen, seinen Inhalt erfassen und ihn auch in ihrem Alltag anwenden. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Von den Menschen ist Allah am nächsten, wer zuerst mit dem Friedensgruß beginnt.“ (Abu Dawud)

Allah ist mein Schöpfer – nur Ihn bete ich an

Ich spreche mit Allah – wann und wo immer ich will - und auch in der Sprache, in der ich mich gut ausdrücken kann

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis das freie Bittgebet (Du´a) und seine Vorzüge und Wirkungen kennen und anwenden lernen. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Das Bittgebet (Du´a) ist das Wesentliche der Ibada/ des Gottesdienstes.“ (Tirmidhi) sowie „Wer Allah nicht um etwas bittet, dem lastet Er dies an!“ (Tirmidhi) Ein Beispiel für Du´a kann sein: Subhanaka (Alles Lob gebührt Dir, mein Gott, und aller Dank, ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Dir, ich bitte Dich um Vergebung und wende mich Dir in Reue zu).

Allah liebt mich (Allah liebt die Kinder)

Wichtig für die kindliche Entwicklung ist die Gewissheit, dass das Kind geliebt wird – von den Eltern, Freundinnen und Freunden sowie Lehrerinnen und Lehrern, natürlich aber auch von Gott. Den Schülerinnen und Schülern soll ein positives und liebevolles Gottesbild vermittelt werden, welches das Selbstbewusstsein des Kindes stärkt und seine persönliche Entwicklung unterstützt. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich immer der Gnade und Barmherzigkeit Gottes sicher sein und wissen, dass Allah voller Vergebung ist. Verknüpft werden kann dies auch mit dem Vermitteln der Befähigung, selber Gutes zu tun und sich für das Gute einzusetzen, denn „Allah liebt die, die Gutes tun“ (Ali-Imran 3/134). Dazu gehört auch, sich von jeglichem Bösen zu distanzieren und Abstand zu halten – etwa von überheblichen Einstellungen etc.

Allah passt auf mich auf

Ergänzend zu dem vorigen Kapitel sollen die Schülerinnen und Schüler die allgegenwärtige Präsenz Gottes als Zeichen Seiner Liebe und Seines Schutzes vermittelt bekommen (Yusuf 12/64).

Die Geschichte des Propheten Yusuf / Josef (a.s.) bietet sich in diesem Kontext als mögliche Ergänzung an – wie sehr Allah ihn trotz aller Schwierigkeiten geschützt und geehrt hat, oder auch die Geschichte der Auswanderung des Propheten (a.s.) mit Abu Bakr (r), als sie sich in der Höhle Thaur vor den Quraischiten versteckten.

Er hat die schönsten Namen – der Qur’an ist Sein Wort

„Wahrlich, Gott hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt, geht ins Paradies.“ (Bukhari) Allahs Namen sind wunderschön – die Schülerinnen und Schüler sollen durch die Auseinandersetzung mit ihnen erfahren, wer und wie Allah ist – nämlich al-Wadud (der Liebevollste) – ar-Rahman (der Barmherzigste) – ar-Rahim (der Allerbarmer) – al-Ghafur (der Verzeihende) – as-Salaam (der Friede) etc. Durch die Vermittlung der schönsten Namen Gottes aus dem Qur’an erfahren die Schülerinnen und Schüler auch, dass der Qur’an Gottes Wort ist – und dem Propheten (a.s.) durch den Engel Dschibril/Gabriel offenbart wurde.

Muhammad (a.s.) ist mein Gesandter – seinem Weg folge ich

Der Prophet (a.s.) war ein Waisenkind

Die Schülerinnen und Schüler sollen die wichtigsten Stationen im Leben des Propheten (a.s.) kennenlernen: bevor der Prophet geboren wurde, starb bereits sein Vater. Aber auch seine Mutter starb, als er noch ein Kleinkind war. Trotz der schwierigen Kindheit wurde er ein sehr beliebter und begabter junger Mann, der sich immer für das Gute einsetzte, für die Armen und die Schwachen – und für die Gerechtigkeit. Er kann somit die Vorbildfunktion für jedes Kind einnehmen – sie sollen erfahren, dass die Lebensumstände die Zukunft und die Perspektiven eines Menschen nicht vorherbestimmen und festlegen.

Alle liebten ihn und halfen ihm in seinem schwierigen Leben

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass der Prophet (a.s.) in seinem Leben trotz der Schwierigkeiten viel Unterstützung erfuhr: seine Familie war für ihn da – sein Opa und dann sein Onkel. Auch als er heiratete, unterstützte seine Frau ihn in allen Lebenslagen und war der wichtigste Partner für ihn. Im Gegenzug dazu war auch er für die Familie da – nahm etwa seinen Cousin Ali (r) in den Haushalt auf und unterstützte andere, wo immer er konnte.

Der Prophet Muhammad (a.s.) liebt mich und alle Kinder

In diesem Kapitel sollen die Schülerinnen und Schüler über die Beziehung des Propheten (a.s.) zu den Kindern erfahren: Er (a.s.) grüßte in der Regel die Kinder, die er auf der Straße traf (Bukhari) – und forderte ihre Eltern auf, ihnen die beste Erziehung zu geben – unabhängig von ihrem Geschlecht (Abu Dawud). Außerdem sagte er an sie gerichtet: „Ihr gehört zu den Menschen, die ich am meisten liebe!“ (Bukhari) Er spielte selber mit seinen Enkelkindern und verhinderte nicht, dass sie beim rituellen Gemeinschaftsgebet auf seinen Rücken kletterten, sondern verlängerte die Niederwerfung sogar, so dass sie länger spielen konnten (Ibnu Hadschar al-Asqalani und Albani). Die gerechte und fördernde Erziehung der Töchter wurde vom Propheten Muhammad (a.s.) besonders gelobt, da sie damals wie heute oftmals zu kurz kam – worüber die Schülerinnen und Schüler kritisch reflektieren sollen. Er (a.s.) sagte: „(...) und wer drei Töchter hat, und ihnen eine gute Erziehung gibt, sie mit Güte und Barmherzigkeit behandelt und für sie sorgt, für den hat Allah das Paradies bestimmt.“ Ein Mann fragte: „Allahs Gesandter, und bei zweien?“ Er antwortete: „Und (auch) bei zweien“, so dass der Mann fragte: „Und bei einer?“ Er antwortete: „Und auch bei einer.“ (so und ähnlich bei Ahmad; Mischkat u.a.).

Ich liebe Mama und Papa und meine Geschwister – wir sind eine Familie

In der Familie als dem Ort der frühkindlichen Sozialisation und dem Ort der stärksten und dauerhaftesten Gefühlsbindungen kann ein Kind solidarisches Handeln erfahren und erleben. Im Religionsunterricht soll den Schülerinnen und Schülern bewusst gemacht werden, wie sehr sie die Liebe und den Einsatz von Eltern und nahestehenden Personen ganz selbstverständlich in Anspruch nehmen. In der Reflektion desselben sollen sie selber dazu befähigt werden, ihre wachsenden Fähigkeiten der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen und dies als einen nützlichen Dienst zu empfinden. Konkret könnte thematisiert werden, welche Aufgaben Kinder zu Hause übernehmen und wie sehr sie selber auch zu einem guten familiären Zusammenhalt beitragen (können).

Mama und Papa lieben und unterstützen uns

In diesem Themenkreis soll den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden, wie sehr Eltern ihre eigenen Kinder lieben und unterstützen – und dass viele Eltern ihr Leben auf ihre Kinder eingestellt haben und sie ins Zentrum ihres Daseins rücken. Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext positive Vorbilder kennenlernen und die Realität konstruktiv reflektieren. In der Surah Luqman finden sich diesbezüglich viele Anregungen, ebenso im Hadith: Allahs Gesandter hat gesagt: „O mein Söhnchen. Wenn du zu deiner Familie hereinkommst, grüße sie mit dem Friedensgruß. Darin ist Segen für dich und für die Leute deines Hauses.“ (Tirmidhi) Und: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Wer zu unseren Jungen nicht barmherzig ist und unsere Alten nicht ehrt, gehört nicht zu uns.“ (Abu Dawud, Tirmidhi)

Ich bin ehrlich – und liebe die Wahrheit

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext die ethisch-moralischen Werte des Islam mit ihren Begründungen kennenlernen und über die Umsetzung im eigenen Alltag nachdenken. Eine Reflektion über eigene Verhaltensweisen soll in diesem Kontext selbstverständlich stattfinden, besonders wenn schülerzentrierte Methoden zur Vermittlung dieser Inhalte umgesetzt werden. Es könnte in diesem Themengebiet etwa folgender oder andere ähnliche Aussprüche des Propheten (a.s.) erläutert und diskutiert werden: Abdullah ibn Masud (r) sagte: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Aufrichtigkeit führt auf den Weg der Frömmigkeit, und die Frömmigkeit führt zum Paradies. Und der Mensch spricht solange die Wahrheit, bis er bei Allah als Siddiq (Aufrichtiger) beschrieben wird. Und die Lüge führt zu Ausschweifungen, und die Ausschweifungen führen zum Verderben. Und der Mensch lügt solange, bis er bei Allah als Lügner beschrieben wird.“ (Bukhari und Muslim)

Es kann auch thematisiert werden, welches Verhältnis die Schülerinnen und Schüler zum eigenen Eigentum wie dem Eigentum der anderen entwickeln sollen. Sie sollen sich mit Begehren und Habenwollen auseinandersetzen. und Erfahrungen von Teilen reflektieren

(Ausborgen, Schenken) und klar wissen, dass Stehlen eine verbotene Handlung darstellt.

Ich beginne alles im Namen Gottes: Bismillah

Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, jede Handlung im Leben reflektiert und bewusst durchzuführen und sich immer Allah (t) als Schöpfer und Versorger sicher zu sein.

Ich setze mich für andere Menschen ein

Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu motiviert werden, nicht nur an sich selbst zu denken, sondern sich auch für andere Menschen einzusetzen. Der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte: „Die beste Tat ist, den (Armen) zu speisen und mit dem Friedensgruß zu grüßen den du kennst und den du nicht kennst.“ (Ahmad)

Ich lerne im Qur’an

Der Qur’an ist Gottes Wort – seine Lesung ist Gottesdienst (Ibada). Die Schülerinnen und Schüler sollen über den Qur’an und seine Offenbarung informiert werden – sie sollen aber auch dazu ermuntert werden, den Qur’an zu lesen und zu verstehen und ihn auswendig zu lernen, auch weil dies für die Verrichtung des Gebets erforderlich ist.

Iqra (96/1-5) – Ich lerne lesen

In diesem Kontext soll den Schülerinnen und Schülern schon von der ersten Klasse an eine positive Grundhaltung zum Lernen und zum Wissenserwerb vermittelt werden, so dass sie Freude am Lernen entwickeln. Sie sollen erfahren, wie wertvoll Bildung für die Entwicklung eines jeden Menschen ist und dazu ermuntert werden, den Weg des Wissens und des Verstehens zu beschreiten – gemäß dem Ausspruch des Propheten (a.s.), der sagte: „Wer einen Weg entlang zieht, auf ihm Wissen zu suchen, für den wird Allah einen Weg zum Paradiesgarten ebnen.“ (Muslim) sowie: „Wer einen Buchstaben vom Buche Allahs liest, der bekommt dafür eine Hasana/Belohnung. Und jede Hasana wird mit dem Zehnfachen belohnt. Ich sage nicht, dass Alif-Lam-Mim (zusammen) einen Buchstaben bilden, sondern Alif ist ein Buchstabe, Mim ist ein Buchstabe und Lam ist ein Buchstabe.“ (Timidhi)

Al-Fatiha (1) – Ich danke und lobe Allah: alhamdulillah – Gott sei Dank

Diese Surah gilt als ein Grundgerüst des Qur`an, ihre Lesung ist in jeder Gebetseinheit vorgeschrieben. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese Surah lernen und verstehen.

Al-Ikhlaas (112) – Ich weiß, dass Allah nur Einer ist

Suratul-Ikhlaas gilt als eine der wichtigsten Suren des Qur´an, da sie die unmissverständliche Botschaft der Einheit Gottes klar ausdrückt. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich mit ihren Inhalten auseinandersetzen und z.B. auch Goethes Übersetzung dieser Surah (im West-Östlichen Diwan) auswendig lernen: „Gott ist nur Einer, ein einziger Reiner, hat nicht gezeugt und ihn gezeugt hat keiner.“ Weiterhin können die Schülerinnen und Schüler die Geschichte des Sahabi kennenlernen, der immer und immer wieder diese Surah rezitierte, als er vorbetete. Der Prophet (a.s.) sagte zu ihm: „Deine Liebe zu ihr (Surah Al-Ikhlas) lässt dich ins Paradies eintreten.“ (Muslim). Auch sagte der Prophet (a.s.) über diese Sura: „Und bei Dem, in dessen Hand meine Seele ist (Allah) – sie gleicht einem Drittel des Qur’ans.“ (Bukhari).

Die Schutzsuren (113 f.) – Ich schütze mich mit dem Qur’an

Mit dem Qur’an beschützt Allah den Menschen. Die Schülerinnen und Schüler sollen die beiden Schutzsuren und den Thronvers erlernen und erfahren, dass sie diese regelmäßig, etwa vor dem Schlafen gehen, lesen sollten (Bukhari). Weiters können sie spezielle oder auch allgemeine Bittgebete (vor einer Reise oder der Durchführung einer Handlung) erlernen.

Ich lerne meine Schutzengel kennen

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler über diese wesentliche Dimension des Glaubens lernen und sich mit der Existenz von Engeln, ihren Arten und Aufgaben etc. auseinandersetzen. Der Iman an die Engel gehört zu den sechs Glaubensgrundsätzen des Islam.

Jeder Mensch wird von Engeln begleitet

Suren: ar-Ra‘ad 13/11 und al-Infitar 82/10 f.

Engel wurden aus Licht geschaffen und haben verschiedene Aufgaben

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, aus welcher Materie die Engel geschaffen wurden und welche unterschiedlichen Aufgaben sie erfüllen. Aischa (r) berichtete, dass der Prophet (a.s.) sagte: „Die Engel wurden aus Licht erschaffen…“ (Muslim) Es gibt den Offenbarungsengel; die Engel, welche die Taten des Menschen niederschreiben; die, welche die Seele nach dem Tod begleiten (an-Nahl 16/32); die, welche frohe Botschaft verkünden (Ali-Imran 3/39) uvm.

Iman an die Engel

Der Prophet (a.s.) sagte: „ Iman ist, an Allah zu glauben, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den Letzten Tag und an die Vorhersehung (Qadar) in guten wie in schlechten Dingen.“ (Muslim)

Ich achte darauf, was und wie ich esse

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler sowohl die islamischen Tischsitten kennenlernen (Essen mit der rechten Hand, Essen in Gemeinschaft, Gebet am Anfang und am Ende etc.) als auch zu einem gesunden Umgang mit Essen und Trinken (Sinn und Auswahl des Essens, Reinheitsgebote, Menge etc.) angeregt werden. Besonders die Dimension von halal soll klarer erläutert werden – denn halal bedeutet nicht nur, vor dem Essen den Namen Allahs zu sprechen, sondern halal bedeutet auch eine artgerechte Haltung von Tieren, ein respektvoller Umgang mit ihnen bis zum Zeitpunkt der Schlachtung uvm.

Reinlichkeit gehört zum Essen

Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Der Segen des Essens liegt im Waschen (der Hände) davor und danach.“ (Salman, Abu Dawud)

Ich danke Allah für Seine Gaben

Den Schülerinnen und Schülern soll bewusst werden, in welch privilegierter Situation sie sich befinden und wie gut es ihnen bei allem Mangel, den sie eventuell empfinden könnten, geht. Sie sollen die Fähigkeit erwerben, sichtbare und unsichtbare Gaben zu erkennen und sich dankbar zu äußern. Weiterhin sollen sie – anhand des folgenden Tischgebetes – lernen, den Ausdruck von Dankbarkeit in ihrem alltäglichen Leben zu integrieren.

Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Wenn einer von euch isst, soll er den Namen Allahs, des Erhabenen, nennen, und wenn er es vergessen hat, am Anfang den Namen Allahs, des Erhabenen zu nennen, soll er sagen: Im Namen Allahs, am Anfang und am Ende.“ (Aischa, Abu Dawud, Tirmidhi) Allahs Gesandter (a.s.), wenn er mit dem Essen aufhörte, sagte gewöhnlich: „Preis sei Allah, Der uns gespeist und getränkt und uns zu Gottergebenen gemacht hat.“ (Tirmidhi) Weiterhin berichtete Dschafar ibn Muhammad (r), dass Allahs Gesandter gesagt hat: „Nehmt die Mahlzeiten gemeinsam ein und nicht getrennt, denn der Segen ruht auf der Gemeinschaft.“ (Mischkat)

Ich wähle mein Essen aus und esse nicht zu viel

Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, ihr Essen nach sinnvollen Kriterien auszuwählen (Menge, Geschmack, gesundheitlicher Aspekt etc.) und ihr Essverhalten konstruktiv zu reflektieren. Umar bin Abi Salama berichtete: „Ich war ein Junge in der Obhut des Gesandten Allahs (a.s.) und meine Hand wanderte während des Essen ziellos auf dem Teller. Der Gesandter Allahs (a.s.) sagte dann zu mir: „Mein Junge, nenne den Namen Allahs, benutze deine Rechte beim Essen, und iss das, was gerade vor dir ist.“ (Bukhari)

Ich esse so, dass ich mich gesund halte

Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass ein religiöser Mensch jemand ist, der auch auf sein Essen achtet und Maß hält. Das Essen als Gabe Gottes soll bewusster genossen werden und darüber reflektiert werden, in welcher Weise es dem Menschen nutzt – und in welcher Weise auch eine göttliche Gabe missbraucht und dadurch schädlich werden kann. Von Abu Karima al-Mikdad bin Ma`dikarib: Ich hörte Allahs Gesandten (a.s.) sagen: „Der Mensch füllt kein schlechteres Gefäß als seinen Bauch. Einige Bissen genügen für die Kinder Adams, um ihren Rücken aufrecht zu halten. Aber wenn das nicht möglich ist, dann soll ein Drittel (des Magens) für sein Essen, ein Drittel für sein Trinken und ein Drittel für sein (freies) Atmen (vorbehalten sein).“ (Tirmidhi)

Ibn Abbas berichtete: Ich hörte Allahs Gesandten (a.s.) sagen: „Ein Gläubiger ist nicht jemand, der sich satt ist, während sein Nachbar an seiner Seite hungrig ist!“ (Baihaqi)

2. Schulstufe: Ich gehöre zu Dir

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit erfahren, dass ihr Bekenntnis zu Gott sie in höchstmöglicher Form befreit und ihrem Herzen Frieden schenkt. Sie sollen über die Schöpfung und den Schöpfer reflektieren und nachdenken und wissen, dass Allah immer mit ihnen ist und dass sie sich immer auf Ihn verlassen können. Glaube soll nicht als eine Verpflichtung, sondern als eine Erfüllung vermittelt werden, als die Befriedigung des menschlichsten Bedürfnisses nach Sinn im Leben. Allah ist ein liebender, barmherziger, erbarmender Gott, Der die Menschen erschaffen und für sie nur das Beste bestimmt hat. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin erfahren, dass sie jederzeit mit Allah sein können – entsprechend dem Hadith Qudsi: „Allah der Hocherhabene spricht: Ich bin mit dem Gedanken meines Dieners an Mich, und Ich bin mit Ihm, wenn er Meiner gedenkt… „ (Bukhari, Muslim u.a.)

Du bist mein einziger Gott

In diesem Abschnitt sollen die Schülerinnen und Schüler die Einheit Gottes und Seine Einzigartigkeit erkennen und reflektieren.

Du liebst mich und hast mir alles geschenkt

Die Schülerinnen und Schüler sollen Gott als Schöpfer und Gewährer von Rizq erkennen und wissen, dass er sie mit allem versorgt hat, was sie im Leben benötigen.

Allah hat alles erschaffen: (ar-Ruum 30/21-25)

Auf Dich kann ich mich verlassen

Die Schülerinnen und Schüler können in diesem Kontext die Geschichte von Hadschar (r) und Ismail (a.s.), als Ibrahim (a.s.) sie in der Wüste hinterlassen musste, kennenlernen und Hadschars (r) vollkommenes Vertrauen auf Allah (t), Der sie auch nicht enttäuschte. In dieser Geschichte kann darüber hinaus betont werden, wie wichtig es ist, dass sowohl Frauen als auch Männer sich engagieren und wie sehr die Aktivität und das Handeln beider zum Vorbild für andere Menschen werden können. Vgl. at-Talaaq 65/3.

Ich teile mein Leben mit Dir und bitte nur Dich

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler eine grundlegende Einführung in das rituelle Gebet erhalten – mit allem, was dafür erforderlich ist: Gebetswaschung (Wudu), Voraussetzungen und Pflichten des Gebets, Gebetstexte (besonders auch At-Tahiyaat). Wichtig ist, dass zunächst die Bedeutung des Gebets und erst danach die Form des Gebets vermittelt werden. In der Behandlung des Sinnes des Gebets muss erarbeitet werden, dass Menschen nicht für Gott beten, oder nur, um eine Pflicht zu erfüllen, sondern dass sie selbst alleine diejenigen sind, die einen (durchaus auch konkreten) Nutzen aus dem Gebet und besonders auch aus dem rituellen Gebet ziehen, wenn es denn korrekt und sinnvoll – und das heißt auch sinnerfassend – verrichtet wurde. Die Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Kontext, dass sie mit Hilfe des Gebets alle ihre Wünsche und Sorgen mit Allah (t) teilen können: (al-An’am 6/164). Ziel muss deshalb immer auch sein, dass die arabischen Gebetstexte und Suren auch verstanden und verinnerlicht werden.

Ich lerne die Familie des Propheten und seine Freunde kennen

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel näheres über die Familie des Propheten (a.s.) und ihr vorbildhaftes und gleichzeitig doch sehr menschliches Leben erfahren. Gleichzeitig sollen sie (etwa mit der Geschichte von Abu Lahab) verstehen lernen, dass jeder Mensch für sein eigenes Leben selbst verantwortlich ist und dass eine gute Verwandtschaft noch lange keine Garantie für ein gutes Leben darstellen muss.

In der Auseinandersetzung mit dem Leben des Propheten (a.s.) sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Bedeutung seine Worte, Taten und Handlungen für seine Gefährten (Sahaba) und für alle Muslime haben – sie sollen somit die zweite Quelle des Islam, den Hadith kennen und schätzen lernen.

Seine Frau und seine Töchter sind meine Vorbilder

Khadidscha (r) war eine besondere Frau, in vielerlei Hinsicht. Als Geschäftsfrau unterstützte sie den Propheten (a.s.) schon vor der ersten Offenbarung. Sie war der erste Mensch nach dem Propheten (a.s.), der den Islam annahm – und sie war seine stärkste Stütze. Das Jahr, in dem sie starb, wurde das Jahr der Trauer genannt.

Seine Frau Aischa (r) war eine sehr gelehrte Frau, die das Wissen, das sie direkt vom Propheten (a.s.) erhalten hatte, an viele Sahaba weitergab. Sie ist auch eine wichtige Überlieferin von Ahadith.

Seine Worte, Taten und Handlungen sind im Hadith festgehalten

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass die Aussagen, Handlungen und Billigungen des Propheten Muhammad (a.s.) von seinen Freunden und Gefährten schon zu seinen Lebzeiten festgehalten wurden und gemeinsam mit dem Qur´an die grundlegende Quelle des Islam darstellen. Sie sollen in diesem Zusammenhang einige Ahadith und ihre Inhalte erlernen. In diesem Kontext können sie auch die Biographien bedeutender Sahaba und ihre besonderen Eigenschaften kennenlernen und versuchen, Bezüge zu ihrem eigenen Leben herzustellen.

Ich lebe mit meinen Eltern zusammen

Die Schülerinnen und Schüler lernen in dieser Einheit zu reflektieren, welche Verpflichtungen Eltern ihnen gegenüber erfüllen (Versorgung, Pflege, Beratung, Erziehung) – und lernen auch, ihre Dankbarkeit auszudrücken. (al-Isra 17/23-24)

Abu Huraira (r) berichtete: „Ein Mann kam zum Gesandten Allahs (a.s.) und fragte: „O Gesandter Allahs, wer hat am meisten Anspruch auf meine gute Begleitung und Betreuung?“ Er (a.s.) sagte: „Deine Mutter!“ (Bukhari)

Über diese Dimension hinaus sollen den Kindern aber auch ihre Rechte vermittelt werden und ihre Ansprüche ihren Eltern gegenüber, gemäß dem Ausspruch des Gesandten (a.s.), der gesagt hat: „Ein Vater kann seinen Kindern nichts besseres geben als eine gute Erziehung.“ (Mischkat)

Es muss von dem Lehrer in diesem Kontext betont werden, dass weder Söhne noch Töchter bevorzugt werden dürfen, sondern beide das Recht haben, von ihren Eltern die beste Erziehung und Versorgung zu erhalten. Ibn Abbas berichtete: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Wer eine Tochter hat und (….) sie nicht missachtet und ihr seine Söhne nicht vorzieht, den lässt Allah in das Paradies eintreten.“ (Abu Dawud)

Sie sollen weiterhin erfahren, dass Eltern ein Anrecht auf gute Behandlung und Betreuung von ihren Kindern haben und darüber reflektieren, wieso dies in der Realität nicht immer leicht umzusetzen ist. Weiterhin sollen sie dazu angeregt werden, nachzudenken, wie denn eine gute Behandlung und Betreuung heute gestaltet werden könnte. Es können in diesem Zusammenhang zum Beispiel auch Muttertags- und Vatertagskarten gebastelt werden.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Eltern in ihre Gebete einzuschließen – sowohl in ihren freien Bittgebeten (Du´a) als auch bei der Lesung spezieller Verse zu diesem Thema (Rabbena atina). Die Schülerinnen und Schüler sollen gefördert werden, sich in diesem Kontext in einer kreativen Art und Weise zu äußern.

Ich gehe mit meiner Familie in die Moschee

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie eine Moschee aufgebaut ist, welche Funktionen sie erfüllen muss und kann, und welchen Stellenwert der Imam im Islam hat. Weiterhin erlernen sie beide Gebetsrufe. Sie erfahren, dass auch eine Frau den Frauen im Gebet vorstehen kann und besprechen die wichtige Funktion von Seelsorgerinnen und Seelsorgern.

Ich liebe Deine Schöpfung und ehre sie

Die Bedeutung der Schöpfung und der Respekt ihr gegenüber gehört zu den grundlegenden Inhalten der islamischen Bildungslehre. Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenzirkel erfahren, welche Verpflichtungen dem Menschen obliegen, die Schöpfung zu schützen und zu bewahren. Auch der Tierschutz soll in diesem Abschnitt Berücksichtigung finden – so werden alle Tiere als Gottes Geschöpfe betrachtet und bedürfen des besonderen Schutzes und der besonderen Pflege durch den Menschen. Es können in diesem Kontext Ahadith und Geschichten gelesen und interpretiert werden, sowie mit schüleraktivierenden Methoden reflektiert werden, wie heute der Schutz der Schöpfung und ihre Bewahrung realisiert werden können. Möglich sind etwa die Thematisierung des Wassers und seiner Bedeutung für den Menschen sowie die Auseinandersetzung mit Ahadith, welche den Tierschutz sehr konkret betonen.

Abdullah bin Dschafar (r) sagte: Allahs Gesandter (a.s.) (…) betrat (eines Tages) die Einfriedung von einem Mann von den Ansar, und da war ein Kamel, und als es den Propheten (a.s.) sah, schrie es und seine Augen tränten. Da kam der Prophet (a.s.) und strich über seinen Hinterkopf. Da wurde es still. Da sagte er: „Wer ist der Herr dieses Kamels? Wem gehört dieses Kamel?“ Da kam ein junger Mann von den Ansar und sagte: „Mir, o Gesandter Allahs!“ Da sagte er: „Fürchtest du nicht Allah wegen dieses Tieres, von dem Allah dich zum Besitzer gemacht hat? Es hat sich bei mir beklagt, dass du es hungern lässt und es überanstrengst.“ (Abu Dawud)

An dieser Stelle kann auch die Geschichte des Mannes, der einen durstigen Hund tränkte, erarbeitet werden und verinnerlicht werden, dass wir einerseits zu einem guten Umgang mit allen Geschöpfen und der Natur verpflichtet sind und andererseits für jede gute Handlung belohnt werden: „O Gesandter Allahs, wird auch die Fürsorge für Tiere belohnt?“ Er sagte: „(Belohnung gibt es für die Fürsorge eines) jeden Geschöpfes, das atmet!“ (Bukhari, Muslim)

Adaab und Akhlaaq

In diesem Kapitel geht es um die ethisch-moralische Werteerziehung der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage der Quellen des Islam. In der Auseinandersetzung mit ihnen sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, diese Werte im Kontext ihres Alltages zu überdenken und ihre Umsetzung zu reflektieren. Insgesamt sollen die Schülerinnen und Schüler ihre Sozialkompetenzen erweitern und vertiefen.

Ich respektiere die Meinung des Anderen

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Rahmen lernen, wie sie mit anderen Meinungen umgehen, und wie wichtig es ist, jegliche Überheblichkeit und Arroganz anderen Menschen gegenüber zu unterlassen. Sie sollen zum Beispiel in Rollenspielen erarbeiten, welche Folge der mangelnde Respekt anderen Menschen gegenüber haben könnte und wie es trainiert werden kann, anderen Menschen gut zu begegnen, auch wenn ihre Meinung nicht geteilt wird. „O ihr, die ihr glaubt! Keine Männer sollen (andere) Männer verspotten: es mag gut sein, dass jene besser als sie selbst sind; und keine Frauen (sollen andere) Frauen (verspotten): es mag gut sein, dass jene besser als sie selbst sind. Und ihr sollt einander auch nicht verleumden, noch einander beleidigen durch (schimpfliche) Beinamen.“ (Hudschurat 49/11)

Ich lasse dich aussprechen – so wie auch ich aussprechen möchte

Zum guten Umgang der Menschen miteinander gehört ein angemessenes Kommunikationsverhalten, welches von Schülerinnen und Schülern in der Regel in der ersten und zweiten Volksschulklasse zur Voraussetzung eines gelingenden Unterrichts erlernt werden soll. Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Zusammenhang erfahren, wie sehr der Islam den sanften und guten Umgang der Menschen miteinander fördern und beleben möchte. Auch hier sind schüleraktivierende Methoden besonders erwünscht, da sie besser als andere eine Umsetzung der erlernten Inhalte ermöglichen. Aischa (r) berichtete, dass der Prophet (a.s.) sagte: „O Aischa, Allah ist gewiss sanft und liebt die Sanftheit. Und Er gibt für die Sanftheit, was Er für die Gewalt nicht gibt...“ (Muslim)

Ich denke, bevor ich handle

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Entwicklungsphase soweit wie möglich zum selbständigen Denken und Handeln geführt werden. Dass dies auch religiös begründet werden muss, kann z.B. den zitierten Ahadith entnommen werden. Wesentlich ist, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, dass jeder Mensch für sein Handeln selbst verantwortlich ist und dass blinder Gehorsam abgelehnt wird. Weiterhin sollen sie dazu befähigt werden, Gruppenzugehörigkeiten kritisch zu hinterfragen.

Ich kann auch „Nein!“ sagen

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext über Gruppenzwang und ähnliche soziale Zwänge reflektieren und erarbeiten, dass das Gefühl der persönlichen Verantwortlichkeit als Selbstkompetenz am besten davor schützen kann, einem Gruppenzwang zu erliegen. In diesem Kontext sollen die Schülerinnen und Schüler aber auch reflektieren, welche Vorteile eine Gemeinschaft hat und wie der Weg des gesunden Mittelmaßes zwischen extremer Ich-Bezogenheit und einem kollektiven Gruppenzwang gegangen werden kann. Folgende Quellen können hierzu besprochen werden:

Abu Fasila (r) fragte den Gesandten Allahs (a.s.): „Allahs Gesandter, ist es falsches Zusammenhalten wenn einer sein Volk liebt?“ Er antwortete: „Nein, aber falsches Zusammenhalten ist, wenn einer sein Volk im Unrecht unterstützt!“ (Mischkat)

Sowie: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Gehorsam ist nur in dem, was gut ist.“ (Bukhari)

Ich will viel Wissen erlangen

Die Schülerinnen und Schüler sollen von Beginn an Religion mit Wissen und Überzeugung verknüpfen und verbinden können und vermeintlichen Widersprüchen auf den Grund gehen.

Sie sollen erfahren, dass Allah (t) die Quelle allen Wissens ist und dass Er die Menschen besonders auszeichnet, welche sich um Wissen bemühen und sich Wissen aneignen.

Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „(…) Wer einen Weg einschlägt, auf ihm Wissen zu suchen, für den wird Allah einen Weg zum Paradiesgarten ebnen. Kein Volk versammelt sich in einem der Häuser Allahs, wo sie das Buch Allahs vortragen und es miteinander genau studieren, ohne dass auf sie eine innere Ruhe herabsteigt, das Erbarmen sie umschließt, die Engel sie umgeben, und Allah sie denen gegenüber erwähnt, die bei Ihm sind. Wer durch seine Taten nicht behindert ist, wird durch seine Herkunft nicht beschleunigt.“ (Muslim)

Ich lerne den Qur’an

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel die Verse sowohl in Deutsch als auch in Arabisch erlernen und auch ihre Inhalte erarbeiten.

Al-Fil (105) – Ich lerne über die Geschichte mit dem Elefanten

Al-Maa´uun (107) – Ich helfe den Anderen

In dieser Surah wird die soziale Dimension des islamischen Glaubens unmissverständlich ausgedrückt. Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass Religiosität nicht einhergehen kann mit einem harten Herzen und schlechtem Verhalten.

Abu Huraira (r) berichtete: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Allah, der Mächtige und Erhabene, wird am Tag der Auferstehung sagen: O Kind Adams, Ich habe dich um Speise gebeten, doch du hast Mich nicht gespeist.“ Der Mensch wird sagen: „O Herr, wie kann ich Dich speisen, wo Du doch der Herr der Welten bist!“ Er wird sagen: „Wusstest du nicht, dass einer Meiner Diener dich um Speise bat, doch du hast ihn nicht gespeist? Und wusstest du nicht, dass, wenn du ihn gespeist hättest, du den Lohn für diese Speise hier bei Mir gefunden hättest? O Sohn Adams, Ich habe dich um Trank gebeten, doch du hast Mich nicht getränkt.“ (Der Mensch) wird sagten: „O Herr, wie kann ich Dich tränken, wo Du doch der Herr der Welten bist!“ Er wird sagen: „Einer Meiner Knechte hat dich um Trank gebeten, doch du hast ihn nicht getränkt. Wenn du ihn aber getränkt hättest, so würdest du (den Lohn dafür) bei Mir finden.“ (Muslim)

Quraisch (106) – Ich erkenne Allahs Gaben

In der Auseinandersetzung mit der Sommer- und Winterreise der Quraisch sollen die Schülerinnen und Schüler über den Rizq von Allah und Seinen Schutz nachdenken und Bezüge zu ihrem eigenen Leben herstellen können.

Masad (111) – Ich liebe den Propheten (a.s.)

In dieser Surah sollen die Schülerinnen und Schüler eine Begebenheit aus dem Leben des Propheten (a.s.) erfahren und darüber reflektieren, wie sie ihre Liebe zum Propheten Muhammad (a.s.) heute ausdrücken würden.

Wir feiern das Ramadanfest

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, warum im Monat Ramadan gefastet und wie dies heutzutage in den verschiedenen Ländern der Welt umgesetzt wird. Sie erlernen die Vorschriften, die mit dem Fasten verknüpft sind und erfahren, warum der Ramadan durch die Jahreszeiten wandert. Weiterhin erfahren sie, dass Fasten nicht nur eine körperliche, sondern auch eine spirituelle Dimension hat. Je nach Möglichkeit planen sie eine Ramadanabschlussfeier (Idul-Fitr; Zuckerfest) und führen diese auch durch. Dabei reflektieren sie, welche Bedeutung Feste als natürliche Unterbrechung des Alltags und zur Unterstützung einer zufriedenen Gemeinschaft haben. Je nach Gegebenheiten sollen die Lehrerinnen und Lehrer anders- bzw. nichtgläubige Schulkolleginnen und Schulkollegen zu dieser Feier einladen, um die interreligiöse Begegnung zu fördern.

Prophetengeschichten

Bei der Behandlung der Prophetengeschichten soll darauf geachtet werden, dass Aspekte, die die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler betreffen, hervorgehoben werden – es geht nicht um eine chronologische und vollständige Erzählung. Weiterhin sollte bei der Betrachtung von Wundern immer auch der dahinter liegende Sinn illustriert werden.

Die Geschichte von der Schöpfung des Menschen sowie die Geschichte von Adam und Hawa / Eva bieten sich in dieser Altersstufe ebenso an wie die die Geschichte der Propheten Ayyub / Hiob oder von Nuh / Noah.

3. Schulstufe: Ich kenne den Weg

Alle Propheten hatten die gleiche Botschaft

Islam heißt sich Gott hingeben und dadurch Frieden erlangen – Frieden mit Gott, mit sich selbst, mit den Mitmenschen und der Schöpfung insgesamt. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass die Religion für den Menschen da ist. Jeder Mensch sucht nach dem Sinn im Leben und nach einer Orientierung, die ihm die Religion geben kann. Die Schülerinnen und Schüler sollen ihren eigenen Weg klar erkennen und über die gemeinsamen Inhalte der Religionen wissen. Sie sollen lernen, mit anderen trotz aller Unterschiede in Frieden und Gemeinschaft zu leben. In diesem Kontext kann auf verschiedene Herkunftsländer der Schülerinnen und Schüler eingegangen und verdeutlicht werden, dass sie als Teil der österreichischen Gesellschaft hier ihren Lebensmittelpunkt haben und auch hier verantwortlich sind. Dabei sollen die Begriffe Religionszugehörigkeit und Nationalität klar getrennt werden.

Ich glaube an Adam, Abraham, Moses, Jesus und Muhammad

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass alle Propheten die gleiche Botschaft hatten, vgl. Baqara 2/136.

Verschiedene Propheten kamen in verschiedene Länder und zu unterschiedlichen Gemeinschaften

In diesem Kontext werden die Geschichten der Propheten Musa / Moses und Isa / Jesus genauer und tiefer erläutert. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass die Propheten zwar zu unterschiedlichen Völkern gesandt wurden, dass sie jedoch die gleiche Botschaft hatten. In diesem Zusammenhang bietet es sich an, dass die Kinder den Unterschied zwischen Religion und Kultur zumindest ansatzweise vermittelt bekommen. (vgl. auch an-Nahl 16/36,93 sowie Hud 11/118).

Jedem Gesandten wurde ein Buch offenbart

Die Schülerinnen und Schüler lernen die Bücher der Propheten kennen: Zabur (Psalmen), Thora, Evangelium und Qur´an.

Allah liebt alle Menschen und bevorzugt kein Volk

Allah hat die verschiedenen Völker und Nationen geschaffen, damit sie einander kennenlernen – die Zugehörigkeit zu einer Nation oder auch zu einer Familie kann nicht frei gewählt werden und stellt keinen Vorzug eines Menschen dar. Anhand von Rollenspielen etc. sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Vielfalt eine Bereicherung für jede Gemeinschaft ist und dass es uns nicht ansteht, andere Menschen zu be- bzw. zu verurteilen: (Hudschurat 49/13)

Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu ermuntert werden, Österreich als ihre Heimat anzuerkennen und sich als Österreicherinnen und Österreicher zu fühlen.

Es gibt nur einen Gott

In dieser Einheit soll der islamische Monotheismus erläutert werden und die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, eine sehr persönliche Beziehung zu Allah – dem Einen Gott – aufzubauen. Die Schülerinnen und Schüler sollen Allah als Einzigen und Einzigartigen Schöpfer der Menschen, Tiere und der Natur kennenlernen, als liebenden und anerkennenden Gott, Der sie erschuf und nur das Gute für sie bestimmte.

Ein Gott – eine Richtung – ein Ziel

Die Schülerinnen und Schüler lernen Kalimatul-Schahada und erfahren, was Tauhid in der konkreten Umsetzung im Alltag bedeutet. (Baqara 2/163)

Alle Menschen sind gleich – nur Gott ist Einzig

Die Schülerinnen und Schüler sollen verinnerlichen, dass kein Mensch allein aufgrund äußerer Merkmale besser ist als der andere. Alle Menschen sind gleich, wie folgender Hadith verdeutlicht: „Ihr Menschen: euer Gott ist ein Gott und euer Vater ist ein Vater: also gibt es keinen Vorzug eines Arabers gegenüber einem Nichtaraber, und keinen Vorzug eines Nichtarabers gegenüber einem Araber.“ (Baihaqi)

Vgl. auch: (asch-Schura 42:11), (adh-Dhariyat 51/49)

Er liebt die Menschen und freut sich über ihre Bemühungen

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass Allah sich freut, wenn sie sich bemühen, immer Gutes zu tun und falsche Handlungen bereuen: (Baqara 2/222), (Ta-Ha 20/82)

Der Prophet (a.s.) sagte: „Wenn Allah einen Seiner Diener liebt, ruft Er Gabriel zu: „Wahrlich, Allah liebt den Soundso; also liebe ihn auch!“ Dann liebt ihn Gabriel. Darauf ruft Gabriel unter den Bewohnern des Himmels aus: „Wahrlich, Allah liebt Soundso, also liebt ihr ihn auch!“ Dann lieben ihn die Bewohner des Himmels. Abschließend wird für ihn bestimmt, dass er auf der Erde immer geliebt wird.“ (Abu Huraira, Bukhari)

Der Prophet Muhammad (a.s.) sagte: „Allah, Hocherhaben ist Er, sagte: „Ich erfülle die guten Erwartungen, die Mein Diener in sich über Mich hat; und Ich bin mit ihm, wenn er Meiner gedenkt: Wenn er Meiner in seinem Herzen gedenkt, dann gedenke auch Ich seiner bei Mir Selbst. Und wenn er Meiner in einer Versammlung gedenkt, so gedenke auch Ich seiner in einer Versammlung, die besser ist als jene. Und wenn er Mir um eine Handspanne entgegenkommt, dann komme Ich ihm eine Elle entgegen. Und wenn er Mir um eine Elle entgegenkommt, dann komme Ich ihm zwei Armlängen entgegen. Und wenn er auf Mich schreitend zukommt, dann komme Ich eilend zu ihm.“„ (Abu Huraira, Bukhari)

Andere Menschen gehen andere Wege

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, anderen Menschen ihren eigenen Weg zuzugestehen, und erkennen, dass Glaube und Überzeugung nur aus dem Innern eines Menschen kommen können.

Jeder wählt seinen Weg frei

Die Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Zusammenhang, dass jeder Mensch seinen Lebensweg frei wählt – und dass er in Angelegenheiten der Religion persönlich überzeugt sein muss, damit er Verantwortung für sein Leben übernehmen kann (vgl. asch-Schams 91/7-10, Baqara 2/256).

Glaube und Überzeugung kann nur aus dem Inneren eines Menschen kommen.

Yunus 10/99, al-Hujurat 49/14

Ich akzeptiere dich, so wie du bist

Dieser Aspekt betrifft die Herkunft eines Schulkollegen, seine Religion, seine Interessen etc. – es soll darum gehen, eine Klassengemeinschaft zu gestalten, in welcher Unterschiede möglich sind und auch wahrgenommen und respektiert werden, die sich jedoch trotzdem als eine Gemeinschaft versteht.

Ich bete nur Dich an

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sie jederzeit Gott bitten können und dass Er alleine anbetungswürdig ist. Das Gebet soll als persönliches Gespräch mit Allah erfahren werden – vor den Regeln des rituellen Gebets sollen die Schülerinnen und Schüler sich mit der Sinnhaftigkeit des Gebets für ihr persönliches Leben auseinandersetzen. Allerdings sollen sie in diesem Alter auch alle Regeln des täglichen rituellen Gebets erlernen, wie etwa die Gebetswaschung (Wudu), die Regeln des Gebets (Niyah, Qiyam, Rukuu, Sudschuud, Dschuluus), aber auch die notwendigen Gebetstexte (Tahiyaat etc.).

Ich spreche mit Allah

Die Schülerinnen und Schüler sollen das Gebet als persönliches Gespräch mit Gott verstehen lernen und den Sinn des Gebets erfassen (Baqara 2/186). In der Vorbereitung auf die Behandlung der rituellen täglichen fünf Gebete sollen die Schülerinnen und Schüler die Gebetswaschung (Wudu) sowie die Regeln des Gebets etc. und die besondere Stellung des Gemeinschaftsgebets erlernen. Sie sollen auch darüber reflektieren, ob es sich beim Gebet um eine äußere körperliche Handlung, die einfach nur erledigt werden muss, handelt oder um einen inneren Prozess der Spiritualität. (vgl. al-Insan 76:25)

Fünf Mal am Tag erinnere ich mich an Dich

Die fünf Gebete sind auf den Tag und die Nacht verteilt, damit die Beziehung mit Allah vertieft wird und das ständige Gedenken Gottes (Dhikr) unterstützt wird. Das Gebet in der Gemeinschaft hat einen bevorzugten Stellenwert, denn der Prophet (a.s.) sagte: „Das Gebet in der Gemeinschaft ist siebenundzwanzigmal besser als das einzeln verrichtete Gebet.“ (Bukhari)

Das Gebet gibt mir Kraft und strukturiert meinen Tag

Das tägliche rituelle Gebet stärkt die Beziehung zum Schöpfer, strukturiert den Tagesablauf und erinnert immer wieder an den Sinn des Daseins. Der Prophet (a.s.) sagte: „Allah sagte: „Ich habe das Gebet in zwei gleiche Teile geteilt. Die eine Hälfte ist für Mich und die andere ist für Meine Diener. Und Meinen Dienern gebührt, worum sie bitten. (…).“ (Muslim)

Beim Fasten geht es nicht nur ums Essen

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Schuljahr mit dem Fasten, seinen Vorzügen und Regeln auseinandersetzen, besonderen Stellenwert hat die Vermittlung des Fastens im Ramadan. In den weiteren Schulstufen können dann weitere Formen des Fastens näher erläutert werden, etwa das freiwillige Fasten an bestimmten Tagen, das Bußfasten etc.

Andere Menschen haben ein Recht auf mich (Zakat)

Die Zakat als dritte Säule des Islam findet im Alltag der Schülerinnen und Schüler kaum Erwähnung – hier sollen sie die regulierende Wirkung der Zakat kennenlernen und erfahren, warum von Gott Zakat zu einer Grundlage der Religion bestimmt wurde. Die Regeln der Zakat sollen dabei selbstverständlich auch vermittelt werden, angepasst an die Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler.

(Baqara 2/110 und 271) Wichtig zu beachten ist bei dieser Thematik, dass Zakat ein Recht armer Menschen auf mein persönliches Eigentum darstellt und dass der Spender auf jegliche Angeberei oder ähnliches verzichtet. (al-Insan 76/8-9).

Adaab und Akhlaaq

Die ethischen Werte und Moralvorstellungen des Islam sollen anhand von Beispielen vermittelt und auf den Alltag der Schülerinnen und Schüler bezogen werden, z.B.

Sauberkeit (des Ortes, der Kleidung etc.)

Im Hadith werden Sauberkeit und Iman (Glaube, Überzeugung) klar miteinander verknüpft: „Sauberkeit kommt vom Iman“ ().

Den Schülerinnen und Schülern soll in der Auseinandersetzung mit dieser Thematik klar werden, dass ein gläubiger Mensch ein Mensch sein soll, der die Sauberkeit liebt – in all ihren Variationen. Sie sollen dazu befähigt werden, in ihrem Alltag auf Sauberkeit und Ordnung zu achten dies auch zu realisieren.

Ordnungsliebe

Die Schülerinnen und Schüler sollen in ihrer Liebe zur Ordnung unterstützt werden und dazu befähigt werden, selber für Ordnung und eine sinnvolle Zeiteinteilung verantwortlich zu sein.

Körperpflege

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Körperpflege ein Ausdruck des Glaubens ist und dass der Prophet Muhammad (a.s.) die Menschen dazu aufgefordert hat, nach dem Essen die Zähne zu putzen und sich regelmäßig zu waschen und zu duschen und die Haare und den Körper insgesamt zu pflegen.

Großzügigkeit

Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass Großzügigkeit zum Glauben gehört – so wie es im Hadith zu finden ist: „Zwei Eigenschaften dürfen sich nicht bei einem gläubigen Menschen finden: Geiz und schlechter Charakter!“ (Tabari). Vgl. auch 2/261.

Geduld

Geduld ist eine der wichtigsten positiven Charaktereigenschaften, die einem Menschen zugeschrieben werden kann – und der Schlüssel zu einem zufriedenen Leben. Die Schülerinnen und Schüler sollen die verschiedenen Dimensionen der Geduld erkennen und dazu befähigt werden, geduldig zu sein. Vgl. auch Surah al-Asr 103, Baqara 2/153, Hud 11/115, Kahf 18/28, Luqman 31/17, Schura 42/43, Qalam 68/48 (sowie den Bezug zum Propheten Yunus/Jonas).

Abu Said al-Chudri sagte: Der Prophet (a.s.) hat gesagt: „Wer sich ernsthaft um Geduld bemüht, dem gibt Allah Geduld, und niemandem wird Besseres und Umfangreicheres gewährt als Geduld.“ (Bukhari, Muslim)

Zufriedenheit

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel auch anhand der Quellen über Glück und Zufriedenheit reflektieren und erkennen, wie sehr sie im Vergleich zu anderen Kindern privilegiert sind – und wie dankbar sie dafür sein sollten: Sa´d berichtete, dass Allahs Gesandter (a.s.) gesagt hat: „Es gehört zum Glück des Kindes Adams, dass es zufrieden ist mit dem, was Allah ihm bestimmt hat, und es gehört zum Unglück des Kindes Adams, dass es ablässt, Gutes von Allah zu erbitten, und es gehört zum Unglück des Kindes Adams, dass es hadert mit dem, was Allah ihm bestimmt hat.“ (Tirmidhi)

Als goldene Regel für die Erlangung von Zufriedenheit kann auch folgender Ausspruch des Propheten Muhammad (a.s.) vermittelt werden: „Seht auf den, der unter euch ist (und weniger Möglichkeiten hat) und nicht auf den, der über euch ist, denn das ist geeigneter, damit ihr nicht Allahs Gnade (an euch) gering schätzt.“ (Muslim)

Trauer

Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, auch Trauer auszudrücken und konstruktiv mit dem Gefühl der Traurigkeit umgehen zu können. Darüber hinaus sollen sie befähigt werden, auch andere Menschen in ihrer Trauer wahrzunehmen – mit ihnen zu fühlen und ihnen so gut wie möglich zu helfen.

Ich werde geliebt

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sie liebenswürdig sind – und sie sollen erkennen, dass sie darüber hinaus durch ihr eigenes Verhalten noch mehr Liebe erlangen können – sowohl die Liebe Gottes als auch die Liebe der Eltern, Geschwister und Freunde sowie der Mitmenschen überhaupt – und auch die der Tiere. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Wer sich wünscht, dass Allah und Sein Gesandter ihn lieben, der soll die Wahrheit sagen, wenn er spricht, der soll zurückgeben, was ihm anvertraut wurde, und der soll seine Nachbarn gut behandeln.“ (Mischkat)

Wichtig ist in diesem Kontext zu vermitteln, dass die Liebe Gottes auch durch die Liebe der Mitmenschen erreicht wird. Es reicht nicht aus, ein gottgefälliges Leben zu leben – vielmehr muss der Mensch an seiner Gesellschaft teilhaben und sich immer und überall für das Gute einsetzen. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Wer nicht barmherzig ist, dem wird Barmherzigkeit nicht zuteil.“ (Bukhari)

Ein Mann kam zum Propheten (a.s.) und sagte: „O Gesandter Allahs, nenne mir ein Werk (das), wenn ich es vollbringe, mich Allah und die Menschen lieben!“ Er sagte: „Entsage der Welt, dann liebt dich Allah, und entsage dem, was den Menschen gehört, dann lieben dich die Menschen.“ (Ibn Madscha)

Weiterhin sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass die irdische Welt kein Hindernis für die Liebe darstellt – so werden sie mit dem Propheten (a.s.) sein, wenn sie ihn lieben: Ein Mann kam zu Allahs Gesandtem (a.s.) und sagte: „O Allahs Gesandter, was sagst du über einen Mann, der Leute liebt, aber er erreicht sie nicht?“ Da sagte Allahs Gesandter (a.s.): „Der Mensch ist mit dem, den er liebt!“ (Bukhari)

Ich lerne den Qur’an

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel die Verse sowohl in Deutsch als auch in Arabisch erlernen als auch ihre Inhalte erarbeiten.

Al-Asr (103) – Ich bin ein gläubiger Mensch, ich liebe die Wahrheit

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit dieser Surah lernen, dass Glaube und gute Taten zusammengehören – und dass sie Wahrheitsliebe und Geduld diese ergänzen.

Al-Qadr (97) – Die Nacht des Qur’an

In dieser Surah sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Nach der Allmacht, Lailatul-Qadr, auseinandersetzen, in welcher der Qur´an zum ersten Mal offenbart wurde und über ihre Vorzüge wissen.

Al-Kafirun (109) – Ich glaube was ich will – und du auch!

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit dieser Surah die Klarheit des Qur´an in der freien Religionsausübung erkennen und reflektieren.

Amanar-Rasul (2/285) – Ich folge allen Propheten

Diese Ayah verdeutlicht die Gleichheit aller Propheten. Mit ihrem Tafsir sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, diese Gleicheit auszudrücken und detaillierter zu erläutern.

Kalima Tayyiba (Ibrahim 14/24) – Ich spreche nur gute Worte

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit diesen Versen ihr eigenes Sprechverhalten kritisch reflektieren lernen. Die guten Auswirkungen schöner Worte – und in Gegenzug die negativen Auswirkungen böser Worte sollen möglichst an Beispielen aus dem Leben der Schülerinnen und Schüler erarbeitet und eine Art Anleitung zum „guten Sprechen“ präsentiert werden.

Ich lerne die Geschichte von Yunus/Jonas (a.s.) kennen

Die Schülerinnen und Schüler sollen exemplarisch an der Geschichte von Yunus / Jonas (a.s.) die Bedeutung der Geduld und der Standhaftigkeit erfahren – aber auch die Existenz von Sorge oder sogar Angst sowie Unzufriedenheit und Ungeduld beim Menschen reflektieren.

Bezug zu Qalam 68/48,

Wir feiern das neue Jahr – die Hidschra von Makkah nach Madinah

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel die grundlegenden Informationen über die islamische Zeitrechnung erfahren. Sie sollen die Namen der Monate erlernen und verstehen, warum im Islam ein Mondkalender Geltung erlangt hat und welche Vorteile dies für die Gesamtheit der Muslime hat.

4. Schulstufe: Ich bin einzigartig

Mich gibt es nur einmal - Ich bin verantwortlich

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sie mit ihren Fähigkeiten und ihrem Charakter besonders sind und Wertschätzung verdienen – und dass sie Verantworung tragen, die mit steigendem Alter auch steigen wird.

für mein eigenes Leben (Gesundheit, Essen, Körperpflege)

Der Körper ist ein Geschenk Gottes für den Menschen –und als Zeichen des Dankes und der Verantwortlichkeit sollen die Schülerinnen und Schüler verstärkt für eine gesunde Lebensführung sensibilisiert werden.

für meine Mitmenschen, Familie, Freunde und Nachbarn

Al-Aswad berichtete, dass er Aischa (r) fragte: „Was pflegte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu Hause zu tun?“ Sie antwortete: „Er beschäftigte sich mit dem Anliegen seiner Familie, (d.h. er stellte sich in ihren Dienst,) und wenn es mit dem Gebet soweit war, begab er sich zum Gebet.“ (Bukhari)

Aischa (r) berichtete über den Propheten (a.s.): „Er nähte sein Gewand und seine Schuhe / Sandalen.“ (Sahih Albani)

für andere Menschen, besonders für Bedürftige (Zakat)

In diesem Kapitel sollen die Schülerinnen und Schüler die wesentlichen Informationen über Zakat erarbeiten und eventuell am Beispiel einer Hilfsorganisation verstehen, welch wichtige Dimensionen die Zakat heutzutage erfüllen kann.

für die Schöpfung (Natur und Tiere)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext erfahren, dass sie für die Bewahrung der Schöpfung Verantwortung tragen – und bezogen auf ihre Lebenswelt besonders für Tiere, die sich in ihrer Obhut befinden. Sie sollen wissen, dass diese auf eine gute Behandlung durch den Menschen angewiesen sind und dass sie – aus religiöser Perspektive – das Recht auf eine angemessene und artgerechte Haltung und Behandlung haben. In diesem Zusammenhang können viele unterschiedliche Geschichten und Ahadith erarbeitet werden, in welchen diese Inhalte enthalten sind.

Ich bete nur Dich an / Nur Du bist anbetungswürdig

In diesem Kapitel sollen die Schülerinnen und Schüler eine neue Dimension des Gebets kennenlernen – das sog. Sunna-Gebet und die Nawafil-Gebete. Sie sollen erörtern, inwiefern das Gebet zu einer echten Stütze in der Beziehung des Menschen zu ihrem Schöpfer werden kann.

Freiwilliges Gebet und Gebet in der Nacht (freiwillige rituelle Gebete)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Schuljahr eine neue Form des Gebetes kennenlernen – das sogenannte Qiyam, oder Tahadschud. Sie sollen erfahren, dass eine besondere Beziehung zu Gott auch mit der Verrichtung besonderer Gebete erzielt werden kann, und dass die Nacht als Zeitpunkt der Zwie- und der Aussprache mit Gott besonders gut geeignet ist, weil man in der Regel ungestört ist und sich viel besser im Gebet vertiefen kann. Vgl. al-Furqan 25/64, Ali-Imran 3/191 sowie as-Sadschda 32/15-17 und adh-Dhariyat 51/15-18.

Das Freitagsgebet und seine Vorzüge

Die Schülerinnen und Schüler sollen über die Verpflichtung zum Freitagsgebet wissen und die besonderen Vorzüge sowohl des Freitagsgebetes als auch des Freitags an sich kennen.

Duaa nach jedem Gebet

Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Auswahl an Bittgebeten nach den rituellen Gebeten mit ihren Bedeutungen und Vorzügen kennenlernen.

Ich besuche Dich (Hadsch und Umra) und Deinen Propheten (Ziyaarah)

Die Schülerinnen und Schüler sollen die grundlegenden Informationen über Hadsch und Umra kennen und zwischen ihnen und der Ziyaarah unterscheiden können. Sie sollen wissen, dass die Hadsch zu den fünf Säulen des Islam gehört und für jeden Muslim, der dazu in der Lage ist, verpflichtend ist, vgl. Baqara 2/196. Anhand von Filmen kann die Atmosphäre der Pilgerfahrt vermittelt werden, es bietet sich – für die Erlernung der Stationen der Hadsch – auch die Methode des Stationenbetriebs an. So können sich die Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise die Inhalte der Hadsch und Umra aneignen.

Im Gespräch mit Dir finde ich Ruhe und Zuversicht

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass das direkte und vertrauliche Gespräch mit Gott innere Ruhe und Zuversicht schenkt und es als Quelle der Gewissheit wahrnehmen. Sie sollen wissen, dass Gott jederzeit für sie da ist und sie sich zu allen Zeiten und an allen Orten und mit jedem Thema an Ihn wenden können. Vgl. Baqara 2/186 sowie ar-Ra’ad 13/28.

Ich faste – nur für Dich!

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass das Fasten eine besondere Beziehung des Menschen zu Allah ausdrückt – es ist ein unsichtbarer Gottesdienst, bei dem man nicht beobachtet werden kann. Weiterhin drückt das Fasten eine starke Beherrschung des Menschen über seinen Körper aus – und kann zu einer körperlichen, seelischen und geistigen Steigerung des Selbstbewusstseins führen. In diesem Zusammenhang sollen die Schülerinnen und Schüler auch erfahren, welche Regeln für das Fasten gelten, welche Ausnahmen existieren und dass Fasten erst mit religiöser Volljährigkeit verpflichtend wird.

Ich bestimme selbst über mich

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass ein Ziel des Fastens auch ist, besser mit seinem eigenen Körper umgehen zu können und über sich selbst zu bestimmen. Erst in der praktischen Umsetzung sind die Vorzüge des Fastens deutlich erkennbar.

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit unterschiedlichen Ahadith und Qur´anversen damit auseinandersetzen, warum es im Islam einen Fastenmonat – d.h. eine zeitlich begrenzte Fastenzeit gibt – und welche Vorzüge es hat. Sie sollen weiterhin erfahren, dass Allah (t) es nicht wünscht, wenn Menschen sich mehr aufbürden, als sie zu tragen vermögen.

Ich faste nur für Dich

Das Fasten ist der einzige unsichtbare Gottesdienst – niemand kann beim Fasten gesehen werden. Daraus folgt, dass das Fasten als Ibada nur an Allah ausgerichtet sein kann und auch nur Ihm gewidmet werden darf.

Fasten stärkt mein Selbstbewusstsein

Ein durchgestandener Fastentag stärkt das eigene Selbstbewusstsein und das Vertrrauen in die eigene Persönlichkeit sehr. In diesem Kontext können sich die Schülerinnen und Schüler darüber austauschen, welche praktischen Erfahrungen sie mit Fastentagen hatten.

Akhlaaq

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Kapitel wieder mit ethisch-moralischen Werten des Islams auseinandersetzen und ihre Umsetzung im Alltag reflektieren.

Ich mische mich nicht in fremde Angelegenheiten ein

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sich ein gläubiger Mensch nicht in die Angelegenheiten eines Anderen einmischen darf – und sollen kritisch reflektieren, wo die Grenze zwischen einer guten Nachbarschaft bzw. Freundschaft und dem Einmischen in fremde Angelegenheiten besteht. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Zum guten Islam eines Menschen gehört zu lassen, was ihn nicht angeht.“ (Tirmidhi u.a.)

Ich denke nicht nur an mich (Selbstlosigkeit)

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit dem hohen Charaktermerkmal der Selbstlosigkeit konfrontiert werden und versuchen, dieses mit ihrer Lebenswirklichkeit in Verbindung zu setzen. Der Propheten (a.s.) hat gesagt: „Keiner von euch ist gläubig, bis er für seine Geschwister wünscht, was er für sich selbst wünscht.“ (Bukhari und Muslim)

Ich wünsche den anderen das gleiche wie mir

Die Schülerinnen und Schüler sollen einen hervorragenden Umgang mit anderen Menschen herstellen können. Umar (r) berichtete: … ich hörte Allahs Gesandten (a.s.) sagen: „Wer sich selbst vor Allah erniedrigt, den erhöht Allah, und obwohl er sich selbst als gering ansieht, halten ihn die Menschen für bedeutend, und wer sich angeberisch hervortut, den erniedrigt Allah, und die Menschen sehen ihn als gering an, obwohl er sich selbst für bedeutend hält.“ (Mischkat)

Abu Huraira (r) berichtete: Der Prophet (a.s.) hat gesagt: „Hütet euch vor Neid, denn der Neid frisst die guten Taten auf wie das Feuer den Brennstoff auffrisst.“ (Abu Dawud)

Ich traue mir etwas zu!

Die Schülerinnen und Schüler sollen in der vierten Schulstufe ein Selbstbewusstsein entwickelt haben, das ihnen ermöglicht, selbständig Lösungen für Konflikte zu finden und die eigenen Gefühle immer mehr unter Kontrolle zu haben. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Drei Dinge gehören zum guten Wesen des Glaubens: dass man, wenn man zornig ist, sich nicht fehlleiten lässt, dass man, wenn man mit jemandem zufrieden ist, sich nicht vom Recht abbringen lässt, und dass man, wenn man Macht hat, sich nicht aneignet, was einem nicht zusteht.“ (Mischkat)

Weiterhin sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie fehlerhafte Handlungen ausgeglichen und Reue auch im praktischen Handeln ausgedrückt werden kann. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Sei dir Allahs bewusst, wo immer du bist und lasse der bösen Tat die gute Tat folgen, sie damit auszulöschen, und begegne den Menschen mit gutem Wesen.“ (Tirmidhi)

Auch die folgenden Überlieferungen sollten mit den Schülerinnen und Schülern besprochen und erarbeitet werden – geht es doch um grundsätzliche Fragen des Glaubens und der Persönlichkeit des Gläubigen. Vor dem Übergang in eine andere Schule sollten die Schülerinnen und Schüler mit Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ausgestattet sein, um diese neue Phase im Leben kreativ und mit einer klaren Perspektive beschreiten zu können.

Von Abu Amr – Sufyan ibn Abdullah (r), der gesagt hat: Ich sprach: „O Gesandter Allahs, sage mir ein Wort über den Islam, das ich von keinem anderen als dir erfragen kann.“ Er sagte: „Sprich: Ich glaube an Allah, den einzigen Gott – dann stehe dazu!“ (Muslim)

Anas, (r) berichtet, dass Allahs Gesandter (a.s.) gesagt hat: „Stehe deinem Bruder bei, ob er Unrecht tut oder ihm Unrecht geschieht.“ Jemand fragte: „O Gesandter Allahs, gewiss stehe ich ihm bei, wenn ihm Unrecht geschieht, aber wie soll ich ihm beistehen, wo er im Unrecht ist?“ Der Prophet sagte: „Verwehre ihm das Unrecht. Das ist dein Beistand für ihn!“ (Bukhari, Muslim)

Ich habe einen schönen Charakter/ein reines Herz

Die Schülerinnen und Schüler sollen anhand ihrer eigenen Persönlichkeit über gute Absicht (Niyya) und die darauf aufbauenden Handlungen reflektieren. Sie sollen in der Lage sein, sich selbst ein Urteil über eine Angelegenheit bilden zu können und auf ihre innere Stimme zu vertrauen: Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Tugendhaftigkeit ist Schönheit des Charakters, und Sünde ist, was in deiner Seele webt, und du möchtest nicht, dass die Menschen davon erfahren.“ (Muslim)

Und nach Wabisa ibn Ma´bad (r), der gesagt hat: Ich kam zu Allahs Gesandtem (a.s.), und er sagte: „Du bist gekommen, nach der Tugendhaftigkeit zu fragen?“ Ich sagte: „Ja“. Er sagte: „Befrage dein Herz. Rechtschaffenheit ist das, worüber die Seele und das Herz besänftigt und beruhigt sind. Und Sünde ist, was in der Seele webt und in der Brust widerhallt, selbst wenn die Menschen dir wieder und wieder einen guten Bescheid darüber gegeben haben (d.h. selbst wenn die Menschen es gutgeheißen haben).“ (Ahmad und Darimi)

Abu Huraira (r) berichtete vom Allahs Gesandten (a.s.), der gesagt hat: „Wer es einem Menschen in Bedrängnis erleichtert, dem wird es Allah in dieser Welt und im Jenseits erleichtern (Muslim)

In der Auseinandersetzung mit dem folgenden Hadith sollen die Schülerinnen und Schüler eine klare Verantwortung auch für ihr eigenes Leben erkennen und wissen, dass sie von Allah (t) reichliche Gaben erhalten haben und auch noch werden. Auch Anas (r) berichtete: Ich hörte Allahs Gesandten (a.s.) sagen: „Allah der Erhabene hat gesagt: O Sohn Adams, so lange du Mich anflehst und auf Mich hoffst, vergebe Ich dir, was von dir ist und beachte es nicht. O Sohn Adams, wenn auch deine Missetaten bis zu den Wolken des Himmels reichten, und du Mich um Verzeihung bittest, so vergebe Ich dir. O Sohn Adams, wenn du Mir Sünden brächtest, nahezu gleich der gesamten Erde, und du Mir nichts beigesellst, würde Ich dir gewiss nahezu gleichermaßen Verzeihung entgegen bringen.“ (Hasan Sahih: Tirmidhi)

Ich lerne den Qur’an

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kapitel die Verse sowohl in Deutsch als auch in Arabisch erlernen als auch ihre Inhalte erarbeiten.

At-Tin (95) – Ich bin auf beste Art und Weise erschaffen worden

Ad-Duha (93) – Ich vertraue auf Allah und weise keinen Menschen zurück

Al-Humasa (104) – Ich bin ein zufriedener Mensch und meckere nicht

Al-Takaathur (102) – Ich besuche den Friedhof und gedenke der

Verstorbenen

Ayatul-Kursi (2/286) – Allah ist immer bei mir und beschützt mich

Wir feiern das Opferfest

Die Schülerinnen und Schüler sollen alle wichtigen Informationen über das Opferfest erhalten und in der Lage sein, diese auch zu reflektieren und ihre Bedeutung auf ihr Leben zu übertragen. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn sie eine Feier in der Schule organisieren und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler hierzu einladen.

Die Geschichte von Ibrahim / Abraham (a.s.)

Die Erinnerung an Hadschar (r) und Ismail (a.s.)

Wir laden Gäste zu unserer Feier

Sabine und ich reden über Religion

Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, mit Kindern anderer religiöser Zugehörigkeit einen respektvollen und anerkennenden Austausch auch über religiöse Inhalte zu haben. Sie sollen erkennen, welch zahlreiche Gemeinsamkeiten sie unabhängig von ihrer unterschiedlichen religiösen Zugehörigkeit haben und wie schön es ist, gemeinsam mit dem anderen das Leben zu gestalten.

Wir haben die gleiche Heimat / Österreich ist unsere gemeinsame Heimat

Die Schülerinnen und Schüler sollen Österreich als Heimat bzw. als Bezugspunkt in ihrem Leben annehmen und keinen Widerspruch zwischen ihrer Hinwendung zu Österreich und ihrem Muslimsein konstruieren. Sie sollen wissen, dass Religon und Nationalität bzw. Herkunft unterschiedliche Kategorien sind und dass sie als Österreicherinnen bzw. Österreicher (bzw. als Schülerinnen und Schüler mit dem Lebensmittelpunkt Österreich) einen Teil der Gesellschaft darstellen und Verantwortung tragen.

Wir tauschen uns über unsere Religionen aus – über Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Ausgehend von der tatsächlichen Klassensituation können sich in diesem Kontext Schülerinnen und Schüler in einem Projekt über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Religion austauschen und darüber reflektieren. Sie sollen wissen, dass nur durch Respekt und Anerkennung ein friedliches Miteinander bewahrt werden kann.

Ich respektiere die Religion von Sabine

Ich gratuliere ihr zu ihren Festen

Anl. 3

Beachte für folgende Bestimmung

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Text

Anlage 3

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an Hauptschulen und der Volksschuloberstufe

Allgemeine Erläuterungen

In diesem Lehrplan gelten die in den allgemeinen Bestimmungen ausgeführten allgemeinen und didaktischen Erläuterungen. Er gilt auch für die Volkschuloberstufe.

5. Schulstufe – In Freundschaft leben

Der Schulwechsel als neue Lebensphase stellt für viele Kinder eine immense Herausforderung dar. Neben dem neuen Lehrpersonal, der neuen Umgebung, den neuen Räumlichkeiten und den wachsenden Erwartungen ist die Suche nach neuen Freunden keine einfache Aufgabe. Gerade im Alter von ca. zehn Jahren kann diese Suche, wenn nicht bestimmte Kriterien beachtet werden, zu großen persönlichen Enttäuschungen führen. Mit der Zunahme der schulischen Erwartungen tritt die Herausbildung sozialer Kompetenzen oftmals in den Hintergrund. Der Islamische Religionsunterricht erkennt hier seine Verantwortung, diese Thematik aus der religiösen, ethisch-moralischen Perspektive zu behandeln. Die islamische Vorstellung von Freundschaft kann den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern, den Eltern und der Gesellschaft allgemein von Nutzen sein, denn sie verbindet das soziokulturelle mit dem ethisch-moralischen und erläutert die tieferen Dimensionen von Freundschaft.

Freundschaft in diesem Lebensstadium zu thematisieren bedeutet, den ersten Stein im Aufbau einer starken Persönlichkeit zu legen. Im Islamischen Religionsunterricht werden die Freundschaften des Propheten Muhammad (a.s.) als höchstem Vorbild aller Muslime beschrieben, um dem Kind folgende Werte zu vermitteln: freundschaftliches Zusammenleben, Geschwisterlichkeit, Ablehnung von jeglichem Hass, Hilfe durch Rat etc. In der Gestaltung des Unterrichtes soll von der jeweiligen Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler ausgegangen werden, um eine höchstmögliche Identifikation mit der Thematik zu erreichen.

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler das islamische Glaubensbekenntnis sowie die Lehre von der Einheit, Einzigkeit und Einzigartigkeit Gottes (Tauhid) kennen und verstehen lernen (vgl. Baqara 2/256; Hadid 57/2-7; An’am 6/95-103).

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das Glaubensbekenntnis zum Islam (Kalimatul-Schahada)

Das Glaubensbekenntnis ist ein Akt der Überzeugung

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Abschnitt das Glaubenbekenntnis mit seinen beiden Abschnitten erlernen und wissen, dass Glaube von Gott nur angenommen werden kann, wenn er auf einer persönlichen und eigenen Überzeugung gründet.

Den Schöpfer kennenlernen, Glaube (Iman) an Allah, Nähe zu Allah durch Bittgebete

Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass Dhikr eine sehr persönliche Form der Beziehung zu Gott darstellt, welche sowohl in der Gemeinschaft als auch im Stillen ausgedrückt werden kann. Darüber hinaus stellt sie eine wesentliche Form der islamischen Spiritualität dar. Anhand einer Auswahl der Adhkar des Propheten (a.s.) erhalten die Schülerinnen und Schüler eine konkrete Vorstellung dieser die Seele ansprechenden Worte.

„Ist es nicht so, dass im Dhikr (in Allahs Gedenken) die Herzen Ruhe finden!“ (Ar-Ra‘d 13/28)

Beispiele von Bittgebeten des Propheten

Die Schülerinnen und Schüler sollen einige Bittgebete des Propheten (a.s.) verstehen und lernen – und in der Lage sein, sie im Alltag auszudrücken.

Sie sollen weiterhin wissen, dass die Bitte um Segen für den Propheten Muhammad (a.s.) – die sogenannten Salawat – im Islam erwünscht ist und von Gott besonders belohnt wird. Der Mensch, der bei der Nennung des Propheten (a.s.) keinen Segenswunsch für ihn ausspricht, wird im Hadith als geizig bezeichnet – und Allah (t) fordert die gläubigen Menschen im Qur´an dazu auf, Segenswünsche für den Propheten (a.s.) auszusprechen: „Wahrlich, Allah und Seine Engel segnen den Propheten: o ihr, die ihr glaubt, sprecht den Segenswunsch für ihn und begrüßt ihn mit dem Friedensgruß.“ (Ahzab, 33/57)

Die schönsten Namen Allahs

Themenkreis: Quellen des Islam

Was ist eine Quelle?

In diesem Themenkreis setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Quellen des Islam auseinander. Wesentlich für eine Einführung in die Thematik ist die Frage nach der Quelle an sich: was eine Quelle ist, warum sie notwendig ist und welches ihre Charakteristiken sind.

Der Qur´an ist die erste Quelle im Islam

Indem die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen Qur´an erhalten - möglichst mit einer deutschen Exegese (Tafsir) – sollen sie dazu motiviert werden, eigenständig den Qur´an zu erkunden, seine Einteilungen festzustellen und einen persönlichen Lese- und Lernplan entwickeln.

Die Einteilung des Qur´an in Suren und Aayaat (Kapitel und Verse)

Ich erhalte meinen Qur´an und entwickle einen persönlichen Lese- und Lernplan

Die Sunnah ist die zweite Quelle im Islam

Ähnliches wie oben beschrieben gilt für die zweite Hauptquelle des Islam. Auch hier sollen die Schülerinnen und Schüler die Sunnah des Propheten (a.s.) kennenlernen und erfahren, wie ein Hadith aufgebaut ist und wann und warum sie überhaupt gesammelt wurden.

Was bedeutet Hadith

Wann, warum und wer hat die Ahadith gesammelt

Beispiel eines Hadith zur Analyse und Interpretation

In dem o.g. Kontext sollen sich die Schülerinnen und Schüler auch selber mit den Originalquellen auseinandersetzen und einen oder mehrere Prophetenaussprüche, welche zu den Themen passen, erlernen und analysieren. Der Hadith über Iman und Islam erklärt sehr einfach und kindgerecht beide Begriffe, rundet diesen Themenkreis und bereitet die Schülerinnen und Schüler auf den nächsten vor.

