Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Brau- und Getränketechnik-Ausbildungsordnung, Fassung vom 09.12.2019

§ 0

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Berufsausbildung im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik (Brau- und Getränketechnik-Ausbildungsordnung)
StF: BGBl. II Nr. 479/2005

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund der §§ 8 und 24 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 79/2003, wird verordnet:

§ 1

Text

Lehrberuf Brau- und Getränketechnik

 

§ 1. (1) Der Lehrberuf Brau- und Getränketechnik ist mit einer Lehrzeit von drei Jahren eingerichtet.

(2) In den Lehrverträgen, Lehrzeugnissen, Lehrabschlussprüfungszeugnissen und Lehrbriefen ist der Lehrberuf in der dem Geschlecht des Lehrlings entsprechenden Form (Brau- und Getränketechniker oder Brau- und Getränketechnikerin) zu bezeichnen.

§ 2

Text

Berufsprofil

 

§ 2. Durch die Berufsausbildung im Lehrbetrieb und in der Berufsschule soll der im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik ausgebildete Lehrling befähigt werden, die nachfolgenden Tätigkeiten fachgerecht, selbstständig und eigenverantwortlich auszuführen:

1.

Technische Unterlagen lesen und anwenden,

2.

Arbeitsschritte, Arbeitsmittel und Arbeitsmethoden festlegen,

3.

Arbeitsabläufe planen und steuern, Arbeitsergebnisse beurteilen,

4.

Arbeiten unter Berücksichtigung der einschlägigen Sicherheitsvorschriften, Hygienevorschriften, Normen und Umweltstandards ausführen,

5.

Rohstoffe beurteilen, auswählen, vorbereiten, aufbereiten und lagern,

6.

Geräte, Apparate, Produktionsanlagen und Abfüllanlagen zur Getränkeherstellung bedienen, steuern, regeln und überwachen,

7.

Getränke unter Anwendung von Vorschriften herstellen,

8.

Produktqualität überwachen und sicherstellen sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung durchführen,

9.

Geräte, Maschinen und Anlagen warten sowie einfache Instandhaltungsarbeiten durchführen,

10.

Berechnungen physikalischer und chemischer Natur durchführen,

11.

Technische Daten über den Arbeitsablauf und die Arbeitsergebnisse erfassen und dokumentieren.

§ 3

Text

Berufsbild

 

§ 3. (1) Für die Ausbildung im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik wird folgendes Berufsbild festgelegt; Die angeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sind spätestens in dem jeweils angeführten Lehrjahr beginnend derart zu vermitteln, dass der Lehrling zur Ausübung qualifizierter Tätigkeiten im Sinne des Berufsprofils befähigt wird, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen, Kontrollieren und Optimieren einschließt.

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Pos.       1. Lehrjahr       2. Lehrjahr       3. Lehrjahr

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  1.      Handhaben und Instandhalten der zu verwendenden Werkzeuge,

             Geräte, Maschinen, Vorrichtungen, Einrichtungen und

                             Arbeitsbehelfe

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  2.            Kenntnis der Werkstoffe und Hilfsstoffe, ihrer

                  Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten

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  3.      Kenntnis der ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes

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  4.      Kenntnis der

          Betriebs- und            -                 -

          Rechtsform des

          Lehrbetriebes

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  5.      Kenntnis des organisatorischen

           Aufbaus und der Aufgaben und              -

          Zuständigkeiten der einzelnen

                Betriebsbereiche

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  6.       Kenntnis der Arbeitsorganisation, Arbeitsplanung und

                            Arbeitsgestaltung

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  7.      Grundkenntnisse       Kenntnis und Mitarbeit bei der

           der Arbeits-              Arbeitsplanung, der

           vorbereitung          Produktionsplanung sowie der

                                   Betriebsdatenerfassung

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  8.      Einführung in       Kenntnis der Marktposition und des

           die Aufgaben,      des Kundenkreises des Lehrbetriebs

               die

          Branchenstellung

          und das Angebot

          des Lehrbetriebs

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  9.      Grundkenntnisse      Kenntnis der berufsspezifischen

          der allgemeinen,    allgemeinen und organischen Chemie

           anorganischen

          und organischen

              Chemie

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10.      Kenntnis der berufsspezifischen