Ich erweitere mein Surenrepertoire um 2 weitere Suren

Hier lernen die Schülerinnen und Schüler den Wortlaut zweier neuen Suren aus dem Kontingent der kurzen Suren auswendig. Sie erfahren die ungefähren Inhalte, diskutieren miteinander darüber und suchen Situationen in ihrem eigenen Leben, in denen diese Inhalte vorkommen oder umsetzbar sind. Aufgrund dessen, das die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler bezüglich der Suren sehr stark variieren, soll hier, wie in vielen anderen Kontexten, differenzierend vorgegangen werden. Aus diesem Grund werden hier keine Surennamen vorgegeben.

Themenkreis: Miteinander leben (Morallehre im Islam)

Ich entwickle mich

In diesem Themenkreis werden verschiedene Dimensionen des Miteinanderlebens betrachtet. Zunächst einmal sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit konkreten, für ihre Altersgruppe wesentlichen Charaktereigenschaften (und deren Gegensätzen) auseinandersetzen, diese in Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt setzen und diskutieren, ob und inwiefern diese Eigenschaften für sie einen Wert haben. Dabei sollen auch selbstkritische Blicke gefördert und erarbeitet werden, wie die eigene Persönlichkeitsentwicklung aktiv selbst gestaltet werden kann.

Dabei sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage beschäftigen, wie Freundschaft entsteht und was ihre Merkmale sind – und wie sie, etwa nach einer Auseinandersetzung oder nach einem Streit, auch wieder aufgenommen werden und stabilisiert werden kann.

Verzeihen statt nachtragend sein

Liebe statt Hass

Freundschaft statt Feindschaft

Meine Umgebung und Ich

In diesem Themenkreis geht es um die Charaktereigenschaften des Menschen gegenüber seiner nahen Umgebung: sowohl was andere Menschen angeht als auch den Ort, in dem er lebt. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, sich für die Beziehung zu anderen Menschen verantwortlich zu fühlen und sich aktiv für ein solidarisches und friedliches Miteinander einzusetzen. In diesem Schuljahr sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Rechte kranke Menschen ihnen gegenüber haben und wie wichtig es ist, Ratschlag zu geben und anzunehmen (vgl. Hadith Qudsi in Muslim sowie: Religion ist guter Ratschlag!).

Die Kranken besuchen und für sie sorgen

Ratschlag geben und nehmen

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Wie denken andere Menschen? Welche Überzeugungen haben sie, worin gleichen sie sich und worin unterscheiden sie sich voneinander? In diesem Themenbereich sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, sich mit den Überzeugungen anderer Menschen auseinanderzusetzen und ihre Wertvorstellungen und religiösen Vorstellungen kennen und schätzen zu lernen. In diesem Schuljahr lernen sie die Geschichte zweier wichtiger Persönlichkeiten und Propheten, welche bei der Entwicklung beider Religionen, Christentum und Judentum, eine ausschlaggebende Rolle spielten.

Was weiß ich über das Christentum und das Judentum

Die Geschichte von Isa / Jesus und Maryam / Maria

Die Geschichte von Musa / Moses und Harun / Aaron

Die Natur und Ich: Tierliebe im Islam

In dem letzten Themenkreis dieses Kapitels geht es um den Menschen und die Natur. Auch hier sollen die Schülerinnen und Schüler an das islamische Verständnis des Menschen als Khalifatullah fil-Ard (Statthalter Gottes auf Erden) herangeführt werden, dem die Erde und ihre Schätze anvertraut wurden – zur sinnvollen und nachhaltigen Nutzung, nicht aber zur Zerstörung und Vernichtung derselben. Angesichts der globalen Umweltproblematiken sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sie als Menschen für die Umwelt und ihren Erhalt verantwortlich sind und sich für langfristige und gerechte Lösungen einsetzen müssen.

In diesem Schuljahr sollen Tiere in Qur´an und Sunnah behandelt und anschließend erarbeitet werden, wie der Umgang mit ihnen zu gestalten ist und wie sehr wir als Menschen auch für die gesunde Entwicklung der Tierwelt Verantwortung tragen. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, dass Tiere genau wie Menschen in Gemeinschaften leben, welche dementsprechend respektiert und geschützt werden müssen. (vgl. Al-An’am 6/38, sowie Hadith mit der Geschichte des durstigen Hundes in der Wüste, sowie Hadith mit der Geschichte der Frau, die ihre Katze einsperrte etc.)

Tierliebe aus Qur´anischer Sicht

Umgang mit Tieren

Themenkreis: Islamische Kunst und Kultur

In diesem Themenkreis geht es darum, einen Bezug zur Schrift des Qur´ans herzustellen. Die Schülerinnen und Schüler erkennen die ersten Konturen der arabischen Buchstaben und verstehen langsam ihre Logik. Sie bauen dadurch eine erste Beziehung zum Qur´an auf und bauen Barrieren zwischen sich und ihm ab. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler die ersten Konsonanten und Vokale sowie die Lautverbindungen. Das erste Aha-Erlebnis zeigt sich dann, wenn sie ihre eigenen Namen und den Namen ihrer Freunde schreiben können.

Die Kunst der arabischen Schrift

Ich wiederhole das arabische Alphabet

Ich schreibe meinen Namen in arabischer Schrift

Themenkreis: Islam in Österreich

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler Jahr für Jahr ihr Wissen über die Muslime in Österreich und in Europa vertiefen, damit sie erfahren, dass kein Widerspruch zwischen ihrem Muslimsein und ihrem Bekenntnis zu Österreich und zu Europa besteht – sondern dass vielmehr die Chance und die Aufgabe der Muslime in Österreich und in Europa gerade darin besteht, diese Identitäten miteinander zu vereinbaren, so wie auch Muslime in anderen Ländern der Welt durchaus ihre religiöse und nationale Identität miteinander verbinden. In diesem Schuljahr erfahren die Schülerinnen und Schüler, aus welchen Kulturen Muslime in Österreich stammen.

Aus welchen Kulturen stammen Muslime in Österreich?

Islamische Feste in Österreich feiern

Das Fest am Ende des Fastenmonats

Das Opferfest

Themenkreis: Geschichte(n)

Die Geschichte des Propheten Yusuf / Josef

Die Geschichte des Propheten Yusuf berührt sehr viele unterschiedliche Dimensionen, welche zum Teil in dieser Einheit zusammen mit den Schülerinnen und Schülern reflektiert werden sollen. Ein wichtiger Inhalt ist die persönliche Stärke des Propheten, welcher immer wieder sehr schwierige Situationen in seinem Leben zu bewältigen hatte. Dass die Beziehung zu seinen Geschwistern zumindest zu Beginn der Geschichte weder geschwisterlich noch freundschaftlich war, führt die Schülerinnen und Schüler nochmals zu der Frage, wie Liebe und Freundschaft entsteht und erlaubt ihnen auch konkrete Bezüge zu ihrer eigenen Lebenserfahrung einzubringen. In der Erarbeitung von Stationen der Lebensgeschichte von Yusuf (der Traum, die Geschwister und die Verschwörung, Durchführung des Plans, Yusuf in Ägypten, Verführung Yusufs, Yusuf im Gefängnis, der König und sein Traum, Yusuf als Finanzminister, Yusufs Brüder in Not, Yusuf und sein Vater Yaqub) ergibt sich ein rundes Bild seiner Persönlichkeit, welche durchgehend von dem Vertrauen zu Gott geprägt ist und letztlich ein glückliches Ende findet. (vgl. Surah Yusuf etc.)

Sirah des Propheten (a.s.)

Die Lebensgeschichte des Propheten Muhammad (a.s.) hat für Muslime eine wesentliche Bedeutung, weil er als besonders vorbildlicher Mensch angesehen wird (al-Ahzab 33/21; al-Mumtahina 60/6). Den Schülerinnen und Schülern soll anhand der Etappen des Lebens des Propheten (a.s.) vermittelt werden, welche Charaktereigenschaften der Prophet Muhammad (a.s.) hatte und welch schwierigen Situationen er schon in frühester Kindheit ausgesetzt war – aber auch, warum ihn die Menschen so sehr liebten und ihm in Scharen folgten.

Von der Geburt bis zur Offenbarung

Die sehr persönliche Geschichte des Propheten (a.s.) von seiner Kindheit als Waisenkind, über seine Hochzeit mit Khadidscha bis zum Ereignis der ersten Offenbarung.

Islam in Makkah

Die erste Zeit des Islam mit ihren großen Schwierigkeiten und Verfolgungen jeglicher Art. In diesem Zusammenhang erfahren die Schülerinnen und Schüler auch Näheres über die ersten Muslime, die Sahaba.

6. Schulstufe: Die Schöpfung bewahren

Eine Elfjährige bzw. ein Elfjähriger beginnt zunehmend, Sachverhalte zu erkunden, welche sie bzw. er bis dahin einfach geglaubt oder widerspruchslos angenommen hat. Es ist eine neue Lebensphase, in der das Kind verstehen will; so beginnt es, alles – vor allem das Metaphysische - zu hinterfragen. So thematisiert der islamische Religionsunterricht die Schöpfung, um den Schülerinnen und Schülern das islamische Konzept des Menschen als Statthalter Gottes auf Erden (Khalifatullah fil-Ard) ausführlich zu vermitteln. Die Schöpfung wurde dem Menschen von Gott als Amanah anvertraut, nachdem die Himmel und die Erde und die Berge diese Verantwortung abgelehnt haben (vgl. al-Ahzab 33/73) – dies fordert vom Menschen den vollen Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung. In der Auseinandersetzung mit der Gentechnik sollen die Schülerinnen und Schüler einen Standpunkt entwickeln, der in ihrem verantwortlichen Eintreten für die Schöpfung begründet ist und dieses auch reflektiert. Es ist Aufgabe des islamischen Religionsunterrichtes, die Schülerinnen und Schüler zu ermuntern, vom einfachen Glauben zur sicheren Überzeugung zu gelangen, dass Gott die Welt, den Menschen, die Tiere und die Pflanzen auf beste Art und Weise geschaffen hat, dass es aber für die Bewahrung und den Schutz dieser wundervollen Schöpfung eines verstärkten Engagements und einer aktiven Grundhaltung bedarf – langfristig führt dies sicherlich zur Steigerung sozialer Fertigkeiten junger Menschen. Dankbarkeit sowie das Bewahren von anvertrautem Gut sind die Charaktereigenschaften, die in ihrer Vollendung unmittelbar zur Wahrung und zum Schutz der Schöpfung führen. Die Prämisse – weder sich selbst noch anderen zu schaden – sollte jede Schülerin und jeder Schüler am Ende dieser Schulstufe verinnerlicht haben.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das tägliche rituelle Gebet (As-Salah)

In diesem Schuljahr beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem zweiten Glaubensgrundsatz sowie mit der zweiten Säule des Islam. In der Auseinandersetzung mit dem Gebet soll die Frage nach dem Warum und Wieso im Zentrum der Vermittlung stehen – es geht nicht um ritualisiertes Nachahmen, sondern um die Vermittlung von Sinninhalten und deren spirituelle Dimensionen. Nichtsdestotrotz müssen auch die rituellen Gebetstexte und Gebetshaltungen erlernt werden, da die Umsetzung der zweiten Säule verpflichtend ist: (Ali-Imran 3/103) sowie der Hadith: „Der Schlüssel zum Paradies ist das Gebet, und der Schlüssel zum Gebet ist die Reinigung!“ (Ahmad)

Warum das Gebet

Die Gebetswaschung und Tahara

Voraussetzungen des Gebets

Wie verrichte ich das Gebet

Die Engel – Allahs gehorsame Diener und Boten

Hier erfahren die Schülerinnen und Schüler alle wichtigen Informationen über die Engel und ihre Namen, Eigenschaften und Aufgabenbereiche. Es ist sicherlich angebracht, auch über die Verwendung des Wortes Engel in der Alltagssprache nachzudenken und zu überlegen, inwiefern religiöse Begriffe den Alltag prägen – wenn auch in sehr verkürzter Bedeutung. (vgl. Baqara 2/97f,285, an-Nisa‘ 4/136, as-Sadschda 32/11, az-Zukhruf 43/77,80, al-Muddathir 74/30 f. etc.)

Wer sind die Engel?

Eigenschaften der Engel

Namen und Aufgabenbereiche der Engel

Themenkreis: Quellen des Islam

Qur´an: Warum sukzessive Herabsendung?

Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Themenkreis, warum der Qur´an sukzessive herabgesandt wurde und welche Erleichterungen dies für die Menschen bedeutete. Anhand des Beispiels des Alkoholverbots, welches in vier Stadien untersagt wurde, bekommen sie einen ersten Einblick in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Qur´an.

Beispiel: Das Alkoholverbot in vier Schritten

Neben der theologischen Dimension des Alkoholverbotes sollen die Schülerinnen und Schüler auch die psychologische und gesellschaftliche Dimension dieses Verbotes erkennen und verstehen, dass Drogen jeder Art im Islam verboten sind. Die Lehrerin und der Lehrer können in diesem Kontext auch auf die Gefahren von Sucht eingehen.

Ich erweitere mein Surenrepertoire um 2 weitere Suren

Hier lernen die Schülerinnen und Schüler den Wortlaut zweier neuen Suren aus dem Kontingent der kurzen Suren auswendig. Sie erfahren die ungefähren Inhalte, diskutieren miteinander darüber und suchen Situationen in ihrem eigenen Leben, in denen diese Inhalte vorkommen oder umsetzbar sind. Aufgrund dessen, dass die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler bezüglich Suren sehr stark variieren, soll hier, wie in vielen anderen Kontexten, differenzierend vorgegangen werden. Aus diesem Grund können hier auch keine Surennamen vorgegeben.

Hadithe zum Islam und Iman

Hier lernen die Schülerinnen und Schüler einige Ahadith. Sie lernen die Struktur der Ahadith kennen und unterscheiden zwischen Kettenüberlieferung und Inhalt (Sanad und Matn). Sie lernen auch die Quellen, aus denen die Ahadith entnommen werden können, kennen.

Imam al Bukhari

Imam Maalik

Fard (Wadschib), Mustahab, Mubah, Makruh, Haram

Pflicht, Erwünscht, Indifferent, Unerwünscht, Verboten.

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Passend zum Jahresmotto sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Charaktereigenschaften der Dankbarkeit und ihrem Antonym der Undankbarkeit sowie mit der Vertrauenswürdigkeit und dem Gegensatz der Unzuverlässigkeit auseinandersetzen und erkennen, dass gerechtes Handeln (vgl. An-Nahl 16/90, al-Ma´ida 5/8, al-An،am 6/152) in allen Lebensbereichen unerlässlich ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen hier wieder ermuntert werden, sich selber auch charakterlich weiter zu entwickeln.

Dankbarkeit im Gegensatz zu Undankbarkeit

„Doch Er gab euch Gehör und Gesicht, Verstand und Gemüt, damit ihr dankbar seid!“ (an-Nahl 16/78) sowie: „Es gehört zum Glück der Kinder Adams …“ (Tirmidhi)

Amanah (Vertrauenswürdigkeit) im Gegensatz zu Unzuverlässigkeit

„Der hat keinen Glauben, dem man nichts anvertrauen kann!“ (Bukhari)

Gerechtigkeit

Geschichte des Kalifen Umar mit seinem Sohn

Meine Umgebung und Ich

Eine weitere charakterliche Dimension betrifft die Gesellschaft und die Umgebung um den Menschen herum. Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst selbständig erarbeiten, wie Schaden definiert werden und wie er abgewehrt werden kann. In diesem Zusammenhang könnte erläutert werden, warum - wie in dem Hadith: „Verursache keinen Schaden und lasse keinen Schaden zu!“ - oftmals offene Formulierungen (Schaden) verwendet werden, obwohl es sehr umfassende Themenstellungen betrifft (vgl. auch ar-Ruum 30/41).

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Im ersten Teil dieses Bereiches sollen Schülerinnen und Schüler durch Diskussionen darin bestärkt werden, dass bestehende Unterschiede zu anderen Menschen nicht unbedingt zu Konflikten auf einer oder beiden Seiten oder auch zur Ablehnung führen müssen. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin darin unterstützt werden, Gemeinsamkeiten zu entdecken, diese zu artikulieren und zu präsentieren. Als Abschluss könnte in einer interreligiösen Stunde ein gemeinsames Projekt geplant oder auch durchgeführt werden.

Unterschiede – kein Grund zur Ablehnung!

Wir entdecken Gemeinsamkeiten!

Interreligiöse Stunde

Die Natur und Ich: Liebe zur Natur

Den Schülerinnen und Schülern soll in dieser Einheit Umweltschutz als genuiner Inhalt des Islams verdeutlicht werden. Die Liebe zur Natur ist die Grundlage für die Verantwortlichkeit ihr gegenüber, was ausdrücklich auch in vielen Textquellen verankert ist. Indem sich Allah mit Seinen absoluten Eigenschaften überall in der Natur offenbart, soll die Natur als ein wunderbares Zeichen Seiner Schöpfung geachtet und bewahrt werden.

Der Nutzen der Natur (`Abasa 80/24-32)

Die Schönheit der Natur (An-Naml 27/60)

Kein Muslim pflanzt eine Pflanze oder sät Samen aus, und es isst davon ein Mensch oder ein Tier, ohne dass er dafür Sadaqa bekommt. (Ahmad)

Menschen tragen Verantwortung für die Natur

Al-A´raf 7/56

Eines Tages kritisierte der Prophet Muhammad (s) einen Mann, der die Gebetswaschung vollzog, wegen seines verschwenderischen Umgangs mit Wasser. Der Mann war überrascht und fragte: „Kann man denn beim Wasserverbrauch verschwenden?“ Der Prophet (a.s.) antwortete: „Ja, selbst wenn du bei einem fließenden Fluss Wudu machst!“ (Ibn Madscha)

Die Natur weist auf Allah hin

Veränderung der Natur hat Folgen für den Menschen (Suratur-Ruum )

Themenkreis: Islamische Kunst und Kultur

In diesem Themenkreis geht es darum, den in der 5. Schulstufe gewonnenen Bezug zur Schrift des Qur´ans zu verstärken. Die Schülerinnen und Schüler lernen ganze Worte zu schreiben. Sie lernen außerdem das Lesen der arabischen Worte und Sätze und forcieren damit ihre Beziehung. Die Schülerinnen und Schüler lernen das Alphabet zu beherrschen. Sie lernen die Bedeutung einzelner immer wieder vorkommender Worte und suchen sie auch im Qur´anischen Text.

Die Kunst der arabischen Schrift

Ich wiederhole und übe das arabische Alphabet

Ich schreibe ganze Worte und Sätze

Ich suche bekannte Worte im Qur´anischen Text

Themenkreis: Islam in Österreich

Im 2. Hauptschuljahr sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die islamische Infrastruktur in Österreich mit ihren Moscheen, Schulen, Kindergärten etc. erhalten, damit sie erkennen, wie integriert Muslime in dieser Gesellschaft sind und wie selbstverständlich es auch ein „islamisches“ Leben in Österreich gibt. In diesem Zusammenhang soll die Lehrerin und der Lehrer die Schülerinnen und Schüler dazu motivieren zu erkennen, in welchen Bereichen noch viel Nachholbedarf existiert (etwa Kunst und Musik) und wie wichtig es ist, dass Muslime sich nicht nur auf ihre eigenen Bedürfnisse und Einrichtungen konzentrieren, sondern darüber hinaus Anteil am gesellschaftlichen Leben nehmen und einen konstruktiven Beitrag für die Gesellschaft insgesamt leisten.

Islamische Infrastrukturen in Österreich

Moscheen

Schulen

Geschäfte

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Sulaiman / Salomon

Die Geschichte des königlichen Propheten Sulaiman berührt in seiner Begegnung mit den Ameisen die Thematik des Jahresmottos, so dass die Schülerinnen und Schüler aufgefordert werden können, aus seiner Geschichte Grundsätze für die Bewahrung der Schöpfung und den Umgang mit Tieren zu erarbeiten. In der Beschäftigung mit weiteren Aspekten der Lebensgeschichte des Propheten Sulaiman erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass schon vor langer Zeit Frauen als gerechte Herrscherinnen agierten und dass allzu viel Prunk und Glanz die Konzentration auf das Wesentliche verhindern können. (vgl. Surah An-Naml/die Ameisen etc.).

Geschichte des Islam

Islam in Madinah

Die Auswanderungen der Muslime (Hidschra) – zuerst nach Abessinien und dann nach Madinah und die jeweilige Integrationsleistung, vor allem im Zusammenwachsen der Gesellschaft in Madina. Was hat sich in Madinah verändert? Welche neuen Offenbarungen wurden herab gesandt? Etc.

Die vier Kalifen

Die Schülerinnen und Schüler erhalten in dieser Einheit einen Überblick über die Zeit und die Persönlichkeiten der so genannten rechtgeleiteten Kalifen.

Abu Bakr

Umar

Uthman

Ali

7. Schulstufe: Wie werde ich stark?

Im Zeitalter des maßlosen Fernsehkonsums und der weit verbreiteten, sehr realistisch gestalteten Gewaltspiele, im Zeitalter der visuellen Reize und emotionalen Herausforderungen scheint Gewalt für viele Jugendliche ein möglicher Weg zur Konfliktlösung zu sein. Schon in der 1. Schulstufe AHS hat sich der islamische Religionsunterricht dieser aktuellen Thematik angenommen, in diesem Schuljahr soll sie intensiver und aus verschiedenen Blickrichtungen heraus besprochen werden. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Stärke nicht mit Gewalttätigkeit verwechselt werden darf, sondern dass echte Stärke in der Bildung einer starken und ausgeglichenen, friedlichen Persönlichkeit besteht, so wie es der Prophet Muhammad (a.s.) in einer Überlieferung definiert hat: „Stark ist nicht der Gewalttätige, sondern stark ist, wer sich im Zorn beherrscht.“ In diesem Zusammenhang ist es sicherlich sinnvoll, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass es manchmal notwendig ist, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen und ein klares Nein! auszusprechen. Ein Nein zur Gewalt, ein Nein zu Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus etwa. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin zwischen positiver und negativer körperlicher Stärke differenzieren und lernen, dass Energie, welche in diesem Alter oftmals in großem Ausmaß vorhanden ist, gebündelt und in sinnvolle Handlungen eingebracht werden sollte.

Am Themenkreis der Zakat wird die Position des Islam gegenüber den so genannten „Armen und Schwachen“ der Gesellschaft deutlich. Almosen annehmen zu müssen von Menschen, die selber entscheiden können, ob sie spenden wollen oder nicht, bedeutet für den Almosenempfänger eine dem Menschen nicht würdige Abhängigkeit. Dagegen steht ihnen im Islam ein bestimmter Anteil am Besitz der Wohlhabenden – die Zakat als religiöse Pflichtabgabe – fest und unabänderlich zu.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Die sozial-religiöse Pflichtabgabe (Zakat) und die Spende (Sadaqa)

Zakat als sozial-religiöse Pflichtabgabe gehört zu den fünf Säulen des Islam und Informationen darüber zum Basiswissen eines Muslims. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit dem Sinn der Zakat und ihrer Funktion aus wirtschaftspolitischer Sicht auseinandersetzen und verstehen, dass Zakat aus religiöser Perspektive ein Recht bedürftiger Menschen und kein Almosen darstellt.

Arten der Zakat

Beteiligte an der Zakat

Unterschied zwischen Zakat und Sadaqa

Wichtig ist, dass der Unterschied zwischen Zakat als sozial-religiöser Pflichtabgabe und Sadaqa als freiwilliger Spende deutlich erkannt wird, wobei beiden gemeinsam ist, dass sie als eine Form der Reinigung des Vermögens betrachtet werden.

Die Pilger- und die Wallfahrt (Al-Hadsch und Al-Umra)

Hadsch geht auf den Propheten Ibrahim und seinen Sohn Ismail zurück

Hadsch bekämpft Diskriminierung und Rassismus

Hadsch ist eine große Chance auf Charakterreinigung

Der Glaube (Iman) an die offenbarten Bücher

Warum gibt es überhaupt Offenbarung? Mit dieser Kernfrage sollen sich die Schülerinnen und Schüler der dritten Hauptschulstufe beschäftigen und eigene Antworten dafür entwickeln. Zu den Grundlagen des islamischen Glaubenssystems gehört auch der Glaube an alle Propheten sowie an die Bücher, die ihnen offenbart wurden – so dass Kenntnisse über diese Bücher auch für die Muslime grundlegenden Charakter haben. Es soll in diesem Zusammenhang auch erarbeitet werden, warum mit dem Qur´an ein abschließendes Buch offenbart wurde.

Warum überhaupt Offenbarung?

Wir glauben an alle Bücher

Welche Bücher wurden offenbart?

Musa / Moses: At-Taurat (die Thora)

Dawud / David: Az-Zabur (die Psalmen)

Isa / Jesus: Al-Indschil (das Evangelium)

Muhammad: Al-Qur´an (der Qur´an)

Warum ein abschließendes Buch?

Die Vorzüge der Qur´anlesung

Dass die regelmäßige und gekonnte Qur´anrezitation das Herz belebt und Kraft schenkt, ist Inhalt des letzten Abschnittes. In diesem Zusammenhang sollen die Schülerinnen und Schüler die Regeln der Qur´anrezitation erlernen.

Themenkreis: Quellen des Islam

Wie hat uns der Qur´an erreicht?

Die Schülerinnen und Schüler haben in den vergangen Jahren einige Grundkenntnisse über den Qur´an und die Sunnah des Propheten (a.s.) erhalten und sollen in diesem Jahr darauf aufbauend lernen, wie der Qur´an überliefert und bewahrt wurde und welche wissenschaftlichen Bemühungen hinter dieser Anstrengung verborgen sind. Sie erfahren, dass der Qur´an sowohl mündlich als auch schriftlich vielfach und kontinuierlich überliefert wurde.

Der Schüler lernt vom Gelehrten mündlich

Der Qur´an wurde niedergeschrieben

Viele Muslime lernen den gesamten Qur´an auswendig

Allah verspricht, den Qur´an zu schützen

Ich erweitere mein Surenrepertoire um 2 weitere Suren

Hier lernen die Schülerinnen und Schüler den Wortlaut zweier neuen Suren aus dem Kontingent der kurzen Suren auswendig. Sie erfahren die ungefähren Inhalte, diskutieren miteinander darüber und suchen Situationen in ihrem eigenen Leben, in denen diese Inhalte vorkommen oder umsetzbar sind. Aufgrund dessen, dass die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler bezüglich Suren sehr stark variieren, soll hier, wie in vielen anderen Kontexten, differenzierend vorgegangen werden. Aus diesem Grund können hier auch keine Surennamen vorgegeben.

Die wichtigsten Hadith-Überlieferer

Die Schülerinnen und Schüler lernen die wichtigsten Hadith-Überlieferer kennen und erfahren, dass unter ihnen auch bedeutende Frauen waren. In der Auseinandersetzung mit ihren Biographien erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Bild über den Propheten Muhammad (a.s.), welches von seinen Augenzeugen und Anhängern überliefert wurde.

Aischa

Um Salama

Umar

Ali

Abu Huraira

Ibn Abbas

Ibn Umar etc.

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Wie schafft es ein Mensch, echte Stärke zu äußern? Der Prophet Muhammad (a.s.) gibt da klare Anweisungen und betont, dass die Stärke des Menschen nicht in der Gewalttätigkeit bzw. der Gewaltbereitschaft liegt, sondern in seiner Fähigkeit, sich im Zorn zu beherrschen (vgl. Hadith bei Ahmad, sowie „Wenn einer von euch erzürnt, soll er schweigen.“ (Ahmad ibn Hanbal etc.). Weiterhin erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass es besser ist, sich unter die Menschen zu mischen und mit ihnen zu leben – selbst wenn man dabei Unrecht oder Unannehmlichkeiten erfährt – als sich zum Gottesdienst zurückzuziehen; und dass Sanftmut und Geduld im Umgang mit den Menschen von Allah geliebte Charaktereigenschaften sind. (vgl. Baqara 2/153, Ali-Imran 3/200, az-Zumar 39/10 sowie Muslim, Tirmidhi und Nasa´i etc.). Last but not least erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass Vertrauenswürdigkeit eng verknüpft ist mit dem Respekt anderen Menschen gegenüber. (vgl. „Muslim ist, vor dessen Zunge und Hand die Menschen sicher sind.“ Tirmidhi, Nasa´i etc.)

Geduld statt Eile

Stärke bedeutet Selbstbeherrschung

Vertrauenswürdigkeit

Meine Umgebung und Ich

„Der Beste von euch ist der, der den Menschen am Nützlichsten ist.“ Dieser Ausspruch des Propheten Muhammad (a.s.) kann als Motto für diese Einheit betrachtet werden, in der es um Hilfsbereitschaft und Einsatz für Andere als zwei wichtige Charaktereigenschaften im Umgang mit anderen Menschen geht. Es sind Dimensionen, welche heute immer weniger Bedeutung haben, weil sich viele Menschen mit ihren Schwierigkeiten und Problemen zurückziehen und für Hilfsangebote nicht mehr erreichbar sind. Die Religionslehrerin und der Religionslehrer sollen mit ihren Schülerinnen und Schülern in diesem Kontext erarbeiten, wie sehr sich die Beziehungen auch zwischen fremden Menschen verändern und verbessern können, wenn diese beiden Dimensionen einen präsenteren Platz in unserem Leben finden würden.

Hilfsbereitschaft

Einsatz für Andere

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Ergänzend zur Auseinandersetzung mit den offenbarten Büchern im ersten Themenkreis dieser Schulstufe lernen die Schülerinnen und Schüler die Festlichkeiten anderer Religionsgemeinschaften kennen. In diesem Zusammenhang wäre eine oder mehrere gemeinsame Unterrichtsstunden mit den Lehrkörpern der anderen in der Schule vertretenen Religionsgemeinschaften von Vorteil, wo die Schülerinnen und Schüler beispielsweise die Feste anderer aus erster Hand kennenlernen. In der betreuten Begegnung mit Vertretern anderen Religionen können eigene Fragen gestellt und je nach Bedarf auch Themen tiefer behandelt werden. Wichtiger als die Feststellung und dann die Auseinandersetzung mit den Unterschieden zur anderen Religion ist jedoch die Feststellung und Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten derselben, denn diese sind Grundlage für eine von Respekt, Kooperation und gegenseitiger Anerkennung geprägten Umgangsweise.

Meine christlichen, buddhistischen… Schulfreunde erzählen mir von ihren Festen

Ich entdecke Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Themenkreis: Islam und Gewalt

In diesem Themenkomplex sollen aktuelle Themen behandelt und erörtert werden. Aktuell sind Themen immer dann, wenn sie die Schülerinnen und Schüler interessieren und darüber hinaus auch die Gesellschaft, in der wir leben. Das Thema Islam und Gewalt ist in den Medien sehr präsent. Dies und die Tatsache, dass Gewalt in den Schulen immer mehr steigt, rechtfertigt die intensive, auf Quellen gestützte Auseinandersetzung mit der Thematik. Dass Gewalt keine Lösung für Probleme darstellt, ist ebenso ein Erkenntnisziel wie auch die Tatsache, dass bei Gewalt in der Familie Handlungsbedarf besteht.

In dieser Einheit ist von der Lehrerin und dem Lehrer eine besondere Sensibilität mit der Thematik einzufordern, da einige Schülerinnen und Schüler von Gewalt betroffen sein könnten. Sinnvoll ist in jedem Fall auch eine interdisziplinäre Behandlung des Themas etwa in Form eines fächerübergreifenden Projektes.

Gewalt ist keine Lösung

Der Islam lehnt Gewalt ab

Gewalt in der Familie?!

Themenkreis: Islamische Kunst und Kultur

In diesem Themenkreis geht es darum, das Schreiben und die Lektüre der arabischen Schrift zu üben und zu automatisieren. Es geht aber auch darum, den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Kunst der arabischen Kaligraphie und der verschiedenen Schriftstilen zu vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler lernen unterschiedliche kalligraphische Schriften und Kunstwerke einzuordnen und einzuschätzen – immer dem prophetischen Motto folgend: „Allah ist schön und liebt das Schöne.“

Ich lerne Arabisch lesen und schreiben

Bekannte kalligraphische Stilrichtungen

Ich erkenne die unterschiedlichen Schriften etc.

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Islam in Österreich in Zahlen

Wie viele Muslime leben in Österreich? Wie sind ihre Lebensbedingungen? Wie viele muslimische Schülerinnen und Schüler besuchen den islamischen Religionsunterricht? Diese und viele weitere Fragen sollen sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Schulstufe stellen, um sich ein sachliches Bild über die Muslime in Österreich zu machen. Je nach Interessen der Schülerinnen und Schüler können dann einzelne Dimensionen dieser statistischen Ergebnisse näher diskutiert und erörtert werden – etwa Daten zum Bildungsstand junger Musliminnen und Muslime.

8.Schulstufe: Den Anderen respektieren

Dieser Schwerpunkt hebt noch deutlicher als zuvor die sozio-psychologische Dimension des islamischen Religionsunterrichts hervor. Er verbindet die drei vorher erwähnten Schwerpunkte und lässt die Schülerinnen und Schüler nach der Festigung der eigenen Persönlichkeit sich mit dem Anderen auseinandersetzen – sei es mit dem Freund oder der Freundin, der Schulkollegin oder dem Schulkollegen oder auch mit dem anderen Geschlecht. Das eigene Ich wird dezentral und räumt dem Anderen einen festen Platz ein. Jugendliche möchten ausprobieren, ihre Grenzen kennenlernen. Dies geschieht häufig durch intensiven, oft provokanten Kontakt mit Gleichaltrigen. Hier setzt die islamische Religionslehrerin und der Religionslehrer an und stellt ihren bzw. seinen Schülerinnen und Schülern bewusst die islamischen Werte wie Barmherzigkeit, Hilfsbereitschaft, Mut und Sanftmut, Bescheidenheit u.a. vor, um sie zu motivieren, diese auch in ihrem eigenen täglichen Leben umzusetzen. Beginnend mit der Thematisierung der Zakat und Sadaqah werden darauf aufbauend die sozialen Hintergründe dieser Gottesdienste erläutert. Schülerinnen und Schüler können in diesem Zusammenhang interessante, neue und alternative Formen der Umsetzung diskutieren und eventuell sogar durchführen (etwa eine Spendenaktion für Obdachlose o.ä.). In diesen und ähnlichen Solidaritätsprojekten können sie die Wirkung ihres Verhaltens konkret erfahren und sie dann auch im außerschulischen Bereich umsetzen. Das Fazit dieser Schulstufe könnte lauten: Wer tolerant mit Menschen umgeht, gewinnt dauerhaft ihre Liebe und ihren Respekt.

Dies gilt auch für die Beziehungen zwischen Mann und Frau – in der Behandlung der Thematik der Sexualität im Islam erfahren die Schülerinnen und Schüler, warum Gott Liebe und Barmherzigkeit zwischen die Ehepartner gesetzt hat.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das Fasten (As-Siyam)

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler das rituelle Fasten als eine der fünf Säulen des Islam kennenlernen und alle Regeln, welche damit verknüpft sind, erlernen. Besondere Betonung soll auch hier der Sinn des Fastens als unsichtbarer Gottesdienst (Ibadah) erhalten und das Fasten als einmalige Gelegenheit erkannt werden, etwas Gutes für sich selbst zu tun. Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fasten in anderen Religionen und Kulturen sollte in diesem Schuljahr seinen Raum finden.

Es ist in diesem Zusammenhang unabdingbar, dass die Schülerinnen und Schüler Basisinformationen über Ramadan und die besonderen Gebete im Ramadan sowie Lailatul-Qadr erhalten. Ein gemeinsames Iftar (Mahl des Fastenbrechens) – eventuell auch im Kreise der gesamten Schulstufe – würde dieser Einheit eine besondere Note verleihen und die Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern erweitern und vertiefen. (vgl. Baqara 2/183 u.a.)

In diesem Zusammenhang kann auch die erste Offenbarung des Qur´ans, welche ja im Ramadan stattgefunden hat, besprochen werden – oder auch die Bedeutung des Hidschri-Kalenders für den Monat Ramadan: er sorgt dafür, dass der Ramadan durch die Jahreszeiten wandert und jeder Mensch mal im Sommer und mal im Winter fastet – d.h. keiner nur aufgrund seines Wohnortes länger oder unter schwierigeren Bedingungen fasten müsste als jemand anderes.

Warum fasten?

Wie fasten?

Wer fastet?

Wann fasten?

Was tun bei Fehlern?

Ramadan

Die Nacht der Bestimmung (Lailatul-Qadr)

Tarawihgebet

Pflichtabgabe am Ende des Ramadan (Sadaqatul-Fitr)

Der Glaube (Iman) an die Propheten

Jede Muslimin und jeder Muslim verinnerlicht den Iman an alle Propheten – ohne Unterschied: „Wir machen keinen Unterschied bei keinem Seiner Gesandten.“ (Baqara 2/285, vgl. auch an-Nisa 4/164; al-An’am 6/83-90; Hud 11/120 etc. sowie die Ahadith bei Bukhari, Muslim, Ahmad u.a.)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der Frage beschäftigen, warum überhaupt Propheten gesandt wurden, was ihre Eigenschaften waren, ihre Aufgaben, ihre Namen etc. Die Unterschiede zwischen Rasul (Gesandter) und Nabiy (Prophet) sollen in diesem Kontext ebenso thematisiert werden wie die Entscheidungskraft der sogenannten Ulul-Azm und andere wesentliche Themen der Prophetenschaft, wie etwa die Frage, ob zu jeder Ummah ein Gesandter geschickt wurde. (vgl. al-Fatir 35/24)

Was ist ein Prophet?

Der Unterschied zwischen einem Gesandtem und einem Propheten

Eigenschaften, Aufgaben, Zahl und Namen der Propheten

Ulul-Azm von den Gesandten und Propheten

Für jede Gemeinschaft gibt es einen Gesandten

Themenkreis: Quellen des Islam

Die Rezitation des Qur´an

Einfache Rezitationsregeln

Ich erweitere mein Surenrepertoire um 2 weitere Suren und versuche sie richtig zu rezitieren

Hier lernen die Schülerinnen und Schüler den Wortlaut zweier neuen Suren aus dem Kontingent der kurzen Suren auswendig. Sie erfahren die ungefähren Inhalte, diskutieren miteinander darüber und suchen Situationen in ihrem eigenen Leben, in denen diese Inhalte vorkommen oder umsetzbar sind. Aufgrund dessen, dass die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler bezüglich Suren sehr stark variieren, soll hier, wie in vielen anderen Kontexten, differenzierend vorgegangen werden. Aus diesem Grund werden hier auch keine Surennamen vorgegeben.

Qur´anübersetzungen

Die Frage der Übersetzbarkeit des Qur´an sollen sich die Schülerinnen und Schüler des islamischen Religionsunterrichtes stellen und sich darum bemühen, sie anhand des Vergleichs einer guten Auswahl unterschiedlicher Qur´an-Übertragungen in die deutsche Sprache selbständig zu beantworten. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass jede Übersetzung Interpretation ist und somit – aus religiöser Perspektive – auch als Interpretation bzw. Exegese (Tafsir) bezeichnet und mit ihr wie mit einer Exegese umgegangen werden muss. Tiefe spirituelle Erkenntnisse und religiös gültige Aussagen können nur aus der arabischen Originalquelle selbst gewonnen bzw. erarbeitet werden. Es muss ein deutlicher Unterschied gemacht werden zwischen dem Wort Gottes und der Aussage eines Menschen, der Gottes Wort interpretiert.

Sahih Bukhari und Sahih Muslim

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit die herausragenden Sammler des Hadith Bukhari und Muslim und ihre Vorgehensweise bei der Sammlung des Hadith kennen und schätzen lernen. Weiterhin sollen sie in Grundzügen wissen, welche Kriterien diese Gelehrten für die Kategorisierung der Ahadith angewendet haben und in welchen Sammlungen ihre Arbeit niedergeschrieben wurde.

3. Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis erfahren, dass Respekt dem Anderen gegenüber voraussetzt, dass man ihm zunächst einmal zuhört und zumindest versucht zu verstehen, welche Ansichten er vertritt, ohne ihn gleich mit lauter Stimme zu unterbrechen. Die Fähigkeit, sich in ihn hineinzuversetzen erschließt dem aufmerksamen und respektvollen Zuhörer weitere Dimensionen des Verständnisses, welche für ihn interessant und durchaus bereichernd sein können. In der Surah Luqman gibt Luqman, der Weise, seinem Sohn Hinweise für den Umgang mit Anderen – auch was die Dimension des ruhigen Gespräches mit anderen Menschen betrifft. Die Schülerinnen und Schüler sollen z.B. in Rollenspielen ihre eigenen Fähigkeiten und ihre Bereitschaft in Bezug auf diese Charaktereigenschaft erkunden und dazu befähigt werden, konstruktiv ihre eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ein weiterer Charakterzug, der in diesem Themenkreis erarbeitet werden soll, ist der der Bescheidenheit – auch der eigenen Meinung gegenüber. Hier kann die Aussage des Imam asch-Schafi´i, eines der Begründer der vier Rechtschulen, als Verhaltensregel übernommen werden: „Meine Ansicht ist richtig, und möglicherweise falsch. Eine andere Ansicht als meine ist irrig, und möglicherweise richtig.“ Als letzten Aspekt sollen die Schülerinnen und Schüler sich mit der Thematik der üblen Nachrede befassen und erarbeiten, welch besonderer Wert der Versöhnung zwischen zwei Menschen im Islam zugesprochen wird: „Soll ich euch nicht über etwas berichten, dass besser ist als die Stufe des Gebets, des Fastens und der Sadaqah?“ Sie sprachen: „Doch, Allahs Gesandter.“ Er sagte: „Zwischen zwei Menschen Frieden schließen.“ (Tirmidhi). (Vgl. auch al-Hudschurat 49/11 u.a.)

Zuhören statt Unterbrechen

Die Stimme erheben, wo es nötig ist

Bescheidenheit (Tawadu´)

Versöhnen statt übler Nachrede

Meine Umgebung und Ich

Auch in diesem Kapitel soll es um den Respekt anderen Menschen gegenüber gehen – diesmal jedoch der eigenen Familie gegenüber: den Eltern, den Geschwistern – aber auch gegenüber den eigenen Kindern. Grundlage ist auch hier wieder Surah Luqman, aber auch Verse aus Surat-Isra´(17/23) Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext erkennen, welche Bedeutung der Familie im Islam zukommt, und dass ein gutes Zusammenleben nur dann funktionieren kann, wenn dieser Respekt auf allen Ebenen auch zur Geltung kommt, und nicht nur von einer Seite eingefordert wird, wie es folgender Ausspruch des Propheten verdeutlicht: „Wer eine Tochter hat (…) sie nicht missachtet und ihr seine Söhne nicht vorzieht, den lässt Allah in das Paradies eintreten.“ (Ibn Abbas, Abu Dawud).

Meine Familie und Ich

Die Eltern respektieren

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Klares inhaltliches Ziel dieses Themenblocks soll die Befähigung der Schülerinnen und Schüler sein, auch widersprüchliche Erfahrungen auszuhalten. Es geht hier um das islamische Prinzip der Toleranz, das besagt „Ich akzeptiere und respektiere, dass du eigene Ein- und Vorstellungen hast, die du für richtig hältst und erwarte gleichzeitig von dir, dass du akzeptierst und respektierst, dass auch ich eigene Ein- und Vorstellungen habe, die ich für richtig halte“ – nach dem qur´anischen Prinzip „Ihr habt eure Religion und Lebensweise und ich habe die Meine“. Diese Basis eines gelungenen Zusammenlebens in Würde und Achtung sollen die Schülerinnen und Schüler verstehen und realisieren können.

Unterschiede zwischen Islam und Christentum

Der gesunde Umgang mit Unterschieden

Die Natur und Ich

Wasser ist die Quelle allen Lebens: „Und Allah erschuf alle Lebewesen aus Wasser.“ (an-Nur 24/45, vgl. auch al-Furqan 25/54 und al-Anbiya 21/30). An über 20 Stellen berichtet der Qur´an über den Segen Gottes, der mit dem Regen auf die Erde kommt (vgl. al-Hidschr 15/22; Ta-Ha 20/53; an-Naml 27/60; al-Ankabut 29/63; Fatir 35/27; az-Zumar 39/21; as-Sadschda 45/5 etc.) und erinnert die Menschen an diese Seine Gabe. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit grundlegende Informationen über die Bedeutung von Wasser als Quelle allen Lebens erhalten, weiterhin sollen sie sich intensiv und möglichst interdisziplinär mit der Thematik des Regens – sowohl was die Entstehung des Regens und was seine Wirkung betrifft, als auch der Problematik des sogenannten „sauren Regens“ mit der Dimension der Umweltverschmutzung auseinandersetzen. Abschließend können die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schulstufe ein Umweltprojekt durchführen, welches sich mit der Fragestellung der zunehmenden Bedeutung des Wassers in der globalen Situation als auch mit der Fragestellung der Reinhaltung des Wassers beschäftigt. Schön wäre auch eine Exkursion in das örtliche Wasserwerk.

Wasser – die Quelle alles Lebens

Regen bringt Segen

Umwelt-Projekt: Woher kommt das Wasser? Wie kann es rein gehalten werden?

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur

Moscheen Europas

Moscheen der Welt

Moscheen als Kunstbauwerke: Bauelemente einer Moschee

Ornamente und Stuckaturen in den Moscheen

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Muslimsein im österreichischen Berufsleben

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit ihrem zukünftigen Berufsleben auseinandersetzen und erfahren, dass Arbeit im Islam eine wesentliche Bedeutung hat. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Niemand nimmt bessere Nahrung zu sich als die, die er durch seiner Hände Arbeit erworben hat. Der Prophet David – Friede sei mit ihm – ernährte sich von seiner Hände Arbeit.“ (Bukhari) Diese und viele weitere Quellen betonen die wichtige Bedeutung der Arbeit für den eigenen Lebensunterhalt und lehnen Faulheit und das unnötige Belasten anderer Menschen ab. Dies kommt auch in der Geschichte des Propheten Muhammad (a.s.) zum Ausdruck, der ablehnte, dass ein Mensch sich nur dem Gottesdienst widmete, während andere Menschen für seinen Lebensunterhalt aufkamen. Er sagte zu dem „Gottesdiener“: Alle anderen sind besser als du! (Mukhtalaf al-Hadith)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit jedoch auch die ethisch-moralischen Vorschriften kennenlernen, welche den Lebenserwerb betreffen, etwa das absolute Verbot des Betruges, oder das Verbot des Handelns mit verbotenen Gütern etc.

Am Ende der Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler am Beispiel erfolgreicher Muslime im österreichischen Berufsleben erkennen, dass es sehr wohl möglich ist, praktizierender Muslim zu sein und dennoch Erfolg im Beruf zu haben. Hier bietet sich darüber hinaus an, Mütter und Väter, die berufstätig sind, in den Unterricht einzuladen, um ihren Beruf vorzustellen.

Die Bedeutung der Arbeit im Islam

„Vergiss aber auch nicht deinen Anteil am Diesseits. Und tu Gutes, so wie Allah dir Gutes getan hat.“ Vgl. auch Qur’an: al-Qasas 28/77 (sowie an-Nadschm 53/39; und: „O mein Allah, ich nehme Zuflucht bei Dir vor Unfähigkeit, Faulheit, Feigheit, Geiz.“ (Muslim)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit erfahren, welche Wertschätzung Arbeit und Berufstätigkeit im Islam erfährt. Sehr viele Überlieferungen des Propheten Muhammad (a.s.) belegen die Notwendigkeit, einer Arbeit nachzugehen, wenn man dazu imstande ist.

In diesem Zusammenhang soll auch erörtert werden, welche gesellschaftlichen Folgen es hat, wenn man nicht arbeitet. Die Auseinandersetzung mit der Thematik soll jedoch nicht die Problematik auf dem Arbeitsmarkt ausblenden – in diesem Kontext sollen sich die Schülerinnen und Schüler auch mit der Frage beschäftigen, wie Arbeit überhaupt definiert werden kann und definiert wird.

Beispiele erfolgreicher österreichischer Muslime im Berufsleben

Themenkreis: Islam und Sexualität

Sexualität ist ein natürliches menschliches Bedürfnis

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Sexualität ein natürliches menschliches Bedürfnis ist und z.B. vom spanischen Gelehrten Ibn Hazm im Rahmen der Ehe als eine der gelebten Vorfreuden auf das Paradies bezeichnet wurde. Auch qur´anische Verse und Überlieferungen des Propheten (a.s.) bestätigen, dass die in der Ehe gelebte sexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau ein Ausdruck der Liebe und der Hingabe ist und dass die Frau bei ihrem Mann und der Mann bei seiner Frau den inneren Frieden und die Erfüllung ihrer bzw. seiner Bedürfnisse findet. Es soll den Schülerinnen und Schülern auch vermittelt werden, dass es sich bei der sexuellen Beziehung um eine sehr private und intime Beziehung handelt, welche nicht in der Öffentlichkeit kommuniziert werden sollte (vgl. Bukhari: „Zu denen, die vor Allah am Jüngsten Tag den schlechtesten Stand haben gehört ein Mann, der mit seiner Frau schläft und sie mit ihm und er verbreitet ihr Geheimnis“). Die Schülerinnen und Schüler sollen auch darüber diskutieren, wie ihr Traumpartner bzw. ihre Traumpartnerin aussehen und welche Qualitäten sie oder er mit in die Ehe bringen sollte. In diesem Zusammenhang sollen sie erfahren, welche Regelungen mit der Eheschließung verbunden sind – angefangen von der Morgengabe, über den Ehevertrag bis zur Bedingung, dass beide Ehepartner selbständig und aus freien Stücken die Beziehung eingehen. (vlg. Qur´an: ar-Ruum 30/21; Baqara 2/241 u.a.) sowie unzählige Ahadith, wie etwa folgender: „Ein Mädchen kam zum Propheten (a.s.) und berichtete ihm, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen an ihren Vetter verheiratet habe. Daraufhin überließ der Prophet ihr die Sache. Sie sagte dann: „Ich bin damit einverstanden (…) aber ich wollte es den Frauen bekannt werden lassen, dass Väter in dieser Sache nicht die Entscheidungsmacht haben.“ (Ibn Madscha) Weiterhin berichtete Khansaa´, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen verheiratet habe, woraufhin der Gesandte Allahs (a.s.) die Ehe für ungültig erklärte. (Bukhari)

Was bedeutet Liebe?

Hat Liebe mit Alter zu tun?

Warum ist zina haram?

Verliebt, verlobt, verheiratet … Ehe im Islam

In diesem Themenbereich sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die islamischen Vorstellungen und Bestimmungen bezüglich der Ehe und der Eheschließung erhalten und diese aus der religiösen Perspektive erarbeiten. Es soll von der Lehrperson darauf hingewiesen werden, dass in Österreich die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden müssen, wenn etwa eine Eheschließung oder eine Scheidung Rechtskraft erlangen soll. Die Lehrerin bzw. der Lehrer sollen den Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass jede Ehe im Islam auf der ausdrücklichen Zustimmung der Eheleute gründet und von gegenseitiger Liebe und Barmherzigkeit erfüllt sein sollte. Dies erfordert von beiden Partnern gegenseitigen Respekt und Anerkennung und einen vernünftigen Umgang bei Meinungsverschiedenheiten.

Der Islam erlaubt keine Zwangsheirat

Anl. 4

Beachte für folgende Bestimmung

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Text

Anlage 4

LEHRPLAN FÜR DEN ISLAMISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN POLYTECHNISCHEN SCHULEN

Allgemeine Bemerkungen

Der Lehrplan für den Islamischen Religionsunterricht an polytechnischen Schulen orientiert sich an dem Lehrplan für den AHS-Bereich der neunten Schulstufe. Die Lehrerin und der Lehrer müssen in ihrer jeweiligen Jahresplanung sowohl ihr Stundenkontingent berücksichtigen als auch eine begründete Auswahl aus den vorgestellten Themenstellungen treffen, welche dann im Unterricht vermittelt werden

9. SCHULSTUFE: VERTRAUEN IN ALLAH, IN DIE WELT UND IN MICH

Während eines Lebensabschnittes, der häufig gekennzeichnet ist von der Suche nach eigenen Grenzen und Möglichkeiten, von Stimmungsschwankungen zwischen der Lust am Widerstand und allem in Frage Stellen und gleichzeitigem Bedürfnis nach Bestätigung und Akzeptanz innerhalb einer selbstgewählten Gruppe, soll der islamische Religionsunterricht einen Raum anbieten, diese Sinnsuche zu unterstützen. Das Jahresmotto kann dabei immer wieder auf ein zentrales Motiv der Religion verweisen, dem nicht nur in der Pubertät besonderes Gewicht zukommt: Vertrauen. Die Bedeutung von Islam als „Hingabe an Gott“ ist hiermit eng verknüpft. Wer die Harmonie der Schöpfung und die Kraft jedes Teils in ihr verinnerlichen kann, dem erwachsen daraus nicht nur Gottesliebe, sondern auch Selbstvertrauen. Die Welt annehmen zu können, heißt somit sich auch der eigenen Aufgabe in ihr vertrauensvoll zu stellen. Glaubenspraxis ist dabei kein leeres Ritual, sondern stärkt eigene Potentiale und stellt diese in den nachhaltigen Dienst an der Gemeinschaft und der Umwelt.

Somit bildet das Ziel dieser Schulstufe, junge Menschen in der Zeit des Erwachsenwerdens in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen über die vertiefte Beschäftigung mit dem Sinn muslimischer gottesdienstlicher Übungen (Ibadah) und der praktischen Glaubenslehre (Aqidah) eine positive Grundhaltung gegenüber sich selbst und der Welt zu vermitteln. Unter diesen Aspekt fallen auch der Erwerb von Kenntnissen im Bereich muslimischer Kulturleistungen und die Hineinnahme der Lebenswirklichkeit Jugendlicher, um Denkanstöße für die ganz persönliche Umsetzung im Hier und Heute zu geben. Religiös mündig zu sein (Mukallaf) soll somit nicht als Belastung und Übertragung von Pflichten negativ konnotiert werden, sondern im Gegenteil das Selbstbewusstsein und die Freude an einer aktiven und sinnerfüllten Lebensgestaltung stärken.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Al-Hadsch – Die Pilgerfahrt

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Themenkreis mit der Pilgerfahrt auseinandersetzen und ihre Riten und Regeln erlernen. Im Zentrum steht wieder der Sinn der Hadsch und das Wissen, dass nach der Pilgerfahrt alle Sünden vergeben werden und man quasi ein neues Leben beginnen kann. Diese Folge der Hadsch macht sie natürlich außerordentlich beliebt. (vgl. Baqara 2/196 u.a.)

Die Bedeutung der Hadsch

Vorbereitungen der Hadsch

Die verschiedenen Arten der Hadsch

´Arafat

Was macht die Hadsch ungültig?

´Idul-Adha: Das Opferfest

Was ist die ´Umrah (Wallfahrt)?

Der Iman an Yaumul-Akhir (den Jüngsten Tag)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich weiterhin mit dem Iman an den Jüngsten Tag auseinandersetzen – hier ist die Parallele zur Pilgerfahrt darin gegeben, dass auch am Jüngsten Tag alle Menschen versammelt sein werden und unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status, ihrem Einkommen, ihrem Geschlecht etc. Rechenschaft ablegen müssen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren weiterhin, welche Zeichen den Jüngsten Tag ankündigen, welche Namen für ihn verwendet werden und dass bzw. wie Rechenschaft abgelegt wird.

Was ist der Jüngste Tag?

Zeichen des Jüngsten Tages

Namen des Jüngsten Tages

Rechenschaft ablegen

Nachdenken über den Tod

Die spirituelle Dimension des Imans an Yaumul-Akhir äußert sich in dem Nachdenken über den Tod, welcher unmittelbar zum Nachdenken über das eigenen Leben führt und insofern eine katharsische und motivierende Funktion hat. Erst in der Auseinandersetzung mit dem Tod kann der Mensch sein Leben verstehen und schätzen lernen. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Nachdenken über den Tod ihre Vorstellungen und Gedanken in den Unterricht einbringen, sodass ausgehend von diesen Inputs eine Behandlung der Thematik erfolgen kann. (vgl. Surah at-Takathur 102 sowie az-Zalzalah 99/7-8 u.a.)

Testament, Bestattungsrituale, Totengebet, Sorge um die Hinterbliebenen

Die Schülerinnen und Schüler sollen praktische Handlungen kennenlernen, die mit dem Sterben in Verbindung stehen. Gottesdienstliche Abläufe sollen bekannt gemacht werden. Verantwortung im Leben reicht auch über den Tod hinaus, indem über eine letzte Verfügung Vorsorge für die Hinterbliebenen getroffen wird. Vgl. Baqara 2/180-182.

Das Leben nach dem Tod

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sie mit dem Tod in eine andere Welt eintreten, die jetzt nicht sichtbar und nicht fassbar ist. In der Auseinandersetzung mit dem Leben nach dem Tod sollen sie Hoffnung erhalten und ihre Verantwortlichkeit auf Erden klar erkennen.

Ich bin erwachsen! Ich bin Mukallaf!

Mit 14 Jahren erreichen die Schülerinnen und Schüler ihre religiöse Mündigkeit und gelten nun als Erwachsene. Welche Auswirkungen dies auf ihr Leben hat, soll in einer positiven und zukunftsfrohen Art und Weise vermittelt werden.

Baligh, Aaqil, Muslim

Themenkreis: Quellen des Islam

Ich lerne die Sprache des Qur´an kennen

Die Schülerinnen und Schüler haben in der vorherigen Schulstufe erfahren, wie schwierig es ist, mit dem Qur´an zu arbeiten, wenn die arabische Sprache nicht beherrscht wird. In diesem Schuljahr sollen interessierte Schülerinnen und Schüler eine Einführung in die arabische Sprache bekommen, so dass sie am Ende des Jahres dazu in der Lage sind, einzelne Sätze zu bilden und grammatische Strukturen zu erkennen.

Entstehung der Hadith-Wissenschaft

Die Hadith-Wissenschaft ist eine der frühesten islamisch-theologischen Wissenschaften. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Einführung in dieses großartige Wissensgebiet erhalten, und sich auch mit einigen Überlieferern des Hadith beispielhaft auseinandersetzen. Dabei sollen sie auch erfahren, dass Frauen und auch Jugendliche eine sehr große Rolle in der Überlieferung des Hadith gespielt haben.

Asma`ur-Ridschal – Überlieferer des Hadith

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Erst wenn mein Herz beruhigt ist, kann ich mich vertrauensvoll der Welt und den Menschen zuwenden. Die Schülerinnen und Schüler lernen, interpretieren und verstehen in diesem Jahr folgende Verse und Aussprüche des Propheten Muhammad (a.s.), welche sich alle in irgendeiner Weise mit der Thematik des Vertrauens und der Aufrichtigkeit befassen.

Surah 94 / Al-Inschirah

Surah 46/13 / Al-Ahqaf

Hadith: „Verrichte deine Werke in Ikhlas

… (aufrichtiger Ergebenheit) und es werden dir wenige Werke (von dieser Art) ausreichen.“ (Ad-Dailamiy)

Hadith: „Bitte Allah um das absolute Vertrauen und Seinen Schutz.

… Denn es wird keinem Menschen etwas Besseres gegeben – nach dem absoluten Vertrauen – außer Seinem Schutz.“ (`Sahih al-Dschami´)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

Das Vertrauen zu Allah zählt zu den grundlegenden Charaktereigenschaften des gläubigen Menschen. Es wird im Qur´an immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen betont, etwa in Surah al-Ma’ida 5/11, at-Tauba 9/51; Ibrahim 14/12 oder at-Taghabun 64/13. Diese Verse betonen die Tatsache, dass das Vertrauen in Gott und Seine Weisheit dem Menschen eine starke Persönlichkeit verleihen kann, weil dieser sich praktisch keinem geringeren als dem Schöpfer des Universums selbst anvertraut. In diesen Kontext gehört auch die berühmte Überlieferung des Propheten Muhammad (a.s.) an den Jugendlichen Ibn ´Abbas, als er ihm sagte: „Bewahre Allah, dann wird Allah dich bewahren. Bewahre Allah, und du wirst Ihn immer bei dir finden….“ (Tirmidhi, Ahmad)

Tawakkul – Vertrauen in Allah – sich verlassen auf Allah

Großzügigkeit im Gegensatz zu: Geiz

Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Auseinandersetzung zum Beispiel mit dem Vers 2/261 und anderen Quellen erfahren, wie wichtig es ist, großzügig zu sein und wie schädlich es ist, geizig zu sein.

Meine Umgebung und Ich: Ich bin eine Säule der Gesellschaft, in der ich lebe

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit überlegen, welchen Beitrag sie für die Gesellschaft, in der sie leben, leisten – und welchen sie aus ihrer Religiosität heraus leisten könnten oder sogar leisten müssten! In Form von Rollenspielen können sich die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel mit dem Bild der Muslime in der Gesellschaft auseinandersetzen –aber auch Möglichkeiten der Partizipation und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im wahrsten Sinne des Wortes „durchspielen.“

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Ganz im Rahmen des Jahresmottos sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Rolle der Religionen im Alltag auseinandersetzen und diskutieren, ob die Religionen in der derzeitigen Struktur tatsächlich Lebenshilfe leisten (können) – und was sich verändern müsste, damit diese vornehmste Aufgabe der Religionen wieder mehr ins Zentrum rückt. Besonders spannend wird die Diskussion, wenn sie vom Lehrer fächerübergreifend organisiert wird und sich Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher religiöser Bekenntnisse miteinander über diese Fragestellung austauschen.

Lebenshilfe und die Rolle der Religion

Karitatives religiöses Engagement

Die Natur und Ich: Die Berge als Sinnbilder des Vertrauens

Berge gelten als Sinnbilder des Vertrauens – geben sie doch der Erde Halt (an-Naba‘ 78/7 und an-Nazi’at 79/32). Im Qur´an werden sie in über 40 Versen angesprochen (u.a. in an-Naml 27/88 und al-Fatir 35/27) – ein Grund für den islamischen Religionslehrer und die islamische Religionslehrerin, sich mit ihren Schülerinnen und Schülern den Bergen im Qur´an und Hadith zu widmen – eventuell im Austausch mit der Geographielehrerin oder dem Geographielehrer.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Kulturelle Zentren des Islam

In diesem Themenkreis sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit historischen kulturellen Zentren des Islam beschäftigen und feststellen, dass die islamische Kultur und Kunst zwar viele Ähnlichkeiten aufweist, dennoch faszinierende und sehr ausgeprägte regionale Unterschiede deutlich zu erkennen sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche Stilrichtungen kennenlernen und diesen auch ihnen unbekannten Kunstwerken zuordnen können. Sie sollen einen knappen Überblick über die Vielfalt des Islam erhalten, die Menschen beflügelt und nicht eingeengt hat. In Bezug auf ihre eigene Lebenswelt sollen die Schülerinnen und Schüler motiviert werden, je nach Fähigkeiten und Fertigkeiten selber auch künstlerisch tätig zu werden.

Cordoba

Bagdad

Kairo

Maghreb

Damaskus

Samarkand

Istanbul

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Meine Pflichten als Österreicherin / als Österreicher

Aufbauend auf dem wünschenswerten Charakterzug, eine Säule der Gesellschaft zu sein, in der man lebt, soll den Schülerinnen und Schülern angeboten werden, die österreichisch-islamische Identität anzunehmen bzw. sich in Österreich zu Hause zu fühlen und zu wissen – unabhängig von ihrer tatsächlichen Staatsbürgerschaft. Erst in der Hinwendung zu Österreich können sie verantwortliche Mitglieder der Gesellschaft werden und an ihr teilhaben. Dies bedeutet nicht, dass sie ihre eigenen kulturellen Hintergründe (oder die ihrer Eltern) ignorieren oder unterdrücken – im Gegenteil, es sollen alle Elemente ihrer Identität auch von ihnen selber als Tatsachen und Realitäten in ihrem Leben angenommen werden. Ziel ist die verantwortungsvolle und aktive Schülerin bzw. der verantwortungsvolle aktive Schüler.

Ich bin Österreicher/in (bzw. lebe in Österreich) – und bin verantwortlich für meine Heimat bzw. die Gesellschaft, in der ich lebe

Ich beteilige mich an den Wahlen

Ich übernehme Verantwortung in gesellschaftlichen Bereichen,

…. Vereinen, Parteien, Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft etc.

Ich bin ein aktives Mitglied dieser Gesellschaft

Islam in Spanien (Andalusien – al-Andalus)

Der Islam hat in Spanien eine sehr lange Geschichte, da er vor der Inquisition ca. 700 Jahre dort präsent war. Diese Geschichte sollte in dieser Einheit zumindest in Grundzügen erläutert werden, ehe auf die aktuelle Situation des Islam in Spanien eingegangen wird - in ähnlicher Weise wie über die anderen europäischen Länder in den anderen Schulstufen eingegangen wurde. Erwähnt werden sollte jedoch noch die besondere Beziehung der spanischen Monarchie zu den Habsburgern, welche das österreichische königliche Herrschergeschlecht darstellen – und die Folgen dieser Beziehung. Etwa die „Spanische Hofreitschule“ welche ursprünglich ja die „Arabische Hofreitschule“ war. Was diese Thematik betrifft, so bietet sich ein interdisziplinäres Projekt mit dem Fach Geschichte an.

Geschichte des Islam in Spanien

Das europäische Gesicht des Islam

Kunst und Kultur im islamischen Spanien

Das Miteinander der Religionen in Spanien

Islam in Spanien heute

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Ibrahim / Abraham

Die Geschichte des Stammvaters der Religionen, Ibrahim, ist eine Geschichte, die Zeuge eines von Beginn an grenzenlosen Vertrauens des Propheten in seinen Gott ist. Im Laufe seines Lebens wird dieses Vertrauen immer wieder vertieft und auch demonstriert – angefangen bei dem Feuer, welches ihn vernichten sollte, über seine Auswanderung nach Makkah bis hin zur (verhinderten) Opferung des Sohnes. Doch trotz aller Schwierigkeiten und Anfechtungen vertraute Ibrahim immer auf Gott und wurde daher auch von Ihm besonders ausgezeichnet. Es ist die Erfüllung seines Bittgebets, dass bis heute die Menschen in Scharen nach Makkah strömen – einem damals öden und trostlosem Ort mitten in der Wüste: „Und als Ibrahim sprach: O mein Herr! Mache dieses Land sicher und bewahre mich und meine Kinder vor der Anbetung von Götzen. (…) O unser Herr! Siehe, ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem unfruchtbaren Tal bei Deinem unverletzlichen Hause angesiedelt. O unser Herr! Mögen sie das Gebet verrichten! Und erfülle die Herzen der Menschen mit Liebe zu ihnen und versorge sie mit Früchten, damit sie Dir dankbar sein können ….“ (Ibrahim 14/35-41)

Die Schülerinnen und Schüler sollten darüber hinaus erfahren, dass der Prophet Ibrahim mit seinem Sohn Isma´il die Ka´bah – das erste Gotteshaus auf Erden – mit seinen eigenen Händen baute, die uns bis heute erhalten ist und Ziel aller Pilger in Makkah ist.

Die Mutter von Musa / Moses

Auch die Mutter von Musa bewies extremes Vertrauen in Allah, als sie ihren Sohn den Fluten des Meeres anvertraute, damit ihn die Schlächter des Pharaos nicht erreichen konnten (al-Qasas 28/7-10 u.a.). Die Schülerinnen und Schüler sollen sich intensiv mit dieser Geschichte auseinandersetzen, und erkennen, dass selbstbewusste und gläubige Frauen von Gott ausgewählt und besonders ausgezeichnet werden.

Die Fatimiden

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Geschichte und den Errungenschaften der Fatimiden auseinandersetzen und ihre gesellschaftlichen und historischen Leistungen würdigen.

Aktuelles Thema: Islam und Demokratie

Das aktuelle Thema behandelt eine der wichtigsten Themenstellungen des Islams in Europa – nämlich die Beziehung zwischen Islam und Demokratie. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Islam und Demokratie einander nicht widersprechen, sondern viele Berührungspunkte und Überschneidungen haben. Sie sollen weiterhin dazu motiviert werden, sich für politische Zusammenhänge zu interessieren und politische Grundstrukturen zu verstehen. Aus diesem Grund werden wesentliche Dimensionen einer Demokratie intensiver besprochen und ihre Bezüge zum Islam verdeutlicht. Letztendlich sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sie als aktive Mitglieder der demokratischen Gesellschaft auch am politischen Leben partizipieren sollen.

Gewaltenteilung

Pluralismus

Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit

Freie, unabhängige und geheime Wahlen etc.

Anl. 5

Beachte für folgende Bestimmung

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Text

Anlage 5

LEHRPLAN FÜR DEN ISLAMISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN SONDERSCHULEN

Allgemeine Bemerkungen

Der Lehrplan für den Islamischen Religionsunterricht an der Sonderschule orientiert sich über den im Folgenden dargestellten fachlichen Zielen hinausgehend an dem allgemeinen Bildungsziel der Sonderschule (vgl. Lehrplan der Allgemeinen Sonderschule, Anlage C1, S.1 (BGBl. II Nr. 137/2008 v. 30.4.2008)) und empfiehlt den Einsatz der in selbigem Plan erläuterten Methoden.

Das Aneignen von ethischen, moralischen sowie religiösen Werten wird als wesentlicher Bestandteil des Unterrichts betrachtet; ebenso sind die Würde jedes Menschen, seine Freiheit und Integrität, die Gleichheit aller Menschen, die Gleichstellung der Geschlechter in Familie, Beruf und Gesellschaft wichtige Werte und Erziehungsziele.

Die Schülerinnen und Schüler lernen ihrem Entwicklungsstand entsprechend, sich mit der Religion, mit Fragen, Geboten und Verboten der Religion auseinanderzusetzen.

Eine wesentliche Aufgabe liegt darin, die Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung ihrer muslimischen Identität zu unterstützen. Dabei werden besondere Lebenserschwernisse der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf berücksichtigt. Je nach den Erfordernissen können die Lehrkräfte aus dem Lehrplan für die Volksschule inhaltliche und methodische Angaben eigenverantwortlich für diese Schulart übernehmen, bzw. adaptieren.

In den höheren Klassen sollen sie sich am Lehrplan der Hauptschule orientieren und diesen für die eigenen Erfordernisse im Unterricht gegebenenfalls reduzieren, bzw. in der Schwerpunktsetzung Rücksicht auf die individuellen Erfordernisse der zu unterrichtenden Gruppe zu nehmen.

1. Schulstufe

Allah: Die Schöpferkraft Gottes

Die Schöpferkraft Allahs sollen die Kinder auf dem Weg des Staunens über sich selbst entdecken können. Die Lehrkraft soll unter dem Gedanken: „Ich bin ein Wunder“ Freude am eigenen Sein mit allen Möglichkeiten wecken. Die Kinder sollen sich angenommen fühlen und Allah als Schöpfer verstehen.

Muhammad (a.s.): Ein Vorbild für die Muslime, ein Vorbild für mich

Die Kinder sollen den Propheten Muhammad (a.s.) kennenlernen. Die Religionslehrerinnen und Religionslehrer sollen dabei vor allem auf das Vorbildhafte seines Lebens eingehen und wie er Muslimen ein Beispiel ist. Indem sie Charaktereigenschaften wie die Liebe zu Kindern und die ihnen entgegengebrachte Wertschätzung hervorheben, können sie einen persönlichen, emotionalen Bezug zur Persönlichkeit des Propheten Muhammad (a.s.) schaffen.

Das Gebet: Zwiesprache mit Allah

Die Kinder sollen vom Gebet als Möglichkeit der Zwiesprache mit Allah erfahren. Als dessen unmittelbarste und spontanste Form soll ihnen das frei formulierte Bittgebet näher gebracht werden. Die Kinder sollen erfahren, wie sie alles, was sie bewegt, vor Allah bringen können. Sie sollen auch von den besonderen Worten „bismillahi-rahmani-rahim“ („Im Namen des Gnädigen und Sich Erbarmenden Gottes“) hören und wie sie damit ihre Taten beginnen können, um Allahs Segen und Kraft bei der Ausführung zu erbitten.

Der Qur’an: Wichtigstes Buch für die Muslime

Die Kinder sollen an den Qur´an herangeführt werden und erleben, welche besondere Bedeutung er für die muslimische Gemeinschaft hat. Dazu sollen sie vor allem sinnlich erfahren, warum der Qur´an einen solchen Stellenwert genießt und zum Beispiel die Wirkung einer Rezitation spüren können oder sehen, mit wie viel Wertschätzung das Buch behandelt wird (Berührung nach Möglichkeit nur mit Gebetswaschung, umsichtiger Umgang, etc.).

Die Gesandten: Sie brachten Botschaft vom Einen, Einzigen und Einzigartigen Gott

Die Kinder sollen erfahren, dass Allah viele Gesandte zu den Menschen schickte und wie dabei eine Botschaft im Mittelpunkt steht: Der Eine, Einzige und Einzigartige Gott, Allah. Um dies zu veranschaulichen sollen sie aus der Geschichte des Propheten Ibrahim hören, wie er dies erkannte.

Glaubenspraxis: Wir gehen in eine Moschee

Durch einen Moscheebesuch sollen die Kinder praktisch erfahren, was diese Räumlichkeit für Muslime ausmacht. Begriffe wie „Freitagsgebet“, „Imam“, „Mihrab“ usw. sollen so fasslich werden.

Projekt: Feste im muslimischen Jahreskreis

Die Lehrkraft kann je nach Anlässen im Jahreskreis wie den islamischen Festen Schwerpunkte setzen, die zu einer Beschäftigung in Form eines Projektes Anlass geben. Über die Termine der Feiertage kann den Kindern auch vermittelt werden, dass Muslime nach einem Mondkalender rechnen.

Suren, Arabische Schriftzeichen, Lesen des Qur’ans

Methodenwahl und Zeitpunkt der Umsetzung dieses Themas liegen im Ermessen der Lehrperson.

In Gemeinschaft und Miteinander leben: Klassengemeinschaft

Die Kinder sollen erfahren, was eine gute Gemeinschaft ausmacht: Sich gegenseitig unterstützen, sich wechselseitig respektieren, mit anderen so umgehen, wie man selbst gerne behandelt werden möchte. Je nach den Möglichkeiten in der Klasse soll über die Klassengemeinschaft dieser Gemeinschaftsgedanke erarbeitet werden.

Wir sind Muslime: Ich bin ein Teil der muslimischen Gemeinschaft

Die Kinder sollen die Möglichkeit erhalten, sich als Teil der muslimischen Gemeinde zu erfahren. Die Lehrkraft kann dazu den Grundgedanken: „Du gehörst dazu!“ in den Mittelpunkt stellen und praktische Anknüpfungspunkte bei gemeinsam Erlebtem (Moscheebesuch, Feste feiern) finden. Sicherheit sollen die Kinder auch erfahren, indem sie vom Glauben an die Engel lernen.

Verschiedene Religionen: Gemeinsamkeiten zu erkennen, fördert gegenseitigen Respekt

Die Lehrkraft soll vor dem jeweiligen Erfahrungshintergrund der Kinder (zum Beispiel deren Wahrnehmung des christlichen Weihnachtsfestes) die Vielfalt religiöser Bekenntnisse thematisieren. Die Kinder sollen zu einer Haltung von Respekt gegenüber dem Glauben anderer hingeführt werden. Dazu sollen zuerst einmal Gemeinsamkeiten aufgezeigt werden.

Werteerziehung im Islam: Gutes Zusammenleben braucht Werte

Aus dem Alltag in der Klasse heraus soll die Lehrkraft Bewusstsein für muslimische Werte entwickeln helfen. Die konkrete Themenwahl soll daher auch aus der konkreten Situation in der Gruppe erwachsen können. Es bieten sich Werte wie Ehrlichkeit oder Hilfsbereitschaft an.

2. Schulstufe

Allah: Seine 99 Namen

Die Schülerinnen und Schüler sollen weitere Eigenschaften Allahs kennenlernen und wissen, dass ihre Beziehung zu Ihm eine sehr persönliche und spezielle Beziehung sein kann. Dazu kann die Lehrkraft von den „99 Namen“ jene auswählen, die die Kinder besonders ansprechen könnten wie „Al Qadir“ (der Allvermögende), „Al Halim“ (der Nachsichtige), „Al Sami‘„ (der Allhörende) oder „Al Basit“ (der Gewährende)

Muhammad (a.s.): Seine Kindheit und Jugend

Die Schülerinnen und Schüler sollen in Grundzügen etwas zur Biographie des Propheten Muhammad (a.s.) erfahren (über die Eltern, seine Geburt, seine Kindheit und Jugend, seine Frau, seine Kinder etc.). Dieser Schwerpunkt auf der Familiengeschichte soll auch bei der zeitlichen Einordnung als letzter der Gesandten helfen, als „Siegel der Propheten“. Von den Schicksalsschlägen in der Jugend wie dem Aufwachsen als Waisenkind zu hören, soll den Kindern Mut machen.

Der Qur’an: Offenbarungsgeschichte und Surah Al Fatiha

Die Schülerinnen und Schüler sollen Informationen zur Offenbarungsgeschichte des Qur´an erhalten. Dabei kann die Lehrkraft inhaltlich an die Geschichte des Propheten Muhammad (a.s.) anschließen. Die Al Fatiha, die eröffnende Surah des Qur´an, soll besonders ausführlich behandelt werden, weil sie nicht nur wichtige Kerninhalte des Islam anspricht, sondern auch praktisch für das Gebet eine besondere Rolle innehat.

Die Gesandten: Musa/Moses (a.s.), Dawud/David (a.s.), Isa/Jesus (a.s.) und ihre Bücher

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass Allah seine Gesandten als Botschafter zu den Menschen entsandte. Sie sollen die Namen und Bücher der Gesandten vor dem Prophet Muhammad (a.s.) kennen und sie historisch einordnen können, indem ihnen einige Details ihrer Geschichte bekannt gemacht werden. Vor allem sollen sie erkennen, dass im Kern die Botschaft des Einen Gottes bei allen Gesandten im Zentrum steht.

Das Gebet: Einführung in das rituelle Gebet

Die Schülerinnen und Schüler sollen langsam in das rituelle Gebet und wie es verrichtet wird, eingeführt werden. Sie sollen wissen, wie wichtig dabei die ehrlich gefasste Absicht und das Verrichten der körperlichen Bewegungen während des Gebets sind (selbst wenn nur im Geiste und nicht tatsächlich ausgeführt, wenn es Hinderungsgründe gibt). So sollen alle Schülerinnen und Schüler um ihre ganz persönlichen Möglichkeiten ein Gebet verrichten zu können wissen und dass sie hier keinesfalls von der Gemeinschaft der Betenden ausgeschlossen sind. Die Lehrkraft soll also vermeiden durch ein Zuviel an Details (vor allem was die Rezitation von Texten betrifft!) den individuellen Antrieb zum Gebet zu blockieren. Die Kinder sollen jederzeit spüren können, dass ihr Gebet ein genauso wertvolles Gebet ist wie bei allen anderen Muslimen, auch wenn sie sich vielleicht beim Memorieren der rituell vorgesehenen Texte schwerer tun.

Glaubenspraxis: Sauberkeit und rituelle Reinheit

Die Kinder sollen mit dem Prinzip: „Sauberkeit ist ein Teil des Glaubens“ vertraut gemacht werden. Die Waschung zur Erlangung der rituellen Reinheit soll ihnen – auch im Hinblick auf das Gebet – vorgestellt werden. Dabei soll die Lehrkraft nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Dimension der Reinlichkeit vermitteln. Die Kinder können so die befreiende und beruhigende Wirkung der Waschung erleben und darin eine persönliche Stärkung erfahren.

Projekt: Wasser

Passend zum Thema der rituellen Reinheit soll über „Wasser“ aus verschiedenen Perspektiven in Form eines Projektes nachgedacht werden. Dazu können die entsprechenden Verse aus dem Qur´an je nach Vermögen der Klasse einbezogen werden und auch Ahadith mit den praktischen Hinweisen auf Wasserschutz zur Anwendung kommen. Wasser soll als ganz besondere Gabe Gottes begriffen werden und der sorgsame Umgang mit Wasser trainiert werden.

Suren, Arabische Schriftzeichen, Lesen des Qur’ans

Methodenwahl und Zeitpunkt der Umsetzung dieses Themas liegen im Ermessen der Lehrperson.

Gemeinschaft: Familie und soziales Umfeld

Über das Thema „Familie“ soll über soziale Beziehungen und den Wert von Gemeinschaft nachgedacht werden. Die Kinder sollen so angeregt werden, über ihre eigenen sozialen Kontakte zu sprechen und wie sie diese am besten gestalten möchten. Unter dem Motto: „Gemeinschaft macht stark!“ lassen sich positive Wirkungen aufzeigen.

Wir sind Muslime: Die Gebetsrichtung nach Mekka bringt uns zusammen

Die Kinder sollen ihr Identitätsgefühl stärken, indem sie muslimisches Gemeinschaftsgefühl erfahren. Passend zu der Beschäftigung mit dem Gebet kann die Lehrkraft ausführlich von der Gebetsrichtung nach Mekka und deren Hintergrund (je nach Vermögen der Kinder) sprechen. So erhalten die Kinder die Gelegenheit, sich die spirituelle Dimension zu vergegenwärtigen, wenn die Gebete von Muslimen rund um den Erdkreis sich bei der Kaaba konzentrieren und hier zusammentreffen.

Verschiedene Religionen: Judentum und Christentum sind verwandte Religionen

Indem die Lehrkraft noch einmal über die Gesandten und die Bücher spricht, die Allah ihnen als Botschaft an die Menschen gab, kann sie einen Bogen zum Judentum und Christentum schlagen. Die Kinder sollen verstehen, dass große Propheten dieser abrahamitischen Religionen gemeinsame Propheten sind.

Werteerziehung im Islam: Bildungsgebot

Das Bildungsgebot im Islam soll vorgestellt werden, ausgehend von der ersten Offenbarung, die der Prophet Muhammad (a.s.) empfing: „Lies!“. Es soll aber auch dargelegt werden, wie das ehrliche Bemühen und die gute Absicht einen Wert an sich darstellen. In diesem Lichte sind dann auch die Leistungen zu messen. Menschen mit besonderen Bedürfnissen sollen so motiviert werden, ihre speziellen Potentiale zu erkennen und auszuschöpfen – frei von Druck und mit Freude.

3. Schulstufe

Allah: Er ist größer, als alles, was ich mir vorstellen kann

In der weiteren Vertiefung der Einzigkeit und Einzigartigkeit Gottes, Allahs, sollen die Kinder die Surah al-Ikhlas kennenlernen. Dabei soll die Lehrkraft möglichst intensiv auf die Bedeutung eingehen. „Und nichts ist IHM gleich“ kann für die Kinder ein Ausgangspunkt im Nachsinnen darüber sein, dass mit Allah in Seiner Größe nichts vergleichbar ist.

Muhammad (a.s.): Er machte uns vor, wie wir unseren Alltag gestalten

Die Kinder sollen erfahren, dass der Prophet Muhammad (a.s.) allen Muslimen vormachte, wie wir den Islam im Alltag leben. Durch Beispiele sollen sie das Vorbildhafte seines Handelns für sich entdecken. Dazu soll die Lehrkraft möglichst solche Begebenheiten auswählen, die für die Kinder leicht fasslich sind und mit ihrer Lebenswirklichkeit in enger Beziehung stehen. Sind in der Klasse besonders viele Tierfreunde, soll ein Hadith in diesem Bereich gewählt werden. Ist das Essen ein beliebtes Thema können Tischsitten besprochen werden bis hin zu einer verantwortlichen Nahrungsaufnahme um der eigenen Gesundheit willen.

Das Gebet: Gebetsruf und gemeinsames Üben ritueller Texte

Die Kinder sollen den Gebestruf kennenlernen. „Allahu akbar“ schließt dabei an den Gedanken der Unvergleichbarkeit Gottes an. Die Fähigkeit das rituelle Gebet verrichten zu können soll weiter gefördert werden. Dazu sollen nunmehr auch jene Texte mehr und mehr geübt werden, die rituell besonders notwendig sind. Gemeinsames Nachsprechen soll dabei in der Rezitation auch ein ästhetisches Erleben und Verinnerlichen mit sich bringen und daneben die Motivation beim Auswendiglernen steigern.

Der Qur’an: Ich kenne mich aus, wenn ich darin lesen möchte

Die Kinder sollen den Aufbau des Qur´ans kennenlernen und durch praktische Aufschlagübungen möglichst in eigenem Entdecken und durch die Lehrkraft unterstütztem neugierigen Anschauen die Einteilung in Suren und Ayat (Verse), die Nummerierung, die Überschriften, verschiedene Schrifttypen und Markierungen (als Hilfe bei Tadschwid) erkennen. Ist dies nicht möglich, so ist nach Alternativen zu suchen, um möglichst für alle in der Klasse ein sinnliches, durch eigenes Tun gefördertes Erleben zu ermöglichen (spezielle Computerprogramme für Blinde und Sehbehinderte, etc.). Ziel ist es die Beschäftigung mit dem Qur´an so zu fördern, dass der Umgang damit ein Stück Selbstverständlichkeit gewinnt und mit Freude verbunden ist.

Die Gesandten: Yunus (a.s.)

Die Geschichte des Propheten Yunus (a.s.) soll den Kindern unter anderem die Bedeutung von Geduld vermitteln.

Glaubenspraxis: Speisegebote und die Begriffe „haram“ und „halal“

Den Kindern sollen die Speisegebote im Islam vermittelt werden. Je nach Möglichkeit der Intensität sollen anhand dessen auch die Begrifflichkeit „halal“ für das religiös Erlaubte, Reine und „haram“ für das religiös Verbotene erklärt werden.

Projekt: Natur

Ein Lehrausgang in die Natur sei als Möglichkeit für den Ausgang eines Projektes genannt, der zum Anlass werden kann, über Umweltschutz und den islamischen Zugang dazu zu arbeiten. Hierbei kann gut auch an das Thema „Essen“ angeknüpft werden, indem über die Herkunft der Nahrungsmittel gessprochen wird.

Suren, Arabische Schriftzeichen, Lesen des Qur’ans

Methodenwahl und Zeitpunkt der Umsetzung dieses Themas liegen im Ermessen der Lehrperson.

Gemeinschaft: Zakat - Wir haben Rechte aneinander und müssen uns gegenseitig unterstützen

Wurde bisher schon besprochen, welche Bedeutung die Gemeinschaft genießt, soll nun auch die soziale Gerechtigkeit angesprochen werden, nach der jeder in einer Gemeinschaft das Recht auf ein menschenwürdiges Leben haben sollte (genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, Bildung, usw.). Die Lehrkraft soll daher die dritte Säule der Zakat (sozial-religiöse Pflichtabgabe) unter diesem Aspekt präsentieren – nicht als Almosen, sondern als Pflicht der Vermögenden an den Bedürftigen für sozialen Ausgleich zu sorgen. Dabei sollen die Kinder auch über ihr eigenes Gerechtigkeitsgefühl an das Thema herangehen können.

Wir Muslime: Pilgerfahrt nach Mekka

Die Pilgerfahrt nach Mekka bringt Muslime einmal in ihrem Leben, wenn sie das Geld für die Reise aufbringen können und gesund sind, in all ihrer Vielfalt zusammen. Über dieses Thema soll der Gedanke der Geschwisterlichkeit beleuchtet werden. Dabei soll zum Beispiel nach Möglichkeit herausgearbeitet werden, dass Arroganz und Überheblichkeit wegen der eigenen Herkunft, des Aussehens oder persönlichen Vermögens im Islam keinen Platz haben sollen. Die Hadsch kann von der Lehrkraft auch unter dem Aspekt gezeigt werden, miteinander in all der Vielfalt der Herkunftsländer und der persönlichen Umstände freundschaftlich und auf gleicher Augenhöhe umzugehen.

Verschiedene Religionen und Weltanschauungen: Vielfalt ist gottgewollt

Die Lehrkraft soll über die Frage nach den religiösen Bekenntnissen oder Weltanschauungen von anderen Kindern an der Schule oder im Bekanntenkreis den religiösen Pluralismus in Österreich ansprechen. Im daraus sich ergebenden Gespräch sollen neben den Gemeinsamkeiten auch Unterschiede angesprochen werden. Idealerweise wäre eine direkte Begegnung etwa mit einer Gruppe, die einen katholischen oder anderen Religionsunterricht an der gleichen Schule besucht, einzuplanen. Das Ziel soll wie in den Jahren zuvor der Aufbau gegenseitigen Respekts und Akzeptanz sein, wobei nunmehr auch Unterschiede hier nicht als Hinderungsgrund empfunden werden sollen. Die Lehrkraft kann dazu auch auf jene Einstellung im Islam verweisen, dass Vielfalt gottgewollt sei.

Werteerziehung im Islam: Leben und Tod

Die Lehrkraft soll mit den Kindern über den Wert des Lebens sprechen und wie jedes Leben absoluten Schutz genießt und mit persönlicher Verantwortung verbunden ist. Die Kinder sollen so ihr eigenes Leben und das anderer als Geschenk Allahs begreifen können. Gleichzeitig soll die Beschäftigung mit dem Leben auch den Tod nicht ausblenden. Behutsam und immer mit dem Ziel vor Augen einen möglichst angstfreien Umgang mit dem Thema zu ermöglichen, soll die Lehrkraft herausarbeiten, dass für Muslime das Leben auch darin Sinn erhält, indem sich der/die Einzelne darin bewährt und „aus dem Leben etwas macht“. Durch gute Taten gewinnen die Muslime die Hoffnung auf das Paradies. Somit ist mit dem Tod im Islam nicht „alles zu Ende“, sondern verbindet sich vielmehr ein „neuer Anfang“. Das Gespräch über solche oft tabuisierten Themen soll die Chance eröffnen, den Kindern ehrliche und Mut machende Ebenen der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich zu erschließen.

4. Schulstufe

Allah: Auf Ihn kann ich vertrauen

Die Kinder sollen erfahren, dass Allah immer bei ihnen ist. So soll Gottvertrauen aufgebaut werden, das auch der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zugutekommt.

Muhammad (a.s.): Die Hidschra

Die Kinder sollen von der Hidschra hören und bei diesem Anlass noch einmal das Wissen über den islsmischen Kalender auffrischen. Darüber hinaus sollen sie die Begleitumstände der Flucht aus Makkah erfahren und wie es dem Propheten Muhammad (a.s.) gelang, in Madinah ein neues Gemeinwesen aufzubauen. An dieser Migrationsgeschichte sollen die Kinder erkennen, wie wichtig ein solidarischer Umgang miteinander ist und wie von allen Seiten Anpassungsbereitschaft gefordert war.

Das Gebet: Die spirituelle Dimension

Der Ablauf des rituellen Gebets soll so wiederholt werden, dass dabei die spirituelle Dimension immer mehr zum Tragen kommt. Darüber hinaus sollen auch speziellere Gebetsformen wie das Tarawih-Gebet im Ramadan oder das Gebet mit der Bitte um Rechtleitung (Istikharah) zumindest Erwähnung finden.

Der Qur’an: Die Kunst der Rezitation (Tadschwid)

Die Kinder sollen von der speziellen Vortragsform des Qur`an, dem Tadschwid, mehr Wissen erhalten. Dies soll vor allem über das sinnliche Erleben stattfinden. Die Lehrkraft kann dabei auch Tonmaterial einsetzen. Nach eigener Einschätzung kann sie dabei Suren auswählen, die für die Kinder besonders ansprechend wirken und dabei auch auf deren Inhalte eingehen.

Die Gesandten: Ausgewählte Prophetengeschichten

Die Lehrkraft kann je nach der Interessenlage und dem Vorwissen der Kinder jene Biographien auswählen, die besonders passend für die Gruppe erscheinen. In jedem Fall soll das Vorbildhafte, das auch eine Lehre für heutige Muslime bereit hält, gemeinsam erarbeitet werden.

Glaubenspraxis: Der Monat Ramadan als Motor guten Handelns

Die vierte Säule des Islam, das Fasten im Monat Ramadan, soll den Kindern vorgestellt werden. Dabei ist vor allem auf den sozialen Aspekt Rücksicht zu nehmen, also wie durch das Fasten auch das Bewusstsein für Bedürftigkeit geweckt wird, das sich in mehr aktiver Hilfe niederschlagen soll. Die Lehrkraft soll berücksichtigen, inwieweit das Fastengebot überhaupt auf Schülerinnen und Schüler - zum Zeitpunkt des Unterrichts und in der Zukunft- zutreffen wird. Aber auch hier soll sie aufzeigen, dass nicht aktiv durch eigenes Fasten teilhaben zu können keineswegs einen Grund darstellt, sich weniger als Muslimin oder Muslim zu begreifen. Daher sind die Gründe für Situationen, die vom Fastengebot entbinden, altersgerecht darzulegen. Vor allem sind die Ersatzhandlungen (Speisen von Bedürftigen) zu erklären. Außerdem ist das Fasten auch als Motor für ethisch gutes Handeln zu erklären. Die Kinder sollen verstehen, dass Fasten auch Fasten von schlechter Rede oder schlechten Eigenschaften bedeutet. Dieser Aspekt der Selbsterziehung steht allen Muslimen offen, auch wenn sie gesundheitlich nicht in der Lage zum körperlichen Fasten sind.

Projekt: Im Dialog mit Kindern anderer Religion/Weltanschauung

Je nach den Möglichkeiten an der Schule soll durch die Lehrkraft angestrebt werden, in einem gemeinsamen Projekt mit den anderen Religionslehrerinnen und Religionslehrern die Kinder im Unterricht zusammenzubringen und einen Austausch zu moderieren.

Suren, Arabische Schriftzeichen, Lesen des Qur’ans

Methodenwahl und Zeitpunkt des Beginnens dieses Themas, liegen im Ermessen des Lehrers, jedoch sollten die Schülerinnen und Schüler je nach Fähigkeiten und Möglichkeit in der Lage sein, einige einfache Sätze in der arabischen Sprache zu lesen.

Gemeinschaft: Nachbarschaft

Die Kinder sollen sich mit dem Thema der Nachbarschaft in islamischer Perspektive beschäftigen. Die Rechte der Nachbarn sollen dabei aufzeigen, dass Gemeinschaft und das sich Einsetzen für ein gutes soziales Miteinander keineswegs eine nur innermuslimische Angelegenheit sind. Muslime sind theologisch verpflichtet, sich für das Allgemeinwohl einzusetzen. Die Lehrkraft kann so auch auf die größere Dimension eines gemeinschaftlichen Lebens in Österreich hinführen.

Wir sind Muslime: Islam in Österreich

Die Kinder sollen einige Kenntnisse über die Situation der Muslime in Österreich erwerben. Dazu sollen sie in den historischen Hintergrund des Islamgesetzes von 1912 eingeführt werden und dessen Auswirkungen verstehen. Sie sollen von der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich als ihrer Vertretungsorganisation in religiösen Belangen erfahren. Über den Grad der Detaillierung entscheidet die Lehrkraft je nach der Situation. Ziel dieser Einheit soll jedenfalls sein, dass die Kinder die positive Situation der Muslime in Österreich, basierend auf der rechtlichen Anerkennung, erkennen und schätzen können.

Verschiedene Religionen: Buddhismus und Hinduismus

Wenn kein Wiederaufgreifen und eventuelles Vertiefen der früheren Themenstellung im Bereich der abrahamitischen Religionen angezeigt erscheint, so kann die Lehrkraft auch den Blick auf den Buddhismus und den Hinduismus weiten.

Werteerziehung im Islam: Menschenwürde

Die Kinder sollen mit dem Wert der Menschenwürde im Islam bekannt gemacht werden. Die Lehrkraft soll dabei auch an die Situation der jeweiligen Gruppe denken. Spezielle Akzente können so nicht nur auf die Gleichwertigkeit von Mann und Frau und den Anti-Rassismusgedanken gesetzt werden, sondern auch auf Menschen mit besonderen Bedürfnissen und wie diesen nach islamischem Verständnis von Allah oft eine besondere Gnade (Baraka) zuteilwird, sie also keinesfalls als „geringer“ anzusehen sind.

Lehrplan der 5.-9. Schulstufe

Der Lehrer hat sich nach seinem Ermessen in der 5.-9. Schulstufe den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler entsprechend nach dem Lehrplan für die Hauptschule zu richten. Er kann darüber hinaus gehende Orientierung im Lehrplan für BMHS und AHS finden. Er muss aber den allgemeinen Lehrplan der Sonderschule beachten und auf die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler durch geeignete Fördermaßnahmen eingehen.

Anl. 6

Beachte für folgende Bestimmung

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Text

Anlage 6

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an berufsbildenden Pflichtschulen, berufsbildenden mittleren und höheren Schulen und Anstalten der Lehrer- und Erzieherbildung

Schulstufenbezogene Schwerpunktthemen (Jahresmotto)

Der Lehrplan für BMHS ist für fünf Schulstufen konzipiert, welche mit Ausnahme der letzten Schulstufe (Reifeprüfung) ein thematisch bedeutsames, altersgemäß angepasstes und theologisch gewichtiges Schwerpunktthema behandeln.

Die Schwerpunktthemen ziehen sich jeweils durch das gesamte Schuljahr und sollen immer wieder in den unterschiedlichen Themenkreisen methodisch angemessen und abwechslungsreich erläutert und erarbeitet, sowie auch kontrovers diskutiert und problematisiert werden. Ziel ist es, wesentliche, die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler betreffende Inhalte, ganzheitlich und aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und auf diese Weise einen effektiven Beitrag zur Werteerziehung im islamischen Religionsunterricht zu leisten. Im Zuge des islamischen Religionsunterrichtes sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, auf der Grundlage der erarbeiteten Inhalte eigenständige und begründete Entscheidungen für ihr Leben und ihren Alltag zu treffen.

Für die dreijährigen BMS gelten die Lehrstoffe der neunten, zehnten und elften Schulstufe, für die zweijährige BMS gilt dementsprechend der Lehrstoff der neunten und zehnten Schulstufe und für die einjährige BMS gilt – wie auch für die Polytechnischen Schulen – der Lehrstoff der neunten Schulstufe.

Es liegt dabei im Ermessen der Lehrkraft, Stoff der ersten, zweiten, dritten und vierten Schulstufe zu kombinieren, um auch für diesen Schultyp ein möglichst facettenreiches und in sich abgeschlossenes Unterrichten zu gewährleisten. Dabei müssen allerdings die Inhalte der ersten fünf Themenkreise der jeweiligen Schulstufen vermittelt werden.

Schulstufenbezogene Themenkreise

Innerhalb jeder einzelnen Schulstufe, mit Ausnahme der neunten Schulstufe, befinden sich sieben Themenkreise, welche von der Lehrerin und dem Lehrer in der Klasse je nach Bedarf und Möglichkeit in unterschiedlicher Intensität besprochen werden sollten. Selbstverständlich lassen sich zwischen den einzelnen Themenkreisen auch leicht Verknüpfungen herstellen. In der Unterrichtung der sieben Themenkreise wird eine ausgewogene Behandlung aller islamisch-theologischen, (kultur-)historischen und gesellschaftlich bedeutsamen Inhalte gewährleistet, so dass den Schülerinnen und Schülern eine umfassende und vertiefte islamische Bildung vermittelt wird und sie auf der Grundlage dieses Wissens und der Auseinandersetzung mit diesen Themen zu einer reifen und selbstbewussten Persönlichkeit heranwachsen. Eine besondere Herausforderung stellt die Aufgabe dar, die Schülerinnen und Schüler an die Lektüre von Qur´an und Hadith auch im Original heranzuführen. Hier gelten die entsprechenden Anweisungen in den allgemeinen Bestimmungen.

In diesem Zusammenhang findet eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik der österreichisch-islamischen Identität – auch im Vergleich bzw. in Ergänzung zur europäisch-islamischen Identität statt. Es ist diese Dimension, welche einen wichtigen Inhalt des islamischen Religionsunterrichtes darstellt: dass selbstverständlich kein Widerspruch darin besteht, Österreicherin und Muslimin bzw. Österreicher und Muslim zu sein, sondern dass es sich hier lediglich um verschiedene Kontexte ein und derselben Persönlichkeit handelt.

Der erste Themenkreis Islam leben und verstehen - Islam, Iman, Ihsan beinhaltet die Dimension der islamisch-theologischen Inhalte, welche außer den Grundlagen des Glaubens (Arkanul-Iman) und den Fünf Säulen des Islam (Arkanul-Islam) auch die spirituelle Dimension (Ihsan) ansprechen. Dieser Themenkreis wird ergänzt durch den Themenkreis Quellen des Islam: Hier sollen die Schülerinnen und Schüler die Quellen des Islam selber studieren und Erkenntnisse daraus ziehen. Sie sollen aber auch die Methodik der Erschließung der Quellen erlernen und grundlegende Informationen über diese erhalten. Erst in der eigenen und persönlichen Lesung der Glaubenstexte kann ein persönlicher Bezug zu eben diesen ermöglicht und erfahren werden.

In dem folgenden Themenkreis Islam im Miteinander verwirklichen geht es um die ethisch-moralischen Wertvorstellungen des Islam und ihre Umsetzung in unterschiedlichen Bereichen. Angefangen bei der Selbsterziehung und der Erarbeitung konkreter Werte, die im eigenen Leben umgesetzt werden können, werden darauf aufbauend Werte, welche den gesellschaftlichen Umgang regeln sowie der Dialog mit Menschen anderer Überzeugungen angesprochen. Dabei wurde versucht, mit den Themen so nahe wie möglich von der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler auszugehen, um eine höchstmögliche Identifikation mit den behandelten Werten zu erreichen.

Ein weiterer Fokus liegt außerdem auf dem wesentlichen Schöpfungsziel des Menschen – nämlich Khalifatullah fil-Ard zu sein, Gottes „Sachwalter“ auf Erden. Der Begriff „Sachwalter“ ist dabei nicht mit dem juristischen Terminus zu verwechseln, sondern bezieht sich allein auf die religiöse Dimension von Schöpfungsverantwortung. Dies beinhaltet in konkreter Umsetzung sowohl Fragestellungen des Umwelt- bzw. des Tierschutzes, es betont jedoch auch die klare Verantwortlichkeit eines jeden einzelnen Menschen für die ihn umgebende Natur, die Bodenschätze, die natürlichen Ressourcen etc. Die Schülerinnen und Schüler werden befähigt, diese Verantwortung für die Umwelt und für den Tierschutz zunächst einmal wahrzunehmen und zu erkennen und darüber hinaus Lösungen für die drohenden Probleme der Menschheit zu diskutieren, sich in die aktuelle Nachhaltigkeitsdiskussion in allen ihren Facetten einzubringen. Die Erde wurde den Menschen von Gott als Amanah (anvertrautes Gut) gegeben – einerseits um auf ihr zu leben und das Zusammenleben der Menschen zu ordnen – andererseits aber auch und besonders, um sie neben dem Nutzen, den sie für die Menschheit hat, zu schützen und zu bewahren.

Darüber hinaus erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die sehr umfangreiche islamische Kulturgeschichte mit den Blickfeldern Kunst, Kultur, Wissenschaft, um die Vereinbarkeit des Islam mit eben diesen Bereichen eindrucksvoll zu belegen. Wert wird auch darauf gelegt, den Austausch darzustellen, in dem sich verschiedene Kulturkreise ständig befinden.

Im Themenkreis Muslimsein im österreichischen Berufsleben werden jene Fragestellungen behandelt, die sich auch aktuell aus den Erfahrungen eines beginnenden Einstieges ins Berufsleben ergeben.

Im Themenkreis Geschichte(n) erhalten die Schülerinnen und Schüler einen knappen Überblick über die Stationen der islamischen Geschichte – und zwar wenn möglich anhand von Geschichten. Weiterhin werden interessante Persönlichkeiten vorgestellt und aus verschiedenen Blickrichtungen betrachtet.

Eigener Gestaltungsrahmen der Lehrkraft

Religionslehrerinnen und –lehrer erhalten mit den vorliegenden Lehrplänen einen detaillierten Überblick über Inhalte und Ziele des Unterrichts. Dieser versteht sich als ein Rahmenlehrplan, der weiterhin Freiräume für die individuelle verantwortliche Entscheidung der Unterrichtenden offen lässt, besondere Schwerpunkte und Gewichtungen zu setzen, so dass nicht mit gleicher Intensität alle angeführten Dimensionen zu berücksichtigen sind. Dazu können beispielsweise auch innerhalb der Pläne Verknüpfungen vorgenommen werden oder Anregungen aus den Plänen verwandter Schultypen (AHS – BMHS) aufgenommen werden, da diese sehr ähnliche Strukturen aufweisen. Dies gilt vor allem auch angesichts in unterschiedlicher Länge geführter Schultypen der BMHS, so dass Stoff aus höheren Schulstufen gegebenenfalls vorgezogen werden kann.

9. Schulstufe: VERTRAUEN IN ALLAH, IN DIE WELT UND MICH

Während eines Lebensabschnittes, der häufig gekennzeichnet ist von der Suche nach eigenen Grenzen und Möglichkeiten, von Stimmungsschwankungen zwischen der Lust am Widerstand und allem in Frage stellen und gleichzeitigem Bedürfnis nach Bestätigung durch Akzeptanz innerhalb einer selbst gewählten Gruppe, bietet der islamische Religionsunterricht einen Raum an, diese Sinnsuche zu unterstützen. Das Jahresmotto kann dabei immer wieder auf ein zentrales Motiv der Religion verweisen, dem nicht nur in der Pubertät besonderes Gewicht zukommt: Vertrauen. Die Bedeutung von Islam als „Hingabe an Gott“ ist hiermit eng verknüpft. Wer die Harmonie der Schöpfung und die Kraft jedes Teils in ihr verinnerlichen kann, dem erwachsen daraus nicht nur Gottesliebe, sondern auch Selbstvertrauen. Die Welt annehmen zu können heißt somit, sich auch der eigenen Aufgabe in ihr vertrauensvoll zu stellen. Glaubenspraxis ist dabei kein leeres Ritual, sondern stärkt eigene Potentiale und stellt diese in den nachhaltigen Dienst an Gemeinschaft und Umwelt.

Somit bildet das Ziel dieser Schulstufe, junge Menschen in der Zeit des Erwachsenwerdens in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen über die vertiefte Beschäftigung mit dem Sinn muslimischer Gottesdienste (Ibadah) und der praktischen Glaubenslehre (Aqida) eine positive Grundhaltung gegenüber sich selbst und der Welt zu vermitteln. Unter diesen Aspekt fallen auch der Erwerb von Kenntnissen im Bereich muslimischer Kulturleistungen und die Einbringung der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen, um Denkanstöße für die ganz persönliche Umsetzung im Hier und Heute zu geben. Religiös mündig zu sein (mukallaf) soll somit nicht als Belastung und Übertragung von Pflichten negativ konnotiert werden, sondern im Gegenteil das Selbstbewusstsein und die Freude an einer aktiven und sinnerfüllten Lebensgestaltung stärken.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

„Fünf Säulen“ des Islam

Glaubensbekenntnis, Gebet, sozial-religiöse Pflichabgabe, Fasten und die Pilgerfahrt nach Mekka sollen in vertiefter Dimension, d.h. unter noch stärkerer Einbeziehung der Frage „Warum?“ unterrichtet werden. Vor allem soll diese religiöse Praxis in Beziehung zur eigenen Reife und Mündigkeit (mukallaf) gesetzt werden. So soll erfahrbar gemacht werden, wie religiöse Praxis nicht mit dem bloßen Vollzug von Ritualen zu verwechseln ist, sondern im Leben Halt und Orientierung gibt.

Lehre von der Einheit Gottes (Tauhid)

Die Einzigkeit und Einzigartigkeit Gottes sollen Gegenstand der Betrachtung sein und dabei Schlussfolgerungen auf eine persönliche Grundhaltung im Leben getroffen werden.

Baqara 2/255; al-Hadid 57/2-7; al-Haschr 59/22-24; al-An’am 6/95-103; al-Ikhlas 112

Gebet

Nicht nur das rituelle fünfmalige Pflichtgebet am Tag soll besprochen werden, sondern die Bindung an Allah und Reflektiertheit eigenen Handelns durch weitere Formen des Gebets erläutert werden. So soll das Gebet zur Hilfe vor anstehenden Entscheidungen (Istihara), das Lobpreisen Gottes in spiritueller Versenkung (Dhikr) und die Andacht in der Nacht (Qiyamu -l –lail) besprochen werden.

Baqara 2/238,239; ar-Ra’d 13/28; al-Isra‘ 17/79,80; adh-Dhariyat 51/56,57; al-Bayinah 98/5

Zakat und Sadaqa

Die Pflicht zur Übernahme persönlicher Verantwortung im Eintreten für soziale Gerechtigkeit soll in den Mittelpunkt gerückt werden. Hier geht es um die Wahrung der Grundrechte von Bedürftigen durch Umverteilung von Mitteln und Gütern und die Sorge um das Allgemeinwohl in der Gesellschaft.

Baqara 2/43,267,272-274,276; Ali-Imran 3/92,180; at-Tauba 9/60,103; al-Furqan 25/67; ar-Ruum 30/39; Saba’ 34/39; adh-Dhariyat 51/22.

„Wohltätigkeit vermindert keinesfalls den eigenen Reichtum…“ (Muslim). Die beste Wohltätigkeit ist: „Zu spenden, während du gesund bist und begierig, reich zu sein und ängstlich, zu verarmen. Verzögere das Spenden nicht, bis du auf dem Totenbett liegst.“ (Bukhari und Muslim)

Fasten

Das Gebot des Fastens im Ramadan soll im Zeichen der spirituellen, gesellschaftlichen und sozialen Bedeutung veranschaulicht werden. Wie sich die Gottesbeziehung durch das Fasten verstärkt, soll auch in Reflektion einer damit einhergehenden Verinnerlichung der Relation zwischen Individuum, Gesellschaft und Umwelt gesetzt werden.

Baqara 2/183-185

Hadith:“Allah sagt: Alle Taten der Kinder Adams sind für sie, mit Ausnahme des Fastens, das für Mich ist, und ich werde den Lohn dafür geben.“ (Bukhari und Muslim)

Pilgerfahrt nach Mekka

Die Pilgerfahrt nach Mekka soll nicht nur in ihren Riten besprochen werden, sondern auch in ihrem tieferen Sinn als Chance für einen persönlichen Neuanfang. Als spirituelles und zugleich gesellschaftliches Ereignis spiegelt sie den Gedanken der Einheit in der Vielfalt wider und soll unter diesem Aspekt zur Sprache gebracht werden.

Baqara 2/158 und196-203; Ali-Imran 3/96-97; al-Ma’ida 5/1-2 und 96; al-Hadsch 22/27-30

Hadith:“Wer um Allahs Willen die Pilgerfahrt vollzieht und dabei keine ungehörigen Reden hält und nicht frevelt, der kehrt so zurück wie am Tag, da ihn seine Mutter geboren hat.“ (Bukhari, Muslim, Tirmidhi, Nasa’i)

Glaubensartikel, wahrgenommen in vertiefter Dimension

Der Glaube an die Engel

Baqara 2/285; an-Nisa‘ 4/136

Reife und religiöse Mündigkeit (mukallaf)

Die Komponenten des Status von „Mukallaf“ sollen dargelegt werden: Zurechnungsfähigkeit (Aql), Geschlechtsreife (Balagh) und Muslimsein. Daran anschließend soll diskutiert werden, welche Konsequenzen Mukallaf-Sein mit sich bringt, vor allem in Bezug auf eine stärkere Verantwortlichkeit, die Selbstvertrauen miteinschließt. Darum soll auch ein Schwerpunkt auf die Fähigkeit zwischen religiös Erlaubtem (Halal) und Verbotenem (Haram) zu unterscheiden gelegt werden. Die Klassifizierungen religiöser Bestimmungen (Fard (Wadschib), Mustahab, Mubah, Makruh, Haram) sollen besprochen werden, um die Differenzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dies soll verdeutlichen, dass der Islam ein großes Angebot bereithält, nicht in Schwarz-Weiß Denken zu verfallen. Damit wird auch die persönliche Reife herausgefordert, die eigene Urteilsfähigkeit im Sinne differenzierter Bewertungen zu trainieren.

Al-Ma‘ida 5/5,87; Baqara 2/29; an-Nahl 16/14.

Themenkreis: Quellen des Islam / Themenbezogenes Studium von Qur’an und Sunnah

Gottesbild und Menschenbild

Allah (s.t.)

Es soll herausgearbeitet werden, dass Allah dem Menschen nahe ist. Auch wenn Er größer ist als es das Vorstellungsvermögen des Menschen je erfassen könnte, sollen die Schülerinnen und Schüler über die „99 Namen“ Attribute Gottes erfahren und so ihre Gottesbeziehung vertiefen.

Baqara 2/255; al-An’am 6/95-103; Qaf 50/16; Dhariyat 51/56-57; Haschr 59/22-24.

Hadith: „Als Gott über die Schöpfung entschieden hatte, schrieb er in einem Buch, das bei ihm über dem Thron steht: Meine Barmherzigkeit ist größer als mein Zorn.“ (Bukhari, Muslim, Tirmidhi)

Der Mensch

Die Schülerinnen und Schüler sollen begreifen, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft gleich an Würde (Karamah) sind. Alle Menschen tragen als Gottesgeschenk die prinzipielle Erkenntnisfähigkeit in den rechten Weg mit sich (Fitrah). Die Schülerinnen und Schülerr sollen so in ihrem Selbstvertrauen gestärkt werden und gleichzeitig bereit sein, Verantwortung für die Schöpfung zu tragen.

Baqara 2/30-34;286; Ali-Imran 3/7; al-A‘raf 7/42; al-Isra’ 17/15; al-Hadsch 22/5,6; ar-Ruum 30/20-27; al-Insan 76/2-3.

Hadith: „Jedes Kind wird mit der schöpfungsmäßigen Anlage (zum rechten Weg) geboren. Und seine Eltern machen aus ihm…“ (Bukhari, Muslim, Abu Dawud, Tirmidhi)

Ayat, die im persönlichen Rezitationsprogramm Aufnahme finden sollen:

Surah asch-Scharh 94.

Menschen im Qur’an, die besonderes Vertrauen bewiesen und darin ihre Stärke entwickelten

Der Prophet Ayyub (a.s.)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Propheten ein Beispiel für Zuversicht und Gottvertrauen trotz schwerer Schicksalsschläge finden.

Al-Anbiya‘ 21/83,84; Sad 38/41-44.

Maryam, die Mutter des Propheten Isa (a.s.)

An diesem Beispiel soll aufgezeigt werden, dass auch Frauen von Allah mit ganz besonderen Aufgaben ausgezeichnet wurden und für alle Menschen Vorbild sind.

Vgl. Ali-Imran 3/42-47; Maryam 19/16-36.

Themenkreis: Islam im Miteinander verwirklichen

Islamische Werte (Ahlaq und Adab)

Freiheit und Entscheidungsfreiheit in ihrer Relation zur Mündigkeit

Die Jugendlichen sollen angeregt werden darüber nachzudenken, wie Mündigsein auch eine tiefere Reflektion zum Umgang mit Freiheit bedingt. Es soll von den Lehrkräften dargelegt werden, dass der Mensch nach islamischem Verständnis mit einem freien Willen und Entscheidungskraft ausgestattet wurde. Vgl. Baqara 2/256; al-Kahf 18/29.

Verzichten können und dabei gewinnen

Die Jugendlichen sollen erkennen, dass einseitige Konsumorientiertheit keine Garantie für ein Mehr an Lebensqualität ist. Vgl. al-Qasas 28/79-80.

Hadith: „Habt ihr denn nicht gehört? Bescheidenheit und Enthaltsamkeit gehören zum Glauben.“ (Abu Dawud); „Wahrer Reichtum ist nicht Reichtum an Besitz, sondern wahrer Reichtum ist im Herzen.“ (Bukhari und Muslim)

Disziplin und Prioritäten setzen können

Dass Gottvertrauen und Selbstvertrauen in Zusammenhang stehen, soll in Bezug auf die Fähigkeit, Ziele zu definieren und dann auch konkret anzugehen, besprochen werden. Vgl. Asch-Scharh 94/7.

Dankbarkeit

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich der vielen guten Dinge, die sie oft wie selbstverständlich genießen, bewusster werden und damit eine optimistische Grundhaltung gewinnen können.

Hadith:“Wer auch immer von euch (morgens) seelisch und körperlich gesund aufwacht, und dessen Lebensunterhalt für diesen Tag gesichert ist, ist so, als wenn er im Besitz der ganzen Welt wäre.“ (Tirmidhi); „Wer den Menschen nicht dankt, dankt auch Allah, dem Erhabenen, nicht.“ (Abu Dawud)

Positiv denken und sich bei Gott aufgehoben wissen (Tawakkul):

Es soll darüber nachgedacht werden, wie Selbstmotivation über ein muslimisches Bewusstsein erreicht werden kann. Im Unterricht soll vor allem darüber reflektiert werden, wie mitunter auch im scheinbar „Schlechten“ etwas „Gutes“ liegen kann. Vgl. Ali-Imran 3/159; asch-Scharh 94/5-6.

„Wer sich geduldig verhält, dem gibt Allah die Kraft dazu. Keinem wird etwas Besseres und Reichlicheres gegeben als die Geduld.“

Was der eigene Name erzählt

Im Unterricht sollen die Namen der Schülerinnen und Schüler als Impuls verwendet werden, sich jeweils mit dem eigenen Ich auseinanderzusetzen. Denn jeder Name kann auch eine Geschichte erzählen, Herkunft, Hintergrund, Wünsche und Ziele stehen mit ihm in Verbindung, wie auch die Frage, welche Hoffnungen der Eltern für die Zukunft des Kindes bei der Namenswahl entscheidend waren und wie die Kinder das später selbst beurteilen.

Sich selbst mit Stärken und Schwächen als wertvoll annehmen können

Nach islamischem Verständnis ist jeder Mensch einmalig und besonders. Das Leben ist ein Gottesgeschenk. Diese Dimension so zu vermitteln, dass Vertrauen und Freude etwas „aus sich zu machen“ verstärkt werden, soll im Unterricht nach Möglichkeit gelingen.

Vertrauenswürdig sein

Wer vertrauen kann, wird den Wert von Vertrauen so verinnerlichen, dass damit auch ein Maßstab eigenen Handelns entsteht. Vertrauenswürdigkeit soll auf Basis der muslimischen Quellen, etwa durch das Beispiel des Propheten Muhammad (al Amin, a.s.), behandelt werden.

Frei sein im Gegensatz zu selbstzerstörerischen Abhängigkeiten (Sucht)

Mündig zu werden bedeutet auch das Erreichen von mehr Unabhängigkeit. Dies soll im Unterricht gemeinsam besprochen werden und dabei der Gegensatz zu jenen Abhängigkeiten verdeutlicht werden, die durch den Gebrauch von Suchtmitteln entstehen. Die Haltung des Islam gegenüber Drogen soll behandelt werden.

Al-Ma‘ida 5/90;

„Alle berauschenden Dinge sind haram.“ (Muslim)

Bewahrung der Schöpfung (Istikhlaaf)

Die Welt als Wunderzeichen Allahs (t.) Im Unterricht soll über den Stellenwert von Natur im Islam gesprochen werden. Dabei soll insbesondere die religiöse Bedeutung des Kreislaufs von Leben, der Bedeutung von Naturbeobachtung als einer Art Gottesdienst und dem Gebot des Erhalts eines natürlichen Gleichgewichts zur Sprache kommen.

Baqara 2/164; Yunus 10/5; Ibrahim 14/19,20,32-34; an-Naml 27/89; asch-Schura 42/30; al-Mulk 67/3

Muslime im Dialog

Qualitätskriterien für einen gelungenen Dialog

Die Schülerinnen und Schüler sollen angeregt werden, über den Wert von Dialog nachzudenken. Dabei sollen sie wichtige Gütemerkmale erkennen wie Offenheit, Respekt, Akzeptanz anderer Meinungen, Neugier, Zuhören können und sich in den anderen hineinzuversetzen. Sie sollen überlegen, wo überall Dialog entsteht und möglichst praktische Konsequenzen für ihr Kommunikationsverhalten ziehen.

Al-An‘am 6/108; al-Ankabut 29/46; an-Nahl 16/125; al-Hudschurat 49/11

Erarbeitung einer kurzen Präsentation zum Islam

Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, über ihre Religion Auskunft geben zu können. Über das konkrete Vorbereiten einer kurzen Präsentation oder eines Referats soll zudem trainiert werden, über Unterschiede zwischen Innen- und Außensicht zu reflektieren.

Abrahamitische Religionen

Die Schülerinnen und Schüler sollen mit dem Begriff „abrahamitische Religionen“ vertraut gemacht werden und Gemeinsamkeiten der Religionen erkennen.

Themenkreis: Muslimische Wissenschaft und Kultur im Austausch

Der muslimische Inselroman „Hayy Ibn Yaqthan“ von Ibn Tufail

Auszüge des Romans und Hintergründe sollen anschaulich den „fitrah – Gedanken“ aufzeigen. Die Wirkungsgeschichte des Romans kann verdeutlichen, wie muslimische Kultur und muslimisches Denken auch in Europa rezipiert wurde.

Medizinische Forschung und Lehre im Dienste der Menschen

Die Ausbildung des muslimischen Spitalswesens und der Gesundheitsvorsorge ab dem 8. Jh soll. unter Bezugnahme auf berühmte Wissenschaftler wie Ibn Hayyan (Geber), ar-Razi (Rhazes), az-Zahrawi (Albucasis), Ibn al-Haytham (Alhazen) und Ibn Sina (Avicenna) behandelt werden. Dabei soll vor allem gezeigt werden, dass der Islam Forschung fördert und die Medizin auch religiös betrachtet einen besonders hohen Stellenwert genießt.

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Islamisches Leben in Österreich

Vereinbarkeit einer Identität als Muslim/in und Österreicher/in

Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Einführung in die spezielle Situation für Muslime in Österreich erhalten. Daher soll zum Beispiel das Islamgesetz von 1912 behandelt werden und welche positiven Konsequenzen dies hat. Staatliche Anerkennung soll auch als Einbindung und Gebot der Gegenseitigkeit verstanden werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen so auch einen emotionalen Bezugsrahmen finden, der ihnen die Gleichzeitigkeit eines Bewusstseins als Muslimin bzw. als Muslim und als Österreicherin bzw. als Österreicher vermittelt.

Partizipation am gesellschaftlichen Leben in verschiedensten Bereichen (Vereine, Parteien, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen, Wahlen…)

Beispielhaft soll verdeutlicht werden, wo sich Muslime bereits überall im Sinne des Allgemeinwohls einbringen und wie und warum dies auch von der Religion her geboten ist.

Ablehnung von jeglichem Rassismus und jeglicher Diskriminierung

Der Islam verbietet Rassismus. Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit werden theologisch begründet abgelehnt. Ausgehend davon, auch ein religiöses Unrechtsbewusstsein zu wecken, wenn es um Fälle von Diskriminierung geht, soll die Situation in Österreich besprochen werden. Dabei soll ein besonderer Schwerpunkt darauf gelegt werden, welchen Schutz Religionsfreiheit genießt.

Islam in Spanien

Spanien soll als jenes Land in Europa präsentiert werden, das durch seine Geschichte in einer besonderen Beziehung zum Islam steht. Wichtige Kulturdenkmäler wie die Alhambra sollen vorgestellt werden.

Themenkreis: Muslimsein im österreichischen Berufsleben

Religion und Berufsleben

Spezielle Fragen, die das Praktizieren religiöser Gebote während der Arbeitszeit betreffen, sollen im Unterricht besprochen werden. Dabei soll der Islam als „Religion der Mitte“ vorgestellt werden, in der sich je nach den Umständen flexible Antworten finden lassen. Vor allem soll gezeigt werden, wie sich hohe Arbeitsmoral und Teamgeist und muslimisches Bewusstsein verbinden.

Themenkreis: Geschichte(n)

Isra’ und Mi‘raadsch – Die Himmelfahrt des Propheten Muhammad (a.s.) und ihre Bedeutung für die Muslime

Diese Ereignisse sollen in ihrer praktischen Bedeutung für die Muslime erläutert werden (Bestimmungen über das Gebet, religiöse Bedeutung von Jerusalem) vgl. Al-Isra‘ 17/1.

Die Auswanderungen der Muslime (Hidschra)

Historisch sind Erfahrungen mit Migration in der muslimischen Geschichte prägend. Beide Auswanderungen, zuerst nach Abessinien, wo sie beim christlichen Herrscher Asyl fanden und dann nach Madinah können für heutige Muslime in Österreich interessante Aspekte in Richtung der Integrationsleistung aufzeigen. Diese Anregungen sollen auch in Bezug auf die eigene Lebenswirklichkeit der Jugendlichen gesetzt werden.

Herausragende Muslime im 20. Jh.: z.B. Muhammad Asad oder Malcolm X

Muhammad Asad soll zum Beispiel als großer Denker des Islam mit österreichischen Wurzeln präsentiert werden, der für die Vereinbarkeit von Islam mit Demokratie eintrat.

Malcom X kann als ein Beispiel dafür stehen, dass Rassismus im Islam keinen Platz hat. Sein Lebensweg kann in einem kurzen Abriss die Erkenntnis dieser anti-rassistischen Grundhaltung fördern. Zugleich soll aufgezeigt werden, wie im persönlichen Eingeständnis von Denkfehlern auch Stärke liegt und so Mut machen, sich selbstkritisch weiterzuentwickeln.

10. Schulstufe: VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

Aufbauend auf der Bewusstmachung der Dimension religiöser Reife und Mündigkeit steht in diesem Jahr die damit verbundene Verantwortlichkeit im Mittelpunkt. Verantwortung übernehmen zu können, bedeutet im Kontext des islamischen Religionsunterrichtes, sich das Ziel menschlichen Strebens zu vergegenwärtigen, das Wohlgefallen Allahs zu erreichen und damit den eigenen Tod und das Danach nicht auszublenden. Ethisch richtiges Handeln und gute Werke zu tun ist verbunden mit der Bereitschaft, die eigenen Absichten zu hinterfragen und zu prüfen und um die eigene Willensfreiheit zu wissen, damit negative Entwicklungen nicht bequem mit dem Vorwand des „Schicksals“ aus der eigenen Verantwortung geschoben werden können. Die Übernahme von Verantwortung bringt eine Qualität des Menschseins hervor, die den Jugendlichen nahe gebracht wird. Dazu gehört nicht nur, auf Kriterien wie die Bevorzugung eines Weges der Mitte im Islam zu verweisen und das Sich Einsetzen auf dem Weg Gottes genauer zu definieren, sondern derartige theoretische Grundlagen immer wieder in die Praxis zu übersetzen. Daher sind in diesem Jahr soziale Rollen Gegenstand intensiverer Betrachtung. Aber auch größere Zusammenhänge – Geschlechtergerechtigkeit, das Wirtschaftsleben und Tier- und Umweltschutz werden in verschiedenen Themenkreisen einer eingehenden Untersuchung unterzogen. In unserer globalisierten und zunehmend vernetzten Welt soll somit das Bewusstsein geweckt werden, dass die Beiträge des Einzelnen keineswegs verloren gehen. Vielmehr sollen die Schülerinnen und Schüler Konsequenzen individuellen Handelns auch in ihrer gesellschaftlichen Tragweite erkennen, um damit die Motivation für die eigene Teilhabe in diesen Prozessen zu fördern.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Glaubensartikel, wahrgenommen in vertiefter Dimension

Qadaa´ und Qadar – Die göttliche Vorsehung

Die Schülerinnen und Schüler sollen einerseits diesen islamischen Glaubensartikel aufnehmen und andererseits reflektieren, dass dieser keinesfalls mit einer blinden „Schicksalsgläubigkeit“ zu verwechseln ist. Denn das islamische Konzept göttlicher Vorsehung räumt dem freien menschlichen Willen einen festen Platz ein und entbindet so nicht von der persönlichen Verantwortung.

Al-Isra‘ 17/30; al-Ankabut 29/62; ar-Ruum 30/37, al-Fatir 35/11

Der jüngste Tag

Die eigene Endlichkeit im Diesseits soll besprochen werden und damit auch die Jenseitsvorstellungen im Islam. Nach Möglichkeit soll in der Klasse das oft verdrängte Thema „Tod“ so behandelt werden, dass angstfreier damit umgegangen werden kann und Hoffnung gegeben wird. Vgl. Baqara 2/156; Ali-Imran 3/185; an-Nisa‘ 4/78; al-Waqia 56/60; al-Fadschr 89/27-28.

Hadith:“Der Mensch wird am Tag der Auferstehung sich nicht von der Stelle vor seinem Herrn bewegen, bis er nach Fünferlei gefragt wird: nach seinem Leben, womit er es verbrachte, nach seiner Jugend und wie er sie verbrachte, nach seiner Gesundheit, und wie er mit ihr umging, nach seinem Vermögen, wovon er es erwarb und wie er es ausgab, und nach seinem Wissen, was er damit anstellte.“

Testament, Bestattungsrituale, Totengebet, Sorge um die Hinterbliebenen

Die Schülerinnen und Schüler sollen praktische Handlungen kennenlernen, die mit dem Sterben in Verbindung stehen. Gottesdienstliche Abläufe sollen bekannt gemacht werden. Verantwortung im Leben reicht auch über den Tod hinaus, indem über eine letzte Verfügung Vorsorge für die Hinterbliebenen getroffen wird. Vgl. Baqara 2/180-182

Ihsan – von der Aufrichtigkeit im Glauben und dem daraus resultierenden Handeln

Das Fassen der Absicht (Niyah)

Verantwortlichkeit bedarf der Selbstreflexion. Daher soll intensiv besprochen werden, welche Wirkung das Absichtfassen im Islam hat und wie dadurch die eigene Aufrichtigkeit einer positiven Selbstkontrolle unterliegt. Vgl. At-Tauba 9/119; Ghafir 40/19; al-Lail 92/20; al-Bayyinah 98/5.

„Scharfsinnig ist derjenige, der sich selbst kritisch betrachtet.“ (Tirmidhi)

„Wahrlich, die Taten sind den Absichten entsprechend. Jedem wird das, was er beabsichtigt, zugeschrieben. (Bukhari).

Der islamische Weg der Mitte

Der Islam bevorzugt in allem Handeln, wie auch bei der Entwicklung theoretischer Konzepte, Ausgewogenheit und Balance. Wie dadurch Extreme verhindert werden können, soll gemeinsam bedacht werden. Vgl. Baqara 2/143,185; al-Ma’ida 5/87; al-An’am 6/153; Ta-Ha 20/2.

„Dieser Glaube ist gewiss einfach. Kein Mensch soll sich in Extremen verlieren, was die Angelegenheiten des Glaubens betrifft.“ (Bukhari)

Sich Einsetzen auf dem Weg Gottes (Dschihad)

Da der Begriff „Dschihad“ vor allem in der Außensicht oft missverstanden wird, soll eine genaue Definition im Unterricht erarbeitet werden. Dabei soll im Vordergrund stehen, wie die eigene Triebseele durch das „sich Einsetzen auf dem Weg Gottes“ einer beständigen Kontrolle ausgesetzt ist. Den Schülerinnen und Schülern soll klar werden, warum eine Übersetzung mit „Heiliger Krieg“ völlig abzulehnen ist, und sie sollen dies begründen können. Vgl. An-Nisa‘ 4/95,96; at-Tauba 9/20.

„Dschihad un-nafs – Der größte Dschihad ist die Selbstüberwindung“ und: „Der größte Dschihad ist ein wahres Wort gegen einen Tyrannen.“

Wirtschaftsethik im Islam

Es soll vor allem auf fünf wesentliche Aspekte hingewiesen werden: Zinsverbot, maßvolle Verschuldung, Verkauf nur dessen, was man tatsächlich besitzt, Verbot jeder Art des Betrugs und Gebot der Nachhaltigkeit. Im Unterricht sollen auch neuere Entwicklungen wie der Trend zu „Islamic Banking“ kritisch konstruktiv analysiert und besprochen werden.

Vgl. Baqara 2/188,275; at-Tauba 9/34; asch-Schuara 26/181-183; at-Takathur 102/1-2.

Hadith:“Wer Getreide für 40 Tage hortet, um einen höheren Preis zu erzielen, den weist Allah von sich.“; „Keiner hält Ware zurück, außer er ist ein Sünder.“; „Die Muslime sind Teilhaber an drei Dingen: Wasser, Weideland und Feuer.“

Themenkreis: Quellen des Islam – Themenbezogenes Studium von Qur’an und Sunna

Die Stellung von Qur’an und Sunnah im Islam

Die Offenbarungsgeschichte und authentische Weitergabe des Qur’an

Wie der Qur´an abschnittweise offenbart wurde, soll genauer beleuchtet werden. Außerdem sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, wie der Qur´an sorgfältig bewahrt und tradiert wurde.

Die Sammlung von Zeugnissen der vorbildlichen Lebensweise des Propheten Muhammad (a.s.)

Es soll behandelt werden, wie die Sunnah des Propheten Muhammad (a.s.) gesammelt und aufgezeichnet wurde. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler die Kategorisierung auf einer Skala von „richtig“ (Sahih) bis „schwach“ (Da´if) ebenso kennenlernen, wie Namen und Kurzbiographien bedeutender Herausgeber.

Prinzipien bei der Erstellung eines religiösen Gutachtens (Fatwa) und das Prinzip der freien Meinungsbildung auf Basis der Grundlagen des Islam (Idschtihad)

Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Vorstellung davon erhalten, wie eine Fatwa erstellt wird. Dabei soll vor allem das dynamische Selbstverständnis des Islam herausgearbeitet werden sowie die innere Vielfalt, und dass diese nicht mit Beliebigkeit zu verwechseln ist. Auch auf das Prinzip des Idschtihad soll eingegangen werden und wie damit historisch betrachtet umgegangen wurde.

Mann und Frau in ihrer verantwortlichen Beziehung zueinander

Mann und Frau in den muslimischen Quellen

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Gleichwertigkeit von Mann und Frau und ihre verantwortliche Beziehung zueinander aus den religiösen Quellen erklären können.

Ali-Imran 3/195; an-Nisa‘ 4/123,124; at-Tauba 9/71,72; an-Nahl 16/97; al-Ahzab 33/35; al-Hudschurat 49/13.

Frauenpersönlichkeiten im Qur’an

Die Königin von Saba und die Frau von Pharao, die den kleinen Musa (a.s.) bei sich aufnahm, sollen darlegen, dass Frauen selbstbestimmte und eigenverantwortliche Trägerinnen von Handlung sind. Das Vorbildhafte gerade dieser beiden Figuren soll herausgearbeitet werden. Vgl. An-Naml 27/22-44; al-Qasas 28/7-9; at-Tahriem 66/11.

Adam und Eva

Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur die entsprechenden Qur´anstellen, sondern auch den Tafsir (die Exegese) dazu studieren. Dabei werden sie dazu eingeladen, intensiv über Begriffe wie Unrecht, Reue, Vergebung, Ehrfurcht vor Allah (t) und - damit in Zusammenhang - Übernahme von Verantwortlichkeit zu reflektieren. Vgl. Al-A‘raf 7/11-27; Ta-Ha 20/115-123.

Ayat, die im persönlichen Rezitationsprogramm Aufnahme finden sollen:

Surah 33/36: „Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen….“

Themenkreis: Islam im Miteinander verwirklichen

Islamische Werte (Ahlaq und Adab)

Gerechtigkeitssinn

Die Schülerinnen und Schüler sollen über das religiöse Konzept von „Gerechtigkeit“ im Islam nachdenken. Dazu sollen sie vor allem auf Komponenten wie die Universalität von Gerechtigkeit aufmerksam gemacht werden, was in der abgeleiteten Ethik verhindern soll, sich selbst willkürlich in den Vorteil zu setzen. An-Nisa‘ 4/135; al-Ma’ida 5/8; al-An’am 6/82; an-Nahl 16/90; Ta-Ha 20/112.

Hadith „….Und fürchte die Klage des ungerecht behandelten Menschen, denn es gibt zwischen ihm und Allah keine Trennwand.“ (Bukhari und Muslim).

„Hilf deinem Bruder, gleich ob er ein Unterdrücker ist oder unterdrückt wird. (…) Hindere ihn daran, Unrecht zu tun, denn ihn daran zu hindern, ist eine Hilfe für ihn.“ (Bukhari)

Zivilcourage

Aufbauend auf einem entwickelten Gerechtigkeitssinn sollen die Schülerinnen und Schüler zu einer Haltung von Zivilcourage ermächtigt werden, die klar von jeglicher Selbstjustiz abgegrenzt wird. Dies bedeutet, dass sie Bereitschaft hegen, im Alltag praktische Hilfe zu leisten, wenn dies erforderlich ist und befähigt sein sollten, Beobachtetes kritisch und mündig zu hinterfragen. Im Rahmen des österreichischen Rechtsstaates sollen sie hier den eigenen Handlungsrahmen wahrnehmen und bereit sein, ihn auszuschöpfen. Ali-Imran 3/104; an-Nisa‘ 4/85; al-A’raf 7/199.

Hadith:“Wer von euch etwas Übles sieht, soll es mit eigener Hand ändern, und wenn er dies nicht vermag, soll er es mit seiner Zunge verändern, und wenn er dies nicht kann, dann mit seinem Herzen, und dies ist die schwächste Form des Iman (Glaubens).“ (Muslim)

Rücksichtnahme, Behutsamkeit, Höflichkeit und Ablehnung von Überheblichkeit

Die Jugendlichen sollen es als zu ihrer Verantwortlichkeit zugehörend erkennen, anderen wertschätzend Raum zu geben und in der Lage zu sein, sich in andere Menschen ein Stück hineinzuversetzen. Sie sollen wissen, dass eine solche Haltung im Islam zu den Tugenden gehört.

Al-Isra‘ 17/37; Luqman 31/18-19.

Hadith: „Jedem, der die Mängel eines anderen in dieser Welt bedeckt, werden von Allah am Tag des Gerichts seine Mängel bedeckt werden.“ (Muslim)

Versöhnung

Im Unterricht soll herausgearbeitet werden, dass es religiös betrachtet unverantwortlich wäre, ein Zerwürfnis, Missverständnisse oder Streitigkeiten nicht aktiv lösen zu wollen. Die Schülerinnen und Schüler sollen den Wert von Versöhnung begreifen und islamische Konzepte kennenlernen, wie Versöhnung praktisch angegangen werden kann. Vgl. An-Nisa‘ 4/128; al-Ma’ida 5/45; al-Anfal 8/1; Fussilat 41/34; asch-Schura 42/40,43; al-Hudschurat 49/10.

Hadith:“Soll ich euch von etwas Vorzüglicherem als Fasten, Zakat und Gebet berichten? (…) Das ist zwischen den Leuten Streit zu schlichten, denn die Leute zum Streit zu verleiten ist wie ein Rasiermesser. Und ich meine nicht, dass es das Haar abrasiert, sondern die Religion.“ (Tirmidhi u.a.)

Gelassenheit und Bescheidenheit (Tawaadu´)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich damit auseinandersetzen, dass Genügsamkeit innere Zufriedenheit ermöglicht und wie in Bescheidenheit Reichtum liegt. Vgl. Al-Isra‘ 17/37.

Hadith:“Wer sparsam ist, den macht Allah reich; wer verschwendet, den macht Allah arm; wer sich bescheiden verhält, den erhöht Allah, wer sich arrogant gebärdet, den erniedrigt Allah.“ (Suyuti)

Bedachte Rede

Die Verantwortung für die eigene Rede soll intensiv thematisiert werden. Anhand der vielen Aussagen aus den islamischen Quellen soll so ein bewusster Umgang mit Sprache und ihren großen Möglichkeiten erwachsen. Vgl. Ibrahim 14/24-26; al-Isra‘ 17/36; al-Hudschurat 49/11f.; al-Qasas 28/55; al-Furqan 25/63,72; al-Hadsch 22/30.

Hadith: „Wer an Allah und den jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen.“ (Muslim)

Familiärer Zusammenhalt

Der Stellenwert von Familie im Islam soll dargelegt werden. Dabei ist vor allem auf die soziale Bedeutung Rücksicht zu nehmen, die Rückschlüsse zulässt, wie allgemein soziale Netzwerke zu pflegen sind. Vgl. Al-Anfal 8/75.

Hadith: „Wer die Verwandtschaftsbande pflegt, ist nicht einer, der lediglich etwas vergilt, sondern derjenige, der solche Bande zusammenbringt, wenn andere sie getrennt haben.“ (Bukhari)

Der Stellenwert von Pflege

Verantwortlichkeit schließt den wachen Blick dafür ein, wo hilfsbedürftige Menschen der Unterstützung bedürfen. Daher soll darauf eingegangen werden, wie Sorge für das Wohlergehen anderer an Körper und Seele getragen werden kann.

Persönliche Stärken erkennen und sich einbringen können

Die Rolle des Gewissens zur Selbstkontrolle

Die islamische Vorstellung von „Gewissen“ soll unterrichtet werden, um die Jugendlichen in Bezug auf ihr eigenes Gewissen zu sensibilisieren.

Soziale Rollen wahrnehmen

Rollenbilder sollen reflektiert werden. Dabei soll erkannt werden, wie diese auch ein Spiegelbild von Traditionen, Religion und Kultur sind. Eigene und fremde Erwartungshaltungen werden davon bestimmt und sind zugleich in einem ständigen Wandel begriffen. Eigene soziale Rollen, sei es als Familienmitglied, als Freund/in, als Nachbar/in, als Bürger/in oder als Jüngerer gegenüber Älteren sollen vor diesem Hintergrund beleuchtet werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, ihr eigenes Verhalten in den verschiedenen sozialen Rollen besser zu reflektieren und so Zielvorstellungen entwickeln.

Der Umgang mit dem eigenen Körper

Es soll verdeutlicht werden, dass der eigene Körper als Geschenk Gottes nach einem verantwortlichen Umgang verlangt. Aspekte wie Pflege, Reinlichkeit, Gesundheitsvorsorge und der Umgang mit körperlichen Bedürfnissen sollen besprochen werden. Vgl. Baqara 2/222; al-Muddathir 74/4-5.

Bewahrung der Schöpfung (Istikhlaaf)

Tier- und Umweltschutz

Verantwortung für die Schöpfung soll über den Begriff der „Nachhaltigkeit“ unterrichtet werden. Tierrechte im Islam sollen dargelegt werden.

An-Nisa‘ 4/118,119; al-An’am 6/38; al-A’raf 7/56; al-Muminun 23/18; Ghafir 40/57; al-Waqi’a 56/68-70; al-Mulk 67/30

Hadith:“Habt ihr nicht gehört, dass ich den verflucht habe, der ein Tier im Gesicht brandmarkt oder es ins Gesicht schlägt?“ (nach Abu Dawud, Tirmidhi)

Friedenserziehung im Islam

Den muslimischen Glauben zu praktizieren soll als Friedensweg verstanden werden, in welchem das Streben nach Einklang mit Gott gekoppelt ist an das in Einklang-Sein mit Mensch und Umwelt. Darüber hinaus soll die islamische Tradition der Konfliktlösung über Mediation nach den religiösen Quellen beleuchtet werden.

Bioethik im Islam

Die Schülerinnen und Schüler sollen die ethische Haltung des Islam zu Fragen wie Sterbehilfe oder Abtreibung kennenlernen. Sie sollen wissen, dass Selbstmord im Islam streng verboten ist, weil das Leben als von Gott gegeben obersten Schutz genießt und nicht „weggeworfen“ werden darf. In Bezug auf Abtreibung sollen sie die differenzierte Position im Islam erörtern und die Begründungen der Gelehrtenmeinungen verstehen. Auch die moderne Frage nach Gentechnik und deren Anwendung soll aus islamischer Perspektive behandelt werden. Vgl. An-Nisa‘ 4/29; 4/119.

Kinderrechte im Islam

Welche Rechte Kinder im Islam explizit genießen, soll erklärt werden. Die religiöse Verantwortung der Eltern für ihr körperliches und geistiges Wohlergehen und ihre Entwicklung soll umfassend dargestellt werden. Dabei soll auch der Prozess des Erwachsenwerdens und die damit einhergehenden Veränderungen in der Beziehung zwischen Eltern und Kind diskutiert werden. Vgl. Isra‘ 17/31; Ahzab 33/4-5; Takwier 81/8-9.

Hadith: „Jeder von euch ist ein Hirte und jeder ist für die ihm Anvertrauten verantwortlich.“ (Bukhari und Muslim); „Fürchtet Allah und behandelt eure Kinder gerecht.“ (Bukhari und Muslim)

Muslime im Dialog

Wirtschaftsethik in Zeiten der Globalisierung

Verantwortliches Wirtschaften und Haushalten erlangt als Thema durch Globalisierung und Wirtschaftskrise eine neue Dimension. Hier sollen diese Diskurse in Bezug auf den muslimischen Anteil aufgegriffen werden.

Religion und Menschenrechte

Es soll besprochen werden, wie sich Menschenrechte aus islamischem Verständnis aus den religiösen Quellen ableiten lassen. Dabei soll besonders auf den Begriff der Menschenwürde eingegangen werden.

Themenkreis: Muslimische Wissenschaft und Kultur im Austausch

Handelswege und Wirtschaftsräume im muslimischen Kulturkreis

Die Bedeutung uralter Handelswege wie der arabischen Karawanenrouten oder der Seidenstraße sollen veranschaulicht werden. Damit soll deren Rolle für den Kulturtransfer verdeutlicht werden.

Fromme religiöse Stiftungen (Waqf, pl. Auqaf)

Die Schülerinnen und Schüler sollen das islamische System nachhaltiger Sozialleistungen durch Stiftungen kennenlernen und seine Bedeutung bis heute erfahren.

Hadith: „Wenn der Mensch stirbt, hört sein Werk auf Erden außer in drei Fällen auf: Anhaltende Wohltätigkeit, nutzbringendes Wissen und aufrichtige Nachkommen, die für ihn beten.”

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Schlüsselbegriffe in der muslimischen Positionsbestimmung für Europa

Die Vereinbarkeit einer Identität als Muslim/in und Europäer/in sollen herausgestrichen werden (Kompatibilität). Partizipation als Weg der Integration und als theologische Notwendigkeit sollen erklärt werden. Dazu sollen die Abschlussdokumente der Imamekonferenzen (Graz 2003, Wien 2005 und 2006, sowie 2010) herangezogen werden. Ähnliche Positionspapiere und muslimische Standortbestimmungen sollen betrachtet werden (Topkapi-Erklärung). Die Vereinbarkeit des Islam mit den Werten von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und Menschenrechten steht dabei im Mittelpunkt.

Themenkreis: Muslimsein im österreichischen Berufsleben

Berufsethos

Jeweils angepasst an den jeweiligen Schultyp sollen die Schülerinnen und Schüler ausgehend von muslimischen Vorstellungen zur Arbeitsmoral Kriterien benennen, die für ihren Berufswunsch als muslimisches Berufsethos zum Tragen kommen.

Themenkreis: Geschichte(n)

Islam im fernen Asien – Schlaglichter auf Geschichte und Gegenwart

Länder wie Indonesien sollen hier kurz präsentiert werden, um deren Bedeutung für die muslimische Geistesgeschichte zu veranschaulichen und Bewusstsein für geographisch weiter entfernte, aber sehr bedeutende muslimische Populationen zu wecken.

Die Osmanen

Die Bedeutung der Osmanen in Bezug auf religiöse Entwicklungen der von ihnen unter Einfluss genommenen Länder soll skizziert werden. Dabei sollen auch Schlüsse auf heute gezogen werden, um zu veranschaulichen, wie diese Geschichte noch fortwirkt.

11. Schulstufe: WISSEN DENKFREUDIG ERSCHLIESSEN

Dass Glaube und der bewusste und geradezu genussvolle Gebrauch des Verstandes sich im Islam keineswegs ausschließen, soll in diesem Schuljahr intensiv erfahren werden. Während die Schulzeit sich dem Ende nähert und das eigene Lernen bei vielen Schülerinnen und Schüler zum Teil als ermüdend empfunden wird oder vorgegebene Inhalte zunehmend kritisch hinterfragt werden, soll damit auch eine generelle persönliche Bestandsaufnahme und Reflektion der Einstellung zum Denken und Lernen vorgenommen werden können. Dies wird vor dem Hintergrund der bisherigen Motive „Vertrauen“ und „Verantwortung“ als stimmiger Aufbau der hierbei erworbenen Kenntnisse und Reife dargelegt. Ziel dabei ist es, die Lust an der geistigen Auseinandersetzung zu stärken und gleichzeitig Kompetenzen für damit einhergehende Diskussionen (Diskussionskultur) zu erwerben. Dazu sind nicht nur die entsprechenden Belegstellen aus den Quellen zu erarbeiten. Vorbildhaft können die Biographien und Leistungen ausgewählter muslimischer Denker und Wissenschafter, darunter auch zahlreicher Frauen, für die positive Haltung des Islam zum Streben nach Wissen wirken, wie auch die Kenntnis über die Förderung von Bildung in der muslimischen Kulturgeschichte. Darüber hinaus wird der große Komplex des Umgangs mit verschiedenen Meinungen und Auffassungen berücksichtigt, der auch innerhalb des Islam als Bereicherung gilt. Der dynamische Anspruch des Islam, jeweils Zeit, Ort und den gesellschaftlichen Rahmen bei entstehenden Fragen zur religiösen Praxis zu berücksichtigen, wird damit erschlossen. Daher werden nach einer Einführung in die Hintergründe der großen muslimischen sunnitischen und schiitischen Traditionen und deren Namensgeber exemplarisch auch große Gelehrte und deren Einfluss behandelt. Dabei werden auch die Komplexität ihrer Gedanken und der zeitliche Hintergrund, vor dem diese entstanden, berücksichtigt, wie auch die Rezeptionsgeschichte ihres Schaffens. Damit wird eine kritische und mündige Auseinandersetzung mit aktuellen Diskursen rund um den Islam und Muslime für die Jugendlichen angeregt. Deshalb ist in dieser Schulstufe ein Schwerpunkt auf die Verflochtenheit des europäischen mit dem muslimischen Kulturkreis gelegt, der die Einschätzung und Beurteilung des jeweils „anderen“ analysiert.

Dinge nicht einfach als „gegeben“ hinzunehmen, sondern sich eine Bereitschaft anzueignen, durch gezielte und treffende Fragen tiefere Einsicht zu gewinnen oder auch die Unmöglichkeit eines abschließenden Urteils zu erkennen und sich mit der Prozesshaftigkeit von Erkenntnisgewinn auseinanderzusetzen, wird gerade über Themen geschult, die in sich teilweise Widersprüchlichkeiten bergen und in sich nicht abgeschlossen sind. Damit erfährt auch der Wissensbegriff an sich eine Ausleuchtung, die an moderne Auffassungen und Richtungen anknüpfen lässt. Nicht zuletzt wird auch der Anteil von Frauen am Geistesleben besprochen und damit vermittelt, dass Bildung Frauen und Männern gleichermaßen zu einer Lebensbereicherung und –aufgabe werden soll.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das Bildungsgebot im Islam

Die menschliche Vernunft

Der Intellekt soll als Geschenk Gottes verstanden werden, das darum auch genutzt werden muss. Baqara 2/,269; Ali-Imran 3/7,191; Yunus 10/100; al-Haschr 59/2; al-A’raf 7/185; al-Ghaschiyah 88/17-18.

Nutzen der intellektuellen Fähigkeiten durch lebenslanges Lernen

Jugendliche sollen anhand der Quellen den Bildungsauftrag im Islam erklären können und motiviert werden, selbst nach Bildung zu streben. Vgl. Al-Alaq 96/1-5; Ta-Ha 20/114.

Themenkreis: Quellen des Islam – Themenbezogenes Studium von Qur’an und Sunnah

Zum Aufbau des Qur’an

Die Gliederung in mekkanische und medinensische Suren

Die Jugendlichen sollen zwischen dem Charakter der in Mekka offenbarten Suren und jenen aus medinensischer Zeit unterscheiden können.

Ausgewählte Suren und ihre Bedeutung im religiösen Leben der Muslime

Al-Mulk 67 und Yasin 36.

Das Prinzip gegenseitiger Beratung (Schura)

Die Schülerinnen und Schüler sollen auf der Basis der Aussagen in Qur’an und Hadith erfahren, welche Bedeutung im Rahmen der Entscheidungsfindung der gegenseitigen Beratung zukommt. Davon ausgehend sollen sie in der Lage sein, Schlussfolgerungen auf den Demokratiebegriff zu ziehen. Werte wie Gewaltenteilung, Pluralismus, Meinungs- und Redefreiheit, freie, unabhängige und geheime Wahlen sollen so auch aus einer islamischen Perspektive begründet werden können.