          Physik wie zB Mechanik, Kalorik            -

               und Elektrotechnik

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11.         Kenntnis und Anwendung der

          berufsspezifischen Mathematik wie

               zB Mischungsrechnungen,

                Rezepturberechnungen,                -

              Ausbeuteberechnungen und

                 Umsatzberechnungen

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12.      Grundkenntnisse      Durchführen betriebsspezifischer

            der berufs-         chemischer, physikalischer und

           spezifischen           mikrobiologischer Mess- und

          chemischen und                Prüfverfahren

          physikalischen

             Mess- und

           Prüfverfahren

             sowie von

           mikrobiologi-

              schen

           Arbeitsweisen

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13.                              Protokollierung und grafische

                                Auswertung von Arbeitsergebnissen

                 -             sowie deren Dokumentation auch unter

                              Anwendung der betriebsspezifischen EDV

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14.                        Grundkenntnisse    Kenntnis der Wasser-

                             des Rohstoffes   aufbereitungsverfahren

                               Wasser (zB     (Wasserenthärtung und

                             Inhaltsstoffe,   Wasserentkeimung) und

                             Wasserhärte und      Bedienen der

                              ihre Bedeutung  betriebsspezifischen

                                 für die       Wasseraufbereitungs-

                 -              Getränke-           anlagen

                               herstellung),

                              Aufbereitungs-

                                verfahren,

                            Anforderungen an

                              Trinkwasser,

                             Analysemethoden

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15.         Kenntnis der Verfahren zur Getränkeherstellung (Bier,

                  Limonade, Fruchtsäfte und Mineralwässer)

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16.         Kenntnis der Förderung und Lagerung von Feststoffen,

                Flüssigkeiten und Gasen sowie Umgang mit den

             betriebsspezifischen Förder- und Lagereinrichtungen

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17.                         Kenntnis der Anlagen zur Erzeugung von

                            Energieträgern (wie zB Druckluft, Dampf,

                 -                 Kälte) sowie Umgang mit

                             betriebsspezifischen Energieträgern

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18.                        Lesen von technischen Zeichnungen wie zB

                 -                Verfahrensschaubildern,

                              Verrohrungsplänen und Schaltplänen

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19.      Grundkenntnisse      Bedienen und Überwachen von Mess-,

            der Mess-,         Steuer- und Regelungseinrichtungen

           Steuer- und

          Regelungstechnik

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20.                                            Kenntnis des

                                               Kreislaufes von

                 -                 -          Mehrweggebinden und

                                               deren Reinigung

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21.      Kenntnis der Anlagen zur Abfüllung  Kenntnis der Anlagen

             von Getränken in Glas- bzw.        zur Abfüllung von

              Kunststoffflaschen, Dosen,       Getränken in Kegs,

              Weichpackungen und anderen       Reinigung von Kegs

                Verpackungen sowie der         sowie Lagerung und

               Verschlussmöglichkeiten,            Transport

            Haltbarmachung, Endverpackung,

                Lagerung und Transport

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22.      Umgang mit den betriebsspezifischen Anlagen zur Abfüllung

            bzw. Reinigung von Getränkegebinden sowie der Lagerung

                           von Getränkegebinden

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23.        Kenntnis der          Anwenden der betriebsspezifischen

          Vorschriften zur           Maßnahmen zur Personal- und

            Personal- und        Betriebshygiene (Hygieneverordnung)