Ali-Imran 3/159; asch-Schura 42/38.

„Der Berater soll unbedingt zuverlässig sein.“ (Tirmidhi)

Ayat, die im persönlichen Rezitationsprogramm Aufnahme finden sollen:

Ar-Rahman 55.

Themenkreis: Islam im Miteinander verwirklichen

Islamische Werte (Ahlaq und Adab)

Pluralismus

Vielfalt soll als gottgewollt verstanden werden. Daher ist sie als den Menschen nutzbringend zu begreifen und soll als Einladung zu Dialog und Auseinandersetzung mit dem „anderen“ fruchtbar gemacht werden. Auch die Wahrheitsfrage soll berührt werden und unter Hinweis auf den Qur´anvers 5/48 besprochen werden. Da diese Stelle Gotthold Ephraim Lessing zur berühmten Ringparabel in „Nathan der Weise“ anregte, soll neben weiteren Referenzstellen aus den muslimischen Quellen auch darauf Bezug genommen werden.

Al-Hudschurat 49/13; al-An’am 6/108; Yunus 10/99; al-Ma’ida 5/48

Diskussionskultur

Da ein positiver Umgang mit Vielfalt Diskussionskultur voraussetzt, sollen die Schülerinnen und Schüler Qualitätsmerkmale einer solchen herausarbeiten. Dazu gehören Kompetenzen wie zuhören zu können, sich dem anderen gegenüber verständlich auszudrücken oder ausreden zu lassen. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese Kriterien auch anhand des Beispiels des Propheten Muhammad (a.s.) begreifen.

Ali-Imran 3/159

Persönliche Stärken erkennen und sich einbringen können

Lust am Denken und Lernen

Es soll aufgezeigt werden, dass der Prozess des Lernens ein Plus an Lebensqualität bringt. Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass mit dem Lernen auch eine Art Gottesdienst verbunden ist.

Standpunkte hinterfragen können

Schülerinnen und Schüler sollen sehen, dass sich ein kritischer Geist und religiöser Glaube nicht in Widerspruch befinden. Am Beispiel muslimischer Denker und durch die Aussagen in den muslimischen Quellen sollen sie den Wert kritischen Fragens schätzen lernen und sich zu Eigen machen können.

Raum geben für verschiedene oder andere Meinungen

Offenheit: Die Schülerinnen und Schüler sollen sehen, dass Erneuerung dem gedankenlosen Nachahmen vorzuziehen ist und daher eine Haltung der Offenheit islamisch wünschenswert ist.

Bewahrung der Schöpfung (Istikhlaaf)

Muslimisches Konsumverhalten

Die Schülerinnen und Schüler sollen den Einfluss des eigenen Konsumverhaltens auf ein nachhaltiges und gerechtes Wirtschaftssystem erkennen. Im Unterricht sollen Konzepte (z.B. Fadschr Trade) vorgestellt werden, die konkrete Handlungsweisen in den Mittelpunkt stellen und sich dabei mit der muslimischen Perspektive decken.

Kriterien von „Halal“

Der Begriff „Halal“ soll in den größeren Zusammenhang bewusster Auswahl von Lebensmitteln und Lebensstilen gestellt werden. Dabei sollen auch Aspekte wie die artgerechte Tierhaltung oder der „ökologische Fußabdruck“ einbezogen werden. Es gilt zu zeigen, dass beim Fleischkauf für Muslime an mehr zu denken ist als nur an die Schlachtmethode. Der Umgang mit der „Halal“-Zertifizierung in Österreich soll vorgestellt werden.

Muslime im Dialog

Interreligiöse Diskurse im Wandel der Zeit

Die Schülerinnen und Schüler sollen in der wechselseitigen Wahrnehmung von Christen, Juden und Muslimen der Vergangenheit sehen, wie sich hier der Zeitgeist widerspiegelt. Dazu sollen sie beispielhaft mit interreligiösen Begegnungen an neuralgischen Punkten der Geschichte konfrontiert werden (Kreuzzüge, Osmanisches Reich, Kolonialismus). Schlussfolgerungen aus der Diskussion solcher Texte sollen die Jugendlichen befähigen, aktuelle Diskurse ein Stück gelassener zu betrachten und besser einordnen zu können. Gleichzeitig soll es sie mit Blick auf den eigenen Dialog motivieren, die Muster von Eigendefinition durch Abgrenzung vom „Fremden“ zugunsten eines ganzheitlicheren und faireren Zugangs zu verlassen.

Neue Entwicklungen für den interreligiösen Dialog: Die Jugendlichen sollen die Neuausrichtung der katholischen Kirche durch das II. Vatikanische Konzil kennenlernen und vor allem die Auswirkungen auf den christlich-muslimischen Dialog sehen. Sie sollen mit österreichischen Dialoginitiativen verschiedener Konfessionen bekannt gemacht werden und Folgen für das gesamtgesellschaftliche Klima eines respektvollen Miteinanders ableiten können. Indem sie auch einen Fall mit Konfliktpotential studieren – die Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. - sollen sie die Reaktionen von verschiedenen Seiten bewerten können. Das Antwortschreiben von 38 muslimischen Gelehrten soll als positives Beispiel konstruktiver inhaltlicher Beschäftigung betrachtet werden.

Themenkreis: Muslimische Wissenschaft und Kultur im Austausch

Traditionen muslimischer Gelehrsamkeit

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Entwicklung muslimischer Orte der Wissensweitergabe und der Forschung kennenlernen. Dazu gehört die Entstehung von Universitäten mit der ersten Gründung 859 durch Fatima al-Fihri in Marokko, von Schulen und Universitäten. Sie sollen große Namen und Institutionen dieser Wissenschaftsgeschichte benennen können. Sie sollen aber neben diesen großen zivilisatorischen Leistungen auch an die kritische Frage herangeführt werden, wie es um die aktuelle Situation bestellt ist. So sollen die Jugendlichen angeregt werden, nicht in rückwärtsgewandte Schwärmerei für die „goldenen Zeiten“ zu fallen, sondern zukunftsorientiert und aufgeschlossen weiterzudenken.

Religiöse Fachbegriffe und ihre Übertragung in andere Sprachen

Den Schülerinnen und Schülern soll die Problematik von Übersetzungen theologischer arabischer Fachbegriffe in andere Sprachen anhand von Beispielen bewusst werden. Dazu sollen etwa Wörter wie „taqwa“ (Gottesbewusstsein, auch Ehrfurcht vor Gott, oder mit „Gottesfurcht“ übersetzt) herangezogen werden. Die Jugendlichen sollen ein gewisses Feingefühl dafür entwickeln können, wie eine im Deutschen verbreitete andere (christliche) Konnotation Missverständnisse herbeiführen kann. Sie sollen so auch im eigenen Dialogverhalten geschulter mit religiösen Begrifflichkeiten umgehen können.

Wegbereiter der europäischen Aufklärung

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass viele muslimische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Wegbereiter der europäischen Aufklärung waren – was ihnen bewusst machen soll, dass die europäische Geschichte auch islamische Wurzeln hat. Den Jugendlichen soll erkennbar werden, dass sich z.B. diese bekannten muslimischen Denker durch einen positiven und freien Forschungsdrang auszeichneten.

Ziel ist die Identifikation der jungen Muslime mit Europa und der europäischen Wissenschaftsgeschichte, die auch aus der religiösen Perspektive nicht einseitig ist.

Mathematiker

Mathematiker wie al-Khawarizmi (Entdecker des Algorithmus) sollen vorgestellt und ihr Wirken für die Entwicklung Europas erklärt werden.

Astronomen

Persönlichkeiten wie al-Biruni, der den ersten Globus fertigte und Ibn al-Haitham (Alhazen), der die Höhe der Atmosphäre berechnete, sollen präsentiert werden.

Philosophen

Die Leistungen von Denkern wie al-Kindi (Alkindus), al-Farabi (Alpharabius), Ibn Sina (Avicenna) und Ibn Rushd (Averroes) sollen vorgestellt und ihr Einfluss auf die europäische Geistesgeschichte gewürdigt werden. Den Jugendlichen soll erkennbar werden, dass alle muslimischen Denker sich durch einen positiven und freien Forschungsdrang auszeichneten.

Ziel ist die Identifikation der jungen Muslime mit Europa und der europäischen Wissenschaftsgeschichte, die auch aus der religiösen Perspektive nicht einseitig ist.

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich

Die Jugendlichen sollen die Entstehungsgeschichte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich kennen. Sie sollen an diesem Beispiel auch das säkulare Kooperationsmodell zwischen dem Staat und den anerkannten Religionsgemeinschaften verstehen. Anhand praktischer Folgen dieses Modells für die Muslime in Österreich sollen sie dessen integrativen Charakter begreifen können.

Islam in Bosnien

Die Jugendlichen sollen die muslimische Geschichte Bosniens entdecken und verstehen, warum diese auch für die eigene Geschichte als Muslime in Österreich wichtig ist.

Themenkreis: Muslimsein im österreichischen Berufsleben

Partizipation

Anknüpfend an muslimisches Berufsethos soll nun der Partizipationsgedanke aus einer weiteren Perspektive beleuchtet werden. Durch positive Beispiele von im Arbeitsleben voll integrierten und dort über das normale Maß hinaus engagierten Muslimen soll gezeigt werden, wie ein sich hier Beteiligen religiös verdienstvoll ist.

Mündigkeit im Geschäftsleben

Wissen und kluges Abwägen sind Voraussetzungen bei Kauf und Verkauf, deren sich die Jugendlichen auch aus islamischer Sicht bewusst werden sollen. Daher sollen sie muslimisches Verhalten bei Vertragsabschlüssen kennenlernen und diese ethischen Standards (wie Ehrlichkeit, Verschriftlichung, Rolle von Zeugen, Vertragstreue) auch auf ihr Alltagsverhalten übertragen können.

Herausforderungen des modernen Berufslebens

Das Berufsleben ist durch wachsenden Konkurrenzdruck härter geworden. Dazu sollen die Jugendlichen durch den Islam inspirierte Strategien des Umgangs mit Phänomenen wie Mobbing und Ellbogenmentalität diskutieren und sich so konstruktiv mit diesen negativen Erscheinungen auseinandersetzen.

Themenkreis: Geschichte(n)

Die Entstehung der fünf großen muslimischen Rechtsschulen

Die Schülerinnen und Schüler sollen die Geschichte der Ausprägung muslimischer Rechtsschulen erfahren. Die fünf großen Richtungen nach Imam Abu Hanifa, Imam Malik, Imam Ahmad Ibn Hanbal und Imam Dscha’far as-Sadiq sollen ihnen ein Begriff werden. Sie sollen das jeweils Typische der einzelnen Richtungen kennen und wissen, wo diese Schulen ihre größte Verbreitung fanden. Durch Beispiele unterschiedlicher Auffassungen innerhalb der Richtungen (z.B. Datierung des abendlichen Fastenbrechens im Ramadan) sollen sie den Reichtum wahrnehmen, der in dieser Vielfalt für alle Muslime steckt und dies insbesondere auf die eigene europäische Situation muslimischer Vielfalt übertragen können. Die Schülerinnen und Schüler sollen zu einer Haltung des gegenseitigen Respekts zwischen den Rechtsschulen und insbesondere zwischen Sunniten und Schiiten finden können.

Denkschulen und Reformbewegungen

Die Schülerinnen und Schüler sollen angeregt werden, sich mit der Fülle muslimischen Denkens auseinanderzusetzen. Dazu sollen sie die umstrittene Gruppierung der Mu’atazilah als Beispiel für einen Weg des Rationalismus sehen, die Philosophie Al-Ghazalis als Wiederbeleber der Theologie, Ibn Abd al-Wahab als Kritiker von Verfälschungen und Aberglauben. Sie sollen auch das Streben nach Weiterentwicklung muslimischen Denkens kennenlernen, wie es bei Al-Afghani und seinem Schüler Muhammad Abdou im 19. Jh. als Bewegung entstand. Der Wunsch nach Erneuerung des Idschtihad wie bei Muhammad Asad soll in moderne Fragen führen. Die Komplexität und mitunter Ambivalenz der Positionen, bzw. wie diese sich durch ihre Rezeption weiterentwickelten und wie sie in die Realität wirkten, soll dabei auch kritisch beleuchtet werden.

Theologinnen und ihr Beitrag für die Weiterentwicklung der islamischen Theologie

Welche Rolle Frauen spielten, wenn es um die Weitergabe und Erforschung religiösen Wissens geht, soll betrachtet werden. Dabei soll die Bedeutung von Frauen wie Aisha und Fatima ebenso berücksichtigt werden, wie moderne Theologinnen.

12. Schulstufe: DEM LEBEN SINN GEBEN

Das Motto dieser Schulstufe greift wie ein Bogen Leitmotive und wesentliche Inhalte des islamischen Religionsunterrichts auf und vertieft diese. Zugleich werden die Schülerinnen und Schüler durch die Betonung der eigenen praktischen Möglichkeiten in den jeweiligen Lebensbereichen ermutigt, aktiv zu wirken, die Perspektive auf die Aufgaben jenseits des Schülerdaseins verstärkt. Ein optimistischer Blick und eine lebensbejahende Einstellung wird durch die Beschäftigung mit der islamischen Sicht auf Begriffe wie „Glück“ oder „Schönheit“ gefördert. Spiritualität als Quelle für die eigene Weiterentwicklung für sich entdecken zu können, gelingt über das Kennenlernen großer mystischer Traditionen im Islam. Wie karitative Beiträge sinnstiftend wirken können und eigene Zufriedenheit mit sich bringen, wird durch mehrere Themenkreise erfahren. Dass hierbei der Radius selbstverständlich nicht allein auf das muslimische Umfeld ausgerichtet sein kann, wird im Dialogbereich besprochen. Mit einem Blick auf Johann Wolfgang von Goethes Islambild und wie dies in sein Werk einfloss, wird gezeigt, wie auch wertschätzende Perspektiven auf den Orient und die Muslime in Europa Bedeutung erlangen konnten. In diesem Zusammenhang ist auch die Entwicklung der europäischen Islamwissenschaft von Interesse.

In diesem Jahr wird das Thema „Familie“ in einer Weise behandelt, in der weniger die eigene Rolle als Kind im Zentrum steht, sondern die intensive Vermittlung von Rechten und Aufgaben innerhalb einer Ehe. Hierbei werden die Schülerinnen und Schüler ermutigt, einen kritischen Standpunkt gegenüber im Gegensatz zur Religion stehenden Traditionen und Konventionen einzunehmen. Dazu gehört auch, gerade jene Argumente aus der Theologie intensiv einzubringen, die zeigen können, dass der Islam nicht das „Problem“ angesichts Frauen benachteiligender und diskriminierender Tendenzen ist, sondern vielmehr ein Teil der Lösung zur Überwindung frauenfeindlicher Einstellungen und Gepflogenheiten sein kann. Deshalb ist auch das Vorbild des Propheten Muhammad (a.s.) an dieser Stelle einzubringen, der hier besonders bewusstseinsbildend wirken kann.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Lebensabschnitte und Stationen im Leben eines Muslim/einer Muslimin und sie begleitende Rituale

Schwangerschaft und Geburt

Die Jugendlichen sollen jene Texte aus dem Qur´an studieren, die sich mit Schwangerschaft und Geburt beschäftigen und daraus ableiten können, dass die Geburt von Mädchen und Buben ein ebenso wichtiges und schönes Ereignis darstellt. Sie sollen am Beispiel der Geburt von Isa / Jesus (a.s.) sehen, dass Allah (t) Frauen während der Geburt spezielle Kraft schenkt. Die Schülerinnen und Schüler sollen aus der Sunnah erfahren, wie Neugeborene muslimischer Eltern begrüßt werden (Gebetsruf ins Ohr flüstern) und wie sich das Wochenbett gestaltet. Vgl. Maryam 19/16-36; Al-Imran 3/35.

Dankbarkeit bei freudigen Ereignissen zeigen

Es sollen aus dem muslimischen Verständnis abgeleitete Formen freudige Anlässe zu feiern besprochen werden. Dabei soll herausgearbeitet werden, dass in diesen Festen immer die Gemeinschaft einbezogen wird und freigiebig gute Werke zu verrichten eine bevorzugte Möglichkeit ist, Dankbarkeit zu zeigen. (z.B. Schaf schlachten lassen und zum Essen einladen)

Ehe im Islam

Die Jugendlichen sollen umfassend über das muslimische Eheverständnis aufgeklärt werden und in der Lage sein zu diskutieren, ob sie Widersprüche zwischen der Theologie und der gelebten Praxis unter Muslimen wahrnehmen und wie sie diese bewerten. Sie sollen wissen, welche Voraussetzungen eine islamische, religiöse Eheschließung bedingt (freies Ja-Wort der Ehepartner, Zeugen, materielle Vorsorge für die Braut durch Mahr, etc.). Sie sollen wissen, dass in Österreich die religiöse Eheschließung in der Islamischen Glaubensgemeinschaft nach der standesamtlichen erfolgt und dabei beachtet wird, dass es sich um eine monogame Ehe handelt. Sie sollen umfassend über religiöse Rechte und Pflichten der Ehepartner informiert werden. Auch über die religiöse Scheidung soll gesprochen werden. Vgl. ar-Ruum 30/20,21; Baqara 2/241.

Hadith: Ein Mädchen kam zum Propheten (a.s.) und berichtete ihm, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen an ihren Vetter verheiratet habe. Daraufhin überließ der Prophet ihr die Sache. Sie sagte dann: „Ich bin damit einverstanden (…) aber ich wollte es den Frauen bekannt werden lassen, dass Väter in dieser Sache nicht die Entscheidung haben.“

Das Alter

Die Jugendlichen sollen das Alter als natürlichen Lebensprozess annehmen können und um die islamische Wertschätzung gegenüber älteren Menschen wissen. Sie sollen das islamische Prinzip eines „Generationenvertrages“ kennenlernen. Sie sollen angeregt werden, das islamische Konzept des Alters Tendenzen wie dem „Jugendkult“ kritisch gegenüberstellend diskutieren zu können.

Luqman 31/14; al-Ahqaf 46/15; al-Fath 48/17; Abasa 80 (Beginn mit Tafsir)

Umgang mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich vergegenwärtigen, dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen die gleiche Wertschätzung wie andere im Islam genießen. Sie sollen nach islamischem Verständnis auch in den Alltag einbezogen werden und Anteil am Gemeindeleben nehmen können. Darum soll praktisch überlegt werden, welche Schlussfolgerungen sich daraus für die Situation in Österreich ergeben. Die Erleichterungen im Gottesdienst, die eine Partizipation gewährleisten, sollen besprochen werden (Gebet im Rollstuhl, etc.).

Feste im Islam

Die großen Feste des Islam sollen in ihrer sozialen Dimension besprochen werden (Fest nach Ramadan, Opferfest). Dabei sollen auch Möglichkeiten besprochen werden, Nachbarn, Arbeitskollegen, etc. anderer Religion oder Weltanschauung einzubeziehen. Auch die Anlasstage (Hidschratag, Aschura, Isra‘ und Mi‘raadsch) sollen in ihrer Bedeutung bekannt sein. Dabei soll in Bezug auf Aschura die sunnitische und schiitische Wahrnehmung herausgearbeitet werden.

Ziele einer muslimischen Lebensweise – eine ganzheitliche Betrachtungsweise

Wie Leben unter den Aspekten „gut, ganz, sinnvoll“ gelingen kann, soll unter Einbeziehung muslimischer Quellen und in Reflektion eigener Erfahrungen besprochen werden.

Themenkreis: Quellen des Islam – Themenbezogenes Studium von Qur’an und Sunna

Die Haltung zum Diesseits im Islam

In Bezug auf das Ziel „Dem Leben Sinn geben“ soll die muslimische Diesseitsvorstellung vertieft werden. Vgl. Baqara 2/29; al-Ma’ida 5/89; al-A’raf 7/32; ar-Ra’d 13/26; al-Qasas 28/77.

Hadith: „Lebe für das Diesseits, als würdest du ewig leben, und lebe für das Jenseits, als würdest du morgen sterben.“

Familie im Islam

Die Bedeutung von Familie im Islam soll so veranschaulicht werden, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Einstellungen und Wunschvorstellungen klären können und zugleich passende Verhaltensweisen jeweils für sich definieren. Vgl. Al-Isra‘ 17/23-24.

„Das Paradies liegt unter den Füßen der Mütter.“ (Bukhari) sowie: „Die Verbundenheit mit den Verwandten verlängert das Leben.“ (Quda’i)

Ein Tag mit dem Propheten (a.s.): Das Vorbild des Propheten Muhammad (a.s.) für den Alltag entdecken

Um mehr Bewusstheit auch für die scheinbar kleinen Verrichtungen des Alltags zu erreichen, soll das Vorbild das Propheten Muhammad (a.s.) speziell hier untersucht werden, um so zu mehr Lebensfreude und Erfülltheit finden zu können.

Ayat, die im persönlichen Rezitationsprogramm Aufnahme finden sollten

An-Nur 24/35

Themenkreis: Islam im Miteinander verwirklichen

Islamische Werte (Ahlaq und Adab)

Schönheit und Ästhetik

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit dem islamischen Schönheitsbegriff auseinandersetzen und dabei auch eigene Vorstellungen von „schön“ reflektieren. Sie sollen so Gelegenheit erhalten, Oberflächlichkeiten zu erkennen und zu einer tieferen Bedeutungsebene vorzudringen.

Hadith: „Allah ist schön und Er liebt das Schöne.“ (Bukhari, Muslim)

Streben nach Glück im Diesseits und Jenseits

Die Schülerinnen und Schüler sollen sehen, dass ein ausgeglichenes, sinnerfülltes und um innere Balance bemühtes Leben im Islam die Vision von Glück auch im Diesseits einschließt. Genuss erhält so auch eine religiöse Dimension, die erspürt werden soll. Vgl. al-A’raf 7/32; al-Anfal 8/28.

Hadith:“Erbarme dich derjenigen, die auf der Erde sind, so erbarmen sich diejenigen deiner, die im Himmel sind.“ (Quda’i)

Das Bemühen um gute Werke

Der Ansporn sich für das Gute einzusetzen soll von den Schülerinnen und Schülern aus den muslimischen Quellen abgeleitet werden können. Vgl. al-Lail 92/18-20.

Gastfreundschaft

Der islamische Wert von Gastfreundschaft soll besprochen werden und dabei insbesondere der Aspekt des Gastrechtes völlig unabhängig von Religion, Herkunft oder sozialem Status gezeigt werden. Vgl. adh-Dhariyat 51/24-27.

Hadith: „Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinen Gast ehren, wie es ihm zusteht.“ (Bukhari und Muslim)

Sicherheit

In der Klasse soll erarbeitet werden, wie Sicherheit und ein persönliches Sicherheitsgefühl mit Verlässlichkeit verknüpft ist. Es soll aufgezeigt werden, dass dazu eine Kultur gegenseitigen Vertrauenkönnens ebenso notwendig ist wie die praktische Seite im Umgang mit anvertrautem Gut. Dazu sollen die passenden Beispiele aus den islamischen Quellen bekannt sein. Vgl. an-Nisa‘ 4/58; al-Ahzab 33/72.

Optimismus (At-Tafa´ul)

Die Schülerinnen und Schüler sollen Gelegenheit erhalten, den Zusammenhang zwischen religiösem Glauben und einer optimistischen Grundeinstellung zu bedenken. Vgl. al-Hadsch 22/78.

Hadith: „Schon seltsam/wunderbar ist die Sache des Gläubigen, jede Angelegenheit ist für ihn gut. Wenn ihn etwas Gutes trifft…“

Empathie

Die Tugend zu gegenseitiger Hilfe bereit zu sein und diese selbstlos zu leisten, steht in Zusammenhang mit dem Vermögen zu Empathie. Darum soll der islamische Zugang zu diesem Wert erläutert werden. Vgl. Ali-Imran 3/103; al-Ma’ida 5/2; al-Haschr 59/9; al-Insan 76/8-9.

Hadith:“Keiner von euch ist gläubig, bis er für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht.“ (Bukhari, Muslim)

Interkulturalität

Gottgewollte Vielfalt soll nach Möglichkeit auch im persönlichen Umfeld durch die aktive Bereitschaft, Interkulturalität bewusst wahrzunehmen, umgesetzt werden. Vgl. al-Ma’ida 5/48; al-An’am 6/108; Yunus 10/99; al-Hudschurat 49/13.

Menschen in ihrer individuellen Würde gerecht werden

Respekt vor allen Menschen soll durch die Erkenntnis der jeweils individuellen Menschenwürde eines jeden Menschen aufgebaut werden. In ihren praktischen Konsequenzen soll diese Einstellung besprochen werden.

Hadith: Einmal kam ein Begräbniszug beim Propheten (a.s.) vorüber und er stand auf. Jemand bemerkte: „Oh, Allahs Gesandter, es ist das Begräbnis eines Juden.“ Der Prophet (a.s) antwortete: „Ist es nicht auch eine Seele?“ (Bukhari)

Selbstbeherrschung und Geduld

Geduld soll als wesentliche Tugend zur Pflege anderer positiver Charakterzüge anhand der muslimischen Quellen erläutert werden.

Baqara 2/153,155; Ali-Imran 3/200; Luqman 31/17; az-Zumar 39/10; al-Asr 103

Hadith: „Für jede Sorge, Krankheit, Leid, Bekümmernis, Verletzung oder Gram, die einen Muslim plagt, sogar für den Stich eines Dorns, nimmt Allah etwas von seinen Sünden fort.“ (Bukhari, Muslim)

Selbst- und Weiterentwicklung (Tadhkiyatu-Nafs)

Die Schülerinnen und Schüler sollen Motivation zur Selbstentwicklung finden können, indem sie sich mit der muslimischen Perspektive auf die individuelle Pflege und Steigerung eigener Potentiale beschäftigen.

Bewahrung der Schöpfung (Istikhlaaf)

Naturliebe

Der muslimische Stellenwert von Natur soll in möglichst vielfältigen Aspekten verdeutlicht werden: als Quelle lebensnotwendiger Ressourcen, als spiritueller Rückzugsort, als Inspiration zu wissenschaftlicher Forschung und Manifestation göttlicher Schöpfungskraft. Vgl. ali-Imran 3/190-191; al-An’am 6/95-99; ar-Ra’d 13/3,4; an-Naml 27/60; ar-Ruum 30/48.

Genuss in Nutzen und Verantwortung

Das Ziel einer ausbalancierten naturerhaltenden Nutzung der Umwelt soll durch die muslimischen Quellen gezeigt werden. Vgl. al-A’raf 7/57; Abasa 80/24-32;al-Dschathiyah 45/12,13; Luqman 31/20.

Pflege von Ressourcen, Gefahren gierigen Raubbaus an der Natur

Konsequenzen menschlicher Gier im Umgang mit der Natur sollen kritisch reflektiert werden. Dazu sollen auch aktuelle Beispiele beleuchtet werden. Vgl. al-A’raf 7/56; Qasas 28/77; al-Mulk 67/30.

Muslime im Dialog

Karitatives Engagement

Schülerinnen und Schüler sollen mit österreichischen Initiativen im Bereich des karitativen Engagements bekannt gemacht werden. Sie sollen Hilfsorganisationen und die Vernetzung von muslimischer Seite sehen und so angeregt werden, eine eigene Beteiligung in Erwägung zu ziehen. So sollen sie erfahren, dass sich Dialog auch und vor allem auf der Ebene gemeinsamen Handelns und des sich Einsetzens für das Gute abspielt.

Themenkreis: Muslimische Wissenschaft und Kultur im Austausch

Muslimische Künstler der Moderne

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass religiöses muslimisches Bewusstsein sich auch durch künstlerische Betätigung ausdrücken kann. So soll im Unterricht das Werk moderner muslimischer Kunstschaffender betrachtet werden und dessen islamische Botschaft bei vielfältigen kulturellen Hintergründen analysiert werden.

Dschalal ad-Din Rumi

Kaum ein muslimischer Dichter konnte bis heute ein so großes Publikum wie Rumi gewinnen, das sich nicht nur auf muslimische Leserinnen und Leser beschränkt. Im Unterricht soll die Biographie Rumis vorgestellt werden und anhand ausgewählter Beispiele seiner Dichtung gezeigt werden, warum er für manche Menschen als „Integrationsfigur“ betrachtet werden kann: zwischen Orthodoxie und Mystik, zwischen verschiedenen Ethnien, ganz allgemein zwischen Menschen auf der Suche nach einem sinnerfüllten Leben in Gott. Gleichzeitig sollen auch die Kritiker Rumis zu Wort kommen und die problematischen Themen, die Rumi angesprochen hat, tiefer analysiert und thematisiert werden.

Johann Wolfgang von Goethe und der Islam

Die Schülerinnen und Schüler sollen durch Lektüre einiger ausgesuchter Gedichte („Gestirnter Himmel“ mit Bezug auf Qur’an 6/78; „Mahomets Gesang“ in der Tradition der Preisgedichte auf den Prophet Muhammad (a.s.) und / oder Verse aus „West-östlicher Diwan“) die Affinität Johann Wolfgang von Goethes zum Islam kennenlernen. Sie sollen so auch eine bedeutende Strömung der europäischen Geistesgeschichte zumindest in Ansätzen sehen, die Muslimen und ihrer Religion große Wertschätzung entgegenbrachte. So sollen sie Nähe und Interesse für diese europäische Kunst bei sich entwickeln.

Die Entwicklung der Islamwissenschaft in Europa

Die Schülerinnen und Schüler sollen durch Schlaglichter auf einige wichtige Stationen der westlichen Beschäftigung mit dem Islam dessen Entwicklung sehen. Dazu gehören ein Blick auf die Intention und Qualität bei Qur´anübersetzungen und das Erwachen von Interesse am Orient zu Beginn der Neuzeit. Wegen des Bezugs auf Österreich soll insbesondere das Werk Joseph von Hammer Purgstalls präsentiert werden und die nach ihm benannte Österreichische Orient Gesellschaft.

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Sichtbarkeit von Muslimen in Europa und damit ausgelöste Debatten

Das muslimische Kopftuch und Minarette sind gleichermaßen in der Öffentlichkeit sichtbare Zeichen, die dazu anregen, sich mit der Präsenz des Islam in Europa auseinanderzusetzen. Durch Beispiele aus der medialen Berichterstattung soll in der Klasse diskutiert werden, welche Unterschiede es zwischen Außenwahrnehmung und Selbstbild bei Muslimen gibt. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, eigene Positionen schlüssig vorbringen zu können.

Themenkreis: Muslimsein im österreichischen Berufsleben

Die Bedeutung der Arbeit im Islam

Im Islam ist Arbeit auch ein Stück Lebenserfüllung und Bereicherung. So soll reflektiert werden, wie es um die eigene Einstellung und Wünsche in Bezug auf das Arbeiten bestellt ist. Vgl. an-Nadschm 53/39.

Hadith: „O mein Allah, ich suche Zuflucht bei dir vor Unfähigkeit, Faulheit, Feigheit, Geiz.“ (Muslim) sowie: „Wem seine zwei Tage gleich blieben, der ist wahrlich im Verlust.“ (Daylami)

Themenkreis: Geschichte(n)

Mystik und Sufismus (Tasawuf)

Die Schülerinnen und Schüler sollen über bedeutende Protagonisten des Tasawuf dessen Hauptmerkmale verstehen lernen. Dazu sollen sie vor allem Rabia Al Adawia kennenlernen und wie sie die Dialektik zwischen Lohn und Strafe überwindet. Bei al-Dschunaid können sie die Verinnerlichung und Vergeistigung des religiösen Gesetzes erleben. Die Schülerinnen und Schüler sollen sehen, wie die islamische Mystik danach strebt, dass sich Erkenntnis und Liebe die Waage halten.

Islam in der Moderne

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit modernen Entwicklungen des Islams auseinandersetzen und diese teilweise kritisch hinterfragen. Weiterhin sollen sie dazu befähigt werden, sich aktiv in das islamische Geschehen in Österreich einzubringen und ihre Verantwortlichkeit in der Mitgestaltung gesellschaftlichen Lebens zu erkennen.

13. Schulstufe BMHS:

In jenen Schultypen, in denen diese Schulstufe vorgesehen ist, dient dieses Jahr der weiteren Vertiefung der bisher erarbeiteten Inhalte, wobei auch spezielle Themen angesprochen werden können, die vielleicht besonderen Diskussionsbedarf in sich bergen. Schülerinnen und Schülern wird daher am Anfang des Schuljahres die Möglichkeit gegeben, selbst inhaltliche Schwerpunkte gemeinsam mit der Lehrkraft zu bestimmen, wobei als Rahmen die Themenfülle der Lehrpläne von AHS und BMHS als Orientierung dient. Auch im Hinblick auf vielleicht beabsichtigte vorwissenschaftliche Arbeiten und die Vorbereitung auf ein späteres universitäres Studium werden Inhalte zunehmend selbständig von den Schülerinnen und Schülern aufbereitet. Didaktisch tritt also die Methode eines selbständigen Wissens- und Erkenntniserwerbs mehr als zuvor in den Vordergrund. Gleichzeitig werden die Schülerinnen und Schüler angehalten, Ergebnisse ihrer Beschäftigung in der Klasse nicht nur zu präsentieren, sondern auch einen eigenen Standpunkt dazu in der anschließenden Diskussion verteidigen zu können. Demzufolge werden im Lehrplan nicht mehr detaillierte Inhalte festgehalten, sondern sind die Unterrichtenden aufgefordert, eine den speziellen Interessen in der Klasse entsprechende, anspruchsvolle Unterrichtsgestaltung anzubieten. Dabei sollen sie, ähnlich wie im Universitätsbetrieb, in der Lage sein, durch Hinweise auf Fachliteratur Zugänge zum vertieften Studium zu ebnen.

Anl. 7

Beachte für folgende Bestimmung

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Text

Anlage 7

Lehrplan für den islamischen Religionsunterricht an allgemein bildenden höheren Schulen

Struktur und Aufbau des AHS-Lehrplanes

Dieser Lehrplan bezieht sich auf die Langform der AHS und gilt auch für das Oberstufenrealgymnasium. Die zu Beginn erläuterten didaktischen und methodischen Überlegungen gelten auch für diese Schulformen.

Jahrgangsbezogene Schwerpunktthemen (Jahresmotto)

Der Lehrplan für AHS ist auf acht Schulstufen aufgeteilt, welche jeweils ein thematisch bedeutsames, altersgemäß angepasstes und theologisch gewichtiges Schwerpunktthema behandeln. Diese Schwerpunktthemen ziehen sich jeweils durch das gesamte Schuljahr und sollen immer wieder in den unterschiedlichen Themenkreisen methodisch angemessen und abwechslungsreich erläutert und erarbeitet sowie auch kontrovers diskutiert und problematisiert werden. Ziel ist es, wesentliche, die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler betreffende Inhalte ganzheitlich und aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und auf diese Weise einen effektiven Beitrag zur Werteerziehung im Islamischen Religionsunterricht zu leisten. Im Zuge des Islamischen Religionsunterrichtes sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, auf der Grundlage der erarbeiteten Inhalte eigenständige und begründete Entscheidungen für ihr Leben und ihren Alltag zu treffen.

Schuljahrbezogene Themenkreise

Innerhalb jeder einzelnen Jahrgangsstufe befinden sich sieben Themenkreise, welche von der Lehrerin und dem Lehrer in der Schulstufe je nach Bedarf und Möglichkeit in unterschiedlicher Intensität besprochen werden sollten. In der Unterrichtung der sieben Themenkreise wird eine ausgewogene Behandlung aller islamisch-theologischen, (kultur-) historischen und gesellschaftlich bedeutsamen Inhalte gewährleistet, so dass den Schülerinnen und Schülern eine umfassende und vertiefte islamische Bildung vermittelt wird und sie auf der Grundlage dieses Wissens und der Auseinandersetzung mit diesen Themen zu einer reifen und selbstbewussten Persönlichkeit heranwachsen (Schob §34 (1) und entsprechende Landesgesetze).

In diesem Zusammenhang findet eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik der österreichisch-islamischen Identität – auch im Vergleich bzw. in Ergänzung zur europäisch-islamischen Identität statt. Es ist diese Dimension, welche den Hauptinhalt des Islamischen Religionsunterrichtes vermitteln möchte: dass selbstverständlich kein Widerspruch darin besteht, Österreicherin und Muslimin bzw. Österreicher und Muslim zu sein, sondern dass es sich hier lediglich um verschiedene Kontexte ein und derselben Persönlichkeit handelt.

Der erste Themenkreis (Islam leben und verstehen - Islam, Iman, Ihsan) beinhaltet die Dimension der islamisch-theologischen Inhalte, welche außer den Grundlagen des Glaubens (Arkanal-Iman), den Fünf Säulen des Islam (Arkanul-Islam) auch die spirituelle Dimension (Ihsan) ansprechen. Dieser Themenkreis wird ergänzt durch den Themenkreis Quellen des Islam: Hier sollen die Schülerinnen und Schüler die Quellen des Islam selber studieren und Erkenntnisse daraus ziehen. Sie sollen aber auch die Methodik der Erschließung der Quellen erlernen und grundlegende Informationen über diese erhalten. Erst in der eigenen und persönlichen Lesung der Glaubenstexte kann ein persönlicher Bezug zu eben diesen ermöglicht und erfahren werden.

In dem folgenden Themenkreis Miteinander leben geht es um die ethisch-moralischen Wertvorstellungen des Islam und ihre Umsetzung in unterschiedlichen Bereichen. Angefangen bei der Selbsterziehung und der Erarbeitung konkreter Werte, die im eigenen Leben umgesetzt werden können, werden darauf aufbauend Werte, welche den gesellschaftlichen Umgang regeln sowie der Dialog mit Menschen anderer Überzeugungen angesprochen. Dabei wurde versucht, bei der Auswahl der Themen so gut wie möglich von der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler auszugehen, um eine höchstmögliche Identifikation derselben mit eben diesen Werten zu erreichen.

Ein weiterer Fokus liegt außerdem auf dem wesentlichen Schöpfungsziel des Menschen – nämlich Khalifatullah fil-Ard zu sein, Gottes Statthalter auf Erden. Dies beinhaltet in konkreter Umsetzung sowohl Fragestellungen des Umwelt- bzw. des Tierschutzes, es betont jedoch auch die klare Verantwortlichkeit eines jeden einzelnen Menschen für die ihn umgebende Natur, die Bodenschätze, die natürlichen Ressourcen etc. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, diese Verantwortung für die Umwelt und für den Tierschutz zunächst einmal wahrzunehmen und zu erkennen und darüber hinaus Lösungen für die drohenden Probleme der Menschheit zu diskutieren. Die Erde wurde den Menschen von Gott als Amanah (anvertrautes Gut) überlassen – einerseits um auf ihr zu leben und das Zusammenleben der Menschen zu ordnen – andererseits aber auch und besonders, um sie neben dem Nutzen, den sie für die Menschheit hat, zu schützen und zu bewahren.

Weiterhin sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die sehr umfangreiche islamische Kulturgeschichte mit den Blickfeldern: Kunst, Kultur, Wissenschaft erhalten, um die Vereinbarkeit des Islam mit eben diesen Bereichen eindrucksvoll zu belegen.

In dem Themenkreis Geschichte(n) erhalten die Schülerinnen und Schüler einen knappen Überblick über die Stationen der islamischen Geschichte – und zwar wenn möglich anhand von Geschichten und Anekdoten, da diese für die Schülerinnen und Schüler einprägsamer sind. Weiterhin werden interessante Persönlichkeiten vorgestellt und aus verschiedenen Blickrichtungen betrachtet. Auch die Prophetengeschichten sollen hier ihren Raum finden.

Abschließend werden außerhalb des Themenkanons in jedem Schuljahr wichtige und aktuelle Fragestellungen behandelt, um den Schülerinnen und Schülern, wesentliche Inhalte aktueller Themen und Fragestellungen, welche den Islam in Österreich betreffen, zu vermitteln.

Die Lehrinhalte je nach Schulstufe:

5. SCHULSTUFE: IN FREUNDSCHAFT LEBEN

Der Schulwechsel als neue Lebensphase stellt für viele Kinder eine immense Herausforderung dar. Neben dem neuen Lehrpersonal, der neuen Umgebung, den neuen Räumlichkeiten und den wachsenden Erwartungen ist die Suche nach neuen Freunden keine einfache Aufgabe. Gerade im Alter von ca. zehn Jahren kann diese Suche, wenn nicht bestimmte Kriterien beachtet werden, zu großen persönlichen Enttäuschungen führen. Mit der Zunahme der schulischen Erwartungen tritt die Herausbildung sozialer Kompetenzen oftmals in den Hintergrund. Der Islamische Religionsunterricht erkennt hier seine Verantwortung, diese Thematik aus der religiösen, ethisch-moralischen Perspektive zu behandeln. Die islamische Vorstellung von Freundschaft kann den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern, den Eltern und der Gesellschaft allgemein von Nutzen sein, denn sie verbindet das Soziokulturelle mit dem Ethisch-Moralischen und erläutert die tieferen Dimensionen von Freundschaft.

Freundschaft in diesem Lebensstadium zu thematisieren bedeutet, den ersten Stein im Aufbau einer starken Persönlichkeit zu legen. Im Islamischen Religionsunterricht werden die Freundschaften des Propheten Muhammad (a.s.) als höchstem Vorbild aller Muslime beschrieben, um dem Kind folgende Werte zu vermitteln: freundschaftliches Zusammenleben, Geschwisterlichkeit, Ablehnung von jeglichem Hass, Hilfe durch Rat etc. In der Gestaltung des Unterrichtes soll von der jeweiligen Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler ausgegangen werden, um eine höchstmögliche Identifikation mit der Thematik zu erreichen.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler das islamische Glaubensbekenntnis sowie die Lehre von der Einheit, Einzigkeit und Einzigartigkeit Gottes (Tauhid) kennen und verstehen lernen (vgl. Baqara 2/256; Hadid 57/2-7; al-An’am 6/95-103).

Asch-Schahada – das Glaubensbekenntnis des Islam

Die Bedeutung von La Ilaha illa-Allah

Die Bedeutung von Muhammadun-Rasulullah

Bedingungen der Gültigkeit der Schahada

Der Glaube an Allah: Tauhid

Allah ist der Schöpfer: Tauhidul-Rububiya

Nur Allah gebührt die Anbetung (´Ibada): Tauhidul-Uluhiya

Die 99 (Schönen) Namen Allahs: Tauhidul-Asma´was-sifat

Dhikr – Allahs Gedenken – eine Erinnerung!

Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass Dhikr eine sehr persönliche Form der Beziehung zu Gott darstellt, welche sowohl in der Gemeinschaft als auch im Stillen ausgedrückt werden kann. Darüber hinaus stellt sie eine wesentliche Form der islamischen Spiritualität dar. Anhand einer Auswahl der Adhkar des Propheten (a.s.) erhalten die Schülerinnen und Schüler eine konkrete Vorstellung dieser die Seele ansprechenden Worte.

„Ist es nicht so, dass im Dhikr (in Allahs Gedenken) die Herzen Ruhe finden!“ (Ar-Ra‘d 13/28)

Nahrung der Seele

Dhikr des Propheten (a.s.)

Die Schülerinnen und Schüler sollen einige Adhkar des Propheten (a.s.) verstehen und lernen – und in der Lage sein, sie im Alltag auszudrücken.

Sie sollen weiterhin wissen, dass die Bitte um Segen für den Propheten Muhammad (a.s.) – die sogenannten Salawat – im Islam erwünscht ist und von Gott besonders belohnt wird. Der Mensch, der bei der Nennung des Propheten (a.s.) keinen Segenswunsch für ihn ausspricht, wird im Hadith als geizig bezeichnet – und Allah (t) fordert die gläubigen Menschen im Qur´an dazu auf, Segenswünsche für den Propheten (a.s.) auszusprechen: „Wahrlich, Allah und Seine Engel segnen den Propheten: o ihr, die ihr glaubt, sprecht den Segenswunsch für ihn und begrüßt ihn mit dem Friedensgruß.“ (Ahzab, 33/57)

Themenkreis: Quellen des Islam

Was ist eine Quelle?

In diesem Themenkreis setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Quellen des Islam auseinander. Wesentlich für eine Einführung in die Thematik ist die Frage nach der Quelle an sich: was eine Quelle ist, warum sie notwendig ist und welches ihre Charakteristiken sind.

Wir lernen den Qur´an kennen

Indem die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen Qur´an erhalten - möglichst mit einer deutschen Exegese (Tafsir) – sollen sie dazu motiviert werden, eigenständig den Qur´an zu erkunden, seine Einteilungen festzustellen und einen persönlichen Lese- und Lernplan entwickeln.

Die Einteilung des Qur´an in Ayah, Surah, Hisb, Dschuz´

Ich erhalte meinen Qur´an und entwickle einen persönlichen Lese- und Lernplan

Wir lernen die Sunnah kennen: was ist ein Hadith?

Ähnliches wie oben beschrieben gilt für die zweite Hauptquelle des Islam. Auch hier sollen die Schülerinnen und Schüler die Sunnah des Propheten (a.s.) kennenlernen und erfahren, wie ein Hadith aufgebaut ist und wann und warum sie überhaupt gesammelt wurden.

Wie ist ein Hadith aufgebaut?

Wann und warum wurden Ahadith gesammelt?

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

In dem oben genannten Kontext sollen sich die Schülerinnen und Schüler auch selber mit den Originalquellen auseinandersetzen und eine Auswahl an Versen und Prophetenaussprüchen, welche zu den Themen passen, erlernen. Der sogenannte Lichtvers etwa behandelt die Eigenschaften Allahs, während Suratul-Ikhlas als Quintessenz des Tauhid-Gedanken betrachtet werden kann.

Suratul-Ikhlas

Die Schutzsuren mit Tafsir

Al-Haschr 59/22-24

Der Lichtvers (24/35): Allahu Nurusamawati

Hadith Geschwisterlichkeit

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq – Sitten- und Morallehre)

Ich entwickle mich

In diesem Themenkreis werden verschiedene Dimensionen des Miteinander-Lebens betrachtet. Zunächst einmal sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit konkreten, für ihre Altersgruppe wesentlichen Charaktereigenschaften (und deren Gegensätzen) auseinandersetzen, diese in Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt setzen und diskutieren, ob und inwiefern diese Eigenschaften für sie einen Wert haben. Dabei sollen auch selbstkritische Blicke gefördert und erarbeitet werden, wie die eigene Persönlichkeitsentwicklung aktiv selbst gestaltet werden kann.

Dabei sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage beschäftigen, wie Freundschaft entsteht und was ihre Merkmale sind – und wie sie, etwa nach einer Auseinandersetzung oder nach einem Streit, auch wieder aufgenommen werden und stabilisiert werden kann.

Geschwisterlichkeit im Gegensatz zu: nicht nachtragend sein

Liebe im Gegensatz zu: Hass und Neid

Freundschaft

Meine Umgebung und Ich

In diesem Themenkreis geht es um die Charaktereigenschaften des Menschen gegenüber seiner nahen Umgebung: sowohl was andere Menschen angeht als auch den Ort, in dem er lebt. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, sich für eine Beziehung zu anderen Menschen verantwortlich zu fühlen und sich aktiv für ein solidarisches und friedliches Miteinander einzusetzen. In diesem Schuljahr sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, welche Rechte kranke Menschen ihnen gegenüber haben und wie wichtig es ist, Ratschlag zu geben und anzunehmen. (vgl. Hadith Qudsi in Muslim sowie: Religion ist guter Ratschlag!)

Sich um den Kranken kümmern

Ratschlag geben und Ratschlag annehmen

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Wie denken andere Menschen? Welche Überzeugungen haben sie, worin gleichen sie sich und worin unterscheiden sie sich voneinander? In diesem Themenbereich sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, sich mit den Überzeugungen anderer Menschen auseinanderzusetzen und ihre Wertvorstellungen und religiösen Vorstellungen kennen und schätzen zu lernen. In diesem Schuljahr sollen sie die Feste der Juden, der Christen und der Buddhisten kennenlernen und wissen, wie und warum diese gefeiert werden.

Feste im Christentum, Judentum und Buddhismus

Die Natur und Ich: Tierliebe im Islam

In dem letzten Themenkreis dieses Kapitels geht es um den Menschen und die Natur. Auch hier sollen die Schülerinnen und Schüler an das islamische Verständnis des Menschen als Khalifatullah fil-Ard (Statthalter Gottes auf Erden) herangeführt werden, dem die Erde und ihre Schätze anvertraut wurden – zur sinnvollen und nachhaltigen Nutzung, nicht aber zur Zerstörung und Vernichtung derselben. Angesichts der globalen Umweltproblematiken sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sie als Menschen für die Umwelt und ihren Erhalt verantwortlich sind und sich für langfristige und gerechte Lösungen einsetzen müssen.

In diesem Schuljahr sollen in Qur´an und Sunnah erwähnte Tiere näher besprochen und anschließend erarbeitet werden, wie der Umgang mit ihnen zu gestalten ist und wie sehr wir als Menschen auch für die gesunde Entwicklung der Tierwelt Verantwortung tragen. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, dass Tiere genau wie Menschen in Gemeinschaften leben, welche dementsprechend respektiert und geschützt werden müssen. (vgl. Al-An’am 6/38, sowie Hadith mit der Geschichte des durstigen Hundes in der Wüste, sowie Hadith mit der Geschichte der Frau, die ihre Katze einsperrte etc.) In diesem Zusammenhang könnte die Lehrerin bzw. der Lehrer ein Projekt über Patenschaften für Tiere initiieren.

Tiere in Qur´an und Sunnah

Umgang mit Tieren

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur, Wissenschaft

Allah ist Schön und liebt das Schöne

Dieser Themenkreis möchte den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über wesentliche Epochen der Islamischen Kunst, der Kultur und der Wissenschaft verschaffen, so dass sie am Ende ihrer Schulzeit zumindest über ein Basiswissen der islamischen Kulturgeschichte verfügen. Es soll in diesem Kontext jedoch nicht rein historisch referiert werden, vielmehr sollen hier u.a. handlungsorientierte Methoden ihren Einsatz finden. So kann es für die Schülerinnen und Schüler beispielsweise eine Motivation sein, sich intensiv mit der arabischen Kalligraphie und den verschiedenen Stilrichtungen zu beschäftigen, wenn sie selber auch kalligraphisch tätig sind – und dann vielleicht sogar eine Ausstellung in ihrer Schule organisieren.

Islamisches Kunstverständnis

In diesem Schuljahr setzen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst mit dem islamischen Kunstverständnis auseinander und lernen, dass sowohl die Schönheit als auch der Genuss oder sogar der Nutzen qur´anisch begründete Elemente desselben sind (vgl. al-A’raf 7/31 f.). In diesem Kontext kann diskutiert werden, inwieweit „Nutzen“ und „Kunst“ Begriffe sind, welche miteinander vereinbar sind oder einander widersprechen.

Schönheit, Genuss, Nutzen

Das arabische Alphabet – eine Wiederholung

Die Kunst der Arabischen Schrift – Kalligraphie

Der Schwerpunkt befindet sich in dieser Schulstufe auf der Kunst der arabischen Schrift – der arabischen Kalligraphie. Diese spezielle Kunstform im Islam gründet auf der Bedeutung des Qur´ans im Leben der Muslime – und auf dem Bilderverbot. Die Schülerinnen und Schüler sollen einerseits die arabische Kalligraphie kennenlernen (und die arabischen Schriftzeichen erlernen) wie auch unterschiedliche kalligraphische Schriften und Kunstwerke einordnen und einschätzen können – immer dem prophetischen Motto folgend: „Allah ist schön und liebt das Schöne.“ (as-Safarin).

Bekannte kalligraphische Stilrichtungen

Ich erkenne die unterschiedlichen Schriftarten etc.

Ich schreibe meinen Namen in arabischer Kalligraphie

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Islam in Österreich

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler Jahr für Jahr ihr Wissen über die Muslime in Österreich und in Europa vertiefen, damit sie erfahren, dass kein Widerspruch zwischen ihrem Muslimsein und ihrem Bekenntnis zu Österreich und zu Europa besteht – sondern dass vielmehr die Chance und die Aufgabe der Muslime in Österreich und in Europa gerade darin besteht, diese Identitäten miteinander zu vereinbaren, so wie auch Muslime in anderen Ländern der Welt durchaus ihre religiöse und nationale Identität miteinander verbinden. In diesem Schuljahr erfahren die Schülerinnen und Schüler, aus welchen Kulturen Muslime in Österreich stammen und in welchen Strukturen sie organisiert sind. Anschließend setzen sie sich mit der Frage auseinander, wie man die islamischen Feiertage in Österreich schön und besinnlich gestalten könnte und gestalten und feiern selber gemeinsam zumindest ein islamisches Fest – wenn möglich interdisziplinär.

Aus welchen Kulturen stammen Muslime in Österreich?

Islamische Feste in Österreich feiern

Islam in Skandinavien

Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen Einblick in das Leben der Muslime in Skandinavien als Teil der europäischen islamischen Community. Sie erfahren, dass je nach kulturellem Hintergrund der muslimischen Bevölkerung sehr unterschiedliche Strukturen entstehen – welche jedoch in einigen wenigen Aspekten durch eine starke Ähnlichkeit ausgeprägt sind (Halal-Essen, Existenz von Gebetsräumen etc.)

Langfristig sollen die Schülerinnen und Schüler feststellen, dass die einzige Chance für ein anerkanntes und sinnvolles Leben in Europa eine – von den Heimatländern vieler muslimischen Migranten unabhängige – Organisation der Muslime ist, ähnlich der IGGiÖ.

Islam in Finnland

Seit über 200 Jahren leben Muslime in Finnland. Die Schülerinnen und Schüler erhalten aktuelle Informationen über die Muslime in Finnland, über Islamische Einrichtungen in Finnland etc. Ähnliche Informationen sollen über jedes Land vermittelt werden.

Islam in Schweden

Islam in Dänemark

Islam in Norwegen

Themenkreis: Geschichte(n)

Die Geschichte des Propheten Yusuf / Josef

Die Geschichte des Propheten Yusuf berührt sehr viele unterschiedliche Dimensionen, welche zum Teil in dieser Einheit zusammen mit den Schülerinnen und Schülern reflektiert werden sollen. Ein wichtiger Inhalt ist die persönliche Stärke des Propheten, welcher immer wieder sehr schwierige Situationen in seinem Leben zu bewältigen hatte. Dass die Beziehung zu seinen Geschwistern zumindest zu Beginn der Geschichte weder geschwisterlich noch freundschaftlich war, führt die Schülerinnen und Schüler nochmals zu der Frage, wie Liebe und Freundschaft entsteht und erlaubt ihnen auch, konkrete Bezüge zu ihrer eigenen Lebenserfahrung einzubringen. In der Erarbeitung von Stationen der Lebensgeschichte von Yusuf (der Traum, die Geschwister und die Verschwörung, Durchführung des Plans, Yusuf in Ägypten, Verführung Yusufs, Yusuf im Gefängnis, der König und sein Traum, Yusuf als Schatzmeister, Yusufs Brüder in Not, Yusuf und sein Vater Ya´qub) ergibt sich ein rundes Bild seiner Persönlichkeit, welche durchgehend von dem Vertrauen zu Gott geprägt ist und letztlich ein glückliches Ende findet. (vgl. Surah Yusuf etc.)

Sira des Propheten (a.s.)

Die Lebensgeschichte des Propheten Muhammad (a.s.) hat für Muslime eine wesentliche Bedeutung, weil er als besonders vorbildlicher Mensch angesehen wird (al-Ahzab 33/21; al-Mumtahina 60/6). Den Schülerinnen und Schülern soll anhand der Etappen des Lebens des Propheten (a.s.) vermittelt werden, welche Charaktereigenschaften der Prophet Muhammad (a.s.) hatte und welch schwierigen Situationen er schon in frühester Kindheit ausgesetzt war – aber auch, warum ihn die Menschen so sehr liebten und ihm in Scharen folgten.

Von der Geburt bis zur Offenbarung

Die sehr persönliche Geschichte des Propheten (a.s.) von seiner Kindheit als Waisenkind, über seine Hochzeit mit Khadidscha bis zum Ereignis der ersten Offenbarung.

Islam in Makkah

Die erste Zeit des Islam mit ihren großen Schwierigkeiten und Verfolgungen jeglicher Art. In diesem Zusammenhang erfahren die Schülerinnen und Schüler auch Näheres über die ersten Muslime, die Sahabah.

Islam in Madinah

Die Auswanderungen der Muslime (Hidschrah) – zuerst nach Abessinien und dann nach Madinah und die jeweilige Integrationsleistung, vor allem im Zusammenwachsen der Gesellschaft in Madinah. Was hat sich in Madinah verändert? Welche neuen Offenbarungen wurden herab gesandt? Etc.

Aktuelle Themen: Islam und Gewalt

In diesem Themenkomplex sollen aktuelle Themen behandelt und erörtert werden. Aktuell sind Themen immer dann, wenn sie die Schülerinnen und Schüler interessieren und darüber hinaus auch die Gesellschaft, in der wir leben. Das Thema Islam und Gewalt ist in den Medien sehr präsent, schon dies alleine berechtigt zur intensiven, auf Quellen gestützten Auseinandersetzung mit der Thematik. Dass Gewalt keine Lösung für Probleme darstellt, ist ebenso ein Erkenntnisziel wie auch die Tatsache, dass bei Gewalt in der Familie Handlungsbedarf besteht.

In dieser Einheit ist von der Lehrerin und dem Lehrer eine besondere Sensibilität mit der Thematik einzufordern, da einige Schülerinnen und Schüler von Gewalt betroffen sein könnten. Sinnvoll ist in jedem Fall auch eine interdisziplinäre Behandlung des Themas etwa in Form eines fächerübergreifenden Projektes.

Gewalt ist keine Lösung

Der Islam lehnt Gewalt ab

Gewalt in der Familie – was tun?!

6. SCHULSTUFE: DIE SCHÖPFUNG BEWAHREN

Eine Elfjährige bzw. ein Elfjähriger beginnt zunehmend, Sachverhalte zu erkunden, welche sie bzw. er bis dahin einfach geglaubt oder widerspruchslos angenommen hat. Es ist eine neue Lebensphase, in der das Kind verstehen will; so beginnt es, alles – vor allem das Metaphysische - zu hinterfragen. So thematisiert der islamische Religionsunterricht die Schöpfung, um den Schülerinnen und Schülern das islamische Konzept des Menschen als Statthalter Gottes auf Erden (Khalifatullah fil-Ard) ausführlich zu vermitteln. Die Schöpfung wurde dem Menschen von Gott als Amanah anvertraut, nachdem die Himmel und die Erde und die Berge diese Verantwortung abgelehnt haben (vgl. al-Ahzab 33/72) – dies fordert vom Menschen den vollen Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung. In der Auseinandersetzung mit der Gentechnik sollen die Schülerinnen und Schüler einen Standpunkt entwickeln, der in ihrem verantwortlichen Eintreten für die Schöpfung begründet ist und dieses auch reflektiert. Es ist Aufgabe des islamischen Religionsunterrichtes, die Schülerinnen und Schüler zu ermuntern, vom einfachen Glauben zur sicheren Überzeugung zu gelangen, dass Gott die Welt, den Menschen, die Tiere und die Pflanzen auf beste Art und Weise geschaffen hat, dass es aber für die Bewahrung und den Schutz dieser wundervollen Schöpfung eines verstärkten Engagements und einer aktiven Grundhaltung bedarf – langfristig führt dies sicherlich zur Steigerung sozialer Fertigkeiten junger Menschen. Dankbarkeit sowie das Bewahren von anvertrautem Gut sind die Charaktereigenschaften, die in ihrer Vollendung unmittelbar zur Wahrung und zum Schutz der Schöpfung führen. Die Prämisse – weder sich selbst noch anderen zu schaden – sollte jede Schülerin und jeder Schüler am Ende dieser Schulstufe verinnerlicht haben.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das tägliche rituelle Gebet (As-Salah)

In diesem Schuljahr beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem zweiten Glaubensgrundsatz sowie mit der zweiten Säule des Islam. In der Auseinandersetzung mit dem Gebet soll die Frage nach dem Warum und Wieso im Zentrum der Vermittlung stehen – es geht nicht um ritualisiertes Nachahmen, sondern um die Vermittlung von Sinninhalten und deren spirituelle Dimensionen. Nichtsdestotrotz müssen auch die rituellen Gebetstexte und Gebetshaltungen erlernt werden, da die Umsetzung der zweiten Säule verpflichtend ist: (al-Araf 6/73 und al-Anam 7/170) sowie der Hadith: „Der Schlüssel zum Paradies ist das Gebet, und der Schlüssel zum Gebet ist die Reinigung!“ (Ahmad)

Warum das Gebet

Die Gebetswaschung und Taharah

Voraussetzungen des Gebets

Wie verrichte ich das Gebet

Was macht das Gebet ungültig?

Das Gemeinschaftsgebet

Die Arten des Gebets

Die Engel – Allahs gehorsame Diener und Boten

Hier erfahren die Schülerinnen und Schüler alle wichtigen Informationen über die Engel und ihre Namen, Eigenschaften und Aufgabenbereiche. Es ist sicherlich angebracht, auch über die Verwendung des Wortes Engel in der Alltagssprache nachzudenken und zu überlegen, inwiefern religiöse Begriffe den Alltag prägen – wenn auch in sehr verkürzter Bedeutung. (vgl. Baqara 2/97f,285 und an-Nisa‘ 4/136; as-Sadschda 32/11; az-Zukhruf 43/77,80; al-Muddathir 74/30 f. etc.)

Wer sind die Engel?

Eigenschaften der Engel

Namen und Aufgabenbereiche der Engel

Ad-Du´a (das Bittgebet) – der sehr persönliche Bezug zu Allah

Die Schülerinnen und Schüler sollen hier erfahren, dass sie einen eigenen, frei gestaltbaren und ganz persönlichen Bezug zu Gott in ihrer eigenen Sprache und mit ihren eigenen Formulierungen haben können: „Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, siehe, Ich bin nahe. Ich will dem Ruf des Rufenden antworten, sobald er mich ruft.“ (Baqara 2/186). Sie lernen bekannte Bittgebete kennen und werden dazu ermuntert, auch selber Bittgebete in deutscher Sprache zu formulieren. Dies soll ihnen ermöglichen, die Nähe Gottes zu spüren und sich in Seiner Gegenwart immer sicher und geborgen zu fühlen.

Allah ist immer mit mir… (Du´a)

Allah hört mich, wenn ich ihn rufe

Themenkreis: Quellen des Islam

Qur´an: Warum sukzessive Herabsendung?

Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Themenkreis, warum der Qur´an sukzessive herabgesandt wurde und welche Erleichterungen dies für die Menschen bedeutete. Anhand des Beispiels des Alkoholverbots, welches in vier Stadien untersagt wurde, bekommen sie einen ersten Einblick in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Qur´an.

Beispiel: Das Alkoholverbot in vier Schritten

Neben der theologischen Dimension des Alkoholverbotes sollen die Schülerinnen und Schüler auch die psychologische und gesellschaftliche Dimension dieses Verbotes erkennen und verstehen, dass Drogen jeder Art im Islam verboten sind. Die Lehrerin und der Lehrer können in diesem Kontext auch auf die Gefahren von Sucht eingehen.

Kategorien der Sunnah

Ähnliches gilt auch für die Sunnah – hier sollen die Schülerinnen und Schüler ebenso in die erste Stufe der Hadith-Wissenschaft eingeführt werden und die Kategorisierung der Sunnah in Aussagen, Handlungen und Billigungen des Propheten (a.s.) anhand von Beispielen verstehen lernen.

Aussagen (As-Sunnah Al-Qauliyah)

Handlungen (As-Sunnah al-Fi´liyah)

Billigungen (As-Sunnah at-Taqririyah)

Die Fünf Kategorien des Islam – al-Ahkam al-khamsah fil-Islam

Die Schülerinnen und Schüler informieren sich über die Fünf Kategorien, welche zu den wichtigsten Kategorien des Islam gehören. Sie teilen die Dinge ein in das Erlaubte und das Verbotene, das Erwünschte und das Unerwünschte sowie in das Neutrale bzw. Indifferente. Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, diese Kategorien inhaltlich und strukturell zu verstehen und anzuwenden. (vgl. al-A’raf 7/32,157; Yunus 10/59; sowie der Hadith: Das Erlaubte ist offenkundig … und der Hadith: Allah hat euch Dinge erlaubt … etc.)

Fard (Wadschib), Mandub (Mustahab), Mubah, Makruh, Haram

Verpflichtend, Erwünscht, Indifferent, Unerwünscht, Verboten.

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Die im Folgenden genannten Verse und Ahadith thematisieren die Natur und die Schöpfung, welche dem Menschen von Gott gegeben wurde, um sie zu nutzen, zu genießen, sie zu ordnen, zu bewahren und zu beschützen.

Surah At-Tin 95

Surah Nuh 71/15-20

Hadith: Wer sinnlos einen Baum fällt, den bestraft Allah dafür streng. (Abu Dawud)

Das Lächeln in das Angesicht der Menschen gilt als Sadaqah (Tirmidhi)

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Passend zum Jahresmotto sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Charaktereigenschaften der Dankbarkeit und ihrem Antonym der Undankbarkeit sowie mit der Vertrauenswürdigkeit und dem Gegensatz der Unzuverlässigkeit auseinandersetzen und erkennen, dass gerechtes Handeln (vgl. an-Nahl 16/90; al-Ma´ida 5/8; al-An´am 6/152) in allen Lebensbereichen unerlässlich ist. Die Schülerinnen und Schüler sollen auch hier wieder ermuntert werden, sich selber auch charakterlich weiter zu entwickeln.

Dankbarkeit im Gegensatz zu: Undank

„Doch Er gab euch Gehör und Gesicht, Verstand und Gemüt, damit ihr dankbar seid!“ (an-Nahl 16/78)

„Es gehört zum Glück der Kinder Adams …“ (Tirmidhi)

Amanah (Vertrauenswürdigkeit) im Gegensatz zu: Unzuverlässigkeit

„Der hat keinen Glauben, dem man nichts anvertrauen kann!“ (Bukhari)

Gerechtigkeit

Geschichte des Kalifen Umar mit seinem Sohn.

Meine Umgebung und Ich

Eine weitere charakterliche Dimension betrifft die Gesellschaft und die Umgebung um den Menschen herum. Die Schülerinnen und Schüler sollen möglichst selbständig erarbeiten, wie Schaden definiert werden und wie er abgewehrt werden kann. In diesem Zusammenhang könnte erläutert werden, warum - wie in dem Hadith: „Verursache keinen Schaden und lasse keinen Schaden zu!“ - oftmals offene Formulierungen (Schaden) verwendet werden, obwohl es sehr umfassende Themenstellungen betrifft (vgl. auch ar-Ruum 30/41).

Schaden muss abgewehrt werden

„Keinen Schaden zufügen und keinen Schaden zulassen.“ (Malik, Ibn Madschah)

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Im ersten Teil dieses Bereiches sollen Schülerinnen und Schüler durch Diskussionen darin bestärkt werden, dass bestehende Unterschiede zu anderen Menschen nicht unbedingt zu Konflikten auf einer oder beiden Seiten oder auch zur Ablehnung führen müssen. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin darin unterstützt werden, Gemeinsamkeiten zu entdecken, diese zu artikulieren und zu präsentieren. Als Abschluss könnte in einer interreligiösen Stunde ein gemeinsames Projekt geplant oder auch durchgeführt werden.

Unterschiede – ein Grund zur Ablehnung?

Wir entdecken Gemeinsamkeiten!

Interreligiöse Stunde

Die Natur und Ich: Liebe zur Natur

Den Schülerinnen und Schülern soll in dieser Einheit Umweltschutz als genuiner Inhalt des Islams verdeutlicht werden. Die Liebe zur Natur ist die Grundlage für die Verantwortlichkeit ihr gegenüber, was ausdrücklich auch in vielen Textquellen verankert ist. Indem sich Allah mit Seinen absoluten Eigenschaften überall in der Natur offenbart, soll die Natur als ein wunderbares Zeichen Seiner Schöpfung geachtet und bewahrt werden.

Der Nutzen der Natur (Abasa 80/24-32)

Die Schönheit der Natur (An-Naml 27/60)

Kein Muslim pflanzt eine Pflanze oder sät Samen aus, und es isst davon ein Mensch oder ein Tier, ohne dass er dafür Sadaqah bekommt. (Ahmad)

Menschen tragen Verantwortung für die Natur

Al-A´raf 7/56 sowie: Der Prophet (a.s.) beobachtete einen Mann, während dieser die Gebetswaschung vornahm und ermahnte ihn, nicht so viel Wasser zu verbrauchen. „Kann man denn beim Wasserverbrauch verschwenden?“ fragte der Sahabi? Der Prophet (a.s.) antwortete: „Ja, selbst wenn du bei einem fließenden Fluss Wudu machst!“ (Ibn Madscha)

Die Natur weist auf Allah hin

Veränderung der Natur hat Folgen für den Menschen (Surah ar-Ruum )

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur, Wissenschaft

Malerei: die Entdeckung der floralen Kunst

In diesem Jahr sollen die Schülerinnen und Schüler eine theoretische und praktische Einführung in die Entdeckung der floralen Kunst erhalten. Die Arabeske, welche als genuin „islamisches“ Kunstelement betrachtet werden kann, wurde von muslimischen Künstlerinnen und Künstlern in Andalusien entwickelt. Wenn möglich sollten sich die Religionslehrerin und der Religionslehrer darum bemühen, diese Inhalte in Kooperation mit dem Fach Kunst zu unterrichten. In der Auseinandersetzung mit der sogenannten gemalten Mathematik erfahren die Schülerinnen und Schüler weiterhin, wie sehr mathematische Formeln das islamische Kunstverständnis beeinflusst haben.

Die Arabeske – ein genuin „islamisches“ Kunstelement

Gemalte Mathematik: Geometrie in der islamischen Kunst

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Im 2. AHS-Jahr sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die islamische Infrastruktur in Österreich mit ihren Moscheen, Schulen, Kindergärten etc. erhalten, damit sie erkennen, wie integriert Muslime in dieser Gesellschaft sind und wie selbstverständlich es auch ein „islamisches“ Leben in Österreich gibt. In diesem Zusammenhang soll die Lehrerin und der Lehrer die Schülerinnen und Schüler dazu motivieren, zu erkennen, in welchen Bereichen noch viel Nachholbedarf existiert (etwa Kunst und Musik) und wie wichtig es ist, dass Muslime sich nicht nur auf ihre eigenen Bedürfnisse und Einrichtungen konzentrieren, sondern darüber hinaus Anteil am gesellschaftlichen Leben nehmen und einen konstruktiven Beitrag für die Gesellschaft insgesamt leisten.

Islamische Infrastruktur in Österreich

Moscheen

Schulen

Geschäfte

Islam in Mittel- und Südeuropa

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit erfahren, dass der Islam in Südeuropa eine lange Geschichte hat, die jedoch relativ unbekannt ist. In der Betrachtung der aktuellen Situation des Islams in Italien und Griechenland sollen sie Parallelen zum islamischen Leben in Österreich ziehen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennen können. Die Situation des Islam in der Schweiz soll auch dargestellt und erörtert werden, da sie sich doch sehr von den südeuropäischen Ländern unterscheidet.

Italien

Griechenland

Schweiz

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Sulaiman / Salomon

Die Geschichte des königlichen Propheten Sulaiman berührt in seiner Begegnung mit den Ameisen die Thematik des Jahresmottos, so dass die Schülerinnen und Schüler aufgefordert werden können, aus seiner Geschichte Grundsätze für die Bewahrung der Schöpfung und den Umgang mit Tieren zu erarbeiten. In der Beschäftigung mit weiteren Aspekten der Lebensgeschichte des Propheten Sulaiman erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass schon vor langer Zeit Frauen als gerechte Herrscherinnen agierten und dass allzu viel Prunk und Glanz die Konzentration auf das Wesentliche verhindern können. (vgl. Surah An-Naml/die Ameisen etc.)

Die vier Kalifen

Die Schülerinnen und Schüler erhalten in dieser Einheit einen Überblick über die Zeit und die Persönlichkeiten der so genannten rechtgeleiteten Kalifen.

Abu Bakr, Umar, Uthman, Ali

Aktuelles Thema: Gentechnik

Passend zum Jahresmotto sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem aktuellen Thema der Gentechnik und den verschiedenen Ansichten zu ihrem Einsatz auseinandersetzen und zu einer selbständigen und begründeten Einschätzung derselben gelangen. Dabei sollen sie Gentechnik im Bereich der Medizin oder auch im Bereich der Nahrungsmittel genauer betrachten und darüber reflektieren, ob Gentechnik ein Mittel zur Optimierung der Schöpfung sein kann.

Gentechnik – ein Mittel zur Optimierung der Schöpfung?

Gentechnik im Bereich der Nahrungsmittel

Gentechnik im Bereich der Medizin

Probleme

7. SCHULSTUFE: WIE WERDE ICH STARK?

Im Zeitalter des maßlosen Fernsehkonsums und der weit verbreiteten, sehr realistisch gestalteten Gewaltspiele, im Zeitalter der visuellen Reize und emotionalen Herausforderungen scheint Gewalt für viele Jugendliche ein möglicher Weg zur Konfliktlösung zu sein. Schon in der 1. Schulstufe AHS hat sich der islamische Religionsunterricht dieser aktuellen Thematik angenommen, in diesem Schuljahr soll sie intensiver und aus verschiedenen Blickrichtungen heraus besprochen werden. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Stärke nicht mit Gewalttätigkeit verwechselt werden darf, sondern dass echte Stärke in der Bildung einer starken und ausgeglichenen, friedlichen Persönlichkeit besteht, so wie es der Prophet Muhammad (a.s.) in einer Überlieferung definiert hat: „Stark ist nicht der Gewalttätige, sondern stark ist, wer sich im Zorn beherrscht.“ In diesem Zusammenhang ist es sicherlich sinnvoll, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass es manchmal notwendig ist, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen und ein klares Nein! auszusprechen. Ein Nein zu Gewalt, ein Nein zu Rassismus und Nationalismus etwa. Die Schülerinnen und Schüler sollen weiterhin zwischen positiver und negativer körperlicher Stärke differenzieren und lernen, dass Energie, welche in diesem Alter oftmals in großem Ausmaß vorhanden ist, gebündelt und in sinnvolle Handlungen eingebracht werden sollte.

Am Themenkreis der Zakat wird die Position des Islam gegenüber den so genannten „Armen und Schwachen“ der Gesellschaft deutlich. Almosen annehmen zu müssen von Menschen, die selber entscheiden können, ob sie spenden wollen oder nicht, bedeutet für den Almosenempfänger eine dem Menschen nicht würdige Abhängigkeit. Dagegen steht ihnen im Islam ein bestimmter Anteil am Besitz der Wohlhabenden – die Zakat als religiöse Pflichtabgabe – fest und unabänderlich zu.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Zakat (sozial religiöse Pflichtabgabe) und verborgene Sadaqa

Zakat als sozial religiöse Pflichtabgabe gehört zu den fünf Säulen des Islam und Informationen darüber zum Basiswissen eines Muslims. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit dem Sinn der Zakat und ihrer Funktion aus wirtschaftspolitischer Sicht auseinandersetzen und verstehen, dass Zakat aus religiöser Perspektive ein Recht bedürftiger Menschen und kein Almosen darstellt.

Arten der Zakat

Zakat als wirtschaftspolitisches Instrument

Zakat als Reinigung des Vermögens

Beteiligte an der Zakat

Unterschied von Zakat und Sadaqa

Wichtig ist, dass der Unterschied zwischen Zakat als sozial-religiöser Pflichtabgabe und Sadaqa als freiwilliger Spende deutlich erkannt wird, wobei beiden gemeinsam ist, dass sie als eine Form der Reinigung des Vermögens betrachtet werden.

Der Iman an die offenbarten Bücher

Warum gibt es überhaupt Offenbarung? Mit dieser Kernfrage sollen sich die Schülerinnen und Schüler der dritten AHS-Schulstufe beschäftigen und eigene Antworten dafür entwickeln. Zu den Grundlagen des islamischen Glaubenssystems gehört auch der Glaube an alle Propheten sowie an die Bücher, die ihnen offenbart wurden – so dass Kenntnisse über diese Bücher auch für die Muslime grundlegenden Charakter haben. Es soll in diesem Zusammenhang auch erarbeitet werden, warum mit dem Qur´an ein abschließendes Buch offenbart wurde.

Warum überhaupt Offenbarung?

Wir glauben an alle Bücher

Welche Bücher wurden offenbart?

Musa / Moses (a.s.): At-Taurat / die Thora

Dawud / David (a.s.): Az-Zabur / die Psalmen

Isa / Jesus (a.s.): Al-Indschil / das Evangelium

Muhammad (a.s.): Al-Qur´an / der Qur´an

Warum ein abschließendes Buch?

Die Vorzüge der Qur´anlesung

Dass die regelmäßige und gekonnte Qur´anrezitation das Herz belebt und Kraft schenkt, ist Inhalt des letzten Abschnittes. In diesem Zusammenhang sollen die Schülerinnen und Schüler die grundlegenden Regeln der Qur´anrezitation erlernen.

Themenkreis: Quellen des Islam

Wie hat uns der Qur´an erreicht?

Die Schülerinnen und Schüler haben in den vergangen Jahren einige Grundkenntnisse über den Qur´an und die Sunnah des Propheten (a.s.) erhalten und sollen in diesem Jahr darauf aufbauend lernen, wie der Qur´an überliefert und bewahrt wurde und welche wissenschaftlichen Bemühungen hinter dieser Anstrengung verborgen sind. Sie erfahren, dass der Qur´an sowohl mündlich als auch schriftlich vielfach und kontinuierlich überliefert wurde.

In den Herzen bewahrt – mündlich überliefert

Schriftlich bewahrt – schriftlich überliefert

Vielfach und kontinuierlich (Tawatur) authentisch überliefert

Das Versprechen Allahs

Die wichtigsten Hadith-Überlieferer

Die Schülerinnen und Schüler lernen die wichtigsten Hadith-Überlieferer kennen und erfahren, dass unter ihnen auch bedeutende Frauen waren. In der Auseinandersetzung mit ihren Biographien erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Bild über den Propheten Muhammad (a.s.), welches von seinen Augenzeugen und Anhängern überliefert wurde.

Aischa, Um Salama, Umar, Ali, Abu Huraira, Ibn Abbas, Ibn Umar, etc.

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Auch in dieser Schulstufe sollen die Schülerinnen und Schüler Originalquellen lesen, verstehen, interpretieren und lernen. Angefangen von den Versen am Ende von Suratul-Baqarah, welche Allahs Eigenschaften beschreiben und das Glaubensbekenntnis mehr oder minder zusammenfassen über kleine Suren, welche sich mit dem Streben nach immer mehr (Gütern, Leben, Jugend etc.) und mit der Hilfeleistung anderen Menschen gegenüber befassen über die Ahadith des Propheten (a.s.), der die Gläubigen einerseits davor warnt, falsche Verdächtigungen zu äußern und andererseits Empfehlungen äußert, die zornige Menschen wieder zur Vernunft bringen können.

Baqara 2/284-286 (Allah gebührt, was in den Himmeln und auf Erden ist, …)

Al-Takathur/Der Überfluss, Al-Ma´un/die Hilfeleistung (Surah 102 u. 107)

Hadith: Hütet euch vor Verdächtigungen...

Hadith: Wenn einer von euch zornig ist …

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Wie schafft es ein Mensch, echte Stärke zu äußern? Der Prophet Muhammad (a.s.) gibt da klare Anweisungen und betont, dass die Stärke des Menschen nicht in der Gewalttätigkeit bzw. der Gewaltbereitschaft liegt, sondern in seiner Fähigkeit, sich im Zorn zu beherrschen (vgl. Hadith bei Ahmad, sowie „Wenn einer von euch erzürnt, soll er schweigen.“ (Ahmad ibn Hanbal) etc.). Weiterhin erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass es besser ist, sich unter die Menschen zu mischen und mit ihnen zu leben – selbst wenn man dabei Unrecht oder Unannehmlichkeiten erfährt – als sich zum Gottesdienst zurückzuziehen; und dass Sanftmut und Geduld im Umgang mit den Menschen von Allah geliebte Charaktereigenschaften sind. (vgl. Baqara 2/153, Ali-Imran 3/200, az-Zumar 39/10 sowie Muslim, Tirmidhi und Nasa´i etc.). Abschließend erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass Vertrauenswürdigkeit eng verknüpft ist mit dem Respekt anderen Menschen gegenüber. (vgl. „Muslim ist, vor dessen Zunge und Hand die Menschen sicher sind.“ Tirmidhi, Nasa´i etc.)

Geduld im Gegensatz zu: Eile

Stärke = Selbstbeherrschung

Vertrauenswürdig sein

Meine Umgebung und Ich

„Der Beste von euch ist der, der den Menschen am Nützlichsten ist.“ Dieser Ausspruch des Propheten Muhammad (a.s.) kann als Motto für diese Einheit betrachtet werden, in der es um Hilfsbereitschaft und Opferbereitschaft als zwei wichtige Charaktereigenschaften im Umgang mit anderen Menschen geht. Es sind Dimensionen, welche heute immer weniger Bedeutung haben, weil sich viele Menschen mit ihren Schwierigkeiten und Problemen zurückziehen und für Hilfsangebote nicht mehr erreichbar sind. Die Religionslehrerin und der Religionslehrer sollen mit ihren Schülerinnen und Schülern in diesem Kontext erarbeiten, wie sehr sich die Beziehungen auch zwischen fremden Menschen verändern und verbessern können, wenn diese beiden Dimensionen einen präsenteren Platz in unserem Leben finden würden. (vgl. al-Ma’ida 5/2, sowie: Wer einem Menschen eine Last abnimmt … sowie: Der Mu´min ist für den Mu´min wie ein Gebäude, dessen einer Teil den anderen stützt. (Bukhari und Muslim))

Hilfsbereitschaft

Opferbereitschaft

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Ergänzend zur Auseinandersetzung mit den offenbarten Büchern im ersten Themenkreis dieser Schulstufe lernen die Schülerinnen und Schüler das Evangelium und die Thora möglichst aus erster Hand kennen und besuchen ein Gotteshaus einer anderen Religionsgemeinschaft. In der Begegnung mit Vertretern der anderen Religionen können eigene Fragen gestellt und je nach Bedarf auch Themen tiefer behandelt werden. Wichtiger als die Feststellung und dann die Auseinandersetzung mit den Unterschieden zur anderen Religion ist jedoch die Feststellung und Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten derselben, denn diese sind Grundlage für eine von Respekt, Kooperation und gegenseitiger Anerkennung geprägten Umgangsweise.

Wir lernen das Evangelium und die Thora kennen

Gotteshäuser – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die Natur und Ich

In diesem Jahr sollen im Qur´an erwähnte „starke“ Elemente wie Eisen und Kupfer genauer betrachtet und ihre Nutzung durch den Menschen erläutert werden. Unerlässlich ist darauf aufbauend die Erörterung der Bedeutung der Rohstoffe für die Entwicklung der Menschheit – auch und besonders unter dem Aspekt des Rizq (Versorgung), den Allah unter den Menschen verteilt hat und den die Menschen gerecht verteilen sollten. (vgl. al-Kahf 18/96; al-Hadid 57/25; Saba‘ 34/10 sowie Ali-Imran 3/27; ar-Ra’d 13/26; an-Naml 16/71; al-Isra 17/30; al-Ankabut 29/62; az-Zumar 39/47,52; Saba‘ 34/39; asch-Schura 42/12,27 etc.)

Die Elemente im Qur´an und ihre Nutzung durch den Menschen

Die Bedeutung der Rohstoffe für die Entwicklung der Menschheit

Rizq – die gerechte Verteilung Allahs

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur, Wissenschaft

Architektur im islamischen Kulturraum

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die Architektur im islamischen Kulturraum erhalten, wobei die Lehrerin bzw. der Lehrer angesichts des Umfangs einen räumlichen Schwerpunkt setzen kann. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass eine religiös motivierte Reise zum Besuch einer Moschee nur auf drei Moscheen begrenzt ist: zum Masdschidul-Haram in Makkah, zum Masdschidun-Nabawi in Madinah und zum Masdschidul-Aqsa in Quds (Jerusalem). Pilgerfahrten und ähnliche religiöse Fahrten zu anderen Orten finden im Islam keinen Platz.

Besondere Beachtung sollen außergewöhnliche Moscheebauten in unterschiedlichen Kontinenten erhalten, da hiermit auch ein Bewusstsein für die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten einer Moschee entwickelt werden soll. Da Moscheen in Indien sich etwa von Moscheebauten im arabischen Raum oder auch in der Türkei unterscheiden, sollte es durchaus möglich sein, in Europa einen eigenen Stil im Bau der Moscheen zu entwickeln. Die USA als Beispiel für die Weiterentwicklung im Moscheebau wurde deshalb ausgewählt, weil es dort mehr als 2000 Moscheen gibt, die traditionelle Bauweisen aus den islamischen Herkunftsländern mit moderner amerikanischer Architektur verbinden. Die Schülerinnen und Schüler als zukünftige Gestalter in den islamischen Communities sollen sich daher schon in der Schule mit der Frage beschäftigen dürfen, ob, und wenn ja, wie sich im Bereich des Moscheebaus der Islam einer neuen Lebenswelt anpassen kann.

Außergewöhnliche Moscheebauten in allen Kontinenten

Makkah, Madinah und Quds

Die blaue Moschee in Istanbul, Moscheen in Indien, im Irak, im Maghreb etc.

Moscheebau in Amerika

Moscheebau in Europa: den Islam in eine neue Lebenswelt integrieren

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Islam in Österreich in Zahlen

Wie viele Muslime leben in Österreich? Wie sind ihre Lebensbedingungen? Wie viele muslimische Schülerinnen und Schüler besuchen den islamischen Religionsunterricht? Diese und viele weitere Fragen sollen sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Schulstufe stellen, um sich ein sachliches Bild über die Muslime in Österreich zu machen. Je nach Interessen der Schülerinnen und Schüler können dann einzelne Dimensionen dieser statistischen Ergebnisse näher diskutiert und erörtert werden – etwa Daten zum Bildungsstand junger Musliminnen und Muslime.

Bekannte österreichische Muslime

Was verbindet Karl Eduard Hammerschmidt mit Muhammad Asad alias Leopold Weiss oder auch Muhammet Akagündüz? Sie alle sind österreichische Muslime, die Besonderes für ihre Heimat geleistet haben – jeder in seinem Bereich. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit muslimischen Role-Models auseinandersetzen, die in ihrer Person belegen, dass Muslimsein und Österreicher-Sein sehr gut zusammenpassen.

Islam in Westeuropa

Wie schon in den vorhergehenden Schulstufen sollen sich die Schülerinnen und Schüler über den Islam in Frankreich und Belgien sowie die Einrichtungen der Muslime dort informieren und Zahlen, Daten und Fakten über das muslimische Leben dort sammeln und präsentieren – möglichst im Vergleich zu Österreich.

Frankreich

Belgien

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Musa / Moses

Der Prophet Moses ist einer der größten Propheten im Islam – auch weil ihm die Thora offenbart wurde. Seine Lebensgeschichte berührt viele sehr unterschiedliche Themen, von denen besonders einer die Thematik des Jahresmottos anspricht – und zwar Musa und Schu´aib. Als die Tochter des letzteren ihrem Vater vorschlug, dass der „starke und gläubige“ Musa doch der beste Mann sei, der ihn unterstützen könne, bewies sie eine tiefe Menschenkenntnis und die Fähigkeit, für das Gut ihres Vaters zu sorgen.

Weitere wichtige Stationen im Leben von Musa sind seine Beziehung zu seiner Mutter, sowie seine Beziehung zum Pharao und zu den Menschen in Ägypten, sein Wettbewerb mit den Zauberern und letztendlich seine Aufgabe, sein Volk zu befreien und es auf den rechten Weg zu leiten.

Je nach Möglichkeit kann auch noch die Geschichte von Musa und seinem Lehrer besprochen werden.

Die Umayaden

Die Umayaden waren die erste Herrscherdynastie nach den vier rechtgeleiteten Kalifen. Die Schülerinnen und Schüler sollen einen Überblick über das Kalifat der Umayaden und ihre wichtigsten Herrscher sowie über die gesellschaftlichen Veränderungen in dieser Zeitepoche erhalten.

Aktuelles Thema: Nationalismus und Rassismus

Nationalismus und Rassismus

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass der Islam jeglichen Rassismus und übertriebenen Nationalismus ablehnt. In der Auseinandersetzung mit dem Qur´an können sie feststellen, dass Satan als erster Rassist der Geschichte betrachtet werden kann, weil er sich allein aufgrund seiner Erschaffung aus Feuer für besser als den Menschen hielt. (al-A’raf 7/12) In der Auseinandersetzung mit der Lebensgeschichte von Malcolm X erfahren die Schülerinnen und Schüler an einem relativ aktuellen Beispiel die Kraft des Anti-Rassismusgedankens im Islam. Weiterhin können sie im Besuch verschiedener Moscheen und Vereine in Wien erleben, wie verbindend Religion sein kann (etwa beim Besuch der bengalischen, der albanischen, der mazedonischen oder einer afrikanischen Moschee etc).

Ablehnung von jeglichem Rassismus und jeglicher Diskriminierung

Der Islam verbietet Rassismus. Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit werden theologisch begründet abgelehnt. Ausgehend davon, auch ein religiöses Unrechtsbewusstsein zu wecken, wenn es um Fälle von Diskriminierung geht, soll die Situation in Österreich besprochen werden. Dabei soll ein besonderer Schwerpunkt darauf gelegt werden, welchen Schutz Religionsfreiheit genießt

8. SCHULSTUFE: DEN ANDEREN RESPEKTIEREN

Dieser Schwerpunkt hebt noch deutlicher als zuvor die sozio-psychologische Dimension des islamischen Religionsunterrichts hervor. Er verbindet die drei vorher erwähnten Schwerpunkte und führt die Schülerinnen und Schüler nach der Festigung der eigenen Persönlichkeit zum Anderen – sei es die Freundin, ein Schulkollege oder auch das andere Geschlecht. Das eigene Ich wird dezentral und räumt dem Anderen einen festen Platz ein. Jugendliche möchten ausprobieren, ihre Grenzen kennenlernen. Dies geschieht häufig durch intensiven, oft provokanten Kontakt mit Gleichaltrigen. Hier setzt die islamische Religionslehrerin und der Religionslehrer an und stellt ihren bzw. seinen Schülerinnen und Schülern bewusst die islamischen Werte wie Barmherzigkeit, Hilfsbereitschaft, Mut und Sanftmut, Bescheidenheit u.a. vor, um sie zu motivieren, diese auch in ihrem eigenen täglichen Leben umzusetzen. Beginnend mit der Thematisierung der Zakat und Sadaqah werden darauf aufbauend die sozialen Hintergründe dieser Gottesdienste erläutert. Schülerinnen und Schüler können in diesem Zusammenhang interessante, neue und alternative Formen der Umsetzung diskutieren und eventuell sogar durchführen (etwa eine Spendenaktion für Obdachlose o.ä.). In diesen und ähnlichen Solidaritätsprojekten können sie die Wirkung ihres Verhaltens konkret erfahren und sie dann auch im außerschulischen Bereich umsetzen. Das Fazit dieser Schulstufe könnte lauten: Wer tolerant mit Menschen umgeht, gewinnt dauerhaft ihre Liebe und ihren Respekt.

Dies gilt auch für die Beziehungen zwischen Mann und Frau – in der Behandlung der Thematik der Sexualität im Islam erfahren die Schülerinnen und Schüler, warum Gott Liebe und Barmherzigkeit zwischen die Ehepartner gesetzt hat.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

As-Siyam - Das Fasten

In diesem Themenkreis sollen die Schülerinnen und Schüler das rituelle Fasten als eine der fünf Säulen des Islam kennenlernen und alle Regeln, welche damit verknüpft sind, erlernen. Besondere Betonung soll auch hier der Sinn des Fastens als ein unsichtbarer Gottesdienst (Ibadah) erhalten und das Fasten als einmalige Gelegenheit erkannt werden, etwas Gutes für sich selbst zu tun. Auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fasten in anderen Religionen und Kulturen sollte in diesem Schuljahr seinen Raum finden.

Es ist in diesem Zusammenhang unabdingbar, dass die Schülerinnen und Schüler Basisinformationen über den Ramadan und die besonderen Gebete im Ramadan sowie Lailatul-Qadr erhalten. Ein gemeinsames Iftar (Mahl des Fastenbrechens) – eventuell auch im Kreise der gesamten Schulstufe – würde dieser Einheit eine besondere Note verleihen und die Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern erweitern und vertiefen. (vgl. Baqara 2/183 u.a.)

In diesem Zusammenhang kann auch die erste Offenbarung des Qur´ans, welche ja im Ramadan stattgefunden hat, besprochen werden – oder auch die Bedeutung des Hidschri-Kalenders für den Monat Ramadan: er sorgt dafür, dass der Ramadan durch die Jahreszeiten wandert und jeder Mensch mal im Sommer und mal im Winter fastet – d.h. keiner nur aufgrund seines Wohnortes länger oder unter schwierigeren Bedingungen fasten müsste als jemand anderes.

Warum fasten?

Wie fasten?

Wer fastet?

Wann fasten?

Was tun bei Fehlern?

Ramadan

Lailatul-Qadr

Tarawih und Tahad-schud

Sadaqatul-Fitr - Pflichtabgabe am Ende des Ramadan

Der Iman an die Propheten

Jede Muslimin und jeder Muslim verinnerlicht den Iman an alle Propheten – ohne Unterschied: „Wir machen keinen Unterschied bei keinem Seiner Gesandten.“ (Baqara 2/285; vgl. auch an-Nisa 4/164; al-An’am 6/83-90; Hud 11/120 etc. sowie die Ahadith bei Bukhari, Muslim, Ahmad u.a.)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit der Frage beschäftigen, warum überhaupt Propheten gesandt wurden, was ihre Eigenschaften waren, ihre Aufgaben, ihre Namen etc. Die Unterschiede zwischen Rasul (Gesandter) und Nabiy (Prophet) sollen in diesem Kontext ebenso thematisiert werden wie die Entscheidungskraft der sogenannten Ulul-Azm und andere wesentliche Themen der Prophetenschaft, wie etwa die Frage, ob zu jeder Ummah ein Gesandter geschickt wurde. (vgl. al-Fatir 35/24)

Warum Propheten?

Eigenschaften, Aufgaben, Zahl und Namen der Propheten

Ulul-Azm und die Unterschiede zwischen Rasul und Nabiy

Für jede Ummah gibt es einen Gesandten

Karamah (Zeichen der Nähe Gottes) und Mu´dschiza (Wunder)

Das Gebet in der Nacht

Der Aufbau einer persönlichen Beziehung zu Gott kann nur in einer privaten und persönlichen Atmosphäre geschehen. Auch aus diesem Grund berichtete der Prophet Muhammad (a.s.), dass das lange Stehen im Gebet (Qunut) mitten in der Nacht als das beste Gebet betrachtet wird. Die Schülerinnen und Schüler sollen besprechen, inwiefern dieses Gebet tatsächlich die Beziehung des Menschen zu Gott vertieft und spirituelles Erleben fördern kann. Viele Ayat und Ahadith beschreiben die Vorzüge des Gebets in der Nacht und seine katalysierende Wirkung auf Seele und Körper. (vgl. al-Muzzamil 73/1-9 u.a. sowie „… der Prophet betete spät in der Nacht“ (Muslim). Oder: „Das Stehen im Gebet in der Nacht ist euch vorgeschrieben ….“ (Tirmidhi). Oder auch die Überlieferung, welche Frauen empfiehlt, ihre schlafenden Männer notfalls auch mit etwas Wasser zu wecken und umgekehrt etc.)

Themenkreis: Quellen des Islam

Kann der Qur´an übersetzt werden?

Dieser Frage sollen sich die Schülerinnen und Schüler des islamischen Religionsunterrichtes stellen und sich darum bemühen, sie anhand des Vergleichs einer guten Auswahl unterschiedlicher Qur´an-Übertragungen in die deutsche Sprache selbständig zu beantworten.

Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass jede Übersetzung Interpretation ist und somit – aus religiöser Perspektive – auch als Interpretation bzw. Exegese (Tafsir) bezeichnet werden und mit ihr wie mit einer Exegese umgegangen werden muss. Tiefe spirituelle Erkenntnisse und religiös gültige Aussagen können nur aus der arabischen Originalquelle selbst gewonnen bzw. erarbeitet werden. Es muss ein deutlicher Unterschied gemacht werden zwischen dem Wort Gottes und der Aussage eines Menschen, der Gottes Wort interpretiert.

In diesem Zusammenhang können die Schülerinnen und Schüler erarbeiten, welche Vorteile die Unübersetzbarkeit des Qur´ans für den Islam und die Muslime hat und wie verbindend es sein kann, wenn Muslime unterschiedlicher Nationalität, Muttersprache und Herkunft mit den gleichen Texten ihr rituelles Gebet verrichten.

Sahihul-Bukhari und Sahih Muslim

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit die herausragenden Sammler des Hadith Bukhari und Muslim und ihre Vorgehensweise bei der Sammlung des Hadith kennen und schätzen lernen. Weiterhin sollen sie erfahren, welche Kriterien diese Gelehrten für die Kategorisierung der Ahadith angewendet haben und in welchen Sammlungen ihre Arbeit niedergeschrieben wurde.

Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler Beispiele verschiedener Übertragungen der Hadithliteratur in die deutsche Sprache kennenlernen und Einschätzungen hinsichtlich der Qualität der Übertragungen vornehmen können.

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

In Anlehnung an die inhaltlichen Vorgaben werden in diesem Bereich Verse zitiert und Ahadith vorgestellt, in welchen der Respekt den anderen Menschen gegenüber ausgedrückt wird. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in dieser Schulstufe intensiver mit Ayat und Ahadith auseinander, welche den Menschen ermahnen, sich nicht über andere Menschen lustig zu machen oder sie zu erniedrigen und ihnen nichts zu unterstellen, sondern vielmehr die Unterschiedlichkeit der Menschen als Motivation für einen Dialog in gleicher Augenhöhe wahrzunehmen: Schließlich hat Gott den Menschen geschaffen, „damit ihr einander kennen lernt!“ In dem anderen Vers fordert Gott die Menschen auf, immer und in jeder Situation und unter allen Umständen gerecht zu handeln

An-Nahl 16/90f., al-Hudschurat 49/12-14

Al-Kafirun 109

Hadith: Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen. (Muslim)

Hadith: In der Nacht gibt es eine Stunde …(Muslim)

Themenkreis: Miteinander leben

Ich entwickle mich

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis erfahren, dass Respekt dem Anderen gegenüber voraussetzt, dass man ihm zunächst einmal zuhört und zumindest versucht zu verstehen, welche Ansichten er vertritt, ohne ihn gleich mit lauter Stimme zu unterbrechen. Die Fähigkeit, sich in ihn hineinzuversetzen erschließt dem aufmerksamen und respektvollen Zuhörer weitere Dimensionen des Verständnisses, welche für ihn interessant und durchaus bereichernd sein können. In der Surah Luqman gibt Luqman, der Weise, seinem Sohn Hinweise für den Umgang mit Anderen – auch was die Dimension des ruhigen Gespräches mit anderen Menschen betrifft. Die Schülerinnen und Schüler sollen z.B. in Rollenspielen ihre eigenen Fähigkeiten und ihre Bereitschaft in Bezug auf diese Charaktereigenschaft erkunden und dazu befähigt werden, konstruktiv ihre eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ein weiterer Charakterzug, der in diesem Themenkreis erarbeitet werden soll, ist der der Bescheidenheit – auch der eigenen Meinung gegenüber. Hier kann die Aussage des Imam asch-Schafi´i, eines der Begründer der vier Rechtschulen, als Verhaltensregel übernommen werden: „Meine Ansicht ist richtig, und möglicherweise falsch. Eine andere Ansicht als meine ist irrig, und möglicherweise richtig.“ Als letzten Aspekt sollen die Schülerinnen und Schüler sich mit der Thematik der üblen Nachrede befassen und erarbeiten, welch besonderer Wert der Versöhnung zwischen zwei Menschen im Islam zugesprochen wird: „Soll ich euch nicht über etwas berichten, dass besser ist als die Stufe des Gebets, des Fastens und der Sadaqah?“ Sie sprachen: „Doch, Allahs Gesandter.“ Er sagte: „Zwischen zwei Menschen Frieden schließen.“ (Tirmidhi) (vgl. auch al-Hudschurat 49/11 u.a.)

Zuhören im Gegensatz zu: Die Stimme erheben

Tawadu´ - Bescheidenheit

Menschen versöhnen im Gegensatz zu: üble Nachrede

Meine Umgebung und Ich

Auch in diesem Kapitel soll es um den Respekt anderen Menschen gegenüber gehen – diesmal jedoch der eigenen Familie gegenüber: den Eltern, den Geschwistern – aber auch gegenüber den eigenen Kindern. Grundlage ist auch hier wieder Surah Luqman, aber auch Verse aus Surah Isra´(17/23) Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Kontext erkennen, welche Bedeutung der Familie im Islam zukommt, und dass ein gutes Zusammenleben nur dann funktionieren kann, wenn dieser Respekt auf allen Ebenen auch zur Geltung kommt, und nicht nur von einer Seite eingefordert wird, wie es folgender Ausspruch des Propheten verdeutlicht: „Wer eine Tochter hat (…) sie nicht missachtet und ihr seine Söhne nicht vorzieht, den lässt Allah in das Paradies eintreten.“ (Ibn Abbas, Abu Dawud)

Meine Familie und Ich

Die Eltern respektieren

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

In der Auseinandersetzung mit Gebeten und Gedichten der Religionen und Weltanschauungen sollen die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, andere Religionen aus der Innenperspektive kennen und respektieren zu lernen. Der Bezug zum Gebet lenkt die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler von einer oberflächlichen Wahrnehmung der sichtbaren Unterschiede zu anderen Religionsgemeinschaften auf eine tiefe spirituelle und inhaltliche Ebene und ist sehr gut dazu geeignet, Gemeinsamkeiten festzustellen. Klares inhaltliches Ziel soll jedoch auch sein, dass die Schülerinnen und Schüler dazu befähigt werden, auch widersprüchliche Erfahrungen auszuhalten – aber auch, sich einzugestehen, dass nicht unbedingt jede Dimension der anderen Religion bzw. Weltanschauung auch wirklich verstanden wurde – dass dies aber auch nicht die Voraussetzung für einen gelungenen Dialog sein muss. Im Gegenteil – der Respekt anderen Einstellungen gegenüber muss auch dann gegeben sein, wenn diese Einstellungen nicht tief durchdrungen wurden.

Gebete und Gedichte der Religionen und Weltanschauungen im Vergleich

Ich kann auch widersprüchliche Erfahrungen aushalten.

Die Natur und Ich

Wasser ist die Quelle allen Lebens: „Und Allah erschuf alle Lebewesen aus Wasser.“ (an-Nur 24/45, vgl. auch al-Furqan 25/54 und al-Anbiya 21/30). An über 20 Stellen berichtet der Qur´an über den Segen Gottes, der mit dem Regen auf die Erde kommt (vgl. al-Hidschr 15/22; Ta-Ha 20/53; an-Naml 27/60; al-Ankabut 29/63; Fatir 35/27; az-Zumar 39/21; as-Sadschda 45/5 etc.) und erinnert die Menschen an diese Seine Gabe. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit grundlegende Informationen über die Bedeutung von Wasser als Quelle allen Lebens erhalten, weiterhin sollen sie sich intensiv und möglichst interdisziplinär mit der Thematik des Regens – sowohl was die Entstehung des Regens und was seine Wirkung betrifft, als auch der Problematik des sogenannten „saueren Regens“ mit der Dimension der Umweltverschmutzung auseinandersetzen. Abschließend können die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schulstufe ein Umweltprojekt durchführen, welches sich der Fragestellung der zunehmenden Bedeutung des Wassers in der globalen Situation als auch mit der Fragestellung der Reinhaltung des Wassers beschäftigt. Schön wäre auch eine Exkursion in das örtliche Wasserwerk.

Wasser – die Quelle alles Lebens

Regen bringt Segen

Umwelt-Projekt: Woher kommt das Wasser? Wie kann es rein gehalten werden?

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Die islamische Kulturgeschichte wurde wesentlich geprägt von Schulen, Universitäten und speziell von dem System der Madrasah, welches in der Regel aus der Trias Moschee, Studienräume mit Bibliothek und Wohnräume für Lehrende und Studierende bestand. Schon in sehr früher Zeit entstanden islamische Universitäten, in denen jedoch nicht nur religiöse Wissenschaften, sondern alle Wissenschaften gelehrt wurden. Bis heute befinden sich die beiden ältesten Universitäten der Welt, in denen noch gelehrt wird, im islamischen Kulturraum. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass sich die frühen Muslime sehr intensiv mit Bildung und Wissenschaft auseinandergesetzt haben und dass dies sicherlich ein wesentlicher Grund für die Entwicklung einer islamischen Hochkultur gewesen ist. Sie sollen das System der Madrasah studieren und darüber diskutieren, welche Vor- und Nachteile mit diesem System verknüpft sind.

Schulen, Universitäten und das System der Madrasah

Al-Qarawiyyin in Fes,

gegr. 859, die älteste Universität der Welt, an der noch gelehrt wird.

Die Azhar Moschee in Kairo, gegr. 975,

die zweitälteste Universität der Welt, an der noch gelehrt wird.

Die Mustansiriya in Bagdad, gegr. 1066

Cifte Minareli Medrese, Erzurum, gegr. 1271

Ulugbek Medrese, Samarkand, gegr. 1417

Die Wasserversorgung Granadas – grandiose Verknüpfung von Komfort und Wissenschaft

Am Beispiel des Systems der Wasserversorgung in Granada sollen sich die Schülerinnen und Schüler ein konkretes Bild der Verknüpfung von Wissenschaft und Komfort machen. Sie sollen erkennen, wie sehr der Islam beide Dimensionen, sowohl die Wissenschaft als auch den Komfort bzw. die Erleichterung als erstrebenswert betrachtet. (Allah will es euch leicht, nicht schwer machen.“ (Baqara 2/185 u.a.).

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Muslimsein im österreichischen Berufsleben

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit ihrem zukünftigen Berufsleben auseinandersetzen und erfahren, dass Arbeit im Islam eine wesentliche Bedeutung hat. Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt: „Niemand nimmt bessere Nahrung zu sich als die, die er durch seiner Hände Arbeit erworben hat. Der Prophet David – Friede sei mit ihm – ernährte sich von seiner Hände Arbeit.“ (Bukhari) Diese und viele weitere Quellen betonen die wichtige Bedeutung der Arbeit für den eigenen Lebensunterhalt und lehnen Faulheit und das unnötige Belasten anderer Menschen ab. Dies kommt auch in der Geschichte des Propheten Muhammad (a.s.) zum Ausdruck, der ablehnte, dass ein Mensch sich nur dem Gottesdienst widmete, während andere Menschen für seinen Lebensunterhalt aufkamen. Er sagte zu dem „Gottesdiener“: Alle anderen sind besser als du! (Mukhtalaf al-Hadith)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit jedoch auch die ethisch-moralischen Vorschriften kennenlernen, welche den Lebenserwerb betreffen, etwa das absolute Verbot des Betruges, oder der Verbot des Handelns mit verbotenen Gütern etc.

Am Ende der Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler am Beispiel erfolgreicher Muslime im österreichischen Berufsleben erkennen, dass es sehr wohl möglich ist, praktizierender Muslim zu sein und dennoch Erfolg im Beruf zu haben. Hier bietet sich an, Mütter und Väter, die berufstätig sind, in den Unterricht einzuladen, um ihren Beruf vorzustellen.

Die Bedeutung der Arbeit im Islam

„Vergiss aber auch nicht deinen Anteil am Diesseits. Und tu Gutes, so wie Allah dir Gutes getan hat.“ Vgl. al-Qasas 28/77 (vgl. auch an-Nadschm 53/39; Hadith: „O mein Allah, ich nehme Zuflucht bei Dir vor Unfähigkeit, Faulheit, Feigheit, Geiz…“ (Muslim)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit erfahren, welche Wertschätzung Arbeit und Berufstätigkeit im Islam erfährt. Sehr viele Überlieferungen des Propheten Muhammad (a.s.) belegen die Notwendigkeit, einer Arbeit nachzugehen, wenn man dazu imstande ist.

In diesem Zusammenhang soll auch erörtert werden, welche gesellschaftlichen Folgen es hat, wenn man nicht arbeitet. Die Auseinandersetzung mit der Thematik soll jedoch nicht die Problematik auf dem Arbeitsmarkt ausblenden – in diesem Kontext sollen sich die Schülerinnen und Schüler auch mit der Frage beschäftigen, wie Arbeit überhaupt definiert werden kann und definiert wird.

Ist Arbeit Arbeit? – Reflektion zum Arbeitsbegriff

Hadith: „Wem seine zwei Tage gleich blieben, der ist wahrlich im Verlust.“ (Daylami)

Beispiele für erfolgreiche österreichische Muslime im Berufsleben

Islam in Osteuropa

Der Islam in Osteuropa hat eine lange Geschichte, die relativ unbekannt ist. Anhand der Auseinandersetzung mit Muslimen z.B. in Russland, in Polen und in Weißrussland sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in das islamische Leben Osteuropas erhalten. Auch hier bietet sich im Anschluss sicherlich ein Vergleich mit Österreich an.

Russland

Polen

Weißrussland etc.

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Isa / Jesus

Die Geschichte des Propheten Isa ist eine der faszinierendsten Geschichten der Menschheit. Seine Geburt, seine Kindheit und auch sein Leben als Erwachsener sind von Wundern erfüllt gewesen, die bis heute unvergleichbar geblieben sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen mit ihm einen der Propheten kennenlernen, denen eine Offenbarung zuteil wurde und die deshalb bis zum heutigen Zeitpunkt wesentlichen Einfluss auf die Einstellungen von Menschen nehmen. Erläutert werden sollen auch die Überlieferung des Propheten Muhammad (a.s.) über Isa sowie Isas Entrückung.

Die Abbasiden

In der Beschäftigung mit der Epoche der Abbasiden sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in eine wichtige Epoche der islamischen Geschichte erhalten. Die Leistungen der Abbasiden sollen dabei ebenso gewürdigt werden wie die sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen, welche in dieser Zeit stattfanden.

Aktuelles Thema: Islam und Sexualität

Sexualität ist ein natürliches menschliches Bedürfnis

Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Sexualität ein natürliches menschliches Bedürfnis ist und z.B. vom spanischen Gelehrten Ibn Hazm im Rahmen der Ehe als eine der gelebten Vorfreuden auf das Paradies bezeichnet wurde. Auch qur´anische Verse und Überlieferungen des Propheten (a.s.) bestätigen, dass die in der Ehe gelebte sexuelle Beziehung zwischen Mann und Frau ein Ausdruck der Liebe und der Hingabe ist und dass die Frau bei ihrem Mann und der Mann bei seiner Frau den inneren Frieden und die Erfüllung ihrer bzw. seiner Bedürfnisse findet. Es soll den Schülerinnen und Schülern auch vermittelt werden, dass es sich bei der sexuellen Beziehung um eine sehr private und intime Beziehung handelt, welche nicht in der Öffentlichkeit kommuniziert werden sollte (vgl. Bukhari: „Zu denen, die vor Allah am Jüngsten Tag den schlechtesten Stand haben gehört ein Mann, der mit seiner Frau schläft und sie mit ihm und er verbreitet ihr Geheimnis“ ). Die Schülerinnen und Schüler sollen auch darüber diskutieren, wie ihr Traumpartner bzw. ihre Traumpartnerin aussehen und welche Qualitäten sie oder er mit in die Ehe bringen sollte. In diesem Zusammenhang sollen sie erfahren, welche Regelungen mit der Eheschließung verbunden sind – angefangen von der Morgengabe, über den Ehevertrag bis zur Bedingung, dass beide Ehepartner selbständig und aus freien Stücken die Beziehung eingehen. (vlg. Qur´an: ar-Ruum 30:21; Baqara 2:241 u.a.) sowie unzählige Ahadith, wie etwa folgender: „Ein Mädchen kam zum Propheten (a.s.) und berichtete ihm, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen an ihren Vetter verheiratet habe. Daraufhin überließ der Prophet ihr die Sache. Sie sagte dann: „Ich bin damit einverstanden… aber ich wollte es den Frauen bekannt werden lassen, dass Väter in dieser Sache nicht die Entscheidungsmacht haben.“ (Ibn Madscha) Weiterhin berichtete Khansaa´, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen verheiratet habe, woraufhin der Gesandte Allahs (a.s.) die Ehe für ungültig erklärte. (Bukhari)

Verliebt, verlobt, verheiratet … Ehe im Islam

In diesem Themenbereicht sollen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die islamischen Vorstellungen und Bestimmungen bezüglich der Ehe und der Eheschließung erhalten und diese aus der religiösen Perspektive erarbeiten. Es soll von der Lehrperson darauf hingewiesen werden, dass in Österreich die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden müssen, wenn etwa eine Eheschließung oder eine Scheidung Rechtskraft erlangen soll. Die Lehrerin bzw. der Lehrer sollen den Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass jede Ehe im Islam auf der ausdrücklichen Zustimmung der Eheleute gründet und von gegenseitiger Liebe und Barmherzigkeit erfüllt sein sollte. Dies erfordert von beiden Partnern gegenseitigen Respekt und Anerkennung und einen vernünftigen Umgang bei Meinungsverschiedenheiten.

Eheleute sind Partner

Liebe und Barmherzigkeit

Was tun bei Streit?

Wenn alles nicht mehr hilft – Scheidung im Islam

Warum ist Zina haram?

Der Islam erlaubt keine Zwangsheirat

9. SCHULSTUFE: VERTRAUEN IN ALLAH, IN DIE WELT UND IN MICH

Während eines Lebensabschnittes, der häufig gekennzeichnet ist von der Suche nach eigenen Grenzen und Möglichkeiten, von Stimmungsschwankungen zwischen der Lust am Widerstand und allem in Frage Stellen und gleichzeitigem Bedürfnis nach Bestätigung und Akzeptanz innerhalb einer selbstgewählten Gruppe, soll der islamische Religionsunterricht einen Raum anbieten, diese Sinnsuche zu unterstützen. Das Jahresmotto kann dabei immer wieder auf ein zentrales Motiv der Religion verweisen, dem nicht nur in der Pubertät besonderes Gewicht zukommt: Vertrauen. Die Bedeutung von Islam als „Hingabe an Gott“ ist hiermit eng verknüpft. Wer die Harmonie der Schöpfung und die Kraft jedes Teils in ihr verinnerlichen kann, dem erwachsen daraus nicht nur Gottesliebe, sondern auch Selbstvertrauen. Die Welt annehmen zu können, heißt somit sich auch der eigenen Aufgabe in ihr vertrauensvoll zu stellen. Glaubenspraxis ist dabei kein leeres Ritual, sondern stärkt eigene Potentiale und stellt diese in den nachhaltigen Dienst an der Gemeinschaft und der Umwelt.

Somit bildet das Ziel dieser Schulstufe, junge Menschen in der Zeit des Erwachsenwerdens in ihrer Persönlichkeit zu stärken und ihnen über die vertiefte Beschäftigung mit dem Sinn muslimischer gottesdienstlicher Übungen (Ibadah) und der praktischen Glaubenslehre (Aqidah) eine positive Grundhaltung gegenüber sich selbst und der Welt zu vermitteln. Unter diesen Aspekt fallen auch der Erwerb von Kenntnissen im Bereich muslimischer Kulturleistungen und die Hineinnahme der Lebenswirklichkeit Jugendlicher, um Denkanstöße für die ganz persönliche Umsetzung im Hier und Heute zu geben. Religiös mündig zu sein (Mukallaf) soll somit nicht als Belastung und Übertragung von Pflichten negativ konnotiert werden, sondern im Gegenteil das Selbstbewusstsein und die Freude an einer aktiven und sinnerfüllten Lebensgestaltung stärken.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Al-Hadsch – Die Pilgerfahrt

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Themenkreis mit der Pilgerfahrt auseinandersetzen und ihre Riten und Regeln erlernen. Im Zentrum steht wieder der Sinn der Hadsch und das Wissen, dass nach der Pilgerfahrt alle Sünden vergeben werden und man quasi ein neues Leben beginnen kann. Diese Folge der Hadsch macht sie natürlich außerordentlich beliebt. (vgl. Baqara 2/196 u.a.)

Die Bedeutung der Hadsch

Vorbereitungen der Hadsch

Die verschiedenen Arten der Hadsch

´Arafat

Was macht die Hadsch ungültig?

Idul-Adha: Das Opferfest

Was ist die Umrah (Wallfahrt)?

Der Iman an Yaumul-Akhir (den Jüngsten Tag)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich weiterhin mit dem Iman an den Jüngsten Tag auseinandersetzen – hier ist die Parallele zur Pilgerfahrt darin gegeben, dass auch am Jüngsten Tag alle Menschen versammelt sein werden und unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status, ihrem Einkommen, ihrem Geschlecht etc. Rechenschaft ablegen müssen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren weiterhin, welche Zeichen den Jüngsten Tag ankündigen, welche Namen für ihn verwendet werden und dass bzw. wie Rechenschaft abgelegt wird.

Was ist der Jüngste Tag?

Zeichen des Jüngsten Tages

Namen des Jüngsten Tages

Rechenschaft ablegen

Nachdenken über den Tod

Die spirituelle Dimension des Imans an Yaumul-Akhir äußert sich in dem Nachdenken über den Tod, welcher unmittelbar zum Nachdenken über das eigenen Leben führt und insofern eine katharsische und motivierende Funktion hat. Erst in der Auseinandersetzung mit dem Tod kann der Mensch sein Leben verstehen und schätzen lernen. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Nachdenken über den Tod ihre Vorstellungen und Gedanken in den Unterricht einbringen, sodass ausgehend von diesen Inputs eine Behandlung der Thematik erfolgen kann. (vgl. Surah at-Takathur 102 sowie az-Zalzalah 99/7-8 u.a.)

Testament, Bestattungsrituale, Totengebet, Sorge um die Hinterbliebenen

Die Schülerinnen und Schüler sollen praktische Handlungen kennenlernen, die mit dem Sterben in Verbindung stehen. Gottesdienstliche Abläufe sollen bekannt gemacht werden. Verantwortung im Leben reicht auch über den Tod hinaus, indem über eine letzte Verfügung Vorsorge für die Hinterbliebenen getroffen wird. Vgl. Baqara 2/180-182.

Das Leben nach dem Tod

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass sie mit dem Tod in eine andere Welt eintreten, die jetzt nicht sichtbar und nicht fassbar ist. In der Auseinandersetzung mit dem Leben nach dem Tod sollen sie Hoffnung erhalten und ihre Verantwortlichkeit auf Erden klar erkennen.

Ich bin erwachsen! Ich bin Mukallaf!

Mit 14 Jahren erreichen die Schülerinnen und Schüler ihre religiöse Mündigkeit und gelten nun als Erwachsene. Welche Auswirkungen dies auf ihr Leben hat, soll in einer positiven und zukunftsfrohen Art und Weise vermittelt werden.

Baligh, Aaqil, Muslim

Themenkreis: Quellen des Islam

Ich lerne die Sprache des Qur´an kennen

Die Schülerinnen und Schüler haben in der vorherigen Schulstufe erfahren, wie schwierig es ist, mit dem Qur´an zu arbeiten, wenn die arabische Sprache nicht beherrscht wird. In diesem Schuljahr sollen interessierte Schülerinnen und Schüler eine Einführung in die arabische Sprache bekommen, so dass sie am Ende des Jahres dazu in der Lage sind, einzelne Sätze zu bilden und grammatische Strukturen zu erkennen.

Entstehung der Hadith-Wissenschaft

Die Hadith-Wissenschaft ist eine der frühesten islamisch-theologischen Wissenschaften. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine Einführung in dieses großartige Wissensgebiet erhalten, und sich auch mit einigen Überlieferern des Hadith beispielhaft auseinandersetzen. Dabei sollen sie auch erfahren, dass Frauen und auch Jugendliche eine sehr große Rolle in der Überlieferung des Hadith gespielt haben.

Asma`ur-Ridschal – Überlieferer des Hadith

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Erst wenn mein Herz beruhigt ist, kann ich mich vertrauensvoll der Welt und den Menschen zuwenden. Die Schülerinnen und Schüler lernen, interpretieren und verstehen in diesem Jahr folgende Verse und Aussprüche des Propheten Muhammad (a.s.), welche sich alle in irgendeiner Weise mit der Thematik des Vertrauens und der Aufrichtigkeit befassen.

Surah 94 / Al-Inschirah

Surah 46/13 / Al-Ahqaf

Hadith: „Verrichte deine Werke in Ikhlas

… (aufrichtiger Ergebenheit) und es werden dir wenige Werke (von dieser Art) ausreichen.“ (Ad-Dailamiy)

Hadith: „Bitte Allah um das absolute Vertrauen und Seinen Schutz.

… Denn es wird keinem Menschen etwas Besseres gegeben – nach dem absoluten Vertrauen – außer Seinem Schutz.“ (`Sahih al-Dschami´)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

Das Vertrauen zu Allah zählt zu den grundlegenden Charaktereigenschaften des gläubigen Menschen. Es wird im Qur´an immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen betont, etwa in Surah al-Ma’ida 5/11, at-Tauba 9/51; Ibrahim 14/12 oder at-Taghabun 64/13. Diese Verse betonen die Tatsache, dass das Vertrauen in Gott und Seine Weisheit dem Menschen eine starke Persönlichkeit verleihen kann, weil dieser sich praktisch keinem geringeren als dem Schöpfer des Universums selbst anvertraut. In diesen Kontext gehört auch die berühmte Überlieferung des Propheten Muhammad (a.s.) an den Jugendlichen Ibn ´Abbas, als er ihm sagte: „Bewahre Allah, dann wird Allah dich bewahren. Bewahre Allah, und du wirst Ihn immer bei dir finden….“ (Tirmidhi, Ahmad)

Tawakkul – Vertrauen in Allah – sich verlassen auf Allah

Großzügigkeit im Gegensatz zu: Geiz

Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Auseinandersetzung zum Beispiel mit dem Vers 2/261 und anderen Quellen erfahren, wie wichtig es ist, großzügig zu sein und wie schädlich es ist, geizig zu sein.

Meine Umgebung und Ich: Ich bin eine Säule der Gesellschaft, in der ich lebe

Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit überlegen, welchen Beitrag sie für die Gesellschaft, in der sie leben, leisten – und welchen sie aus ihrer Religiosität heraus leisten könnten oder sogar leisten müssten! In Form von Rollenspielen können sich die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel mit dem Bild der Muslime in der Gesellschaft auseinandersetzen –aber auch Möglichkeiten der Partizipation und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben im wahrsten Sinne des Wortes „durchspielen.“

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen

Ganz im Rahmen des Jahresmottos sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Rolle der Religionen im Alltag auseinandersetzen und diskutieren, ob die Religionen in der derzeitigen Struktur tatsächlich Lebenshilfe leisten (können) – und was sich verändern müsste, damit diese vornehmste Aufgabe der Religionen wieder mehr ins Zentrum rückt. Besonders spannend wird die Diskussion, wenn sie vom Lehrer fächerübergreifend organisiert wird und sich Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher religiöser Bekenntnisse miteinander über diese Fragestellung austauschen.

Lebenshilfe und die Rolle der Religion

Karitatives religiöses Engagement

Die Natur und Ich: Die Berge als Sinnbilder des Vertrauens

Berge gelten als Sinnbilder des Vertrauens – geben sie doch der Erde Halt (an-Naba‘ 78/7 und an-Nazi’at 79/32). Im Qur´an werden sie in über 40 Versen angesprochen (u.a. in an-Naml 27/88 und al-Fatir 35/27) – ein Grund für den islamischen Religionslehrer und die islamische Religionslehrerin, sich mit ihren Schülerinnen und Schülern den Bergen im Qur´an und Hadith zu widmen – eventuell im Austausch mit der Geographielehrerin oder dem Geographielehrer.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Kulturelle Zentren des Islam

In diesem Themenkreis sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit historischen kulturellen Zentren des Islam beschäftigen und feststellen, dass die islamische Kultur und Kunst zwar viele Ähnlichkeiten aufweist, dennoch faszinierende und sehr ausgeprägte regionale Unterschiede deutlich zu erkennen sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche Stilrichtungen kennenlernen und diesen auch ihnen unbekannten Kunstwerken zuordnen können. Sie sollen einen knappen Überblick über die Vielfalt des Islam erhalten, die Menschen beflügelt und nicht eingeengt hat. In Bezug auf ihre eigene Lebenswelt sollen die Schülerinnen und Schüler motiviert werden, je nach Fähigkeiten und Fertigkeiten selber auch künstlerisch tätig zu werden.

Cordoba

Bagdad

Kairo

Maghreb

Damaskus

Samarkand

Istanbul

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Meine Pflichten als Österreicherin / als Österreicher

Aufbauend auf dem wünschenswerten Charakterzug, eine Säule der Gesellschaft zu sein, in der man lebt, soll den Schülerinnen und Schülern angeboten werden, die österreichisch-islamische Identität anzunehmen bzw. sich in Österreich zu Hause zu fühlen und zu wissen – unabhängig von ihrer tatsächlichen Staatsbürgerschaft. Erst in der Hinwendung zu Österreich können sie verantwortliche Mitglieder der Gesellschaft werden und an ihr teilhaben. Dies bedeutet nicht, dass sie ihre eigenen kulturellen Hintergründe (oder die ihrer Eltern) ignorieren oder unterdrücken – im Gegenteil, es sollen alle Elemente ihrer Identität auch von ihnen selber als Tatsachen und Realitäten in ihrem Leben angenommen werden. Ziel ist die verantwortungsvolle und aktive Schülerin bzw. der verantwortungsvolle aktive Schüler.

Ich bin Österreicher/in (bzw. lebe in Österreich) – und bin verantwortlich für meine Heimat bzw. die Gesellschaft, in der ich lebe

Ich beteilige mich an den Wahlen

Ich übernehme Verantwortung in gesellschaftlichen Bereichen,

…. Vereinen, Parteien, Gewerkschaften und Organisationen der Zivilgesellschaft etc.

Ich bin ein aktives Mitglied dieser Gesellschaft

Islam in Spanien (Andalusien – al-Andalus)

Der Islam hat in Spanien eine sehr lange Geschichte, da er vor der Inquisition ca. 700 Jahre dort präsent war. Diese Geschichte sollte in dieser Einheit zumindest in Grundzügen erläutert werden, ehe auf die aktuelle Situation des Islam in Spanien eingegangen wird - in ähnlicher Weise wie über die anderen europäischen Länder in den anderen Schulstufen eingegangen wurde. Erwähnt werden sollte jedoch noch die besondere Beziehung der spanischen Monarchie zu den Habsburgern, welche das österreichische königliche Herrschergeschlecht darstellen – und die Folgen dieser Beziehung. Etwa die „Spanische Hofreitschule“ welche ursprünglich ja die „Arabische Hofreitschule“ war. Was diese Thematik betrifft, so bietet sich ein interdisziplinäres Projekt mit dem Fach Geschichte an.

Geschichte des Islam in Spanien

Das europäische Gesicht des Islam

Kunst und Kultur im islamischen Spanien

Das Miteinander der Religionen in Spanien

Islam in Spanien heute

Themenkreis: Geschichte(n)

Der Prophet Ibrahim / Abraham

Die Geschichte des Stammvaters der Religionen, Ibrahim, ist eine Geschichte, die Zeuge eines von Beginn an grenzenlosen Vertrauens des Propheten in seinen Gott ist. Im Laufe seines Lebens wird dieses Vertrauen immer wieder vertieft und auch demonstriert – angefangen bei dem Feuer, welches ihn vernichten sollte, über seine Auswanderung nach Makkah bis hin zur (verhinderten) Opferung des Sohnes. Doch trotz aller Schwierigkeiten und Anfechtungen vertraute Ibrahim immer auf Gott und wurde daher auch von Ihm besonders ausgezeichnet. Es ist die Erfüllung seines Bittgebets, dass bis heute die Menschen in Scharen nach Makkah strömen – einem damals öden und trostlosem Ort mitten in der Wüste: „Und als Ibrahim sprach: O mein Herr! Mache dieses Land sicher und bewahre mich und meine Kinder vor der Anbetung von Götzen. (…) O unser Herr! Siehe, ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem unfruchtbaren Tal bei Deinem unverletzlichen Hause angesiedelt. O unser Herr! Mögen sie das Gebet verrichten! Und erfülle die Herzen der Menschen mit Liebe zu ihnen und versorge sie mit Früchten, damit sie Dir dankbar sein können ….“ (Ibrahim 14/35-41)

Die Schülerinnen und Schüler sollten darüber hinaus erfahren, dass der Prophet Ibrahim mit seinem Sohn Isma´il die Ka´bah – das erste Gotteshaus auf Erden – mit seinen eigenen Händen baute, die uns bis heute erhalten ist und Ziel aller Pilger in Makkah ist.

Die Mutter von Musa / Moses

Auch die Mutter von Musa bewies extremes Vertrauen in Allah, als sie ihren Sohn den Fluten des Meeres anvertraute, damit ihn die Schlächter des Pharaos nicht erreichen konnten (al-Qasas 28/7-10 u.a.). Die Schülerinnen und Schüler sollen sich intensiv mit dieser Geschichte auseinandersetzen, und erkennen, dass selbstbewusste und gläubige Frauen von Gott ausgewählt und besonders ausgezeichnet werden.

Die Fatimiden

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Geschichte und den Errungenschaften der Fatimiden auseinandersetzen und ihre gesellschaftlichen und historischen Leistungen würdigen.

Aktuelles Thema: Islam und Demokratie

Das aktuelle Thema behandelt eine der wichtigsten Themenstellungen des Islams in Europa – nämlich die Beziehung zwischen Islam und Demokratie. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass Islam und Demokratie einander nicht widersprechen, sondern viele Berührungspunkte und Überschneidungen haben. Sie sollen weiterhin dazu motiviert werden, sich für politische Zusammenhänge zu interessieren und politische Grundstrukturen zu verstehen. Aus diesem Grund werden wesentliche Dimensionen einer Demokratie intensiver besprochen und ihre Bezüge zum Islam verdeutlicht. Letztendlich sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass sie als aktive Mitglieder der demokratischen Gesellschaft auch am politischen Leben partizipieren sollen.

Gewaltenteilung

Pluralismus

Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit

Freie, unabhängige und geheime Wahlen etc.

10. SCHULSTUFE: VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN

Mit 15-16 Jahren beginnen Jugendliche, sich Gedanken über die eigene Zukunft zu machen. Sie fangen an über Beziehungen, Familie, Karriere und Beruf nachzudenken. Aufbauend auf der Bewusstmachung der religiösen Reife und Mündigkeit soll in diesem Jahr die damit verbundene Verantwortlichkeit des Menschen im Mittelpunkt stehen. Verantwortung übernehmen zu können bedeutet im Kontext des islamischen Religionsunterrichtes, sich das Ziel menschlichen Strebens zu vergegenwärtigen, das Wohlgefallen Allahs zu erreichen und damit den eigenen Tod und das Danach nicht auszublenden. Ethisch richtiges Handeln und gute Werke zu tun ist verbunden mit der Bereitschaft, sich selbst in den Absichten zu hinterfragen und zu prüfen und um die eigene Willensfreiheit zu wissen, damit negative Entwicklungen nicht bequem mit dem Vorwand des „Schicksals“ aus der eigenen Verantwortung geschoben werden können. Schülerinnen und Schüler sollen zu ihrer eigenen Meinung stehen können – diese jedoch auch begründen. In diesem Zusammenhang behandelt der Religionsunterricht in diesem Jahr Themen wie Treue, Vorbildlichkeit oder auch Gerechtigkeit.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Iman an Qada´ und Qadar (die göttliche Vorsehung)

Die Schülerinnen und Schüler erfahren in diesem Themenkreis die Bedeutung der göttlichen Vorsehung (Qadar) und sollen erkennen, dass man vom Schicksal eigentlich nur im Nachhinein sprechen kann. Qada´‚ bezieht sich immer auf die Vergangenheit, wurde schon entschieden und kann nicht mehr beeinflusst werden. Qadar bezieht sich immer auf die Zukunft und kann von mir beeinflusst werden. Eng mit dieser Thematik ist die Frage nach der Willensfreiheit des Menschen verknüpft, welche der bekannte Imam al-Ghazali folgendermaßen löste: „Der Mensch ist frei in dem, was er weiß, und nicht frei in dem, was er nicht weiß.“ Mit anderen Worten: Ich kann nur in den Bereichen entscheiden, welche ich kenne – alle anderen sind für meine Entscheidung irrelevant.

Es gibt Bereiche in meinem Leben, über die ich niemals entscheiden konnte, wie etwa mein Geschlecht, meine äußere Erscheinung, meine Nationalität, meine Muttersprache etc. Alle diese Aspekte gehören zum Bereich des Qada´. Und es gibt Bereiche in meinem Leben, in denen ich die Verpflichtung zur Entscheidung habe, wie etwa: wo werde ich leben, wie werde ich leben, welchen Beruf ergreife ich etc.

Da der Mensch – im Gegensatz zu Gott – keinerlei Wissen über seine Zukunft hat, sind seine Entscheidungen immer frei. Aus seiner Entscheidungsfreiheit leitet sich letztendlich auch seine Verantwortlichkeit ab – und wie könnte jemand Verantwortung tragen, der sein Handeln nicht frei bestimmen kann?

In dem (nachträglichen) Wissen, dass alles, was mich getroffen hat, auch mir gegolten hat und im absoluten Vertrauen in die Gerechtigkeit Gottes kann Qada´ und Qadar als wesentliches Element positiven Denkens betrachtet werden (vgl. Hadith von Umar in der Prophetenmoschee uvm.)

Qada´ und Qadar in den Quellen

Bereiche von Qada´ und Qadar

Qadar und die freie Entscheidung

Was heißt Ibadah (Gottesdienst)?

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Begrifflichkeit der Ibadah beschäftigen und erkennen, dass es ein religiöses Verständnis von Ibadah und ein alltägliches Verständnis von Ibadah gibt. Das eine ist durch die religiösen Vorschriften klar umgrenzt, das andere bezieht sich auf alles, was mit reiner Absicht und reinem Herzen gedacht, gesagt oder getan wurde. In der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Stufen der Ibadah sollen die Schülerinnen und Schüler zumindest ansatzweise dazu gebracht werden, konkrete Bezüge zu ihrer eigenen Lebenswelt zu erkennen und zu benennen.

Stufen der Ibada

Bid´ah

Halal und Haram

„Sag, verwehrt hat mein Herr nur die Schandbarkeiten, die öffentlichen und die geheimen, und die Sünde und ungerechte Gewalttat …“ (al-Araf 7/33).

„Der Einsichtige soll, sofern er Verstand hat, sich nur um dreierlei Dinge bemühen: die Vorsorge für das Jenseits, die Sorge für den Lebensunterhalt und den Genuss der Dinge, die nicht verboten sind.“ Dieser Ausspruch gehört zu den Weisheiten des Propheten Ibrahim und fasst in wenigen Worten wesentliche Inhalte zusammen.

Dieses Thema ist deshalb wichtig und wesentlich, weil es um das Erlaubte und Verbotene im alltäglichen Leben – beim Essen, im Umgang miteinander und auch bei der ´Ibadah geht. Es soll jedoch nicht formalistisch behandelt werden – vielmehr soll auch hier der Sinn im Zentrum der Fragestellungen stehen. Erörterungswürdig ist etwa die Frage, ob es bei der Schächtung der Tiere nur um die Basmallah geht, oder ob nicht auch artgerechte Tierhaltung und artgerechte Fütterung einen weiteren Bestandteil der Kategorie Halal darstellen.

… beim Essen

… im Verhalten

… in der Ibadah

Ibadatus-Salihin (Gottesdienst der Gerechten) – oder wie ich eine ganz besondere Beziehung zu meinem Schöpfer aufbauen kann

Vom Propheten Muhammad sind besondere Bittgebete überliefert, die er täglich sprach, oder deren Belohnung besonders groß ist oder deren bester Zeitpunkt der frühe Abend oder auch der frühe Morgen sind. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese lernen und besprechen, inwieweit sie einander behilflich sein könnten, eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Schöpfer aufzubauen.

Adhkaar am Morgen und am Abend

Themenkreis: Quellen des Islam

Gliederung des Qur`an

Die Gliederung des Qur´an in mekkanische und medinensische Suren hat auch eine inhaltliche Bedeutung, welche die Schülerinnen und Schüler in dieser Einheit möglichst selbständig erarbeiten sollen. Weiterhin sollen immer wiederkehrende Themen des Qur´an erarbeitet und die feinen Unterscheidungen der Formulierungen genauer analysiert werden. Besonders interessant ist dies im Kontext der Schöpfungsgeschichte, die immer wieder in unterschiedlichen Suren erwähnt und dargestellt wird – jedes Mal jedoch mit einer neuen inhaltlichen Nuance.

Mekkanische und Medinensische Surah

Themenkreise des Qur´an

Dimensionen des Hadith:

Aufbauend auf der Einführung in die Hadith-Wissenschaft sollen die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr eine Vertiefung erhalten. Sie lernen, dass ein Hadith aus drei Abschnitten besteht, welcher jeder für sich auf seine Richtigkeit hin überprüft wurde und über die Kategorien des Hadith: wann gilt er als Sahih, wann als Hasan, und wann als Da´if?

Auch die Einteilungen des Hadith in die Kategorien Mutawatir, Maschhur, Ahad sollte den Schülerinnen und Schülern am Ende des Jahres ein Begriff sein.

Isnad (Überlieferungskette), Matn (Text), Rawi (Überlieferer)

Kategorien des Hadith: Sahih (sicher), Hasan (gut), Da´if (schwach)

Mutawatir (kontinuierliche Überlieferung), Maschhur, Ahad

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Zu den bekanntesten Versen gehören die ersten fünf Verse der zweiten Surah – diese sollten auch die Schülerinnen und Schüler lernen – ebenso die Ahadith, welche besondere Charaktereigenschaften thematisieren.

Suratul-Humaza (104) und Al-Qari´ah (101)

Beginn der Suratul-Baqara: 2/1-5

Hadith: Allahs Gesandter hat gesagt: Allah spricht:

„(…) Doch Mein Diener hört nicht auf, sich Mir durch freiwilliges Tun zu nähern, bis Ich ihn dafür liebe. Und wenn Ich ihn liebe, dann bin Ich sein Ohr, mit dem er hört, und sein Auge, mit der er sieht, und seine Hand, mit der er etwas ergreift und sein Fuss, mit dem er geht.“ (Bukhari)

Hadith: Es gibt vier Eigenschaften, wenn du darüber verfügst,

(…) soll dich nicht kümmern, was dir von dieser Welt entgeht: Anvertrautes zu bewahren, die Wahrheit zu sprechen, von guter Wesensart zu sein und einen ehrlichen Lebensunterhalt zu haben. (Mischkat)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

Der Gesandte Allahs wurde gefragt: „Ist es möglich, dass ein Mu´min (gläubiger Mensch) feige ist?“ Er sagte: „Ja“. „Ist es möglich, dass ein Mu´min (gläubiger Mensch) geizig ist?“ Er sagte: „Ja“. „Ist es möglich, dass ein Mu´min (gläubiger Mensch) lügt?“ Er sagte: „Nein!“ (Muwatta)

Diese Überlieferung des Propheten (a.s.) kann quasi als Motto für die persönliche Selbstentwicklung genommen werden. Nichts ist schlimmer, als wenn Menschen einander belügen oder heuchlerisches Verhalten an den Tag legen: „Der schlimmste Mensch am Jüngsten Tag wird vor Allah der sein, der zwei Gesichter hat: er kommt zu diesen mit einem Gesicht und zu den anderen mit einem anderen.“ (Bukhari, Muslim, Ahmad)

Dagegen hilft nur die Kenntnis der eigenen Stärken und Schwächen und das stetige Bemühen um die Verbesserung des eigenen Charakters (vgl. auch al-Isra‘ 17/34 u.a.).

Was Treue angeht, so sind auch hier die Worte des Propheten eindeutig: „Die Muslime halten ihre Verträge ein!“ (Bukhari)

Als bestes Vorbild für die Menschen gilt der Prophet (a.s.), über den seine Frau berichtete, dass sein Charakter mit einem wandelnden Qur´an zu vergleichen ist. Der Prophet hatte hervorragende Charaktereigenschaften und gab jedem Menschen das Gefühl, dass er im Zentrum des Gespräches steht.

Sidq (Wahrhaftigkeit) im Gegensatz zu: Nifaq (Heuchelei)

Wafa´ (Treue) im Gegensatz zu: Betrug

Vorbild sein

Meine Umgebung und Ich: meine Familie, Nachbarn und Freunde

(an-Nisa‘ 4/36)

Die Familie und besonders die Eltern haben im Islam einen sehr hohen Stellenwert (vgl. Luqman). In dieser Einheit sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit alternativen und handlungsorientierten Methoden den Themenfeldern Familie, Nachbarn und Ort, in dem ich lebe, nähern, auch auf der Grundlage der Überlieferungen des Propheten Muhammad (a.s.) der sagte: „Derjenige ist kein Gläubiger, der sich satt isst, während sein Nachbar neben ihm hungrig ist.“ (Bukhari, Muslim) oder auch: „Dschibril (Gabriel) hat mir so lange den Nachbarn ans Herz gelegt, bis ich meinte, er würde ihn zum Erben einsetzen.“ (Bukhari)

In diesem Zusammenhang müssen sich die Schülerinnen und Schüler auch fragen, ob diese Verantwortung den Nachbarn gegenüber heute noch realistisch ist und wie sie z.B. in den riesigen Wohnblöcken der modernen Stadt umzusetzen wäre. Ziel soll immer die realistische Betrachtung der Thematik und die konkrete Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler sein. Interessant ist in diesem Kontext auch die folgende Überlieferung, welche klar den Schwerpunkt des religiösen Gottesdienstes betont:

Ein Mann sagte (einmal): „Allahs Gesandter, eine gewisse Frau verrichtet viele Gebete, fastet viel und gibt viel Sadaqah, aber sie verletzt ihre Nachbarn mit (der Rede) ihrer Zunge.“ Er sagte: „Sie wird in die Hölle eingehen!“ Der Mann sagte: „Allahs Gesandter, eine andere Frau fastet wenig, gibt wenig Sadaqah und betet wenig und gibt nur ein wenig Käse als Sadaqah, aber sie verletzt ihre Nachbarn nicht mit (der Rede) ihrer Zunge.“ Er sagte: „Sie wird ins Paradies eingehen!“ (Mischkat)

Was die Verantwortung dem Ort gegenüber betrifft, in dem ich lebe, so bezieht sich diese Dimension u.a. auf die Verpflichtung, die Wege frei zu halten und zu pflegen und jegliche Möglichkeit für Belästigungen in der Öffentlichkeit zu untersagen.

Verantwortung gegenüber meiner Familie

Verantwortung gegenüber meinem Nachbarn

Verantwortung gegenüber dem Ort, in dem ich lebe

Ich und Menschen mit anderen Überzeugungen: Menschenwürde im interreligiösen Vergleich

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler sich aus der Sicht verschiedener Religionen und auch aus säkularer Sicht mit der Würde des Menschen auseinandersetzen und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Konzepten erarbeiten. Je nach Möglichkeit vor Ort entscheidet die Religionslehrerin oder der Religionslehrer, welche Vertreter anderer Religionen oder auch Nichtreligionen eingeladen werden, um diese Thematik zu behandeln. Aus islamischer Perspektive sollen die Schülerinnen und Schüler die Begriffe Karamah (Menschenwürde), Khilafa (Statthalterschaft) und Fitrah (natürliche Veranlagung) genauer untersuchen. (vgl. Baqara 2/30-34,286; Ali-Imran 3/7; al-Araf 7/42; al-Isra‘ 17/15; al-Hadsch 22/6; ar-Ruum 30/20-27; al-Insan 76/2-3 und Hadith: „Jedes Kind wird mit der natürlichen Veranlagung (zum rechten Weg) geboren. Und seine Eltern machen aus ihm…“ (al-Bukhari, Muslim, Abu Dawud, Tirmidhi)

Die Natur und Ich: Die Bienen im Qur`an

Die Biene ist ein kleines, unscheinbares Insekt, das leicht übersehen werden könnte, wenn da nicht noch etwas wäre …. Eine Surah im Qur´an beschäftigt sich intensiv mit den Bienen und ihrem Volk sowie mit dem Honig, den sie erzeugen. Die Auseinandersetzung mit beiden ist faszinierend – und diese Faszination soll den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden. Es bietet sich auch hier der interdisziplinäre Blick an – ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Biologielehrerin oder dem Biologielehrer scheint geradezu vorprogrammiert.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Waqf – Das islamische Stiftungswesen

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler eine Einführung in das islamische Stiftungswesen erhalten und die soziale Bedeutung des Waqf erkennen. Es bietet sich an, die unterschiedlichen Formen der Stiftungen in Form von Schülerreferaten zu vermitteln, da die Auswahl sehr groß ist. Möglich wäre auch die beispielhafte Vermittlung der Arbeit eines konkreten Waqfs – wichtig ist dabei allerdings auch die Fragestellung, warum Waqf im heutigen islamischen Leben kaum noch zu finden sind.

Was ist ein Waqf?

Die soziale Bedeutung des Waqf

Frauenspezifische Auqaf

Waqf für Schüler und Studenten

Waqf für Angestellte und Arbeiter

Waqf für Arme und Kranke

Waqf für Tiere und deren Schutz

Waqf für die Entwicklung zivilisatorischer Einrichtungen

Waqf für den Umweltschutz

Themenkreis: Islam in Österreich und in der Welt

Die Gleichheit der Menschen unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit

Die Anti-Diskriminierungs-Gesetzgebung in Österreich verbietet gesetzlich die Diskriminierung aufgrund z.B. der Herkunft, des Geschlechts oder der Religion. Oftmals ist es jedoch so, dass viele Diskriminierungsopfer diese Gesetzgebung überhaupt nicht kennen oder nicht genug Zivilcourage aufbringen, diese in Anspruch zu nehmen. Manche entwickeln aufgrund häufig erlebter Diskriminierung eine pessimistische Grundhaltung oder – noch schlimmer – beginnen selber, andere zu diskriminieren. Allein deshalb hat das Thema seine Berechtigung im Religionsunterricht. Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, ausgehend von der allgemeinen Menschenwürde, Diskriminierung jeglicher Art zu erkennen und abzulehnen. Weiterhin sollen sie über die Gesetzgebung in Österreich und in Europa informiert sein – hierzu ist es wünschenswert, dass eventuell ein Projekt mit der Lehrerin oder dem Lehrer für Politische Bildung durchgeführt wird, oder etwa ein Experte in den Unterricht eingeladen wird, der diese Thematik mit der Klasse bespricht.

Islam in Nordamerika

In der Auseinandersetzung mit dem Islam in Nordamerika bekommen die Schülerinnen und Schüler eine Perspektive über den Ozean hinweg – sie sollen feststellen, dass viele Ähnlichkeiten in der Organisation des Islams in Nordamerika und in Europa existieren, sollen aber auch die Unterschiede erkennen, die einerseits sicherlich aus der Definition Amerikas als Einwanderungsland resultieren und andererseits aus dem Bildungsstand und der sozialen Schicht der Muslime dort.

Islam in Asien

Der Islam in Asien hat viele Gesichter – von China über Indien bis nach Malaysia - und die Auseinandersetzung mit ihm verdeutlicht einmal mehr, dass sowohl religiöse als auch kulturelle Einflüsse das Leben der Muslime in Asien bestimmen. Interessant wäre die Auseinandersetzung mit der Frage, welche Dimensionen religiöser und welche kultureller Natur sind – und wie beide Begriffe voneinander abzugrenzen wären.

Themenkreis: Geschichte(n)

Islam in der Türkei

Der Islam hat in der Türkei eine lange Geschichte, das Wissen darüber gehört zum Basiswissen. In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und die Schüler in verschiedenen Epochen die Geschichte des Islam in der Türkei erfahren und sich auch – wenn möglich und sinnvoll – mit der aktuellen Situation des Islam in der Türkei auseinander setzen.

Türkisches Gesicht des Islam

Viele Völker unter einem Dach

Kunst und Kultur bei den Osmanen

Wissenschaft bei den Osmanen

Maryam / Maria

Maryam gehört zu den wenigen Persönlichkeiten, welche von Allah Wahiy (Offenbarung) empfangen haben. In der Auseinandersetzung mit der Geschichte von Maryam sollen die Schülerinnen und Schüler eine der Frauen kennenlernen, welche Allah zum Gleichnis für die gesamte Menschheit gemacht hat. In diesen Kontext gehört auch die Geschichte ihrer Mutter, welche sich einen Sohn wünschte, und dann von der wundersamen Geburt einer Tochter überrascht wurde – die dennoch die für den Sohn vorgesehene Aufgabe im Tempel erfüllte. Auch die Beziehung Maryams zu Zakariya sowie die Ehrungen und Auszeichnungen, die Allah Maryam zuteil werden ließ, ihr Gebet, die Gaben und letztlich die frohe Botschaft eines Sohnes. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Stationen ihres Lebens erarbeiten und die Reaktionen der Gesellschaft auf Maryam genauestens studieren – waren sie doch voller Vorurteile und Verleumdungen, welche die junge Mutter nun aus der Welt schaffen musste. Ziel soll sein, dass die Schülerinnen und Schüler den Vorbildcharakter Maryams für die ganze Menschheit nachvollziehen und erläutern können. (vgl. Surah Maryam; sowie at-Tahriem 66/12 u.a.)

Aktuelles Thema: Frau und Mann im Islam

Gleich im Anschluss an die Erzählung Maryams bietet sich die Thematik von Frau und Mann im Islam an – und die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, sich unabhängig von ihren Vorurteilen und Einstellungen auf die Textquellen einzulassen. In der Erarbeitung traditioneller Rollenbilder setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit der aktuellen und realen Situation auseinander – aber schon in der ersten Beschäftigung mit den Quellen werden sie erkennen, dass keine islamische Quelle der Frau eine wie auch immer geartete Minderwertigkeit zuschreibt, auch den Sündenfall hat sie nicht verursacht. (vgl. Baqara 2/35-37 u.a.)

Traditionelle Rollenbilder

Gleichheit von Frau und Mann (Nisa´ 33/35 etc.)

Unterschiedlichkeit von Frau und Mann (Ar-Ruum 30/21)

Voneinander geschaffen und füreinander verantwortlich (at-Tauba 9/71)

11. SCHULSTUFE: LIEBE ZUM WISSEN

Dass Glauben und der bewusste und geradezu genussvolle Gebrauch des Verstandes sich im Islam nicht ausschließen, soll in diesem Schuljahr intensiv erfahren werden. Während die Schulzeit sich dem Ende nähert und das eigene Lernen bei vielen Schülerinnen und Schülern zum Teil als ermüdend empfunden wird und/oder vorgegebene Inhalte zunehmend kritisch hinterfragt werden, soll damit auch eine generelle persönliche Reflektion der Einstellung zum Lernen vorgenommen werden. Ziel dabei ist es, die Lust an geistigen Auseinandersetzungen zu stärken und gleichzeitig Kompetenzen für damit einhergehende Diskussionen (Diskussionskultur) zu erwerben. Dazu sind nicht nur die entsprechenden Belegstellen aus den Quellen zu erarbeiten. Vorbildhaft können die Biographien und Leistungen ausgewählter muslimischer Denker und Wissenschafter, darunter auch etlicher Frauen, für die positive Haltung des Islam zum Streben nach Wissen wirken, wie auch die Kenntnis über die Förderung von Bildung in der muslimischen Kulturgeschichte. Der dynamische Anspruch des Islam, jeweils Zeit, Ort und den gesellschaftlichen Rahmen bei entstehenden Fragen zur religiösen Praxis zu berücksichtigen, soll damit erschlossen werden. Daher sind nach einer Einführung in die Hintergründe der großen muslimischen sunnitischen und schiitischen Traditionen und deren Namensgeber exemplarisch auch große Frauen und Männer und deren Einfluss als Gelehrte auf die Entwicklung der wissenschaftlichen Disziplinen zu untersuchen. Dabei soll auch die Komplexität ihrer Gedanken und der zeitliche Hintergrund, vor dem diese entstanden, berücksichtigt werden, wie auch die Rezeptionsgeschichte ihres Schaffens. Auf diese Weise soll eine kritische und mündige Auseinandersetzung mit aktuellen Diskursen rund um den Islam und Muslime angeregt werden.