           Betriebshygiene      unter Beachtung der vorgeschriebenen

              (Hygiene-              Anwendungsrichtlinien und

             verordnung)           Schutzmaßnahmen im Umgang mit

               und der          Reinigungs- und Desinfektionsmitteln

          Wichtigkeit von

          Hygienemaßnahmen

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24.       Grundkenntnisse          Kenntnis und Anwendung des

            der Qualitäts-             betriebsspezifischen

            sicherung und              Qualitätsmanagements

              Qualitäts-        einschließlich Dokumentation (HACCP)

              kontrolle

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25.           Kenntnis und Anwendung der berufsspezifischen

                      Rechtsvorschriften und Normen

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26.         Kenntnis der Rohstoffe (zB Getreide, Malz, Hopfen,

             einheimische und exotische Früchte, Gemüse), ihrer

           Gewinnung, Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten

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27.         Kenntnis der

            Einteilung der

             Getränke (zB

              Fruchtsäfte,         -                 -

                Nektare,

               Limonaden,

              Biersorten,

               Biermisch-

                getränke)

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28.        Mitarbeit bei           Auswahl, Annahme, Prüfung auf

             der Auswahl,         Verwendbarkeit und Lagerung der

          Annahme, Prüfung                  Rohstoffe

                auf

           Verwendbarkeit

          und Lagerung der

              Rohstoffe

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29.       Bedienen von Anlagen zur Aufbereitung von Früchten (zB

          Mühlen, Passiermaschinen, Pressen) und zur Saftgewinnung

                         aus Früchten und Gemüse

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30.                              Vorbehandlung, Filtration und

                 -               Lagerung sowie Haltbarmachung von

                                          Fruchtsäften

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31.                                 Fruchtmarkgewinnung sowie

                                 Herstellung von Konzentraten und

                 -                deren Haltbarmachung inklusive

                                          Aromagewinnung

____________________________________________________________________

32.                               Herstellung von alkoholfreien

                 -               Getränken anhand von vorgegebenen

                                            Rezepturen

____________________________________________________________________

33.         Kenntnis der               Malzbeurteilung und

            Malzarten und          Malzbehandlung sowie Schroten

                 der                        des Malzes

           Malzherstellung

           sowie der dafür

            eingesetzten

              Apparate

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34.        Kenntnis der            Würzeherstellung (Maischen,

          Würzeherstellung         Abläutern, Würzekochen) sowie

           (Maischverfah-       Behandeln der Würze (Trubentfernung,

           ren, Abläutern,                  Kühlung)

            Würzekochen,

          Würzebehandlung)

          sowie der dafür

             benötigten

               Anlagen

            (Maischgefäße,

             Läuterein-

             richtungen,

             Würzekoch-

              systeme)

____________________________________________________________________

35.        Kenntnis der             Gärung und Reifung sowie

           Gärung und der     Hefemanagement; Kenntnis der Gewinnung

           Einrichtungen             von Gärungs-Kohlendioxid

           von Gärkellern

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36.                            Kenntnis der      Filtration und

                                Filterarten,    Stabilisierung des

                                Filterhilfs-     des Bieres sowie

                 -               mittel und      Bedienen der zur

                                des Aufbaus         Filtration

                                von Filter-        eingesetzten

                                  anlagen            Anlagen

____________________________________________________________________

37.                                               Sensorische

                 -                 -             Beurteilung von

                                                    Getränken

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38.                            Kenntnis des       Kenntnis des

                                 Aufbaus und        Aufbaus von

                                der Funktion   Getränkeschankanlagen

                                    von         sowie Handhabung und

                 -              CIP-Anlagen       Reinigung einer

                                                Getränkeschankanlage

                                                  sowie richtige

                                               Behandlung der Gläser

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39.            Die für den Lehrberuf relevanten Maßnahmen und

           Vorschriften zum Schutze der Umwelt: Grundkenntnisse der

           betrieblichen Maßnahmen zum sinnvollen Energieeinsatz im

            berufsrelevanten Arbeitsbereich; Grundkenntnisse der im

          berufsrelevanten Arbeitsbereich anfallenden Reststoffe und

           deren Trennung, Verwertung sowie über die Entsorgung des

                                  Abfalls

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40.         Kenntnis der einschlägigen englischen Fachausdrücke