Dinge nicht einfach als „gegeben“ hinzunehmen, sondern sich eine Bereitschaft anzueignen, durch gezielte und treffende Fragen tiefere Einsicht zu gewinnen oder auch die Unmöglichkeit eines abschließenden Urteils zu erkennen und sich mit der Prozesshaftigkeit von Erkenntnisgewinn auseinanderzusetzen, soll gerade über Themen, die in sich teilweise Widersprüchlichkeiten bergen und die in sich nicht abgeschlossen sind, geschult werden. Damit erfährt auch der Wissensbegriff an sich eine Ausleuchtung, die an moderne Auffassungen und Richtungen anknüpfen lässt. Nicht zuletzt soll auch der Anteil von Frauen besprochen und damit vermittelt werden, dass Bildung Frauen und Männern gleichermaßen zu einer Lebensaufgabe und -bereicherung werden soll.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Das Gerüst des Islam – ein Überblick

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler das Gerüst des Islam in seiner Gesamtheit erfahren und auf diese Art und Weise die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Arkanul-Iman bzw. den Arkanul-Islam wahrnehmen und erläutern können. Die vertiefte Auseinandersetzung führt zu einem vollständigen Bild des Islam und gibt den Schülerinnen und Schülern eine umfassende und klare Struktur in die Hand, welche alle wesentlichen Dimensionen der islamischen Religion berücksichtigt und ordnet. Als neuer Aspekt kommt die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der Thematik des Schirk und des Kufrs hinzu, welches in den vorherigen Stufen keinen Raum gefunden hat.

Die Grundlagen des Glaubens (Arkanal-Iman)

Die Fünf Säulen des Islams (Arkanal-Islam)

Asch-Schirk

Al-Kufr

Das freiwillige Fasten – der beste Weg zur Selbsterziehung

In dieser Einheit sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem freiwilligen Fasten auseinandersetzen, welches auf den Propheten (a.s.) zurückgeführt wird – etwa das Fasten am Montag und Donnerstag, oder das Fasten an den drei Tagen des Vollmondes, oder auch das Fasten in den heiligen Monaten. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, wie sehr das Fasten dazu geeignet ist, in sich zu kehren und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Das regelmäßige und freiwillige Fasten kann als gute Methode zur Selbsterziehung betrachtet werden, so wie es im folgenden Hadith überliefert wurde: „Das Fasten ist ein Schutz. So soll der (der fastet) keine unzüchtigen Reden führen und sich nicht töricht verhalten, und wenn jemand ihn bekämpft oder beschimpft, soll er zweimal sagen: Ich faste!“ (Bukhari)

Themenkreis: Quellen des Islam

Die Nebenquellen des Islam

Nachdem die Schülerinnen und Schüler sich in den vergangenen Jahren intensiv mit den Hauptquellen des Islam auseinandergesetzt haben, sollen sie in dieser Schulstufe die Nebenquellen des Islams kennenlernen. Anhand konkreter Beispiele sollen die Schülerinnen und Schüler die Methoden der islamischen Gelehrten zur Urteilsfindung verstehen und erkennen, wie sehr diese Nebenquellen eine angemessene, an Ort und Zeit angepasste Interpretation der Hauptquellen unterstützen und ergänzen. Grundlage für die Entwicklung dieser Methoden ist der Hadith des Propheten (a.s.), als er Mu´adh Ibn Dschabal als Gesandten in den Yemen schickte und ihn fragte: „Worauf wird dein Urteil gründen?“ – „Es wird auf dem Buche Gottes gründen,“ antwortete Muadh. „Und wenn du darin nichts Entsprechendes findest?“ „Dann wird es auf der Sunnah des Gesandten gründen.“ „Und wenn du dort nichts findest?“ „Dann werde ich mich mit aller Kraft bemühen, mir ein eigenes Urteil zu bilden.“ Daraufhin antwortete der Prophet (a.s.): „Gelobt sei Gott, Der den Beauftragten Seines Propheten so geleitet hat, dass es Seinem Propheten wohl gefällt!“ (Bukhari, at-Takhlis al-Habier).

Al-Idschma´ (Konsens)

Al-Qiyas (Analogieschluss)

Idschtihad und seine besondere Funktion

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Die Verse, welche in dieser Schulstufe genauer verstanden, gelernt und interpretiert werden sollen, sind bekannte Verse: die tägliche Rezitation der Suratul-Mulk bewahrt den Menschen vor der Pein des Grabes, und die Surah Ya-Sin wird als Herz des Qur´ans bezeichnet. Die beiden Überlieferungen des Propheten (a.s.) beziehen sich zum einen auf das Jahresmotto, bei der anderen geht es um den Menschen mit dem besten Charakter. Die Schülerinnen und Schüler sollen diese wichtigen Texte lernen und umsetzen.

Suratul-Mulk 67

Verse aus Surah Yasin 36

Hadith: „Wenn jemand einen Weg einschlägt, um größeres Wissen zu

…. erwerben, wird Gott ihm den Weg ins Paradies erleichtern.“ (Muslim)

Hadith: „Die Besten von euch sind die mit dem besten Benehmen!“

Allahs Gesandter (a.s.) gebrauchte niemals unanständige Worte und tat niemals etwas Unanständiges, und er pflegte zu sagen: „Die Besten von euch sind die mit dem besten Benehmen!“ (Bukhari, Muslim)

Themenkreis: Miteinander leben (Adab und Akhlaq)

Ich entwickle mich

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass der Islam eine sehr bildungs- und wissensfreudige Religion ist. In der Auseinandersetzung mit der Vielfalt an Versen und prophetischen Überlieferungen, welche die Bedeutung des Wissens für den Menschen näher erläutern und die Vorrangstellung der Gelehrten und Wissenschaftler betonen, sollen die Schülerinnen und Schüler dazu motiviert werden, sich mehr für Bildung und Wissenschaft einzusetzen und eventuell auch eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Besonders betont werden soll die enge Verknüpfung zwischen Glauben und Wissen, die zum Beispiel auch in folgendem Vers verdeutlicht wird: „Wahrlich, von den Dienern Gottes fürchten Ihn nur die Wissenden.“ (Fatir 35/28) oder die Ahadith: „Wer aufbricht, um eine Wissenschaft zu erlernen, ist auf dem Wege Gottes bis zu seiner Rückkehr.“ (Tirmidhi) sowie: „Mit dem Tode eines Menschen vergehen seine Werke, mit Ausnahme von dreien: eine Spende, deren wohltuende Folgen andauern; Wissen, das Nutzen bringt; und ein Kind, das für ihn Gott anruft.“ (Muslim)

Besonders eindrucksvoll ist das Gleichnis der Rechtleitung und des Wissens, welches der Prophet (a.s.) gegeben hat: „Das Gleichnis der Rechtleitung und des Wissens, mit denen Allah der Allmächtige und Erhabene mich entsandt hat, ist wie ein reichlicher Regen, der auf ein Gebiet niederging: Der fruchtbare Teil des Erdbodens nahm das Wasser auf und brachte eine Menge an Pflanzen und Gras hervor….“ (Bukhari, Muslim).

Liebe zum Wissen im Gegensatz zu: Ablehnung der Unwissenheit

Tadabbur (Nachdenken) im Gegensatz zu: Taqlid (gedankenloses Nachahmen)

Ibn al-Dschausi: „Einer, der etwas blind befolgt, hat kein Vertrauen in das, was er befolgt. Nachmachen bedeutet, den Gebrauch des Verstandes zurückzuhalten, wo doch der Verstand zum Denken und Urteilen geschaffen wurde. Es ist Dummheit, wenn jemand, dem ein Licht gegeben wird, damit er den Weg findet, dieses auslöscht und im Dunkeln geht.“

Mit diesen knappen Worten des bedeutenden Gelehrten sollen die Schülerinnen und Schüler sich auseinandersetzen und erfahren, dass zum Bekenntnis zum Islam auch die eigene persönliche Überzeugung gehört – Nachahmung alleine reicht nicht aus.

Guter Charakter

Muadh (r) berichtete: Das letzte, was mir Allahs Gesandter (a.s.) auftrug, als ich meine Füße schon in die Steigbügel gesetzt hatte, war: „Muadh, zeige Anstand und guten Charakter im Umgang mit den Menschen.“ (Muwatta)

Die Schülerinnen und Schüler werden in dieser kleinen Einheit dazu eingeladen, diese sehr offene Formulierung des „guten“ Charakters inhaltlich zu füllen. Dies erweitert ihr Erkenntnisinteresse und eröffnet ihnen einen Blickwinkel für die Weite des Islam.

Meine Umgebung und Ich

Offenheit und Erneuerung sind wesentliche Faktoren, welche dazu beitragen, dass eine Gesellschaft sich weiterentwickeln kann. Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis dazu befähigt werden, darüber zu reflektieren, inwieweit ihr Umfeld mit diesen beiden Begriffen beschrieben werden kann und warum dies so ist. In der Auseinandersetzung mit diesen Reflektionen kann eine spannende Diskussion über die Zukunft und die Entwicklungsfähigkeit der Muslime geführt werden.

Offenheit

Erneuerung

Ich und Menschen mit anderer Überzeugung

Die acht qur`anischen Prinzipien für ein friedliches Miteinander der Religionen

Die acht qur´anischen Prinzipien für ein friedliches Miteinander der Religionen bestehen aus:

der Verpflichtung zu gegenseitigem Kennenlernen und Austausch (al-Hudschurat 49/13).

der Einladung zum Guten (Ali-Imran 3/104).

mit Weisheit und gutem Ratschlag (an-Nahl 16/125; Ibrahim 14/46).

in freundlicher Sprache und mit angenehmem Verhalten (Ali-Imran 3/159; al-Mumtahina 60/8).

und Betonung der Gemeinsamkeiten (Ali-Imran 3/64; al-Ankabut 29/46).

sowie Einhaltung der Grenzen – niemals beleidigen (an-Nisa‘ 4/140; al-An’am 6/68,108).

und dem Recht auf freie Entscheidung (al-Kahf 18/29).

kein Zwang in der Religion – jeder soll seinen Weg gehen (Baqara 2/139,256; Yunus 10/99; al-Anbiya 21/107-109).

Die Schülerinnen und Schüler sollen diese Prinzipien lernen und Möglichkeiten der Umsetzung in ihrem konkreten Leben besprechen. Sie sollen dazu befähigt werden, eine wichtige Rolle für ein friedliches Zusammenleben der Menschen zu spielen.

Die Natur und Ich: die Himmelskörper in Qur´an und Sunnah

Viele Verse im Qur´an befassen sich mit den Himmelskörpern – und so ist es auch kein Wunder, dass sich viele muslimische Gelehrte mit dieser Thematik beschäftigt haben. Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Einheit über die Himmelskörper in Qur´an und Sunnah lernen und die Leistungen früher muslimischer Astronomen kennen und schätzen lernen. Möglich ist in diesem Themenkreis wie immer auch die Durchführung eines interdisziplinären Projektes – etwa mit dem Physikunterricht.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Berühmte muslimische Wissenschaftler

In dieser Einheit sollen die Schülerinnen und Schüler einige berühmte muslimische Wissenschaftler mit ihren Leistungen und Erkenntnissen kennen und würdigen lernen. Auf der Grundlage handlungsorientierter Materialien zu dieser Thematik soll das Interesse der Schülerinnen und Schüler geweckt werden, sich mit einem der vorgestellten Themenkreise näher auseinanderzusetzen und eventuell in Form von Experimenten selber nachzuvollziehen.

Die Liste der bekannten Gelehrten ist lang und jederzeit erweiterbar – es bleibt der Lehrerin und dem Lehrer überlassen, wie viele Wissenschaftler im Unterricht vorgestellt und näher behandelt werden:

Idrisi (12. Jh. - Kartograph und Geograph)

Ibn al-Mardi (Geograph)

Mas`udi (9.Jh. - Geograph)

Ibn Fuslan (9.Jh. - erster reisender Geograph)

Ibn Khaldun (Begründer der Soziologie)

Ibn-Batuta (Entdeckungsreisender)

Taqi-ud-Din (Universalgelehrter, Erfinder der Dampfmaschine)

Al-Biruni (Astronom)

Al-Khawarizmi (Mathematiker, Ziffer 0 etc.)

Al-Karaadji (Ingenieur, Bewässerungstechnik)

Dschazari (Erfinder von Bewässerungsanlagen)

Ibn Khabbat (Erfinder hydraulischer Bewässerungsanlagen)

Ibn Sina (Avicenna – Mediziner)

ar-Razi (Rhazes – Mediziner)

az-Zahrawi (Albucasis - Mediziner)

Ibn al-Haytham (Alhazen - Mediziner)

Ibn Rushd (Averroes – Philosoph)

Bekannte Bibliotheken

In diesem zweiten Themenfeld der Kulturgeschichte sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit dem frühen Bibliothekswesen in muslimisch geprägten Gesellschaften auseinandersetzen. Ziel ist auch hier zu vermitteln, wie sehr sich die Muslime mit Wissenschaften beschäftigt haben und dass es üblich war, dass in jeder Stadt zumindest ein intellektuelles Zentrum bestand, welches gut besucht war, etwa:

Öffentliche Bibliotheken:

Darul-Hikam, Kairo, gegr. 395 n.H., 18.000 Bücher

Beitul-Hikma, Bagdad, gegr. unter Harun ar-Rashid, dort arbeiteten viele Kopisten und Übersetzer

Al-Hakam Bibliothek in Andalusien, 400.000 Bücher

Bani Ammar-Bibliotheken, Tripolis, 180 Kopisten arbeiteten dort im Schichtservice 24 h, 1.000.000 Bücher

Private Bibliothen, z.B.:

Fath-ibn Haqan Bibliothek, gegr. 220 n.H. u.a.

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Modell Österreich: Die Islamische Glaubensgemeinschaft

In dieser Schulstufe sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der IGGiÖ und ihrer Bedeutung für das Zusammenleben der Muslime in Österreich auseinandersetzen. Viele – und besonders junge Muslime – wissen nicht, welch wichtige Aufgabe die Glaubensgemeinschaft für die Musliminnen und Muslime in Österreich wahrnimmt. Das Desinteresse, welches teilweise sicherlich in ihrem Unwissen gründet, soll durch Aufklärung schrittweise abgebaut werden. Auch sollen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung der Glaubensgemeinschaft für die österreichischen Muslime und darüber hinaus den Vorbildcharakter im europäischen und internationalen Raum wahrnehmen und darüber diskutieren. Neben der Struktur und dem Aufbau der IGGiÖ sollen auch mögliche Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden – was wäre wünschenswert für die Weiterentwicklung der islamischen Community in Österreich?

Einer Frage sollen sich die Schülerinnen und Schüler am Ende der Einheit stellen können: Was wären die Muslime in Österreich ohne die Glaubensgemeinschaft und in welcher Situation würden sie sich wohl befinden? Ein Blick über Österreich hinaus könnte ihnen bei der Beantwortung der Frage sicherlich nützlich sein.

Islam in Bosnien

Die Geschichte des Islam in Bosnien ist teilweise so alt wie die Geschichte des Islam in der Türkei. Die Schülerinnen und Schüler sollen die Geschichte Bosniens kennenlernen und sich auch mit der aktuellen Situation der Muslime in Bosnien auseinandersetzen. Die Universität und Madrasah in Sarajevo kann in diesem Kontext ebenso vorgestellt werden wie besondere Moscheebauten oder andere islamische Einrichtungen oder Bauten.

Themenkreis: Geschichte(n)

Entstehung der fünf Rechtsschulen/ Pluralismus im Islam

Wie und warum haben sich im Islam Rechtsschulen herausgebildet und was steckt dahinter? Mit dieser Fragestellung sollen sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Einheit auseinandersetzen. Wegweisend für die Entstehung der Rechtsschulen war die Entscheidung des Imam Malik, als dieser dem Kalifen al-Mansur in folgender Episode widersprach:

Der Kalif al-Mansur wollte die gesamte Ummah auf die malikitische Rechtsschule einen – jedoch lehnte der Imam Malik dieses ab, mit der Begründung: „Lass die Menschen mit dem, für das sie sich entschieden haben, denn jeder weiß, was besser für ihn und seine Situation ist.“ Die Schülerinnen und Schüler sollen auch die Biographien der Gründer der Rechtsschulen kennen und schätzen lernen, da sie einen wissenschaftlichen Ausdruck der Meinungsvielfalt im Islam darstellen.

Warum überhaupt Rechtschulen?

Wie sind die fünf Rechtsschulen entstanden?

Wer sind ihre Gründer?

Portraits dieser fünf außergewöhnlichen Menschen:

Al-Imam Dscha´far as-Sadiq

Al-Imam Malik

Al-Imam al-A´tham Abu Hanifah

Al-Imam Asch-Schafi´i

Al-Imam Ahmad

Gemeinsamkeiten aller fünf Rechtsschulen anhand von Beispielen

Wichtig ist darüber hinaus, dass die Schülerinnen und Schüler anhand dieser praktischen Übung Gemeinsamkeiten aller fünf sunnitischen Rechtschulen anhand von Beispielen wahrnehmen und erkennen, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Rechtschulen nur minimal sind, weil sich alle auf die gleiche Quelle berufen, nämlich den Propheten Muhammad (a.s.).

Unterschiede zur schiitischen Rechtsschule

Umgang mit Meinungsverschiedenheiten im Islam (Adabul-Ikhtilaf fil-Islam)

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesem Themenkreis erfahren, wie sich die islamischen Gelehrten auf wissenschaftlicher Ebene mit Meinungsverschiedenheiten auseinandergesetzt haben und dass es eine lange Tradition der Meinungsvielfalt im Islam gibt – unter anderem auch auf theologischer Ebene. Der bekannte und bedeutende Imam und Rechtsschulenbegründer Asch-Schafi´i sagte eines Tages zu seinen Studierenden: „Meine Meinung ist richtig – und könnte möglicherweise falsch sein. Und deine Meinung ist falsch und könnte möglicherweise richtig sein!“ Die Schülerinnen und Schüler sollen sich an ihm ein Beispiel für den Umgang mit Andersdenkenden nehmen.

Adam und Eva (Hawa) und die Schöpfungsgeschichte

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in dieser Einheit mit der Schöpfungsgeschichte auseinandersetzen und erkennen, dass Allah die Menschen und die Dschinn mit der Fähigkeit, Gutes und Schlechtes zu erkennen und mit der Bereitschaft, gut oder schlecht zu handeln, geschaffen hat. Allerdings entschloss sich Iblis in freiem Willen dazu, böse zu handeln und verführte dann seinerseits sowohl Adam, als auch Eva. (vgl. Baqara 2/34-36 u.a.) Nachdem sie beide den Fehler erkannten und aus dem Paradies vertrieben wurden, baten sie um Vergebung, die ihnen gewährt wurde – mit der Bedingung, auf Erden Gutes zu tun und nicht mehr zu sündigen. Wichtig für die inhaltliche Vermittlung ist die Tatsache, dass es im Islam keine Erbsünde gibt - die Menschen werden ohne Erbsünde geboren. Wie schon im aktuellen Thema Rollenbilder angesprochen sind Mann und Frau jeder für sich selbst verantwortlich, sollen aber einander im Guten unterstützen und einander helfen. Hierin erfüllen sie schon ihr Schöpfungsziel, welches da lautet: Gutes gebieten und Schlechtes verwehren.

Aktuelles Thema: Radikalismus und Takfir

In dieser aktuellen Einheit sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Thematik des Fundamentalismus etc. beschäftigen und erörtern, warum radikale Ideen ihre Verbreitung finden. Sie sollen darüber hinaus in der Beschäftigung mit den islamischen Quellen argumentieren können, dass der Islam jeglichen Fanatismus ablehnt und dass Radikalismus in all seinen Formen niemals irgendein Problem gelöst hat – im Gegenteil, er ist die Ursache vieler Probleme. (vgl. die Aussage des Propheten Muhammad (a.s.), der sie drei Mal wiederholte: „Die Fanatiker werden zugrunde gehen!“ (Muslim, Ahmad u.a., sowie Qur’an: Baqara 2/185; al-Ma’ida 5/87; Ta-Ha 20/2)

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich damit auseinandersetzen, welches die Anzeichen für die Radikalisierung eines Menschen sind – dann nämlich, wenn jemand andere Menschen dazu zwingt, seinem Weg zu folgen, und wenn er nur ein Verständnis der Religion zulässt und nur eine Form der Umsetzung der Religion, und wenn er schlussendlich den Anderen zum Ungläubigen deklariert und Andersdenkende boykottiert. In der sachlichen Auseinander-setzung mit der Thematik werden die Schülerinnen und Schüler über die Gefahren des Radikalismus aufgeklärt; wichtig ist, dass als Ergebnis der Einheit klar und deutlich werden muss, dass Islam und Radikalismus oder gar Terrorismus nicht vereinbar sind!

Was ist Radikalismus und Takfir

Anzeichen der Radikalisierung

Zwang der Menschen

Nur ein Verständnis und eine Form der Umsetzung der Religion wird zugelassen

Der Andere wird zum Ungläubigen erklärt

Boykott aller Andersdenkenden

Terrorismus löst niemals irgendein Problem!

12. SCHULSTUFE: DEM LEBEN SINN GEBEN

Das Motto der abschließenden achten Schulstufe in der AHS soll wie ein Bogen Leitmotive und wesentliche Inhalte des islamischen Religionsunterrichts aufgreifen und vertiefen und zugleich Möglichkeiten der praktischen Umsetzung in den jeweiligen Lebensbereichen anbieten. Die Schülerinnen und Schüler, welche nun die Pubertät mehr oder minder überwunden haben, suchen nach einer Orientierung und einem Halt, der ihrem Leben Sinn verleiht. Eine optimistische Sicht und lebensbejahende Einstellung soll durch die Beschäftigung mit der islamischen Sicht auf Begriffe wie „Glück“ oder „Schönheit“ gefördert werden. Spiritualität als Quelle für die eigene Weiterentwicklung für sich entdecken zu können, soll über das Kennenlernen mystischer Traditionen im Islam gelingen. In diesem Zusammenhang sollen sich die Schülerinnen und Schüler auch mit der Frage: Warum Religion? oder auch: Warum Islam? auseinander setzen. Mit einem Blick auf Johann Wolfgang von Goethes Islambild und wie dies in sein Werk einfloss, soll gezeigt werden, wie auch wertschätzende Perspektiven auf den Orient und die Muslime in Europa Bedeutung erlangen konnten. In diesem Zusammenhang ist auch die Entwicklung der europäischen Islamwissenschaft von Interesse.

In diesem Jahr sollen die Lehrerin und der Lehrer die Schülerinnen und Schüler beim Verfassen einer vorwissenschaftlichen Arbeit ev. auch im Fachbereich Islam unterstützen.

Themenkreis: Islam leben und verstehen (Islam, Iman, Ihsan)

Warum Religion?

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit dieser grundlegenden Frage tiefer auseinandersetzen und unterschiedliche – auch konträre – Argumentationen analysieren. Die Inhalte z.B. von Suratul-Mu‘minun 23/115 oder Ali Imran 3/190 f.: Allah hat den Menschen und das gesamte Universum nicht sinnlos oder nur „zum Spiel erschaffen“ und anderen Versen, etwa al-Anbiya 21/16; Sad 38/27 und ad-Dukhan 44/38 f. sollen von den Schülerinnen und Schülern erarbeitet und die Frage nach dem Sinn im Leben und der Rolle der Religionen in der Sinnstiftung intensiv erörtert werden. Die Frage kann auch erweitert werden, indem Bezug genommen wird auf aktuelle Säkularisierungstheorien und deren Infragestellung etc. Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler in der Beantwortung der Frage eigenständige Lösungen entwickeln und sie jeweils auf ihre sehr persönliche Lebenssituation beziehen können.

Warum Islam?

Auch dies ist eine Frage, die sich ein Muslim stellen muss - und dies noch mehr in einer Diaspora-Situation. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich möglichst in einer freien Diskussion darüber austauschen, warum sie Muslime sind und was sie am Islam begeistert. Als Anregung können den Schülerinnen und Schülern folgende Verse von Johann Wolfgang Goethe gegeben werden - eventuell zunächst, ohne den Autor zu nennen.

Interessant wäre es auch, die Schülerinnen und Schüler dazu zu ermuntern, selber über ihre Einstellungen zu dichten - es wäre eine neue Form des Ausdruckes ihrer Religiosität.

Närrisch, dass jeder in seinem Fall

Seine besondere Meinung preist.

Wenn Islam gottergeben heißt

In Islam leben und sterben wir alle.

Johann Wolfgang von Goethe

Ziele der islamischen Religion

Der große Gelehrte Schatibi hat in seinem Werk Al-Muwafaqat fünf Ziele der islamischen Religion definiert, die als eine Art Maßstab für die Handlungen des Menschen bezeichnet werden können. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit jedem einzelnen Ziel auseinandersetzen und die Reihenfolge der Prioritäten diskutieren. Sinnvoll wäre auch der Versuch eines Bezuges zur konkreten Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler.

Schutz des Lebens

Schutz des Verstandes (Intellektes)

Schutz der menschlichen Würde

Schutz des (menschlichen) Vermögens

Schutz der menschlichen Zivilisation

Eigenschaften des Islam

In diesem Kapitel geht es um die Vorstellung des Islam aus einer anderen Perspektive heraus, und zwar aus der Perspektive seiner wesentlichen Eigenschaften, die selbständig von den Schülerinnen und Schülern erarbeitet und mit konkreten Beispielen verknüpft werden sollen.

Göttlich (Rabbaniyah)

Umfassend (Schumul)

Vollständig (Kamal)

Realistisch (Waqi´iyah)

Gemäßigt (Wasatiyah)

Weit und Flexibel (Si`a und Muruuna)

Entwicklungsfähig (At-Tatawwur)

Spiritualität und Tadhkiyatu-Nafs – ein Konzept zur Reinigung der Seele

Auch in diesem Abschnitt soll der spirituelle Bereich des Islam vertieft und verinnerlicht und das Konzept der Tadhkiyah möglichst nah an der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler vorgestellt werden. Es soll den Schülerinnen und Schülern damit ein Instrument in die Hand gegeben werden, welches ihnen ermöglicht, eine tiefe Beziehung zu Allah aufzubauen und auf diese Weise zu einer inneren Ruhe zu gelangen, und selbständig für ihr eigenes Leben Prioritäten zu setzen.

Themenkreis: Die Quellen des Islam

Ausgewählte Mufassirun (Exegeten) und ihre Werke

In diesem letzten Schuljahr lernen die Schülerinnen und Schüler ausgewählte Qur´an-Exegeten kennen - klassische wie Tabari, Qurtubi, Ibn Kathir, As-Suyuti, aber auch moderne wie etwa die von Muhammad Asad. Ziel ist die eigenständige Lektüre des Qur´an und die Kenntnis seiner wesentlichen Inhalte.

Arten der Hadith-Sammlungen

Auch im Bereich des Hadith sollen die Schülerinnen und Schüler die letzten Kategorien der Einteilung der Sammlungen kennenlernen: und zwar: Sahifa, Musannaf, Musnad, Dschami´, Sunan, Mustadrak, Arba´iniyat.

Die Gelehrten und ihre Sammlungen

Die Schülerinnen und Schüler sollen tiefe Informationen über die folgenden Hadith-Sammlungen erhalten, damit sie diese auch hinsichtlich ihrer Überlieferungsqualität einschätzen können. Wenn möglich sollen diese Werke auch in deutscher Sprache vorgestellt werden.

Muwatta Malik, Sunan Abu Dawud, Tirmidhi, Nasa‘i, Ibn Madscha, Musnad al-Imam Ahmad, Musnad Tayalisi und andere Sammlungen .

Ayat und Ahadith zum Interpretieren, Verstehen und Lernen

Wichtige Inhalte - passend zum Jahresmotto. Die Verse und Aussprüche, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr intensiv beschäftigen, sind die folgenden:

Ali-Imran 3/133-138

Baqara 2/261-265

Hadith: „Sprich: Ich glaube an Allah, dann stehe dazu!“ (Albani)

Hadith: „Der Glaube besteht aus mehr als 70 Zweigen…“

…Der hervorragendste davon ist das Zeugnis: Es gibt keine Gottheit außer Allah, und der geringste davon ist, ein Hindernis vom Weg zu entfernen. Auch das Schamgefühl ist ein Zweig des Glaubens.“ (Abu Huraira, Bukhari, Muslim)

Themenkreis: Miteinander Leben

Ich entwickle mich

Al-Ikhlas – Reinheit der Absicht

Die Reinheit der Absicht zählt zu den wichtigsten Voraussetzungen einer jeden Handlung. Von ihr ist abhängig, ob die Handlung als gottgefällig oder als selbstverliebt zu gelten hat. In diesem Abschnitt sollen sich die Schülerinnen und Schüler dementsprechend intensiv mit dieser Dimension des Glaubens auseinandersetzen.

Al-Bayyina 5: „Und ihnen wurde nur befohlen: Betet Allah an – in reiner Anbetung.“

„Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten, und jedem Menschen steht das zu, was er beabsichtigt hat.“ (Bukhari, Muslim)

Ibnul-Qayyim definierte den Ikhlas folgendermaßen: „Ikhlas ist, dass du keinen als Zeugen deiner Handlung benötigst außer Allah – und keine Belohnung forderst außer Seiner.“

Al-Ithar – Selbstlosigkeit

Diese Charaktereigenschaft kann als eine Charaktereigenschaft für Fortgeschrittene bezeichnet werden - denn Ziel ist, dass ich andere Menschen vor mir selbst bevorzuge, selbst wenn ich in Not bin. In der Auseinandersetzung mit dieser Eigenschaft können die Schülerinnen und Schüler darüber diskutieren, ob Selbstlosigkeit überhaupt sinnvoll ist.

„Sie ziehen die Anderen sich selber vor, auch wenn sie selber in Not sind.“ (al-Haschr 59/9)

At-Tafaa´ul - Optimismus

Optimismus ist eine nützliche Charaktereigenschaft, welche einen Menschen dazu befähigt, trotz widriger Umstände konstruktiv und sinnvoll zu handeln. Dies wird jedem Muslim auch empfohlen: vgl. Yusuf 12/87 sowie „Sei nicht pessimistisch – und mir gefallen der Optimismus und ein gutes, hoffnungsvolles Wort.“ (Bukhari, Muslim)

Meine Umgebung und Ich: Etikette - was ist das?

In diesem Abschnitt sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Regeln des höflichen Umgangs der Menschen miteinander beschäftigen - und zwar nicht nur aus religiöser Perspektive. Etikette beim Essen, im Umgang mit dem anderen Geschlecht etc. sollte jungen Menschen vermittelt werden, bevor sie von der Schule in das Leben entlassen werden. Dieser Abschnitt ist auch deshalb notwendig, weil es in der Etikette durchaus regionale Unterschiede gibt - die zu kennen, gehört zur Allgemeinbildung.

Ich und die Menschen mit anderer Überzeugung

Weltethos und Weltreligionen (Küng)

Die Auseinandersetzung mit der Theorie des Weltethos ist faszinierend - und gerade junge Menschen sind begeistert von der Vorstellung, dass die Weltreligionen gemeinsam einen Beitrag zum Weltfrieden leisten. Durch die intensive Beschäftigung mit dieser Theorie sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, die Vor- und Nachteile von Küngs Ansichten selbständig einzuschätzen.

Die Natur und Ich: Ameisen im Qur´an

Die Welt der Ameisen ist streng hierarchisch geordnet. In der Geschichte des Propheten Sulaiman sorgen sich die Ameisen um ihr Leben und um ihr Volk. Was ist an diesen Insekten so interessant? Diese Frage sollen die Schülerinnen und Schüler, eventuell fächerübergreifend mit der Biologielehrerin und dem Biologielehrer, beantworten.

Themenkreis: Islamische Kunst, Kultur und Wissenschaft

Krankenhäuser

Krankenhäuser sind ein Ort der Ruhe und Erholung - aber auch ein Ort der Forschung und der Wissenschaft. Und das schon seit über 1000 Jahren. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in diesem Jahr mit den erstaunlichen Einrichtungen der islamischen Krankenhäuser auseinandersetzen - und mit ihrem Programm: mobile Krankenstation? Die gab es in Bagdad schon im Jahr 371 n.H. Musiktherapie für depressive Patienten? Auch damit konnte gedient werden. Ein spannendes Kapitel für die Schülerinnen und Schüler, und vieles zum Erarbeiten und Erkennen!

Nuri-Krankenhaus in Damaskus, gegr. 549 n.H.

Addi-Krankenhaus in Bagdad, gegr. 371 n.H.

Al-Mansur-Krankenhaus in Bagdad

Die mobile Krankenstation, gegr. 371 n.H. in Bagdad von Sinan Ibn Thabit

Marrakesch-Krankenhaus gegr. 510 n.H.; 1200 Betten

Bedeutende Denker und Philosophen

In dieser Einheit werden bedeutende Denker und Philosophen vorgestellt - etwa Muhammad ´Abduh oder Jamaleddin Al-Afghani, aber auch Muhammad Asad oder Alija Izetbegovic.

Auch Mystikerinnen wie Rab´a al-´Adawiya oder auch der Sufi Al-Dschunaid äußerten wichtige Gedanken, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler auseinander setzen sollten. Je nach Schulstufe können die Lehrerin oder der Lehrer auch noch weitere Texte von Denkern und Philosophen der islamischen Mitte mit ihren Schülerinnen und Schülern behandeln.

Moderne islamische Künstler und Musiker

Dass islamische Kunst nicht unbedingt historisch betrachtet werden muss, zeigen junge muslimische Künstlerinnen und Künstler, die in verschiedenen Ländern der Welt eine moderne Kunst entwickeln, welche entweder ihrer tiefen Spiritualität entspringt oder aber Ausdruck ihrer Religiosität ist. Islam und Kunst? Na klar, das sollte die Antwort auch der Schülerinnen und Schüler sein. Indem sie moderne muslimische Künstler kennenlernen, bekommen sie einen konkreteren Einblick in die Entwicklungen der islamischen Kunst und werden vielleicht motiviert, selber künstlerisch tätig zu werden.

Der deutsche Architekt Bodo Rasch

Der französische Kalligraph Al-Moussawi

Der deutsche Rapper Ammar 114

Der britische Musiker Yusuf Islam.

Der britische Musiker Sami Yusuf etc.

Themenkreis: Islam in Österreich und in Europa

Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit den wegweisenden Imamkonferenzen u.ä. Konferenzen auseinandersetzen und ihre Abschlussdokumente lesen und kennen. Diese Dokumente fassen in wenigen Seiten die grundlegende Linie der Muslime in Europa zusammen und erleichtern auch den Schülerinnen und Schülern die Orientierung in strittigen Fragestellungen.

Die Imamkonferenzen in Österreich (Graz 2003, Wien 2005 und 2006 sowie Wien 2010) und ihre Abschlussdokumente:

Die Vereinbarkeit des Islam mit den Werten von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und Menschenrechten.

Positionspapiere des Islam in Europa ähnlicher Natur (Topkapi-Erklärung)

Islam in Deutschland und Großbritannien

Daten, Zahlen und Fakten zum Islam in Deutschland und im Vereinigten Königreich. Die Schülerinnen und Schüler sollen gerade im Vergleich zu einem anderen deutschsprachigen Land erkennen, wie unterschiedlich die Situation der Muslime sogar in Nachbarländern sein kann und erarbeiten, wie sich die Situation in Deutschland verbessern könnte.

Themenkreis: Geschichte(n)

Sira intensiv

In diesem Themenkreis setzen sich die Schülerinnen und Schüler nochmals intensiv mit der Geschichte des Propheten als besonderer Vorbildfigur auseinander und besprechen verschiedene Phasen seines Lebens. Auch das Familienleben des Propheten sollte in diesem Zusammenhang intensiv behandelt werden.

Islam im 21. Jahrhundert

Dieser Themenkreis ist bewusst offen gehalten. Je nach Interessenlage der Schülerinnen und Schüler sollen unterschiedliche Dimensionen des Islam im 21. Jahrhundert besprochen werden.

Aktuelles Thema: Prinzipien der Wirtschaftsethik im Islam

Nicht nur angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Prinzipien der Wirtschaftsethik im Islam auseinandersetzen. Vielmehr zählen diese Prinzipien genau wie Speisevorschriften oder ähnliches zu den religiösen Geboten. Folgende Inhalte sollen mit den Schülerinnen und Schülern intensiv besprochen werden:

Zinsverbot

Die Schülerinnen und Schüler sollen die islamischen Positionen zum Zins kennenlernen und wissen, dass im Islam ein Zinsverbot besteht – gemäß dem Grundsatz: Geld darf kein Geld gebären. Sie sollen weiterhin wissen, dass im Islam nur mit Arbeit, Handel und Dienstleistungen Geld erarbeitet werden darf.

Gebot der maßvollen Verschuldung

Die Schülerinnen und Schüler sollen wissen, dass Verschuldung im Islam unerwünscht ist und nur in besonderen Fällen und mit gewissen Sicherheiten Schulden aufgenommen werden dürfen. Der Grundsatz: Verschulde dich nie in einer Weise, die du nicht zurückzahlen kannst! soll dabei intensiv erarbeitet werden.

Verkaufe nie das, was du nicht besitzt

Als dritten Grundsatz der islamischen Wirtschaftsethik sollen die Schülerinnen und Schüler folgenden Grundsatz erarbeiten: Es darf nur verkauft werden, was sich im Eigentum des Menschen befindet.

Verbot des Betrugs jeder Art

Auch mit dem vierten Grundsatz sollen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv beschäftigen: Fairness und Transparenz bei Partnerschaften und Balance zwischen Geldgebern und Arbeitgebern.

Gebot der Nachhaltigkeit

Als letzten – und dennoch wesentlichen Grundsatz sollen die Schülerinnen und Schüler wissen, dass der Islam die Verschwendung von Ressourcen sowie auch die Spekulation verbietet.

Verbot von Glücksspiel jeder Art, Wetten etc.

Islamic Banking am konkreten Beispiel betrachtet

In diesem Zusammenhang sollen „Islamic Banking“-Projekte am konkreten Beispiel vorgestellt und kritisch analysiert und betrachtet werden, ob auf diese Weise die religiösen Gebote auch umgesetzt werden können.

Anl. 8

Beachte für folgende Bestimmung

Wirksamkeitsbeginn 1. September 2011

Text

Anlage 8

Anhang für den Lehrplan für islamische Religion

In diesem Anhang sind alle Zitate aus Qur´an und Sunnah zusammenfassend aufgelistet, welche sich in den unterschiedlichen Lehrplänen befinden.

Die Verse aus dem Qur´an sind geordnet nach der numerischen Reihenfolge, während die Ahadith entsprechend ihrem Auftreten im Lehrplan geordnet sind.

Es ist der Lehrerin und dem Lehrer überlassen, auch andere Verse und Ahadith im Unterricht zu verwenden, wobei auf korrekte Quellenangaben verwiesen werden soll. Mit fortschreitendem Alter sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, Verse selbständig in unterschiedlichen Übersetzungswerken nachzuschlagen und die Übersetzungsversuche zu vergleichen, um die Unübersetzbarkeit des Qur´an nachzuvollziehen. Dies ist deshalb notwendig, um voreiligen Schlüssen, die möglicherweise aus problematischen Übersetzungsversuchen resultieren, vorzubeugen.

In diesem Fall sollte die Lehrerin und der Lehrer unterschiedliche Übersetzungswerke zur Verfügung stellen: etwa „Die Botschaft des Koran“ von Muhammad Asad, und „At-tafsir“ von Amir Zaidan, und die Übersetzung von Nadeem Elyas und die von Murad Hofmann etc.

Verse aus dem Qur´an

Qur‘anzitate aus dem Lehrplan für die Volksschule und Sonderschule

1. al – Fatiha

1. Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen! 2. Alles Lob sei Allah, dem Herrn der Welten, 3. dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, 4. dem Herrscher am Tage des Gerichts! 5. Dir (allein) dienen wir, und Dich (allein) bitten wir um Hilfe, 6. Führe uns den geraden Weg, 7. den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht den derer, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht den der Irregehenden.

2. al-Baqara

110. Und verrichtet das Gebet und zahlt die Zakat. Was ihr an Gutem für eure Seelen voraus sendet, das werdet ihr bei Allah wieder finden. Siehe, Allah sieht, was ihr tut.

136. Sprecht: „Wir glauben an Allah und an das, was Er zu uns herabsandte, und was Er zu Ibrahim (Abraham) und Ismail und Ishaq (Isaak) und Yaqub (Jakob) und den Stämmen herabsandte, und was Musa (Moses) und Isa (Jesus) und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen; und wahrlich, wir sind Gottergebene (Muslime).

153. Oh ihr, die ihr glaubt! Sucht Hilfe in Standhaftigkeit und im Gebet – Allah ist mit den Standhaften.

163. Euer Gott ist ein einziger Gott, es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen!

271. Wenn ihr eure Almosen öffentlich gebt, so ist es gut. Doch ist es besser für euch, wenn ihr es verbergt und sie den Armen gebt; dies sühnt eure Missetaten. Und Allah kennt euer Tun.

186. Und wenn Meine Diener dich nach Mir fragen, siehe, Ich bin nahe. Ich erhöre den Ruf des Rufenden, wann immer er zu Mir ruft: so sollen sie denn auf Mich hören und an Mich glauben, auf dass sie dem rechten Weg folgen mögen.

196. Und vollzieht die Hadsch (Pilgerfahrt) und die Umra (kleine Pilgerfahrt) um Allahs willen.

222. Siehe, Allah liebt die sich bekehrenden.

256. Kein Zwang im Glauben! Klar ist nunmehr das Rechte vom Irrtum unterschieden. Wer nun vom Falschen ablässt und den Iman an Allah verinnerlicht, der hat bereits den sichersten Halt erfasst, der nicht reißen wird. Und Allah ist allhörend, allwissend.

285. Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn (Rabb) herabgesandt wurde, und ebenso die Gläubigen. Alle glauben an Allah und Seine Engel und Seine Schriften und Seine Gesandten, ohne einen Unterschied zwischen einem Seiner Gesandten zu machen. Und sie sprechen: "Wir haben gehört und wir geben acht. Gewähre uns Deine Vergebung, Rabbana! Und zu Dir ist die Heimkehr!"

286. Allah belastet keinen Menschen mit mehr, als er zu tragen vermag: zu seinen Gunsten wird sein, was immer Gutes er tut, und gegen ihn, was immer Übles er tut. "Rabbana, ziehe uns nicht zur Rechenschaft, wenn wir vergessen oder unwissentlich Unrecht tun. Rabbana, bürde uns nicht eine solche Last auf, wie Du sie jenen auferlegt hast, die vor uns lebten. Rabbana, lass uns nicht Lasten tragen, die wir zu tragen keine Kraft haben, und tilge Du unsere Sünden, und gewähre uns Vergebung, und erteile uns Deine Barmherzigkeit! Du bist unser Höchster Herr (Maulana): stehe uns also bei gegen Leute, welche die Wahrheit leugnen.

3. Ali-Imran

39. Und während er (Zakariya / Zacharias) zum Gebete im Tempel stand, riefen ihm die Engel zu: „Allah verheißt dir Yahya / Johannes, den Bestätiger eines Wortes von Allah, einen Gebieter, einen Asketen und einen Propheten von den Rechtschaffenen.“

134. Allah liebt die, die Gutes tun.

191. Die da Allahs gedenken im Stehen, Sitzen und im Liegen und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken. “Rabbana, du hast dies nicht umsonst erschaffen! Grenzenlos bist Du in Deinem Ruhm, bewahre uns vor dem Leiden durch Feuer.“

5. al-Maida

2. Helft einander zur Rechenschaft und zum Gottesbewusstsein…

6. al-An‘am

164. Soll ich denn einen anderen Herrn suchen als Allah, da Er der Herr aller Dinge ist?!

10. Yunus

99. Und wenn dein Herr es gewollt hätte, wären alle auf Erden allesamt gläubig geworden. Denkst du denn, dass du die Menschen zwingen könntest, zu glauben?!

11. Hud

115. Und sei standhaft in Geduld. Siehe, Allah lässt den Lohn der Rechtschaffenen nicht verloren gehen.

118. Hätte dein Herr (Rabb) es gewollt, hätte Er sicherlich alle Menschheit zu einer einzigen Gemeinschaft machen können. So fahren sie fort, unterschiedliche Ansichten zu haben.

12. Yusuf

64. Allah ist der beste Beschützer und Er ist der Barmherzigste aller Erbarmer.

13. ar-Ra’d

11. Ein jeder hat Engel vor sich und hinter sich, die einander ablösen und ihn auf Allahs Geheiß behüten.

28. Jene, die glauben und deren Herzen im Gedenken Allahs Ruhe finden - denn wahrlich, im Gedenken Allahs finden die Herzen (der Menschen) Ruhe!

14. Ibrahim

24. Hast du nicht vernommen, wie Allah ein Gleichnis darlegt? Ein gutes Wort ist wie ein guter Baum, dessen Wurzeln fest sind und dessen Zweige bis zum Himmel reichen. 25. Er trägt seine Früchte zu jeder Zeitspanne, mit der Zustimmung seines Herrn. Allah legt den Menschen die Gleichnisse vor, damit sie sich besinnen. 26. Und ein schlechtes Wort ähnelt einem schlechten Baum, der vom Boden entwurzelt wird und nicht verankert war.

16. an-Nahl

32. Zu den Rechtschaffenen sprechen die Engel, wenn sie sie zu sich nehmen: „Friede sei mit euch! Tretet ins Paradies ein für eure (guten) Taten.“

36. Und wahrlich, Wir entsandten zu jedem Volk einen Gesandten: „Dient Allah und meidet das Unrecht!“

93. Und hätte Allah es gewollt, hätte Er euch alle sicherlich zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht! Aber Er lässt irren, den, der will, und leitet recht, den, der will. Und ihr werdet sicher befragt werden über das, was ihr getan habt.

17. al-Isra

23. Und tue (deinen) Eltern Gutes. Sollte einer von ihnen oder beide in deiner Fürsorge ein hohes Alter erreichen, sage niemals „Bah!“ zu ihnen oder schelte sie, sondern sprich mit ehrerbietiger Rede zu ihnen. 24. Und breite demütig die Flügel deiner Zärtlichkeit über sie aus und sprich: „Rabbi, erteile ihnen Deine Gnade, ebenso wie sie für mich sorgten und mich aufzogen, als ich ein Kind war!“

18. al-Kahf

28. Gedulde dich zusammen mit denen, welche deinen Herrn des Morgens und des Abends anrufen im Trachten nach Seinem Angesicht, und wende deinen Blick nicht ab von ihnen, im Trachten nach der Schönheit des irdischen Lebens. Und folge nicht dem, dessen Herz Wir vom Gedenken an Uns abgelenkt haben, der nur seinen Begierden folgt und dessen Treiben zügellos ist.

20. Ta-Ha

82. Doch Ich bin gewiss verzeihend dem gegenüber, der bereut und gläubig wird, das Gute tut und danach auf dem rechten Pfad bleibt.

25. al-Furqan

64. Und diejenigen, welche die Nacht verbringen, vor ihrem Herrn sich niederwerfend und (im Gebet) stehend.

30. ar-Ruum

20. Und unter Seinen Wundern ist dies: Er erschafft euch aus Staub – und dann, siehe! werdet ihr Menschen, die sich verbreiten! 21. Und unter Seinen Wundern ist dies: Er erschafft für euch Partner aus euch selbst, damit ihr Ruhe (und Geborgenheit) bei ihnen findet, und Er ruft Liebe und Zärtlichkeit zwischen euch hervor: hierin, siehe, sind fürwahr Botschaften für Menschen, die nachdenken! 22. Und unter Seinen Wundern ist die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Vielfalt eurer Sprache und Farben: denn hierin, siehe, sind fürwahr Botschaften für alle, die Wissen besitzen! 23. Und unter Seinen Wundern ist euer Schlaf bei Nacht oder bei Tag wie auch eure Suche nach Seiner Huld: hierin, siehe, sind fürwahr Botschaften für Menschen, die hören! 24. Und unter Seinen Wundern ist dies: Er zeigt euch den Blitz und lässt sowohl Furcht wie Hoffnung aufkommen und sendet Wasser vom Himmel herab und gibt damit der Erde Leben, nachdem sie leblos gewesen war: hierin, siehe, sind fürwahr Botschaften für Menschen, die ihren Verstand gebrauchen! 25. Und unter Seinen Wundern ist dies: der Himmel und die Erde stehen fest auf Sein Geheiß.

31. Luqman

17. O mein Sohn! Verrichte das Gebet und gebiete, was Rechtens ist, und verbiete das Unrechte und ertrage standhaft, was dich trifft. Siehe, dies ist die richtige Entschlossenheit in allen Dingen.

32. as-Sadschda

15. Nur diejenigen glauben an Unsere Botschaft, die sich bei ihrem Vortragen in Anbetung niederwerfen und das Lob ihres Herrn (Rabb) verkünden und nicht hochmütig sind. 16. Sie erheben sich von ihrem Nachtlager, um ihren Herrn (Rabb) in Furcht und Verlangen anzurufen und sie spenden von Unseren Gaben. 17. Niemand weiß, welcher Augentrost für ihn als Belohnung für sein Tun verborgen ist.

42. asch-Schura

11. Der Schöpfer der Himmel und der Erde! Er hat aus euch selbst Partner für euch geschaffen, und (auch) aus den Tieren Paare. Auf diese Weise vermehrt Er euch. Nichts ist Ihm gleich.

43. Wer aber geduldig ist und verzeiht – das ist fürwahr die richtige Art der Entschlossenheit.

49. Hudschurat

9. Stiftet Frieden zwischen ihnen!

11. O ihr, die ihr glaubt! Keine Männer sollen (andere) Männer verspotten: es mag gut sein, dass jene besser als sie selbst sind; und keine Frauen (sollen andere) Frauen (verspotten): es mag gut sein, dass jene besser als sie selbst sind. Und ihr sollt einander auch nicht verleumden, noch einander beleidigen durch (schimpfliche) Beinamen.

13. Wahrlich, der Beste von euch vor Allah ist der mit dem meisten Gottesbewusstsein!

14. Die Beduinen sagten: “Wir haben Glauben verinnerlicht!“ Sprich (zu ihnen, o Muhammad): „Ihr habt (noch) nicht Glauben verinnerlicht; ihr solltet vielmehr sagen: „Wir sind Muslime (Gottergebene).“ Denn der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingedrungen.“

51. adh-Dhariyat

15. Die Gottesbewussten werden gewiss in Gärten mit Quellen sein. 16. Die Gaben ihres Herrn empfangend; denn sie hatten zuvor das Richtige getan. 17. Sie schliefen nur einen Teil der Nacht. 18. Und im Morgengrauen baten sie um Verzeihung.

49. Und aus allen Dingen schufen wir Paare, auf das ihr euch besinnen möget!

65. at-Talaq

2. Und wer immer Allah fürchtet, dem zeigt Er einen Ausweg. 3. Und versorgt ihn auf unvermutete Weise. Und wer auf Allah vertraut, für den ist Er sein Genüge. Siehe Allah verwirklicht Sein Vorhaben. Allah hat allem sein Maß bestimmt.

68. al-Qalam

48. Darum warte geduldig auf den Spruch deines Herrn und sei nicht wie der Weggenosse des Fisches, als er rief, während er bedrängt war.

76. al-Insan

8. Und die den Armen und die Waise und den Gefangenen speisen, auch wenn sie selbst der Nahrung bedürfen. 9. „Seht, wir speisen euch um Allahs willen. Wir wollen weder Belohnung von euch noch Dank.“

25. Und gedenke des Namens deines Herrn des Morgens und des Abends.

82. al-Infitar

10. Aber über euch wachen Wächter, edle, niederschreibende; welche wissen, was ihr tut. 11. Die Rechtschaffenen werden fürwahr in der Glückseligkeit sein.

91. asch-Schams

7. Bei der Seele und Dem, Der sie bildete. 8. Und ihr sowohl Sündhaftigkeit als auch Gottesbewusstsein eingab. 9. Wohl ergeht es dem, der sie rein hält, 10. und verloren ist der, der sie verderben lässt.

93. ad-Duha

1. Bei dem lichten Tag! 2. Und bei der Nacht, wenn sie still wird! 3. Dein Herr hat dich nicht verlassen und Er verabscheut dich nicht. 4. Und wahrlich, das Jenseits ist besser für dich als das Diesseits. 5. Und dein Herr wird dir gewiss bald geben und du wirst zufrieden sein. 6. Fand Er dich nicht als Waise und nahm dich auf? 7. Und fand Er dich nicht verirrt und leitete dich? 8. Und fand Er dich nicht arm und machte dich reich? 9. Daher, was die Waise angelangt, benachteilige sie nicht! 10. Und was den Bittstellenden angeht, so weise ihn nicht ab. 11. Und was deines Herrn Wohltaten angeht, so sprich darüber!

95. at-Tin

1. Bei der Feige und der Olive! 2. Und beim Berge Sinai! 3. Und bei dieser sicheren Stadt! 4. Wir erschufen den Menschen gewiss in bester Gestalt. 5. Dann setzten wir ihn wieder herab auf das Niedrigste des Niedrigen. 6. Ausgenommen nur solche, die Glauben verinnerlichen und gute Werke tun: Sie erwartet unendlicher Lohn. 7. Was denn (o Mensch,) lässt dich dennoch das Gericht leugnen? 8. Ist nicht Allah der Gerechteste aller Richter?!

96. al-´Alaq

1. Lies! Im Namen deines Herr, Der erschuf – 2. Erschuf den Menschen aus einem sich Anklammernden. 3. Lies! Denn dein Herr ist gütig, 4. Der durch die (Schreib-)Feder gelehrt hat – 5. Den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste.

97. al-Qadr:

1. Wir haben ihn wahrlich in der Nacht von al-Qadr herabgesandt. 2. Und was lässt dich wissen, was die Nacht von al-Qadr ist? 3. Die Nacht von al-Qadr ist besser als tausend Monate! 4. Scharenweise kommen in ihr die Engel und ar-Ruh mit der Erlaubnis ihres Herrn (Rabb) herab, mit jeglichem Auftrag. 5. Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgenröte.

102. at-Takathur

1. Ihr seid besessen von der Gier nach mehr und mehr. 2. Bis ihr die Gräber besucht habt. Nein, beizeiten werdet ihr verstehen! 4. Und noch einmal: Nein, beizeiten werdet ihr verstehen! 5. Nein, wenn ihr es nur verstehen könntet mit einem Verstehen (geboren aus) der Gewissheit! 6. Ihr würdet fürwahr, ganz sicherlich, das lodernde Feuer (der Hölle) erblicken! 7. Dann werdet ihr es fürwahr, ganz sicherlich, mit dem Auge der Gewissheit erblicken. 8. An diesem Tag werdet ihr ganz sicherlich zur Rechenschaft gezogen werden, für (das, was ihr getan habt mit) der Wohltat des Lebens.

103. al-Asr

1. Bei der Zeit! 2. Der Mensch ist wahrlich im Verlust. 3. Außer denjenigen, die glauben und gute Werke tun und sich gegenseitig die Wahrheit ans Herz legen und sich gegenseitig zur Geduld anhalten.

104. al-Humaza

1. Wehe jedem Verleumder, Nörgler! 2. der ein Vermögen zusammenscharrt und (immer wieder) abzählt, 3. Im Denken, dass sein Vermögen ihn unsterblich mache!

105. al–Fil

Hast du nicht gesehen, wie dein Herr (Rabb) mit den Leuten des Elefanten verfuhr? 2. Machte Er nicht ihr listiges Planen völlig zunichte?! 3. Und hat er nicht Vögel in Scharen über sie geschickt, 4. die sie mit Steinen aus gebranntem Ton bewarfen?! 5. Und ließ sie werden wie ein Kornfeld, das bis auf die Stoppeln abgefressen worden ist.

106. Quraisch

1. Auf dass die Quraisch sicher bleiben mögen, 2. sicher auf ihren Winter- und Sommerkarawanen! 3. Sie sollen daher den Herrn (Rabb) dieses Hauses anbeten, 4. Der Ihnen Speise gegeben hat gegen Hunger und sie sicher gemacht hat vor der Gefahr.

107. al-Maa´uun

Hast du den gesehen, der das letzte Gericht leugnet? 2. Er ist es, der die Waise wegstößt, 3. Und nicht zur Speisung des Armen anspornt. 4. Wehe denn den Betenden, 5. die in ihren Gebeten nachlässig sind, 6. die nur dabei gesehen werden wollen 7. und jegliche Hilfeleistungen verweigern.

109. al-Kafirun

Sprich: "O ihr Glaubensverweigerer! 2. Ich verehre nicht, was ihr verehrt, 3. und ihr seid nicht Verehrer dessen, was ich verehre. 4. Und ich bin nicht der Verehrer dessen, was ihr verehrt habt, 5. und ihr seid nicht die Verehrer dessen, was ich verehre. 6. Ihr habt eure Religion und ich habe die meine."

111. al-Masad

Verdammt sind die Hände von Abi Lahab. Und verdammt ist er! 2. Was wird ihm sein Reichtum nutzen und alles, was er erworben hat? 3. Er wird ein heftig glühendes Feuer zu ertragen haben. 4. zusammen mit seiner Frau, jener Trägerin übler Geschichten. 5. (die) um ihren Hals ein Seil von gedrehten Strängen (trägt).

112. al – Ikhlas:

Sprich: "Er ist der Eine Gott, 2. Allah, der Absolute. 3. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt, 4. Und es gibt keinen, der Ihm gleicht."

113. al – Falaq

Sprich: "Ich suche Zuflucht bei dem Herrn (Rabb) des Morgengrauens 2. Vor dem Übel dessen, was Er erschaffen hat, 3. Und vor dem Übel der Nacht, wenn sie sich verfinstert, 4. Und vor dem Übel der auf Knoten blasenden Magierinnen 5. Und vor dem Übel des Neiders, wenn er neidet."

114. an – Nas

Sprich: "Ich suche Zuflucht bei dem Herrn (Rabb) der Menschen, 2. Dem Herrscher der Menschen, 3. Dem Gott der Menschen, 4. Vor dem Übel des flüsternden, entweichenden Versuchers, 5. Der in den Herzen der Menschen flüstert – 6. vor den Dschinn und den Menschen."

Qur´an-Zitate aus dem Lehrplan für BMHS etc.

2. al-Baqara

29. Er ist es, Der für euch alles auf Erden erschuf. Dann wandte Er sich dem Himmel zu und bildete ihn zu sieben Himmeln; und Er hat Macht über alle Dinge.

30. Und als dein Herr zu den Engeln sprach: "Siehe, Ich will auf der Erde einen Sachwalter einsetzen", da sagten sie: "Willst Du auf ihr einen einsetzen, der auf ihr Verderben anrichtet und Blut vergießt? Wir verkünden doch Dein Lob und rühmen Dich." Er sprach: "Siehe, Ich weiß, was ihr nicht wisst." 31. Und Er lehrte Adam aller Dinge Namen; dann zeigte Er sie den Engeln und sprach: "Nennt Mir die Namen dieser Dinge, wenn ihr wahrhaft seid." 32. Sie sagten: "Preis Dir, wir haben nur Wissen von dem, was Du uns lehrst; siehe, Du bist der Wissende, der Weise." 33. Er sprach: "O Adam! Nenne ihnen ihre Namen." Und als er ihnen ihre Namen genannt hatte, sprach Er: "Sagte Ich euch nicht: Ich kenne das Verborgene der Himmel und der Erde, und Ich weiß, was ihr offen tut und was ihr verbergt?!" 34. Und als Wir zu den Engeln sprachen: "Werft euch vor Adam nieder!" – da warfen sie sich nieder, außer Iblis, der sich aus Hochmut weigerte und so zu einem der Glaubensverweigerer wurde.

43. Und verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakat und beugt euch mit den Beugenden (im Gebet).

76. Wenn sie den Gläubigen begegnen, so behaupten sie: „Wir glauben!“ Wenn sie jedoch allein unter sich sind, sagen sie: „Wollt ihr ihnen erzählen, was Allah euch offenbarte, damit sie es eines Tages vor eurem Herrn im Streit gegen euch verwenden? Seid ihr von Sinnen?“

97. Sprich: "Wer auch immer Gabriel zum Feind nimmt, so hat er ihn (den Qur`an) doch mit Ermächtigung Allahs in dein Herz herabgesandt als Bestätigung dessen, was vor ihm war, als Rechtleitung und frohe Botschaft für die Gläubigen. 98. Wer auch immer ein Feind Allahs, Seiner Engel, Seiner Gesandten, Gabriels und Michaels ist, dessen Feind ist Allah; denn siehe, Allah ist ein Feind der Glaubensverweigerer.“ 99. Und auch zu dir sandten Wir deutliche Zeichen hernieder, und nur die Frevler leugnen sie.

143. Und so machten Wir euch zu einer Gemeinschaft der Mitte, auf dass ihr Zeugen seid für die Menschen, und auf dass der Gesandte Zeuge sei für euch. Und Wir haben die Qibla, nach der du dich bisher gerichtet hattest, nur gemacht, um zu wissen, wer dem Gesandten folgt und (damit Wir) diesen von demjenigen unterscheiden, der auf seinen Fersen eine Kehrtwendung macht; und dies war wahrlich schwer, außer für diejenigen, die Allah geleitet hat. Und es ist nicht Allah, Der euren Glauben verloren gehen lässt; wahrlich, Allah ist gegenüber den Menschen mitleidig, barmherzig.

153. O ihr, die ihr glaubt! Sucht Hilfe in Standhaftigkeit und Gebet; siehe, Allah ist mit den Standhaften. 155. Und gewiss werden Wir euch prüfen durch etwas Furcht, Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und Früchten, Doch verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft,

156. Ihnen, die da sprechen, wenn sie ein Unheil trifft: „Wir gehören zu Allah und zu Ihm kehren wir heim.“

158. Siehe, Safa und Marwa sind auch Kultstätten Allahs. Daher wer immer zum Hause (Allahs) pilgert oder Umra (eine kleine Pilgerfahrt) vollzieht, begeht kein Unrecht, wenn er zwischen beiden hin- und hergeht. Wer aus freien Stücken Gutes tut, siehe, Allah ist dankbar und wissend.

164. Siehe, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und in dem Wechsel der Nacht und des Tages und in den Schiffen, welche das Meer durcheilen mit dem, was den Menschen nützt, und in dem, was Allah vom Himmel an Wasser niedersendet, womit Er die Erde nach ihrem Tode belebt, und was Er an allerlei Getier auf ihr verbreitet, und in dem Wechsel der Winde und der Wolken, die dem Himmel und der Erde dienen – wahrlich in all dem sind Zeichen für Leute von Verstand!

180. Vorgeschrieben ist euch, wenn einem von euch der Tod naht und er Vermögen hinterlässt, für die Eltern und die Verwandten eine angemessene letztwillige Verfügung zu treffen; dies ist eine Verpflichtung für die Gottesbewussten. 181. Doch wer die Verfügung ändert, nachdem er davon Kenntnis bekam: die Schuld trifft die, welche sie ändern. Siehe, Allah ist hörend und wissend. 182. Wer aber vom Erblasser Benachteiligung oder Unrecht fürchtet und zwischen ihnen Frieden stiftet, der begeht keine Sünde; siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.

183. O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr gottesbewusst. 184. (Es geht um) abgezählte Tage; wenn einer unter euch aber krank oder auf Reisen ist, der faste die gleiche Anzahl von anderen Tagen. Und die, die es nur mit größter Schwierigkeit könnten, sollen zum Ausgleich einen Armen speisen. Und wer aus freien Stücken mehr als vorgeschrieben tut, tut es zu seinem Besten. Dass ihr fastet ist euch zum Vorteil, wenn ihr es richtig begreift. 185. Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Qur´an als Rechtleitung für die Menschen und als Beweis dieser Rechtleitung und als (normativer) Maßstab herabgesandt wurde. Wer von euch in diesem Monat zugegen ist, soll während seines Verlaufs fasten. Wer jedoch krank ist oder auf einer Reise, der (faste) eine (gleiche) Anzahl anderer Tage. Allah wünscht, es euch leicht und nicht schwer zu machen, und dass ihr die Zahl (der Tage) erfüllt und Allah dafür preist, dass Er euch geleitet hat. Und vielleicht seid ihr dankbar.

188. Und verschlingt nicht euren Besitz untereinander in ungerechter Weise und bietet ihn nicht den Behörden (zur Bestechung) an, um einen Teil vom Besitz der Menschen in sündhafter Weise zu verschlingen, wo ihr doch wisst.

189. Sie werden dich nach den Neumonden befragen. Sprich: "Sie sind Zeitbestimmungen für die Menschen und die Pilgerfahrt." Und es bedeutet keine Frömmigkeit, wenn ihr (aus Aberglauben) von hinten in eure Häuser eintretet, sondern Frömmigkeit besteht in Gottesbewusstsein. Darum betretet eure Häuser durch die Türen und seid euch Allahs bewusst; vielleicht ergeht es euch wohl.

196. Und vollzieht die Pilgerfahrt und die Umra um Allahs willen. Und wenn ihr daran verhindert seid, dann bringt ein kleines Opfer dar. Und schert euch eure Häupter nicht eher, als bis das Opfer seine Opferstätte erreicht hat. Und wer von euch krank ist oder ein Leiden am Kopf hat, der leiste dafür Ersatz mit Fasten, einem Almosen oder einem Opfer. Und wenn ihr in Sicherheit seid – wer den Besuch mit der Pilgerfahrt verbinden möchte, bringe ein kleines Opfer dar. Wer aber nichts findet, der faste drei Tage während der Pilgerfahrt und sieben, wenn ihr zurückgekehrt seid, das sind zehn im Ganzen. Dies gilt für den, dessen Familie nicht in der Nähe der unverletzlichen Moschee wohnt. Und seid euch Allahs bewusst und wisset, dass Allah streng straft. 197. Die (Zeit der) Pilgerfahrt sind die bekannten Monate. Wer in ihnen die Pilgerfahrt unternimmt, der enthalte sich sexueller Beziehungen und unterlasse (jede Art von) Unrecht und Streit während der Pilgerfahrt. Und was ihr an Gutem tut, Allah weiß es. Und sorgt für euch vor; doch die beste Vorsorge ist das Gottesbewusstsein. Und seid euch Meiner bewusst, ihr Verständigen. 198. Es ist keine Sünde, wenn ihr nach der Gunst eures Herrn strebt. Und wenn ihr von Arafat hereilt, gedenkt Allahs an der Moschee. Gedenkt Seiner: Wie Er euch geleitet hat, obwohl ihr zuvor Verirrte wart. 199. Dann eilt weiter, mit allen, die da eilen, und bittet Allah um Nachsicht; siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig. 200. Und wenn ihr eure Riten beendet habt, dann gedenkt Allahs wie ihr eurer Vorfahren gedenkt oder mit noch innigerem Gedenken. Unter den Leuten sagen einige lediglich: „Rabbana, gib uns Gutes in dieser Welt!“ Sie sollen am Jenseits keinen Teil haben. 201. Andere unter ihnen sprechen: „Rabbana, gib uns in dieser Welt Gutes und im Jenseits Gutes und hüte uns vor der Strafe des Feuers.“ 202. Diese sollen ihren Anteil haben, ihrem Verdienst entsprechend, und Allah ist schnell im Rechnen. 203. Und gedenkt Allahs während bestimmter Tage. Doch wer schon in Eile nach zwei Tagen aufbricht, den trifft keine Schuld, solange er gottesbewusst ist. Und wer länger verweilt, auch den trifft keine Schuld. Und seid euch Allahs bewusst und wisset, dass ihr zu Ihm versammelt werdet.

222. Und sie werden dich über die Menstruation befragen. Sprich: "Sie ist ein Leiden." Enthaltet euch daher eurer Frauen während der Menstruation und naht ihnen erst wieder, wenn sie sich gereinigt haben. Sind sie jedoch rein, dann verkehrt mit ihnen, wie Allah es euch geboten hat. Siehe, Allah liebt die sich Bekehrenden und liebt die sich Reinigenden.

238. Haltet die Gebete ein, und besonders das mittlere Gebet und steht in demütigem Gottesbewusstsein vor Allah. 239. Doch wenn ihr in Furcht seid, dann betet zu Fuß oder im Reiten, und wenn ihr in Sicherheit seid, gedenkt Allahs, wie Er euch das gelehrt hat, was ihr nicht wusstet.

241. Und auch den Geschiedenen seien Unterhaltsleistungen nach Billigkeit festgesetzt; dies ist eine Pflicht für die Gottesbewussten.

255. Allah - kein Gott ist da außer Ihm, dem Ewiglebenden, dem Einzigerhaltenden. Ihn ergreift weder Schlummer noch Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt; sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen, es sei denn das, was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie (beide) zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Erhabene.

256. Kein Zwang im Glauben! Klar ist nunmehr das Rechte vom Irrtum unterschieden. Wer die falschen Götter verwirft und an Allah glaubt, der hat den festen Halt erfasst, der nicht reißen wird. Und Allah ist hörend und wissend.

267. O ihr, die ihr glaubt! Spendet von dem Guten, das ihr erwarbt und von dem, was Wir euch aus der Erde hervorkommen ließen. Und sucht darunter nichts Schlechtes zum Spenden aus – etwas, das ihr selber nicht nehmen würdet, ohne dabei ein Auge zuzudrücken. Und wisset, dass Allah unabhängig und des Lobes würdig ist.

269. Er gibt die Weisheit, wem Er will. Und wem Weisheit gegeben wurde, dem wurde ein hohes Gut gegeben; doch keiner beherzigt es, außer den Verständigen.

272. Nicht dir obliegt ihre Leitung, sondern Allah leitet, wen Er will. Und was ihr an Gutem spendet, das ist für euch selbst. Und spendet nicht, es sei denn aus Verlangen nach Allahs Angesicht. 273. (Spendet) besonders für die Bedürftigen auf Allahs Weg, die daran gehindert sind für sich selbst zu sorgen. Der Unwissende hält sie wegen ihrer Bescheidenheit für ausreichend begütert. Du erkennst sie aber an ihrem Auftreten. Sie betteln die Leute nicht an. Und was ihr an Gutem spendet, Allah weiß es. 274. Diejenigen, die ihren Besitz bei Nacht und Tag, geheim oder offen, spenden - denen ist ihr Lohn von ihrem Herrn (gewiss), und sie brauchen keine Angst zu haben, noch werden sie traurig sein.

275. Diejenigen, die Zinsen verschlingen, sollen nicht anders dastehen als einer, den der Satan erfasst und niedergeschlagen hat. Dies (soll so sein,) weil sie sagen: "Handel ist das gleiche wie Zinsnehmen." Doch Allah hat den Handel erlaubt und das Zinsnehmen verboten. Und wenn zu jemandem eine Ermahnung von seinem Herr kommt und er dann aufhört – dem soll verbleiben, was bereits geschehen ist. Und seine Sache ist bei Allah. Wer es aber von neuem tut – die werden Bewohner des Feuers sein, darin werden sie ewig bleiben.

276. Allah lässt den Zins dahinschwinden; vermehren wird Er aber die Spenden. Und Allah liebt keinen Glaubensverweigerer und Sünder.

285. Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn herabgesandt worden ist, ebenso die Gläubigen; sie alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und an Seine Gesandten. Wir machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten. Und sie sagen: „Wir hören und gehorchen. Gewähre uns Deine Vergebung, Rabbana, und zu Dir ist die Heimkehr.“

286. Allah belastet niemand über sein Vermögen. Jedem wird zuteil, was er verdient hat, und über jeden kommt nach seinem Verschulden. "Rabbana, ziehe uns nicht zur Rechenschaft, wenn wir vergessen oder unwissentlich Unrecht tun. Rabbana, bürde uns nicht eine solche Last auf, wie Du sie jenen auferlegt hast, die vor uns lebten. Rabbana, lass uns nicht Lasten tragen, die wir zu tragen keine Kraft haben, und tilge Du unsere Sünden, und gewähre uns Vergebung, und erteile uns Deine Barmherzigkeit! Du bist unser Höchster Herr (Maulana): stehe uns also bei gegen Leute, welche die Wahrheit leugnen.

3. Ali Imran

7. Er ist es, Der dir das Buch herabgesandt hat. Darin sind eindeutig klare Verse – sie sind die Grundlage des Buches – und andere, die verschieden zu deuten sind. Doch diejenigen, in deren Herzen (Neigung zur) Abkehr ist, folgen dem, was darin verschieden zu deuten ist, um Zwietracht herbeizuführen und Deutelei zu suchen, (indem sie) nach ihrer abwegigen Deutung trachten. Aber niemand kennt ihre Deutung außer Allah. Diejenigen, die aber ein tief begründetes Wissen haben, sagen: "Wir glauben wahrlich daran. Alles ist von unserem Herrn." Doch niemand bedenkt dies außer den Einsichtigen.

35. Als die Frau von dem Hause Imran betete: „Rabbi, ich gelobe Dir zu eigen, was in meinem Schoße ist, so nimm es von mir an. Siehe, Du bist der Hörende, der Wissende.

42.Und als die Engel sprachen: „O Maria! Wahrlich Allah hat dich auserwählt und gereinigt und vor den Frauen aller Welt auserwählt. 43. O Maria! Sei andachtsvoll vor deinem Herrn und wirf dich nieder und verneige dich mit den sich Verneigenden.“ 44. Dies ist einer der Berichte über das Verborgene, die Wir dir offenbaren. Denn du warst nicht bei ihnen, als sie ihre Losröhrchen warfen, wer von ihnen Maria pflegen sollte. Und du warst nicht bei ihnen, als sie miteinander stritten. 45. Als die Engel sprachen: „ O Maria! Wahrlich, Allah verkündet dir (frohe Botschaft) durch ein Wort von Ihm: (einen Sohn), sein Name ist Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen in dieser Welt und im Jenseits, einer der (Allah) Nahestehenden. 46. Und er wird in der Wiege und im Mannesalter zu den Menschen reden und einer der Rechtschaffenen sein.“ 47. Sie sagte: „Rabbi, wie soll ich einen Sohn bekommen, wo mich doch kein Mann berührte?“ Er sprach: „Allah schafft, was Er will. Wenn Er eine Sache beschlossen hat, spricht Er nur zu ihr „Sei!“ und sie ist.“

92. Ihr werdet echte Frömmigkeit nicht erlangen, ehe ihr nicht von dem spendet, was ihr liebt.

96. Siehe, das erste für die Menschheit errichtete Haus war das in Bakka – gesegnet und eine Leitung für alle Welt, 97. Wo es klare Zeichen gibt, wie die Stätte Abrahams. Wer es betritt, ist sicher. Und der Menschen Pflicht gegenüber Allah ist die Hadsch (Pilgerfahrt) zum Hause, wer immer dazu in der Lage ist.

103. Und haltet allesamt an Allahs Seil fest, und zersplittert euch nicht, und gedenkt der Gnadenerweise Allahs euch gegenüber als ihr Feinde wart und Er euere Herzen so zusammenschloss, dass ihr durch Seine Gnade Brüder wurdet, und als ihr am Rande einer Feuergrube wart und Er euch ihr entriss. So macht euch Allah Seine Zeichen klar, auf dass ihr euch leiten lässt,

104. Und damit aus euch eine Gemeinschaft wird, die zum Guten einlädt, das Rechte gebietet und das Unrechte verbietet. Sie sind es, denen es wohlergehen wird.

108. Dies sind die Verse Allahs. Wir verkünden sie dir in Wahrheit. Und Allah will keine Ungerechtigkeit, wo auch immer in aller Welt.

136. O ihr, die ihr gläubig geworden seid, glaubt an Allah und Seinen Gesandten und an das Buch, das Er auf Seinen Gesandten herabgesandt hat, und an die Schrift, die Er zuvor herabsandte. Und wer nicht an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag glaubt, der ist wahrlich weit irregegangen.

159. Und dank der Barmherzigkeit Allahs warst du gütig zu ihnen. Wärst du aber grob und hartherzig gewesen, so wären sie von dir davongelaufen. Darum vergib ihnen und bete für sie um Verzeihung und ziehe sie in der Sache zu Rate, aber wenn du einmal entschlossen bist, dann vertraue auf Allah; siehe, Allah liebt die Ihm Vertrauenden.

185. Jeder soll den Tod kosten. Doch ihr sollt euren Lohn erst am Tag der Auferstehung empfangen. Und wer da vom Feuer ferngehalten und ins Paradies geführt wird, der soll glücklich sein. Denn das irdische Leben ist nur ein trügerischer Nießbrauch.

190. Wahrlich, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und ein dem Wechsel der Nacht und des Tages sind wahrlich Zeichen für die Verständigen, 191. die Allahs gedenken im Stehen, Sitzen und (Liegen) auf ihren Seiten und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken (und sprechen): "Rabbana, Du hast dieses nicht umsonst erschaffen. Gepriesen seist Du, darum hüte uns vor der Strafe des Feuers.“

195. Und ihr Herr antwortete ihnen: "Siehe, Ich lasse keine Tat von euch verloren gehen, sei es von einem Mann oder einer Frau. Die einen von euch stammen ja von den anderen.

200. O ihr, die ihr glaubt! Seid standhaft und wetteifert in Geduld und haltet aus und seid euch Allahs bewusst, damit es euch wohlergeht.

4. an-Nisa‘

29. O ihr, die ihr glaubt! Verzehrt nicht euer Vermögen untereinander in ungerechter Weise, sondern treibt Handelsgeschäfte in gegenseitigem Einvernehmen; und begeht nicht Selbstmord! Wahrlich Allah verfährt barmherzig mit euch.

58. Siehe, Allah gebietet euch, die euch anvertrauten Güter ihren Eigentümern zurückzugeben, und wenn ihr unter den Leuten richtet, nach Gerechtigkeit zu richten. Siehe, Allah – wie trefflich ist das, wozu Er euch mahnt! Siehe, Allah hört und sieht.

78. Wo immer ihr seid, der Tod wird euch einholen, auch wenn ihr in hochragenden Türmen wärt. Und wenn ihnen Gutes widerfährt, sprechen sie: „Dies ist von Allah.“ Und wenn sie ein Unglück trifft, sagen sie: „Dies ist von dir!“ Sprich: „Alles ist von Allah!“ Was aber ist mit diesem Volk, dass sie kaum ein Wort verstehen?

85. Wer für eine gute Sache Fürsprache einlegt, der soll einen Teil davon haben. Und wer Fürsprache für eine schlechte Sache einlegt, der soll einen Teil der Verantwortung dafür tragen.

95. Diejenigen unter den Gläubigen, die daheim bleiben - ausgenommen die Gebrechlichen -, und die, welche für Allahs Sache ihr Vermögen und sich selbst einsetzen, sind nicht gleich. Allah hat die, die sich mit ihrem Vermögen und sich selbst einsetzen über die, die daheim bleiben, im Rang um eine Stufe erhöht. Jeden von beiden aber hat Allah Gutes verheißen; doch die sich Einsetzenden hat Allah vor den Daheimbleibenden durch großen Lohn ausgezeichnet 96. (mit) Rangstufen von Ihm und Vergebung und Barmherzigkeit; und Allah ist allvergebend, barmherzig.

118. Den Allah verflucht hat. Und er sprach: "Wahrlich, ich will einen bestimmten Teil Deiner Diener nehmen. 119. und ich werde sie irreleiten und ihre Hoffnungen anregen und ihnen Befehle erteilen, dem Vieh die Ohren aufzuschlitzen, und ich werde ihnen befehlen, und sie werden Allahs Schöpfung verändern." Und wer sich Satan statt Allah zum Beschützer nimmt, der hat sicherlich einen offenkundigen Verlust erlitten.

123. Es geht weder nach euren Wünschen noch nach den Wünschen der Leute der Schrift. Wer Böses getan hat, dem wird es vergolten, und er findet außer Allah keinen Beschützer oder Helfer. 124. Diejenigen aber, die handeln, wie es recht ist - sei es Mann oder Frau - und dabei gläubig sind, werden ins Paradies eingehen und nicht im geringsten Unrecht erleiden.

127. Und sie werden dich über die Rechte der Frauen befragen. Sprich: "Allah hat euch darüber in der Schrift belehrt, auch hinsichtlich verwaister Mädchen, denen ihr nicht gebt, was euch vorgeschrieben ist, weil ihr sie heiraten wollt; ebenso hinsichtlich hilfloser Kinder, und dass ihr gegen die Waisen Gerechtigkeit üben sollt. Und was ihr Gutes tut, siehe, Allah weiß es."

128. Und wenn eine Frau von ihrem Ehemann rohe Behandlung oder Gleichgültigkeit befürchtet, begehen sie keine Sünde, wenn sie sich einvernehmlich auseinandersetzen; denn ein friedlicher Kompromiss ist das Beste. Die Seelen neigen zur Habsucht; und wenn ihr Gutes tut und gottesbewusst seid, siehe, Allah kennt euer Tun.

135. O ihr, die ihr glaubt! Tretet für die Gerechtigkeit ein, wenn ihr vor Allah Zeugnis ablegt, und sei es gegen euch selber oder eure Eltern und Verwandten. Handle es sich um arm oder reich, Allah steht euch näher als beide. Und überlässt euch nicht der Leidenschaft, damit ihr nicht vom Recht abweicht. Wenn ihr (das Recht) verdreht oder euch (von ihm) abkehrt, siehe, Allah weiß, was ihr tut.

136. O ihr, die ihr glaubt! Glaubt an Allah, Seinen Gesandten, das Buch, das Er auf Seinen Gesandten herabgesandt hat, und die Schrift, die Er zuvor herabkommen ließ. Wer nicht an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag glaubt, der ist weit abgeirrt.

137. Siehe, diejenigen welche glauben und danach den Glauben verweigern, dann wieder glauben und dann an Glaubensverweigerung noch zunehmen, denen verzeiht Allah nicht, und Er leitet sie nicht des Weges.

5. al-Ma’ida

1. O ihr, die ihr glaubt, haltet eure Verträge! Erlaubt ist euch (das Fleisch von) pflanzenfressenden Tieren, außer dem, was euch bekannt gemacht wird. Und während ihr im Zustand der Pilgerfahrt seid, ist euch die Jagd nicht erlaubt. Siehe, Allah verordnet, was Er will. 2. O ihr, die ihr glaubt! Verletzt nicht die Pilgerfahrtsriten Allahs, noch den heiligen (Pilger-) Monat, noch das Opfertier im Girlandenschmuck, noch diejenigen, welche im Verlangen nach der Huld und dem Wohlgefallen ihres Herrn zum unverletzlichen Hause ziehen. Habt ihr jedoch das Pilgergewand abgelegt, dann jagt. Der Hass gegen Leute, die euch von der unverletzlichen Moschee abhalten wollen, verleite euch nicht zu Verfehlungen. Helft einander zu Rechtschaffenheit und Gottesbewusstsein und nicht zur Sünde und Feindschaft. Und seid euch Allahs bewusst; siehe, Allah ist streng im Strafen.

5. Heute sind euch alle guten Dinge erlaubt. Auch die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, so wie eure Speisen ihnen erlaubt sind. Und (erlaubt sind euch zu heiraten) tugendhafte Frauen von denen, welchen die Schrift vor euch gegeben wurde, sofern ihr ihnen ihr Brautgeld gegeben habt und tugendhaft mit ihnen lebt, ohne Unzucht, und keine Geliebten nehmt. Wer den Glauben verleugnet, dessen Werk ist fruchtlos, und im Jenseits ist er einer der Verlorenen.

8. O ihr, die ihr glaubt! Steht in Gerechtigkeit fest, wenn ihr vor Allah bezeugt. Der Hass gegen (bestimmte) Leute verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht mehr dem Gottesbewusstsein. Und seid euch Allahs bewusst. Siehe, Allah kennt euer Tun.

17. Wahrlich, Glaubensverweigerer sind, die da behaupten: "Allah, das ist gewiss der Messias, der Sohn der Maria." Sprich: "Wer könnte Allah daran hindern, wenn Er den Messias, den Sohn der Maria, und seine Mutter und wen auch immer auf Erden vernichten wollte?" Allahs ist das Reich der Himmel und der Erde und was zwischen beiden ist. Er erschafft, was Er will, und Allah hat Macht über alle Dinge.

45. Wir hatten ihnen darin vorgeschrieben: Leben um Leben, Auge um Auge, Nase um Nase, Ohr um Ohr und Zahn um Zahn; und für Verwundungen gerechte Vergeltung. Wer aber darauf verzichtet, dem soll das eine Sühne sein; und wer nicht nach dem richtet, was Allah hinabgesandt hat – das sind die Ungerechten.

48. Und Wir haben das Buch mit der Wahrheit zu dir herabgesandt, das bestätigt, was von der Schrift vor ihm war und darüber Gewissheit gibt; richte also zwischen ihnen nach dem, was Allah herabgesandt hat und folge nicht ihren Neigungen, von der Wahrheit abzuweichen, die zu dir gekommen ist. Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und eine Laufbahn bestimmt. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einem einzigen Gemeinwesen gemacht. Er wollte euch aber in alledem was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr nach den guten Dingen wetteifern. Zu Allah werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins wart.

87. O ihr, die ihr glaubt! Verbietet nicht die guten Dinge, die Allah euch erlaubt hat, aber übertretet auch nicht. Siehe, Allah liebt nicht die Übertreter.

89. Allah wird euch für ein unbedachtes Wort in euren Eiden nicht zur Rechenschaft ziehen, doch Er wird von euch für das Rechenschaft fordern, was ihr mit Bedacht geschworen habt. Die Sühne dafür sei dann die Speisung von zehn Armen in jenem Maß, wie ihr die Eurigen im Durchschnitt speist, oder ihre Bekleidung oder die Befreiung eines Sklaven. Wer es aber nicht kann, dann (soll er) drei Tage fasten. Das ist die Sühne für eure Eide, wenn ihr sie geleistet habt. Und hütet ja eure Eide. So macht euch Allah Seine Zeichen klar, auf dass ihr dankbar sein möget.

90. O ihr, die ihr glaubt! Seht, Berauschendes, Glücksspiele, Opfersteine und Lospfeile sind ein Gräuel, Satans Werk. Meidet sie, auf dass es euch wohlergehe.

96. Erlaubt ist euch den Fisch im Meer zu fangen und zu essen, als eine Versorgung für euch und für die Reisenden. Aber verwehrt ist euch das Wild des Landes, während ihr euch im Zustand des Pilgers befindet. Und seid euch Allahs bewusst, zu Dem ihr versammelt werdet.

105. O ihr die ihr glaubt! Ihr seid nur für euch selbst verantwortlich. Wer irrt, kann euch nicht schaden, solange ihr rechtgeleitet seid. Zu Allah geht eure Heimkehr allzumal, und dann wird Er euch verkünden, was ihr getan habt.

6. Al-An’am

38. Keine Tiere gibt es auf Erden und keinen Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht Völker wie ihr sind. Nichts haben Wir in dem Buch übergangen. Letztlich werden sie zu ihrem Herrn versammelt.

75. Und so zeigten Wir Ibrahim /Abraham das Königreich der Himmel und der Erde, damit er zu den Festen im glauben gehöre. 76. Doch als die Nacht ihn überschattete, sah er einen Stern. Er rief: „Das ist mein Herr!“ Als er aber unterging, sprach er: „Ich liebe nicht, was untergeht.“ 77. Und als er den Mond aufgehen sah, sprach er: „Das ist mein Herr!“ Und als er unterging, sagte er: „Wahrlich, wenn mich mein Herr nicht leitet, bin ich einer der Irrenden.“ 78. Doch als er die Sonne aufgehen sah, rief er: „Das ist mein Herr – das ist das Größte!“ Als sie jedoch unterging, sagte er: „O mein Volk! Ich habe nichts mit euren Göttern zu schaffen. 79. Siehe, ich richte mein Angesicht lauteren Glaubens auf Den, Der die Himmel und die Erde erschaffen hat und ich gehöre nicht zu denen, die Allah Gefährten geben.“

82. Die da glauben und ihren Glauben nicht mit Ungerechtigkeit vermengen – sie sind es, die Sicherheit haben und die rechtgeleitet werden.

95. Wahrlich, Allah ist es, Der das Korn und die Kerne keimen lässt. Er bringt das Lebendige aus dem Toten hervor, und Er ist der Hervorbringer des Toten aus dem Lebendigen. Das ist Allah; warum lässt ihr euch dann (von Ihm) abwenden? 96. Er lässt den Tag anbrechen; und Er macht die Nacht zur Ruhe und Sonne und Mond zur Berechnung (von Tag und Nacht). Das ist die Anordnung des Allmächtigen, des Allwissenden. 97. Und Er ist es, Der die Sterne für euch geschaffen hat, auf dass ihr durch sie den Weg in den Finsternissen zu Land und zu Meer finden möget. Uns so haben Wir bis ins Einzelne die Zeichen für die Menschen, die Wissen haben, dargelegt. 98. Er ist es, Der euch aus einem einzigen Wesen hervorbrachte, alsdann für euch eine Bleibe (im Mutterleib) und einen Aufbewahrungsort (im Grab bestimmte). Wir haben dargelegt die Zeichen für Leute, die es begreifen. 99. Und er ist es, Der aus dem Himmel Wasser niedersendet; damit bringen Wir alle Arten von Pflanzen hervor; woraus Wir gereihtes Korn sprießen lassen; und aus der Dattelpalme, aus ihren Blütendolden, (sprießen) niederhängende Datteln, Gärten mit Trauben, Oliven und der Granatapfel – einander ähnlich und nicht ähnlich. Betrachtet die Frucht, wenn sie Früchte tragen, und ihr Reifen. Wahrlich, hierin sind Zeichen für Leute, die glauben. 100. Und doch haben sie Dschinn zu Allahs Teilhabern gemacht, obwohl Er sie geschaffen hat; und sie dichten Ihm fälschlicherweise Söhne und Töchter ohne alles Wissen an. Gepriesen sei Er und erhaben über das, was sie (Ihm) zuschreiben. 101. Schöpfer der Himmel und der Erde! Wie sollte Er einen Sohn haben, wo Er keine Gefährtin hat und wo Er alles erschuf und alle Dinge kennt? 102. Er ist Allah, euer Herr. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge; so betet Ihn an. Und Er ist der Hüter aller Dinge. 103. Blicke können Ihn nicht erreichen, Er aber erreicht die Blicke. Und Er ist der Unergründliche, der Allkundige.

108. Und schmäht die nicht, welche sie statt Allah anrufen, sonst würden sie aus Groll Allah ohne Wissen schmähen. Also lassen Wir jedem Volke sein Tun als wohlgefällig erscheinen. Dann aber werden sie zu ihrem Herrn heimkehren; und Er wird ihnen verkünden, was sie getan haben.

153. Denn dies ist Mein rechter Weg. So folgt ihm und folgt nicht (anderen) Pfaden, damit ihr nicht von Seinem Pfad getrennt werdet. Dies gebot Er euch, damit ihr gottesbewusst seid.

164. Sprich: "Sollte ich einen anderen Herrn suchen als Allah, Welcher doch der Herr aller Dinge ist?" Jede Seele belastet nur sich selbst. Und keine belastete (Seele) soll einer anderen Last tragen. Zu eurem Herrn ist schließlich eure Heimkehr, und dann wird Er euch wissen lassen, worüber ihr uneins wart.

7. al-A’raf

11. Und wahrlich, Wir erschufen euch und formten euch dann. Dann sprachen Wir zu den Engeln: „Werft euch vor Adam nieder!“ Und sie warfen sich nieder, außer Iblis. Er war nicht bei denen, die sich niederwarfen. 12. Er sprach: "Was hinderte dich, dich niederzuwerfen, als Ich es dir befahl?" Er sagte: "Ich bin besser als er. Du hast mich aus Feuer erschaffen, ihn aber erschufst Du aus Ton." 13. Er sprach: "Weg und hinab mit dir! Es geziemt dir nicht, hier hochmütig zu sein. Darum hinaus mit dir, siehe, du bist einer der Gedemütigten." 14. Er sagte: "Gib mir eine Frist bis zum Tage der Auferstehung." 15. Er sprach: "Fürwahr, die Frist ist dir gewährt." 16. Er sagte: "Wie Du mich in die Irre gehen ließest, werde ich ihnen auf Deinem geraden Weg auflauern. 17. Dann will ich von vorn und von hinten, von ihrer Rechten und von ihrer Linken über sie kommen, und Du wirst die Mehrzahl von ihnen undankbar finden." 18. Er sprach: "Weg von hier, verachtet und verstoßen! Wahrlich wer von ihnen dir folgt, mit euch allesamt fülle Ich die Hölle!" 19. "O Adam! Du und deine Frau, bewohnt das Paradies und esst, wovon ihr wollt. Nähert euch jedoch nicht diesem Baum, sonst tut ihr Unrecht." 20. Und Satan flüsterte ihnen ein, dass er ihnen zeigen wolle, was ihnen verborgen war – ihr Schambereich. Und er sagte: "Euer Herr hat euch diesen Baum nur verboten, damit ihr nicht Engel oder unsterblich werdet." 21. Und er schwur ihnen: "Gewiss bin ich euch ein guter Berater." 22. So verführte er sie durch Betrug. Daher fingen sie an, Blätter des Paradieses über sich zusammenzuheften. Und ihr Herr rief sie: "Verbot Ich euch nicht jenen Baum und sprach zu euch: "Siehe, der Satan ist euch ein offenkundiger Feind?" 23. Sie antworteten: "Rabbana, wir haben gegen uns selber gesündigt, und wenn Du uns nicht verzeihst und Dich unser erbarmst, dann sind wir wahrlich verloren." 24. Er sprach: "Hinab mit euch! Einer sei des Anderen Feind. Auf der Erde sollt ihr euren Wohnsitz und einen Nießbrauch auf Zeit haben." 25. Er fuhr fort: "Auf ihr sollt ihr leben, und auf ihr sollt ihr sterben, und aus ihr sollt ihr hervorgeholt werden." O ihr Kinder Adams! Wir gaben euch Kleidung, eure Blöße zu bedecken, und als Prunkgewänder. Aber das Kleid des Gottesbewusstseins ist besser. Dies ist eines der Zeichen Allahs, auf dass sie sich ermahnen lassen. 27. O ihr Kinder Adams! Der Satan verführe euch nicht, wie er eure Eltern aus dem Paradies vertrieb, ihnen ihre Kleidung raubend, um ihnen ihre Blöße zu zeigen. Siehe, er sieht euch, er und seine Genossen, von wo ihr sie nicht seht. Wahrlich, Wir machten die Satane zu Beschützern der Glaubensverweigerer. 32. Sprich: "Wer hat den Schmuck Allahs verboten, den Er für Seine Diener hervorgebracht hat, und die guten Dinge der Versorgung?" Sprich: "Sie sind für die Gläubigen in diesem Leben (und) ausschließlich (für sie) am Tage der Auferstehung." So machen Wir die Zeichen klar für Leute, die Wissen haben.

42. Diejenigen aber, welche glauben und das Rechte tun – wir belasten keine Seele über ihr Vermögen hinaus – sollen Leute des Paradieses sein und ewig darin verweilen.

56. Und stiftet auf Erden kein Verderben, nachdem in ihr Ordnung herrscht. Und ruft Ihn an in Furcht und Verlangen. Siehe, Allahs Barmherzigkeit ist denen nahe, die Gutes tun.

57. Er ist es, der die Winde als Verheißung Seiner Barmherzigkeit voraussendet, bis – wenn sie schwere Wolken tragen – Wir sie zu einem toten Land treiben und Wasser darauf niedersenden, womit Wir allerlei Früchte hervorbringen. Genau so erwecken Wir die Toten. Vielleicht lässt ihr euch ermahnen. 185. Haben sie denn nicht das Reich der Himmel und der Erde betrachtet und alle Dinge, die Allah geschaffen hat, und (haben sie nicht bedacht,) dass sich ihre Lebensfrist vielleicht schon dem Ende nähert? Woran sonst wollen sie wohl nach dieser Verkündung glauben?

199. Übe Nachsicht, gebiete das Rechte und meide die Unwissenden.

8. al-Anfal

1. Sie fragen dich nach der Beute. Sprich: "Die Beute gehört Allah und dem Gesandten. Darum seid euch Allahs bewusst und ordnet die Dinge in Eintracht unter euch und gehorcht Allah und Seinem Gesandten, wenn ihr Gläubige seid."

28. Und wisset, dass euer Gut und eure Kinder nur eine Versuchung sind und dass bei Allah großer Lohn ist.

31. Und als ihnen Unsere Verse vorgetragen wurden, sagten sie: "Wir hatten dies schon gehört. Wollten wir, so könnten wir Gleichartiges vorbringen. Dies sind doch nichts als Fabeln aus alter Zeit."

75. Und die, welche danach gläubig wurden und auswanderten und sich mit euch opferbereit einsetzten, auch diese gehören zu euch. Und die (so) miteinander Verwandten sind einer des anderen Nächster. (Dies ist) in Allahs Buch, Allah kennt alle Dinge.

9. at-Tauba

20. Diejenigen, welche gläubig wurden, auswanderten, sich auf Allahs Weg mit ihren Besitztümern und ihrem Leben bemühten, nehmen die höchste Rangstufe bei Allah ein. Und sie – sie sind die Glückseligen!

34. O ihr, die ihr glaubt! Seht, viele der Rabbiner und Mönche verzehren zu Unrecht das Gut der Leute und machen von Allahs Weg abwendig. Aber wer da Gold und Silber hortet, statt es auf Allahs Weg auszugeben: Ihnen verheiße schmerzliche Strafe.

60. Die Spenden sind nur für die Armen und Bedürftigen und die, welche sich um die Verwaltung (der Spenden) bemühen, und die, deren Herzen gewonnen werden sollen, und für die Gefangenen und die Schuldner und die Sache Allahs und die Reisenden. Das ist eine Vorschrift von Allah. Siehe, Allah ist wissend und weise.

71. Und die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Freund: Sie gebieten das Gute und verbieten das Böse und verrichten das Gebet und entrichten die Zakat und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Sie sind es, derer Allah Sich erbarmen wird. Wahrlich, Allah ist erhaben, allweise. 72. Allah hat den gläubigen Männern und den gläubigen Frauen verheißen, in Gärten, die von Bächen durchflossen werden, immerdar zu verweilen, und (hat ihnen) herrliche Wohnstätten in den Gärten von Eden (verheißen). Allahs Wohlgefallen aber ist das Größte. Das ist die höchste Glückseligkeit.

103. Nimm von ihrem Vermögen eine Spende, um sie dadurch zu reinigen und zu läutern, und bete für sie. Siehe, deine Gebete bringen ihnen Beruhigung. Und Allah ist hörend und wissend.

119. O ihr, die ihr glaubt! Fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaften.

10. Yunus

5. Er ist es, Der die Sonne zu einer Leuchte und den Mond zu einem Licht gemacht und ihm Stationen zugewiesen hat, damit ihr die Anzahl der Jahre und die Berechnung (der Zeit) kennt. Und Allah hat all dies ganz und gar in Wahrheit erschaffen. Er macht die Zeichen für ein verständiges Volk klar.

99. Und wenn dein Herr es gewollt hätte, wären alle auf Erden allesamt gläubig geworden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?

100. Niemand kann glauben ohne Allahs Erlaubnis. Er aber zürnt denen, die ihren Verstand nicht gebrauchen.

13. ar-Ra’d

3. Und er ist es, Der die Erde ausbreitete und festgegründete (Berge) und Flüsse auf ihr gemacht hat. Und von allen Früchten schuf Er auf ihr ein Paar aus beiden Geschlechtern. Er lässt die Nacht den Tag bedecken. Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für Leute die nachdenken. 4. Und auf der Erde gibt es benachbarte Ländereien mit Gärten voll Weinreben, Korn und Palmen, in Gruppen oder vereinzelt wachsend, bewässert mit dem gleichen Wasser. Und doch machen Wir die eine Frucht vorzüglicher als die andere. Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für ein Volk von Verstand.

26. Allah versorgt reichlich, wen Er will oder bemisst Seine Wohltaten. Sie freuen sich des irdischen Lebens, doch das diesseitige Leben ist nur ein vergängliches Gut im Vergleich zu dem künftigen.

28. Es sind jene, die glauben und deren Herzen Trost finden im Gedenken an Allah. Ja! Im Gedenken Allahs finden ja die Herzen Ruhe.

14. Ibrahim

19. Siehst du denn nicht, dass Allah die Himmel und die Erde in Wahrheit erschaffen hat? Wollte Er es, schaffte Er euch fort und brächte eine neue Schöpfung, 20. Und dies fiele Allah nicht schwer.

24. Hast du nicht vernommen, wie Allah ein Gleichnis darlegt? Ein gutes Wort ist wie ein guter Baum, dessen Wurzeln fest sind und dessen Zweige bis zum Himmel reichen. 25. Er trägt seine Früchte zu jeder Zeitspanne, mit der Zustimmung seines Herrn. Allah legt den Menschen die Gleichnisse vor, damit sie sich besinnen. 26. Und ein schlechtes Wort ähnelt einem schlechten Baum, der vom Boden entwurzelt wird und nicht verankert

32. Allah ist es, Der die Himmel und die Erde erschuf. Und er sendet vom Himmel Wasser nieder und lockt damit Früchte zu eurer Versorgung hervor. Und Er hat euch die Schiffe dienstbar gemacht, die auf Seinen Befehl das Meer durchpflügen. Und Er machte euch die Flüsse dienstbar. 33. Und Er machte euch die Sonne und den Mond dienstbar, beide in rastlosem Lauf. Und dienstbar machte Er euch die Nacht und den Tag. 34. Und Er gibt euch etwas von allem, um das ihr Ihn bittet. Und wenn ihr die Gnadenerweise Allahs aufzählen wolltet, könntet ihr sie nicht berechnen. Der Mensch ist wahrlich ungerecht und undankbar!

16. an-Nahl

14. Und Er ist es, Der euch das Meer dienstbar machte, damit ihr frisches Fleisch daraus esst und Schmuck daraus hervorholt, um ihn anzulegen. Und du siehst Schiffe es durchpflügen, damit ihr Seine Wohltaten zu erlangen suchen könnt und vielleicht dankbar seid.

90. Siehe, Allah gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden zu beschenken. Und Er verbietet das Schändliche und Ungerechte und Gewalttätige. Er ermahnt euch, euch dies zu Herzen zu nehmen.

97. Wer das Rechte tut und gläubig ist, sei es Mann oder Frau, dem werden Wir ein gutes Leben geben. Und Wir werden ihn nach seinen besten Werken belohnen.

125. Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise. Siehe, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Weg abgeirrt ist, und Er kennt am besten die Rechtgeleiteten.

17. al-Isra‘

1. Gepriesen sei Der, Der Seinen Diener des Nachts von der unverletzlichen Moschee zur fernsten Moschee führte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm einige von Unseren Zeichen zu zeigen. Wahrlich, er ist der Hörende, der Schauende.

15. Wer rechtgeleitet ist, ist nur zu seinem eigenen Besten rechtgeleitet. Und wer sich irreführen lässt, geht allein zu seinem eigenen Schaden in die Irre. Und keine beladene Seele trägt die Last einer anderen. Und Wir bestrafen nicht, bevor Wir einen Gesandten geschickt haben.

23. Und tue (deinen) Eltern Gutes. Sollte einer von ihnen oder beide in deiner Fürsorge ein hohes Alter erreichen, sage niemals „Bah!“ zu ihnen oder schelte sie, sondern sprich mit ehrerbietiger Rede zu ihnen. 24. Und breite demütig die Flügel deiner Zärtlichkeit über sie aus und sprich: „Rabbi, erteile ihnen Deine Gnade, ebenso wie sie für mich sorgten und mich aufzogen, als ich ein Kind war!“

30. Wahrlich, dein Herr erweitert und beschränkt (dem), dem Er will, die Mittel zum Unterhalt, denn Er kennt und sieht Seine Diener wohl.

31. Und tötet eure Kinder nicht aus Furcht vor Verarmung. Wir werden sowohl sie wie euch versorgen. Sie zu töten, ist wahrlich eine große Sünde.

36. Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast. Wahrlich, das Ohr, das Auge und das Herz – sie alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden.

37. Und stolziere nicht überheblich auf Erden herum. Du kannst doch bestimmt die Erde nicht spalten und die Berge nicht an Höhe erreichen.

70. Und wahrlich Wir zeichneten die Kinder Adams mit Würde aus und trugen sie über Land und See und versorgten sie mit guten Dingen und bevorteilten sie gegenüber den meisten Unserer Geschöpfe.

79. Und bringe auch einen Teil der Nacht wach damit zu, als freiwilliger (Gottesdienst), und dein Herr (Rabb) mag dich wohl zu einem ruhmreichen Rang erheben. 80. Und sprich: „Rabbi! Lass meinen Eingang aufrichtig und wahr sein und meinen Ausgang aufrichtig und wahr sein und gewähre mir Deine hilfreiche Macht.“

18. al-Kahf

29. Und sprich: "Die Wahrheit ist von eurem Herrn. Wer nun will, der glaube, und wer will, der glaube nicht." Siehe, für die Sünder haben Wir ein Feuer bereitet, dessen Flammen sie ringsum einschließen soll. Und wenn sie um Hilfe rufen, dann soll ihnen mit Wasser wie flüssigem Erz geholfen werden, das ihre Gesichter röstet. Ein schlimmer Trank und ein übles Ruhebett!"

19. Maryam

16. Und erwähne im Buch Maria, als sie sich von ihrer Familie nach einem östlichen Ort zurückzog, 17. und sich vor ihr abschirmte, da sandten Wir Unseren Engel Gabriel zu ihr, und er erschien ihr in der Gestalt eines vollkommenen Menschen; 18. und sie sagte: "Ich nehme Zuflucht vor dir beim Allerbarmer, (lass ab von mir,) wenn du Gottesbewusstsein hast." 19. Er sprach: "Ich bin der Bote deines Herrn. (Er hat mich zu dir geschickt,) auf dass ich dir einen reinen Sohn beschere." 20. Sie sagte: "Wie soll mir ein Sohn (geschenkt) werden, wo mich doch kein Mann (je) berührt hat und ich auch keine Prostituierte bin?" 21. Er sprach: "So ist es; dein Herr aber spricht: ‚Es ist mir ein leichtes, und Wir machen ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu Unserer Barmherzigkeit, und dies ist eine beschlossene Sache.‘" 22. Und so empfing sie ihn und zog sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück 23. und die Wehen der Geburt trieben sie zum Stamm einer Dattelpalme. Sie sagte: "O wäre ich doch zuvor gestorben und wäre ganz und gar vergessen!" 24. Da rief er ihr von unten her zu: "Sei nicht traurig. Dein Herr hat dir ein Bächlein fließen lassen, 25. und schüttele den Stamm der Palme in deine Richtung, und sie wird frische reife Datteln auf dich fallen lassen. 26. So iss und trink und sei frohen Mutes. Und wenn du einen Menschen siehst, dann sprich: ‚Ich habe dem Allerbarmer ein Fasten gelobt, darum will ich heute mit keinem Menschen reden.‘" 27. Dann brachte sie ihn auf dem Arm zu ihren Leuten. Sie sagten: "O Maria, du hast etwas Unerhörtes getan. 28. O Schwester Aarons, dein Vater war kein Bösewicht, und deine Mutter war keine Prostituierte." 29. Da zeigte sie auf ihn. Sie sagten: "Wie sollen wir zu einem reden, der noch ein Kind in der Wiege ist?" 30. Er (Jesus) sagte: "Ich bin ein Diener Allahs; Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. 31. Und Er gab mir Seinen Segen, wo ich auch sein möge, und Er befahl mir Gebet und Zakat, solange ich lebe; 32. und ehrerbietig gegen meine Mutter (zu sein); Er hat mich nicht gewalttätig und unselig gemacht. 33. Und Friede war über mir an dem Tage, als ich geboren wurde, und (Friede wird über mir sein) an dem Tage, wenn ich sterben werde, und an dem Tage, wenn ich wieder zum Leben erweckt werde." 34. Dies ist Jesus, Sohn der Maria - (Dies ist) eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind. 35. Es geziemt Allah nicht, sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: "Sei!" und es ist. 36. "Wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr. So dient Ihm! Das ist ein gerader Weg."

20. Ta-Ha

2. Wir haben den Qur´an nicht auf dich herabgesandt, um dich unglücklich zu machen.

112. Wer aber das Rechte tat und gläubig war, der braucht weder Unrecht noch Verlust fürchten.

114. Und erhaben ist Allah, der wahre König! Und übereile dich nicht mit dem (Zitieren des) Qu´an, bevor er dir vollständig geoffenbart worden ist, sondern sprich: "Rabbi! Mehre mein Wissen!"

115. Und wahrlich, Wir legten bereits Adam eine Verpflichtung auf; doch er vergaß, und Wir fanden in ihm keine Standhaftigkeit. 116. Und als Wir den Engeln befahlen: "Werft euch nieder!", da fielen sie nieder, außer Iblis. Er weigerte sich. 117. Und Wir sprachen: "O Adam! Dieser ist dir und deiner Frau fürwahr feindlich gesinnt. Lasst euch beide nicht von ihm aus dem Paradies vertreiben und euch ins Elend bringen. 118. Siehe, hier brauchst du nicht zu hungern oder dich nackt zu fühlen 119. Und weder zu dursten, noch unter Hitze zu leiden." 120. Doch Satan flüsterte ihm zu und sagte: "O Adam! Soll ich dich zu dem Baume der Ewigkeit und in ein Reich führen, das nie vergeht?" 121. Und sie aßen beide davon. Da wurde ihnen ihr Schambereich bewusst, und sie begannen, sich mit zusammengefügten Blättern aus dem Garten zu bedecken. So wurde Adam gegen seinen Herrn ungehorsam und ging in die Irre. 122. Dann jedoch erwählte ihn sein Herr, wandte Sich ihm (gnädig wieder) zu und führte ihn auf den rechten Weg. 123. Er sprach: "Geht von hier allesamt hinunter, jeder sei des anderen Feind! Doch wenn dann Meine Rechtleitung zu euch kommt: Wer dann Meiner Leitung folgt, der soll weder irregehen noch unglücklich sein.

21. al-Anbiya‘

83. Und gedenke Ayyub (Hiob), als er seinen Herrn rief: „Fürwahr, mich hat Unheil getroffen! Dennoch bist Du der Barmherzigste der Barmherzigen!“ 84. Da erhörten Wir ihn und befreiten ihn von seiner Plage und gaben ihm seine Familie (wieder) und ebenso viele dazu, als eine Barmherzigkeit von Uns und eine Ermahnung für Unsere Diener.

22. al-Hadsch

5. O ihr Menschen, wenn ihr über die Auferstehung im Zweifel seid, so (bedenkt,) dass Wir euch aus Erde erschaffen haben, dann aus einem Samentropfen, dann aus einem Blutklumpen, dann aus einem Klumpen Fleisch, teils geformt und teils ungeformt, auf dass Wir es euch deutlich machen. Und Wir lassen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Mutterschößen ruhen, was Wir wollen; dann bringen Wir euch als Kinder hervor; dann (lassen Wir euch groß werden,) auf dass ihr eure Reife erreicht. Und mancher von euch wird abberufen, und mancher von euch wird zu einem hinfälligen Greisenalter geführt, so dass er, nachdem er gewusst hatte, nichts mehr weiß. Und du siehst die Erde leblos, doch wenn Wir Wasser über sie niedersenden, dann regt sie sich und schwillt und lässt alle Arten von entzückenden Paaren hervorsprießen. 6. Dies, weil Allah die Wahrheit ist und weil Er die Toten lebendig macht und weil Er Macht über alle Dinge hat.

27. Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt. Lass sie zu dir kommen zu Fuß und auf allen möglichen flinken Reittieren, aus den fernsten Gegenden. 28. Damit sie die Vorteile davon erfahren können und damit sie über dem Vieh, mit dem Wir sie versorgten, den Namen Allahs aussprechen, an den (zum Opfer) bestimmten Tagen. So esst davon und speist den notleidenden Armen. 29. Dann sollen sie den Zustand der Enthaltsamkeit beendigen, ihre Gelübde erfüllen und das altehrwürdige Haus umschreiten. 30. So sei es. Und wer Allahs heilige Gebote ehrt, dem dient es zum Guten bei seinem Herrn. Und erlaubt ist euch das Vieh (zur Nahrung), mit Ausnahme dessen, was euch gesagt worden ist. Und so meidet den Gräuel des Götzendienstes und meidet das lügenhafte Wort.

78. Und setzt euch auf Allahs Weg mit rechtem Einsatz ein, wie es Ihm gebührt. Er hat euch erwählt und hat euch in der Religion nichts Schweres auferlegt, der Religion eures Vaters Ibrahim/Abraham. Er hat euch Muslime genannt, schon zuvor in diesem (Buch), damit der Gesandte euer Zeuge sei und ihr Zeugen der Menschheit sein möget. So verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakat und haltet an Allah fest. Er ist euer Gebieter, und wie herrlich ist dieser Gebieter und wie herrlich dieser Beistand!

23. al-Mu´minun

18. Und Wir sandten Wasser vom Himmel in bestimmtem Maß nieder, und Wir ließen es in der Erde ruhen; und Wir vermögen es wieder hinweg zu nehmen.

24. an-Nur (im Rezitationsprogramm der 4. Stufe BMHS)

35. Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Das Gleichnis Seines Lichts ist wie das einer Nische, worin sich eine Lampe befindet: Die Lampe ist in einem Glas; und das Glas gleicht einem flimmernden Stern. Es wird angezündet von einem gesegneten Baume, einem Olivenbaum, der weder vom Osten noch vom Westen stammt, dessen Öl fast schon leuchten würde, auch wenn das Feuer es nicht berührte. Licht über Licht! Allah leitet zu Seinem Licht, wen Er will. Und Allah prägt Gleichnisse für die Menschen. Und Allah kennt alle Dinge.

25. al-Furqan

63. Und Diener des Erbarmers sind diejenigen, welche auf Erden bescheiden auftreten; wenn die Ahnungslosen sie anreden, erwidern sie ihnen den Friedensgruß.

67. Und diejenigen, welche beim Spenden weder verschwenderisch noch geizig sind, sondern die richtige Mitte dazwischen einhalten.

72. Und diejenigen, die kein falsches Zeugnis ablegen. Und diejenigen, welche mit Würde weitergehen, wenn sie unterwegs unanständige Reden hören.

26. asch-Schuara

181. Gebt rechtes Maß und verursacht keinen Verlust! 182. Und wiegt mit richtiger Waage! 183. Und betrügt die Leute nicht um ihr Vermögen, und stiftet auf Erden kein Unheil und Verderben!

27. an-Naml

22. Doch dieser säumte nicht lange und sprach: "Ich habe etwas erfahren, was du bisher nicht erfahren hattest; und jetzt bringe ich dir aus Saba zuverlässige Nachricht. 23. Siehe, ich fand dort eine Frau, die über sie herrscht. Sie verfügt über alle Dinge im Überfluss und besitzt einen herrlichen Thron. 24. Auch fand ich heraus, dass sie und ihr Volk an Stelle Allahs die Sonne anbeten. Satan hat ihnen ihre Werke in schönem Licht erscheinen lassen und sie abseits vom Weg geführt, so dass sie nicht rechtgeleitet sind. Und Allah nicht anbeten, Der das Verborgene in den Himmeln und auf Erden zum Vorschein bringt und weiß, was ihr verbergt und was ihr offen tut. 26. Allah – es gibt keine Gottheit außer Ihm, dem Herrn des herrlichen Thrones." 27. Er sprach: "Wir werden sehen, ob du die Wahrheit gesagt oder gelogen hast. 28. Geh mit diesem Brief von mir los und übermittele ihn für sie. Dann halte dich von ihnen zurück und beobachte, wie sie reagieren." 29. Sie sprach: "O ihr Berater! Seht, mir wurde ein kostbarer Brief übermittelt! 30. Seht, er stammt von Sulaiman / Salomon und lautet: ‚Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen: 31. Seid mir gegenüber nicht überheblich, sondern kommt gottergeben zu mir.’" 32. Sie sprach: "O ihr Berater! Beratet mich in der Frage, vor der ich stehe. Ich entscheide keine Sache, ohne euch hinzuzuziehen." 33. Sie antworteten: "Wir verfügen über viel (militärische) Stärke und Kampfkraft. Die Entscheidung liegt jedoch bei dir. So überlege, was du gebieten willst." 34. Sie sprach: "Fürwahr, wenn Könige ein Land einnehmen, zerstören sie es und machen die vornehmsten seiner Bewohner zu den niedrigsten. So verhalten sie sich stets. 35. Seht, ich werde ihnen ein Geschenk übersenden und abwarten, was die Boten zurückbringen." 36. Und als er zu Sulaiman / Salomon kam fragte dieser: "Wollt ihr etwa meine Reichtümer vermehren? Aber was mir Allah gegeben hat, ist besser als alles, was er euch gab. Ihr selbst jedoch würdet euch eures Geschenks erfreuen! 37. Kehre zu ihnen zurück. Wir werden gewiss mit großen Heeren zu ihnen kommen, denen sie nicht widerstehen können. Dann werden wir sie in Schmach und Schande vertreiben." 38. Er fragte: "O ihr Berater! Wer von euch bringt mir ihren Thron, noch bevor sie in Ergebenheit bei mir eintreffen?" 39. Ein Kraftprotz von den Dschinn sagte: "Ich bringe ihn dir, noch bevor du dich von deinem Platz erhebst. Ich bin wirklich dafür stark genug und auch verlässlich." 40. Da sprach einer von ihnen, welcher Schriftkenntnisse besaß: "Ich bringe ihn dir innerhalb eines Augenzwinkerns von dir!" Und als er ihn vor sich stehen sah, sprach er: "Dies ist eine Gnade meines Herrn, mich zu prüfen, ob ich dankbar oder undankbar bin. Und wer dankbar ist, ist nur dankbar zu seinem Besten. Und wenn einer undankbar ist – wahrlich, mein Herr ist unabhängig und großmütig." 41. Er sprach: "Macht ihren Thron für sie unkenntlich. Wir wollen sehen, ob sie sich rechtleiten lässt oder nicht." 42. Und als sie eintraf, wurde sie gefragt: "Ist dein Thron so?" Sie antwortete: "Es ist, als ob er es wäre!" (Salomo): "Doch wir erhielten Wissen schon vor ihr und waren schon gottergeben." 43. Aber das, was sie (bisher) anstelle von Allah verehrt hatte, hatte sie abseits geführt; denn sie entstammte einem Volk der Glaubensverweigerer. 44. Es wurde ihr gesagt: "Tritt in den Palast ein!" Und als sie ihn sah, meinte sie, da sei ein Wasserspiegel, und entblößte ihre Beine. Er sprach: "Siehe, dies ist ein Palast, mit Glas getäfelt." Da rief sie: "O mein Herr! Siehe, ich sündigte wider mich selbst. Doch ich ergebe mich jetzt mit Sulaiman /Salomon Allah, dem Herrn der Welten."

60. Wer hat denn die Himmel und die Erde erschaffen und sendet euch Wasser vom Himmel herab, mit dem Wir Gärten von prächtiger Schönheit gedeihen lassen? Ihr jedoch könnt nicht (einmal) Bäume wachsen lassen. Was? Ein Gott neben Allah? Nein! Doch sie sind ein Volk, das (Ihm) Götzen gleichsetzt.

89. Wer mit Gutem kommt, der soll dafür Gutes erhalten, und vor dem Schrecken dieses Tages sollen sie verschont bleiben.

28. al-Qasas

7. Und Wir gaben Moses Mutter ein: "Säuge ihn! Doch wenn du für ihn fürchtest, übergib ihn dem Strom, und ängstige dich nicht, und gräme dich nicht. Wir werden ihn dir bestimmt wiedergeben und ihn zu einem der Gesandten machen." 8. Und Pharaos Leute fanden ihn, damit er ihnen zum Feind und Kummer werden würde; denn Pharao, Haman und ihr Heer waren fürwahr Sünder. 9. Pharaos Frau sprach: "Er ist mir und dir ein Augentrost. Tötet ihn nicht! Vielleicht nützt er uns (irgendwie) oder nehmen wir ihn als Sohn an"; sie waren ahnungslos.

55. Und wenn sie leeres Gerede hören, so wenden sie sich davon ab und sprechen: "Für uns (seien) unsere Taten und für euch (seien) eure Taten. Friede sei mit euch! Wir suchen keine Unwissenden."

77. Und strebe mit dem, was Allah dir gegeben hat, die Heimstätte des Jenseits, und vergiss nicht deinen Anteil von dieser Welt und tue Gutes, wie Allah dir Gutes getan hat, und wünsche nicht Unheil auf der Erde, Allah liebt ja nicht die Unheilstifter.

79. So ging er in seinem (vollen) Schmuck zu seinem Volke hinaus. Jene nun, die auf das irdische Leben begierig sind, sprachen: „O dass wir doch besäßen, was Korah gegeben wurde! Er hat wirklich gewaltiges Glück!“ Aber diejenigen, denen das Wissen gegeben war, sprachen: „Wehe euch! Die Belohnung Allahs ist besser für den, der glaubt und das Rechte tut; und niemand gewinnt sie, außer den Standhaften.“

29. al-´Ankabut

42. Allah weiß fürwahr, was sie alles neben Ihm anrufen. Und Er ist der Mächtige, der Weise.

46. Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen, die unrecht handeln. Und sprecht: „Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe. Und Ihm sind wir ergeben.“

62. Allah gewährt Versorgung, reichlich oder bemessen, wem von Seinen Dienern Er will. Siehe, Allah kennt alle Dinge.

30. ar-Ruum

20. Zu Seinen Zeichen gehört auch, dass Er euch aus Staub erschaffen hat. Dann wurdet ihr Menschen, die sich verbreiteten. 21. Zu Seinen Zeichen gehört auch, dass Er euch Partner aus euch selbst schuf, damit ihr bei ihnen ruht. Und Er hat zwischen euch Liebe und Barmherzigkeit gesetzt. Darin sind fürwahr Zeichen für nachdenkliche Leute. 22. Zu Seinen Zeichen gehört auch die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenartigkeit eurer Sprachen und eurer (Haut-)Farben. Darin sind fürwahr Zeichen für die Wissenden. 23. Zu Seinen Zeichen gehört auch euer Schlaf in der Nacht und euer Trachten nach Gewinn von Ihm am Tage. Darin sind fürwahr Zeichen für Leute, die hören können. 24. Zu Seinen Zeichen gehört auch, dass Er euch den Blitz zeigt – zu Furcht und Hoffen – und dass Er Wasser vom Himmel herabsendet und mit ihm die Erde aus ihrer Leblosigkeit erweckt. Darin sind fürwahr Zeichen für einsichtige Leute. 25. Zu Seinen Zeichen gehört auch, dass Himmel und Erde Seinem Geheiß entsprechend festgefügt sind. Dann, wenn Er euch mit einem Ruf aus der Erde herausruft, werdet ihr hervortreten; 26. Denn Sein ist, was in den Himmeln und auf Erden ist. Alles gehorcht Ihm. 27. Und Er ist es, Der die Schöpfung erstmals hervorbringt. Dann bringt Er sie erneut hervor, was Ihm ein Leichtes ist. Und Er ist das erhabenste Wesen in den Himmeln und auf Erden. Und Er ist der Mächtige, der Weise.

37. Sahen sie denn nicht, dass Allah – reichlich oder bemessen – versorgt, wen Er will? Darin sind fürwahr Zeichen für Leute, die glauben.

39. Was ihr nun auf Zins ausleiht, um es mit dem Vermögen der Menschen zu vermehren, das vermehrt sich nicht bei Allah. Doch was ihr an Zakat entrichtet, im Trachten nach Allahs Angesicht – sie sind es, denen ihr Einsatz vervielfacht wird.

48. Allah ist es, Der die Winde entsendet und die Wolken aufziehen lässt; und Er breitet sie am Himmel aus, wie Er will, und zerreißt sie in Fetzen. Dann siehst du den Regen mitten aus ihnen hervorbrechen. Und wenn Er ihn auf den von Seinen Dienern fallen lässt, den Er will, dann sind sie froh.

31. Luqman

14. Wir legten dem Menschen Güte gegenüber seinen Eltern an das Herz. Seine Mutter trug ihn von Schwäche zu Schwäche, und seine Entwöhnung dauerte zwei Jahre. (Allah sagt:) "Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist der Heimgang.

17. O mein Sohn! Verrichte das Gebet und gebiete, was Rechtens ist, und verbiete das Unrechte und ertrage standhaft, was dich trifft. Siehe, dies ist die richtige Entschlossenheit in allen Dingen.

18. Und sei gegen die Menschen nicht hochfahrend und stolziere nicht eitel auf der Erde herum. Siehe, Allah liebt keinen eingebildeten Prahler. 19. Mäßige deinen Schritt und dämpfe deine Stimme. Siehe, die hässlichste Stimme ist die Stimme von Eseln.

20. Seht ihr denn nicht, dass euch Allah alles in den Himmeln und auf Erden dienstbar machte und Seine Gnade über euch ausgoss, sichtbar und unsichtbar? Und doch streiten einige über Allah – ohne Wissen, ohne Anleitung und ohne erleuchtendes Buch.

33. al-Ahzab

4. Allah hat keinem Menschen zwei Herzen in seiner Brust gegeben, noch hat er die Frauen, von denen ihr euch mit der Formel scheidet, sie seien euch ebenso verboten wie der Rücken eurer Mütter, zu euren Müttern gemacht, noch eure Adoptivsöhne zu euren leiblichen Söhnen. Das sind (nur) Worte, die ihr im Mund führt. Allah aber spricht die Wahrheit, und Er alleine leitet auf den rechten Weg. 5. (Die Adoptivkinder) nennt sie nach ihren Vätern; dies ist gerechter vor Allah. Wenn ihr jedoch ihre Väter nicht kennt, dann seien sie doch eure Brüder im Glauben und eure Schützlinge. Doch wenn ihr in dieser Hinsicht gefehlt habt, gilt es nicht als Sünde. Auf die Absicht eurer Herzen kommt es vielmehr an. Und Allah ist verzeihend und barmherzig.

35. Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, die gehorsamen Männer und die gehorsamen Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen, die standhaften Männer und die standhaften Frauen, die demütigen Männer und die demütigen Frauen, die Männer, die Almosen geben, und die Frauen, die Almosen geben, die fastenden Männer, und die fastenden Frauen, die Männer die ihre Keuschheit wahren, und die Frauen, die ihre Keuschheit wahren, die Männer, die Allahs häufig gedenken, und die Frauen, die (Allahs häufig) gedenken – Allah hat ihnen (allen) Vergebung und großen Lohn bereitet.

72. Siehe, Wir boten die Verantwortung den Himmeln und der Erde und den Bergen an, doch weigerten sie sich, sie zu tragen, und schreckten davor zurück. Der Mensch lud sie sich jedoch auf; denn er überschätzt sich und ist eingebildet.

34. Saba

39. Sprich: „Siehe, mein Herr versorgt von Seinen Dienern, wen Er will, im Überfluss oder in Maßen, und was ihr spendet, wird Er euch ersetzen. Und Er ist der beste Versorger.“

35. al-Fatir

11. Und Allah hat euch aus Staub erschaffen, dann aus einem Samentropfen; dann machte Er euch zu zwei Geschlechtern. Und keine Frau wird schwanger oder kommt nieder ohne Sein Wissen. Und kein Betagter wird älter oder weniger alt, ohne dass es in einem Buch festgelegt wäre. Siehe, all dies ist Allah ein Leichtes.

38. SAD

41. Gedenke auch Unseres Dieners Ayyub / Hiob, als er zu seinem Herrn rief: „Fürwahr, Satan hat mich mit Unglück und Leid geschlagen!“ 42. „Stampfe mit deinem Fuß auf: Hier kommt kühles Wasser zum Baden und Trinken!“ 43. So gaben Wir ihm seine Familie (wieder) und ebenso viele obendrein, als eine Barmherzigkeit von Uns und eine Ermahnung für die Verständigen. 44. Und (Wir sprachen): „Nimm ein Bündel (Zweige) in deine Hand und verwende ihn und vermeide so eidbrüchig zu werden.“ Wir fanden ihn fürwahr standhaft. Welch ein trefflicher Diener! Auch er war bußfertig.

39. az-Zumar

10. Sprich: "O meine (Gottes-)Diener, die ihr glaubt! Fürchtet euren Herrn! Diejenigen welche in dieser Welt Gutes tun, werden (im Jenseits) Gutes erhalten; und Allahs Erde ist weit. Die Standhaften werden ihren Lohn erhalten, ohne dass darüber abgerechnet wird."

40. Ghafir

19. Er kennt das Heuchlerische in den Augen und was die Brüste verbergen.

57. Bestimmt ist die Schöpfung der Himmel und der Erde größer als die Schöpfung der Menschen, aber die meisten Menschen wissen es nicht.

41. Fussilat

34. Das Gute und das Böse sind fürwahr nicht gleich. Wehre (das Böse) mit Besserem ab, und schon wird der, zwischen dem und dir Feindschaft war, dir wie ein echter Freund werden.

42. asch-Schura

30. Was euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände verursacht haben; doch Er vergibt vieles.

38. und (für jene,) die auf ihren Herrn hören und das Gebet verrichten und deren Handlungsweise (eine Sache) gegenseitiger Beratung ist, und die von dem spenden, was Wir ihnen gegeben haben

40. Vergeltung wurde aber nur im gleichen Ausmaße geübt. Wer jedoch vergibt und Frieden schließt, dessen Lohn ist bei Allah. Er liebt fürwahr die Ungerechten nicht.

43. Wer aber geduldig ist und verzeiht – das ist fürwahr die richtige Art der Entschlossenheit.

45. al-Dschathiyah

12. Allah ist es, Der euch das Meer dienstbar gemacht hat, auf dass die Schiffe darauf nach Seinem Geheiß fahren und auf dass ihr nach Seiner Gnadenfülle trachten und dankbar sein möget. 12. Und Er hat das dienstbar gemacht für euch, was in den Himmeln und auf Erden ist; alles ist von Ihm. Hierin liegen wahrlich Zeichen für die Leute, die nachdenken.

46. al-Ahqaf

14. Wir legten dem Menschen Güte gegenüber seinen Eltern an das Herz. Seine Mutter trug ihn von Schwäche zu Schwäche, und seine Entwöhnung dauerte zwei Jahre. (Allah sagt:) "Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist der Heimgang.“

48. al-Fath

17. Kein Vorwurf dem Blinden, kein Vorwurf dem Lahmen, kein Vorwurf dem Kranken, (wenn er zu Hause bleibt.) Wer Allah gehorcht und Seinem Gesandten, den führt Er in Gärten ein, durcheilt von Bächen. Doch wer den Rücken kehrt, den straft Er mit schmerzlicher Strafe.

49. Hudschurat

10. Die Gläubigen sind ja Geschwister. So stiftet Frieden zwischen euren Geschwistern und seid euch Allahs bewusst, auf dass euch Barmherzigkeit erwiesen werde.

11. O ihr, die ihr glaubt! Keine Männer sollen (andere) Männer verspotten: es mag gut sein, dass jene besser als sie selbst sind; und keine Frauen (sollen andere) Frauen (verspotten): es mag gut sein, dass jene besser als sie selbst sind. Und ihr sollt einander auch nicht verleumden, noch einander beleidigen durch (schimpfliche) Beinamen. Schlimm ist die Bezeichnung der Sündhaftigkeit, nachdem man den Glauben (angenommen) hat, und jene die nicht umkehren – das sind die Ungerechten.

12. O die ihr glaubt! Vermeidet häufigen Argwohn, denn mancher Argwohn ist Sünde. Und spioniert nicht und führt keine üble Nachrede übereinander. Würde wohl einer von euch gerne das Fleisch seines toten Bruders / seiner toten Schwester essen? Sicher würdet ihr es verabscheuen. So seid euch Allahs bewusst. Wahrlich, Allah ist gnädig, barmherzig. 13. O ihr Menschen! Wir erschufen euch aus einem Mann und einer Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt. Wahrlich, der Beste von euch vor Allah ist der mit dem meisten Gottesbewusstsein! Allah ist fürwahr wissend, kundig. 14. Die Beduinen sagten: “Wir glauben!“ Antwortet: „Ihr glaubt (noch) nicht! Sagt vielmehr: „Wir sind Muslime (Gottergebene). Denn der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingedrungen. Wenn ihr aber Allah und Seinem Gesandten gehorcht, wird Er selbst die geringste eurer Taten belohnen“. Allah ist fürwahr verzeihend, barmherzig.

50. QAF

16. Wir erschufen doch den Menschen und wissen, was ihm sein Inneres zuflüstert. Und Wir sind ihm näher, als seine Halsschlagader.

51. adh-Dhariyat

22. Und im Himmel ist eure Versorgung und das, was euch verheißen ist.

24. Kam nicht die Erzählung von Abrahams geehrten Gästen zu dir? 25. Als sie bei ihm eintraten und sprachen: "Frieden!", antwortete er: "Frieden!" (und dachte) "Fremde Leute!" 26. So ging er unauffällig zu seiner Familie und brachte ein fettes Kalb. 27. Dann setzte er es ihnen vor und sagte: "Wollt ihr nicht essen?"

56. Und die Dschinn und die Menschen habe Ich nur dazu erschaffen, dass sie Mir dienen. 57. Ich will ja keinen Unterhalt von ihnen, noch will Ich, dass sie Mich ernähren.

53. an-Nadschm

39. Und dass der Mensch nur empfangen wird, worum er sich bemüht,

55. ar-Rahman

1. Der Barmherzige, 2. Er hat den Qur´an gelehrt. 3. Er hat den Menschen geschaffen 4. und ihn gelehrt, einen Sachverhalt darzulegen…

56. al-Waqi‘a

60. Wir haben über euch den Tod verhängt. Doch Wir sind nicht daran gehindert, 61. euch gegen euresgleichen auszutauschen und euch in einen Zustand zu versetzen, den ihr nicht kennt.

68. Habt ihr das Wasser betrachtet, das ihr trinkt? 69. Seid ihr es, die es aus den Wolken niedersenden, oder sind Wir es, die es niedersenden? Wollten Wir es, könnten Wir es bittersalzig machen. Warum also dankt ihr (Mir) nicht?

57. al – Hadid:

2. Sein ist das Reich der Himmel und der Erde. Er gibt Leben und lässt sterben. Und Er hat Macht über alle Dinge. 3. Er ist der Erste und der Letzte, der Sichtbare und der Verborgene. Und Er kennt alle Dinge. 4. Er ist es, der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf, worauf Er sich auf den Thron setzte. Er weiß, was in die Erde hineingeht und was aus ihr hervorgeht, was vom Himmel herabsteigt und was zu ihm hinaufsteigt. Und Er ist bei euch, wo immer ihr seid. Und Allah sieht wohl, was ihr tut. 5. Sein ist das Reich der Himmel und der Erde. Und zu Allah kehren alle Dinge zurück. 6. Er lässt die Nacht in den Tag übergehen und den Tag in die Nacht. Und Er kennt das Innerste der Herzen. 7. Glaubt an Allah und Seinen Gesandten und spendet von dem, was Er euch zur Verfügung gestellt hat. Denn denjenigen von euch, welche glauben und spenden, ist großer Lohn bestimmt.

59. Al-Haschr

2. Er ist es, Welcher die Glaubensverweigerer unter dem Volk der Schrift(besitzer) bei ihrer ersten (feindseligen) Versammlung aus ihren Wohnungen trieb. Ihr glaubtet nicht, dass sie (kampflos) ausziehen würden; und sie glaubten, dass ihre Burgen sie vor Allah schützen würden. Da aber kam Allah auf unerwartete Weise über sie und versetzte ihre Herzen in Schrecken. Sie verwüsteten ihre Häuser mit ihren eigenen Händen und den Händen der Gläubigen. Darum nehmt es euch zur Lehre, ihr Einsichtigen!

9. Diejenigen, die vor ihnen hier (in Medina) im Glauben zu Hause waren, lieben die, welche zu ihnen auswanderten, und fühlen in sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben wurde. Sie ziehen (die Flüchtlinge) sich selber vor, auch wenn sie selber bedürftig sind. Wer so vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist – denen ergeht es wohl.

22. Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt. Er kennt das Verborgene und das Offenbare. Er ist der Erbarmer, der Barmherzige. 23. Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt: der Herrscher, der Heilige, der Heilbringende, der Glaubengewährende, der Beschützer, der Erhabene, der Unwiderstehliche, der Majestätische. Preis sei Allah, (erhaben ist Er) über was sie Ihm beigesellen. 24. Er ist Allah, der Schöpfer, der Urheber, der Formgebende. Sein sind die schönsten Namen. Ihn preist, was in den Himmeln und auf Erden ist; Er ist der Mächtige, der Weise.

66. at-Tahriem

11. Und Allah legt denen, die glauben, das Beispiel von Pharaos Frau vor, als sie sprach: „Rabbi! Baue mir ein Haus bei Dir im Paradies und befreie mich von Pharao und seinen Taten und befreie mich von dem Volk der Ungerechten!"

67. al-Mulk

3. Der sieben Himmel erschaffen hat, einen über dem anderen. Du erblickst in der Schöpfung des Erbarmers kein Missverhältnis. So schau dich von neuem um, ob du Mängel siehst!

30. Sprich: "Was denkt ihr? Wenn euer Wasser plötzlich versickerte, wer brächte euch dann frisches Quellwasser?"

74. al-Muddathir

4. Und reinige deine Kleider 5. Und meide den Gräuel (des Götzendienstes).

76. al – Insan

2. Siehe, Wir erschufen den Menschen fürwahr aus einem Tropfen Samen, der sich (mit der Eizelle) vermischt, um ihn zu prüfen. Und Wir gaben ihm Gehör und Augen. 3. Wir leiteten ihn gewiss des Weges, ob er (nun) dankbar oder undankbar gewesen war.

8. Und die den Armen und die Waise und den Gefangenen speisen, auch wenn sie der Nahrung selbst bedürfen. 9. "Seht, wir speisen euch um Allahs willen. Wir wollen weder Belohnung von euch noch Dank.“

80. Abasa

24. So betrachte der Mensch doch einmal seine Nahrung! 25. Siehe, Wir ließen auf ihr Korn wachsen 28. Und Reben und Pflanzen 29. Und Ölbäume und Palmen 30. Und dicht bepflanzte Gärten 31. Und Früchte und Gras 32. Als Versorgung für euch und euer Vieh.

81. at-Takwier

8. Und wenn das lebendig begrabene Mädchen gefragt wird, 9. um welcher Schuld willen es getötet worden ist.

88. al-Ghaschiyah

17. Betrachten sie denn nicht die regenträchtigen Wolken, wie sie erschaffen wurden, 18. und den Himmel, wie er erhöht worden ist,

89. al-Fadschr

27. O du Seele voll Ruhe, 28. Kehre zu deinem Herrn zurück, zufrieden und (Ihn) zufriedenstellend.

92. al-Lail

18. Der seinen Besitz hergibt, um sich zu läutern, 19. Und nicht als Lohn für erhaltene Wohltaten, 20. sondern nur im Trachten nach dem Angesicht seines Herrn, des Höchsten.

94. asch – Scharh (Rezitationsprogramm 1. Schulstufe BMHS)

1. Haben Wir dir nicht deine Brust geweitet 2. und deine Last von dir genommen, 3. die so schwer auf deinem Rücken lastete?! 4. Und (haben Wir dir nicht) dein Ansehen erhöht?! 5. Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung! 6. Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung! 7. Und wenn du (mit etwas) fertig bist, dann bemühe dich weiter. 8. Und widme dich ganz deinem Herrn.

96. al-Alaq

1. Lies! Im Namen deines Herrn, Der erschuf – 2. Erschuf den Menschen aus einem sich Anklammernden. 3. Lies! Denn dein Herr ist gütig, 4. Der durch die (Schreib-)Feder gelehrt hat – 5. Den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste.

98. al-Bayyinah

5. Und doch war ihnen nichts anderes befohlen worden, als Allah treu in lauterem Glauben zu dienen, und das Gebet zu verrichten und die Zakat zu zahlen. Und das ist der wahrhafte Glaube.

6. Die Glaubensverweigerer unter den Leuten der Schrift und die Götzendiener werden gewiss in das Feuer der Hölle kommen, um darin zu bleiben. Sie sind die Schlechtesten der Geschöpfe.

102. at-Takathur

1. Es beherrscht euch das Streben nach mehr und mehr. 2. Bis ihr (eure) Gräber aufsucht.

103. al-Asr

Bei der Zeit! Der Mensch ist wahrlich im Verlust; 3. außer denjenigen, die glauben und gute Werke tun und sich gegenseitig die Wahrheit ans Herz legen und sich gegenseitig zur Geduld anhalten.

112. al-Ikhlas

1. Sprich: "Er ist der Eine Gott, 2. Allah, der Absolute. 3. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt, 4. Und es gibt keinen, der Ihm gleicht."

Qur´anverse für die Lehrpläne an Hauptschulen, Volksschuloberstufen, polytechnischer Schule und allgemein bildenden höheren Schulen

2. al-Baqara

1. Alif Lam Mim. 2. Dies ist - darin liegt kein Zweifel - das Buch (Allahs), (es ist) eine Rechtleitung für die Gottesbewussten, 3. die an das Verborgene glauben und das Gebet verrichten und von dem ausgeben, was Wir ihnen beschert haben, 4. und die an das glauben, was auf dich und vor dir herabgesandt wurde, und die mit dem Jenseits fest rechnen. 5. Diese folgen der Leitung ihres Herrn und diese sind die Erfolgreichen.

30. Und als dein Herr zu den Engeln sprach: "Siehe, Ich will auf der Erde für mich einen Sachwalter einsetzen", da sagten sie: "Willst Du auf ihr einen einsetzen, der auf ihr Verderben anrichtet und Blut vergießt? Wir verkünden doch Dein Lob und rühmen Dich." Er sprach: "Siehe, Ich weiß, was ihr nicht wisst." 31. Und Er lehrte Adam aller Dinge Namen; dann zeigte Er sie den Engeln und sprach: "Nennt Mir die Namen dieser Dinge, wenn ihr wahrhaft seid." 32. Sie sagten: "Preis Dir, wir haben nur Wissen von dem, was Du uns lehrst; siehe, Du bist der Wissende, der Weise." 33. Er sprach: "O Adam! Nenne ihnen ihre Namen." Und als er ihnen ihre Namen genannt hatte, sprach Er: "Sagte Ich euch nicht: Ich kenne das Verborgene der Himmel und der Erde, und Ich weiß, was ihr offen tut und was ihr verbergt?!" 34. Und als Wir zu den Engeln sprachen: "Werft euch vor Adam nieder!" – da warfen sie sich nieder, außer Iblis, der sich aus Hochmut weigerte und so zu einem der Glaubensverweigerer wurde.

35. Und Wir sprachen: "O Adam! Du und deine Frau, bewohnt den Garten und esst von ihm in Hülle und Fülle, wo immer ihr wollt; aber naht nicht jenem Baume, sonst seid ihr Übeltäter. 36. Aber Satan ließ sie straucheln und vertrieb sie von wo sie weilten. Und Wir sprachen: "Fort mit euch! Der eine sei des anderen Feind. Doch auf Erden sollt ihr eine Wohnung und Nießbrauch auf Zeit haben."

37. Und Adam empfing von seinem Herrn Worte und Er nahm seine Reue an; denn siehe, Er ist der Vergebende, der Barmherzige. 38. Wir sprachen: "Fort mit euch von hier allesamt! Und wenn zu euch Rechtleitung von Mir kommt, wer dann Meiner Rechtleitung folgt, über die soll keine Furcht kommen, und sie sollen nicht traurig sein. 39. Wer aber nicht glaubt und Unsere Zeichen verleugnet, die sollen Bewohner des Feuers werden; darin sollen sie ewig verweilen!"

97. Sprich: „Wer auch immer Gabriels Feind ist“ – ist er es doch, der deinem Herzen mit Allahs Erlaubnis (den Qur’an) offenbarte als eine Bestätigung des Früheren, eine Rechtleitung und eine Heilsbotschaft für die Gläubigen. 98. "Wer auch immer ein Feind Allahs, Seiner Engel, Seiner Gesandten, Gabriels und Michaels ist, dessen Feind ist Allah; denn siehe, Allah ist ein Feind der Glaubensverweigerer."

139. Wer aber nicht glaubt und Unsere Zeichen verleugnet, die sollen Bewohner des Feuers werden; darin sollen sie ewig verweilen!

153. O ihr, die ihr glaubt! Sucht Hilfe in Standhaftigkeit und Gebet; siehe, Allah ist mit den Standhaften.

183. O ihr, die ihr glaubt! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Menschen vor euch vorgeschrieben war; vielleicht werdet ihr gottesbewusst.

185. Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Qur´an als Rechtleitung für die Menschen und als Beweis dieser Rechtleitung und als (normativer) Maßstab herabgesandt wurde. Wer von euch in diesem Monat zugegen ist, soll während seines Verlaufs fasten. Wer jedoch krank ist oder auf einer Reise, der (faste) eine (gleiche) Anzahl anderer Tage. Allah wünscht, es euch leicht und nicht schwer zu machen, und dass ihr die Zahl (der Tage) erfüllt und Allah dafür preist, dass Er euch geleitet hat. Und vielleicht seid ihr dankbar.

186. Und wenn dich Meine Diener nach Mir fragen, siehe, Ich bin nahe. Ich will dem Ruf des Rufenden antworten, sobald er Mich ruft.

196. Und vollzieht die Hadsch (Pilgerfahrt) und die Umra (kleine Pilgerfahrt) um Allahs willen. Und wenn ihr daran verhindert seid, dann bringt ein kleines Opfer dar. Und schert euch eure Häupter nicht eher, als bis das Opfer seine Opferstätte erreicht hat. Und wer von euch krank ist oder ein Leiden am Kopf hat, der leiste dafür Ersatz mit Fasten, einem Almosen oder einem Opfer. Und wenn ihr in Sicherheit seid – wer den Besuch mit der Pilgerfahrt verbinden möchte, bringe ein kleines Opfer dar. Wer aber nichts findet, der faste drei Tage während der Pilgerfahrt und sieben, wenn ihr zurückgekehrt seid, das sind zehn im Ganzen. Dies gilt für den, dessen Familie nicht in der Nähe der unverletzlichen Moschee wohnt. Und seid euch Allahs bewusst und wisset, dass Allah streng straft.

241. Und auch den Geschiedenen seien Unterhaltsleistungen nach Billigkeit festgesetzt; dies ist eine Pflicht für die Gottesbewussten.

256. Kein Zwang im Glauben! Klar ist nunmehr das Rechte vom Irrtum unterschieden. Wer die falschen Götter verwirft und an Allah glaubt, der hat den festen Halt erfasst, der nicht reißen wird. Und Allah ist hörend und wissend.

261. Die ihr Vermögen auf Allahs Weg ausgeben, gleichen einem Korn, das in sieben Ähren schießt und in jeder Ähre hundert Körner. Und Allah gibt doppelt, wem Er will, und Allah ist umfassend und wissend. 262. Die ihr Vermögen auf Allahs Weg ausgeben und, nachdem sie gespendet haben, ihr Verdienst nicht herausstellen und keine Gefühle verletzen, die finden ihren Lohn bei ihrem Herrn. Keine Furcht wird über sie kommen, und sie werden nicht traurig sein. 263. Freundliche Worte und Verzeihung sind besser als ein Almosen, dem Verletzendes folgt. Und Allah ist reich und milde. 264. O ihr, die ihr glaubt! Entwertet eure Almosen nicht durch Vorhaltungen und Verletzen von Gefühlen, wie derjenige, der Geld spendet, um von den Leuten gesehen zu werden, und nicht an Allah und den Jüngsten Tag glaubt. Sein Gleichnis ist ein Felsen mit Erdreich darüber. Es trifft ihn ein Platzregen und lässt ihn hart. Sie richten mit ihren guten Werken nichts aus. Allah leitet nicht das Volk der Glaubensverweigerer. 265. Doch das Gleichnis jener, welche ihr Vermögen im Verlangen nach Allahs Wohlgefallen und aus innerer Überzeugung ausgeben, ist das Gleichnis eines Gartens auf einem Hügel. Es trifft ihn ein Platzregen, und dann bringt er die doppelte Menge an Früchten hervor. Und wenn ihn kein Platzregen trifft, so doch Tau. Und Allah sieht, was ihr tut.

284. Allahs ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Und ob ihr offenbart, was in euren Seelen ist oder es verbergt, Allah wird euch dafür zur Rechenschaft ziehen. Und Er verzeiht, wem Er will, und straft, wen Er will. Und Allah ist aller Dinge mächtig.

285. Der Gesandte glaubt an das, was ihm von seinem Herrn herabgesandt wurde, und ebenso die Gläubigen. Alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Schriften und Seine Gesandten. Und sie sprechen: "Wir hören und gehorchen. Schenke uns Deine Vergebung, Rabbana! Und zu Dir ist die Heimkehr!" 286. Allah belastet niemand über Vermögen. Jedem wird zuteil, was er verdient hat, und über jeden kommt nach seinem Verschulden. "Rabbana, strafe uns nicht für Vergesslichkeit und Fehler. Rabbana, bürde uns keine Last auf, wie Du sie denen vor uns aufgebürdet hast. Rabbana, lass uns nicht tragen, wozu unsere Kraft nicht ausreicht, und vergib uns und verzeihe uns und erbarme Dich unser! Du bist unser Beschützer. Und hilf uns gegen das Volk der Glaubensverweigerer.

3. Ali Imran

7. Er ist es, Der dir das Buch herabgesandt hat. Darin sind eindeutig klare Verse – sie sind die Grundlage des Buches – und andere, die verschieden zu deuten sind. Doch diejenigen, in deren Herzen (Neigung zur) Abkehr ist, folgen dem, was darin verschieden zu deuten ist, um Zwietracht herbeizuführen und Deutelei zu suchen, (indem sie) nach ihrer abwegigen Deutung trachten. Aber niemand kennt ihre Deutung außer Allah. Diejenigen, die aber ein tief begründetes Wissen haben, sagen: "Wir glauben wahrlich daran. Alles ist von unserem Herrn (Rabbana)." Doch niemand bedenkt dies außer den Einsichtigen.

27. Du lässt die Nacht in den Tag übergehen und den Tag übergehen in die Nacht. Und Du lässt das Lebendige aus dem Toten entstehen und das Tote aus dem Lebendigen, und versorgst, wen Du willst, ohne Maß.

64. Sprich: „O Leute der Schrift! Kommt herbei! Einigen wir uns darauf, dass wir Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass die einen von uns die anderen nicht zu Herrn neben Allah annehmen.“ Und wenn sie den Rücken kehren, dann sprecht: „Bezeugt, dass wir Gottergebene (Muslime) sind.“

103. Und haltet allesamt an Allahs Seil fest, und zersplittert euch nicht, und gedenkt der Gnadenerweise Allahs euch gegenüber als ihr Feinde wart und Er eure Herzen so zusammenschloss, dass ihr durch Seine Gnade Geschwister wurdet, und als ihr am Rande einer Feuergrube wart und Er euch ihr entriss. So macht euch Allah Seine Zeichen klar, auf dass ihr euch leiten lässt.

104. Und damit aus euch eine Gemeinschaft wird, die zum Guten einlädt, das Rechte gebietet und das Unrechte verbietet. Sie sind es, denen es wohlergehen wird.

133. Und wetteifert um die Verzeihung eures Herrn und einen Garten, der weit ist wie die Himmel und die Erde, bereitet für die Gottesbewussten. 134. Die da spenden in Freud und Leid und den Zorn unterdrücken und den Menschen vergeben – und Allah liebt die Gutes Tuenden – 135. Und Diejenigen, die Allahs gedenken und für ihre Sünden um Verzeihung flehen, wenn sie etwas Schändliches getan oder wider sich gesündigt haben – und wer vergibt die Sünden, wenn nicht Allah? – und die nicht (im Bösen) verharren, das sie wissentlich taten: 136. Ihr Lohn ist Verzeihung von ihrem Herrn und Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen; und herrlich ist der Lohn der (Gutes) Wirkenden. 137. Schon vor euch hat sich vieles ereignet. So durchwandert die Welt und seht, wie das Ende der Leugner war. 138. Dies (der Qur’an) ist eine Klarlegung für die Menschen und eine Rechtleitung und eine Ermahnung für die Gottesbewussten.