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41.       Kenntnis und Anwendung der betrieblichen EDV (Hard- und

                              Software)

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42.         Kenntnis der sich aus dem Lehrvertrag ergebenden

                    Verpflichtungen (§§ 9 und 10 des

                       Berufsausbildungsgesetzes)

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43.       Kenntnis über Inhalt und Ziel der Ausbildung sowie über

          wesentliche einschlägige Weiterbildungsmöglichkeiten (zB

                           Berufsreifeprüfung)

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44.        Kenntnis der einschlägigen Sicherheitsvorschriften und

          Normen sowie der einschlägigen Vorschriften zum Schutz des

                       Lebens und der Gesundheit

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45.      Kenntnis über die Erstversorgung bei betriebsspezifischen

                            Arbeitsunfällen

____________________________________________________________________

46.      Grundkenntnisse der aushangpflichtigen arbeitsrechtlichen

                             Vorschriften

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(2) Bei der Ausbildung in den fachlichen Kenntnissen und Fertigkeiten ist - unter besonderer Beachtung der betrieblichen Erfordernisse und Vorgaben - auf die Persönlichkeitsbildung des Lehrlings zu achten, um ihm die für eine Fachkraft erforderlichen Schlüsselqualifikationen bezüglich Sozialkompetenz (wie Offenheit, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit), Selbstkompetenz (wie Selbsteinschätzung, Selbstvertrauen, Eigenständigkeit, Belastbarkeit), Methodenkompetenz (wie Präsentationsfähigkeit, Rhetorik in deutscher Sprache, Verständigungsfähigkeit in den Grundzügen der englischen Sprache) und Kompetenz für das selbst gesteuerte Lernen (wie Bereitschaft, Kenntnis über Methoden, Fähigkeit zur Auswahl geeigneter Medien und Materialien) zu vermitteln.

§ 4

Text

§ 4. Jene Berufsbildpositionen welche vom Lehrbetrieb nicht zu erfüllen sind, sind im Rahmen eines Ausbildungsverbundes durchzuführen.

§ 5

Text

Lehrabschlussprüfung

 

Gliederung

 

§ 5. (1) Die Lehrabschlussprüfung gliedert sich in eine praktische und in eine theoretische Prüfung.

(2) Die praktische Prüfung umfasst die Gegenstände Prüfarbeit und Fachgespräch.

(3) Die theoretische Prüfung umfasst die Gegenstände Angewandte Mathematik, Rohstoffkunde sowie Technologie.

(4) Die theoretische Prüfung entfällt, wenn der Prüfungskandidat das Erreichen des Lehrziels der letzten Klasse der fachlichen Berufsschule oder den erfolgreichen Abschluss einer die Lehrzeit ersetzenden berufsbildenden mittleren oder höheren Schule nachgewiesen hat.

§ 6

Text

Praktische Prüfung

 

Prüfarbeit

 

§ 6. (1) Die Prüfung ist nach Angabe der Prüfungskommission in Form der Bearbeitung eines betrieblichen Arbeitsauftrages durchzuführen.

(2) Die Aufgabe hat sich auf einzelne Produktionsschritte bei der Getränkeherstellung unter Einschluss von Arbeitsplanung, Hygienemaßnahmen, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, allenfalls erforderliche Maßnahmen zum Umweltschutz und Maßnahmen zur Qualitätskontrolle zu erstrecken. Die einzelnen Schritte bei der Ausführung der Aufgabe sind händisch oder rechnergestützt zu dokumentieren. Die Prüfungskommission kann dem Prüfling anlässlich der Aufgabenstellung entsprechende Unterlagen zur Verfügung stellen.

(3) Die Prüfungskommission hat unter Bedachtnahme auf den Zweck der Lehrabschlussprüfung und die Anforderungen der Berufspraxis und des Tätigkeitsgebietes des Lehrbetriebes jedem Prüfling eine Aufgabe zu stellen, die in der Regel in sechs Stunden ausgeführt werden kann.

(4) Die Prüfung ist nach sieben Stunden zu beenden.

(5) Für die Bewertung sind folgende Kriterien maßgebend:

1.

Genauigkeit,

2.

fachgerechte Ausführung,

3.

fachgerechtes Verwenden der Geräte, Maschinen und Anlagen,

4.

fachgerechtes Anwenden von Hygienemaßnahmen, Umweltschutzmaßnahmen und Arbeitsschutzmaßnahmen.

§ 7

Text

Fachgespräch

 

§ 7. (1) Das Fachgespräch ist vor der gesamten Prüfungskommission abzulegen.

(2) Das Fachgespräch hat sich aus der praktischen Tätigkeit heraus zu entwickeln. Hierbei ist unter Verwendung von Fachausdrücken das praktische Wissen des Prüflings festzustellen. Der Prüfling hat fachbezogene Probleme und deren Lösungen darzustellen, die für den Auftrag relevanten fachlichen Hintergründe aufzuzeigen und die Vorgehensweise bei der Ausführung des Auftrags zu begründen. Die Prüfung ist in Form eines möglichst lebendigen Gesprächs mit Gesprächsvorgabe durch Schilderung von Situationen und Problemen zu führen.

(3) Die Themenstellung hat dem Zweck der Lehrabschlussprüfung, den Anforderungen der Berufspraxis und dem Tätigkeitsgebiet des Lehrbetriebes des Prüflings zu entsprechen. Hierbei sind Materialproben, Demonstrationsobjekte oder Schautafeln heranzuziehen. Fragen über einschlägige Hygienevorschriften, Sicherheitsvorschriften, Schutzmaßnahmen und Unfallverhütung sind mit einzubeziehen.

(4) Das Fachgespräch soll für jeden Prüfling 20 Minuten dauern. Eine Verlängerung um höchstens zehn Minuten hat im Einzelfall zu erfolgen, wenn der Prüfungskommission ansonsten eine zweifelsfreie Bewertung der Leistung des Prüflings nicht möglich ist.

§ 8

Text

Theoretische Prüfung

 

Allgemeine Bestimmungen

 

§ 8. (1) Die theoretische Prüfung hat schriftlich zu erfolgen. Sie kann für eine größere Anzahl von Prüflingen gemeinsam durchgeführt werden, wenn dies ohne Beeinträchtigung des Prüfungsablaufes möglich ist. Die theoretische Prüfung kann auch in rechnergestützter Form erfolgen, wobei jedoch alle wesentlichen Schritte für die Prüfungskommission nachvollziehbar sein müssen.

(2) Die theoretische Prüfung ist grundsätzlich vor der praktischen Prüfung abzuhalten.

(3) Die Aufgaben haben nach Umfang und Niveau dem Zweck der Lehrabschlussprüfung und den Anforderungen der Berufspraxis zu entsprechen. Sie sind den Prüflingen anlässlich der Aufgabenstellung getrennt zu erläutern.

(4) Die schriftlichen Arbeiten des Prüflings sind entsprechend zu kennzeichnen.

§ 9

Text

Angewandte Mathematik

 

§ 9. (1) Die Prüfung hat die Beantwortung je einer Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:

1.

Volums- und Masseberechnung,

2.

Prozentrechnung,

3.

Ausbeuteberechnungen,

4.

Mischungsrechnungen,

5.

Vergärungsgradberechnung.

(2) Das Verwenden von Rechenbehelfen, Tabellen und Formeln ist zulässig.

(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, dass sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(4) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 10

Text

Rohstoffkunde

 

§ 10. (1) Die Prüfung hat die stichwortartige Beantwortung je einer Aufgabe aus den nachstehenden Bereichen zu umfassen:

1.

Malz und Hopfen,

2.

Früchte,

3.

Wasser,

4.

Annahme, Transport und Lagerung von Rohstoffen.

(2) Die Prüfung kann auch in programmierter Form mit Fragebögen geprüft werden. In diesem Fall sind aus jedem Bereich vier Aufgaben zu stellen.