159. Und dank der Barmherzigkeit Allahs warst du gütig zu ihnen. Wärst du aber grob und hartherzig gewesen, so wären sie von dir davongelaufen. Darum vergib ihnen und bete für sie um Verzeihung und ziehe sie in der Sache zu Rate, aber wenn du einmal entschlossen bist, dann vertraue auf Allah; siehe, Allah liebt die Ihm Vertrauenden.

190. Siehe, in der Schöpfung von Himmeln und Erde und in dem Wechsel von Nacht und Tag sind wahrlich Zeichen für die Verständigen, 191. die Allahs gedenken im Stehen, im Sitzen und (Liegen) auf ihren Seiten und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken (und sprechen): "Rabbana, Du hast dieses nicht umsonst erschaffen. Gepriesen seist Du, darum hüte uns vor der Strafe des Feuers.

200. O ihr, die ihr glaubt! Seid standhaft und wetteifert in Geduld und haltet aus und seid euch Allahs bewusst, damit es euch wohlergeht.

4. an-Nisa‘

36. Und dient Allah, und setzt Ihm nichts zur Seite. Und seid gut zu den Eltern, den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbarn – sei er einheimisch oder aus der Fremde, zu den Kollegen, den Reisenden und zu denen, welche ihr von Rechts wegen besitzt. Siehe, Allah liebt nicht den Hochmütigen, den Prahler!

136. O ihr, die ihr glaubt! Glaubt an Allah, Seinen Gesandten und an das Buch, das Er auf Seinem Gesandten herabgesandt hat, und die Schrift, die Er zuvor herabkommen ließ. Wer nicht an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten und an den Jüngsten Tag glaubt, der ist weit abgeirrt. 137. Siehe, diejenigen welche glauben und danach den Glauben verweigern, dann wieder glauben und dann an Unglauben noch zunehmen, denen verzeiht Allah nicht, und Er leitet sie nicht des Weges.

140. Und Er hatte euch in dem Buch bereits folgendes geoffenbart: Wenn ihr hört, dass Leute nicht an die Zeichen Allahs glauben, sondern sie verspotten, dann sitzt nicht mit ihnen, solange sie nicht zu einem anderen Gespräch übergehen. Ihr würdet sonst wie sie werden. Siehe, Allah versammelt die Heuchler und die Glaubensverweigerer allesamt in der Hölle.

164. Und von (einigen) Gesandten haben Wir dir zuvor erzählt – und mit Moses redete Allah wirklich – 165. Von Gesandten als Freudenverkündern und Warnern, damit die Menschen nach (dem Erscheinen von) Gesandten vor Allah keine Entschuldigung hätten. Und Allah ist mächtig und weise.

5. al-Ma’ida

2. O ihr, die ihr glaubt! Verletzt nicht die Wallfahrtsriten Allahs, noch den heiligen (Pilger-) Monat, noch das Opfertier im Girlandenschmuck, noch diejenigen, welche im Verlangen nach der Huld und dem Wohlgefallen ihres Herrn zum unverletzlichen Hause ziehen. Habt ihr jedoch das Pilgergewand abgelegt, dann jagt. Der Hass gegen Leute, die euch von der unverletzlichen Moschee abhalten wollen, verleite euch nicht zu Verfehlungen. Helft einander zu Rechtschaffenheit und Gottesbewusstsein und nicht zur Sünde und Feindschaft. Und seid euch Allahs bewusst; siehe, Allah ist streng im Strafen.

8. O ihr, die ihr glaubt! Steht in Gerechtigkeit fest, wenn ihr vor Allah bezeugt. Der Hass gegen (bestimmte) Leute verführe euch nicht zu Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das entspricht mehr dem Gottesbewusstsein. Und seid euch Allahs bewusst. Siehe, Allah kennt euer Tun.

11. O ihr, die ihr glaubt! Gedenkt der Gnade Allahs gegen euch, als eine feindliche Gruppe euch zu ergreifen suchte. Er aber lähmte ihre Hände. Und seid euch Allahs bewusst. Und auf Allah sollen die Gläubigen vertrauen.

68. Sprich: „O Volk der Schrift! Ihr fußt auf nichts, ehe ihr nicht die Thora und das Evangelium befolgt und was zu euch von eurem Herrn hinabgesandt worden ist.“ Vielen von ihnen wird das, was zu dir von deinem Herrn herabgesandt worden ist, in Widerspenstigkeit und Unglauben noch zunehmen lassen.“ Und betrübe dich nicht über die Glaubensverweigerer.

87. O ihr, die ihr glaubt! Verbietet nicht die guten Dinge, die Allah euch erlaubt hat, aber übertretet auch nicht. Siehe, Allah liebt nicht die Übertreter.

6. Al-An’am

38. Keine Tiere gibt es auf Erden und keinen Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht Völker wie ihr sind. Nichts haben Wir in dem Buch übergangen. Letztlich werden sie zu ihrem Herrn versammelt.

83. Das ist Unser Beweis, den Wir Abraham seinem Volk gegenüber gaben. Wir erhöhen zu den Stufen (der Weisheit), wen Wir wollen. Siehe, dein Herr ist allweise, allwissend. 84. Und Wir schenkten ihm Isaak und Jakob; beide leiteten Wir recht, wie Wir vordem Noah rechtgeleitet hatten und von seinen Nachkommen David, Salomo, Hiob, Joseph, Moses und Aaron. So belohnen Wir diejenigen, die Gutes tun. 85. Und (Wir leiteten) Zacharias, Johannes, Jesus und Elias; sie alle gehörten zu den Rechtschaffenen. 86. Und (Wir leiteten) Ismael, Elisa, Jonas und Lot; und jeden (von ihnen) zeichneten Wir unter den Völkern aus;

87. Und einige ihrer Vorfahren, Nachkommenschaft und ihrer Brüder: Wir erwählten sie und leiteten sie auf den geraden Weg. 88. Das ist die Rechtleitung Allahs; damit leitet Er von Seinen Dienern, wen Er will. Hätten sie Ihm aber Gefährten gegeben, wäre all ihr Tun umsonst gewesen. 89. Diese sind es, denen Wir die Schrift gaben und die Weisheit und das Prophetentum. Wenn diese das aber leugnen, so vertrauen wir es einem Volke an, das es nicht leugnet. 90. Das sind jene, die Allah rechtgeleitet hat: so folge ihrer Rechtleitung. Sprich: "Ich verlange von euch dafür keinen Lohn. Es ist ja nichts weniger als eine Ermahnung für die Welten."

95. Wahrlich, Allah ist es, Der das Korn und die Kerne keimen lässt. Er bringt das Lebendige aus dem Toten hervor, und Er ist der Hervorbringer des Toten aus dem Lebendigen. Das ist Allah; warum lässt ihr euch dann (von Ihm) abwenden? 96. Er lässt den Tag anbrechen; und Er macht die Nacht zur Ruhe und Sonne und Mond zur Berechnung (von Tag und Nacht). Das ist die Anordnung des Allmächtigen, des Allwissenden. 97. Und Er ist es, Der die Sterne für euch geschaffen hat, auf dass ihr durch sie den Weg in den Finsternissen zu Land und zu Meer finden möget. Uns so haben Wir bis ins einzelne die Zeichen für die Menschen, die Wissen haben, dargelegt. 98. Er ist es, Der euch aus einem einzigen Wesen hervorbrachte, alsdann für euch eine Bleibe (im Mutterleib) und einen Aufbewahrungsort (im Grab bestimmte). Wir haben dargelegt die Zeichen für Leute, die es begreifen. 99. Und Er ist es, Der aus dem Himmel Wasser niedersendet; damit bringen Wir alle Arten von Pflanzen hervor; woraus Wir gereihtes Korn sprießen lassen; und aus der Dattelpalme, aus ihren Blütendolden, (sprießen) niederhängende Dattelbüschel, und Gärten mit Trauben, und Oliven und der Granatapfel – einander ähnlich und nicht ähnlich. Betrachtet die Frucht, wenn sie Früchte tragen, und ihr Reifen. Wahrlich, hierin sind Zeichen für Leute, die glauben. 100. Und doch haben sie Dschinn zu Allahs Teilhabern gemacht, obwohl Er sie geschaffen hat; und sie dichten Ihm fälschlicherweise Söhne und Töchter ohne alles Wissen an. Gepriesen sei Er und erhaben über das, was sie (Ihm) zuschreiben. 101. Schöpfer der Himmel und der Erde! Wie sollte Er einen Sohn haben, wo Er keine Gefährtin hat und wo Er alles erschuf und alle Dinge kennt?! 102. Er ist Allah, euer Herr. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge; so betet Ihn an. Und er ist der Hüter aller Dinge. 103 Blicke können Ihn nicht erreichen, Er aber erreicht die Blicke. Und Er ist der Unergründliche, der Allkundige.

108. Und schmäht die nicht, welche sie statt Allah anrufen, sonst würden sie aus Groll Allah ohne Wissen schmähen. Also lassen Wir jedem Volke sein Tun als wohlgefällig erscheinen. Dann aber werden sie zu ihrem Herrn heimkehren; und Er wird ihnen verkünden, was sie getan haben.

152. Und kommt dem Vermögen der Waise nicht zu nahe, außer um es zu mehren, bis sie herangewachsen ist. Und gebt Maß und Gewicht nach Gerechtigkeit. Wir fordern von keiner Seele mehr, als sie zu leisten vermag. Und seid gerecht bei der Aussage (vor Gericht), wäre es auch gegen einen Verwandten. Und haltet euer Versprechen gegenüber Allah. All dies gebot Er euch, damit ihr es euch zu Herzen nähmt.

7. al-A’raf

12. Er sprach: "Was hinderte dich, dich niederzuwerfen, als Ich es dir befahl?" Er sagte: "Ich bin besser als er. Du hast mich aus Feuer erschaffen, ihn aber erschufst Du aus Ton."

30. Einen Teil hat Er rechtgeleitet und einen Teil verdientermaßen dem Irrtum überlassen. Siehe, sie haben sich die Satane neben Allah zu Beschützern angenommen und wähnen, sie seien rechtgeleitet.

31. O ihr Kinder Adams! Zieht euch für jede Gebetsstätte schön an und esst und trinkt, aber schweift nicht aus. Siehe, Er liebt die Ausschweifenden nicht. 32. Sprich: "Wer hat den Schmuck Allahs verboten, den Er für Seine Diener hervorgebracht hat, und die guten Dinge der Versorgung?" Sprich: "Sie sind für die Gläubigen in diesem Leben (und) ausschließlich (für sie) am Tage der Auferstehung." So machen Wir die Zeichen klar für Leute, die Wissen haben.

42. Diejenigen aber, welche glauben und das Rechte tun – Wir belasten keine Seele über ihr Vermögen hinaus – sollen Leute des Paradieses sein und ewig darin verweilen.

56. Und stiftet auf Erden kein Verderben, nachdem in ihr Ordnung herrscht. Und ruft Ihn an in Furcht und Verlangen. Siehe, Allahs Barmherzigkeit ist denen nahe, die Gutes tun.

157. Jene, die dem Gesandten folgen, der des Lesens und Schreibens unkundig ist; dort in der Thora und im Evangelium werden sie über ihn geschrieben finden: er gebietet ihnen das Gute und verbietet ihnen das Böse, und er erlaubt ihnen die guten Dinge und verwehrt ihnen die schlechten, und er nimmt ihnen ihre Last ab und die Fesseln, die auf ihnen lagen. Diejenigen also, die an ihn glauben und ihn stärken und ihm helfen und dem Licht folgen, das mit ihm herabgesandt wurde, die sollen erfolgreich sein.

9. at-Tauba

51. Sprich: „Nie trifft uns etwas anderes, als was Allah uns bestimmt hat. Er ist unser Beschützer und auf Allah sollen die Gläubigen vertrauen.“

71. Und die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Freund: Sie gebieten das Gute und verbieten das Böse, verrichten das Gebet und entrichten die Zakat und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Sie sind es, derer Allah Sich erbarmen wird. Wahrlich, Allah ist erhaben, allweise. Allah hat den gläubigen Männern und den gläubigen Frauen verheißen, in Gärten, die von Bächen durchflossen werden, immerdar zu verweilen, und (hat ihnen) herrliche Wohnstätten in den Gärten von Eden (verheißen). Allahs Wohlgefallen aber ist das größte. Das ist die höchste Glückseligkeit.

10. Yunus

59. Sprich: „Was haltet ihr wohl von der Versorgung, die Allah euch hinabsandte, und von der ihr das eine verboten und das andere erlaubt habt?“

99. Und wenn dein Herr es gewollt hätte, wären alle auf Erden allesamt gläubig geworden. Willst du etwa die Leute zwingen, gläubig zu werden?

11. Hud

120. Mit dem, was Wir dir von den Geschichten der Gesandten berichten, festigten Wir dein Herz. Darin ist zu dir die Wahrheit gekommen und eine Ermahnung und Erinnerung für die Gläubigen.

12. Yusuf

87. O meine Söhne! Zieht aus und erkundigt euch nach Yusuf und seinem Bruder. Und verzweifelt nicht an Allahs Erbarmen. Siehe, an Allahs Erbarmen verzweifeln nur die Glaubensverweigerer.

13. ar-Ra’d

26. Allah erweitert und beschränkt die Mittel zum Unterhalt, wem Er will. Sie freuen sich des irdischen Lebens, doch das diesseitige Leben ist nur ein vergängliches Gut im Vergleich zu dem künftigen.

28. Es sind jene, die glauben und deren Herzen Trost finden im Gedenken an Allah. Ja! Im Gedenken Allahs finden ja die Herzen Ruhe.

14. Ibrahim

12. Und warum sollten wir nicht Allah vertrauen, da Er uns doch unseren Weg bereits gezeigt hat? Wahrlich, wir wollen geduldig ertragen, was ihr uns an Leid zufügt, und Allah sollen alle Vertrauenden vertrauen.

35. Und als Abraham / Ibrahim sagte: „Rabbi, mache diese Stadt zu einer Stätte des Friedens und bewahre mich und meine Kinder davor, die Götzen anzubeten; 36. rabbi, sie haben viele Menschen irregeleitet. Wer mir nun folgt, der gehört sicher zu mir; und wer mir nicht gehorcht - siehe, Du bist der Verzeihende, der Barmherzige. 37. Rabbana, ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem unfruchtbaren Tal nahe bei Deinem heiligen Haus angesiedelt, Rabbana, auf dass sie das Gebet verrichten mögen. So mache ihnen die Herzen der Menschen zugeneigt und versorge sie mit Früchten, damit sie dankbar sein mögen.

38. Rabbana, Du weißt, was wir verbergen und was wir kundtun. Und vor Allah ist nichts verborgen, ob auf Erden oder im Himmel. 39. Alles Lob gebührt Allah, Der mir, ungeachtet des Alters, Ismael und Isaak geschenkt hat. Wahrlich, mein Herr ist der Erhörer des Gebets.

40. Rabbi, hilf mir, dass ich und meine Kinder das Gebet verrichten. Rabbana! Und nimm mein Gebet an. 41. Rabbana, vergib mir und meinen Eltern und den Gläubigen an dem Tage, an dem die Abrechnung stattfinden wird."

46. Sie planten ihre List. Aber über ihre List entscheidet (letztlich) Allah, und wären sie auch imstande, damit Berge zu versetzen.

15. al-Hidschr

22. Und Wir entsenden die schwangeren Winde und dann Wasser vom Himmel und geben es euch zu trinken. Ihr aber hättet es nicht aufspeichern können.

16. an-Nahl

71. Und Allah hat den einen von euch vor dem anderen im Lebensunterhalt bevorzugt. Und doch geben die Bevorzugten von ihrem Unterhalt nicht an die ab, die sie von rechts wegen besitzen, so dass sie (wenigstens) in soweit gleich wären. Wollen sie denn die Gnade Allahs verleugnen?!

78. Und Allah hat euch aus den Leibern eurer Mütter als ganz und gar Unwissende hervorgebracht. Doch Er gab euch Gehör und Gesicht, Verstand und Gemüt, damit ihr dankbar wäret.

90. Siehe, Allah gebietet, Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Nahestehenden zu beschenken. Und Er verbietet das Schändliche, Ungerechte und Gewalttätige. Er ermahnt euch, euch dies zu Herzen zu nehmen.

125. Lade zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung ein, und diskutiere mit ihnen auf die beste Art und Weise. Siehe, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Weg abgeirrt ist, und Er kennt am Besten die Rechtgeleiteten.

91. Und haltet eure Versprechen gegenüber Allah, wenn ihr welche eingegangen seid. Und brecht nicht eure Eide, nachdem ihr sie beschworen und Allah zu eurem Bürgen gemacht habt. Siehe, Allah weiß, was ihr tut.

17. al-Isra´

15. Wer rechtgeleitet ist, ist nur zu seinem eigenen Besten rechtgeleitet. Und wer sich irreführen lässt, geht allein zu seinem eigenen Schaden in die Irre. Und keine beladene Seele trägt die Last einer anderen. Und Wir bestrafen nicht, bevor Wir einen Gesandten geschickt haben.

23. Dein Herr hat bestimmt, dass ihr Ihn alleine anbeten sollt und dass ihr gegenüber euren Eltern gütig seid, auch wenn der eine von ihnen oder beide bei dir ins hohe Alter kommen. Sag daher nicht "Bah!" zu ihnen und schelte sie nicht, sondern rede mit ihnen auf ehrerbietige Weise.

30. Wahrlich, dein Herr erweitert und beschränkt (dem), dem Er will, die Mittel zum Unterhalt, denn Er kennt und sieht Seine Diener wohl.

34. Und bleibt dem Vermögen der Waisen fern, außer zu ihrem Besten, bis sie das Alter der Reife erreicht hat. Und haltet die Verträge. Siehe, für Verträge werdet ihr zur Rechenschaft gezogen.

18. al-Kahf

29. Und sprich: "Die Wahrheit ist von eurem Herrn. Wer nun will, der glaube, und wer will, der glaube nicht." Siehe, für die Sünder haben Wir ein Feuer bereitet, dessen Flammen sie ringsum einschließen soll. Und wenn sie um Hilfe rufen, dann soll ihnen mit Wasser wie flüssigem Erz geholfen werden, das ihre Gesichter röstet. Ein schlimmer Trank und ein übles Ruhebett!"

96. „Bringt mir Eisenblöcke.“ Und als er (die Kluft) zwischen den beiden (Gebirgshängen) aufgefüllt hatte, sagte er: „Blast.“ Und als er es zum Glühen gebracht hatte, sprach er: „Bringt mir geschmolzenes Kupfer, damit ich es drauf gieße.“

20. Ta-Ha

2. Wir haben den Qur´an nicht auf dich herabgesandt, um dich unglücklich zu machen.

53. Der euch die Erde zu einem Lager gemacht hat und euch auf ihren Wegen ziehen lässt und vom Himmel Wasser herabsendet, durch das Wir paarweise verschiedene Pflanzen hervorbringen.

21. al-Anbiya

16. Und Wir erschufen den Himmel und die Erde und was zwischen beiden ist gewiss nicht zu Scherz und Zeitvertreib.

30. Sehen die Glaubensverweigerer denn nicht, dass die Himmel und die Erde eine einzige dichte Masse waren, die Wir spalteten, und dass Wir dann aus dem Wasser alles Lebendige entstehen ließen? Wollen sie denn nicht glauben?

107. Und Wir entsandten dich fürwahr als eine Barmherzigkeit für alle Welt.

22. al-Hadsch

26. Und als Wir Ibrahim den Platz für das Haus zuwiesen: „Setze Mir nichts zur Seite! Und reinige Mein Haus für die es Umschreitenden und für die im Gebet Stehenden, sich Beugenden und sich Niederwerfenden.

23. al-Mu´minun

115. Glaubt ihr denn, Wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?

24. an-Nur

35. Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Das Gleichnis Seines Lichts ist wie das einer Nische, worin sich eine Lampe befindet: Die Lampe ist in einem Glas; das Glas ist gleichsam ein Ölbaum, der weder vom Osten noch vom Westen stammt, dessen Öl beinahe leuchten würde, auch wenn das Feuer es nicht berührte. Licht über Licht. Allah leitet zu Seinem Licht, wen Er will. Und Allah kennt alle Dinge.

45. Und Allah erschuf alle Lebewesen aus Wasser. Und unter ihnen sind einige, die auf ihrem Bauch kriechen, und andere, die auf zwei Füßen gehen. Allah schafft, was Er will. Fürwahr, Allah hat Macht über alle Dinge.

25. al-Furqan

54. Und Er ist es, Der den Menschen aus Wasser erschaffen hat. Und Er gab ihm Blutsverwandtschaft und Schwägerschaft. Und dein Herr ist mächtig.

27. an-Naml

60. Wer hat denn die Himmel und die Erde erschaffen und sendet euch Wasser vom Himmel herab, mit dem Wir Gärten von prächtiger Schönheit gedeihen lassen? Ihr jedoch könnt nicht (einmal) Bäume wachsen lassen. Was? Ein Gott neben Allah? Nein! Doch sie sind ein Volk das (Ihm) Götzen gleichsetzt.

88. Und die Berge, die du für so fest hältst, wirst du wie Wolken vorbeiziehen sehen: Allahs Werk, Der alles gut angeordnet hat. Er weiß wohl, was ihr tut.

28. al-Qasas

7. Und Wir gaben Moses Mutter ein: "Säuge ihn! Doch wenn du für ihn fürchtest, übergib ihn dem Strom, und ängstige dich nicht, und gräme dich nicht. Wir werden ihn dir bestimmt wiedergeben und ihn zu einem der Gesandten machen." 8. Und Pharaos Leute fanden ihn, damit er ihnen zum Feind und Kummer werden würde; denn Pharao, Haman und ihr Heer waren fürwahr Sünder. 9. Pharaos Frau sprach: "Er ist mir und dir ein Augentrost. Tötet ihn nicht! Vielleicht nützt er uns (irgendwie) oder nehmen wir ihn als Sohn an"; sie waren ahnungslos.

10. Und das Herz der Mutter Moses war bar jeder Hoffnung, so dass sie ihn fast verraten hätte, wenn Wir ihr Herz nicht gefestigt hätten, damit sie den Glauben nicht verlor.

77. Und strebe mit dem, was Allah dir gegeben hat, die Heimstätte des Jenseits, und vergiss nicht deinen Anteil von dieser Welt und tue Gutes, wie Allah dir Gutes getan hat, und wünsche nicht Unheil auf der Erde, Allah liebt ja nicht die Unheilstifter.

29. al-´Ankabut

46. Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn auf beste Art und Weise, außer mit jenen von ihnen, die unrecht handeln. Und sprecht: „Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Unser Gott und euer Gott ist ein und derselbe. Und Ihm sind wir ergeben.“

62. Allah gewährt Versorgung, reichlich oder bemessen, wem von Seinen Dienern Er will. Siehe, Allah kennt alle Dinge.

63. Und wenn du sie fragst: „Wer schickt Wasser vom Himmel hinab und belebt damit die Erde nach ihrer Leblosigkeit?“, dann sagen sie gewiss: „Allah.“ Sprich: „Preis sei Allah!“ Jedoch mangelt es den meisten von ihnen an Verstand.

30. ar-Ruum

20. Und unter Seinen Wundern ist dies: Er erschafft euch aus Staub – und dann, siehe! werdet ihr Menschen, die sich verbreiten! 21. Und unter Seinen Wundern ist dies: Er erschafft für euch Partner aus euch selbst, damit ihr Ruhe (und Geborgenheit) bei ihnen findet, und Er ruft Liebe und Zärtlichkeit zwischen euch hervor: hierin, siehe, sind fürwahr Botschaften für Menschen, die nachdenken! 22. Und unter Seinen Wundern ist die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Vielfalt eurer Sprache und Farben: denn hierin, siehe, sind fürwahr Botschaften für alle, die Wissen besitzen! 23. Und unter Seinen Wundern ist euer Schlaf bei Nacht oder bei Tag wie auch eure Suche nach Seiner Huld: hierin, siehe, sind fürwahr Botschaften für Menschen, die hören! 24. Und unter Seinen Wundern ist dies: Er zeigt euch den Blitz und lässt sowohl Furcht wie Hoffnung aufkommen und sendet Wasser vom Himmel herab und gibt damit der Erde Leben, nachdem sie leblos gewesen war: hierin, siehe, sind fürwahr Botschaften für Menschen, die ihren Verstand gebrauchen! 25. Und unter Seinen Wundern ist dies: der Himmel und die Erde stehen fest auf Sein Geheiß. 26. Denn Sein ist, was in den Himmeln und auf Erden ist. Alles gehorcht Ihm. 27. Und Er ist es, der die Schöpfung erstmals hervorbringt. Dann bringt Er sie erneut hervor, was Ihm ein leichtes ist. Und Er ist das erhabenste Wesen in den Himmeln und auf Erden. Und Er ist der Mächtige, der Weise.

41. In Erscheinung getreten ist Unheil zu Land und Meer als Folge dessen, was die Menschen anrichteten, damit Er sie einiges von ihrem Verhalten spüren ließe, auf dass sie umkehren.

32. as-Sadschda

11. Sprich: Der Engel des Todes, der euch zugeteilt ist, wird euch holen. Dann werdet ihr zu eurem Herrn zurückgebracht.

33. al-Ahzab

21. In dem Gesandten Allahs habt ihr wahrlich ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.

35. Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, die gehorsamen Männer und die gehorsamen Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen, die standhaften Männer und die standhaften Frauen, die demütigen Männer und die demütigen Frauen, die Männer, die Almosen geben, und die Frauen, die Almosen geben, die fastenden Männer, und die fastenden Frauen, die Männer die ihre Keuschheit wahren, und die Frauen, die ihre Keuschheit wahren, die Männer, die Allahs häufig gedenken, und die Frauen, die (Allahs häufig) gedenken – Allah hat ihnen (allen) Vergebung und großen Lohn bereitet.

57. Wahrlich, Allah und Seine Engel segnen den Propheten: o ihr, die ihr glaubt, sprecht den Segenswunsch für ihn und begrüßt ihn mit dem Friedensgruß.

72. Siehe, Wir boten die Verantwortung den Himmeln und der Erde und den Bergen an, doch weigerten sie sich, sie zu tragen, und schreckten davor zurück. Der Mensch lud sie sich jedoch auf; denn er überschätzt sich und ist eingebildet.

73. Allah wird die Heuchler und Heuchlerinnen und die Götzendiener und Götzendienerinnen bestrafen und sich den gläubigen Männern und gläubigen Frauen zuwenden. Und Allah ist verzeihend und barmherzig.

34. Saba‘

10. Und wir begnadeten bereits David: „O ihr Berge! Lobpreiset (Allah) mit ihm, und auch ihr Vögel!“ Und wir machten das Eisen für ihn formbar.

39. Sprich: "Siehe, mein Herr (Rabb)versorgt von Seinen Dienern, wen Er will, im Überfluss oder in Maßen, und was ihr spendet, wird Er euch ersetzen. Und Er ist der beste Versorger."

35. al-Fatir

24. Wir entsandten dich gewiss mit der Wahrheit als einen Übermittler froher Botschaft und als Warner. Es gibt ja kein Volk, unter dem kein Warner gelebt hätte.

27. Siehst du nicht, dass Allah vom Himmel Wasser herabsendet? Damit holen Wir Früchte von vielfältiger Farbe hervor. Und in den Bergen finden sich weiße und rote Gesteinsschichten in unterschiedlicher Schattierung und rabenschwarze.

28. (Es gibt) auch Menschen, Tiere und Vieh von unterschiedlicher Farbe. Aber nur die Wissenden unter Seinen Dienern fürchten Allah. Allah ist fürwahr mächtig, verzeihend.

38. Sad

27. Und wir erschufen den Himmel und die Erde und was zwischen ihnen ist nicht ohne Sinn und Zweck, wie die Glaubensverweigerer meinen. Darum wehe den Glaubensverweigerer vor dem Feuer!

39. az-Zumar

10. Sprich: "O meine (Gottes-)Diener, die ihr glaubt! Fürchtet euren Herrn, Diejenigen welche in dieser Welt Gutes tun, werden (im Jenseits) Gutes erhalten; und Allahs Erde ist weit. Die Standhaften werden ihren Lohn erhalten, ohne dass darüber abgerechnet wird."

21. Siehst du denn nicht, dass Allah Wasser vom Himmel herabsendet und es zu Quellen durch die Erde leitet? Dann lässt Er dadurch Pflanzen in vielfältiger Farbe wachsen. Dann verwelkt es, und du siehst es gelb werden. Dann macht Er es zu Krümeln. Siehe, hierin ist wahrlich eine Mahnung für die Verständigen.

37. Wen Allah jedoch leitet, für den gibt es keinen, der ihn irreleiten könnte. Ist Allah nicht mächtig, der Herr der Vergeltung?!

47. Selbst wenn die Ungerechten auch alles, was auf Erden ist, und noch einmal soviel dazu besäßen, würden sie sich gewiss damit von der schlimmen Strafe am Tage der Auferstehung loskaufen wollen; aber es wird ihnen von Allah das erscheinen, mit dem sie nimmermehr gerechnet haben.

52. Wissen sie denn nicht, dass Allah wem Er will, reichlich oder begrenzt, Versorgung gewährt? Darin sind fürwahr Zeichen für gläubige Leute.

42. asch-Schura

12. Sein sind die Schlüssel der Himmel und der Erde. Er bewährt Unterhalt reichlich oder bemessen wem Er will. Er kennt fürwahr alle Dinge.

27. Falls Allah Seine Diener in Überfluss versorgen würde, verhielten sie sich auf Erden übermütig. Jedoch sendet Er, was Er will, im richtigen Maße hinab; denn Er kennt Seine Diener und sieht sie wohl.

43. az-Zukhruf

77. Da werden sie rufen: „O Engel, lass doch deinen Herrn ein Ende mit uns machen!“ Er wird sprechen: „Ihr müsst bleiben!“

80. Meinen sie etwa, dass wir ihre Geheimnisse und ihr heimliches Gespräch nicht hören? Im Gegenteil – Unsere Botschafter bei ihnen schreiben es auf.

44. ad-Dukhan

38. Wir erschufen die Himmel und die Erde und was zwischen beiden ist nicht zum spielerischen Zeitvertreib.

39. Wir erschufen alles in Übereinstimmung mit der Wahrheit, jedoch wissen es die meisten von ihnen nicht.

45. as-Sadschda

5. Auch in dem Wechsel von Nacht und Tag und in der Versorgung, die Allah vom Himmel hinabsendet und durch die Er die Erde aus ihrer Leblosigkeit erweckt, und in dem Wechsel der Winde sind beweise für ein Volk von Verstand.

46. al-Ahqaf

13. Diejenigen, die sagen „Rabbana ist Allah“ und danach (im Glauben) festhalten, haben nichts zu fürchten und brauchen nicht traurig zu sein.

49. Hudschurat

11. O ihr, die ihr glaubt! Keine Männer sollen (andere) Männer verspotten: es mag gut sein, dass jene besser als sie selbst sind; und keine Frauen (sollen andere) Frauen (verspotten): es mag gut sein, dass jene besser als sie selbst sind. Und ihr sollt einander auch nicht verleumden, noch einander beleidigen durch (schimpfliche) Beinamen. Schlimm ist die Bezeichnung der Sündhaftigkeit, nachdem man den Glauben (angenommen) hat, und jene die nicht umkehren – das sind die Ungerechten.

12. O die ihr glaubt! Vermeidet häufigen Argwohn, denn mancher Argwohn ist Sünde. Und spioniert nicht und führt keine üble Nachrede übereinander. Würde wohl einer von euch gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? Sicher würdet ihr es verabscheuen. So fürchtet Allah. Wahrlich, Allah ist gnädig, barmherzig. 13. Wahrlich, der Beste von euch vor Allah ist der mit dem meisten Gottesbewusstsein! 14. Die Beduinen sagten: „Wir haben den Glauben verinnerlicht!“ Antwortet: „Ihr habt ihn noch nicht verinnerlicht!“ Sagt vielmehr: „Wir sind Muslime (Gottergebene).“ Denn der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingedrungen.

53. an-Nadschm

39. Und dass der Mensch nur empfangen wird, worum er sich bemüht.

57. al-Hadid

2. Sein ist das Reich der Himmel und der Erde. Er gibt Leben und lässt sterben. Und Er hat Macht über alle Dinge. 3. Er ist der Erste und der Letzte, der Sichtbare und der Verborgene. Und Er kennt alle Dinge. 4. Er ist es, der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf, worauf Er sich auf den Thron setzte. Er weiß, was in die Erde hineingeht und was aus ihr hervorgeht, was vom Himmel herabsteigt und was zu ihm hinaufsteigt. Und Er ist bei euch, wo immer ihr seid. Und Allah sieht wohl, was ihr tut. 5. Sein ist das Reich der Himmel und der Erde. Und zu Allah kehren alle Dinge zurück. 6. Er lässt die Nacht in den Tag übergehen und den Tag in die Nacht. Und Er kennt das Innerste der Herzen. 7. Glaubt an Allah und Seinen Gesandten und spendet von dem, was Er euch zur Verfügung gestellt hat. Denn denjenigen von euch, welche glauben und spenden, ist großer Lohn bestimmt.

25. Wahrlich, Wir entsandten Unsere Gesandten mit klarer Botschaft, und schickten mit ihnen das Buch und die Waage herab, auf dass die Menschen Gerechtigkeit üben mögen. Und Wir sandten das Eisen herab, in welchem furchteinflößende Kraft, aber auch Nutzen für die Menschen ist. Allah kennzeichnet so, wer Ihm und Seinem Gesandten auch im Verborgenen, hilft. Allah ist gewiss stark und mächtig.

59. al-Haschr

9. Diejenigen, die vor ihnen hier (in Medina) im Glauben zu Hause waren, lieben die, welche zu ihnen auswanderten, und fühlen in sich kein Verlangen nach dem, was ihnen gegeben wurde. Sie ziehen (die Flüchtlinge) sich selber vor, auch wenn sie selber bedürftig sind. Wer so vor seiner eigenen Habsucht bewahrt ist – denen ergeht es wohl.

22. Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt. Er kennt das Verborgene und das Offenbare. Er ist der Erbarmer, der Barmherzige. 23. Er ist Allah, außer Dem es keinen Gott gibt: der Herrscher, der Heilige, der Heilbringende, der Glaubengewährende, der Beschützer, der Erhabene, der Unwiderstehliche, der Majestätische. Preis sei Allah, (erhaben ist Er) über was sie Ihm beigesellen. 24. Er ist Allah, der Schöpfer, der Urheber, der Formgebende. Sein sind die schönsten Namen. Ihn preist, was in den Himmeln und auf Erden ist; Er ist der Mächtige, der Weise.

60. al-Mumtahina

6. Ihr hattet an ihnen bestimmt ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah hofft und auf den Jüngsten Tag.

8. Allah verbietet euch nicht gegen die gütig und gerecht zu sein, die euch nicht wegen eures Glaubens bekämpft oder euch aus euren Häusern vertrieben haben. Allah liebt fürwahr die gerecht Handelnden.

64. at-Taghabun

13. Allah! Es gibt keinen Gott außer Ihm. Und auf Allah sollen die Gläubigen vertrauen.

66. at-Tahriem

11. Und Allah legt denen, die glauben, das Beispiel von Pharaos Frau vor, als sie sprach: "Rabbi! Baue mir ein Haus bei Dir im Paradies und befreie mich von Pharao und seinen Taten und befreie mich von dem Volk der Ungerechten!"

12. Und (Allah legt das Beispiel) von Maria, der Tochter Imrans, (vor,) die ihre Scham bewahrte - darum hauchten Wir von Unserem Geist in diese ein; und sie glaubte an die Worte ihres Herrn (Rabb), Seine Schrift und war eine der Gehorsamen.

71. Nuh

15. Seht ihr denn nicht wie Allah einen über dem anderen sieben Himmel erschaffen 16. und in sie den Mond als Licht und die Sonne als Leuchte gesetzt hat?! 17. Und Allah ließ euch Pflanzen gleich aus der Erde herauswachsen; 18. dann wird Er euch wieder in sie zurückbringen und von neuem hervorbringen. 19. Allah hat die Erde für euch fürwahr zu einem Teppich gemacht, 20. damit ihr euch darauf auf breiten Wegen bewegen könnt.

73. al-Muzzamil

1. O du Verhüllter! 2. Steh während der Nacht (im Gebet) außer ein wenig, 3. die Hälfte davon oder ein bisschen weniger, 4. oder etwas mehr. Und trage den Qur’an vor, bedächtig und deutlich. 5. Wahrlich, Wir werden dir ein gewichtiges Wort anvertrauen. 6. Fürwahr, das Gebet in der Nacht macht stärkeren Eindruck und lässt leichter das richtige Wort finden, 7. Während du am Tag lange den Geschäften nachgehen kannst. 8. So gedenke des Namens deines Herrn und widme dich Ihm voll und ganz. 9. Der Herr des Ostens und des Westens! Es gibt keinen Gott außer Ihm; darum nimm Ihn zum Anwalt.

74. al-Muddathir

30. Über ihm sind neunzehn. 31. Und Wir haben einzig und allein Engel zu Hütern des Feuers gemacht. Und Wir setzten ihre Anzahl nicht fest, außer zur Prüfung derer, die Glaubensverweigerer sind, auf dass die, denen das Buch gegeben wurde, Gewissheit erreichen, und auf dass die, die gläubig sind, an Glauben zunehmen, und auf dass die, denen die Schrift gegeben wurde und die Gläubigen nicht zweifeln, und auf dass die, in deren Herzen Krankheit ist, und die Glaubensverweigerer sich fragen: "Was meint Allah mit diesem Gleichnis?" Somit erklärt Allah zum Irrenden, den, der will, und leitet recht, den, der will. Und keiner kennt die Heerscharen deines Herrn außer Ihm allein. Dies ist nur eine Ermahnung für die Menschen.

76. al-Insan

2. Siehe, Wir erschufen den Menschen fürwahr aus einem Tropfen Samen, der sich (mit der Eizelle) vermischt, um ihn zu prüfen. Und Wir gaben ihm Gehör und Augen. 3. Wir leiteten ihn gewiss des Weges, ob er (nun) dankbar oder undankbar gewesen war.

78. an-Naba

6. Machten Wir nicht die Erde zu einem Bett, 7. Und die Berge zu Pflöcken?!

79. an-Nazi‘at

32. Und die Berge festigte Er.

80. Abasa

24. So betrachte der Mensch doch einmal seine Nahrung! 25. Siehe, Wir ließen auf ihr Korn wachsen 28. Und Reben und Pflanzen 29. Und Ölbäume und Palmen 30. Und dicht bepflanzte Gärten 31. Und Früchte und Gras 32. Als Versorgung für euch und euer Vieh.

94. asch-Scharh

1. Haben Wir dir nicht deine Brust geweitet 2. und deine Last von dir genommen, 3. die so schwer auf deinem Rücken lastete?! 4. Und (haben Wir dir nicht) dein Ansehen erhöht?! 5. Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung! 6. Doch wahrlich, mit (jeder) Schwierigkeit kommt (auch) Erleichterung! 7. Und wenn du (mit etwas) fertig bist, dann bemühe dich weiter. 8. Und widme dich ganz deinem Herrn.

95. at-Tin

1. Bei der Feige und der Olive! 2. Beim Berge Sinai! 3. Und bei dieser sicheren Stadt! 4. Wir erschufen den Menschen gewiss in schönster Gestalt. 5. Dann machen wir ihn wieder zum Niedrigsten der Niedrigen. 6. Außer denen, die den Glauben verinnerlicht haben und Gutes tun: Sie erwartet unendlicher Lohn. 7. Und was lässt dich dennoch das Gericht leugnen? 8. Ist nicht Allah der gerechteste aller Richter?!

99. az-Zalzalah

7. Und wer Gutes (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen. 8. Und wer Böses (auch nur) im Gewicht eines Stäubchens getan hat, wird es sehen.

102. al-Takathur

1. Es beherrscht euch das Streben nach mehr und mehr. 2. Bis ihr (eure) Gräber aufsucht. Doch nein! Ihr werdet es wissen! 4. Abermals nein! Ihr werdet es wissen! 5. Doch nein! Wenn ihr es nur sicher wüsstet! 6. Wahrlich, ihr werdet das Höllenfeuer sehen. 7. Abermals wahrlich, ihr werdet es mit den Augen der Gewissheit sehen! 8. An diesem Tag werdet ihr dann gefragt werden, was ihr aus den Gaben des Lebens gemacht habt.

107. al-Maun

1. Hast du den gesehen, der das letzte Gericht leugnet? 2. Er ist es, der die Waise wegstößt, 3. und nicht zur Speisung des Armen anspornt. 4. Wehe denn den Betenden, 5. die in ihren Gebeten nachlässig sind, 6. die nur dabei gesehen werden wollen 7. und Hilfe Versagen.

109. al-Kafirun

1. Sprich: "O ihr Glaubensverweigerer! 2. Ich verehre nicht, was ihr verehrt, 3. und ihr seid nicht die Verehrer dessen, was ich verehre. 4. Und ich bin nicht der Verehrer dessen, was ihr verehrt habt, 5. und ihr seid nicht die Verehrer dessen, was ich verehre. 6. Ihr habt eure Religion und ich habe die meine."

112. al-Ikhlas

1. Sprich: "Er ist der Eine Gott, 2. Allah, der Absolute. 3. Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt, 4. Und es gibt keinen, der Ihm gleicht."

113. al-Falaq

1. Sprich: "Ich suche Zuflucht zum Herrn des Morgengrauens 2. Vor dem Übel dessen, was Er erschaffen hat, 3. Und vor dem Übel der Nacht, wenn sie sich verfinstert, 4. Und vor dem Übel der auf Knoten blasenden Magierinnen 5. Und vor dem Übel des Neiders, wenn er neidet."

114. an-Nas

1. Sprich: "Ich suche Zuflucht zum Herrn (Rabb) der Menschen, 2. Dem Herrscher der Menschen, 3. Dem Gott der Menschen, 4. Vor dem Übel des sich ein- und ausschleichenden Einflüsterers, 5. Der in die Herzen der Menschen einflüstert – 6. (Sei er) von den Dschinn oder den Menschen."

Hadith- Zitate

Ahadith aus dem Lehrplan für die Volksschule und Sonderschule

Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt:

„Es ist einem Menschen nicht erlaubt, dass er sich über drei Nächte von seinen Geschwistern fernhält, sie begegnen einander, und er wendet sich von diesem ab, und jener wendet sich von diesem ab. Und der Bessere der beiden ist der, welcher mit dem Friedensgruß beginnt.“ (Bukhari)

„Von den Menschen ist Allah am nächsten, wer zuerst mit dem Friedensgruß beginnt.“ (Abu Dawud)

„Das Bittgebet (Du´a) ist das Wesentliche der Ibada / des Gottesdienstes.“ (Tirmidhi)

„Wer Allah nicht um etwas bittet, dem lastet Er dies an!“ (Tirmidhi)

„Ihr (Kinder) gehört zu den Menschen, die ich am meisten liebe!“ (Bukhari)

"... und wer drei Töchter hat, und ihnen eine gute Erziehung gibt, sie mit Güte und Barmherzigkeit behandelt und für sie sorgt, für den hat Allah das Paradies bestimmt." Ein Mann fragte: "Allahs Gesandter, und bei zweien?" Er antwortete: "Und (auch) bei zweien", so dass der Mann fragte: "Und bei einer?" Er antwortete: "Und auch bei einer." (so und ähnlich bei Ahmad; Mischkat u.a.)

„O mein Söhnchen. Wenn du zu deiner Familie hereinkommst, grüße sie mit dem Friedensgruß. Darin ist Segen für dich und für die Leute deines Hauses.“ (Tirmidhi)

„Wer zu unseren Jungen nicht barmherzig ist und unsere Alten nicht ehrt, gehört nicht zu uns.“ (Abu Dawud, Tirmidhi)

„Aufrichtigkeit führt auf den Weg der Frömmigkeit, und die Frömmigkeit führt zum Paradies. Und der Mensch spricht solange die Wahrheit, bis er bei Allah als Siddiq (Aufrichtiger) beschrieben wird. Und die Lüge führt zu Ausschweifungen, und die Ausschweifungen führen zum Verderben. Und der Mensch lügt solange, bis er bei Allah als Lügner beschrieben wird.“ (Bukhari und Muslim)

„Die besten Taten sind: dass du deine Geschwister beschenkst oder eine Schuld von ihnen bezahlst oder ihnen (Brot) Nahrung gibst.“ (Albani)

„Wer einen Weg entlang zieht, auf ihm Wissen zu suchen, für den wird Allah einen Weg zum Paradiesgarten ebnen.“ (Muslim)

„Wer einen Buchstaben vom Buche Allahs liest, der bekommt dafür eine Hasana / Belohnung. Und jede Hasana wird mit dem Zehnfachen belohnt. Ich sage nicht, dass Alif-Lam-Mim (zusammen) einen Buchstaben bilden, sondern Alif ist ein Buchstabe, Mim ist ein Buchstabe und Lam ist ein Buchstabe.“ (Timidhi)

„Deine Liebe zu ihr (Sure Al-Ikhlas) lässt dich ins Paradies eintreten.“ (Muslim)

“Und bei Dem, in dessen Hand meine Seele ist (Allah) – sie (Sure Al-Ikhlas) gleicht einem Drittel des Qur’ans.“ (Bukhari)

“Die Engel wurden aus Licht erschaffen…“ (Muslim)

„Iman ist, an Allah zu glauben, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den Letzten Tag und der Vorherbestimmung in guten wie in schlechten Dingen.“ (Muslim)

„Der Segen des Essens liegt im Waschen (der Hände) davor und danach.“ (Salman, Abu Dawud)

„Wenn einer von euch isst, soll er den Namen Allahs, des Erhabenen, nennen, und wenn er es vergessen hat, am Anfang den Namen Allahs, des Erhabenen zu nennen, soll er sagen: Im Namen Allahs, am Anfang und am Ende.“ (Aischa, Abu Dawud, Tirmidhi)

„Preis sei Allah, Der uns gespeist und getränkt und uns zu Gottergebenen gemacht hat.“ (Tirmidhi) Weiterhin berichtete Jafar ibn Muhammad (r), dass Allahs Gesandter (a.s.) gesagt hat: „Nehmt die Mahlzeiten gemeinsam ein und nicht getrennt, denn der Segen ruht auf der Gemeinschaft.“ (Mischkat)

Umar bin Abi Salama berichtete: „Ich war ein Junge in der Obhut des Gesandten Allahs (a.s.) und meine Hand wanderte während des Essen ziellos auf dem Teller. Der Gesandte Allahs (a.s.) sagte dann zu mir: “Mein Junge, nenne den Namen Allahs, benutze deine Rechte beim Essen, und iss das, was gerade vor dir ist.“ (Bukhari)

„Der Mensch füllt kein schlechteres Gefäß als seinen Bauch. Einige Bissen genügen für die Kinder Adams, um ihren Rücken aufrecht zu halten. Aber wenn das nicht möglich ist, dann soll ein Drittel (des Magens) für sein Essen, ein Drittel für sein Trinken und ein Drittel für sein (freies) Atmen (vorbehalten sein).“ (Tirmidhi)

Ibn Abbas berichtete: Ich hörte Allahs Gesandten (a.s.) sagen: „Ein Gläubiger ist nicht jemand, der sich satt ist, während sein Nachbar an seiner Seite hungrig ist!“ (Baihaqi)

„Allah der Hocherhabene spricht: Ich bin mit dem Gedanken meines Dieners an Mich, und Ich bin mit Ihm, wenn er Meiner gedenkt… “ (Bukhari, Muslim u.a.)

Abu Huraira (r) berichtete: „Ein Mann kam zum Gesandten Allahs (a.s.) und fragte: „O Gesandter Allahs, wer hat am meisten Anspruch auf meine gute Begleitung und Betreuung?“ Er (a.s.) sagte: „Deine Mutter!“ (…) (Bukhari)

„Ein Vater kann seinen Kindern nichts Besseres geben als eine gute Erziehung.“ (Mischkat)

„Wer eine Tochter hat und (….) sie nicht missachtet und ihr seine Söhne nicht vorzieht, den lässt Allah in das Paradies eintreten.“ (Abu Dawud)

Abdullah bin Dschafar (r) sagte: Allahs Gesandter (a.s.) ließ mich eines Tages hinter sich aufsitzen, und er vertraute mir etwas an, das ich nicht einmal anderen Menschen berichten sollte, und das liebste, hinter dem Allahs Gesandter (a.s.) sich bei seinem Bedürfnis verbarg, war ein Erdhügel oder Palmendickicht. Er sagte: Da betrat er die Einfriedung von einem Mann von den Ansar, und da war ein Kamel, und als es den Propheten (a.s.) sah, schrie es und seine Augen tränten. Da kam der Prophet (a.s.) und strich über seinen Hinterkopf. Da wurde es still. Da sagte er: „Wer ist der Herr dieses Kamels? Wem gehört dieses Kamel?“ Da kam ein junger Mann von den Ansar und sagte: Mir, o Gesandter Allahs! Da sagte er: „Fürchtest du nicht Allah wegen dieses Tieres, von dem Allah dich zum Besitzer gemacht hat? Es hat sich bei mir beklagt, dass du es hungern lässt und es überanstrengst.“ (Abu Dawud)

Der Prophet (a.s.) wurde gefragt: „O Gesandter Allahs, wird auch die Fürsorge für Tiere belohnt?“ Er sagte: „(Belohnung gibt es für die Fürsorge eines) jeden Geschöpfes, das atmet!“ (Bukhari, Muslim)

„O Aischa, Allah ist gewiss sanft und liebt die Sanftheit. Und Er gibt für die Sanftheit was Er für die Gewalt nicht gibt...“ (Muslim)

Abu Fasila (r) berichtete: Ich fragte Allahs Gesandten (a.s.) und sagte: „Allahs Gesandter, ist es falsches Zusammenhalten wenn einer sein Volk liebt?“ Er antwortete: „Nein, aber falsches Zusammenhalten ist, wenn einer sein Volk im Unrecht unterstützt!“ (Mischkat)

„Gehorsam ist nur in dem, was gut ist.“ (Bukhari)

„(…) Wer einen Weg entlang zieht, auf ihm Wissen zu suchen, für den wird Allah einen Weg zum Paradiesgarten ebenen. Kein Volk versammelt sich in einem der Häuser Allahs, wo sie das Buch Allahs vortragen und es miteinander genau studieren, ohne dass auf sie eine innere Ruhe herabsteigt, das Erbarmen sie umschließt, die Engel sie umgeben, und Allah sie denen gegenüber erwähnt, die bei Ihm sind. Wer durch seine Taten nicht behindert ist, wird durch seine Herkunft nicht beschleunigt.“ (Muslim)

„Allah, der Mächtige und Erhabene, wird am Tag der Auferstehung sagen: O Kind Adams, Ich habe dich um Speise gebeten, doch du hast Mich nicht gespeist.“ Der Mensch wird sagen: „O Herr, wie kann ich Dich speisen, wo Du doch der Herr der Welten bist!“ Er wird sagen: „Wusstest du nicht, dass einer Meiner Diener dich um Speise bat, doch du hast ihn nicht gespeist? Und wusstest du nicht, dass, wenn du ihn gespeist hättest, du den Lohn für diese Speise hier bei Mir gefunden hättest? O Sohn Adams, Ich habe dich um Trank gebeten, doch du hast Mich nicht getränkt.“ (Der Mensch) wird sagten: „O Herr, wie kann ich Dich tränken, wo Du doch der Herr der Welten bist!“ Er wird sagen: „Einer Meiner Knechte hat dich um Trank gebeten, doch du hast ihn nicht getränkt. Wenn du ihn aber getränkt hättest, so würdest du (den Lohn dafür) bei Mir finden.“ (Muslim)

„Ihr Menschen: euer Gott ist ein Gott und euer Vater ist ein Vater: also gibt es keinen Vorzug eines Arabers gegenüber einem Nichtaraber, und keinen Vorzug eines Nichtarabers gegenüber einem Araber.“ (Baihaqi)

„Wenn Allah einen Seiner Diener liebt, ruft Er Gabriel zu: „Wahrlich, Allah liebt den Soundso; also liebe ihn auch!“ Dann liebt ihn Gabriel. Darauf ruft Gabriel unter den Bewohnern des Himmels aus: „Wahrlich, Allah liebt Soundso, also liebt ihr ihn auch!“ Dann lieben ihn die Bewohner des Himmels. Abschließend wird für ihn bestimmt, dass er auf der Erde immer geliebt wird.“ (Abu Huraira, Bukhari)

„Allah, hocherhaben ist Er, sagte: “Ich erfülle die guten Erwartungen, die Mein Diener in sich über Mich hat; und Ich bin mit ihm, wenn er Meiner gedenkt: Wenn er Meiner in seinem Herzen gedenkt, dann gedenke auch Ich seiner bei Mir Selbst. Und wenn er Meiner in einer Versammlung gedenkt, so gedenke auch Ich seiner in einer Versammlung, die besser ist als jene. Und wenn er Mir um eine Handspanne entgegenkommt, dann komme Ich ihm eine Elle entgegen. Und wenn er Mir um eine Elle entgegenkommt, dann komme Ich ihm zwei Armlängen entgegen. Und wenn er auf Mich schreitend zukommt, dann komme Ich eilend zu ihm.“ (Abu Huraira, Bukhari)

„Das Gebet in der Gemeinschaft ist siebenundzwanzigmal besser als das individuelle Gebet.“ (Bukhari)

„Allah sagte: "Ich habe das Gebet in zwei gleiche Teile geteilt. Die eine Hälfte ist für Mich und die andere ist für Meine Diener. Und Meinen Dienern gebührt, worum sie bitten. (…)." (Muslim)

„Zwei Eigenschaften dürfen sich nicht bei einem gläubigen Menschen finden: Geiz und schlechter Charakter!“ (Tabari)

„Wer sich ernsthaft um Geduld bemüht, dem gibt Allah Geduld, und niemandem wird Besseres und Umfangreicheres gewährt als Geduld.“ (Bukhari, Muslim)

„Es gehört zum Glück des Kindes Adams, dass es zufrieden ist mit dem, was Allah ihm bestimmt hat, und es gehört zum Unglück des Kindes Adams, dass es ablässt, Gutes von Allah zu erbitten, und es gehört zum Unglück des Kindes Adams, dass er hadert mit dem, was Allah ihm bestimmt hat. (Tirmidhi)

„Seht auf den, der unter euch ist (und weniger Möglichkeiten hat) und nicht auf den, der über euch ist, denn das ist geeigneter, damit ihr nicht Allahs Gnade (an euch) gering schätzt.“ (Muslim)

„Wer sich wünscht, dass Allah und Sein Gesandter ihn lieben, der soll die Wahrheit sagen, wenn er spricht, der soll zurückgeben, was ihm anvertraut wurde, und der soll seine Nachbarn gut behandeln.“ (Mischkat)

Von Abul-Abbas Sahli ibnu Sad al-Sa´idi (r), der gesagt hat: Ein Mann kam zum Propheten (a.s.) und sagte: O Gesandter Allahs, nenne mir ein Werk (für das), wenn ich es vollbringe, mich Allah und die Menschen lieben! Er sagte: „Entsage der Welt, dann liebt dich Allah, und entsage dem, was den Menschen gehört, dann lieben dich die Menschen.“ (Hassn: Ibn Madja)

Abdullah ibn Masud (r) sagte: Ein Mann kam zu Allahs Gesandtem (a.s.) und sagte: O Allahs Gesandter, was sagst du über einen Mann, der Leute liebt, aber er erreicht sie nicht? Da sagte Allahs Gesandter (a.s.): „Der Mensch ist mit dem, den er liebt!“ (Bukhari)

„Wer nicht barmherzig ist, dem wird Barmherzigkeit nicht zuteil.“ (Bukhari)

Al-Aswad berichtete, dass er Aischa fragte: „Was pflegte der Prophet, Allahs Segen und Friede auf ihm, zu Hause zu tun?“ Sie antwortete:“ Er beschäftigte sich mit dem Anliegen seiner Familie, (d.h. er stellte sich in ihren Dienst,) und wenn es mit dem Gebet soweit war, begab er sich zum Gebet.“ (Bukhari)

Aischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, berichtete über den Propheten (a.s.): „Er nähte sein Gewand und seine Schuhe/Sandalen, und tat das (vom Haushalt), was die Männer in ihren Häusern taten.“ (Sahih Albani)

„Zum guten Islam eines Menschen gehört zu lassen, was ihn nicht angeht.“ (Hasan: Tirmidhi u.a.)

„Keiner von euch ist gläubig, bis er für seine Geschwister wünscht, was er für sich selbst wünscht.“ (Bukhari, Muslim)

„Wer sich selbst vor Allah erniedrigt, den erhöht Allah, und obwohl er sich selbst als gering ansieht, halten ihn die Menschen für bedeutend, und wer sich angeberisch hervortut, den erniedrigt Allah, und die Menschen sehen ihn als gering an, obwohl er sich selbst für bedeutend hält, bis er ihnen verächtlicher ist als Hund und Schwein.“ (Mischkat)

„Hütet euch vor Neid, denn der Neid frisst die guten Taten auf wie das Feuer den Brennstoff auffrisst.“ (Abu Dawud)

„Drei Dinge gehören zum guten Wesen des Glaubens: dass man, wenn man zornig ist, sich nicht fehlleiten lässt, dass man, wenn man mit jemandem zufrieden ist, sich nicht vom Recht abbringen lässt, und dass man, wenn man Macht hat, sich nicht aneignet, was einem nicht zusteht.“ (Mischkat)

„Sei dir Allahs bewusst, wo immer du bist und lasse der bösen Tat die gute Tat folgen, sie damit auszulöschen, und begegne den Menschen mit gutem Wesen.“ (Hasan Sahih: Tirmidhi)

Von Abu Amr – Sufyan ibn Abdullah (r), der gesagt hat: Ich sprach: „O Gesandter Allahs, sage mir ein Wort über den Islam, das ich von keinem anderen als dir erfragen kann.“ Er sagte: “Sprich: Ich glaube an Allah, den einzigen Gott – dann stehe dazu!“ (Muslim)

„Stehe deinem Bruder bei, ob er Unrecht tut oder ihm Unrecht geschieht.“ Jemand fragte: „O Gesandter Allahs, gewiss stehe ich ihm bei, wenn ihm Unrecht geschieht, aber wie soll ich ihm beistehen, wo er im Unrecht ist?“ Der Prophet sagte: „Verwehre ihm das Unrecht. Das ist dein Beistand für ihn!“ (Bukhari, Muslim)

„Tugendhaftigkeit ist Schönheit des Charakters, und Sünde ist, was in deiner Seele webt, und du möchtest nicht, dass die Menschen davon erfahren.“ (Muslim)

Und nach Wabisa ibn Ma´bad (r), der gesagt hat: Ich kam zu Allahs Gesandtem (a.s.), und er sagte: „Du bist gekommen, nach der Tugendhaftigkeit zu fragen?“ Ich sagte: „Ja“. Er sagte: „Befrage dein Herz. Rechtschaffenheit ist das, worüber die Seele und das Herz besänftigt und beruhigt sind. Und Sünde ist, was in der Seele webt und in der Brust widerhallt, selbst wenn die Menschen dir wieder und wieder einen guten Bescheid darüber gegeben haben (d.h. selbst wenn die Menschen es gutgeheißen haben).“ (Hasan: Ahmad bin Hanbal und Darimi)

„Wer es einem Menschen in Bedrängnis erleichtert, dem wird es Allah in dieser Welt und im Jenseits erleichtern“ (Muslim)

„Allah der Erhabene hat gesagt: O Sohn Adams, so lange du Mich anflehst und auf Mich hoffst, vergebe Ich dir, was von dir ist und beachte es nicht. O Sohn Adams, wenn auch deine Missetaten bis zu den Wolken des Himmels reichten, und du Mich um Verzeihung bittest, so vergebe Ich dir. O Sohn Adams, wenn du Mir Sünden brächtest, nahezu gleich der gesamten Erde, und du Mir nichts beigesellst, würde Ich dir gewiss nahezu gleichermaßen Verzeihung entgegen bringen.“ (Hasan Sahih: Tirmidhi)

Ahadith aus dem Lehrplan für berufsbildende Pflichtschulen, berufsbildende mittlere und höhere Schulen und Anstalten der Lehrer und Erzieherbildung

Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt:

„Wohltätigkeit vermindert keinesfalls den eigenen Reichtum…“ (Muslim)

Die beste Wohltätigkeit: „Zu spenden, während du gesund bist und begierig, reich zu sein und ängstlich, zu verarmen. Verzögere das Spenden nicht, bis du auf dem Totenbett liegst…. (Bukhari, Muslim)

„Allah sagt: Alle Taten der Kinder Adams sind für sie, mit Ausnahme des Fastens, das für Mich ist, und Ich werde den Lohn dafür geben.“ (Bukhari, Muslim)

„Wer um Allahs Willen die Pilgerfahrt vollzieht und dabei keine ungehörigen Reden hält und nicht frevelt, der kehrt so zurück wie am Tag, da ihn seine Mutter geboren hat.“ (Bukhari, Muslim, Tirmidhi, Nasa’i)

„Habt ihr denn nicht gehört?! Bescheidenheit und Enthaltsamkeit gehören zum Glauben.“ (Abu Dawud)

„Wahrer Reichtum ist nicht Reichtum an Besitz, sondern wahrer Reichtum ist im Herzen.“ (Bukhari und Muslim)

„Wer auch immer von euch (morgens) seelisch und körperlich gesund aufwacht, und dessen Lebensunterhalt für diesen Tag gesichert ist, ist so, als wenn er im Besitz der ganzen Welt wäre.“ (Tirmidhi)

„Wer den Menschen nicht dankt, dankt auch Allah, dem Erhabenen, nicht…“ (Abu Dawud)

„Wer sich geduldig verhält, dem gibt Allah Kraft. Keinem wird etwas Besseres und Reichlicheres gegeben als die Geduld.“

„Alle berauschenden Dinge sind haram.“ (Muslim)

„Scharfsinnig ist derjenige, der sich selbst kritisch betrachtet….“ (Tirmidhi)

„Wahrlich, die Taten sind den Absichten entsprechend. Jedem wird das, was er beabsichtigt, zugeschrieben…“ (Bukhari)

„Dieser Glaube ist gewiss einfach. Kein Mensch soll sich in Extremen verlieren, was die Angelegenheiten des Glaubens betrifft…“ (Bukhari)

„Wer Getreide für 40 Tage hortet, um einen höheren Preis zu erzielen, den weist Allah von sich.“; „Keiner hält Ware zurück, außer er ist ein Sünder.“; „Die Muslime sind Teilhaber an drei Dingen: Wasser, Weideland und Feuer.“ (Ibn Madscha)

„….Und fürchte die Klage des ungerecht behandelten Menschen, denn es gibt zwischen ihm und Allah keine Trennwand.“ (Bukhari und Muslim);

„Hilf deinem Bruder, gleich ob er ein Unterdrücker ist oder unterdrückt wird…..Hindere ihn, Unrecht zu tun, denn ihn daran zu hindern, ist eine Hilfe für ihn.“ (Bukhari)

„Wer von euch etwas Übles sieht, soll es mit eigener Hand ändern, und wenn er dies nicht vermag, soll er es mit seiner Zunge verändern, und wenn er dies nicht kann, dann mit seinem Herzen, und dies ist die schwächste Form des Glaubens.“ (Muslim)

„Jedem, der die Mängel eines anderen in dieser Welt bedeckt, werden von Allah am Tag des Gerichts seine Mängel bedeckt werden.“ (Muslim)

„Soll ich euch von etwas Vorzüglicherem als Fasten, Zakat und Gebet berichten? ... Das ist, zwischen den Leuten Streit zu schlichten, denn die Leute zum Streit zu verleiten ist wie ein Rasiermesser. Und ich meine nicht, dass es das Haar abrasiert, sondern die Religion.“ (Tirmidhi u.a.)

„Wer sparsam ist, den macht Allah reich; wer verschwendet, den macht Allah arm; wer sich bescheiden verhält, den erhöht Allah, wer sich arrogant gebärdet, den erniedrigt Allah.“

„Wer an Allah und den jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen.“ (Muslim)

Wer die Verwandtschaftsbande pflegt, ist nicht einer, der lediglich etwas vergilt, sondern derjenige, der solche Bande zusammenbringt, wenn andere sie getrennt haben.“ (Bukhari)

„Habt ihr nicht gehört, dass ich den verflucht habe, der ein Tier im Gesicht brandmarkt oder es ins Gesicht schlägt?“ (Abu Dawud, Tirmidhi)

„Jeder von euch ist ein Hirte und jeder ist für die ihm Anvertrauten verantwortlich.“ (Bukhari, Muslim)

„Seid euch Allahs bewusst und behandelt eure Kinder gerecht.“ (Bukhari, Muslim)

Wenn der Mensch stirbt, hört sein Werk auf Erden außer in drei Fällen auf: Anhaltende Wohltätigkeit, nutzbringendes Wissen und aufrichtige Nachkommen, die für ihn beten.” (Muslim)

„Der Berater soll unbedingt zuverlässig sein.“ (Tirmidhi)

Ein Mädchen kam zum Propheten (a.s.) und berichtete ihm, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen an ihren Vetter verheiratet habe. Daraufhin überließ der Prophet ihr die Sache. Sie sagte dann: „Ich bin damit einverstanden…, aber ich wollte es den Frauen bekannt werden lassen, dass Väter in dieser Sache nicht die Entscheidung haben.“ (Ibn Madscha)

Abdullah ibn Amr sagte: „Lebe für das Diesseits, als würdest du ewig leben, und lebe für das Jenseits, als würdest du morgen sterben.“ (al-Haithami)

„Das Paradies liegt unter den Füßen der Mütter.“ (Ibn Madscha)

„Wer möchte, dass sein Vermögen vermehrt wird …, der soll seine Familienbande stärken.“ (Bukhari, Muslim)

„Allah ist schön und Er liebt das Schöne.“ (Bukhari, Muslim)

„Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinen Gast ehren, wie es ihm zusteht….“ (Bukhari, Muslim)

„Schon seltsam / wunderbar ist die Sache des Gläubigen, jede Angelegenheit ist für ihn gut. Und das betrifft nur den Gläubigen. Wenn ihn etwas Gutes trifft, so ist er dankbar und somit ist das gut für ihn. Trifft ihn etwas Schlechtes, so bleibt er geduldig und somit ist auch das gut für ihn.“ (Muslim)

„Keiner von euch ist gläubig, bis er für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht.“ (Bukhari, Muslim)

„Einmal kam ein Begräbniszug beim Propheten (a.s.) vorüber und er stand auf. Jemand bemerkte: „O Allahs Gesandter, es ist das Begräbnis eines Juden.“ Der Prophet (a.s.) antwortete: „Ist es nicht auch eine Seele?!“ (Bukhari)

„Für jede Sorge, Krankheit, Leid, Bekümmernis, Verletzung oder Gram, die einen Muslim plagt, sogar für den Stich eines Dorns, nimmt Allah etwas von seinen Sünden fort.“ (Bukhari und Muslim)

„O mein Allah (Allahumma), ich suche Zuflucht bei dir vor Unfähigkeit, Faulheit, Feigheit, Geiz…“ (Muslim)

„Wem seine zwei Tage gleich blieben, der ist wahrlich im Verlust.“ (Daylami, al Firdaws)

Ahadith aus dem Lehrplan für Hauptschulen, die Volksschuloberstufe, polytechnische Schulen und allgemein bildende höhere Schulen

Allahs Gesandter (a.s.) hat gesagt:

„Der Schlüssel zum Paradies ist das Gebet, und der Schlüssel zum Gebet ist die Reinigung!“ (Ahmad)

„Wer sinnlos einen Baum fällt, den bestraft Allah dafür streng.“ (Abu Dawud)

„Der hat keinen Glauben, dem man nichts anvertrauen kann!“ (Bukhari)

„Verursache keinen Schaden und lasse keinen Schaden zu!“

„Kein Muslim pflanzt eine Pflanze oder sät Samen aus, und es isst davon ein Mensch oder ein Tier, ohne dass er dafür Sadaqah bekommt.“ (Ahmad)

Der Prophet (a.s.) wurde gefragt: „Kann man denn beim Wasserverbrauch verschwenden?“ Er (a.s.) antwortete: „Ja, selbst wenn du bei einem fließenden Fluss Wudhu machst!“ (Ibn Madscha)

„Stark ist nicht der Gewalttätige, sondern stark ist, wer sich im Zorn beherrscht.“ (Muslim, Bukhari)

„Wenn einer von euch erzürnt, soll er schweigen.“ (Ahmad bin Hanbal)

„Muslim ist, vor dessen Zunge und Hand die Menschen sicher sind ...“ Tirmidhi, Nasa´i)

„Der Beste von euch ist der, der den Menschen am Nützlichsten ist.“

Der Mu´min ist für den Mu´min wie ein Gebäude, dessen ein Teil den anderen stützt. (Bukhari, Muslim)

„Das Stehen im Gebet in der Nacht ist euch vorgeschrieben ….“ (Tirmidhi)

„Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll Gutes sprechen oder schweigen.“ (Bukhari, Muslim)

„Soll ich euch nicht über etwas berichten, dass besser ist als die Stufe des Gebetes, des Fastens und der Sadaqah?“ Sie sprachen: „Doch, Allahs Gesandter.“ Er sagte: „Zwischen zwei Menschen Frieden schließen.“ (Tirmidhi)

„Wer eine Tochter hat (…) sie nicht missachtet und ihr seine Söhne nicht vorzieht, den lässt Allah in das Paradies eintreten.“ (Ibn Abbas, Abu Dawud)

„Niemand nimmt bessere Nahrung zu sich als die, die er durch seiner Hände Arbeit erworben hat. Der Prophet David – Friede sei mit ihm – ernährte sich von seiner Hände Arbeit.“ (Bukhari)

„O mein Allah (Allahumma), ich nehme Zuflucht bei Dir vor Unfähigkeit, Faulheit, Feigheit, Geiz…“ (Muslim)

„Wem seine zwei Tage gleich blieben, der ist wahrlich im Verlust.“ (Daylami, al Firdaws)

„Zu denen, die vor Allah am Jüngsten Tag den schlechtesten Stand haben gehört ein Mann, der mit seiner Frau schläft und sie mit ihm und er verbreitet ihr Geheimnis.“ (Bukhari)

„Ein Mädchen kam zum Propheten (a.s.) und berichtete ihm, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen an ihren Vetter verheiratet habe. Daraufhin überließ der Prophet ihr die Sache. Sie sagte dann: „Ich bin damit einverstanden… aber ich wollte es den Frauen bekannt werden lassen, dass Väter in dieser Sache nicht die Entscheidungsmacht haben.“ (Ibn Madscha)

Es berichtete Khansa´, dass ihr Vater sie gegen ihren Willen verheiratet habe, woraufhin der Gesandte Allahs (a.s.) die Ehe für ungültig erklärte. (Bukhari)

„Verrichte deine Werke in Ikhlaş (aufrichtiger Ergebenheit) und es werden dir wenige Werke (von dieser Art) ausreichen.“ (Ad-Dailamiy)

„Bitte Allah um das absolute Vertrauen und Seinen Schutz. Denn es wird keinem Menschen etwas Besseres gegeben – nach dem absoluten Vertrauen – außer Seinem Schutz.“ (`Sahih al-Dschami،)

„Bewahre Allah, dann wird Allah dich bewahren. Bewahre Allah, und du wirst Ihn immer bei dir finden….“ (Tirmidhi, Ahmad)

„Allah spricht: (…) Doch Mein Diener hört nicht auf, sich Mir durch freiwilliges Tun zu nähern, bis Ich ihn dafür liebe. Und wenn Ich ihn liebe, dann bin Ich sein Ohr, mit dem er hört, und sein Auge, mit der er sieht, und seine Hand, mit der er etwas ergreift und sein Fuß, mit dem er geht.“ (Bukhari)

Es gibt vier Eigenschaften, wenn du darüber verfügst, soll dich nicht kümmern, was dir von dieser Welt entgeht: Anvertrautes zu bewahren, die Wahrheit zu sprechen, von guter Wesensart zu sein und einen ehrlichen Lebensunterhalt zu haben. (Mischkat)

„Die Muslime halten ihre Verträge ein!“ (Bukhari)

„Derjenige ist kein Gläubiger, der sich satt isst, während sein Nachbar neben ihm hungrig ist.“ (Bukhari, Muslim)

„Dschibril (Gabriel) hat mir so lange den Nachbarn ans Herz gelegt, bis ich meinte, er würde ihn zum Erben ernennen.“ (Bukhari)

Ein Mann sagte (einmal): „Allahs Gesandter, eine gewisse Frau verrichtet viele Gebete, fastet viel und gibt viel Sadaqah, aber sie verletzt ihre Nachbarn mit (der Rede) ihrer Zunge.“ Er sagte: „Sie wird in die Hölle eingehen!“ Der Mann sagte: „Allahs Gesandter, eine andere Frau fastet wenig, gibt wenig Sadaqah und betet wenig und gibt nur ein wenig Käse als Sadaqah, aber sie verletzt ihre Nachbarn nicht mit (der Rede) ihrer Zunge.“ Er sagte: „Sie wird ins Paradies eingehen!“ (Mischkat)

„Jedes Kind wird mit der natürlichen Veranlagung (zum rechten Weg) geboren. Und seine Eltern machen aus ihm…“ (Bukhari, Muslim, Abu Dawud, Tirmidhi)

„Das Fasten ist ein Schutz. So soll der (der fastet) keine unzüchtigen Reden führen und sich nicht töricht verhalten, und wenn jemand ihn bekämpft oder beschimpft, soll er zweimal sagen: Ich faste!“ (Bukhari)

Der Prophet (a.s.) schickte Muadh Ibn Dschabal als Gesandten in den Jemen und fragte ihn: „Worauf wird dein Urteil gründen?“ – „Es wird auf dem Buche Allahs gründen“, antwortete Muadh, „Und wenn du darin nichts Entsprechendes findest?“ „Dann wird es auf der Sunna des Gesandten gründen.“ „Und wenn du dort nichts findest?“ „Dann werde ich mich mit aller Kraft bemühen, mir ein eigenes Urteil zu bilden.“ Daraufhin antwortete der Prophet (a.s.): „Gelobt sein Allah, Der den Beauftragten Seines Propheten so geleitet hat, dass es Seinem Propheten wohl gefällt!“ (Abu Dawoud, schwach in der Überlieferungskette, aber inhaltlich korrekt)

„Wenn jemand einen Weg einschlägt, um größeres Wissen zu erwerben, wird Allah ihm den Weg ins Paradies erleichtern.“ (Muslim)

„Die Besten von euch sind die mit dem besten Benehmen!“ (Bukhari, Muslim)

„Wer aufbricht, um eine Wissenschaft zu erlernen, ist auf dem Wege Allahs bis zu seiner Rückkehr.“ (Tirmidhi)

„Mit dem Tode eines Menschen vergehen seine Werke, mit Ausnahme von dreien: eine Spende, deren wohltuende Folgen andauern; Wissen, das Nutzen bringt; und ein Kind, das für ihn Allah anruft…“ (Muslim)

„Das Gleichnis der Rechtleitung und des Wissens, mit denen Allah der Allmächtige und Erhabene mich entsandt hat, ist wie ein reichlicher Regen, der auf ein Gebiet niederging: Der fruchtbare Teil des Erdbodens nahm das Wasser auf und brachte eine Menge an Pflanzen und Gras hervor…“

Muadh berichtete: Das letzte, was mir Allahs Gesandter auftrug, als ich meine Füße schon in die Steigbügel gesetzt hatte, war: „Muadh, zeige Anstand und guten Charakter im Umgang mit den Menschen.“ (Muwatta)

„Die Fanatiker werden zugrunde gehen!“ (Muslim, Ahmad u.a.)

„Sprich: Ich glaube an Allah, dann stehe dazu!“ (Muslim, Ahmad u.a.)

„Der Glaube besteht aus mehr als 70 Zweigen… Der hervorragendste davon ist das Zeugnis: Es gibt keine Gottheit außer Allah, und der geringste davon ist, ein Hindernis vom Weg zu entfernen. Auch das Schamgefühl ist ein Zweig des Glaubens.“ (Abu Huraira, Bukhari, Muslim)

„Wahrlich, die Taten sind entsprechend den Absichten, und jedem Menschen steht das zu, was er beabsichtigt hat.“ (Bukhari, Muslim)

„Sei nicht pessimistisch – und mir gefallen der Optimismus und ein gutes, hoffnungsvolles Wort.“ (Bukhari, Muslim)