(3) Die Aufgaben sind so zu stellen, dass sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden können.

(4) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 11

Text

Technologie

 

§ 11. (1) Die Prüfung hat die Beschreibung eines Arbeitsablaufes anhand einer Skizze zu umfassen und sich nach Wahl des Prüflings auf eines der folgenden Gebiete zu erstrecken:

1.

Arbeitsablauf in der Brauerei,

2.

Arbeitsablauf in der Fruchtsaft- bzw. Limonadenherstellung.

(2) Die Aufgabe ist so zu stellen, dass sie in der Regel in 60 Minuten durchgeführt werden kann.

(3) Die Prüfung ist nach 80 Minuten zu beenden.

§ 12

Text

Wiederholungsprüfung

 

§ 12. (1) Die Lehrabschlussprüfung kann wiederholt werden.

(2) Wenn bis zu drei Gegenstände mit „Nicht genügend“ bewertet wurden, ist die Wiederholungsprüfung auf die mit „Nicht genügend“ bewerteten Gegenstände zu beschränken.

(3) Wenn mehr als drei Gegenstände mit „Nicht genügend“ bewertet wurden, ist die gesamte Prüfung zu wiederholen.

§ 13

Text

Eingeschränkte Zusatzprüfung

 

§ 13. Nach erfolgreich abgelegter Lehrabschlussprüfung im Lehrberuf Brauer und Mälzer kann eine im Vergleich zu § 27 Abs. 2 des Berufsausbildungsgesetzes eingeschränkte Zusatzprüfung im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik abgelegt werden. Diese erstreckt sich in den Gegenständen Prüfarbeit und Fachgespräch schwerpunktmäßig auf die Themen der Getränketechnik.

§ 14

Text

Verhältniszahlen

 

§ 14. Die Verhältniszahlen sind im § 8 Abs. 3 bis Abs. 8 des Berufsausbildungsgesetzes festgelegt. Als fachlich einschlägig ausgebildete Personen gelten neben dem Lehrberechtigten (Betriebsinhaber; bei Gesellschaften der Geschäftsführer) jene, die eine fachlich einschlägige Ausbildung im Lehrberuf Brauer und Mälzer bzw. in einem verwandten Lehrberuf, oder eine einschlägige schulische Berufsausbildung absolviert haben bzw. auch Personen die eine zumindest dreijährige einschlägige Praxis nachweisen können.

§ 15

Text

In-Kraft-Treten und Schlussbestimmungen

 

§ 15. (1) Diese Verordnung tritt mit 1. Jänner 2006 in Kraft.

(2) Die Ausbildungsvorschriften für den Lehrberuf Brauer und Mälzer, BGBl. Nr. 431/1972, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. II Nr. 177/2005, treten unbeschadet Abs. 4 mit Ablauf des 31. Dezember 2005 außer Kraft.

(3) Die Prüfungsordnung für den Lehrberuf Brauer und Mälzer, BGBl. Nr. 672/1974, zuletzt geändert durch die Verordnung BGBl. Nr. 586/1992 und die Kundmachung BGBl. Nr. 163/1993, tritt unbeschadet Abs. 4 mit Ablauf des 31. Dezember 2005 außer Kraft.

(4) Lehrlinge, die am 31. Dezember 2005 im Lehrberuf Brauer und Mälzer ausgebildet werden, können gemäß den in Abs. 2 angeführten Ausbildungsvorschriften bis zum Ende der vereinbarten Lehrzeit weiter ausgebildet werden und können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung gemäß der in Abs. 3 angeführten Prüfungsordnung antreten.

(5) Die Lehrzeiten jener Lehrlinge, welche sich am 31. Dezember 2005 im ersten Lehrjahr im Lehrberuf Brauer und Mälzer gemäß den in Abs. 2 angeführten Ausbildungsvorschriften befinden, sind auf die Lehrzeit im Lehrberuf Brau- und Getränketechnik voll anzurechnen.